von Münchner Löwe | Feb. 16, 2026 | Allgemein
Italienische Märchen im Doppelpack
Was Olympia ausmacht? Die Gechichte hinter der Siegerin. Der unfassbare Außenseiter-Erfolg. Oder die unglaubliche Comeback-Story. 2 große Italienerinnen boten Letzteres. Wohlfühlkino mit Happy Ends, das auch die härtesten Konkurrentinnen nicht neiden werden und wenn doch, dann bestimmt nicht öffentlich.
Brignone, das Medizin-Wunder
Sie ist hier ja schon eine gute Bekannte. Im April zerstörte Federica Brignone bei einem Sturz ihr linkes Bein: Schien- und Wadenbeinbruch, dazu ein Kreuzbandriss. Olympia? Keine Chance, hieß es allüberall von medizinischen Experten und auch denen, die sich nur dafür halten. Diese Null-Chance nutzte sie, arbeitete fanatisch und mit großen Schmerzen am Comeback. Erste zaghafte Versuche im Januar, und nun das Märchen. Erst der Triumph im Super-G, jetzt am Sonntag im Riesenslalom, als sie der kompletten Weltelite in einem an sich äußerst knappen Rennen auf und davonfuhr.
Klare Bestzeit im 1. Durchgang, im 2. Lauf behielt sie die Nerven, und trotz einen Fehlers am Ende hatte sie 62 Hunderstel Vorsprung auf die zeitgleichen Thea Louise Stjernesund und Sara Hector, die witzigerweise schon im 1. Lauf zeitgleich waren. Nur mal zur Verdeutlichung der Überlegenheit von Brignone: 62 Hunderstel betrug auch der Abstand zwischen Platz 2 und 15.
Vitozzi, die Schnellschützin
Fliegend wechselte Sonntagmittag das Geschehen zum Biathlon. Zu Lisa Vitozzi, und der nächsten italienischen Heldinnennsaga. Wegen einer hartnäckigen Rückenverletzung musste sie die gesamte Saison 24/25 passen, als sie im November zurückkam, war sie weit von ihrer Glanzform entfernt. Sie stand in Antholz vielleicht im erweiterten Favoritenkreis, doch schon in den ersten Rennen deutete sie an, dass sie in Form war.
Fünfte wurde sie am Samstag im Sprint, war mit 40 Sekunden Rückstand noch in Schlagdistanz für den Verfolger am Sonntag. In dem sie eine Glanzleistung ablieferte und nicht nur schnell wie ein Wilddieb (Copyright Fritz Fischer) schoss, sondern auch in der Loipe über sich hinauswuchs. Weil die Konkurrenz patzte, schloss sie zur Spitzengruppe auf und beim letzten Schießen zeigte sie ihre einmaligen Qualitäten. In Rekordzeit räumte sie alle 5 Scheiben ab, während sich die Norwegerin Maren Kirkeeide 2 Strafrunden einhandelte und auch Lou Jeanmonnot patzte. Unter dem Jubel der Landsleute absolvierte sie ihre „Ehrenrunde“ und avancierte zur ersten italienischen Olympiasiegerin im Biathlon überhaupt.
2 starke Frauen, 2 Comeback-Märchen: Ich wage die Behauptung, dass diese ohne die Anziehung von Heim-Olympia nicht möglich gewesen wären.
Die Deutschinnen patzen
Beide italienischen Märchen hatten als Sidekick eine deutsche Komponente: Die Darstellerinnen hießen Lena Dürr und Franziska Preuß. Beide hatten zeitweise veritable Medaillenchancen (nicht für Gold!), beide patzten in der entscheidenden Phase.
Lena Dürr: Der Riesenslalom war nur als Aufgalopp für ihre Spezialdisziplin Slalom am Mittwoch gedacht. Sensationell fuhr sie im 1. Durchgang auf Platz 2, so gut war sie im RS noch nie. Und auch im 2. Lauf sah es sehr gut aus zumindest für eine Medaille – bis sie kurz vor Schluss an einem für alle Läuferinnen tückischen Tor besonders viel Zeit verlor und alle Chancen verlor. Traurige Erinnerungen kamen da auf an 2022, als sie im Slalom nach Bestzeit im ersten Durchgang noch auf Platz 4 zurückfiel – Blech statt Bronze: der Albtraum jedes Olympioniken (für Altphilologen: mittlerweile werden tatsächlich die Teilnehmer so genannt und nicht nur die SiegerInnen).
