Das wird die Woche, die wird

Letzte Grastests vor Wimbledon

 

Die dritte Woche auf Gras steht schon ganzn im Zeichen von Wibledon, das dann nächste Woche die Schlagzeilen füllt. Erneut schlägt ein großer Teil der Frauen-Weltelite beim schmicken Turnier in Bad Homburg auf. Gemeldet und bisher auch nicht abgesagt haben 6 Tpop-12-Spielerinnen, darunter Jessica Pegula und die letztjährige Wimbledon-Finalistin Jasmine Paolini.
Bereits ausgeschieden ist allerdings Tatjana Maria, die in der 1. Runde Leila Fernandez unterlag. Bei ihrem Triumphzug in Queens vor einer Woche hatte Maria die Kanadierin noch besiegt. Künstlerpech oder doch: Normalität. Die deutschen Farben hält jetzt im Einzel nur noch Laura Siegemund hoch, die mit einer Wild Card bedacht wurde und es mit Qualifikantin Victoria Azarenka zu tun bekommt. Eva Lys dagegen scheiterte in der Qualifikation, musste dort aufgeben.
Die Frauen spielen außerdem traditionsgemäß in Eastbourne (Kasatikina, Kreijikova), die Männer ebenfalls in Eastbourne (Fritz, Paul, Mensik) und auf Mallorca (Shelton, Auger-Alliasime).

Im Blickpunkt steht natürlich jetzt schon die Wimbledon-Qualifikation, die wie immer in Roehampton ausgetragen wird. Wer sich da in insgesamt 3 Runden durchsetzt durchsetzt, ist schon mal gestählt und auch im Hauptwettbewerb für den einen oder aderen Sieg gut.

 

Hoffentlich abgekühlt nach Spielberg

 

Nach dem McLaren-internen Crash zwischen Lando Norris und Oscar Piastri in Montreal dürfte die Stimmung beim britischen Rennstall angeheizt sein. Norris nahm zwar alle Schuld auf sich, aber er ist nun mal Wiederholungstäter. Nach einer Woche Pause wandert der Formel-1-Zirkus nach Spielberg, wo sich die Gemüter bis Rennstart hoffentlich abgekühlt haben. Auch wenn die McLarens mit dem Sieg in Kanada nichts zu tun hatten (unabhängig vom Crash wenige Runden vor Schluss), sie sind erneut zu favorisieren. Die Merxcedes-Kobo George Russell/Kimi Antonelli hat allerdings einen markanten Schritt nach vorn gemacht, und die fahrerische Klasse von Max Verstappen im Red Bull ist immer noch einzigartig.

 

Höhepunkt der Motorradler

 

Für die Traditionalisten ist das niederländische Assen immer noch der Gral des Motorrad-Rennsports. Ein fahrerisch äußerst anspruchsvoller Kurs, auf dem sich am Sonntag die besten Fahrer beharken werden. Das Maß aller Dinge in der MotoGP sind weiter die Marquez-Brüder Marc und Alexis, die der Konkurrenz ein ums andere Mal auf und davon fahren. Warum nicht auch in Assen?

 

Pfliicht erfüllt, schwierige Kür für Basketball-Frauen

 

Mit Siegen über Schweden und Großbritannien und einer Niederlage gegen Spanien haben sich die Deutschinnen fürs Viertelfinale der EM qualifiziert. Dort wartet am Dienstag mit Belgien eine sehr hohe Hürde. Zwei Testspiele im Juni gegen diesen Gegner gingen haushoch verloren. Auch wenn da die WNBA-Stars Leonie Fiebig und Luisa Geiselsöder nicht dabei waren – ich sehe die komplette Wende nicht.

 

Und sonst?

