Warum ich Sport so liebe

So, eine gute Dreiviertelstunde hatte ich jetzt Zeit, meine Nerven wieder runterzubekommen nach diesem Basketballkrimi der Deutschen im WM-Halbfinale gegen die USA. 113:111 – mit so einem Ergebnis durfte niemand rechnen, weder mit dem Sieger noch mit dieser Punkteflut. Und genau diese Ungewissheit, wie es jetzt wirklich ausgeht, ist das Faszinierende am Sport und eben auch speziell im Basketball in einer spannenden Schlussphase wie heute.

Jetzt es gab aus deutscher Sicht ein Happy End und den Einzug ins WM-Finale. Freut mich wirklich für die Jungs. Und ich bin wahrlich nicht deutschtümelnd in dieser Beziehung, wie jeder, der mich nur ein bisschen kennt, bestätigen wird.

Klar, bei den US-Boys fehlten die absoluten Superstars wie Stephen Curry, Kevin Durant und LeBron James. Aber das war immer noch eine Top-Auswahl der NBA, der besten Liga der Welt. Jeder der eingesetzten Spieler dort ist in seinem Club führend. Dazu ist Trainer Steve Kerr mehrfacher Meistercoach und war außerdem ein brillanter Spieler mit etlichen NBA-Titeln. Und sie haben ja heute keinesfalls enttäuscht, hatten eine grandiose Trefferquote, zeigten wiederholt ihr außergewöhnliches Können.

Nein, die Deutschen brauchen sich diesen Erfolg nicht eine Sekunde miesmachen zu lassen. Was mich am meisten beeindruckte, war, dass sie ihr hochklassiges Spiel praktisch die ganze Zeit durchgehalten haben.

Es war eine tolle Mannschaftsleistung, in der alle eingesetzten Spieler ihren wichtigen Beitrag geleistet haben. Aber es waren drei Spieler neben Franz Wagner, der ist sowieso outstanding, die mich besonders fasziniert haben. Da ist zum einen Andi Obst. Die Bayern-Fans wissen, dass er an einem guten Tag praktisch aus jeder Position treffen kann. Aber das in einem WM-Halbfinale gegen ausgebuffte NBA-Profis zu zeigen, das ist schon grandios. Letztlich war es sein unglaublicher Dreier kurz vor Schluss trotz großer Bedrängnis, der die Partie entschied. Steve Kerr, selbst in seiner aktiven Zeit ein grandioser Distanzschütze, hatte ja vor ihm gewarnt. Jetzt wird er ihn wahrscheinlich gleich mit zu seinen Golden State Warriors mitnehmen 😀.

Zum Zweiten will ich Daniel Theis nennen. Er hatte eine furchtbare Saison, weil er kaum eingesetzt wurde wegen Verletzungen. Jetzt zeigte er vorne und hinten eine überragende Leistung. Kämpfte unermüdlich, trieb immer wieder an, debattierte mit den Schiedsrichtern (nie so weinerlich wie Doncic, wohlgemerkt). Ein echter Leader.

Und last but not least Dennis Schröder. Wie er zurückkam nach dem furchtbaren Spiel gegen Lettland, das er selbst selbst als das schlechteste seiner Karriere bezeichnete, war fantastisch. Kritik, Hohn und Spott – und zwar nicht nur wegen dieses Spiels, sondern, dass er in wichtigen Spieln generell untertauche, musste er sich von manchen Kritikern über sich ergehen lassen. Dabei hatte er zuvor Klasseleistungen gezeigt und wesentlichen Anteil, dass die Deutschen überhaupt so weit kamen. Trainer Gordie Herbert und das Team sagten ihm offenbar die richtigen Worte. Nicht nur traf er diesmal fast ausschließlich die richtigen Entscheidungen. Er übernahm in wichtigen Situationen auch Wurf-Verantwortung. Und für mich fast das Beste: Im Schlussabschnitt, als die Amerikaner ihn beim Ballvortrag hart bedrängten, leistete er sich nicht einen Ballverlust. Das macht einen Spielmacher aus.

Und jetzt? Wartet Serbien. Und eine fast schon jetzt kitschige Geschichte steht damit fest. Denn die Serben werden von Svetislav Pesic trainiert. Und der wiederum führte die Deutschen 1993 bei der EM zum ersten und einzigen Titel.