Franzi Preuß: Wieder war sie fehlerfrei geblieben bis zum letzten Schießen, hatte sich dadurch im Verfolger auf Platz 6 vorgearbeitet. Und wieder patzte sie beim letzten Anschlag, verfehlte 2 Scheiben, wodurch sie alle Medaillen-Chancen vergab. Wie schon im Sprint, wo sie durch Fehler sicher eine Medaille vergab (und obendrein eine bessere Ausgangsposition für die Verfolgung). Ob sie jetzt sich nach einem Nuller gegen die ebenfalls fehlerlose Suvi Minkkinen im Bronze-Kampf durchgesetzt hätte – niemand weiß es. Preuß‘ Schussschwäche beim letzten Schießen zieht sich wie ein roter Faden durch die Olympischen Wettbewerbe. Wäre ich deutscher Trainer, würde ich sie in der Staffel nicht aufs Schlussläuferin aufstellen.
Und sonst:
- Rekordsieg: Johannes Klaebo sicherte der norwegischen Langlauf-Staffel als Schlussläufer Gold. Es war ein besserer Sonntagsspaziergang und sein 9. Triumph bei Olympischen Spielen, mehr hat im Winter noch nie jemand gesammelt. Gewiss: Klaebo ist en überragender Langläufer, doch ist die Sportart auch prädestiniert für Medaillenhamster, weil sie bei jedem Olympia-Treff viele Möglichkeiten gibt (im Gegensatz etwa zu einem Eishockeyspieler).
- Eishockey: Wie erwartet müssen die deutschen Männer in die Zwischenrunde. Dort wartet morgen mit Frankreich ein schlagbarer Gegner. Im Viertelfinale würden Leon Draisaitl und Co. auf die Slowaken treffen – auch das scheint bei allem Respekt nicht völlig aussichtslos.
- Skispringen: Die Prevc-Geschwister sammeln weiter Medaillen. Domen gewann von der Großschanze bei den Männern, Nika wurde bei den Frauen Dritte, nur Dritte, möchte ich angesichts ihrer Ausnahmestellung fast schreiben. Von der Großschanze, erstmals für Frauen im Programm, gewann wie vokleinen Bakken die Norwegerin Anna Odine Ström. Noch so ein olympisches Märchen.
- Legenden-Gold: Doch noch ein olympischer Triumph für den Buckelpisten-König Michael Kingsbury. In den Dual Moguls (2 fahren gleichzeitig im K.-o.-Modus) setzte sich der Kanadier im Finale gegen Ikuma Horishima durch und holte Gold nach dem für ihn enttäuschenden 2. Platz im Einzel auf der Buckelpiste. Jetzt kann er beruhigt abtreten. Für Kanada war es das erste Gold der Spiele überhaupt, man wurde schon unruhig.
von Münchner Löwe | Feb. 14, 2026 | Allgemein
Favoriten habens schwer
Ob Lou Jeanmonnot, Marc Odermatt oder gar Ilia Malinin. Die höchstgewetteten Sportler vepassten Gold, zwei von ihnen werden trotzdem einigermaßen zufrieden sein – hoffe ich. Ob das auch für die Silber-Staffel der Schwedinnen zutrifft, wage ich leicht zu bezweifeln.
Das Traurige gleich zu Beginn: der Sportgerichtshof bestätigte den Ausschluss des Ukrianers Wladimir Heraskewytsch wegen seines Helmes und den Bildern der im Krieg umgekommenen ukrainischen Sportlern. Ich verkneife mir weitere Kommentare über diese Putin-hörige Bande.
Eine Kür zum Vergessen
Es sollte ein Höhepunkt der gesamten Spiele werden, und sogar mich lockte die angekündigte Kür des US-Amerikaners Ilia Malinin vor den Fernseher, obwohl ich mit Eiskunstlauf recht wenig anfangen kann. Eissprunglauf, müsste es eh richtiger heißen, denn angekündigt hatte der US-Amerikaner 7 Viefachsprünge und den Rückwärtssalto. Zu sagen, dass die Kür schief ging, wäre die Untertreibung des Jahres, denn ein solches Desaster eines Top-Favoriten hat man noch selten gesehen. Der Vierfach-Axel – nur einfach, da dachten alle noch an einen Ausrutscher. Doch Stolperer und Stürze wechselten sich in schlechter Regelmäßigkeit ab, wunderschön nur der Flip (oder war es der Lutz?), und auch der gefährliche Salto klappte (Gott sei Dank). Doch das konnte einfach nicht reichen, zumal Malinin am Ende sichtlich die Luft ausging. Das konnten nicht mal die wohlgesonnensten Punktrichter übersehen (auch weil das neue System allzu groteske Manipulationen nicht zulässt, es ist immer noch schlimm genug), und tatsächlich machten sie ihren Job. Sie stuften die Kür nur als die 15.-beste ein, und Malinin fiel von Platz 1 nach dem Kurzprogramm auf Rang 8 zurück. Zum Vergessen habe ich getitelt, aber wer kann so ein Desaster schon vergessen? Malinin sicher nicht.