 

  • Auch die U-21-EM der Männer geht in die K.-o.-Phase. Das deutsche Team spielt bereits am Sonntag gegen Italien.
  • Ach ja, die Club-WM: Sie mäandert so vor sich hin, doch ab Samstag kommt mit den Achtelfinali vielleicht doch etwas Spannung auf. Das sehen im übrigen die Südamerikaner ganz anders, für die ist dieses Turnier tatsächlich eine Herzensangelegenheit. Nun denn.
  • Matchball für ratiopharm Ulm. Die Donaustädter können am Dienstag  mit einem Erfolg gegen en FC Bayern die Basketball-Meisterschaft klarmachen. Am Samstag gewannen sie im Münchner SAP Garden etwas überraschend, dafür umso verdienter mit 79:77 und führen in der Serie Best of 3 mit 2:1.
  • 3×3-Weltmeisterschaft: In der Mongolei treffen die je 20 besten Teams aufeinander. Über die Chancen der deutschen Mannschaften kann ich wenig sagen. Die Vorschauen sind, sagen wir es, äußerst dürftig auch vom übertragenden Sender Magenta (sei hiermit auch erwähnt).

Deutsche Basketballerinnen träumen von Medaille

Schande über mich: In meiner Wochenvorschau habe ich tasächlich die Basketball-EM gesehen und damit ausgelassen, die in dieser Woche startete. Dabei bin ich wirklich Fan, spätestens seit der sagenhaften Olympia-Qaulifikation der Deutschinnen im  Februar 2024 in der „Hölle von Belem“ und danach dem wirklich tollen Turnier in Paris/Lille, das hochwertigsen Basketballsport zeigte und sich vor dem der Männer nicht verstecken musste.

 

Der Modus

 

16 Teams haben sich für die Endrunde qualifiziert. Sie spielen in 4 Gruppen à 4 Mannschaften in der Vorrunde. Und zwar in 4 Städten. Neben Hamburg (wo das deutsche Team ab heute auf Schweden, Großbritannien und Spanien trifft) sind auch Brünn, Präus und Bologna Austragungsalle aller Spiele einer Gruppe. Die jeweils besten 2 Mannschaften erreichen die K.o.-Runde: Ab Viertelfinale wird ausschließlich im basketballverrückten Piräus (ich hoffe einfach, dass das auch für die Frauen gilt) um den Titel gespielt

 

Das deutsche Team

Von den 4 Profis in der WNBA sind nur Leonie Fiebich und Luisa Geiselsöder dabei. Ihre Teilnahme abgesagt haben dagegen die Sabally-Schwestern Satou und Nyara, die sich auf die Liga konentieren wollen. Ein herber Verlust, zumal auch Kapitänin Marie Jülich wegen eines Kreuzbandrisses fehlt.
Trotz dieser Ausfälle ist eine Medaille das erklärte Ziel. Mit dem Heimvorteil in Hamburg müsste zumindest der Einzug ins Viertelfinale drin sein. Leistungsträgerinnen sind neben Fiebig und Geiselsöder vor allem die junge Frida Bühner, die in den Testspielen zu gefallen wusste. Und doch der Tipp „Europameisterin“ von Dirk Nowitzki erscheint mir kühn, auch angesichts der deutlichen Testspielniederlagen gegen Belgien, das man bei Olympia noch besiegte.

 

Die Favoritinnen

Belgien schätze ich sehr stark ein, sie haben ein eingespieltes Team. Interessant wird zu sehen sein, wie der Olympia-Zweite Frankreich (hinter den USA) ohne Heimvorteil auftritt. Spanien und auch Tschechien habe ich ebenfalls auf dem Zettel.

 

Fernsehen

Magenta Sport zeigt die deutschen Begegnungen und ausgesuchte Top-Spiele unverschlüsselt. Wer alles sehen will, muss über DAZN ein Zusatz-Abo buchen (9 Euro).

 

Club-WM schlägt NHL-Finale fast vernichtend

Was wurde und wird die Club-WM gerade in Europa schlechtgeredet. Ein Turnier ohne sportlichen Gewinn, in dem es nur ums geld geht. Die teilnehmenden Clubs werden gescholten ob ihrer Geldgier, hatürlich auf FIFA-Präsident Gianni Infantino wegen seiner kuschligen Wärme um saudischen Staatsfond, der das Ganze erst ermöglicht.

So weit, so gut und für mich nachvollziehbar. Doch jetzt mache ich die Probe aufs Exempel und schaue mal, was die so überaus kritischen Medien über dieses Turnier berichten. Und weil das Ganze in den USA stattfindet, nehme ich als Vergleich das gleichzeitige Stanley-Cup-Finale Florida Panthers gegen Edmonton Oilers mit Leon Draisaitl, einen der 3 besten Spieler der Welt und einer der drei besten Sportler der Welt (sach ich jetzt einfach mal).

