Hängepartien bis ganz zum Schluss

Nicht geht mehr: Seit Montag 18 Uhr ist Transferschluss – bis im Januar der Wechselwahnisnn von Neuem ausbricht. Der sogenannte Deadline Day, eine Errungenschaft, die unter anderem auch den Transfer“Jourmalisten“ hervorgebracht hat, brachte noch mal Spektakuläres, nicht alle Teams sind wunschlos glücklich. Glücklich all jede allerdings, die den Kaufrausch der entlischen Premier League für sich nutzten.

 

Das Beste (Teuerste!) kam zum Schluss

 

Schon seit Langem spekulierte Alexander Isak mit einem Wechsel von Newcastle United zum FC Liverpool. Der schwedische Stürmerstar, einst auch bei Borussia Dortmund, trat in den Streik. Und am letzten Tag klappte es tatsächlich noch mit dem Transfer. Für schlappe 150 Millionen wechelst der Angreifer zum englischen Meister. Der damit eine irre Off-Season geradezu würdig beschloss. Die 150 Millionen sind der geldfließendste Transfer dieser Saison (nur PSG gab von Jahren mehr für die beiden Spieler Neymar (222 Mios) und Kylian Mbappé (180) aus. Pool vollendete damt einen Irrrsinns-Ausgabesommer. Zuvor hatten unter anderem Florian Wirtz (140 Mios) und Hugo Ekitiké (95 Mios) der Bundesliga in Richtung FReds den Rücken gekehrt. Von „Schnäppchen“ wie Jeremy Fringpong und ein paar andere Transfers in mittleren zweisteligen Mio-bereich fange ich erst gar nicht an. Der amerikanische Besitzer Fenway Group, dem auch die Baseballer der Boston Red Sox gehören, hatte sehr weite Spendierhosen an.

 

Milliardenliga Premier League

 

Insgesamt wechselten Profis für mehr als 3 Milliarden Pfund nach oder innerhalb Englands. Die unfassbaren Fernseheinahmen machen es möglich, dass auch Aufsteiger wie Sunderland (Granit Xhaka) oder gar Zweitligisten wie Leeds United mehr ausgeben können als das Gros sogar der Spitzenclubs auf dem Festland. Was die Preise ins Unermesliche steigen lässt: Profitioet hat dabei unter anderem der VfB Stuttgart, der für Nick Woltemade 85 Millionen (plus möglciher Boni) kassiert, die Newcastle vergangene Woche im Vorgriff auf die Isak -Mios ohne mit der Wimper zu zucken auf den Tisch der Schwaben blätterte (man möchte sich das bildlich vorstellen). Eine Summe, die Uli Hoeneß schwachsinnig hielt, aber letztlich nur den Marktgesetzen folgte..

 

Last-Minute-Käufe der Bundesliga

 

Kommt er jetzt oder kommt er nicht. Bis sogar nach Montagabend war nicht völlig klar, ob Nicolas Jackson zum FC Bayern wechselt. Dabei schien Freitag alles klar, als Jackson nach München flog, um dort den medizinischen Test zu absolvieren. Am Samstag aber verletzte sich Chelsea-Stürmer Delap, und die Londoner gaben plötlich Rotes Licht. Vermeintlich „endgültig“, doch da Jackos unbedingt zu den Münchnern wollte, verhandelte deren Sportvorstand Max Eberl weiter, und tatsächlich schaffte er den Transfercoup (der dann heute, jetzt aber wirklich endgültig!“, bestätigt wurde. Jacson wird aun die Münchner ausgeliehen, für stolze (viele sagen: aberwitzige) 16 Millionen. Dazu gibt es eine Kaufverprlichtung 2026, wenn gewisse Bedingungen, die jedoch erstaunlicherweise nicht durchgestochen wurden, erfüllt sind. Damit wären wir bei den 80 Millionen, die die Münchner „unter keinen Umständen!“ an die Stuttgarter für Woltemade zahlen wollten.