Das Wichtigste wird sein, von diesem emotionalen Höhepunkt wieder runterzukommen. Wie schwer das sein kann, haben die deutschen Fußballer beim WM-Triumph 2014 gezeigt. Nach dem unglaublichen 7:1 gegen Gastgeber Brasilien mühten sie sich zu einem glücklichen 1:0 im Finale gegen Argentinien. Am Sonntag wissen wir mehr. Übrigens überträgt neben Magenta Sport auch das ZDF (14.40 Uhr). Eine entsprechende Pressemitteilung verteilte der Sender übrigens kurz nach 16 Uhr, also bevor das Halbfinale beendet war. Dieser Jinx-Versuch ging schief …

Das war die Woche, die war

Wo anfangen, wo aufhören. Zig Welt- und Europameisterschaften, dazu das geballte Fußball-Programm in den europäischen Ligen (die ich hier schnöde ignoriere), und dies und das und jenes. Ich versuche das mal zu sortieren. Wie erwähnt: Rein subjektiv und mit viel Mut zur Lücke.

16 Jahre jung und sooo erfolgreich

Ich gebe es ja zu, die Rhythmische Sportgymnastik steht jetzt nicht ganz oben meiner bevorzugten Sportarten. Hin und wieder ein Blick dahin, Faszination und auch ein bisschen Irritation darüber, wie beweglich der menschlichen Körper sein kann. Ich fürchte, es wird bitter nachgeholfen. Aber wenn ein 16-jähriges deutsches Mädchen (mit russischen Wurzeln) bei einer Weltmeisterschaft wie gerade in Valencia fünf von fünf Titeln abgreift, das ist das jede Erwähnung wert. Darja Varvolomeev heißt das Wunderkind, das die Fachwelt entzückt. Vergesst Regina Weber oder Magdalena Brzeska, falls die Euch ein Begriff sind. Ich hoffe, wenigstens im Nachgang erhält sie die Aufmerksamkeit, die ihr bisher doch ziemlich versagt blieb. Aber vielleicht ist ihr das auch recht, nicht so im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen. Schade für sie, dass es bei Olympia nur die Mehrkampfentscheidung gibt. Und da ist vielleicht sogar das deutsche Fernsehen live dabei.

Traurige Nullnummer in Budapest

Wirklich viele Medaillen durfte der deutsche Leichtathletik bei der WM nicht erwarten, erst recht nach prominenten Ausfällen wie Weitspringerin Malaika Mihambo. Aber gar kein Edelmetall – das ist doch eine veritable Enttäuschung und hat es auch noch nie gegeben. Und was eigentlich noch mehr Sorgen macht, wie brach man in manchen Disziplinen darstellt. Dass man in den Laufwettbewerben mit den Stars aus den USA, der Karibik und Afrika nicht mithalten kann, ist bekannt. Andererseits zeigen etwa die Norweger und die grandiose Femke Bol, dass man auch als weißer Europäer(in) in die Phalanx einbrechen kann. Was mich wirklich irritierte war der Umstand, dass es auch in den Wurfdisziplinen, sonst verlässliche „Retter“ der deutschen Bilanz, unfassbare Lücken gab wie Kugelstoßen der Männer oder Speerwerfen der Frauen. Da läuft einiges schief. Ich habe vieles nur relive gesehen weil zeitweise Bodensee-urlaubend, aber das sind meine drei Höhepunkte einer insgesamt sehr stimmungsvollen WM mit sehr spannenden Entscheidungen. Ich hoffe einfach mal, dass die Sieger- und Medaillenlisten nicht nachträglich korrigiert werden müssen.

– das Beste kommt zum Schluss, und das beinahe wortwörtlich. Der unglaubliche Endspurt der Femke Bol in der 400-m-Staffel, der die Holländerinnen im letzten Wettbewerb der WM noch zum Sieg führte. Hier hat jemand alles gegeben und nicht nur heiße Luft produziert. (Ich sag jetzt nicht, an wen ich gerade denken muss …). Und das nach dem furchtbaren Auftakt, als sie in der Mixed-Staffel (schön, dass es das auch bei den Leichtathleten gibt) den vermeintlich sicheren Sieg durch einen Sturz kurz vor Schluss wegwarf. Das Gold über 400 m Hürden war ja fest eingepreist, aber dass sie ihre Staffel in dieser Form zum Sieg führen würde. Wau!

– Stabhochsprungshow. Was für ein Wettbewerb. Keine Medaille mit 5,90 Metern. „Nur“ Silber mit 6,00 Metern. Und Mondo Duplantis in anderen Sphären. Es war schlicht grandios, was die Stabis am Samstag zeigten, wobei sie natürlich von idealen Bedingungen (kein Wind, große Wärme) profitierten. Wer das nicht spannend fand, dem ist nicht zu helfen. Und auch die Frauen-Konkurrenz war außerordentlich mit am Ende zwei Goldmedaillen für Nina Kennedy und Katie Moon, die sich auf den geteilten Sieg einigten. Schön, dass es diese Möglichkeit gibt und nicht bis zum Exzess „gerittert“ werden muss.