Vor allem die überregionalen Blätter Spiegelonline, zeitonline und sz.de habe ich mir näher angeschaut,  Mittwochnachmittag, es war also  lange genug Zeit, die Ereignisse in de Nacht sowohl bei Club-WM und Stanley Cup zu verarbeiten. Anzumerken sei, dass die NHL gestern Nacht entschieden wurde, also etwas Endgültiges (mit Draisaitl und Oilers als Verlierer), die Club-WM noch im ersten Spieltag also noch in der Entwicklung steckt.

Das Ergebnis ist ernüchternd. . Fußball schlägt Eishockey vernichtend. Weder Spiegel noch Zeit haben es für nötig befunden, über den Stanley Cup einen eigenen Bericht zu verfassen, ein Agentur-Bericht, vielleicht etwas bearbeitet, musste reichen und war dementsprechend wenigsagend (auch zum Ärger einiger Kommentatoren). Bei der SZ schrieb Jürgen Schmieder aus dem fernen Los Angeles eine Analyse (über die sich treffend streiten lässt). In der typisch Schmiederschen Art.

Und die verhasste Club-WM? 2 Aufmachertexte zu den Spielen gestern bei spiegelonline, dazu ein äußerst kritische Text über die Berichterstattung bei DAZN. Außerdem ein Ergebnisticker mit Live-Scoring (auf dem ersten Blick zu sehen)der heute anstehenden Partien. Zum Eishockey-Text musste man ewig herungerscrollen, er war wenigstens noch vor der U-19-EM der Männer im Fußball …
Bei der Zeit: Immerhin der Aufmachertext der Sportseite (umso verwunderlicher der lieblose Agenturtext). Auch nur 1 Spielbericht vom Dortmund-Spiel.

Sz.de Auch hier ist Eishockey der Aufmacher, 3 Texte zur Club-WM (Vorschau des eigens in die USA geschickten Javier Caceres zum ersten Pflichtspiel von Xabi Alonso von Real), ein Spilebericht des USA-Korrespondenten Boris Hermann zum Dortmund-Spiel und eine Agentur zum Inter-Match gegen Monterrey (eine wirklich hübsche Geschichte über Sergio Ramos, den es nach Mexiko verschlagen hat.

Das ist eine Analyse, kein Vorwurf

 

Vielleicht ein kleiner. Ich gehe davon aus, dass in den Redaktionen lange diskutiert wurde, in welchem Ausmaß über diese absurde Club-WM berichtet werden soll. Ein Unterschlagen bei Deutschlands liebster Sportart war natürlich nicht notwendig. Und alle drei von mir beachteten Medien haben lang und breit die Absurditäten und auch schweinereien dieses turniers analysi2seine Boert. Und doch: Wenn der Ball rollt, ist das alles vergessen, will der Leser das auch nicht mehr lesen, sondern eben schon, wie „seine“ Borussia gespielt hat oder wie sich die südamerikanischen Teams so schlagen.
Viel bedenklicher ist allerdings wieder zu sehen, dass andere Sportarten trotz gigantischer Leistungen immer die 2. Geige spielen werden.

Sam-Reinhard-Show beerdigt Draisaitls Titel-Traum

Blick über den Teich, NHL

 

FLORDIA PANTHERS – Edmonton Oilers 5:1 (4:2)

 

Das Ende der NHL-Saison war dann eine viel klarere Angelegenheit, als die meisten Fans erwartet und auch erhofft hatten. Kaum eine Chance hatten die Oilers in Spiel 6 bei den Panthers, die mit einer konzentrierten und weitgehend fehlerlosen Leistung die Titelverteidigung perfekt machten und die riesige Stanley-Cup-Trophäe in der heimischen Halle in die Höhe recken durften. Kaum ein gezieltes Aufbäumen gab es, fast hilflose Schüsse stellten Sergej Bobrowski nur selten vor größere Probleme.
Wie so oft stellte eine Panthers-Einzelleistung (eher: ein Defensiv-Aussetzer der Oilers) die Weichen auf Sieg. Sam Reinhard fing einen schlampigen Pass ab, umnkurvte einen Verteidger wie eine Litfaßsäule und bezwang Scottie Skinner, der diesmal wieder den Oilers-Kasten bewachte, mit einem präzisen Schuss.

