Das war die Woche, die war

Absage mit Ansage, Teil II

Nach den Männern reisten auch die Skifahrerinnen unverrichteter Dinge aus Zermatt ab. Nichts wurde es mit der Doppel-Abfahrt unweit des Matterhorns hinunter ins italienische Cervinia. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind hatte etwas dagegen und ließ nur ein reguläres Training zu. Eine Woche zuvor ereilte die Männer das gleiche Schicksal, da kamen auch noch Schneemassen hinzu. Verbandspräsident Eliasch wollte mit dem Rennen in spektakulärer Umgebung ein Zeichen setzen, eine echte Duftmarke hinterlassen. Und entgegen von Wetterexperten eben schon im besonders anfälligen November, um durch tolle Bilder Geschmack auf die Skisaison zu machen. Das ist gehörig schiefgegangen.Folgt Fortsetzung im nächsten Jahr und wenn ja wann?

So gab es am Wochenende nur ein Rennen, den Slalom der Männer im Hochgurgl, erstmals im Weltcupzirkus. Manuel Feller führte einen österreichischen Dreifacherfolg an, sein erster Sieg im Weltcup; schon öfter hatte er nach dem ersten Durchgang beste Chancen gehabt, aber zu oft die Nerven weggeworfen.Linus Straßer zeigte zwei fehlerbesetzte Läufe und wurde Neunter.

Und warum nur ein Rennen? Österreich darf nur eine Maximalzahl an Veranstaltungen austragen, und zB Kitz und Schladming sind gesetzt. Man hätte den ausgefallenen Riesenslalom von Sölden abhalten dürfen, aber das wollten die Veranstalter nicht. Lieber eines gescheit als zwei so lala, lautete die Devise bei ihrer Premiere. Durchaus nachvollziehbar.

Jetzt macht der Skizirkus eine Woche Pause, bevor er sich nach Amerika aufmacht. die Männer mit insgesamt 3 Rennen auf der Birds of Prey in Beaver Creek, die Frauen mit Slalom und RS in Killington, wo immer eine bärige Stimmung ist, erst recht mit der nationalen Heldin Mikaela Shiffrin.

Ehre wem Ehre gebührt

Um es vorwegzunehmen: Ich mag Novak Djokovic nicht, seine Art, sein Nationalismus. Zurzeit nervt mich extrem, wie er bewusst ein Publikum gegen sich aufbringt. Und seine ewige Balltipperei vor wichtigen und auch unwichtigen Ballwechseln, gerne auch zwischen ersten und zweiten Aufschlag, finde ich extrem unsportlich und nervend. All but Djoker lautet meine so oft vergebliche Hoffnung.

Davon ab: Was der Serbe dieses Jahr wieder mal geleistet hat, ist grandios. Unter anderem 3 Grandslam-Siege hat er gefeiert (und das Wimbledonfinale gegen Carlos Alcaraz nur hauchzart in 5 Sätzen verloren) und jetzt zum Saisonabschluss siegte er im ATP-Finale nach zwei unglaublich guten Spielen im Halbfinale gegen Carlos Alcaraz und im Endspiel gegen Jannik Sinner. Was er gegen den Italiener in den ersten anderthalb Sätzen gezeigt hat, war nahe an de Perfektion. Es passt irgendwie zu ihm, dass er nur dank Sinners Hilfe überhaupt ins Halbfinale gelangt ist, weil dieser in der Vorrunde ja unbedingt Holger Rune schlagen musste. Das hätte er mal lieber bleiben lassen, dann hätte er sich höchstwahrscheinlich den Titel geholt. Aber auch so war es ein tolles Jahr des Italieners mit seinem ersten Masters-Erfolg. Ihn sehe ich als zukünftigen Grand-Slam-Sieger. Vorhersagen sind allerdings naturgemäß sehr schwierig (weshalb ich die Prognosen nach Alcarazs Wimbledonsieg, der Spanier würde mindestens 20 Grand-Slam-Siege schaffen, reichlich voreilig fand und finde).

Jedenfalls hat der Saisonabschluss in Turin sehr viel Spaß gemacht mit einer tollen Kulisse und großartigen Spielen – kein Vergleich zum Frauen-Desaster eine Woche zuvor in Cancun. 2024 kann kommen. Und wenn sie dann noch die Spiele um 3 Uhr nachts Ortszeit sein lassen …

Deutsches Auswärtsspiel in Berlin

So eine Riesenstimmung hat man im Olympiastadion selten erlebt. Für die sorgten allerdings die türkischen Fans, die im Test gegen Deutschland nicht nur die Überzahl stellten, sondern auch ihr Team fantastisch und eben nicht nur mit bleiernen Sprechgesang unterstützten. Vielleicht auch deshalb gewannen die extrem engagierten Türken mit 3:2 und fügten dem deutschen Bundestrainer Julian Nagelsmann in dessen dritten Spiel die erste Niederlage zu. Wieder mal zeigte sich die Verteidigung, und da meine ich die Abwehrleistung des gesamten Teams, hoffnungslos überfordert, wenn es schnell ging. Dass der entscheidende Elfmeter mehr als zweifelhaft war, sei in diesem Zusammenhang geschenkt. An der eigentlichen Problematik ändert sich ja nichts.

Gut ein halbes Jahr bleibt jetzt dem deutschen Team bis zur Heim-EM, doch nach dem Spiel am Dienstag in Österreich hat die Nationalmannschaft erst mal Pause bis März. Bis dahin dürfte dann Nagelsmann wichtige Entscheidungen treffen müssen, etwa in der Torwartfrage und wohin mit Joshua Kimmich. Zusammen mit Ilkay Gündogan im defensiven Mittelfeld, das hat bisher überhaupt nicht funktioniert.

Unglaubliche Albaner

Die EM-Qualifikation geht am Dienstag zumindest in der Gruppenphase zu Ende. Heute gibt es noch drei echte Endspiele zwischen der Ukraine und Italien, Tschechien und Moldawien sowie Slowenien gegen Kasachstan. Die größte Überraschung ist für mich, dass sich Albanien für die EM-Endrunde qualifiziert hat. Okay, die Gruppe unter anderem mit Tschechien und Polen war nicht die schwerste, aber das tut dem Erfolg keinen Abbruch. Welcome to Germany, kann ich da nur sagen.