Überhaupt war die Kür der vermeintlich besten Läufer ein wüstes Sturzfestival, kaum einer kam ohne mehrere Fehler durch. So gewann am Ende einer, mit dem wohl niemand gerechnet hat. Mikail Shaidorov aus Kasachstan holte sich mit der besten Kür des Abends die Goldmedaille. Fassungslos stand er in der Box des Führenden und sah, wie er durch Fehler der Konkurrenten Platz um Platz gewann, bis niemand mehr da war, der ihn hätte überholen können. Das zweite Gold für Kasachstan seit dem legendären Langläufer Wladimir Smirnov 1994.
Erstes Winter-Gold für Brasilien
Gestatten, Lucas Pinheiro Braathen, Gewinner aus Brasilien, zum ersten Mal Samba-Gold. Im leicht verschneiten Bormio nutzte er im 1. Durchgang des Riesenslaloms die ideale Startnummer 1 zu einem fulminannten Lauf, der den Grundstein zum Erfolg setzte. Kein anderer kam auch nur annähernd heran, am ehesten noch Top-Favorit Marc Odermatt, der Überflieger, doch auch er hatte einen Rückstand von 95 Hundertstel.
Im 2. Lauf wurde dann in gestürzter Reihenfolge gestartet, das heißt, Braathen musste als 30. ran (danach nur noch einige echte „Exoten“. Die Schweizer legten vor, erst Loic Meillard, dann Odermatt. Doch die Lauf-Zeiten waren nicht überragend, ja nicht mal die besten im 2. Durchgang. Allen Experten war klar: Würde Braathen auch nur einigermaßen vernünftig herunterkommen, würde es zu Gold reichen, natürlich sehr viel einfacher gesagt als getan. Braathen zeigte keine Nerven; Sicher und doch schnell absolvierte er den Kurs auf einem bis auf den Anfang absurd leichten, weil allzu flachen Hang ohne Herusforderung. Am Ende hatte er satte 59 Hunderstel Vorsprung auf Odi und gar 1,17 Sekunden auf Meillard.
Nun ist Lucas Pinheiro Braathen kein Ungekannter, geschweige denn ein Exot, wie es das brasilianische Länderkürzel vemuten ließe. Geboren ist er in Norwegen, und er gehört seit Jahren zur Top-Elite im Slalom und auch im Riesenslalom. Vor 3 Jahren überwarf sich der Exzentriker mit dem norwegischen Verband, es ging um Werbeeinnahmen. Er trat zurück, doch nicht einmal ein Jahr Pause gönnte er sich. Zwar war eine Rückkehr ins Norge-Team für ihn ausgeschlossen, doch dank seiner brasilianschen Mutter war es ihm ein Leichtes, die Staatsbürgerschaft des südamerikanischen Landes zu erhalten. Seit anderthalb jahren hat deshalb Brazil einen Weltklasse-Skifahrer, und seit dem 14. Februar 2026 einen Olympiasieger. Seine norwegischen Freunde und Rivalen? Landeten auf den Platzen 5 (Atle McGrath) und 7 (Henrik Kristoffersen). Noch schlimmer erging es den Österreichern. Im dritten Einzelrennen der Männer das 3. Fiasko, denn als solches erachtet die Skination Austria die medaillenlosen Ränge 8 und 9 für Stefan Brennsteiner und Marco Schwarz.
Odermatt beendet die Spiele mit 2 Silber- und einer Bronze-Medaille, der Sieg-Besessene wird es süß-sauer quittieren, zum Slalom tritt er nicht mehr an. Braathen kann am Montag ein zweites Mal in die Medaillenränge fahren – oder etwa noch mal zu Gold?
Kirkeeide siegt, Jeanmonnot „nur“ Dritte
Maren Kirkeeide hatte am Mittwoch ein eher katastrophales Einzelrennen. 5 von 20 Schüssen verfehlte sie, 5 Strafminuten – das reichte nur zum 49. Rang. Nur drei Tage später schaffte sie es zur Goldmedaille im Sprint. Diese sicherte sie sich mit einer ihrer gefürchteten Schlussrunden, in der sie die nach dem 2. Schießen noch führende Ocaene Michelon in einem unfassbaren Endspurt noch überflügelte. Dabei kam der später gestarteten Norwegerin zu Gute, dass sie über die Zeiten der Französin genau Bescheid wusste. Bronze sicherte sich Favoritin Lou Jeanmonnot, die sich einen Schießfehler leistete. Müßig hochzurechnen, ob es bei ihren 23,7 Sekunden Rückstand ohne Fehler zu Gold gereicht hätte, ich tendiere zu einem klaren Vielleicht …
Anderson fällt, Norwegen siegt
Was hatte ich vor den Staffeln (zugegeben der Männer) geschrieben? Es verbietet sich, die Einzelergebnisse hochzurechnen. Das wissen spätestens seit Samstagmittag auch die Schwedinnen. So überlegen waren sie in den bisherigen drei Rennen, überließen der Konkurrenz nur 2 läppische Bronzemedaillen. Und alles schien nach Plan zu laufen, als Ebba Anderson als Zweite mit schon recht großem Vorsprung in die Loipe ging. Was konnte da schon geschehen?