 

Die Stars

Es sollte der Sam-Reinhart-Abend werden. Nachdem Matthew Tkachuk noch im 1. Drittel auf 2:0 erhöhte, erzielte er weitere 3 Treffer, 2 davon ins leere Tor, weil Oilers-Coach Kris Knoblauch in seiner Verzweiflung schon 7 Minuten vor Schluss Goalie Skinner durch einen 6. Mann ersetzte. 4 Tore in einem entscheidenden Stanley-Cup-Final-Spiel, das hat es zuvor erst einmal gegeben. Dreimal assistierte ihm Carter Verhaeghe, zweimal Kapitän Alexander Barkov.
Sam Bennett blieb in Spie,l 6 zwar ohne Punkt, wurde aber zum wichtigsten Spieler der gesamten Play-offs gewählt. 15 Treffer erzielte er in den 4 Runden (Höchstwert), davon allein 5 in der Finalserie. Dazu gab er 7 Assists.

Dagegen brachte Connor McDavid seine brillanten Fähigkeiten zu selten aufs Eis (wie bei seinem einzigen Final-Treffer in Spiel 4). Das harte Forechecking setzte ihm gehörig zu, am Dienstag kam er kaum zur Geltung.
Insgesamt schafften McDavid und der kongeniale deutsche Stürmer je 33 Play-off-Punkte und führen diese Wertung klar an.

 

🇩🇪 👓

Leon Draisaitl hatte einen eher unproduktiven Abend. Gewohnt kämpferisch, stark bei den Bullys (60 Prozent), aber nur zwei recht harmose Schüsse produzierte er in 22:26 Minuten.
Nico Sturm kam zwar in der Finalserie nicht zum Einsatz, durfte aber trotzdem die Trophäe in die Höhe heben und holte sich zum zweiten Mal nach 2022 den Titel. Erst kurz vor Transferschluss war er von den San Joe Sharks nach Florida gewechselt. Immerhin 8 Play-off-Spiele absolvierte der 30-Jährige in den Play-offs.

 

Meine 🇫🇮

Erneut darf das Quartett Alexander Barkov, Eero Luotarinen, Anton Lundell und Niko Mikkola über den Titel jubeln (und die Trophäe im Sommer in der Heimat präsentieren). Kapitän Barkov steuerte in Spiel 6 ebenso 2 Assists bei wie  Luostarinen. Lundell gab eine Vorlage zum 2:0.

 

Die Goalies

Sergej Bobrwoski hatte am Ende 28 Saves (von 29 Schüssen), die meisten davon waren aber fast Routine-Arbeit. Seinen Shutout versaute sich der 36-jährige Russe, als er 4:42 Minuten einen harmlosen Schuss nach vorne abwehrte und Wasily Podkolzin den Puck zum 1:5 über die Linie stocherte.
Scottie Skinner hatte keinen glücklichen Abend. Zumindest den 3. Gegentreffer muss er sich klar ankreiden lassen. Insgesamt strahlt er schlicht nicht die Ruhe aus wie sein Gegenüber. Die dauernden und nicht immer nachvollziehbaren Torwartwechsel mit Calvin Pickard machen dabei die Sache nicht besser.

 

 

Zusammenfassung

Wie erwartet waren die Panthers das breiter aufgestellte Team und hatte zudem den besseren Torwart. Nicht zu vergessen: Sie sind extrem abgezockt und wissen genau, wie Play-offs gehen. Zum 3. Mal qualifizieten sie sich im starken Osten fürs Finale und geannen zuletzt 11 von 12 Play-off-Serien. Nickliges Hockey (Brad Marchand!) ist dabei eingepreist.
Die Oilers spielen sicher das attraktivere Eishockey, aber nachdem sie sich im Westen nach den beiden Anfangsniederlagen in LA souverän durchgesetzt hatten, vor allem auch dank der überragenden Einzelkönner McDavid und Draisaitl, fanden si mit den Panthers im wahrsten Wortsinn ihren Meister.