Erfolgreiche Fuchsjagd

Jetzt hat es auch die Berlin Füchse in der Handball-Bundesliga erwischt. Beim eigentlich schwächelnden Rekordmeister THW Kiel erlitten sie die erste Saisonniederlage und mussten die Tabellenführung an Titelverteidiger SC Magdeburg abtreten. Diese beiden Clubs, die vor einer Woche das Weltpokalfinale bestritten, dürften den Meistertitel unter sich ausnmachen. Die vermeintlichen Mitfavoriten Flensburg und vor allem Kiel haben doch schon einen Respektabstand. Und es gibt halt keine Play-offs.

Schwächelnde Bayern

Eigentlich wollten die Basketballer der Münchner in diesem Jahr in der Euroleague angreifen. Doch nach 9 Spieltagen finden sich die Bayern unter dem mit viel Vorschusslorbeer bedachten neuen Trainer Pablo Laso auf dem drittletzten Platz wieder. Vor allem auswärts kriegen sie wenig auf die Reihe, haben in sechs Partien nur einmal bei Baskonia gewonnen. Noch schlechter ergeht es dem zweiten deutschen Vertreter Alba Berlin mit nur einem Sieg in 9 Spielen. Auch in der Liga läuft es nicht wirklich rund für die beiden Teams.Am Sonntag erlebte Alba ein 75:108 (!)-Debakel gegen den MBC Und die Bayern bezogen schon 3 Auswärtsplelen. Zuhause im BMW Park ist München dagegen unbesiegt. Im Gegensatz zum Handball können jetzige Formkrisen ausgemerzt werden, denn richtig ernst wird es erst in den Play-offs ab kommenden Frühjahr. Erstaunlich sind vorne die Niners Chemnitz, und nach ihrem personellen Umbruch habe ich Ulm auch nicht unbedingt an de Spitze erwartet. Aber da ist alles noch sehr eng.

Megatalent zeigt auf

Matthias Aberg wird als Jahrhunderttalent gepriesen, der in diesem Jahr bei den Profis so richtig durchstargestartet istin. Nach dem ersten Sieg bei der European Tour in Crans Montana und seiner Ryder-Cup-Premiere im Oktober feierte er jetzt seinen ersten Triumph auf der US-Tour und siegte dank einer fulminanten 61er-Schlussrunde bei den RSM Classic in  St. Simons Island. Von dem Schweden werden wir noch einiges sehen und hören, wenn er jetzt keinen Quatsch macht, aber warum sollte er.?

Erfolgreiche Krebstherapie

4 Monate nach seiner Krebsdiagnose ist Stefan Lainer wieder ins Training des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach zurückgekehrt. Beim Österreicher war eine Lymphknotenkrebserkrankung festgestellt worden. Jetzt gilt er erst mal als geheilt (sofern man das bei Krebs überhaupt sagen kann) und hat jetzt laut Vereinsführung alle Zeit, um wieder vollständig zurückzukommen. Ich wünsche ihm das Beste.

Das wird die Woche, die wird

In Europa geht am Dienstag die Gruppenphase der EM-Qualifikation zu Ende. Danach gibt es noch für manches Team die Chance, sich über die Nations League ein EM-Ticket zu holen. Drei Plätze swerden im März nochvergeben, aber bereits zuvor findet im Dezember die Auslosung für das Turnier statt.

Den ewigen Schlager Brasilien gegen Argentinien gibt es in der Nacht zu Mittwoch in der WM-Qualifikation Südamerikas. Auch wenn beide Teams zuletzt verloren haben und gerade die Brasilianer schwächeln, dürften sich am Ende beide Teams für die WM qualifizieren, weil gleich sechs Mannschaften fix nach Amerika dürfen und der 7. noch eine interkontinentale Ausscheidung als Chance hat. Irgendwo wird dieses emotionale Spiel sicher übertragen, aber ich selbst bin noch auf der Suche. Unverständlich, dass DAZN jedes Europa-Drecksspiel zeigt (leider nicht in Konferenz), aber hier offenbar keine Aktien im Spiel hat.

Football satt gibt es diese Woche nicht nur am Sonntag. Es beginnt schon heute nacht mit dem MNF zwischen den Eagles und den Chiefs, eine Partie, die ich mir durchaus auch im Super Bowl vorstellen kann. Thanksgiving ist  ein Football-Tag in der NFL, traditionell mit Spielen in Detroit und Dallas. Die Lions treten am Donnerstag ab 18.30 Uhr gegen die Packers an, die Cowboys im Anschluss gegen die Commanders. Es folgt das TNF zwischen den  Seahawks und den 49ers. Und erstmals gibt es am Black Friday eine Partie, nämlich zwischen den taumelnden Jets und den Dolphins (21 Uhr). Die Partien (bis auf die in Seattle) laufen diesmal auf RTL Nitro und nicht RTL. Außerdem ist DAZN der Freund. Auch am Sonntag muss man RTL Nitro einschalten. Ab der Woche danach ist dann wieder RTL dran.

Und sonst? Fußball-Bundesliga mit der Freitagspartie Köln gegen Bayern und am Samstag mit dem Borussenduell. NHL und NBA wie immer mit einem dichten Programm. Und die sonstigen Sportligen national und international. Sport satt

Habt Spaß dabei, aber macht auch noch was anderes als Fersehen oder Streamen.

 

 

Das war die Woche, die war

Absage mit Ansage

FIS-Präsident Johan Eliasch, der Allmächtige. Gegen viel Kritik setzte der umstrittene Schwede einen vermeintlichen Höhepunkt in den alpinen Rennkalender. Eine Abfahrt ganz nah am Matterhorn hinunter ins italienische Cervinia. Die erste Zweiländer-Abfahrt. Spektakuläre Bilder inklusive. Dass das Wetter windungeschützter Höhe gerade im November nicht mitspielt? Ebenso geschenkt, dass diese Strapaze den Fahrern die gesamte Saisonvorbereitung über den Haufen schmiss.

Es kam,. wie es kommen musste: Nach einem strahlend schönen Mittwoch mit tatsächlich fantastischen Bildern, in dem bei Kaiserwetter tatsächlich ein Trainingslauf abgehalten werden konnte, fiel der Rest der Veranstaltung dem Wetterunbill zum Opfer Vom Donnerstag bis Sonntag waren die Sporter zumindest skimäßig mehr oder weniger zum Nichtstun verurteilt. Kenner der Szenerie überraschte es keineswegs, dass es tatsächlich in 4000 Meter windete und schneite. Die Organisatoren versuchten alles – ohne Erfolg. Unverrichteter Dinge mussten die Fahrer wieder abreisen. Lässt sich Eliasch erweichen und den Irrsinn wenigstens zu dieser Jahreszeit bleiben? Höchst unwahrscheinlich, es gibt offenbar Verträge noch für drei Jahre: Es müssten halt die großen Verbände aus Österreich und vor allem den betroffenen Co-Gastgeber Schweiz und Italien ihr Veto einlegen. Damit sind die Männer immer noch ohne jeden Renneinsatz. Nächste Woche ist ein Doppelslalom in Österreich angesetzt.

