von Münchner Löwe | Feb. 10, 2026 | Biathlon, ski alpin, Winterspiele 2026
Eine kleine Änderung: Ich befasse mich heute nicht jur mit dem gestrigen Tag, sondern auch mit dem was am Dienstag bis jetzt passiert ist.
Gold für den österreichischen Kurssetzer
Das ist natürlich eine Übertreibung, denn gefahren ist Katharina Huber den Slalom im Teamwettbewerb schon selbst – und das großartig. Aber Martin Pfeifer wurde seinem Ruf gerecht und setzte heute einen Lauf, der äußerst tricky war. Und gerade in dem für Huber maßgeschneiderten (und wahrscheinlich bis zum Erbrechen geübter Torfolge) Teil holte sie dann die entscheidenden Hundertstelsekunden gegenüber der Deutschen Emma Aicher heraus. Am Ende lagen Abfahrerin Ariane Rädler und Slalomartistin Katharina Huber fünf Hundertstelsekunden vor Kira Weidle-Winkelmann/Emma Aicher. Dritte wurden die US-Amerikanerinnen Jaqueline Wiles/Paula Moltzan. Eine herbe Enttäuschung erlebte Mikaela Shiffrin. Alles schien angerichtet für Gold, nachdem ihre Landsfrau Breezy Johnson erneut die beste Abfahrtszeit hingelegt hatte, sie also sogar mit Vorsprung ihren Lauf in Angiff nahm. Doch der mit Abstand besten Slalomfahrerin versagten die Nerven, und sie legte einen für ihre Verhältnisse fast indiskutablen Lauf hin. Das Team fiel noch auf den undankbaren 4. Platz zurück. Shiffrin und Olympia – das war ja in Peking 2022 schon das große Drama, als sie als große Favoritin weder im Riesenslalom noch im Slalom das Ziel erreichte.
„Alles richtig gemacht“, konnten dagegen die deutschen Trainer bilanzieren. Es war ja ein Pokerspiel, mit dem Jolly Joker Emma Aicher, die in Abfahrt und Slalom herausragend ist. Die Frage war: Passt das besser mit der Abfahrerin Kira Weidle-Wnkelmann im Slalom oder mit der Slalomartistin Lena Dürr im Slalom. Man setzte auf Rot Slalom, und Aicher legte dort Laufbestzeit hin, mehr geht nicht. Dass sie erneut nur um Hundertstel Gold verpasste nach Abfahrtssilber, störte da wenig.
Schweizer Triumph bei den Männern
Tags zuvor durfte Franjo van Allmen den zweiten Olympiasieg feiern. Er selbst wurde in der Abfahrt zwar nur Vierter, doch sein Slalompartner Tanguy Nef zauberte einen wahren Traumlauf in den Schnee – das reichte. Silber gewannen zeitgleich die Schweizer Marco Odermatt/Loic Meillard (der eigentlich als der bessere Slalolmfahrer als Nef galt) und Vincent Kriechmayr/Mario Feller aus Österreich. Zum Unglücksraben avancierte Alex Vinatzer. Der italienische Slalomfahrer ging nach der Abfahrtsbestzeit seines Partners Giovanni Franzoni als Letzter in den Slalom, doch der war nach eigener Aussage „mit der Situation überfordert“ und kam nach 18. Laufzeit nur auf Rang 7. „Ich muss mich bei Giovanni entschuldigen.“ Dass es Mikaela Shiffrin ähnlich erging, wird ihm kein Trost sein.
Die Gunst der Schanze genutzt
Dass Philipp Raimund mit der Anlage in Predazzo glänzend zurechtkam, deutete sich schon im Training an, als er mehrmals den besten Sprung hinlegte. Doch Training und Wettkampf sind oft zwei paar Schuhe, und da war die Hypothek, das Raimund vorher noch nie einen Weltcup gewonnen hatte. Doch „Hippe“ (was für ein Spitzname für diesen Vornamen, noch nie gehört) ließ sich nicht beirren: In Durchgang 1 sprang er schon an die Spitze, und auch, als die Konkurrenz im 2. Durchgang sehr gute Weiten hinlegte, ließ er sich nicht beirren: Er verteidigte nicht nur seinen knappen Vorsprung, er baute ihn sogar mit dem wiederum besten Sprung aus. Am Ende lag er 3,4 Punkte vor dem Sensationszweiten Kacpar Tomasiak aus Polen und gar 8,1 vor Gregor Deschwanden und Ren Nikaido, die sich Bronze teilten.
Domen Prevc ging als Sechster leer aus. Beim Saisondominator hatte sich im Training schon abgezeichnet, dass er mit der Schanze nicht so zurecht kam.
Schwer geschlagen auch die Österreicher: Als Bester der erfolgsverwöhnten Adler landete Stefan Embacher auf den siebten Platz.
Apropos Vorname: Ich habe (mit KI) geschaut, ob schon mal ein Namensvetter von mir (Philipp) deutsches Gold bei Winterspielen geholt hat. Es hat keine Treffer gegeben.
Fehlerlos zu Gold, Gedanken beim toten Freund
Es war schon absehbar, dass Norwegens Biathlon-Männer den Rücktritt der Bö-Brüder gut verkraften würden. Beim ersten Einzelwettbewerb über den langen 20-Kilometer-Kanten siegte dann auch ein Landsmann: Johan-Olaf Botn verfehlte keine einzige der 20 Scheiben, und weil er in der Loipe flott genug unterwegs war, lag er im Ziel 15 Sekunden vor dem Franzosen Eric Perrot und 48 für Sture Lagreid, die jeweils einmal danebenschossen.
Bei seiner Zieleinfahrt gedachte Botn mit zum Himmel gerecken Händen seines Landsmanns und Trainingskollegen Sivert Guttorm Bakken. Botn hatte ihn im Dezember leblos in einem Hotelzimmer gefunden, mit einer Atemmaske über dem Mund. Noch immer ist der Tod nicht aufgeklärt. „Ich habe auf der letzten Runde kaum an mich selbst gedacht, meine Gedanken und Gefühle für Sivert kamen direkt nach dem letzten Schießen.“
Wer soll diesen Klaebo schlagen
Die Überlegenheit war absurd. Im Sprint, eigentlich eine wirklich knappe Angelegenheit, lief der Norweger Johannes Hoesflot Klaebo in der ganz eigenen Liga. Als hätte er einen Motorantrieb, lief er der Konkurrenz auf und davon. Viel fehlte nicht, und er hätte sich sogar die Zeit nehmen können, sich vor dem Zieleinlauf noch eine norwegische Fahne zu schnappen. Silber holte der ersstaunliche Amerikaner Ben Ogden vor Klaebos Landsmann Oskar Opstad Vike.