– Der Halbzeit-Weltmeister. Ein großer Vorteil der Zehnkämpfer ist, dass man sie in zwei Tagen bestens kennenlernen kann mit ihren Höhen und Tiefen. Man denke an Frank Busemann, Silbermedaillen-Gewinner 1996 und immer noch in der ARD präsent. Und jetzt fasziniert Leo Neugebauer die darbende deutsche Leichtathletik. Und er menschelte, was ihn fast noch sympathischer macht, war er doch nach einem unglaublichen Auftakt nach dem ersten Tag auf Gold-, aber auf jeden Fall Medaillenkurs. Zeigt Schwächen zu Beginn des zweiten Tages, rappelt sich am Ende auf mit zwei persönlichen Bestleistungen. Es reichte dann halt nicht zur Medaille, weil andere weniger Ausschläge hatten. Und am Ende jubelte Kanada mit Gold und Silber. Nichtdestotrotz ist Neugebauer einer der wenigen deutschen LA-Hoffnungen für die Zukunft.

Nur der Himmel als Grenze?

Was für ein Start der deutschen Basketballer. Klar, den Sieg über Japan durfte man erwarten, die andererseits immerhin Finnland mit ihrem NBA-Star Lauri Markkanenbezwangen. Aber dass sie ohne ihren besten Franz Wagner die mit NBA-Profis gespickten Australier bügeln würden, hätte ich ehrlich gesagt nicht geglaubt. Dennis Schröder überflügelte mit seinen 30 Punkten sogar Dirk Nowitzki bei einem deutschen WM-Spiel. Maodo Lo blühte gerade noch rechtzeitig auf, Daniel Theis war in der Defensive eine Bank. Man darf also hoffen, dass es tatsächlich sehr weit gehen kann. Das Viertelfinale ist zumindest ganz nah, denn dafür dürften Siege gegen Finnland und die Kap Verden reichen, die mit allem Respekt zu bezwingen sind. Und dann? Ist alles möglich. Wobei für mich Kanada und die USA noch ein Stückerl besser einzuschätzen sind.

Frankreich dagegen ist schon draußen. Auch wenn ich sie nicht im Viertelfinale gesehen habe, mit so einem frühen Aus und einer Niederlage gegen Lettland war nicht zu rechnen. Sie werden sich hoffentlich steigern für Heim-Olympia 24.

Unglück im Übermaß

Eine Warnung für die Basketballer: Auch die Volleyballerinnen sind mit zwei Siegen in die EM gestartet, und dann folgte das Desaster. Niederlagen gegen die als schwächer eingeschätzten Tschechinnen und Schwedinnen. Chancenlos gegen die Türkei und Polen. Und schwere Verletzungen bei den Zuspielerinnen Hanna Ortmann und Anne Hölzig. Ein Turnier zum Vergessen und leider sehr trübe Aussichten, was eine Olympia-Qualifikation betrifft. Aber auch hier: faszinierende Spiele und Lust auf mehr im Viertelfinale, auch ohne die Deutschinnen.

Rubiales nervt tierisch

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Egomanen an ihren Ämtern festhalten und einfach nicht wissen, wann genug genug ist. Siehe Luis Rubiales, Chef des spanischen Fußball-Verbandes. Eigentlich müsste Spanien auf einer Wolke der Glückseligkeit schweben nach dem WM-Triumph der Fußballerinnen vor einer Woche. Stattdessen debattiert das Land über den auf- und ausfälligen Rubiales, der Jenni Hermoso auf den Mund küsste und unmittelbar neben seiner Königin (und deren Tochter) sich ans Gemächt fasste. Das ist schon schlimm genug. Aber wie er jetzt gegen die nahezu komplette spanische und auch internationale Öffentlichkeit weiter an seinem Posten klebt, ist schon fast wieder bewundernswert. War doch nicht so schlimm, sie wollte es doch auch. Immer wieder ungern gehört sind diese Ausflüchte. Rubiales plant sogar eine Klage gegen Hermoso, die Anwälte wird es freuen. Doch sogar die FIFA hat von dem Gebahren genug und suspendierte Rubiales. Hilft alles nicht. Er will weitermachen. Sollen die verdammten Spielerinnen doch streiken, egal was die Regierung sagt und die männliche Fußballprominenz um Xavi und Xavi  und Real und Barca. Immerhin: Die Mama hält noch zu ihm und ist wegen der unmöglichen Behandlung ihres Sohnes in den Hungerstreik getreten. Ach ja. Kalle findet es auch nicht schlimm. „Wenn man Weltmeister wird, ist man emotional. Und was er da gemacht hat, ist – sorry, mit Verlaub – absolut okay“, sagte der 67-Jährige jüngst am Rande des „Sport-Bild-Awards“. Was man bei derlei Anlässen halt von sich gibt an Chauvi-Sprüchen.