Mehr Glück hatten die Frauen, die in Levi zwei absoluut reguläre Slaloms bei für finnische Verhältnisse sogar wunderbarem Wetter absolvierten. Petra Vlhova war die überragende Läuferin. Den ersten Slalom gewann sie mit anderthalb Sekunden auf die starke Deutsche Lena Dürr. Am Sonntag war sie ebenfalls klar auf Siegeskurs, und wieder hätte sie weit mehr als eine Sekunde Vorsprung gehabt, doch sie fädelte im 2. Durchgang klar in Führung liegend ein und schenkte Mikaela Shiffrin den Sieg, den 89. Weltcuperfolg der Amerikanerin. Der war es fast peinlich: Schön war, wie sie Vlhova tröstete. Die weiß jetzt trotz des Ausfalls, dass sie in der Vorbereitung alles richtig gemacht hat.

Glanzvoll gegen Europa

Die deutschen Fußball-Clubs haben eine bärenstarke Woche in den europäischen Wettbewerben hinter sich. Sechs Siege und ein Remis (Union immerhin bei der SSC Neapel) brachten sie aufs Konto. Und alle Clubs außer den Eisernen haben beste Chancen, jeweils in ihrem Wettbewerb zu überwintern. Erstaunen musste der zweite Sieg des BVB gegen ein zurzeit allerdings ziemlich schwächelndes Newcastle United. In gut zwei Wochen folgt das Schlüsselspiel bei Milan. FCB und RB Leipzig sind schon sicher durch genau wie Freiburg und Leverkusen, die in ihren Europa-League-Gruppen jetzt den Gruppensieg anpeilen, und Eintracht Frankfurt in der Conference League.

Derzeit sind die deutschen Clubs auf Platz 2 der Jahreswertung. Das würde, wenn ich das recht sehe, einen fünften Startplatz in der kommenden Champions-League-Saison bedeuten.

Bundesliga rockt

Wieder ein Haufen Tore. Vorn Bayer und Bayern praktisch im Gleichschritt. Beide ungeschlagen nach dem 11. Spieltag, Bayer mit einem Remis (Startrekord eingestellt), Bayern mit 2 Remis. Dahinter der erstaunliche VfB, wo Guirassy wieder zurück ist und gleich den entscheidenden Elfer gegen den BVB verwandelte. Der hingegen bot eine grausame Leistung, die mit dem Ergebnis von 1:2 nicht ansatzweise dokumentiert wird. Da ist jetzt hübsches Feuer unterm Dach.

Und unten? Sind Mainz und Augsburg nach ihren Trainerwechseln weiter ungeschlagen. Ein Bild des Jammers bietet der 1. FC Union, das bei Bayer die 9. Bundesliga-Niederlage in Folge kassierte und eine desaströse Leistung zeigte. Trotz des Absturzes auf Platz 18 halten Vereinsführung und Fans weiter an Trainer Urs Fischer fest, doch genau wie bei Köln und Baumgart stellt sich die Frage, ob das gutgehen kann. Bis zur Winterpause sind es immerhin noch 6 Spiele und durch die anstehende Pause wegen Länderspielen hätte ein etwaiger Nachfolger wenigstens ein bisschen Zeit. Während beim FC klar die Qualität fehlt, zeigte Union ja oft gute Ansätze. Allerdings haben die späten Neuzugänge Gosens, Volland und Bonucci bis dato wenig bis nichts gebracht, außer vielleicht den Kader durcheinander

Ein Turniersieg – und was bringt er?

Die deutschen Eishockey-Männer haben das Heimturnier in Landshut gewonnen, trotz der Niederlage gestern gegen die Slowakei, weil man den Dreiervergleich mit den Slowaken und Dänen mit dem besten Torverhältnis für sich entschied. Welche Relevanz das hat, muss man anhand der vielen Absenzen und nicht wirklich hochklassigen Gegner abwarten.

Ein Erfolg war offenbar die Einbindung der Frauen. Deutschland will ja 2027 sowohl die Frauen- als auch die Männer-WM austragen, allerdings nicht zeitgleich, sondern unmittelbar aufeinanderfolgend. Das in Deutschland praktisch nicht existente Frauen-Eishockey würde auf jeden Fall profitieren. Allerdings wäre es mE noch wichtiger, den himmelhohen Abstand aller Nationen zu USA und Kanada zu verkleinern. Das geht allerdings nur mit Hilfe der USA und Kanada.

Spannung im Basketball

Sehr schön läuft die BBL an, allerdings ist die reguläre Saison vor den Play-offs eher ein Muster ohne Wert. Die Bayern tun sich eher schwer, dürften aber trotzdem am Ende sicher die Play-offs erreichen. Trotz des  personellen Umbruchs überzeugen die Titelverteidiger aus Ulm. Chemnitz und Vechta mit jeweils nur einer Niederlage nach 7 Spielen für mich sehr erstaunlich. Trotzdem bleibe ich erst mal mehr oder weniger außen vor, es gibt einfach zu viel anderen Sport.

Dominierende Handballer

Beim Super Globe im arabischen Damman gab es ein deutsches Finale: Nach Verlängerung setzte sich der SC Magdeburg gegen die Füchse Berlin mit 34:32 durch. Im Halbfinale hatten sie sich gegen Barcelona respektive Kielce durchgesetzt. Ein schönes Lebenszeichen vor der Heim-EM im Januar, wenngleich es auf beiden Seiten gerade die Legionäre waren, die den Unterschied ausmachten. Die Füchse und Magdeburg sind auch die klaren Favoriten für die deutsche Meisterschaft. Gerade die Kieler haben den Abgang der Weltstars Landin und Sagosan nicht kompensieren können und schon reichlich Federn lassen.

Pechvogelin der Woche (idiotisches Wort, also Pechvogel)

Ein großes Ziel hatte Megan Rapinoe noch in ihrer großartigen Fußball-Karriere: die amerikanische Meisterschaft. Doch im US-Finale, ihrem letzten Spiel,  verletzte sie sich bereits nach 3 Minuten und zog sich offenbar einen Achillessehnenriss zu. Ihr Club OL Reign unterlag dem Gotham (ernsthaft?!) FC mit 1:2. Ich hoffe, die streitbare und charismatische Amerikanerin  wird dem Fußball in einer bedeutenden Funktion erhalten bleiben. Starke Gegenstimmen zum allmächtigen FIFA-Präsidenten und seiner willfährigen FIFA-Bande wären extrem notwendig.