Etwa dies: Sturz in einer der angesichts der weichen Schneeverhältnisse komplizierten Abfahrten. Anderson verlor die Führung an Norwegen (in Schlagdistanz), aber große Sorgen machte sich niemand bei Sverige – angesichts der fulminanten Läuferinnen Frida Karlsson und Jonna Sundling, die da noch warteten. Und dann? Ein zweiter Sturz Andersons, gar mit Salto mortale. Fatal war aber, dass eine Bindung hinüber war – und kein Helfer in der Nähe, der ihr einen Ersatzski hätte reichen können. Mit einem Ski humpelte sie mehrere hundet Meter weit, bis sie endlich einen Ersatzski bekam. Der Rückstand auf Norwegen betrug nun uneinholbare anderthalb Minuten, die Gesichtszüge von Karlsson entgleisten, die an der Wechselmarke wartete.
Es ist der Schwedin hoch anzurechnen, dass sie ihr Möglichstes vesuchte. Zwar waren die Norwegerinnen mit Schlussläuferin Heidi Weng außer Reichweite, doch die Laufleistung genügte wenigstens zur Silbermedaille vor den Finninnen, diee ihrerseits ihr Glück über Bronze kaum fassen konnten. Nur zu Blech (also Rang 4) reichte es für die deutsche Staffel, obwohl gerade Schlussläuferin Pia Fink ein exzellentes Rennen lief und die viel schneller eingeschätzte Jessica Diggins hinter sich ließ.
Und sonst?
- Eisschnelllauf: Sage noch eine, dass die langen Strecken langweilig sind. In einem faszinierenden Endspurt rettete Gina Lollobrigida über 5000 Meter als letzte Starterin in der letzten Runde den hauchzarten Vorsprung von nur einem Zehntel auf die Hlländerin Merel Conijin und Ragne Wiklund aus Norwegen und sicherte ihr zweites Gold.
- Eishockey: Eine überraschende 3:4-Niedelrage kassierten die deutschen Männer um Leon Draisaitl gegen Lettland. Draisaitl vergab ein paar veritable Schuss-Chancden, die Abwehr wirkte nicht imme sattelfest. Im letzten Gruppenspiel trifft Deutschland auf die USA und ist dort klarer Außenseiter. Also muss das TEam höchstwahrscheinlich in die zwichenrunde, um das Viertelfinale noch zu erreichen.
von Münchner Löwe | Feb. 14, 2026 | Allgemein
Arnd Zeigler würde sagen: ein pickepackevoller Tag mit vielen Entscheidungen. Heute kommen tatsächlich Sommerspiele-Gefühle auf.
Pflichtprogramm
10:00/13:30: Riesenslalom der Frauen
Im Gegensatz zum flachen „Babyhang“ der Männer fahren die Frauen auf einem durchaus anspruchsvollen Hang in Cortina, der sich auch im Weltcup schon bewährt hat. Für mich ein völlig offenes Rennen mit drei großen Favoritinnen, die diese Saison bisher dominiert haben. Für die Österreicherin Julia Scheib und Sara Hector aus Schweden ist es die Premiere bei Olympia 2026, Alice Robinson aus Neuseeland hat einen eher enttäuschenden Super-G hinter sich. Und dann ist natürlich noch Mikaela Shiffrin, die sich diese Saison im Riesenslalom Rennen für Rennen gesteigert hat, allerdings im Teamslalom weiter an ihrem olympischen Trauma arbeitete, das sie seit 2022 befallen hat.
Mein Dark Horse ist Federica Brignone. Die Italienerin kommt mit dem Rückenwind des Olympiasieges im Super-G, allerdings müsste sich der Trainingsrückstand im Riesenslalom stärker auswirken.
Riesenslalom ist fast schon traditionell die schwächste Disziplin der Deutschinnen (Victoria Rebensburg wird tief seufzen), in der auch die vielseitige Emma Aicher weit von den Top-Plätzen zu finden ist, wenn sie überhaupt ins Ziel kommt.