Ein Großer tritt ab

Wirklich große Titel hat John Isner nie gewonnen, und doch dürfte in den vergangenen 15 Jahren kaum ein Spieler im Wortsinn so großen Eindruck hinterlassen wie der 2,06-Meter-Rise aus den USA.  Jetzt hat er bekannt gegeben, dass er nach heute startenden  US Open dem aktiven Profitennis Good bye sagen wird. Unfassbare 14 000 Asse hat er laut ATP geschlagen, so viele wie kein anderer. Die retteten ihn oft ins Tiebreak. Und für die Ewigkeit ist das Duell mit Nicolas Mahut in Wimbledon. 70:68 im 5. Satz, das wird es nicht mehr geben. Ein eigener Wiki-Eintrag für ein einzelnes Match. Muss man auch erst mal schaffen.. https://de.wikipedia.org/wiki/John_Isner_%E2%80%93_Nicolas_Mahut_(Wimbledon_2010)

Geldregen für Hovland

Und noch ein erfolgreicher Norweger nach den Leichtathleten Ingebrigtsen und Warholm. Dieses Volk ist unglaublich. Golfprofi Viktor Hovland sicherte sich beim PGA-Finale in Atlanta die Fedex-Wertung der PGA. Versüßt wird dieser Triumph mit insgesamt 18 Millionen. Zweiter wurde Xander Schauffele, Amerikaner mit deutschen Wurzeln (man greift nach allem, was möglich ist). Bester Deutschsprachiger aus DACH war der Österreicher Sepp Straka.

Ein Rekord für Verstappen

Neunter Formel-1-Sieg in Folge für Max Verstappen, und das vorm heimischen holländischen Publikum in Zandvoort. Das ist dann doch einer Erwähnung wert in einer sonst ziemlich langweiligen WM. Der Red Bull ist natürlich das beste Auto, aber die PS so konstant auf die Straße zu bringen, das ist grandios. Man sieht das ja an Teamkollegen Sergio Perez, der mit dem gleichen Auto manchmal weit hinterherfährt. Verstappen wird Weltmeister, darüber gibt es schon jetzt keine ernsthaften Zweifel mehr. Zwei Fragen bleiben offen: Gewinnt Red Bull alle Rennen der Saison, und wie hoch wird die Sieges-Rekordmarke von Verstappen sein? Ach ja: Haudegen Fernando Alonso sorgt als Zweiter noch für einen sportlichen Höhepunkt für Spanien.

Das wird die Woche, die wird

Am heutigen Montag beginnen die US Open. Ich habe dann doch zugegriffen und mir das Ticket bei sportdeutschland.tv besorgt für letztlich 20 Euronen. Verheißungsvoll:  Man kann die Spiele offenbar ohne Spoiler auch relive sehen, das macht die Nachtspiele interessant. Mehr zum Tennis in einem gesonderten Post heute oder morgen. Heute am 17 Uhr steht u. a. die Partie Thiem vs Bublik auf dem Programm, ich ahne nichts Gutes für den Österreicher.

Basketball-WM geht weiter mit dem dritten Vorrundenspiel und dann zwei Zwischenrunde-Partien. Für D schaut es wie geschrieben sehr gut aus. Magenta Sport überträgt jede Partie, gegebenenfalls mit englischen O-Ton.

Die Volleyball-EM der Frauen hat die entscheidende Woche mit der K.-o.-Runde ab Viertelfinale. Trotzdem oder deshalb?) toller Sport

Liga satt in den europäischen Fußball-Ligen. Und auch ein Blick nach Amerika zu Messi und die MLS dürfte sich lohnen. Bisher schießt er alles kurz und klein.

Rückspiele in der Qualifikation der europäischen Wettbewerbe. Eintracht am Donnerstag gegen Levski Sofia, Hinspiel 1:1.