Go Kanada Go

Die Tennisspielerinnen haben den Billie-Jean-King-Cup für sich entschieden. Im Halbfinale gewannen Leila Fernandez und die aufstrebende Marina Stakusic im Halbfinale gegen Tschechien und im Finale gegen Italien. Allerdings war die Besetzung eine Woche nach dem WTA-Finale allenfalls zweitklassig, ein schöner Erfolg ist es trotzdem, und wenn dann Bianca Andreescu auch noch gesund ist …

Das wird die Woche, die wird

Um EM-Tickets

Nicht zu fassen, es stehen schon wieder Fußball-Länderspiele an, die Ligen pausiereniert also. Es werden die letzten EM-Tickets über die Gruppenphase ermittelt. Dort müssen vor allem Holland, Kroatien  und Italien noch punkten. Albanien steht tatsächlich vor der Quali.

In Südamerika gibt es zwei weitere Quali-Spieltage für die WM 2026. Argentinien bisher makellos, der Rest inklusive Brasilien ist noch eng beisammen. Auch in Asien und Afrika ist WM-Qualifikation.

Die Deutschen testen in Belin gegen die Türkei und in Wien gegen Österreich.

NHL goes Europe

Am Samstag und Sonntag gastiert die NHL in Stockholm. Die Minnesota Wild spielen dabei gegen die Ottawa Senators und Toronto Maple Leafs.

Nächster Versuch am Matterhorn

Diesmal sind die Frauen dran. Es sind zwei Abfahrten geplant, allerdings von einem etwas niedriger gelegenen Start als bei den Männern. Das Wetter soll besser werden, ob es reicht für reguläre und ungefährliche Rennen, muss man sehen.

Letztes großes Tennis-Turnier

Das ATP-Finale in Turin unter anderem mit Sascha Zverev. Der hat gerade in 3 Sätzen gegen Alcaraz gewonnen. Der Djoker und Sinner sind gestern mit Siegen gegen Tsitsipas und Rune gestartet.

Und sonst? Champions of Champions im Snooker in Bolton, Darts World of Champions in Wolverhampton. Ligen in den Mannschaftssportarten auch international, und auch der Wintersport beginnt so langsam.

 

 

 

Das war die Woche, die war

Springboks obenauf

Südafrika hat es geschafft und die Rugby-WM in Frankreich durch ein 12:11 im Finale gegen Neuseeland gewonnen. Im Endspiel gelang ihnen nur Punkte nach Straftritts und kein einziger Versuch. Die Neuaseeländer bissen sich am Abwehrriegel die Zähne aus. Es hat sicher schon schönere Spiele gegeben. Damit haben die Südafrikaner alle K.o.-Spiele m it einem Punkt Vorsprung gewonnen. das nennt man wohl Maßarbeit oder wie es ein Kommentar bei aaas.de nicht schöner hätte formulieren können: Ein Bok springt nur so hoch, wie er muss.

Höhepunkte des Turniers waren die beiden nervenzerfetzenden Viertelfinals Irland – Neuseeland und Frankreich – Südafrika. Spannender kann Sport nicht sein. Mein persönlich zweites Jahreshighlight hinter dem Basketball-Halbfinale D – USA und dem Finale D – Serbien. Immer wieder zu bedauern, dass Rugby in Deutschland so gar keine Rolle spielt und sogar Teams wie Georgien und Rumänien um Lichtjahre voraus sind. Vielleicht schaffen sie ja die Quali, wenn die WM 2027 in Australien mit 24 Teams stattfindet, aber auch das ist Stand heute reichlich unwahrscheinlich.

Die Wüste lebt

Das zweite große Sporterteignis für mich sind derzeit die Play-offs im Baseball, wo man schon in den World Series angelangt ist. Diese bestreiten reichlich überraschend die Texas Rangers und die Arizona Diamondbacks, also die Nummer 5 der American Leagueund die Nummer 6 der National League. Noch nie trafen in den WS zwei Teams mit Bundesstaat-Namen aufeinander (es gibt noch die Minnesota Twins und die Colorado Rockies.

Nach zwei Spielen steht es 1:1, jetzt stehen von heute Nacht an 3 Spiele in Phoenix statt. Die letzten beiden würden wieder in Arlington steigen.

Neuer, Neuer, Neuer

Nach knapp elf Monaten Pause ist Manuel Neuer ins Bayern-tor zurückgekehrt, das Medienereignis der Bundesligasaison bisher. Für mich persönlich wird das Ganze sachon extrem hoch gehangen (Zitat Bild: eines der größten Comebacks eines detschen Sportlers aller Zeiten). Und schon scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, was Manuel Neuer auch ins Tor der Nationalmannschaft zurückkehren darf, Ter Stegen hin oder her. Wohlgemerkt der Neuer, der eine grauenhafte WM 2022 gespielt hat und in seiner Bestform, die allerdings da schon einige Jahre zurücklag, mindestens vier der fünf Gegentore abgewehrt hätte. Aber der Mann ist sankrosankt, der „Retter“ gegen Algerien und Erfinder eines neuen Trowartspiels. Gnädig wird über sein rot- und elfmeterwürdiges Foul im Endspiel gegen Higuain hinweggesehen.

Er ist ein toller Torwart, aber dieses zumindest in Deutschland gebetsmühlenartige „bester Torwart der Welt“ geht mir auf die Nerven. Das war mal, aber ist eben schon lange her. Gerne darf er mich eines Besseren belehren

Bayer bleibt Spitze

Immer noch grüßt Leverkusen als Tabellenführer, und es gewinnt jetzt auch die heiklen und mühseligen Spiele. Ich will niemanden aus dieser Top-Mannschaft herausheben, aber dieser Florian Wirtz ist schon etwas ganz Besonderes, wie sein unglaubliches Sollo am Sonntag gegen Freiburg unterstrich. Und ein Riesenlob für die Kaderzusammensteller. Vier Neuzugänge, vier absolute Volltreffer (Boniface, Jofmann, Xhaka und Grimaldi) sowie ein Trainer Xavi Alonso, der wie die Faust aufs Auge zur Werkself passt. Aber Bayer ist halt Vizekusen, und deshalb wartet man nur auf unnötige Punktverluste, die bei immer schlechter werdenden Wetter und Plätze und die Ballkünstler eingenordet werden. Und bisher blieb man vom Verletzungspech weitgehend verschont.