 

Und sonst

 

  • nutzten die Buli-Club den 1. September weidlich (Auszug):
    – RB Leipzig gibt Stürmer Luis Openda an Juventus ab, holt dafür Conrad Harder von Sporting Lissabon.
    – Bayer dünnt weiter aus: Vertriediger George Hincapié get zum FC Arsenal, Stürmer Victor Bonifache zu werder Bremen, und Gustavo Puerta fix zu Racing Santander. Dafür kommt noch Ezequiel Fernández aus Saudi-Arabien
    – Der HSV holt Leihweise Sambi Kokonga (3 Millionen) und Fabio Vieira (leihweise vom FC Arsenal. Vieiera ist der Sohn des 98er-Weltmeisters Patrick.
    – Leo Scienza verlässt Heidenheim in Richtung Leeds United für 10 Millionen, großer Seufzer an der Ostalb ob des Verlusts ihres Freistoßgenies.
  • Und noch europäische Top-Transfers (Auszug)
    – Kolo Muani leihweise von PSG zu Tottenham
    – Manchester United gibt Anthony (Real Betis/245 Mios) und Jadon Sancho (Aston Villa/Leihe) ab.
    – Olympique Marseille lässt Adrien Rabiot zur AC Milan ziehen. Jener Verteidiger also, der in eine üble Kabinenschlägerei        bei OM verwickelt war.

 

Zu schlechter Letzt: Bayers Rekordrauswurf

 

Den Deadline Day nutzte Bayer Leverkusen und feuerte Chefcoach Erik ten Hag nach nur 2 Spieltagen und einen Punkt. Offenbar sah die Clubführung um Sportdirektor Simon Folfes keine Chance mehr auf einen Kit. Erst am 1. Juli hatte der Holländer sein Amt beim Ex-Meister angetreten, nachdem Meistercoach Xabi Alonso in Richtung heimatliches Real Madrid entfleucht war.

Ein millionenschweres Missverständnis, das die Bayer-Crew schnellstmöglich aus der Welt haben wollte. Gewiss, der Trainer äußerte sich vielleicht nicht immer kollegial und im Sinne des Vereins, als er einen Weggang nach dem anderen zu kommentieren hatte und den Aderlass nicht gerade diplomatisch kritisierte. Natürlich: Auf dem Platz herrscht Konfusion und wenig Ordnung. Zu bestaunen war das am Samstag in Bremen, als sich Patrik Schick und Ezequeiel Palacios minutenlang stritten, wer einen Folulefmeter treten darf.
Und doch bleibt bei mir als grundsätzlicher Bayer-Sympathisant ein ganz übler Beigeschmack: Das ten Hag ein wunderbares Opfer der völlig missglückten Personalpolitik ist und dass der eigensinnige ten hag höchstwahrscheinlich von vornehrein der falsche Mann für den kompletten Neuaufbau war.
Natürlich war klar, dass ein Florian Wirtz nicht zu halten sein dürfte, dass der eine oder andere Spieler (Frimpong) den Club ebenfalls verlassen würde. Aber dass praktisch das komplette Meisterteam 2024 (nicht 2014) den Abflug machen würde, das konnte keiner ahnen. Die gesamte Achse Hradecky, Tah, Xhaka, Wirtz fiel weg, dazu wichtige Akteure wie Frimpong und Adli plus jetzt am Ende gar noch Boniface und Hincapié. So einen komplett-Ausverkauf eines Spitzenteams der Bundesliga hat es noch nie gegeben. Und da soll der Trainer der Alleinschuldige sein? Der zutreffend bekannte, er müsse Houdini oder wenigstens Harry Potter sein, um das zu lösen. Ohne Achse, ohne Mannschaftsrat, ohne Hierarchie im Team, dafür mit umso schlaueren Leuten wie jetzt auch Mittelfeldmann Robert Andrich, der den Trainer gleich noch den letztern Stoß über den Jordan gab, als er weder eine Ordnung durch den Trainer sah und jedwede Taktik vermisste („Jeder machte seins“)