 

Was vom Tage übrig blieb

Die (fast) übersehende Weltmeisterin

Vier WM-Triumphe – und (fast) keiner bekommt es mit. Das ist das Los der Randsportler und -innen nicht nur in Deutschland. Deshalb sei hier als Erste die Sportgymnastin Darja Varfolomeev erwähnt. Die 16-Jährige gewann bei der WM in Valencia vier Titel in allen Einzelkonkurrenzen, also Keulen, Band, Ball und Reifen. Am Samstag steht noch die Entscheidung im Vierkampf an, vielleicht erbarmt sich ja ein Sender …

Eine Hockey-Enttäuschung

Die deutschen  Frauen waren bei der EM in Gladbach souverän ins Halbfinale gekommen mit klaren zu Null-Siegen. Doch nach dem 0:1 gegen Belgien bleiben nur Tränen ob des verpassten Titels. Morgen ist noch die Partie um den dritten Platz gegen England, aber der wäre ein schwacher Trost. Belgien trifft im Finale auf Holland

Bereits heute treten die deutschen Männer im Halbfinale gegen England an. Die zweite Partie lautet Belgien vs Holland. Noch Fragen, wer die vier führenden Hockey-Nationen in Europa bei Männlein und Weiblein sind?

Rehabilitation für die Holländerin

Jetzt hat Femke Bol ihren WM-Titel, den sie zuvor in der 400-m-Mixed-Staffel nach einem Sturz kurz vor dem Ziel weggeworfen hat(im Wortsinn, denn der Stab flog allein über die Ziellinie). Über 400 m Hürden wurde die Holländerin ihrer klaren Favoritenrolle gerecht und siegte mit starken 51,70 Sekunden. Sie profitierte natürllich von der verletzungsbedingten Absage von Weltrekordlerin und Titelverteidigerin Sydney-McLaughlin. Wir dürfen uns jetzt schon auf Olympia 24 freuen.

Zwei Goldmedaillen gingen am Donnerstag nach Jamaika. Antoine Watson gewann über 400 m in 44,22 s vor dem Briten Hudson-Smith und Quincey Hall aus den USA. Danielle Williams war über 100 m Hürden in 12,43 s nicht zu schlagen.

Einen Zwischenfall gab es vor dem Halbfinale über 200 m der Männer. Das Golfwagen, der unter anderem Noah Lyles und der Jamaikaner saßen, stieß mit einem anderen Wagen zusammen. Lyles blieb unverletzt, doch Hudson trug eine Augenverletzung davon. Er startete dennoch, verpasste zwar sportlich das Finale, wurde aber nachnominiert. Gut, dass die Anlage neun Bahnen hat. Mal sehen, in welcher Verfassung er heute ist.

Schwere Lose in New York

Eine knifflige Aufgabe wartet auf Sascha Zverev in der 1. Runde. Alexander Vukic aus Australien ließ zuletzt in Toronto mit siegen über Gael Monfils und Borna Coric aufhorchen. Au h dewr weitere Weg hat es in sich. In einer 3. Runde könnte er auf Andy Murray oder Grigor Dimitrov treffen, im Achtelfinale auf Jannik Sinner, mit dem es wiederum Yannick Hanfmann bereits in der 1. Runde zu tun bekommt. Ein noch härterer Brocken wartet da auf Dominic Köpfer, der es mit Carlos Alcaraz zu tun bekommt.

Tatjana Maria trifft in Runde 1 auf die Kroatin Petra Martic, Anna-Lena Friedsam auf Elena Svitolina. Laura Siegemund und Eva Lys können sich noch über die Qualifikation ins Hauptfeld spielen.

Gute Ausgangsposition für die Eintracht

Die Frankfurter erreichten bei Lewski Sofia ein 1:1 und können nächste Woche im heimischen Waldstadion den Einzug in die Gruppenphase der Conference League klarmachen.Kolo Muani (wer sonst?) traf bereits nach 5 Minuten, doch in der Nachspielzeit gelang den Bulgaren noch der Ausgleich. Chance gewahrt.

Das steht heute an:

LA-WM: Der 1. Tag der Zehnkämpfer hat begonnen mit den deutschen Medaillenkandidaten Neugebauer und Kaul. Außerdem 4 Entscheidungen: Männer: 200 m. Frauen: Dreisprung, Speerwerfen und 200 m.

Fußball: 2. Bundesligaspieltag beginnt mit Leipzig vs Stuttgart.

Und dann darf man gespannt sein, ob Spaniens Verbandspräsident Rubiales die Konsequnz aus der Kussaffäre und wie kolportiert wird heute zurücktritt. Um Entschuldigung gebeten hat er, aber das reicht natürlich nicht. Mal schauen, was mir im Laufe des Tages noch einfällt. Rummenigge fand es nicht so schlimm. Blöder alter Mann.

Basketball: Die Deutschen beginnen das WM-Unternehemn mit der Partie vs Japan (14:10). Außerdem u. a. der Schlager der Medaillenkandidaten Kanada vs Frankreich (15:30).