Vier Wettbewerbe stehen für Klaebo noch an, und angesichts seiner Sonderklasse ist es äußerst unwahrscheinlich, dass er nicht vier weitere Goldmedaillen holt (wie 2025 bei der WM in Trondheim.
Bei den Frauen dagegen erwarte ich einen schwedischen Durchmarsch. Nach dem Doppelerfolg im Skiathlon durch Frida Karlsson und Ebba Andersson überließ beim Sprint Team Sverige dem Rest der Welt noch nicht mal die Bronzemedaille. Es siegte Linn Svahn vor Jonna Sundling und Maja Dahlqvist.
Und sonst
- Gasser chancenlos: Die zweifache Olympiasiegerin im Big Air hatte im Finale nichts mehr zu melden. Mit unfassbaren Sprüngen siegte die Japanerin Kokomo Murase vor Zoi Sadowski Synnot aus Neuseeland und Seunggeun Yu. Die Österreicherin Anna Gasser hatte die ersten beiden Sprünge verpatzt, aber auch wenn alles geklappt hätte, eine Medaille wäre wohl außer Reichweite geblieben.
- Gold für Holland: Im dritten Wettbewerb gab es für die Eisschnelllauf-Nation endlich die ersten Medaillen. Jutta Leerdam siegte vor Landsfrau Femke Kok und der Japanerin Miho Tagaki. Um Leerdam hatte es reichlich Wirbel gegeben: Das Glamourgirl war mit einem Privatflugzeug samt Top-Verpflegung eingeschwbt und hatte Pressekonferenzen geschwänzt.
von Münchner Löwe | Jan. 13, 2026 | basketball, Biathlon, Fußball, Handball, NBA, ski alpin, Wintersport, Wochenvorschau
Sport satt, nämlich Fußball, Handball-EM und Wintersport
Bundesligisten im Doppeleinsatz
Der kurze Zeit sehr strenge Winter ist offenbar wieder dabei, der Englischen Woche in der Fußball-Bundesliga steht nichts mehr entgegen – außer Tauwetter, siehe Hamburg. Der 17. Spieltag m Dienstag/Mittwoch – nicht zu vergessen das Topspiel zwischen Augsburg und Union am Donnerstag, komplettiert die Hinrunde, die Rückrunde startet am Wochenende. Partien, die es sich vielleicht lohnt zu gucken, sind während der Woche Stuttgart vs Frankfurt (Di., 18:30), eine Art Best of the Rest neben den Großen, HSV – Leverkusen (Di., 20:30, abgesagt wg. Tauwetters) und Köln vs Bayern (Mi., 20:30). Letztere Partie nur unter dem Gesichtspunkt, ob Rib und Rob (Ribéry und Robben) mit Oliseh und Diaz tatsächllich Zauber-Nachfolger gefunden haben und wie hoch letztlich tatsächlich die Hinrunden-Rekordtormarke (zurzeit 63) der Bundesliga-Geschichte gesetzt wird.
Am Samstag zum Topsiel des Tages müssen die Münchner dann nach Leißzig (Sa., 18:30). Mit dabei ist dann wieder aif Leipziger Seite der ivorische Star Yan Diamonde, nachdem die Elfenbeinküste im Viertelfinale des Afrika-Cups gescheitert ist.
Am Wochenende startet dann auch die 2. Bundesliga, und die Jagd auf Schalke beginnt. Der Tabellenführer handelte sich zum Jahresabschluss eine Pleite bei Eintracht Braunschweig ein, der Vorsprung auf Platz 3 (Darmstadt) beträgt immer noch 4 Punkte. Fast standesgemäß geht es für die Knappen mit einem echten Schlager los, denn sie sind am Samstagabend (20:30) im Berliner Olympiastadion bei Hertha BSC zu Gast.
Mit Knallhart-Handball zur Medaille?
Die Männer-EM beginnt am Mittwoch, und das Ziel des deutschen Teams lautet Edelmetall, vielleicht sogar Gold. Doch die Auslosung hat einen sehr harten Weg beschert. Weniger in der Vorrunde, wenn Österreich, Spanien und Serbien die Gegner sind, das klingt schon knackig genug. Aber wenn die Truppe ersten Zwei erreicht, trifft sie in der Hauptrunde höchstwahrscheinlich auf Dänemark und Frankreich, dazu vielleicht Aufstreber wie Portugal und Norwegen.
Richten soll es eine Knallhart-Abwehr und vor allem die Torhüter Andi Wolff (Europameister vor 10 Jahren) und David Späth, die weltweit zu den besten ihres Fachs zählen.
Los geht es am Donnerstag (20:30) gegen Österreich (mit vielen Bundesliga-Akteuren), es folgen die Partien gegen Serbien (Sa., 20:30) und Spanien nächsten Montag.
Klarer Titelfavorit ist Dänemark, der souveräne Olympiasieger von 2024 (auch dank einer Finalgala gegen Deutschland). Frankreich hat vielleicht einen besseren Ruf als Team, das vermag ich nicht einzuschätzen.
Winter-Klassiker, wohin man schaut
Männer-Abfahrt am samstag in Wengen, klassischer gehts nicht . das 4,2-Kilometer-Rennen mit Hundsschopf, Minschg-Kante, Österreicher-Loch und Schluss-S vor malerischer Postkarten-Kulisse (leider nicht für Dänen mehr) mit den Bergriesen Eiger, Mönch und Jungfrau. Bei Sonnenschein gibt es nicht Schöneres für die Augen im Ski-Winter. Tags zuvor steht ein Super-G an gleicher Stelle an (stark verkürrzte Strecke), am Sonntag der Spezialslalom.
In den Speedrennen geht der Sieg jeweils nur über marco Odermatt, schon ein Wengen-Spezialist, im Slalom gibt es ein gutes Dutzend Sieganwärter.
Die Frauen lassen diesmal Cortina aus, weil dort in einem Monat die Olympia-Wettbewerbe stattfinden. Stattdessen geht es nach Tarvisio, wo Abfahrt und Super-G angesetzt sind. Chance für Lindsey Vonn, an ihrem Legendenstatus zu basteln, Chance aber auch für Emma Aicher, mit einem Platz ganz vorne Selbstvertrauen für die olympischen Tage zu tanken.