Wahrscheinlich auch durch die Hetzjagd des „Kicker“ schon nach dem 1. Spieltag (hat der betreffende Redakeur auf ten Hag als ersten Bundesliga-Rauswurf viel Geld gewettet?) blieb jetzt tatsächlich nichts anderes übrig, zumal wegen der Länderspiele ein wenig Ruhe einkehrt. Alles auf Null stellen und dann irgendwie versuchen, das gute Dutzend Neuzugänge zu einem großen Ganzen zu formen. Man will den Verantwortlichen (und dem armen Trainertropf) alles gute wünschen, ja wenn es nicht der Pillenclub wäre),

Taylor Townsends Drama, und die Favoriten machen kurzen Prozess

US Open, Achtelfinale

 

Match der Runde

 

Bis zum Achtelfinale war es das Turnier der Taylor Townsend. Einst als sehr großes Tennistalent gefeiert, schaffte sie nie den Sprung ganz nach vorne. Im Einzel wohlgemerkt, denn im Doppel ist die US-Amerikanerin Nummer 1 der Weltrangliste. Doch in New York überzeugte sie auch als Einzelkämpferin mit schönem, abwechlsungsreichem Tennis, mit einem ausgezeichneten Volley und viel Angriffslust.
Auch im Achtelfinale gegen die ehemalige Wimbledonsiegerin Barbora Krejcikova. Im 1. Satz fuht Townsend wie ein Hurrikan über die völlig überforderte Tschechin hinweg (6:1). Auch als diese sich im 2. Durchgang steigerte, Townsend hielt dagegen. Beim Stand von 5:4 hatte sie den ersten Matchball, den Kreijkova grandios abwehrte.
Dass Drama erfolgte im Tiebreak. 3 Matchbälle in Folge – vergeben, weil einerseits die Amerikanerin viel zu passiv agierte, andererseits die Tschechin großartiges Tennis auf den Platz zauberte. Viele Kinder, die mit überdimsensonierten Tennisbälle auf das Ende warteten, waren ebenso enttäuscht wie die Zuschauer, dass es nicht und nicht zu Ende ging. Danach erarbeitete sich Townsend noch 4 weitere Matchbälle, die alle nach ähnlichem Schema vergeben/abgewehrt wurden. Ein unwirklicher Kreijcikova-Volley fast hinter dem Rücken von der T-Linie bleibt mir im Gedächtnis haften. Es kam, wie es kommen musste: Die Tschechin sicherte sich den Tiebreak mit 15:13 und schließlich auch den 3. Satz. „Jetzt freue ich mich auf die nächste Amerikanerin“, spielte sie hinterher aufs Viertelfinale gegen Jessica Pegula an. Für Townsend bleibt der Trost des Doppels: Dort trifft sie im Viertelfinale mit ihrer Partnerin Katerina Siniakova auf Leylan Fernandez/Venus Williams. Richtig gelesen: Venus Williams hat mit ihren 45 Jahren schon 3 Doppelrunden siegreich überstanden!

 

Frauen

 

Das mit Abstand beste Spiel zeigten die ehemaligen Wimbledonsiegerinnen Lena Rybakina (2022) und Marketa Vondrousova. Es machte einfach Spaß zuzuschauen: zwei wenig exaltierte, unprätentiöse  Frauen auf dem Platz, die zum Teil unfassbare Schläge Zeichen. Auch ohne dieses entsetzliche Gestöhne und mit sichtbar Freude, an dem, was sie da taten (naja, die Verliererin am Ende weniger). Vondrousova setzte sich letztlich in drei höchst unterhaltsamen Sätzen durch.
Völlig ungefährdet dagegen Stöhn-Weltmeisterin Aryna Sabalenka und die meist verkniffen dreinsehende Iga Swiatek (positiv gesagt: extrem fokussierte). Ein Kapitel für sich mal wieder Coco Gauff, die im Duell zweier ehemaligen US-Opensiegerinnen gegen Naomi Osaka ohne jede Chance war. Keine Leichtigkeit, nirgends, der Aufschlag teilweise ein Desaster. Da scheint vieles in die falsche Richtung zu laufen. Und Osaka? Spielt das beste Turnier seit der Geburt ihrer Tochter Shai im Juli 2023.