Ambitioniert nach Asien

Jetzt wird es ernst (nicht nur) für die deutschen Basketball-Männer. Am Freitag beginnt die Weltmeisterschaft in Japan, Indonesien und den Philippinen. Das Ziel der deutschen Mannschaft ist mit dem Medaillenwunsch reichlich ambitioniert aufgrund der Konkurrenz, erscheint andererseits aber auch nicht als utopisch.

Der deutsche Kader

Vier NBA-Spieler bilden das Gerüst. Spielmacher Dennis Schröder von den Raptors, die Wagner-Brüder Franz und Moritz Wagner von den Magic. Vor allem Franz wird mit Vorschusslorbeer überschüttet. Außerdem Verteidiger-Ass Daniel Theis. Ich persönlich bedaure sehr, dass mit Maxi Kleber ein herausragender Defensivspieler und Drei-Punkter-Schütze nicht dabei ist, nachdem ihn Schröder mangelnden Teamgeist vorwarf, weil er für die EM 22 abgesagt hat. Zumindest nach außen wurde das Thema begraben, aber dem Bundestrainer Herbert kann es nicht gefallen haben, dass Schröder hinterrücks seine Nominierung derart in Frage gestellt hat. Dass Kleber dann von sich aus seinen Rückzug bekannt gab, um die Angelegenheit nicht eskalieren zu lassen, spricht für ihn. Er wäre im Kader auf jeden Fall eine Verstärkung gewesen. Indes berechtigen gestandene BBL-Profis wie Dreier-Spezialist Andreas Obst, Nils Giffey und Maodo Lo zu Hoffnungen.

Insbesondere die Testspiele insbesondere gegen Kanada und USA machen Mut. Man sollte sie aber nicht zu hoch hängen. Gerade das Turnier in drei asiatischen Ländern ist voll von Unwägbarkeiten

Die deutsche Gruppe E

Spielort ist das japanische Okinawa. Erster Gegner am Freitag ist Co-Gastgeber Japan, für mich eine unbekannte Größe, die trotz Heimvorteil nur Außenseiter ist, zumal Hashimoto von den Lakers fehlt. Es folgt am Sonntag die Partie gegen Australien, auf dem Papier der stärkste Vorrundenkontrahent. Abschließend geht es am Dienstag gegen Finnland, bestimmt nicht zu unterschätzen, denn unter anderem haben sie Laurie Markkanen dabei, der in der vergangenen Saison in der NBA durchgestartet ist.

Und wie würde es weitergehen?

Deutschland muss unter die besten zwei kommen, sonst bleibt nur noch die Trostrunde. Das müsste drin sein, und Platz 1 in der Gruppe möglichst unbesiegt wäre wichtig, denn die Punkte werden in die Zwischenrunde mitgenommen. Dort kommen zwei Begegnungen gegen die ersten zwei der Gruppe F. Hier spielen Slowenien, sicher am stärksten einzuschätzen mit Superstar Luka Doncic von den Mavericks und gestandenen Profis wie Zoran Dragic. Um den zweiten Platz balgen sich Venezuela, Georgien und Kap Verde, allesamt absolut schlagbar. Gespielt wird abermals in Okinawa, und zwar am 1. und 3. September.

Die zwei besten Teams der Zwischenrunde, insgesamt gibt es vier Gruppen, kommen ins Viertelfinale. Dort würde höchstwahrscheinlich ein echter Brocken landen, denn als Gegner kommen Kanada, Spanien, Frankreich und Brasilien in Betracht. Der „deutsche“ Ast trägt das Viertelfinale am 6. September aus. Die Halbfinals ist am 8. September und das Finale am 10. September. Das Turnier dauert also nur gut zwei Wochen.

Viele Stars fehlen

Es ist fast ein Allstar-Team, das der WM fernbleibt, meist wegen strapaziösen NBA-Saison, die hinter und vor den besten Profis liegt. Die USA müssen fast ohne die gesamte erste Garde auskommen. Also kein LeBron James, kein Steven Curry, kein Kevin Durant, kein Jason Tatum und so fort.. Den Griechen und Serben fehlen mit Giannis und Nikola Jolic die NBA-MVPs der vergangenen drei Jahre, Kanada muss ohne den aufstrebenden Jamal Murray auskommen. Und auch der kommende Superstar der Szene, der Franzose  Victor Wenbanyama und Nr. 1 Pick für die anstehende Saison, hat abgesagt. Den hätte ich sehr gerne gesehen. Die Spanier müssen bis auf Hernangomez auf alle NBA-Profis, unter anderem Rickie Rubio, verzichten.

Und wer sind dann die Stars?