An diesem Spieltag sind übrigens 42 Tore gefallen. Spricht für die Angreifer, aber bestimmt nicht für die Abswehrreihen. Unterhaltsam ist es allemal. Und dass der FCA nach dem Trainerwechsel in zwei Spielen acht Tore schießen würde und plötzlich attraktiven Fußball zeigt, hätte ich in der Form nie für möglich gehalten. Gegenstück ist der 1. FC Union – unfassbar dieser Absturz, auch wenn ich schon damit gerechnet habe, dass ein erneuter Platz 3 schon sehr schwierig werden würde. waren hier die vermeintlich tollen Transfers von Goosen, Volland und Bonucchi nicht kontraproduktiv, weil gegen die bisherige Vereinsraison? Ich darf ja noch fragen …

Theater um Mazraoui

Der Bayern-Profi  hat gespielt gegen Darmstadt, und das vortrefflich, und er kam sogar in die Elf des Tages vom Kicker. Nach einer sehr hektischen Woche um ihn, nachdem er nach dem entsetzlichen und schwerstkriminellen Angriff der Hamas auf Israel seine Sympathie für die palästinensische Sache teilte, ohne den Angriff der Hamas zu verteufeln. Die Bayern hatten zwar ein ihrer Auskunft nach ein intensives Gespräch mit dem Marokkaner, sahen aber von Strafen jedweder Art ab, was ihnen viel Kritik einbrachte, wobei die Art und Weise wie sie den Fall grundsätzlich handhabten, durchaus anerkannt wurde.

Ich bin da zwiegespalten. Auf der einen Seite halte ich die Meinungsfreiheit ein extrem hohes Gut, die ich bis zum Letzten verteidigen würde, auch wenn ich die geäußerte Meinung nicht teilen würde. Andererseits gilt es, den in Deutschland erschreckend hoffähigen und mich zutiefst verstörenden Antisemitismus, nicht zu verwechseln mit auch harter Kritik an Israels Politik, einzudämmen, wo es nur geht.

Großes Tennis

Jannik Sinner gegen Daniil Medwedew in Wien. Dieses Finale war ein hochklassiger Thriller, den man nur genießen konnte. Am Ende siegte Sinner, der in diesem Jahr noch mal einen Riesensprung nach vorn gemacht hat. Jetzt fehlt nur noch der Grand-Slam-Sieg, und da sehe ich in den nächsten Jahren durchaus Chancen, auch gegen einen Alcaraz, Djokovic und dem ganzen Rest.

Der in diesem Jahr so enttäuschende Felix Auger-Aliassine hat sich in Basel eindrucksvoll zurückgemeldet und mit einem Finalsieg gegen Hurkacz seinen Titel verteidigt.

Interessant wird sein, ob Boris Becker seinen neuen Schützling Holger Rune wieder in die Erfolgsspur führt. Dass er so was kann, het er in seiner Zeit mit Djokovic nachhaltig unter Beweis gestellt.

Bellinghams Gala

Der Engländer im Real-Dress schießt alles kurz und klein seit seinem Wechsel nach Madrid. Jetzt erfolgte der erste Ritterschlag, denn seine beiden Tore entschieden den Clasico beim FC Barcelona, obwohl Ilkay Gündogan, auch ein Ex-Dortmunder, Barca in Führung gebracht hatte. Da litt Mick Jagger mit Barca im Olympiastadion (das Camp Nou wird umgebaut für Fantastilliarden). Und weil ich gerade bei Ex-Dortmundern bin: Erling Haland war Matchsieger im Manchester-Derby City – United mit 2 Toren und einen Assist für die Citizens.

Titelverteidiger ganz stark.

Während die MLB in die Zielgerade biegt, stehen die NHL und die NBA erst am Anfang der Saison. Aber schon jetzt deutet sich an, dass die Titelverteidiger Las Vegas Knights und Denver Nuggets auch in diesem Jahr das zu schlagende Team sein werden. Die Knights haben in den ersten 9 Spielen 17 von 18 möglichen Punkten gehlt, die Nuggets sind nach 3 Spielen, immerhin bei den Oklahoma City Thunder, Memphis Grizzlies und gegen die LA Lakers noch ungeschlagen.

In der NHL sind die Edmonton Oilers um Leon Draisaitl sehr schwach in die Saison gestartet. Immerhin gelang ihnen im Freiluftspiel gegen die Calgary Flames ein Sieg gegen den Erzrivalen – vor 55 000 Zuschauern.

Furchtbares Unglück

Die Eishockey-Welt trauert um den ehemaligen DEL-Profi der Augsburger Panther Adam Johnson, der nicht mehr zu retten war, nachdem ihm in einem Spiel der englischen Liga eine messerscharfe Kufe den Hals aufgeschlitzt hat. Es gibt offenbar Bilder von dem Unglück, aber die erspare ich mir, und es gibt von mir auch keinen Link. Es musste ja mal passieren, und mich wundert eher, dass es bisher offenbar noch nie zu einem tödlichen Unfall bei solchen Situationen gekommen ist. Ähnlich gefährlich ist ja das Eisschnelllaufen. Hundertprozentigen Schutz gibt es nicht, aber den Hals könnte man besser schützen. In Finnland und Schweden ist ein solcher Halsschutz Pflicht, warum eigentlich nicht weltweit? Ja, natürlich gibt es am Anfang Beschwerden über vermeintliche Unbequemlichkeit, aber im Radsport wird der lange verpönte Sturzhelm nicht mehr ernsthaft diskutiert.

Grässliches in Marseille

Sogenannte Fans in Marseille haben den Bus von Olympique Lyon mit Wurfobjekten aller Art unter Beschuss genommen. Gesichtsverletzungen trug dabei unter anderem OL-Trainer Fabio Grosso, ja der vom Sommermärchen 2006, zu. es gibt ziemlich vestörende Fotos. Das Spiel wurde den Regeln gemäß abgesagt, nichts anderes als die 3 Punkte für Lyon sollte es geben. Mir stellt sich die Frage, warum Marseille ohne große Zwischenfälle Rugby-WM-Spiele über die Bühne bringt, aber im Fußball alles explodiert. Die schon traditionelle Rivalität, ja Feindschaft der beiden Teams im Olympico ist vielleicht eine Erklärung, und dass Fußball ein dankbares Vehikel ist, den Hass auf die ganze Welt Ausdruck zu verleihen.

Das wird die Woche, die wird

Arizona oder Texas

Spätestens in der Nacht zu Sonntag steht der „Weltmeister“ im Baseball fest, also der Sieger der World Series zwischen Texas und Arizona. Weil die Sommerzeit in Europa eine Woche früher endete als in den USA, finden alle Spiele ab kurz nach 1 statt. Prognosen? Sind äußerst schwer. Den Diamondbacks gebe ich allerdings dann gute Chancen, wenn der Bullpen so brilliert wie bis jetzt in der Post Season.