 

Ausblick der Sieger

Zumindest die Zukunft von Marchand (37) und Goalie Bobrowski (36) ist ungewiss, also ob sie auf diesem Niveau noch ein Jahr spielen können. Den russischen Torwart fand ich letztes Jahr noch besser. Viele Leistungsträger (Bennett, Reinhard, Barkov) sind um die 30 Jahre alt, haben also noch ein, zwei starke Spielzeiten in petto. Allerdings laufeen die Verträge unter anderem von Bennett, Marchand und Verteidiger-Ass Aaron Ekblad aus. Im Zweifel wird weiter auf Team-Hockey gesetzt ohne den alles überragenden Topstar, dafür mit ausgeglichenen (Sturm)Linien.

 

Und die Verlierer

Die Oilers haben wenig falsch gemacht, es gibt keinen Grund für einen Komplett-Wechsel. Offen bleibt die Torwartfrage, wobei Skinner einen Leistungssprung gemacht hat und mit 26 Jahren sicher seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat.
Die alles beherrschende Frage: Wie geht es mit dem besten Eishockey-Spieler der Welt weiter. Der Vertrag von Connor McDavid endet 2026, die Oilers werden tief in die Tasche greifen müssen, um den Superstürmer zu halten. Grundsätzlich ist der Kanadier bereit, in Edmonton zu bleiben, aber sicher auch nur, wenn er seriöse Titelchancen sieht. Wenn könnte das allerdings noch eher sein als ein zweimaliger Stanley-Cup-Finalist?

 

OKC profitiert von Carlisles Fehlgriff

Blick über den Teich

 

Orlando Magic füllen Schwachstelle – aber zu einem gewaltigen Preis

 

Die Transferzeit in der NBA beginnt eigentlich erst im Juli, doch schon jetzt steht ein spektakulärer Transfer fest. Desmond Bane wechselt von den Memphis Grizzlies zu den Orlando Magic. Auf dem ersten Blick (und auch auf dem zweiten) ein wie maßgeschneidert passendes Puzzlestück fürs Team um Franz Wagner. Bane ist ein veritabler Dreierschütze und auch Spielmacher, der eigene Würfe kreieren kann: Das war in der vergangenen Saison die große Schwachstelle (schlechtestes Dreierteam der gesamten Liga). Bane ist auch erst 26 Jahre alt, passt also bestens in die Altersstruktur der jungen Orlando-Mannschaft.

An seinen herausragenden Qualitäten (zumindest in der Offensive) habe ich keinerlei Zweifel, und doch gibt es nicht uneingeschränkten Beifall für diesen Trade: Denn der Preis, den die Magic zahlen, ist gewaltig. Zum einen stehen da durchschnittlich etwa 40 Millionen Dollar pro Jahr an Gehalt, eine gewaltige Summe für einen Spieler an dritter Stelle (nach Paulo Banchero und Franz Wagner), da bleibt nicht mehr so irre viel Geld für die übrigen Profis im Kader übrig, was wiederum Moe Wagner vor seinem letzten Vertragsjahr zur Kenntnis nehmen dürfte. Zum anderen mussten die Magic auch viel Gegenwert an die Grizzlies abgeben. Nicht nur Kentavious Caldwell Pope und Cole Anthony (das wäre vielleicht noch verkraftbar, zumal die Gehälter auch wegfallen). Aber zudem verlieren sie insgesamt 4 Erstrundenpicks (immerhin zB dieses Jahr die Nummer 16). Orlando geht also All In, Ziel kann jetzt nur mindestens das Conference Finale in den nächsten Jahren sein. Kann aufgehen, muss nicht aufgehen.