Aus der NBA stechen Shai Gilgeous-Alexander, Luca Doncic und das französische Verteidigungs-Monster Rudy Gobert heraus neben der jungen US-Garde. Sehr gespannt bin ich, wie sich Franz Wagner schlägt, ob er nach seiner guten EM sogar noch einen Schritt weitergeht. Bei den Spaniern sind die Altstars um Llull nicht totzukriegen.

Meine Favoriten

Selbstredend trotz der vielen prominenten Absagen die USA, die aus dem schier unerschöpflichen Reservoir immer noch einen schlagkraftigen Kader zusammengebastelt haben, aus dem mE Brunsun, Edwards, Bridges und der Rookie of the Year der NBA, Banchero von den Magic, hervorstechen. Zumal haben sie mit Steve Kerr einen Top-Coach an der Seitenlinie, der weiß, wie man ein Team zum Titel coacht. Und alle haben noch nicht so viel gewonnen, dürften also hungrig sein. Aus der oberen Tableauhälfte sind trotz allem die Serben und Griechen zu beachten.

Mein nicht mehr so geheime Geheimfavorit ist Kanada mit vielen NBA-Profis, darunter der brillante Gilgeous-Alexander, der eine Monstersaison hingelegt hat. Nie zu unterschätzen sind die Spanier. Sie haben die meiste Erfahrung, wissen, wie man Titel holt und sind eingespielt. Weltmeister, Europameister, und Real Madrid ist der amtierende Euroleague-Champion, man weiß eigentlich nicht, warum. Spanien muss man einfach erst mal schlagen. Frankreich mit Gobert und einer Handvoll NBA-Profis schätze ich nicht ganz so stark ein. Ein Fehler?

Und wo kann ich es schauen

In Deutschland ist jede Partie bei magenta.tv bzw Magenta Sport zu sehen, die deutschen Partien kostenlos. Nicht auszuschließen ist bei erfolgreichem deutschen Turnierverlauf eine Sublizenz wie ab dem EM-Viertelfinale 22 an RTL. Die Answurf-Zeiten sind natürlich suboptimal am Morgen und frühem Nachmittag.

Viel Vergnügen

Das war die Woche, die war

Transferwahnsinn feiert fröhliche Umstände

Harry Kane ist jetzt also ein Bayer nach einem am Ende schier unerträglichen Hin und her. 100 Millionen plus etwaige Boni sind ein Brett.. Nicht einmal 24 Stunden nach der Vertragsunterzeichnung in der Nacht zum Samstag gab er sein Debüt. Während ihm der Münchner Boulevard zum Einstand einen Gnaden-Dreier gab, erhielt er vom Kicker eine 5. „Nur 3 Ballkontakte“, notierte das Fachblatt. Das kann also nur besser werden.

Und auch sonst ging es hoch her. Den Vogel schoss – mal wieder – der FC Chelsea ab, der den 21-jährigen Mittelfeldmann Moses Caicedo für sage und schreibe 116 Millionen Euro von Brighton loseisteund damit den ebenfalls sehr interessierten FC Liverpool ausstach. Etwaige Boni nicht eingerechnet, weswegen er zum teuersten Transfer der Premier League aufsteigen dürfte. Wohlgemerkt – Calcedo ist 21 und hat bisherinternational noch sehr wenige Spuren hinterlassen. But what shells, wie der Engländer nicht sagt.

Schließlich verdichten sich die Anzeichen, dass Frankfurts Kolo Muani sich in Richtung P’SG verabschiedet. Geschätzte Abööse wären 100 Millionen. Noch ziert sich die Eintracht, aber bei dieser Summe …

Und noch mal die Bayern, deren Torwartsuche skurille Züge annimmt. Was so ein Skiunfall von Neuer so bewirkt. Angeblich war man sich mit Kepa einig, doch dann musste sich Reals Courtois unbedingt das Kreuzband reißen, und Kepa folgte dem Ruf der spanischen Heimat und heuerte bei den Madrilenen an. Also Rulli von Ajax? War ein vielvesprechender Kandidat, doch auch er fällt mit einer schweren Verletzung erst mal aus. Jetzt ist guter Rat – vielleicht tatsächlich – teuer. Es stehen unter anderem der marokkanische WM-Held Bono, der allerdings 20 Millionen kosten würde, und David de Gea zur Verfügung. Theroretisch ist der sehr gut, aber er hat seit mehr als einem Jahr kein wichtiges Spiel mehr bestritten.

Ach ja, und Neymar zieht es in die Wüste nach Saudi Arabien. Ich würde ihm keine Träne nachweinen.

Mancini wirft hin – für 40 Millionen per anno?