11:15/14:45: Biathlon, Verfolgung Männer/Frauen
Das Handicap-Rennen, denn die Ergebnisse aus dem Sprint vm Freitag werden mitgenommen. Der Beste Quentin Fillon Mallet startet als Erster, danach gehen die Läufer nach und nach je nach ihrem Rückstand in die Loipe. 4 Schießeübungen gibt es, zunächst zweimal liegend, dann zweimal stehend. Keine Nachlader, sondern Strafrunde pro verfehlter Scheibe. Die Erfahrung zeigt zwar, dass das Feld in einem Verfolger noch gehörig durcheinandergewirbelt wird, aber die Dominanz der Franzosen, Norweger und Schweden ist so groß, dass es mich wundern würde, wenn den Kampf um Medaillen nicht diese drei Nationen unter sich ausmachen würden.
Die Frauen bestreiten erst am Samstagnachmittag den Sprint. Große Verwunderung meinerseits, dass sie ohne einen Tag Pause zum nächsten Rennen gezwungen gebeten werden.
12:00: Skilanglauf, 4x 7,5 Kilometer der Männer
Höchstwahrscheinlich wird hier Geschichte geschrieben. Denn Norwegen ist haushoher Favorit, und deren Schlussläufer Johannes Klaebo könnte seine insgesamt 9. Goldmedaille holen (und die 4. dieser Spiele), wäre dann alleiniger Rekordsieger bei Winterspielen. Es müsste schon verdammt viel schieflaufen, wenn Norge nicht die Nase vorn hätte (verwachst? falsche Aufstellung??). Ihr Reservoir ist riesig (zurzeit allerdings nur bei den Männern). Wenn überhaupt, können allenfalls die Franzosen gefährlich werden, die im Langlauf extrem aufgeholt haben und die nordischen Schwergewichte Schweden und Finnland klar abgehängt haben. Die Gastgeber haben bisher in der Loipe bitter enttäuscht, es bleiben nur Erinnerungen an 1994 und Silvio Fauner vs Björn Daehlie und ein absolutes Highlight der olympischen Geschichte (1:49, wer wenig Zeit hat …).
https://www.olympics.com/de/video/herren-4x10km-staffel-lillehammer-1994-grosse-olympische-wintermomente?uxreference=playlist
Wird sicher spannend
17:00: Eisschnelllauf, 500 Meter Frauen
Die Domäne der kleinen, aber besonders schnellkräftigen Japanerinnen und Südkoreanerinnen. Und sicher die eine oder andere Holländerin (1000-Meter-Olympiasiegerin Jutta Leerdam?) wird sicher in den Medaillenkampf eingreifen wollen. Wie die Männer bestreiten sie 2 Läufe.
Ein Spektakel erwarte ich in der Teamverfolgung der Männer. Jeweils 2 Teams à 3 Läufer starten gegeneinander in 3 K.-o.-Runden ab Viertelfinale. Holland gegen den Rest der Welt, prognostiziere ich ohne große Ahnung. Obs so spannend wird wie 2010 bei den Frauen mit dem Slider von Anni Friesinger, wage ich zu bezweifeln.
https://www.eurosport.de/eisschnelllauf/olympia-eisschnelllauf/2022/vancouver-2010-anni-friesinger-postma-slidet-auf-dem-bauch-zum-sieg-im-team-lauf-gegen-die-usa_vid1580465/video.shtml
18:45: Skispringen Frauen, Großschanze
Die Frauen-Premiere vom großen Bakken und die Frage: Alles Nika Prevc oder was: Nachdem die Slowenin über Silber von der Normalschanze tief betrübt war und im Mixed Gold holte, will sie von der Großschanze ihrer Favoritinnenrolle gerecht werden. Norwegerinnen und Japanerinnen sind die schärfsten Konkurentinnen, die Deutschinnen kommen auch vom großen Bakken offenbar nicht wunschgemaäß zurecht.
Und sonst?
- Eishockey: Die Männer um Leon Draisaitl bestreiten gegen die USA schon ihr letztes Gruppenspiel (21:10). Die Amerikaner sind klarer Favorit, für die Deutschen gilt es, sich für die K.o.Runde weiter einzuspielen. Sollte sie gewinnen (nicht völlig unwahrscheinlich), steigen sie direkt ins Viertelfinale auf und ersparen sich das Zwischenrundenspiel, das viel Kraft und Nerven kosteen wird.