 

Männer

 

8 Partien gab es, in 7 davon setzte sich der Favorit in 3 mehr oder weniger klaren Sätzen durch. Spannung suchten die Zuschauer vergeblich, der traurige Höhepunkt diese Nacht, als Wimbledonsieger Jannik Sinner den sonst so kreativen Alexander Bublick in 81 Minuten mit 6:1, 6:1, 6:1 demontierte. Auch Carlos Alcáraz, Taylor Fritz und Novak Djokovic haten nicht die geringste Mühe. der Serbe setzte sich gegen den deutschen Qualifikanten Jan-Lennard Struff durch, der nach seinen Überraschungssiegen gegen Holger Rune und Francis Tiafoe physisch, aber auch psychisch nichts mehr zuzusetzen hatte. Der Djoker beeindruckte einmal mehr mit einer fast fehlerfreien Leistung; dessen Weg muss noch längst nicht beendet sein.

 

Die Deutschen

 

Im Einzel ist mit Struff der letzte der 6 TeilnehmerInnen ausgeschieden, doch im Doppel sind sie noch zahlreich vertreten. Die Paarung Kevin Krawietz/Tim Pütz ist von der Setzung her mittlerweile schon das Beste, weil die 3 Topteams schon früh die Segel streichen mussten. Reichlich überraschend stehen Jakob Schnaider/Marc Wallner im Achtelfinale, ebenso Constantin Frantzen an der Seite des 38-jährigen Holländers Robin Haase.

 

Zahlereien

 

3 Tschechinnen stehen in der Runde der besten 8: Barbora Krejkicova, Marketa Vondrousova und Karolina Muchová: alle 3 nach zum Teil langen Leidensgeschichten.
81 und 76 Minuten dauerte heute Nacht die beiden auch noch extrem einseitigen Partien Sinner vs Bublik und Anisimova vs Haddad Maia. Da freut man sich ale Fan, der teures Geld hat und den weiten Weghinaus zur Anlage gefahren ist am Labour Day anstatt mit den Lieben zu Hause zu feiern..

 

Ansetzungen Viertelfinale Einzel (alle Partien auf Arthur Ashe)

 

Frauen

Mi., 17:30: Pegula – Krejcikova, 1. Spiel Day
Do., 01:00: Sabalenka – Vondrousova, 1. Spiel Night
Do: tba: Anisimova – Swiatek
Osaka – Muchová

Alle 3 Tschechinnen sehe ich als Außenseiterinnen mit allerdings guten Chancen. Swiatek vs Anisimova ist die Neuauflage des Wimbledonfinals, das für die Amerikanerin mit 0:6, 0:6 traumatisch endete.

 

Männer

Mi., ca. 19:00: Alcáraz – Lehcka
Do., ca. 02:30: Djokovic – Fritz
Do., tba: Sinner – Musetti
Auger-Alliasime – De Minaur

Djokovic hat keines der 12 Duelle gegen Fritz verloren. Alcáraz und Sinner sind in ihrer eigenen Form-Umlaufbahn. Auger-Alliasime hat nach langer Durststrecke mit den Dreisatzsiegen gegen Alexander Zverev und Alexander Rublew voll überzeugt, die Partie gegen De Minaur scheint völlig offen.

 

Zu schlechter Letzt

 

Die unfassbare Geschichte, als ein steinreicher, polnischer CEO eine Mütze stahl, die sein Landsmann Kamil Majrchrzak eigentlich einem Jungen nach dem Match schenken wollte. So absurd, dass es schon wieder lustig ist, zumal alles gut ausgegangen ist … (für den Jungen).

https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2025-09/us-open-kamil-majchrzak-polnischer-ceo-basecap-tennis#comments

Das wird die Woche, die wird

Basketball-EM, US Open und das Eingreifen der deutscen Fuzßballer in die WM-Qualifikation – das dürften die Höhepunkte werden. Und der Blick über den Teich lohnt sich: In der Nacht zu Freitag beginnt die NFL-Saison, die hier in einem gesonderten Teil ihre Beachtung finden wird

