von Münchner Löwe | Apr. 22, 2024 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Jeweils Spiel 1 der Best-of7-Serien ist gespielt, und die Heimteams gaben sich durch die Bank keine Blöße. Und ausgerechnet beim Ersten im Westen lag noch am ehesten eine Überraschung im, Bereich des Möglichen. Eine Erklärung ist vielleicht, dass in der Post Season das Heimpublikum sehr viel fanatischer ist. Die ungewohnte Atmosphäre, in der regulären Saison höchstens mal in einer engen Crunchtime, erklärt vielleicht auch die zum Teil brutalen Fehlstarts der Auswärtsteams
Boston Celtics – Miami Heat 114:94 (1:0)
Die Celtics starteten mit einem 14:0-Run, und man musste Schlimmstes für die Heat befürchten. Doch sie berappelten sich und verkürzten den Rückstand noch im ersten Viertel auf 21:26. Doch wenn ich ehrlich bin: Zu keiner Zeit habe ich ernsthaft an einen Auswärtscoup gedacht. Immer, wenn Boston die Punkte brauchte, landeten die Bälle wie ferngesteuert in der Reuse. Alle acht eingesetzten Spieler steuerten mindestens einen Dreier ein, 6 von ihnen punkteten zweistellig. Jimmy Butler fehlte den Heat an allen Ecken und Enden, zu zumindest der Butler in Play-off-Form, der das Team vergangenes Jahr bis in die NBA Finals geführt hatte. Eine Wiederholung scheint mehr als unwahrscheinlich.
Mann des Spiels
Aus dem Kollektiv einen herauszuheben, ist fast unfair. Ich entscheide mich für Derrick White, immer etwas im Schatten der Superstars Tatum und Brown. Er gibt immer volle Energie und ist ein Eckstein der formidablen Verteidigung.
Ausblick: Mir fehlt gerade die Fantasie, wie die Heat diese Serie gewinnen wollen ohne ihren vielleicht besten Mann. Die Celtics sind dermaßen breit aufgestellt, dass sie als wohl einziges Team auch den Ausfall eines ihrer Schlüsselspieler kompenieren könnten. Und ihre Dreierquote von fast 45 Prozent muss jedem Gegner Angst machen.
Milwaukee Bucks – Indiana Pacers 109:94 (1:0)
Die Bucks wie erwartet ohne Giannis, doch das erwies sich zumindest in der ersten Partie gegen die Pacers nicht als großes Problem. Fast könnte man sagen: im Gegenteil. Für Damian Lillard trifft das auf jeden Fall zu. In der ersten Hälfte legte er sagenhafte 35 (!) Punkte auf, und Spannung war eigentlich nur, ob er alleine mehr Punkte auf die Anzeigetafel bringen würde als das gesamte Pacers-Team. Nein, das schaffte er dann doch nicht: Er „verlor“ mit 35:42.Am Ende der Partie hatte Lillard immer noch 35 Punkte auf der Scorekarte, und gerade an den Brettern hätten die Bucks einen Antetokuonpo gut brauchen können. So lautete das Verhältnis der Offensiv-Rebounds 5:14, und allein die zweiten Chancen hielten die Pacers am Leben. Deren Dreierquote war allerdigs indiskutabel mit 8:38 und in der 1. Hälfte gar 3 von 18. So lässt sich ein Play-off-Spiel auswärts nur schwer gelingen.
Mann des Spiels
Trotz der fast unsichtbaren Leistung in der 2. Halbzeit kann das nur Damian Lillard sein. Im ersten Durchgang traf er fast nach Belieben seine wilden Dreier ebenfalls wie nach einem unwiderstehlichen Solo zum Korb. Auf der Gegenseite hielt Pascal Siakam mit 36 Punkten und einer Wurfquote von 60% glänzend dagegen, aber das alleine war zu wenig.