- Ski freestyle: Big Air, Qualifikation Männer: Sicher ein Spektakel. Es gibt 3 Durchgänge, der beste Sprung entschediet, ob es für die besten Zwölf und das Finale tags darauf reicht.
von Münchner Löwe | Feb. 11, 2026 | Allgemein
Nächste Medaille für Emma Aicher? Erster Auftritt von Leon Drasaitl und Co, und ein fast sicheres deutsches Rodel-Gold (nona).
Pflichtprogramm
11:30: Super-G, Frauen
Unerschütterlich bleib‘ ich dabei, die Alpinen wie Sauerbier anzupreisen. Die nächste veritable Medaillen-Chance von Emma Aicher, wenn sie nicht einen ihrer Susi-Sorglos-Fehler einbaut und an absurden Stelllen rausfällt, die für niemanden sonst ein Problem darstellen. Mit Lindley Vonn fehlt eine Top-Speedfahrerin, das Feld erscheint sehr offe. Aber wenn Aicher gut runterkommt müsste sie vorn dabei sein.
Härteste Konkurrentinnen sind die Italienerinnen um Sofia Goggia (wenn die denn nicht zu viel Risiko nimmt). Die Österreicherin Ariane Rädler kommt mit der Tofana-Strecke glänzend zurecht und mal sehen, ob Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson auch der etwas langsamer gesteckte Super-G taugt.
Eishockey der Männer
Das erste Spiel der deutschen Männer mit so vielen NHL-Profis wie noch nie gegen Dänemark (Do., 21:10).. Eben nicht nur Leon Draisaitl, sondern auf allen Positionen Top-Performer: Ob Philipp Grubauer (Tor), Moritz Seider (Abwehr) und Angriff (Tim Stützle, JJ Peterka). Die große Frage: Wie gut passt das alles zusammen, viel Zeit zum Kennenlernen hatten sie ja nicht, andrerseits kennen sie sich zum Teil schon aus Jugendtagen.
Das olympische Programm gibt diese zeit zum Kennenlernen. In den drei Vorrundenpartien geht es noch nicht um Alles, Ausschedin ist unmöglich.
Drei Gruppen à 4 Teams gibt es. Die Gruppensieger und der beste Zweite qualfizieren sich direkt fürs Viertelfinale, der Rest muss in eine Zwischenrunde, in der in 4 Partien 4 weitere Viertelfinalisten ermittelt werden.
Klarer Favorit sind die Kanadier, die auch in der 4. Reihe noch mit absoluten Superstars besetzt sind. Ich pesönlich rechne sehr mit Schweden. Aber auch „meine“ Finnen, natürlich die USA und Tschechien sind sehr zu beachten.
Die Russen sind nicht dabei, weil ein Team diese Kriegsnation nicht vertreten darf. Fürs Eishockey schon ein bisschen traurig, weil einige Superstars fehlen. Deshalb ist es auch nicht das bestbesetzte Turnier aller Zeiten.
Wird sicher spannend
14:46: Snowboard Cross, Finale
4 Läufer sind gleichzeitig am Start. Ein kurviger Kurs mit Sprüngen, in dem sich die Männer auch sehr nahekommen (ein bisschen Checken ist auch erlaubt). Nett anzusehen, hab ich dieses Jahr allerdings noch nicht gesehen. Deshalb bin ich auch ahnungslos über Favoriten und so. Vorm Finale gibts schon Viertelfinali und Halbfinali, in denen jeweils 2 Läufer weiterkommen.
Es kann viel passieren, wie Lindsey Jacobellis bestätigen wird.
https://www.eurosport.de/olympia/olympia-peking/2022/olympia-ruckblick-sturz-kostet-gold-lindsey-jacobellis-wirft-triumph-im-snowboard-cross-in-turin-2006-weg_vid1570813/video.shtml
18:30: Rodeln, Team
Obs spannend wird, sei mal dahingestellt, denn das Team Deutschland ist klarer Favorit. Aber mal was anderes. Männer, Frauen, sowie die Doppelsitzer fahren natürlich einzeln. Die Staffelübergabe geht wie folgt: Der Mann am Ziuel schlägt an eine große Scheibe, erst dann darf die Frau losfahren und so fort (ich glaub, dass die reihenfolge so ist). Österreich, Italien und Lettland dürften die weiteren Medaillen unter sich ausmachen.
Und sonst?
- Snowboard, Halfpipe, Frauen: Für mich die am wenigsten attraktive Disziplin der Snowboarder. Die Frauen bleiben hier doch weit hinter den Männern zurück, was Waghalsigkeit der Sprünge betrifft. Muss ich so deutlich sagen.