NFL goes Frankfurt

Nach der rauschenden NFL-Deutschland-Premiere im vergangenen Jahr in München finden dieses Jahr sogar zwei Spiele in Deutschland statt, beide in Frankfurt. Am Sonntag trifft Titelverteidiger Kansas City Chiefs auf die Miami Dolphins. Hoffentlich mit einem dann wieder hergestellten Quarterback Patrick Mahomes, der gestern bei der sehr überraschenden Niederlage gegen die Broncos sichtlich an den Nachwirkungen eine Erkältung litt und ohne TD-Pss blieb. Könnte im Waldstadion ein attraktives Spiel werden. Mehr zur NFL morgen in einem gesonderten Beitrag. Cliffhanger: Was ist eigentlich in San Francisco los?

Saisonfinale der Tennis-Frauen

Am Montag begann in Cancun (Gott sei Dank nicht Acapulco) das WTA-Finale der acht besten Tennisspielerinnen der Welt und der acht besten Doppel. Dort ist übrigens Laura Siegemund dabei an der Seite der Russin Vera Zwonarewa. (erstes Spiel morgen gegen Gauff/Pegula). Schön fürs Schneckle, aber eben mit Gmäckle wegen der Herkunft von Zwonarewa. Wo bleibt meine Logik, die sich freut, obwohl ich keine russischen Sportler sehen will bei internationalen Wettbewerben aller Art.

Gipfeltreffen in Dortmund

Am Samstagabend (18.30/Sky) ist es wieder soweit mit dem deutschen Schlager BVB gegen Bayern, den ich mit Bedacht nicht Clasico oder so nenne. Dortmund spielt zwar nicht besonders toll, aber erfolgreich und noch ohne Liga-Niederlage. Und die Bayern? Ich kann sie schlecht einschätzen. In den beiden Spielen gegen ebenbürtige Gegner (RB und Bayer) sahen sie nicht besonders gut aus, und der für Neuer degradiert Sven Ulreich rettet so manchen Punkt. Die Mannschaftsteile harmonieren nicht besonders, aber die Offensive ist halt kaum zu stoppen mit den überragenden Kane, Musiala und Sané.

Und sonst?

2. Pokalrunde, Männer-Tennis in Paris, Ligen all über all auf dem Feld und in den Hallen, national und international. Und die Frauen mit Horst Hrubesch kämpfen um ein Olympia-Ticket via Nations League. Heute auf Island, Rudi remember.

 

 

Das war die Woche, die war, Teil I

Nach dem f+r ich sehr anstrengenden Wochenende mache ich es diesmal in zwei Teilen. Heute Basketball und Fußball. Morgen der Rest und der Ausblick auf die kommende Woche.

Meine Nerven

Es ist für mich immer noch unwirklich, aber die deutschen Basketballer sind tatsächlich Weltmeister geworden. Acht Spiele acht Siege, lautet die beeindruckende Bilanz. Im Endspiel gegen die Serben war es die erwartet enge Partie, aber am verdienten Erfolg wird hoffentlich niemand deuteln. Und Dennis Schröder ist MvP – völlig verdient. Matchwinner gegen Serbien, als er am Ende wie ein Champion Verantwortung übernahm und sich mit einem Solo für die „deutsche Basketball“-Ewigkeit durch die serbische Abwehr schlängelte. Aber er war nur Primus inter pares einer mannschaftlich extrem geschlossenen Einheit, angeleitet von Trainer Gordie Herbert, der einerseits Freiräume gewährleistete, andererseits auch eine klare Linie verfolgte an der sich alle halten mussten und hielten.

Das Spiel, an das ich  sehr lange denken werde, war allerdings die Partie gegen die USA – mein Sporthöhepunkt des Jahres und noch viel mehr. Hier sind die Deutschen über sich hinausgewachsen, haben in einer grandiosen Art und Weise dagegengehalten. Dass dann ein Andi Obst so aus dem Sattel herausgeht und die Dreier nur so versenkt, war in dieser Form nicht zu erwarten, obwohl der Bayern-Profi schon so manchen Sahnetag erwischt hat.

Ja, es fehlten einige Superstars bei den USA, und auch die Serben mit einem Nicola Jokic wären wohl noch stärker gewesen; höchstwahrscheinlich wären diese beiden Teams zu schwer gewesen, aber weiß man es? Es können sich halt nur die messen, die da waren, und da waren die Deutschen halt am besten. Punkt. Und mit Sicherheit war das US-Team keine Ansammlung drittklassiger Spieler, wie ich in manchen Kommentaren bei anderen Seiten lesen musste. Die Zeiten eines Dreamteams 92, als die Gegner Fotos von Jordan, Johnson und Co machten, sind ohnehin vorbei. Kein Grund also, den Triumph in irgendeiner Form madig zu machen. Umso größere Vorfreude auf Olympia 24 in Paris, wenn dann wahrscheinlich wirklich die Besten der Besten am Start sind.

Ende mit Schrecken

Es war klar, dass nach dem 1:4 der deutschen Fußballer gegen Japan Bundestrainer Hansi Flick nicht mehr zu halten war. Für viele völlig unverständlich, hielt der DFB trotz des frühen Vorrundenaus in Katar und den furchtbaren Testspielen im ersten Halbjahr weiter an Flick fest. Dessen Trainer-Reputation resultiert ohnehin allein auf dem „Sextuble“ 2021 mit den Bayern. als sie, in den schwersten Corona-Zeiten, alles abräumten, was abzuräumen war. Sicher eine tolle Trainer-Leistung, aber davor hatte er nie gezeigt, dass er ein Team formen kann und junge Spieler besser.

Jetzt ist Flick also Geschichte, aber allein deshalb ist bestimmt nicht alles gut. Es war ja nicht Flick, sondern gestandene Profis, die sich von den Japanern haben vorführen lassen. Und Flick hat auch nicht auf dem Rasen diese grotesken Fehler gemacht, die wir am Samstag gegen Nippon (und auch die Spiele zuvor) aus deutscher Sicht erleiden mussten. Die Willenslosigkeit, die da einige auf dem Platz zeigten, war allerdings bemerkenswert. Spielten da einige gegen den Trainer?