Völlig überraschend ist Roberto Mancini als italienischer Nationaltrainer mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Unter seiner Ägide holte die Squadra Azurra den EM-Titel 2021, verpasste aber die WM 2022. Trotzdem war er mit allen Vollmachten bis hinunter zu den Juniorenteams ausgestattet. Kolportiert wird, dass er als saudischer Nationaltrainer anheuert, angeblich für die Kleinigkeit von 40 Millionen Euro per anno, das zehnfache, was er jetzt verdient.

Pokal macht nicht nur Freude

Für die Erstligisten Werder Bremen, VfL Bochum und dem FC Augsburg hat sich das Thema nach Pleiten gegen niederklassige Vereine bereits erledigt. Am Montag kam dann noch das desaströse 0:3 von Darmstadt 98 beim Regionalligisten FC Homburg, Spezialist im Pokal, hinzu. Da gilt es, einiges aufzuarbeiten.

Kopecky feiert drei Rad-Titel, Deutsche Rad-Künstler räumen ab.

Ein Star der am Sonntag beendeten Rad-WM in Glasgow mit fast 200 Entscheidungen war die Belgierin Laura Kopecky. Nach ihren Titel auf der Bahn im Punktefahren und dem Ausscheidungsrennen gewann sie am Sonntag auch das Straßenrennen. Sie revanchierte sich damit an Demi Voltering, die vor knapp einem Monat die Tour de France vor ihr für sich entscheiden konnte – vor Kopecky

Während die Deutschinnen auf der Straße keine Rolle spielten, räumten sie bei den Kunstrad-Wettbewerben alle Titel ab. Radball, Einer, Zweier – eine deutsche Domäne fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Remember selige Sportschau-Zeiten.

Sinner und Pegula jubeln in Kanada

Yannick Sinner hat endlich seinen ersten Msasters-Titel gewonnen. Im Endspiel von Toronto bezwang er den Australier Alex de Minaur klar in zwei Sätzen und meldete seine Ansprüche für die US Open an. Gleiches gilt für Jessica Pegula in Montreal. Sie bezwang im Finale Samsonowa, nachdem sie zuvor ihre US-amerikanische Landsfrau Coco Gauff und die Weltranglistenerste Iga Swiantek bezwungen hatte. Caroline Wozniacki feierte nach dreieinhalb Jahren ihr Comeback. Nach dem Sieg über Birell erwies sich die Hürde Vondrousova, immerhin Wimbledonsiegerin als zu hoch. Doch die zweifache Mama ist voller Ehrgeiz.

Ehrung der Woche

Dirk Nowitzki ist jetzt offiziell in der Hall of Fame im Basketball. In einer ergreifenden Zeremonie wurde er am Samstag in Sprigfield geehrt, im Beisein der gesamten Familie. Auch die europäoischen Ikonen Tony Parker unbd Pau Gasol erhielten die Ehre. Was für eine geile Generation, die unter anderem mit Giannis und Luca Magic würdige Nachfolger hat. Und Nowitzki gehört für mich zu den drei größten Sportlern, die Deutschland je hervorgebracht hat. Und der sympathiste ist er sowieso.

Das wird die Woche, die wird

Am Samstag beginnen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Budapest. Die deutschen Medaillenhoffnungen sind an den Fingern einer Hand abzulesen, erst recht nach den Absagen von Weitspringerin Malaika Mihambo und Stabhochspringer Liga Bahre sowie Langstrecklerin Konstanze Klosterhalfen, die aber ohnehin ohne Form war. Mehr dazu am Donnerstag oder Freitag.

Die Frauen-WM trägt Dienstag und Mittwoch die Halbfinals zwischen Schweden und Spanien sowie Australien und England aus (siehe voriger Beitrag) Am Wochenende dann das Spiel um Platz 3 und am Sonntag in Sidney das Finale.

Die Bundesliga der Männer öffnet ihre 61. Saison mit der Partie am Freitag zwischen Werder und dem FC Bayern. Beide sind wahrlich nicht nach Wunsch in die Saison gestartet (Werder Pokalaus, Bayern-Klatsche im Super-Cup). Der Verlierer hat gleich hübsche Sorgen. Auch Italien startet in die Saison. Die Ligen in Frankreich, Spanien und England bestreiten schon den zweiten Spieltag

Im Tennis treffen sich sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen in Cincinatti. Hier wie dort ist fast die komplette Weltelite am Start -. ein letzter Formtest vor den US Open ab 28. August.

Und die Golfer biegen in die Zielgerade ihrer Fed-Ex-Saison ein. Die BMW Championships ab Donnerstag sind das vorletzte Turnier. 50 Profis sind dabei, die besten 30 qualifizieren sich fürs Finale. Geld gibt es zu Hauf.