 

Deutsche Riesen auf gutem Weg

 

Die deutschen Basketballer haben souverän das Achtelfinale der EM erreicht. 4 Spiele, vier klare Siege mit jeweils mehr als 100 Punkten auf der Habenseite. Morgen noch die fünfte und letzte Vorrundenpartie gegen Mitgastgeber Finnland, insofern von Belang, dass der Gruppensieger dem klaren Turnierfavoriten Serbien bis zum Finale aus dem Weg geht.
Die K.o.-Runde findet ab Donnerstag in Riga statt, das deutsche Team ist nach den insgesamt gezeigten Leistungen aller Mannschaften klarer Medaillen-Anwärter. Doch K.o.Spiele haben ihre ganz eigenen gEsetzte …

 

Entscheidung in New York

 

Ab morgen die Viertelfinale – in den Einzeln nach der klaren Niederlage von Jan-Lennard Struff gegen Novak Djokovic ohne deutsche Beteiligung. Meine Tipp-Favoriten sind Iga Swiatek (das herz hofft auf Marketa Vonrousova) und Carlos Alcáraz (koan echter Herzensfavorit, vielleicht De Minaur).
Dazu noch Doppel und Junioren.

 

Nagelsmanns Pflichtübungen

 

Wie immer Anfang September der erste Schwung von Pflicht-Länderspielen, diesmal in der WM-Qualifikation. Weltweit geht es um die Plätze fürs Mammut-Turnier in Nordamerika mit 48 Teams, großer Seufzer.
Jetzt greft auch das deutsche Team endlich ein. Am Donnerstag (20:45/ARD) trifft die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann in der Slowakei an, schon der vermeintlich stärkste Gegner um den Gruppensieg, der das direkte Ticket für Amerika bedeutet. Schon am Sonntag (20.45/RTL) folgt der erste Heimauftritt in Köln gegen Nordirland.
In Afrika stehen in 9 Gruppen der 7. und 8. Spiletag (von 10) an, erste Entscheidungen dürften also fallen.
Die Riesengruppe in Südamerika (10 Teams) kommt schon zum Abschluss mit den Spieltagen 17 und 18. Nach Argentinien, Brasilien und Ecuador düften Uruguay, Kolumbien und Paraguay die Quali direkt schaffen. Um den 7., der dann interkontinentale Ausscheidungsspiele bestreiten muss, streiten Venezuela und Bolivien.

 

Und sonst?

 

  • Volleyball-WM der Frauen in Thailand. Das Viertelfinale ist für Donnerstag terminiert. Deutschlasnd nach der klaren Niederlage gegen die Turnierfavoritinnen aus Italien im Achtelfinale ausgeschieden.
  • Formel 1: Das Ferrari-Heimspiel in Monza. Die McLaren um Oscar Piastri scheinen unbezwingbar.
  • Motorrad: WM-Läufe in Barcelona. Das Heimspiel der spanischen Armada um MotoGP-Dominator Marc Marquez
  • Handball: Schlager der HBL zwischen Meister Füchse Berlin und Champiuons-League-Sieger SC Magdeburg.
  • Eishockey: Der Vollständigkeit halber, Champions League mit den Eisbären Berlin, Fischtown Bremerhaven und dem EHC Ingolstadt.

 

 

And the Oscar goes to – Novak Djokovic

US Open, 3. Runde

 

Mein Aufreger

 

Seit Beginn des letzten Grand-Slam-Turniers diskuriert die Tennis-Gemeinde wieder mal über den Gesundheits/Fitnesszustand von Novak Djokovic. Wie ein lebender Leichnam wandelt (wankt?) er durch seine Runden, nimmt hier eine Verletzungspause, schneidet dort Schmerz- und Leidensgrimassen, als bräuchte er bald die letzte Ölung. Was den serbischen Ausnahmespieler nicht daran hinderte, dass er mit drei zum Teil sehr klaren Siegen das Achtelfinale in New York erreichte.