Jetzt also gegen Frankreich für ein Spiel, und bitte auch wirklich nur ein Spiel, mit Rudi Völler auf der Bank. Der ewige Rudi, der immer wieder einspringt, wenn Not am Mann ist. Ich würde ihm gönnen, wenn das morgen kein Desaster wird gegen ein absolutes Klasseteam. Aber dann möge es auch gut sein mit Tante Käthe, zumindest als Trainer.

Aber einen guten Nachfolger zu finden, wird mitten in der Saison sehr schwierig. Matthäus und Sammer haben schon abgesagt – mal schauen, ob sie dabei bleiben. Es dürfte auf Julian Nagelsmann hinauslaufen: Ein guter Trainer zweifelsohne, aber ob er geeignet für den Job eines Bundestrainers ist? Er ist halt noch sehr jung, und ich sehe ihn eher als Vereinstrainer mit dort täglicher Arbeit. Sonst würde sich ein Blick ins Ausland lohnen. Allen Ernstes fiel ja schon der Name Louis van Gaal – der hätte wirklich was.

Watzkes Irrflug

Bisher hatte sich Hans-Joachim Watzke einen glänzenden Ruf als Fußball-Funktionär erarbeitet, der Borussia Dortmund vorm Ruin gerettet und in erfolgreiche Zeiten geführt hat. Dieser Ruf hat extrem gelitten – und wahrscheinlich nicht nur bei mir. Wie er vor ein paar Monaten gegen all die wetterten, die sich gegen einem Investor der DFL sträubten, war schon peinlich genug. Uneinsichtig wie ein bockiges Kind räumte er damals alle Bedenken beiseite, obwohl das Konzept einfach nicht ausgereift genug war, um es durchzuwinken..

Wie er in der vergangenen Woche gegen das neue Ausbildungskonzept wetterte, setzte allerdings allem die Krone auf. Ohne Sachkenntnis, wie sich zeigte. Kurz gesagt soll bei den ganz jungen Spielern der Spaß an der Sache und nicht der tabellarische Erfolg im Vordergrund stehen. Mit neuen Spielformen wie zum Beispiel mit einem Kleinfeld auf vier Tore. Da kann sich keiner mehr verstecken, ist viel öfter am Ball, muss sich technisch durchsetzen.

Ob das der Weisheit letzter Schluss ist, muss sich zeigen. Aber es ist nicht der Untergang des Abendlandes, wenn nicht Monate danach noch Tabellen auf Ergebnisse hinweisen. Und jeder, der sich auch in irgendeiner Form sportlich mit anderen misst, will auch gewinnen. Ich erinnere mich mit Grausen an frühe Tischtennis-Partien mit meinem Vater und – noch schlimmer – an eine desaströse Niederlage gegen die Mädchen unserer Klasse. Natürlich war der Schiedsrichter schuld … Das nagt, und im „Revanche“Spel“ schoss ich vier Tore. Na ja

Was ich damit sagen will: uch wenn es keine offiziell bekundeten Spiele mehr geben sollte. Man strengt sich trotzdem an – und wir reden hier von Kindern, die höchstens zehn Jahre alt sind. Ich persönlich kann von all den Jugendtiteln ohnehin wenig anfangen: Viel wichtiger ist die Ausbildung zu einem gestandenen Profi, aber viele Trainer sehen leider nur den kurzfristigen Erfolg. Ein Fehler des Systems?

Und Rubiales geht doch

Mitten in den Sportwahnsinn am Sonntag mit Fußball, Basketball, Rugby et all ploppte die Meldung auf, dass Luis Rubiales jetzt doch als Präsident des spanischen Fußball-Verbandes zurücktritt. Jener Rubiales, der die Frauen-Weltmeisterin Jenni Hermoso bei der Siegerehrung auf den Mund geküsst hat, offenbar ohne deren Willen. Ich persönlich fand es ja noch viel schlimmer, als er nach dem Schlusspfiff sich ungeniert und in unmittelbarer Nähe seiner Königin und deren Tochter längere Zeit sich ungeniert vor Freude an den, Entschuldigung, Sack gefasst hat und später eine Spielerin wie einen Sack Mehl über den Platz trug. Die folgenden Wochen waren furchtbar: über den Triumph der Spanierinnen sprach kein Mensch mehr, sondern es gab nur noch die Diskussion über die Statthaftigkeit. Juristen hatten ihre Freude, ob das Verhalten von Rubiales eine „schwere“ oder „sehr schwere“ gewesen sein. Dass dann die Mama aus Protest sich in den Hungerstreik in einer Kirche verzog, war dann zum Drüberstreuen. Wird sie jetzt wieder essen?

Immerhin konnten wir auch in Deutschland so einiges lernen, wie einige Fußball-Granden es mit den Frauenrechten so halten. Karl-Heinz  Rummenigge, ein guter Bekannter von Rubiales, fand das „nicht so schlimm“. Na ja, der Kalle halt …

 

Nicht nur körperlich groß

Es ist vollbracht! Zum ersten Mal überhaupt sicherten sich die deutschen Basketballer den WM-Titel. Wie im Viertelfinale gegen Lettland, als sie nur mit Glück dem Ausscheiden entkamen, und dem Thriller im Halbfinale gegen die USA machten es die Jungs um Trainer Gordon Herbert extrem spannend. Gott sei Dank, dass die WM vorbei ist. Noch so ein Spiel hätten meine Nerven vielleicht nicht mehr mitgemacht. Und wenn sogar Leute, die mit Basketball wenig am Hut haben, vor Aufregung kaum mehr hinschauen können …

Dabei sah es Mitte des letzten Viertels vemeintlich komfortabel aus bei einer Zwölf-Punkte-Führung. Doch die schmolz so schmell dahin wie die Butter in der Sonne, und die Serben, trainiert vom Deutschland-Kenner Svetislav Pesic kamen bis auf drei Punkte heran. Dann übernahm endgültig der Mann das Kommando, der qua Amt dazu prädestiniert ist. Dennis Schröder fasste sich ein Herz, wagte ein Slalom-Dribbling durch die beinharte Serben-Abwehr und legte den Ball souverän zwischen die Reuse. Ein echtes Meisterstück des Kapitäns, der insgesamt 28 Punkte auflegte. Wenn es noch irgendeinen Zweifel an seiner Befähigung gab, dass er auch wichtige Spiele entscheiden kann, wie ihn ein begnadeter Bild-Redakteur vor der USA-Partie hatte, sind diese verschwunden. Völlig zu Recht wurde er zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt – trotz seiner furchtbaren Partie vs Lettland.