Die Biathleten machen bei der zweiten deutschen Traditionsstrecke Station. Nach Oberhof stehen die Rennen in Ruhpolding an mit Staffeln, Sprint und Verfolger. Norweger und Französinnen sind das Maß aller Dinge, SchwedInnen, etwa die Öberg-Schwestern und Samuelson haben auch schon aufgezeigt.
Dem deutschen Team fehlt noch ein Sieg in diesem Winter: Kommt es zu Durchbruch für Weltcup-Titelverteidigerin Franzi Preuß oder gar ein Debüt ganz oben auf dem Stockerl für Philipp Nawrath?
Berlin Game der NBA
Am Donnerstag ist es so weit. In der Halle am Ostbahnhof gibt es das erste reguläre Match der NBA in Deutschland, wenn die Orlando Magic auf die Memphis Grizzlies treffen. Die Magic sind das „deutsche“ Team der US-Basketball-Liga mit den Nationalspielern Franz und Moritz Wagner sowie Tristan da Silva. Ob Franz nach seine Knöchwelverletzung rechtzeitig fit wird, bleibt abzuwarten, er macht zwar den Trip mit, doch die Teamführung machte deutlich, dass er auf keinen Fall verheiuzt werden soll, dafür haben die Magic mit ihrem besten Mann noch zu viel vor in dieser Saison. Moritz jedenfalls gab am Sonntag sein Debüt nach mehr als einjähriger Pause wegen Krezbandriss, noch etwas rostig, aber voller Einsatz. Bei da Silva schwankt im zweiten NBA-Jahr die Form, gute und schwache Partien wechseln sich unregelmäßig ab, genauso die Frage, ob sein Dreier fällt oder nicht.
Auch die Grizzlies haben Deutschland-Bezug. Der finnische Trainer Tommy Iisalo coachte lange in der BBL und führte 2023 die Telekom Baskets Bonn in die Finalserie, in der allerdings sich Ulm als besser erwies. Seit Mai ist der Chefcoach bei Memphis und hat sich mit seinem kompromisslosen Verhalten gegen Starspieler Ja Morant zwar nicht dessen Frendschaft, wohl aber Respekt in der Liga verschafft. Amit Orlando und Memphis nicht nurfür ein Spiel nach Europa fliegen, kommt es am Samstag in London zu einer weiteren Partie zwischen diesen beiden Kontrahenten.
Und sonst?
- Internationale Ligen, England: Im Blickpunkt steht das Mancester-Stadtderby zwischen City und United (Sa., 13:30). United nach vergleichsweise ansprechendem Start in der Krise. Teammanager Roben Amorim wurde schon gefeuert, aber auch mit neuen Coach flog man im FA-Cup schon in der 1. Runde raus (mit der Folfge, das in dieser Saison nur noch Ligaspiele anstehen). City hat mit 3 zum teil überflüssigen Remis den Abstand zu Arsenal nicht verkürzen können, er beträgt immer noch 6 Punkte. Die Abhängigkeit von den Toren Erling Haalands ist frappierend.
Spanien: Real trifft auf Levante (Sa., 14:00): Das wäre nicht weiter erwähnenswert, aber die Madrilenen haben nach der Niederlage im Supercup-Endspiel in Dschidda Trainer Xabi Alonso nach einem knappen halben Jahr schon gefeuert (angeboten hätte sich: in der Wüste gelassen …). Jetzt soll es der Coach der 2. Mannschaft, Arbeloa, richten. Wie Alonso war auch Arbeloa ein großartiger Mittelfeldspieler, die beiden haben sogar bei Liverpool gemeinsam gespielt.
- Basketball: Stimmungsvoll wird es am Donnerstag im SAP Garden, wenn der FC Bayern das griechische Team Panathinaikos Athen empfängt, dessen fans mit Sicherheit für viel Radau sorgen. Die Münchner haben nur noch theoretische Chancen auf die K.-o.-Runde, Panathinaikos kämpf als 7. sogar um einen Top-6-Rang und die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale.
- Tennis: Die Australian Open werfen ihre Schatten voraus. Im Form des Qualifiationsturniers. Drei Runden gilt es zu überstehen, dann haben die Profis die 1. Runde erreicht, und allein das dortige Preisgeld sichet einen Großteil des (Reise)-Budgets fürs Jahr.
Der junge Deutsche Justin Engel ist schon in der 1. Runde gescheitert. Yannick Hanfmann hatte Glück: Da der Finne Emil Ruusovuori die Teilnahme absagte, rückte er ohne Quali-Müh(l)e ins Hauptfeld nach.
- Snooker: Das Masters in London ist nach der WM vielleicht das wichtigste Turnier im Jahr und gehört zur „Triple Crown“. Die komplette Weltelite ist folgerichtig am Start. Gespielt wird im Ally Pally, allerdings ist es sehr, sehr, sehr viel ruhiger als vor zwei Wochen bei der Darts-WM an gleicher Stelle.
- US Sport: In der NFL stehen am Wochenende 4 Partien der Divisional Round auf dem Programm. Mehr dazu in einem gesonderten Text.
von Münchner Löwe | Nov. 30, 2025 | Biathlon, bundesliga, Formel 1, Frauen-WM, Fußball, Handball, ski alpin, Wintersport, Wochenvorschau
Formel-1-Showdown in Abu Dhabi, Pokal-Viertelfinale und vielleicht heikle Beschlüsse der Innienministerkonferenz zu Fußballspielen. Dazu am Freitag die Auslosung für die Fußball-WM in Washington – ohne Iraner, dafür vielen korrupten Funktionären.
Verstappen siegt und hofft
Der letzte Grand Prix bringt die Entscheidung. 3 Fahrewr dürfen noch auf den WM-Titel hoffen. Die besten Chancen hat Lando Norris, obwohl diese am Sonntag die größte Enttäuschung hinnehmen musste. Nach der total missglückten McLaren-Taktik wurde er nur Vierter, während Titelverteidiger Max Versappen im Red Bull den nächsten Sieg einheimste vor Norris´Teamkollegen Oscar Piastri (wbenso Oper der Taktik). Norris hat alle Trümpfe in der eigenen Hand. 12 Punkte hat er gegenwärtig Vorsprung auf Verstappen, sogar 16 sind es auf Piastri. Das bedeutet:
Norris wird Weltmeister
- wenn er vor Verstappen und Piastri landet.