Ausblick: Diese Serie sehe ich enger, zumal Giannis wohl erst mal weiter ausfallen wird. Indiana dürfte sich was gegen Lillard überlegen, das hat ja in der 2. Halbzeit schon gut geklappt. Wichtig wird allerdings sein, dass ihr Allstar Tyrese Haliburton seine gewohnte Form abliefert, dann sehe ich schon Chancen für Spiel 2.
Los Angeles Clippers -Dallas Mavericks 109:97 (1:0)
Auch so ein Spiel, wo die Gäste sehr schwer in die Gänge kamen, namentlich Luka Doncic, der an seinem Wurf schier verzweifelte. In der 1. Halbzeit traf er nur 1 von 7 Dreiern, die Bilanz des gesamten Teams war desaströse 2 von 18. Das brachte ihnen einen 30:56 Halbzeitstand ein. 30 Punkte schaffen sie normalerweise in einem Viertel. Ganz anders die Clippers, die in Durchgang 7 von 15 Versuchen vesenkten. James Harden allein die ersten 4 seiner 4 Versuche. Die Mavs bestanden letztlich in der Offensive praktisch nur aus Doncic (33 Punkte) und Kyrie Irving (31). Nur PJ Washington punktete überhaupt noch zweistellig. Die Clippers dagegen auch ohne Kawhi Leonard sehr ausgeglichen. Harden, Gleich 4 Spieler hatten 20+ Punkte.
Mann des Spiels
Schwere Entscheidung, also entscheidet auch die Sympathie. Und zwar für Ivica Zubac, trotz seiner Größe immer ein wenig im Hintergrund. 20 Punkte und 15 Rebounds belegen seine Klase und Überlegenheit an den Brettern. Aber natürlich hatte man auch Harden mit seiner Glanzvorstellung vor allem in der ersten Hälfte (19 Punkte) wählen können.
Ausblick: bei den Mavs kann es eigentlich nur besser werden, vor allem ihre Wurfquote. Wenn dann noch Doncic und Irving mehr Unterstützung erfahren, wird es höchstwahrscheinlich wesentlich enger.
Oklahoma City Thunder – New Orleans Pelicans 94:92 (1:0)
Die einzig wirklich spannende Partie der ersten zwei Spieltage, die folgerichtig erst nach dem letzten Angriff entschieden war. Doch CJ McCallum verfehlte hart bedrängt von der Thunder-Defense das Ziel und zumindest die Overtime. Wie schon das auf beiden Seiten nur zweistelige Ergebnis zeigt. Es war der Tag der Verteidigungen. Jeder Wurf musste hart erarbeitet werden. Zweimal zogen die Thunderim zweiten Durchgang auf 10+ Punkte davon, zweimal schlugen die Pelicans zurück. Fast 20-mal wechselte die Führung.
Die Thunder legten auch den Schwachpunkt bloß, der den Thunder schon vorher attestiert wurde. Sie sind im Rebounding zu knacken. 52:44 lautete die Bilanz für die Pels, gar 18:8 bei den Offensiv-Rebounds. Und dabei fehlte ihnen mit Zion Williamson der beste Mann an den Brettern. Der hätte sehr viel Unheil anrichten können.
Mann des Spiels
Wie unoriginell, aber letztlich war es der unwiderstehliche Allstar Shay Gilgeous-Alexander, der für die Thunder den kleinen Unterschied ausmachte. 28 Punkte bei fast 50 Prozent Wurfquote, allerdings von der Dreierlinie 3 Fahrkarten bei 3 Versuchen. Bei den Pelicans hielte vor allem Jonas Valenciusas mit 20 Rebounds (9 OR!) prächtig dagegen.
Ausblick: Spätesten jetzt sind die Thunder gewarnt, dass das alles andere als ein Selbstgänger wird. Andererseits hat jeder der Thunder noch Steigerungspoztenzial. Doch die Pelicans dürften letztlich doch positiv aus der ersten Partie gehen und noch mehr überzeugt sein, dass auch in Oklahoma City was zu holen ist.