 

Oklahoma City Thunder – Indiana Pacers 120:109 (3:2)

 

Hat Pacers-Coach Rick Carlisle die Partie verloren, verzockt? Diese Frage stellt sich unweigerlich nach der am Ende doch recht klaren Niederlage bei den Thunder in Spiel 5 der NBA Finals. Natürlich etwas ketzerisch, weil letztlich die Spieler auf dem Parkett ein Spiel entscheiden. Und doch bleibt das beliebt-berüchtigte „was wäre wenn“: Nämlich: Wie wäre es ausgegangen, wenn Carlisle nicht in der Schlussphase seinem angeschlagenen Star Tyrese Haliburton (rechts Bein) vertraut hätte, sondern weiter dessen bestens aufgelegten TJ McConnell.
Haliburton hatte einen schrecklichen Tag. Nicht einen einzigen Wurf aus dem Feld verwandelte er (er probierte es auch nur sechsmal). Auch seine 6 Assists sind unterdurchschnittlich für den genialen Spielmacher. Anders dagegen McConnell. Vor allem am Backup lag es, dass die Pacers nach großem Rückstand zur Pause wieder in Reichweite kamen (allein 13 Punkte im 3. Viertel), doch in der entscheidenden Phase musste er auf der Bank zuschauen, wie die Felle davonschwammen.

Es wäre natürlich unfair, die Niederlage allein Haliburton und Carlisle zuzuschreiben. Die Thunder zeigten sich gegenüber den beiden Partien in Indianapolis stark verbessert. Da war es wieder das schöne Kombinationsspiel (allein in der 1. Hälfte 16 Assists und damit 5 mehr als in der gesamten 4. Partie). Auch der Dreier fiel überdurchnittlich gut (8/17) nach dem Desaster in Spiel 4 (nur 3/16 Dreier insgesamt).

Die Pacers sind die Comeback Kids, die nicht und nicht aufgeben (und am Ende trifft Haliburton per Buzzerbeater zum Sieg …. Sie bewahrten Ruhe und kämpften sich in der 2. Hälfte nach und nach heran, weil die Thunder zwar stark verbessert, aber keineswegs perfekt agiierten wie auch Trainer Mark Daigneault befand. „Es gibt noch Einiges zu verbessern“ kritisierte er in Hinblick auf Spiel 6 in Indianapolis in der Nacht zu Freitag.

 

Bester Mann der Sieger

Jalen Williams: Vor den Play-offs gab es leichte Zweifel am Forward, normalerweise die zweite Option hinter Shai Gilgeous-Alexander. Diese zerstreute er mit guten bis sehr guten Auftritten, und jetzt machte er sein Meisterstück (noch ohne Trophäe). 40 Punkte sammelte er (Karriere-Höchstwert in Play-offs), mit einer überragenden Quote (14/25). Bestens unterstützt wurde er von SGA (31 Punkte, 10 Assists).

 

Stark trotz der Niederlage

Pascal Siakam: Sehr schwierig zu stoppen, und diesmal durfte er seine körperliche Überlegenheit auch öfter ausspielen. 28 Punkte, 6 Assists, 5 Rebound, 3 Steals, 2 Blocks sind Klassestats. Allerdings verlor er gegen die unfassbar aggressive Verteidigung der Thunder auch sechsmal den Ball.

 

X-Faktoren

Aaron Wiggins und Carson Wallace: Sie verwandelten für die Thunder in der 1. Halbzeit je 3 von 4 Dreier. Immerhin dagegen hatte Coach Carlisle ein Mittel gefunden zur Pause, denn danach traf Wiggins nur noch einmal und Wallace kam gar nicht mehr zum Zug.

 

Zahlereien

22 Ballverluste leisteten sich die Pacers, die Thunder mussen nur 11-mal den Ball abgeben.

 

Hartenstein Watch

Gleich zu Beginn ein krachender Slam Dunk des Centers (es sollte die einzigen Punkte aus dem Feld bleiben). Der Deutsche war viel besser integriert ins Spiel (4 Assists) und gerade am offensiven Brett eine Macht (6 Rebounds, insgesamt 8). Hat allerdings in der Defensive immer noch leichte Schwierigkleiten gegen das flüssige Kombinationsspiel der Pacers.

 

Ausblick

Jetzt haben die Thunder 2 Matchbälle. Es wäre allerdings ein Riesenfehler die Comeback-Truppe der Pacers abzuschreiben. Viel wird natürlich davon abhängen, ob Tyrese Haliburton sein angeschlages rechtes Bein wieder einigermaßen hinbekommt.

 

Ansetzungen

Fr., 02:30: Pacers – Thunder (2:3)
Mo., 02:00: Thunder – Pacers (falls erforderlich)