- wenn er gewinnt oder mindestens Dritter wird
– gewinnt Verstappen, muss er mindestens Dritter werden
– gewinnt Piastri, reicht sogar Rang 6.
Verstappen wird Weltmeister, wenn
- er gewinnt und Norris nicht unter die besten Drei kommt
- er auf Platz 2 kommt, Piastri nicht gewinnt und Norris nicht unter die besten Siegen kommt
- er mauf Platz 3 kommt, Piastri nicht gewinnt und Norris bestenfalls Achter wird.
- er auf Platz 4 kommt, Norris nicht punktet (kein Top-10-Platz) und Piastri nicht mindestens Zweiter wird.
Piastri wird Weltmeister
- wenn er gewinnt, Norris nicht unter die besten Fünf kommt.
- er Zweiter wird, Verstappen bestenfalls Vierter wird und Norris höchstens Neunter.
Pokal-Revanche in Dortmund
Schlager des Achtelfinals ist ohne Zweifel die Partie zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen. Im Westfalenstadion kommt es am Dienstag zur Revanche der Bundesliga-Partie vom Samstag, das die Dortmunder mit 2:1 für sich entschieden. Anstoß ist erst um 21 Uhr, das dürfte dem vorher stattfindenden Nations-League-Finale der deutschen Frauen gegen Spanien in Madrid (siehe unten) geschuldet sein. Ich sehe das Spiel zwischen den beiden nach Bayern besten deutschen Teams (trotz RB Leipzig) völlig offen.
Die Bayern wollen im Pokal mal wieder überwintern. Ausgerechnet beim 1. FC Union müssen sie antreten. Die Berliner sind bisher die einzige nationale Mannschaft, gegen die der Meister seit Saisonbeginn Punkte gelassen hat. Die absolute Topfom scheint mir beim FCB verloren, vielleicht fordert jetzt eben doch die Club-WM und der recht kleine Kader ihren Tribut. Trotzdem sind die Münchner im Stadion An der Alten Försterei natürlich (natürlich!) klarer Favorit.
Brisante IMI-Konferenz
Die Minister tagen ab Mittwoch, und unter anderem steht ein Strauß von Maßnahmen gegen die angeblich uferlose Gewalt in Fußball-Stadien auf der Agenda. Im Gespräch sind unter anderem personalisierte Tickets und erkennungsdienstliche Maßnahmen durch KI. Was mir am übelsten aufstößt: Die Vereine respektive die DFL soll zu Stadienverboten aufgrund des bloßen Verdachts (und zudem evtl. noch als Kollektivstrafe ausgesprochen) genötigt werden. Gegen diesen rechtsstaatlichen Irrsinn wehren sich gerade die Fans (mit Schweigen in den ersten 12 Minuten/12. Mann und so). Sollte uns alle angehen, weil die Herrschaften Innenminister (beileibe nicht nur die Unionisten) den Fußball und sein Umfeld gerne als Versuchsballon für ihre Maßnahmen betrachten.
Ich finde im übrigen nicht, dass die Gewalt in den Stadien derart zugenommen hat, dass derart drastische Maßnahmen notwendig sind. Inakzeptable Aktionen wie das Abschießen von Feuerwerkskörpern in vollbesetzte Tribünen sind natürlich konsequent zu verfolgen. Leider gebären sich Fußball-Fans gerade auf den Fahrten zu Spielen für andere Bahn-Gäste schlicht indiskutabel (kein Mensch bei Sinnen steigt in einen Zug mit hunderten besoffenen, gewaltbereiten, nahezu ausschließlich Männern!). Mal sehen, wass von den dickhosigen Ankündigungen auch von SPD-Politikern übrig bleibt, dann gehe ich auch näher auf die Maßnahmen ein.
Todesgruppe oder Spaziergang?
Die WM in Amerika wird am Freitag konkrete Konturen annehmen. Dann nämlich erfolgt in Washington die Auslosung de 12 WM-Gruppen à 4 Mannschaften, und die Teilnehmer wissen, wohin die Reise im riesigen Amerika sie führt: Kanada, Mexiko, USA West oder Ost, Süd oder Nord.
Die Deutschen sind in Top 1 gesetzt, treffen vorerst also nicht auf ultrastarke Teams wie Spanien, England, Frankreich und Argentinien (das sind zurzeit meine engsten Turnierfavoriten, liebe Brasilianer und Holländer). Dennoch könnte die Nagelsmann-Truppe etwa auf Uruguay, Elfenbeinküste und Italien treffen (heftig-herb) oder auf Iran, Neuseeland und Curacao (süß).
Ein Weiterkommen ist so oder so Pflicht, da insgesamt neben den ersten Zwei jeder Gruppe auch die acht (!) besten Gruppendritten weiterkommen. Danach folgen gleich 5 (!) K.o-Runden bis zum Titelgewinn. Der Weltmeister benötigt also erstmals 8 Spiele.
Das Sportliche ist das Eine, die politische Dimension das Andere. Und da hat die US-Regierung mit dem Ausschluss der iranischen Delegation, deren Vertreter allesamt kein Visum erhalten haben, ein deutliches Zeichen gesetzt, wohin die Reise geht: Der US-Gastgeber schafft an. Ein absolutes NoGo bei einer solchen Großveranstaltung, doch weder FIFA und ihr Trump-Speichellecker Präsident Präsident Infantino noch die Verbände haben auch nur ein Wort des Protests erhoben. Da das Ganze in Washington stattfindet, ist es durchaus wahrscheinlich, dass Top-Terrorist und Massenmörder Trump (die auf seinen Befehl gesprengten Boote mit 100 Toten und mehr vor Venezuela sind nichts anderes als Mord) sich persönlich die Ehre gibt. Niemand der Top-bezahlten Funktionäre wie DFB-Präsident Bernd Neuendorf (300.000 Euro netto plus üppiges Tagesgeld plus Unterbringung in Luxushotels plus andere Annehmlichkeiten aller Art) will es sich verscherzen. Die Gier bei gleichzeitiger Unfähigkeit kennt hier wirklich keine Grenzen.
Beaver Creek, leider abgespeckt
Die Ski-Abfahrtsstrecke „Birds of Prey“ gehört zu meinen Lieblingen. Doch akuter Schneemangel auch in den USA haben eine Änderung des Programms erforderlich gemacht. Die Männer-Abfahrt am Donnerstag fällt komplett aus, die am Freitag findet auf verkürzter und verändeter Strecke statt. Dazu ein Super-G und ein Riesenslalom am Samstag und Sonntag.