- Shorttrack: die Entscheidungen über 500 Meter (Frauen) und 1000 Meter (Männer). 4 fahren jeweils gleichzeitig auf einer viel küzreren Runde als im „normalen“ Eisschnelllauf. Die Hände auf dem Eis gehören genauso dazu wie gegenseitiges Checken (in Grenzen).
von Münchner Löwe | Feb. 10, 2026 | Allgemein
Ein wunderbarer Beitrag ist leider im Orkus verschwunden. Schöne Gedanken zur NHL verschwunden. Übrig geblieben ist nur Skifoan.
Pflichtprogramm
11:30: Super-G der Männer
Ich erwarte wieder einen Zweikampf Schweiz gegen Italien. Nicht nur Marco Odermatt hier und Giovanni Franzoni dort. Auch die weiteren Starter für die Eidgenossen respektive Gastgeber sind sehr zu beachten, vor allem natürlich Olympiasieger Franjo van Allmen und Cortina-Spezialist Dominik Paris.
Der Rest ist allerdings nicht gewillt, bloß Staffage zu sein. Vincent Kriechmayr aus Österreich dürfte die Team-Medaille Auftrieb gegeben haben, der Norweger Fredric Möller ist immer für eine Überraschung gut.
Im Super-G gibt es keine Trainingsläufe. Groß von der Abfahrt von der Stelvio dürfte sich der Kurs alledings nicht unterscheiden.
In aller Kürze: Das Männer-Eishockey-Turnier beginnt. Die Deutschen sind allerdings erst am Donnerstag mit der Partie gegen Dänemark am Start (21:10). Ansonsten verweise ichn auf die Buckelpiste der Frauen (14:15), die Eistanzkür (19:30) und die Nordische Kombination (Springen von der Normalschanze und 10 Kilometer in der Gundersen-Methode). Meinen Rant, dass die Frauen nicht dabei sein dürfen, verschiebe ich auf später.
von Münchner Löwe | Feb. 8, 2026 | Allgemein
Großer Sieger der besten Olympia-Abfahrt
Kaiserwetter, eine perfekt präparierte Stelvio, die sich schwierig aber nicht unfahrbar präsentierte – alles war bereit für ein Skifest. Und es wurde eine der besten Abfahrtsveranstaltungen der Geschichte, vielleicht die Beste, die es je bei Olympia gegeben hat.
Ein Zweikampf Schweiz gegen Italien war erwartet wurde, und die Startnummernvergabe verhieß zusätzliche Spannung, als habe Hitchcock und nicht der Zufall bei der Auslosung Pate gestanden. Zunächst die Schweizer, Odermatt setzte mit der „7“ eine Bestzeit, aber Zweifel kamen mir auf, weil er in ein paar Passagen doch recht viel Zeit verloren hatte. Diese Zweifel bestätigten sich schon beim nächsten Läufer: Franjo van Allmen, seines Zeichens Weltmeister und zurzeit der Verwegenste der Verwegenen, raste wie vom Teufel verfolgt die so schwierigen 3500 Meter (900 Meter Höhenunterschied) hinunter. Schon jetzt ikonisch ist das Bild, wie er am San-Pietro-Sprung abhob zu einem enormen Luftstand und erst bei 53 Metern wieder landete, wie uns die eingeblendeten Zahlen verrieten. 7 Zehntel hatte er im Ziel, das musste doch reichen, oder Matt?
https://www.eurosport.de/ski-alpin/olympia-mailand-cortina/2026/franjo-von-allmen-pulverisiert-zeit-von-teamkollege-marco-odermatt-in-der-abfahrt-von-bormio_vid60053055/video.shtml
Aber am Ende der ersten Startgruppe (wie immer von 6 bis 15) kam noch die italienische Fraktion. Zuerst Giovanni Franzoni, der junge Heißsporn, der dieses Jahr unter anderem mit einem Sieg in Kitzbühel in die Weltelite gestürmt war. Er war in den Zwischenzeiten immer knapp dran an van Allmen, aber am Ende fehlten doch zwei Zehntel. Danach Dominik Paris, der 2-Meter-Riese, mittlerweile 36 Jahre alt. Die Stelvio liebt er, hier hat er in Abfahrt und Super-G schon 5 Weltcup-Triumphe gefeiert. Bei vielleicht nicht ganz so perfekten Licht gelang ihm ein großartiger Lauf, der ihn auf Rang 3 hievte und Odermatt aus den Medaillenrängen schubste. Dementsprechend sparsam schaute der Skidominator. Reif für Gold war hingegen Dominik Paris‘ Kommentar: Gar nicht schlecht sei es gewesen, dass die Sicht nicht so gut gewesen ist, da habe er die gefährlichen Buckel und Wellen nicht sehen müssen.