Doch wie in den Partien zuvor hatte jeder so seine Verdienste. Franz Wagner schaffte am Ende 19 Punkte, Voigtmann glänzte in der Verteidigung wie das gesamte Team im zweiten Durchgang. Da kam Bojan Bojanovic, der in der ersten Hälfte eine grandiose Partie mit 15 Punkten ablieferte und die Deutschen vor schier unlösbare Probleme stellte, nur noch auf zwei Zähler. Dafür sprang einer ein, der eigentlich für die Verteidigung zuständig ist: Alexsa Avramovic drehte vor allem im Schlussabschnitt auf, erzielte innerhalb kürzester Zeit sechs Punkte (ein Dreier, drei Freiwürfe nach Foul bei Dreierversuch). Der Mann war drauf und dran, Albträume bei den deutschen Basketball-Fans zu verursachen, doch ganz am Schluss gingen auch ihm die Kräfte aus.

Wenig später war Schluss, und die Spieler konnten ihr Glück kaum fassen. Die Jubelszenen wirkten allerdings nicht ganz sooo exstatisch wie nach dem USA-Spiel. Sie waren tatsächlich einfach zu kaputt, nervlich und körperlich. Wie sehr so ein Turnier an die Substanz geht, war auch Gordon Herbert in einer bermerkenswerten Szene  anzusehen. Fast apathisch kauerte er am Boden.

Doch er wird sich erholen: Und immer mit diesem Triumph in Verbindung gebracht werden. Wie Pesic, der das deutsche Team 1993 in München zum EM-Triumph führte und sich jetzt als guter Verlierer zeigte.

Ein Extralob gehört dem Team von Magenta Sport, die eine grandiose Übertragung abgelierfert haben – wie schon im gesamten Turnier. Mitreißender und doch auch immer sachlicher Kommentar, und wunderbare Analysen und Interviews nach der Partie. Es gibt doch immer Preise für die beste Sportsendung des Jahres. Der müsste auf auf jeden Fall an die Jungs gehen – wie die Basketballer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Mannschaft des Jahres werden. Fun Fact: Mit keiner Silbe erwähnten sie den Rauswurf von Hansi Flick, auch nicht in der Nachberichterstattung. Peinlich genug, dass die offizielle Meldung darüber mitten in die spannende Schlussphase platzte. Aber vielleicht ist das tatsächlich ein bisschen eng gedacht.

Eine Frage bleibt für mich noch offen: Wie ist die Luft im Hause Bastian Schweinsteiger/Ana Ivanovic? Wie der Deutsche und die Serbin das Spiel, zusammen gesehen haben (wenn sie das denn getan haben), das wäre sicher interessant zu sehen sein.

Der Offenbarungseid

Größer könnte die Diskrepanz nicht sein: hier die Basketballer, die am Freitag in einer begeisternden Partie die favorisierten USA bezwangen und heute gegen Serbien um WM-Gold kämpfen. Das war individuelle Klasse gepaart mit Mannschaftsgeist, das bis zu Tode strapazierte „Einer für alle, alle für einen“ wurde hier tatsächlich mit Leben erfüllt, man kann die einzelnen Heldentaten gar nicht alle aufzählen. Und dort am gestrigen Samstag? Sahen wir fürchterliche deutsche Fußballer, die völlig verdient auch in dieser Höhe mit 1:4 gegen Japan verloren. Hier gab es Fehler über Fehler, niemand half den anderen. Die Auftritte bei der WM, als man trotz der Niederlage eben jenen Japanern überlegen war und im ersten Halbjahr wurden noch einmal übertroffen in negativer Hinsicht – man möchte es kaum glauben.

Fast noch bizarrer als die Leistung der Mannschaft war hinterher der Auftritt von Hansi Flick. Reichlich konfus analysierte er hinterher bei RTL die Partie, das sei ihm noch zugestanden nach dieser auch für ihn wahrscheinlich nicht zu erwartenden Demontage seiner Elf. Doch auch in der PK mit einigem Abstand behauptete er: „Ich finde, wir machen das gut, und ich bin der richtige Trainer. Wir sind überzeugt, von den, was wir tun, und deshalb geht es mit mir auch weiter.“ Kein Wort der Selbstkritik. Er habe seine Mannschaft gut auf den Gegner vorbereitet. Aha.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll: vielleicht beim Abwehrverbund, in dem sage und schreibe drei der kriselnden Dortmunder ihr Unheil anrichten durften noch dazu auf – wie bei Nico Schlotterbeck links – auf einer für ihn völlig ungewohnten  Position. Die Dortmunder haben ja schon Defensiv-Probleme, wenn es gut läuft, aber jetzt … Und warum Flick den völlig überforderten und fehlerhaften Schlotterbeck nicht wenigstens zur Pause von seinen Leiden erlöste – es bleibt Flicks Geheimnis. Aber Schlotterbeck war nur der Schlechteste unter vielen Schlechten

Erschütternd war die mangelnde Kreativität. Wo war eigentlich der spritzige Florian Wirtz, der in den drei Bundesligapartien zuvor mit Lob überhäuft wurde. Einmal, bei der feinen Vorlage vor dem 1:1 durch Leroy Sané blitzte sein außergewöhnliches Können auf. Doch in der 2. Halbzeit, als die Japaner sich zurückzogen, fiel auch ihm nicht das Geringste ein, die Abwehr auszuhebeln. Es war furchtbar, mit anzusehen.

Klar, die Japaner können wunderbar Fußball spielen, vor allem wenn man sie lässt. Sie zeigten die Leichtigkeit und Inspiration, die ich bei den Deutschen vermisste, und nur ter Stegen und ihrem Unvermögen vor dem Tor sei gedankt, dass es ergebnismäßig nicht noch schlimmer wurde.

In einem dreiviertel Jahr steht die Heim-EM an. Mehr denn je ist zweifelhaft, ob dann Flick noch der Trainer ist; ich hoffe nicht, wenn ich das mal so sagen darf. Von Vorfreude kann nicht im Entferntesten die Rede sein eher von Angst, was am Dienstag die Franzosen um Kylian Mbappé mit diesem defensiven Trümmerhaufen anstellen könnten. Aber vielleicht noch schlimmer im Hinblick auf die Zukunft und die EM wäre ein dahingewurschteltes Unentschieden, das den DFB-Verantwortlichen wahrscheinlich mit einem verbandstypischen Weiter so quittieren würden.

Dagegen steigt meine Vorfreude aufs Basketball-Finale von Minute zu Minute. Bringt den Cup nach Hause! Und sogar wenn nicht, weil die Serben eine extrem gute Mannschaft sind auch ohne Superstar Nicola Jovic: diesen großen Sportmoment vom Freitag kann euch und uns niemand mehr nehmen.