In den vergangenen Jahren waren die Schweizer in den Speed-Disziplinen eine Klasse für sich. Doch außer Marco Odermatt (trotz des Ausscheides im Riesenslalom in Copper Mountain) havben die Eidgenossen noch nicht zu ihrer Form gefunden).
Die Frauen müssen auf Speed noch verzichten. Für sie stehen im kanadischen Tremblant 2 Riesenslaloms auf dem Programm. In dieser Disziplin bisher Top: die Österreicherin Julia Scheib (1 Sieg, 1 Zweiter Platz) und die Neuseeländerin Alice Robinson (1 Sieg).
Fußball-Frauen spielen um Titel
Im Nations-League-Finale steht am Dienstag (18:30) das Rückspiel zwischen Spanien und Deutschland an. Dasa Hinspiel am Freitag in Kaiseslautern endete 0:0, wobei die Gastgeber eine bärenstarke Leistung zeigten, nur das Toreschießen vergaßen. Ich selbst havbe die Partie wegen eines Konzertbesuchs nicht gesehen, aber alle Kommentatoren bescheinigten der Truppe von Cjhristian Wück einen sehr Auftritt, der sich halt nicht in Zahlen widerspiegelte. Ob das im Madrider Metropolitano, der so stimmungsvollen Heimstätte von Atlético) wiederholen lässt, ist die große Frage. Noch einmal werden sich die spanischen Starspielerinnen innen Putellas und Bonmati wohl nict auf der Nase herumtanzen lassen.
Für die Handball-Frauen wird es ernster
Sie bestreiten die WM-Hauptrunde in Dortmund mit Partien gegen Spanien, die Färingerinnen und Montenegro. Platz 1 oder 2 müssen her in der Sechsergruppe fürs Minimalziel Viertelfinale (die 2 Siege gegen Serbien und Island werden mitgenommen). Sollte machbar sein, obwohl sich WM-Neuling Färöer bisher fantastisch schlägt mit einem sieg über Spanien.
Franziska Preus auf Mission Titelverteidigung
Nach den Biathlon-Staffeln vom Wochenende finden in Östersund die ersten Einzel-Wettbewerbe für Frauen (und Männer) statt. Auf der Agenda steht das volle Programm mit Einzel (Di., Mi.), Sprint (Fr., Sa.) und Verfolgung (beide So.). Es gilt, gut in die Saison hineinzukommen.
Gibt es wieder einen Zweikampf Preus gegen Jaquemot, der in der vergangenen Saison erst in der letzten Kurve entschieden wurde zu Gunsten der Deutschen. Welche andere Französin des trotz der internen Zwistigkeiten so unfassbar starken Teams (Simon? Braizat-Bouchet??) kann eingreifen? Machen die deutschen Talente (Grothar) weiter Boden gut?
Extrem der Aderlass bei den Norwegern, die nach dem Rücktritt die beiden Böe-Brüder Johannes-tignes und Tarjej ersetzen müssen.
Laura Dahlmeier schaut hoffentlich vom Himmel aus zu.
Und sonst?
- Bundesliga: Schlager des 13. Spieltags ist der Südgipel zwischen dem VfB Stuttgart und Meister FC Bayern. Das ist ja auch eine At Familientreffen zwischen Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß und dem sehr viel beühmteren Bayern-Onkel Uli (nominell „nur“ noch Ehrenmitglied, tatsächlich immer noch der mindestens Mit-Herrscher). Wie oben erläutert, sehe ich die Münchner nicht mehr völlig unangetastet, der VfB hat sich trotz des Abgangs von Nick Woltemade gefunden und könnte durchaus Ärger bereiten.
Nominell das Topspiel ist die Begegnung zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt (Sal., 18:30). Die Frankfurter zuletzt in der Liga zumindest ergebnismäßig wieder auf Kurs, das gilt erst recht für die Bullen, immerhin auf Platz 2 der Liga.
Im Blickpunkt steht nach 7 Jahren Pause auch das Nordderby zwischen dem HSV und Werder Bremen, wobei die Partie nicht mehr die Brisanz hat wie bei der Viererserie 2009 (Stichwort: Papierkugel).
- Internationaler Fußball, England: Gleich 2 Spieltage stehen in der Premier League an, die berühmte Entlische Woche. Spitzenreiter FC Arsenal empängt am Mittwoch den FC Brentford und hat am Samstag (13:30) eine durchaus heikle Aufgabe bei Aston Villa. Meisetr Liverpool muss gegen Sunderland (Di., 21:15) und bei Leeds United (Sa., 18:30) seine Form finden.
Spanien: Knifflige Auswärts-Aufgaben für den FC Barcelona (Betis Sevilla) und Atlético (Athletic Bilbao). Real empfängt Celta Vigo (So., 21:00).
Italien: Meister Napoli gegen Rekordmeister Juventus (So., 20:45), immer ein reizvolles Duell Süd gegen Nord. Die Alte Dame aus Turin allerdings auf Formsuche (zurzeit nur auf Platz 7).
- Basketball: Die deutschen Weltmeister bestreiten in der WM-Qualifikation nach dem Heimsieg über Israel die Pflichtaufgabe auf Zypern (Mo., 18:00).
In der Euroleague müüsen die Münchner in der extremstimmungsvollen Belgrader Halle bei Partizan unbedingt mal wieder einen sieg landen, um die Playoff-Plätze nicht fcrühzeitig aus den Augen zu verlieren.
- Handball: Der SC Magdeburg hat gegen FA Göppingen die nächste machbare Aufgabe. Die Meisgterschaft rückt jetzt schon nahe, weil die Verfolger Flensburg-Handewitt und THW Kiel überraschend Federn lassen.
- Wintersport: Das volle Programm: Skispringer (Trondheim), Langläfer und Kombinierer (WM-Ort Trondheim), Eisschnelllauf (Heerenveen). ZDF und Eurosport mit ewigen Sendestrecken (nicht nur) am Wochenende.
von Münchner Löwe | Juli 31, 2025 | Biathlon
Als am Dienstag die Nachricht von Laura Dahlmeiers schweren Unglück in den Bergen von Pakistan aufkam, musste man schon das Schlimmste befürchten. Am gestrigen Mittwoch dann die traurige Gewissheit – die einst überragende Biathletin hat den Steinschlag und Sturz nicht überlebt. Die Suche wurde eingestellt, auf Dahlmeiers zuvor schriftlich hinterlegten Wunsch gibt es vorerst auch keine gefährliche Bergungsaktion, das ist bei erfahrenen Bergsteigern so üblich. Ob für immer, bleibt abzuwarten, ist letztlich auch recht belanglos.