Spätestens, als die ebenfalls hochgewetteten Italiener Mattia Cassia und Florian Schieder im Ziel waren, stand fest: Franjo van Allmen ist neuer Olympiasieger. Der zurzeit beste Abfahrer der Welt hat sich mit Gold belohnt (was wahrlich nicht immer der Fall ist). Der Schweizer ist damit der Erste seit seinem Landsmann Bernhard Russi (1970/Gröden und 1972/Sapporo), der als amtierender Abfahrts-Weltmeister zu Olympiagold fuhr.
Lollobrigida – für einen Tag bekannter als Gina Nazionale
Gleich der erste Tag bescherte den italienischen Gastgebern Gold. Nämlich in der Eisschnelllaufhalle. Der Siegername ist schon preiswürdig: Francesca Lollobrigida, tatsächlich einen Großnichte von Gina Nazionale. 3000 Meter, ihre Spezialdisziplin. Sie startete relativ verhalten, doch mit zwei unfassbar schnellen Runden am Ende (jetzt hatte auch Eurosport-Reporter/eher -Zumutung Matthias Stach mitgekriegt, dass sie schnell war) pulverisierte sie den Olympischen Rekord auf 3:54,28 Minute. Eine Zeit auf der angeblich so schwierig zu fahrende Bahn, an der sich die verbleibenden 4 Starterinnen die Zähne ausbeißen sollten.
Francesca Lollobrigida, was für ein Name, was für eine Geschichte. Sie begann als Inline-Skaterin, ehe sie relativ spät auf Eis wechselte, wo sie schnell in die Weltelite stürmte. In Peking 2022 wurde sie schon Zweite über 3000 Meter und Dritte im Massenstart, jetzt also der unwiderstehliche Goldlauf.
Geburtstag hatte sie am Samstag auch noch, sie wurde 35 Jahre jung. Die bisherige Saison war absolut nicht nach Wunsch gelaufen nach einer Virusinfektion, sie wollte schon alles hinwerfen, aber Olympia in der Heimat war dann doch ein zu verlockendes Ziel der Mutter eines fast dreijährigen Sohnes. Tommasso war dann auch der Erste, den Lollobrigida nach dem Goldlauf suchte und herzte. Die nächsten ikonischen Olympia-Bilder.
Die die Eisschnelllauf-verrückten Holländer mit gemischten Gefühlen ansehen dürften. Einerseits sind sie fair genug, um auch anderen tollen Sportlern Erfolge zu gönnen, andererseits mussten sie mit ansehen, wie ihre Oranje Meisjes um mehrere Sekunden an den Medaillen vorbeifuhren. Silber holte sich die Norwegerin Ragne Wiklund, Bronze Valerie Maltais. Erste Stimmen der Kritik werden schon laut, ob nicht die knallharte Olympia-Ausscheidung ein Fehler gewesen ist, die nächsten Wettbewerbe werden es zeigen.
Nika Prevc schlägt sich tatsächlich selbst
„Der Zweite ist der erste Verlierer“. Wer nach dem Skispringen von der Normalschanze in die zutiefst enttäuschten und tränenreichen Augen von Nika Prevc schaute, der weiß, dass in diesem eigentlich unverschämten Spruch viel Wahrheit steckt. Die hochfavorisierte Slowenin, die noch im Probedurchgang allen davongesprungen war, musste sich mit Silber zufriedengeben. Zweimal hatte sie den Absprung verpasst, sie war jeweils zu früh dran, und es war nur ihrem außergewöhnlichen Gefühl in der Luft zu verdanken, dass es überhaupt noch zum zweiten Platz reichte. Tröstlich war es nicht, wie ein Häufchen Elend ließ die 20-Jährige die Siegerehrung über sich ergehen.
Gold ging an Norwegen: Anna Odine Ström (ein Name, den Landsmann Knut Hamsun nicht besser hätte erfinden können für eine Heldin) lieferte zwei tadellose Sprünge ab, mit denen sie Prevc um 1,2 Punkte distanzierte. Dritte wurde die Japanerin Nzumi Mayurama. Die deutschen Starterinnen mussten schon nach dem verpatzten ersten Durchgang alle Medaillenhoffnungen begraben, immerhin steigerte sich Selina Freitag und kam nach sehr ordentlichem zweiten Durchgang noch auf Rang 7, leider in der Olympischen Welt, wo nur Edelmetall zählt, ein Muster ohne Wert.
Trost für Nina Prevc und andere Geschlagene: Erstmals gibt es für die Frauen auch einen Wettbewerb von der Großschanze, dazu auch noch die Entschedungen im Zweierteam und Mixed. Es ist also durchaus möglich, wenn nicht sogar wahrcheinlich, dass wir Prevc noch ganz oben auf dem Stockerl seen werden.
Und sonst?
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