 

Männer

 

Arg gerupft wurden die US-Amerikaner bei ihrem Heim-Grand-Slam. Einzig Taylor Fritz ist noch im Rennen der besten 16 Spieler, ausgeschieden sind dagegen Ben Shelton, Tommy Paul und Francis Tiafoe, die jeweils schlechter eingestuften Kontrahenten (Mannarino, Bublik, Struff) unterlagen.
Recht überraschend den ersten Satz gab Top-Favorit Jannik Sinner (neben Carlos Alcáraz) ab gegen Denis Shapovalov ab. Hätte der stark verbesserte Kanadier im 2. Durchgang seine durchaus vohandenen Chancen effizienter genutzt, wäre vielleicht sogar die ganz große Sensation möglich gewesen.
Unglaublich die Leistung von Alexander Bublik: In 3 Partien gab der Kasache nicht ein einziges Mal seinen Aufschlag ab.

 

Die DeutschInnen

 

Wer hätte gedacht, dass Jan-Lennard Struff der letzte verbliebene Mohikaner in den Einzeln sein würde. Mühsam quälte sich der 35-Jährige durch die Qualifikation (und nur eine Regenpause bewahrte ihn vorm Aus gegen den Japaner Taro Daniel, wie er freimütig bekannte): Jetzt steht er nach 2 Topleistungen gegen Holger Rune und erst recht gegen Tiafoe im Achtelfinale. Er darf jetzt aus nächster Nähe die Schauspiel- (und natürlich auch Tennis)künste des Djoker bewundern. Wenn es wirklich gut für den Warsteiner läuft (und weil Djokovic tatsächlich angeschlagen wirkt), räume ich ihn sogar Chancen ein. Wer 10 Euro auf ihn setzt, würde im Erfolgsfall 52,50 zurückbekommen, warum eigentlich nicht?
Für Alexander Zverev und Daniel Altmaier ist das Turnier hingegen beendet. Gerade Zverev enttäuschte mal wieder bei einem Grand-Slam-Turnier. Wieder mal agierte der Hamburger gegen den zugegeben sehr starken Felix Auger-Aliassime zu passiv, wieder mal sehr weit hinter der Grundlinie stehend. Da der Kanadier mit dem Service von Zverev sehr gut zurechtkam, kam dieser bei seinen Aufschlagspielen häufig in die Bredoulle. Die Viersatz-Niederlage war somit fast folgerichtig, wieder ein Jahr für Zverev ohne Grand-Slam-Erfolg.
Altmaier zeigte gegen die australische Tenniswand Alex De Minaur eine äußerst couragierte Leistung und gewann auch den ersten Durchgang. Doch nach 2 Fünfsatzpartien ging ihm die Luft aus und musste im 4. Satz entkräftet aufgeben.. Trotzdem ein sehr erfreulic hes Turnier für Altmaier, vor allem der Erfolg gegen Stefanos Tsitsipas war ein Ausrufezeichen!

Ohne jede Chance blieb Laura Siegemund, die allerdings nicht hundertprozent fit scheint, der sgtark bandagierte Oberschenkel muckt. Gegen die bärenstarke Russin Ekaterina Alexandrowa blieb ihr beim 0:6, 1:6 nur ein Spielgewinn. Immerhin ist sie noch im Doppel dabei gemeinsam mit der Brasilianerin Beatriz Haddad Maia.

 

Frauen

 

Paris- und Wimbledonsiegerin Iga Swiatek wankte erneut, fiel aber nicht gegen die Russin Anna Kalinskaya, die im ersten Satz eine 5:2- und 6:5-Führung bei jeweils eigenem Aufschlag nicht durchbrachte. Souverän wirkt das bisher nicht, was die Polin da zeigt, aber in den entscheidenden Momenten kann sie den Schalter umlegen.
Keine Blöße gaben sich die Mitfavoritinnen Aryna Sambalenka und Coco Gauff.
Die schönste Story liefert aber Taylor Townsend. Einst galt sie als Riesentalent, doch zuletzt war sie nur noch im Doppel äußerst als Nummer 1 der Weltrangliste) erfolgreich. Jetzt begeistert sie mit abwechslungsreichem Tennis (sie hat von allen Frauen mit den besten Volley und traut sich auch nach vorn). Ihre Siege gegen Jelena Ostapenko und vor allem Mirfa Andreewa begeisterten nicht nur das amerikanische Publikum.