Die Berge hatten es Dahlmeier schon immer angetan. Schon während ihrer enorm erfolgreichen Karriere zog es sie immer wieder in die gefährlichen Höhen. So war es folgerichtig, dass sie die sehr anspruchsvolle Prüfung einer Bergretterin in den heimischen Garmischer Alpen mit Bravour absolvierte und bestand.
31 Jahre nur wurde Dahlmeier alt. Ich habe sie nur per Fernsehen erleben und kennenlernen dürfen. Wir sahen eine lebensfrohe, immer natürliche (im besten Sinn) junge Frau, naturverbunden und der ihre Erfolge auch nie zu Kopf gestiegen sind. Erfolge hat sie unzählige gefeiert. mit ihrem persönlichen Höhepunkt bei der WM im nahen Hochfilzen/Österreich, als sie 5 von 6 möglichen Titeln errang plus eine Silbermedaille. Bei Olympia 2018 in Pyeongchang gewann sie das bis dato einmalige Doppel Sprint/Verfolgung.
Sie war ja 2013 ziemlich unvermittelt ins deutsche Team gekommen, Nachdem sie bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Obertilliach drei Titel abgeräumt hatte, nominierte der Deutsche Skiverband die damals 19-jährige Garmischerin für die WM in Nove Mesto nach, wo sie als Staffelläuferin einsprang und ihr Team zwischenzeitlich sogar auf Platz 1 führte (letztlich wurde es Fünfte). Bei Olympia 2014 war sie noch Lernende, doch in der Saison danach (die sie wegen eines Sturzes beim Klettern und einem daraus resultierenden Bänderriss verspätet angehen konnte), startete sie durch in die Weltspitze. Erster Podestplatz in Antholz, erster Weltcupsieg (von insgesamt 33) in Nove Mesto, und bei der WM in Kontiolahti holte sie Staffelgold und Verfolgungssilber. Sie konnte sich enorm gut konzentrieren, und in der Loipe machte ihr eh niemand etwas vor.
Die WM am Holmenkollen in Oslo war dann schon extrem erfolgreich mit 5 Medaillen (Gold, Silber, 3-mal Bronze), und die Saison 2016/17 wurde zu ihrer erfolgreichsten. Neben dem erwähnten WM-Durchmarsch sicherte sie sich den Gesamtweltcup, den Einzel-, Sprint- und Verfolgungsweltcup (im Massenstart wurde sie tatsächlich nur Zweite).
Nach den Olympia-triumph 2018 und 3 weiteren Medaillen bei der WM 2019 in Östersund beendete die freiheitsliebende Laura Dahlmeier mit nur 25 Jahren ihre aktive Karriere, auch weil sie immer wieder von Verletzungen und Krankheiten geplagt wurde. Die Berge auf der ganzen Welt lockten sie. Im Winter war sie bei ZDF eine ebenso informative wie unterhaltsame Expertin beim Biathlon, immer natürlich, fröhlich, charmant (auch wenn sie etwas zu kritisieren hatte). Die Zukunft schien rosig, doch das Schicksal hatte offenbar andere Pläne. Vielleicht ein ganz kleiner Trost, dass Laura Dahlmeier bei ihrer allerliebsten Tätigkeit ums Leben kam. Sie wird fehlen. Mir wird sie fehlen.
von Münchner Löwe | Mai 23, 2025 | Biathlon, Eishockey, Fernsehen, Fußball
Ein Tor rettet die Spurs-Saison
Das Endspiel um die Europa League in Bilbao war für Fußball-Fans eine Zumiutung, aber das konnte den Tottenham Hotspur einerlei sein. Mit dem Minimal-Ergebnis von 1:0 gegen Manchester United (das Kacktor spiegelte das Niveau der Partie bestens wieder) sicherten sich die Nordlondoner ihren ersten Titel seit 2008 (!) und obendrein noch die Champions-League-Saison 25/26, etwa 100 Millionen Euro wert.
Auch als Spurs-Fan muss ich sagen: Das noch schlechrtere zweier schlechter Teams hat am Ende gewonnen, der Zuschauer bekam eine Ahnung bei diesem Grottenkick, warum United und Tottenham in der heimischen Liga so katastrophal abgeschnitten haben und gerade noch so (naja) dem Abstieg entronnen sind. Während sich für die Spurs noch alles zum Guten wendete (entsprechend riesig war die Feier), steht Manchester und ihr neuer Traine Ruben Amorin vor einem Scherbenhaufen. Kein Geld mehr, die Stars werden versuchen abzuhauen, auch weil sie sich international präsentieren wollen. Und doch wird auch hier der Spielbetrieb nicht eingestellt werden, so einen tabula rasa kann ja auch förderlich sein.
Dänemarks Eishockey-Sensation
2:1 bezwangen die Skandinavier das Team Canada bei der Heim-WM (zusammen mit Schweden) in Herning. Ein unfassbar anmutendes Ergebnis, zumal die Kandadier mit Superstars wie Sidney Crosby und Nathan McKinnon zur WMN erschienen waren. Nick Olesen vom tschechischen Erstligisten Cesce Budejovice düpierte 49 Sekunden vor Schluss Star-Goalie Jordan Binnington und verwandelte die Halle in ein Tollhaus, so viel dann auch zur dänischen Gelassenheit.
https://www.youtube.com/watch?v=F1UjC3Kl7oo
Der Sieg war keineswegs unverdient. Im Schlussdrittel feuerten die Dänen 22:10 Schüsse aufs Tor ab, ein unfassbarer Wert. Jetzt treffen sieam Samstag auf die Schweiz, allerdings in Stockholm, wo de Rest des Turniers ausgetragen wird. Die Eidgenossen ihrerseits gaben sich gegen Außenseiter Österreich nicht die geringste Blöße und siegten sicher mit 6:0.
Das andere Halbfinale bestreiten Schweden und die USA, die sich im Viertelfinale jeweils mit 5:2 gegen Tschechien und Finnland durchgesetzt haben.
Und sonst?
- Fernsehen: Die Telekom sicherte sich die Rechte an der Fußball-WM 2026. Ebenfalls im Paket sind die Frauen-WM 2027 in Brasilien und die U-20-WMs 2025 und 2027. Auch 2022 die Telekom alle WM-Spiele aus Katar gezeigt, allerdings gab es eine Sublizensierung für ARD/ZDF und RTL. Ob das dieses Mal wieder geschieht, ist noch offen. Klar ist nur, dass die deutschen Spiele sowie das Finale kostenlos angeboten werden müssen. Das kann bei der Telekom (Magenta) selbst geschehen oder eben bei frei zugänglichen (öffentlich-rechtlichen) Sendern.
Bezahlsender Sky sicherte sich die Rechte der 2. englischen Liga, vollmundig Championship League genannt. Die Premier League läuft schon bei Sky, und der Aufstieg von Wrexham samt der berüht´mten Eigentümer Ryan Reynolds und Rob McElhenney macht die Liga noch interessanter.
- Relegation: Bundesligist 1. FC Heidenheim trennte sich vom Zweitliga-Dritten SV Elversberg 2:2 nach 0:2-Rückstand. Durchschnittlich mehr als Millionen Zuschauer sahen den „Dorfico“, das sind mehr als vergangenes Jahr beim Duell der Traditions-Clubs Bochum vs Düsseldorf. Und sie sahen ein weitaus unterhaltsameres und viel besseres Spiel als das tags zuvor im San Mames zu Bilbao.
- Nachträgliches Olympia-Gold: Erringt die deutsche Biathlon-Staffel bei den Spielen in Sotschi. Mehr als elf (!) Jahre dauerte es, bis die eigentlich siegreiche russische Staffel endgültig disqualifiziert wurde, weil Jewgenij UStjugow des Dopings überführt wurde. Das Verfahren lief seit 2018, erst jetzt werden rechtskräftig alle seine Ergebnisse zwischen 2010 und 1014 gestrichen, also auch sein Massenstart-old 2010 in Vancouver, weswegen der Zweitplatzierte Martin Fourcade 15 Jahre nach dem Wettbewerb zu einer nächsten Goldmedaille kommt, seiner insgesamt fünften. Indiskutabel, dass das so lange dauert – bei allem Verständnis für den Rechtsweg, den der Betroffene beschreiten darf und auch dürfen musste. Immerhin nett, dass alle nachträglich-neuen Olympiasieger noch am Leben sind …
von Münchner Löwe | März 25, 2025 | Biathlon, Formel 1, Fußball, Handball, Wochenrückschau
Erst souverän, dann chaotisch
Die deutschen Fußballer haben sich gegen Italien fürs Final Four der Nation League qualifiziert. Nach dem 2:1 in Italien gab es am Sonntag ein spektakuläres 3:3, das ich selbst allerdings nur am Radio live verfolgte. 3:0 führte Deutschland zur Pause, auch dank eines kuriosen Treffers. Ein Balljunge hatte vor einer Ecke den Ball sehr schnell an Jamal Musiala weitergegeben, und der überraschte mit einer schnellen Ausführung die vor sich hindämmenden Italiener und bediente Joshua Kimmich. Ein Bubenstück, cdoch ob am Tag danach die 20-Uhr-Tagesschau wirklich darüber berichten muss, sei mal dahingestellt.
Beobachter der Partie können sich an keine bessere 1. Halbzeit eines deutschen Teams in der jüngsten Vergangeneheit erinnern. Meist blieben sie irgendwann beim unwirklichen 7:1 2014 im WM-Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien hängen, als es zur Pause 5:0 stand.
Doch irgendeetwas geschah in de Paue – hier wie dort. Die Italiener nahmen plätzlich wieder am Spiel teil und brachten die Gastgeber noch ziemlich in Verlegenheit. Moses Kean verkürzte schnell auf 1:3 (49.), und spätestens als er in der 69. Minute zum 2:3 traf, flackerten die Nerven. Ein elfmeterwürdiges Foul von Schlotterbeck nahm der Schiedsrichter nach Konsultation des VAR wieder zurück, da wäre noch eine Viertelstunde zu spielen gewesen und die Nerven noch mehr strapaziert. So schadete der tatsächlich gegebene Elfer für die Azzurri in der Nachspielzeit nicht mehr, den Raspadori (diese namen, seufz) verwandelte. Das 3:3 reichte dem Team, die nun im Halbfinale in München auf Portugal treffen
Ach, die Elfmeterschießen
Hochspannung in den anderen 3 Viertelfinals, die alle zeitgleich ausgetragen wurden. Dreimal gab es Verlängerung, und zweimal gar Elfmeterschießen. Portugal brauchte diese Lotterie nicht mehr: Nachdem sie das 0:1 aus dem Hinspiel mit dem 3:2 in Lissabon kompensiert hatten, schafften die Lusitanier in der Verlängerung zwei weitereTore, das ihnen das Halbfinale gegen Deutschland sicherte. Zu den Torschützen zählte auch Cristiano Ronaldo, der allerdings ausgewechselt wurde.
Absolute Thriller bei den Elferdramen in Paris (Frankreich vs Kroatien) und Valencia (Spanien vs Holland). Jeweils die Gastgeber setzten sich durch und das, obwohl auch die beiden Gewinner nicht fehlerlos blieben. Besondere Erwähnung verdienten der Franzose Desire Doue und der Spanier Alex Baena. Sie veerwandelten ihre Versuche nervenstark, obwohl ein Fehlschuss das Aus bedeutet hätte. Wo es glückliche Helden gibt, sind auch die tragischen Verlierer nicht weit. Die Fehlschüsse von Donyell Malen (Holland) und Josip Stanisic (Kroatien) bedeuteten letztlich das Aus.
Spanien und Frankreich treffen in Stuttgart zum 2. Halbfinale aufeinander: Im Neckarstadion gibt es also vielleicht ein Wiedersehen mit Marc Cucurella, der eben dort das nicht geahndete Handspiel begangen hatte, das einen Bundestrainer Julian Nagelsmann noch heute schäumen lässt. Ich will nur hoffen, dass die geisteskranken und schandbaren Pfiffe, die Cucurella in den folgenden EM-Spieleen erdulden musste, ausbleiben.