 

Zahlereien

 

4 Männer mussten in den insgesamt 16 Drittrundepartien aufgeben. Dazu Tommy Paul, der sich am Ende fast wehrlos ergeben mussten.
2 Qualifikanten haben das Achtelfinale erreicht. Neben Struff auch völlig überraschend der Schweizer Leandro Riedi, nur die Nummer 435 der Welt. Ihm kam natürlich die Aufgabe seines Kontrahenten Majchrzak schon im 1. Satz zupass.

 

Achtelfinale, Männer (MESZ)

 

(01) Sinner – (23) Bublik (Mo.)
(10) Musetti – Munar (Mo.)
(15) Rublew – (25) Auger-Alliasime (Mo.)
(08)  De Minaur – Riedi (Mo.)
(07) Djokovic – Struff (Mo., 01:00, Arthur Ashe, 1. Spiel Night Session)
(04) Fritz – (21) Machac (Mo., 01:00, Louis Armstr., 1. Spiel Night Session
Mannarino – Lehecka (So., 17:00, LA, 1. Spiel Nachmittag)
(02) Alcáraz – Rinderknech (So., 17:00, AA, 1. Spiel Nachmittag)

Machac hat mir  bisher außerordentlich gut gefallen und könnte gegen Taylor Fritz überraschen. Bublik kam zuletzt mit Sinner gut zurecht, mir fehlt allerdings der Glaube bei einem Best of 5.

 

Frauen

 

(01) Sabalenka – Bucsa (Mo., ca. 03:30, LA, 2. Spiel Night)
(09) Rybakina – Vondrousova (Mo., ca. 03:30, AA, 2. Spiel Night)
(04) Pegula – Li (So., 17:00, AA, 1. Spiel Nachmittag)
Krejkicova – Townsend (ca. 19:30, LA, 2. Spiel Nachmittag)
(11) Muchova – (27) Kostyuk (Mo.)
(03) Gauff – (23) Osaka (höchstwahrscheinlich in der Night Session auf AA Dienstagfrüh unserer Zeit)
(08) Anisimova – (18) Haddad Maia (Mo.)
(02) Swiatek – (13) Alexandrowa (Mo.)

Gauff vs Osaka – das Duell zwischen zwei ehemaligen Open-Siegerinnen elektrisiert. Ebenfalls hochinteressant, wie Swiatek mit der bisher so starken Alexandrowa zurechtkommt.

 

 

Thriller-Zeit in Flushing Meadows

US Open, 2. Runde

 

Nach dem eher verhaltenem Auftaklt beim letzten Grand-Slams des Jahres bot die 2. Runde gerade bei den Männern nicht nur hochklassiges Tennis, sondern auch Hochspannung, die mit Sicherheit einige Fingernägel malträtiert hat.

 

Männer

 

5-Satz-Epen, wohin ich schaute: Besonders spannend wurde es bei den Partien Cobolli vs Brooksby und Majchrzak vs Khatschanow, wo erst der Tiebreak des entscheidenden 5. Satzes die Entscheidung für Cobolli und Majchrzak brachte, wobe der Pole gegen den hochgewetteten Khatschanow sogar einen Matchball abwehrte. Auch der Schweizer Qualifikant Leandro Riedl (gegen Francisco Cerundolo und Tommy Paul (vs Nuno Borges) gingen über die volle Distanz.
Die beiden klaren Favoriten aufs Finale allerdings machten es kurz und schmerzlos: Janjik Sinner (vs Aleei Popyrin) und Carlos Alcáraz (vs Mattia Bellucci) brauhten beide nicht einmal 2 Stunden für ihre Dreisatzmatches. Überhaupt war es für die Besucher, die viel Geld für Arthur Ashe und Louis Armstrong ausgegeben haben, gerade in den Nachmittags-Varansaltungen oft nur ein äußerst kurzes Tennis-Vergnügen, weil auch die Top-Frauen meist wenig Zeit verpulverten. Sollte ich je ein Grand-Slam-Turnier besuchen: Zumindest die ersten Tage reicht das normale Ticket normalerweise vollkommen.

 

Die Deutschen

 

Geschlossen erreichten die 3 Männer die 3. Runde. Dabei bezwangen Qualifikant Jan-Lennard Struff und Daniel Altmaier mit Holger Rune und Stefanos Tsitsipas zwei zwar höher eingeschätzte (und gesetzte) Spieler, doch die Erfolge kamen nicht völlig unerwartet, auch weil die Kontrahenten nicht in Top-Form sind. Sowohl Struff als auch Altmaier überzeugten durch viel Einsatz, und auch wenn sie jetzt gegen Lokalmatador Francis Tiafoe und Alex De Minaur vielleicht noch klarere Außenseiter sind – Chancen räume ich ihnen auf jeden Fall ein.
Das gilt erst recht für Alexander Zverev. Der hatte zwar gegen den Briten Jacob Fiernley in jdem Satz seine Müh und Not, doch letztlich konnte er jeden Durchgang mit 6:4 für sich entscheiden und wichtige Kräfte sparen

Letzte verbliebene Deutsche bei den Frauen ist Laura Siegemund, die sich mit einer taktisch klugen (und Gegnerin Anastasia Zakharowa entnervenden) Leistung in 2 Sätzen durchsetzte. Jetzt trifft sie auf Ekaterina Alexandrowa, ihr drittes russisches Opfer   in Folge?
Eva Lys ging schon angeschlagen in die Partie gegen Lina Noskova und gab wegen zu großer Rückenbeschwerden nach verlorenem 1. Satz auf.

 

Frauen

 

Überraschend einen Satz (und kurzzeitig ein wenig ihre Nerven verlor meine Turnier-Favoritin Iga Swatek gegn die Französin Susan Lamems. Nicht unüblich bei der Polin, dass sie in einem Grand Slam bei einer Partie wackelt. Aryna Sabalenka und Coco Gauff gewannen ihre Partien nach wackligen ersten Satz im Tiebreak letztlich ungefährdet gegen Polina Kudemertowa und Donna Vekic. Große Überraschungen blieben aus: Ihre Hoffnungen begraben muss die junge Alexandra Eala aus den Philippinen, die sich der Spanierin Christina Bucsa beugen musste.

 

3. Runde

 

Die bringt uns schon einige Top-Partien. Bei den Frauen sticht das Duell zweier Grand-Slamsiegerinnen Lena Rybakina (Wimbledon 2022) vs Emma Raducanu (US Open 2021) heraus. Beide haben nach diversen Verletzungen wieder zu ihrer Topform gefunden.

Männer (Auszug)
Fr., 17:30: Alcáraz – Darderi (1. Spiel Arthur Ashe)
Fr., 19:30: Shelton – Mannarino (2. Spiel Louis Armstrong)
Fr., ca. 21:00: Struff – Tiafoe (3. Spiel Grandstand)

Sa., Altmaier – De Minaur (noch nicht angesetzt)
Sa., Zverev – Auger- Alliasime
Sa., Bublik – Paul
Sa., Musetti – Cobolli

Frauen
Fr., 17:00: Rybakina – Raducanu (1. Spiel (Louis Armstrong)
Fr., ca. 20:00: Pegula – Azarenka (2. Spiel Arthur Ashe)
Fr., ca. 19:00: Paolini – Vondrousova (2. Spiel Grandstand)
Fr., ca. 23:00: Navarro – Krejcikova (4. Spiel Grand Stand)

Sa.: Siegemund – Alexandrowa (noch nicht angesetzt)
Sa.: Swiatek – Kalinskaja
Sa., Noskova – Muchova