Abschied einer Legende
Im Schatten des Weltcup-Thrillers der Biathlon-Frauen Franzi Preuß und Lou Jeanmonnot
https://blickueberdenteich.de/warum-ich-sport-so-liebe-2/
nahm Johannes Tignes Boe Abschied. An einem (nicht nur) für norwegische Wintersportler heiligen Ort. Am Holmenkollen nahe Oslo bestritt also der 23-malige Weltmeister und fünffache Olympiasieger seine letzten Rennen. Dass er ohne Sieg blieb und endgültig auch den Gesamtweltcup an Landsmann Sture Lagreid verlor, war nebensächlich. Die Norweger, gebeutelt von ihrem Skispungskandal, feierten ihn und den ebenfalls Abschied nehmenden älgteren Bruder Tarjej Boe; auch der sehr erfolgreich (11 WM-Titel, 3 Olympiagold), aber halt nicht ganz so wie das Brüderchen.
Die Fuchsjagd ist eröffnet
Aber das ist sehr schön für die Berliner Füchse, denn erstmals erklommen sie nach dem beeindruckendem Auswärtssieg gegen Handballmeister SC Magdeburg die Tabellenspitze der HBL. Jetzt sind sie die Gejagten, und die Meute ist noch nahe dran. Aber das Team um Welthandballer Gisdel hat es jetzt in der eigenen Hand. Sicher gibt es in den letzten 11 Spielen noch die eine oder andere Klippe (insbesondere die beim Rekordmeister THW Kiel am 16. April und zum Saisonabschluss bei den Rhein-Neckar Löwen, aber so nah am Titel waren die Füchse noch nie, zumal die Konkurrenten sich gegenseitig Punkte wegnehmen. Allerdings sind sie auch noch in der Champions League gefordert (wie auch der SCM), die doch wesentlich anspruchsvoller ist als der EHF-Cup.
Piastri macht McLaren froh
Nachdem im 1. Rennen Lando Norris in Melbourne für McLaren erfolgreich war, schlug im Großen Preis von Schanghai die Stunde des Teamkollegen. Erstmals hatte er sich die Poleposition geschnappt, und diesen Vorteil. nutzte er souverän zum Rennsieg. Der die bereits aufkommenden Gerüchte einer etwaigen Teamorder verstummen ließ. Eine solche wäre zu diesem frühen Stadium auch absolut lächerlich und demotivierend. Die McLaren-Teamleitung dachte also nicht mal daran, am Ende unsportlich einzugreifen. Mag sein, dass sich Piastri und Norris gegenseitig Punkte wegnehmen, aber das ist immer noch sehr viel besser, als nur ein Eisen im Feuer zu haben, wie es bei Red Bull mit Weltmeister Max Verstappen (er rettete Platz 4) der Fall ist. Dort zahlt Neuling Liam Lawson viel Lehrgeld; immerhin kam der Neuseeländer dieses Mal ins Ziel, verpasste allerdings als Zwölfter die Punkteränge (wichtig für die Konstrukteurswertung).
Ein Desaster erlebten am Sonntag die Ferraris. Nachdem Lewis Hamilton tags zuvor mit dem Sprintsieg aufgezeigt hatte, zockelten die Charles LeClerc und Hamilton recht chancenlos hinterher und wurden zu allem Überfluss später wegen Unregelmäßigkeiten am Auto disqualifziert. Schon jetzt ist der Abstand zur Spitze bedenklich.
Und sonst?
- Internationaler Fußball: Erfolgreich, aber nicht sonderlich berauschend verliefen die beiden ersten England-Länderspiele unter Teamchef Thomas Tuchel. Die Three Lions gewannen zwar gegen Albanien 2:0 und am Montag gegen Lettland 3:0, aber daswar zum Teil recht bieder, was die Mannschaft zeigte. Immerhin: Harry Kane ist auch unter Nationalteam-Tuchel treffsicher und erzielte in beiden Begegnungen jeweils das 2:0.
Im Schatten der A-Gruppe der Nations League gab es auch diverse Relegationsspiele. Dort scheiterte Österreich an Serbien, obwohl sie in den beiden Spielen insgesamt das bessere Team waren und verbleiben in der B-Gruppe (mit weniger attraktiven Gegnern). Auch Belgien (vs Ukraine), die Türkei (Ungarn) und Griechenland (Schottland) setzten sich in der Relegation durch.
Japan und Weltmeister Argentinien sind die ersten Teams, sich sich neben den Gastgebernfür die WM in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert hat. Somit hat der Südamerika-Schlager Argentinien gegen Brasilien heute Nacht einiges an Brisanz verloren, denn auch die Selecao wird früher oder später mit Sicherheit das Ticket lösen.
- Wintersport: Österreich atmet spät auf. Beim Weltcup-Finale in Sun Valley schaffte Lukas Feurstein mit einem wildem Ritt auf einem extrem anspruchsvollen und zum Teil sehr steilen Kurs seinen ersten Sieg und damit den ersten Triumph bei den Männern in dieser Saison. Die Abfahrtsschmach bleibt jedoch für Austria: Weil das letzte Rennen dem Wetter zum Opfer blieb, gab es in der Königsdisziplin nicht einen einzigen Stockerlplatz, das hätte der größte Pessimist nicht für möglich gehalten.
Lindsey Vonn schaffte in ihrem letzten Saisonrennen das mit Abstand beste Resultat seit ihrem Comeback. Als Zweite im Super-G (ganz ähnlich gesteckt wie der der Männer) musste sie sich nur der Schweizerin Lara Gut-Behrami geschlagen geben, der ein absoluter Traumlauf gelang. Mit ihrer Zeit wäre sie bei den Männern Zehnte geworden. Die 50-jährige Vonn aber hat damit ihren Kritikern (Wasmeier!) ein weiteres Mal das Maul gestopft, und sie wird voller Elan in die Olympaisaison gehen, wo auf ihrer Lieblingsstrecke Tofana Abfahrt und Super-G entschieden werden.
Heute und morgen stehen noch bei Frauen und Männern ein Riesenslalom an, bevor am Donnerstag je ein Slalom die Saison endgültig beendet.
- Motorsport: Die Rallye Safari ist mit ihren tollen Wüstenbildern beeindruckend, doch bei den Fahrern berüchtigt, weil gefährlich. Denn auf der freien Strecke kann schon mal ein Zebra oder eine Antilope unverhofft im Weg stehen, vielleicht sogar ein Löwe ode Elefant? was dem ohnehin anstrengenden WM-Lauf einen zusätzlichen Kick gibt. Offenbar haben es alle Fahrer gut überstanden (über Tierunfälle wurde nichts berichtet). Der Brite Elfy Ellis im Toyota hatte die Nase vorn und siegte vor den beiden Hyundais von Ott Tanak (Estland) Weltmeister Thierry Neuville aus Belgien.
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