Programm heute
01:00: Cleveland Cavaliers – Orlando Magic (1:0)
01:30: New York Knicks – Philadelphia 76ers (1:0)
04:00 Denver Nuggets – Los Angeles Lakers (1:0)
DAZN macht übrigens laut eigener Vorschau für die jeweils 2. Spiele Pause und meldet sich erst in der Nacht zu Freitag zu Spiel 3 der Lakers vs Nuggets zurück. Premium-Sender halt, aber nur am Wochenende. Der NBA-Pass ist davor unser aller Freund.
von Münchner Löwe | Apr. 22, 2024 | bundesliga, Fernsehen, Fußball, Golf, Olympia, Tennis, Wochenrückschau
Vorbemerkung: NBA und NHL mache ich in einem gesonderten Text. Sonst wird es uferlos.
Klage der Woche
Die hat Toni Polster angestrengt. Es geht um 3 Länderspieltore, mit der er seine Bilanz von jetzt 44 aufstocken will. Das Problem ist, dass er diese bei nicht offiziellen Länderspielen erzielte 2 gegen Liechtenstein, eines gegen Tunesien, so etwas gab es zu seinen Zeiten nicht nur in Österreich. Das will Toni Doppelpack nicht auf sich sitzen lassen, 47 klingt halt besser als 44, mit denen er übrigens bereits Österreichs Rekordtorschütze ist und mittelfristig auch bleiben dürfte (darauf kommt es ihm angeblich nicht an). Klagegegner ist übrigens der Österreichische Fußball-Verband, der sich wiederum auf FIFA-Regeln beruft, die in einem ähnlichen Fall schon mal gegen eine Spieler (Romelu Lukaku) entschied.. Und zumindest die Liechtensteinpartie auf einen besseren Kartoffelacker bei Vaduz war eher ein Kraut-und-Rüben-Spiel als ein Ländermatch. So wurde unter anderem ein Spieler erst aus- und dann wieder eingewechselt, was sämlichen Regeln wiederspricht.
Das ficht die Anwälte nicht an, no na, ist ja auch nicht ihr Geld, das verpulvert wird, im Gegenteil. Die Herren Anwälte sagen, es würde doch Spaß machen, „ein bissl Rechtsgeschichte“ zu schreiben.
Am Freitag war der erste Verhandlungstag, mindestens ein weiterer ist für Mai anberaumt. Toni, hierzulande auch bekannt als Sänger mit den Thekenschlampen („Toni lass es polstern“) ist übrigens gerade 60 Jahre alt geworden und hat eine ziemlich ernste Krankheit überwunden. Manche leben danach bewusster, manche verbringen eben die Zeit im Gericht, obwohl es ihm dort überhaupt nicht gefällt. Wie es ausgeht: Hier in diesem Kino. Und ein vergnüglicher Text aus dem österreichischen Kicker vom Januar
https://www.kicker.at/die-seltsame-drei-tore-klage-des-toni-polster-987152/artikel
Erfolgreich in Europa
Besser hätten die Europacup-Spiele für die deutschen Vertreter kaum laufen können. Dortmund und Bayern setzten sich in der Champions League gegen Atlético Madrid und ein wirklich auf der ganzen Linie enttäuschenden FC Arsenal durch und stehen im Halbfinale. Dort treffen die Dortmunder auf Paris St. Germain und Bayern auf Real Madrid. Die Hinspiele sind nächste Woche jeweils in Deutschland. Gerade die Dortmunder werden es sehr bedauern, dass sie nicht zuerst auswärts spielen dürfen, denn das Westfalenstadion ist in einem Rückspiel für mindestens ein Tor gut. Siehe die Partie gegen die Madrilenen, als sie den Schock eines schnellen Ausgleichs nach der Pause gut wegsteckten und angefeuert von einem jetzt endlich nicht mehr ziemlich lethargischen Publikum die Spanier förmlich überrannten.
In der Europa League kam Leverkusen zu einem 1:1 bei West Ham mit einiger Mühe weiter. Mal wieder erzielte der Werkclub ein spätes Tor. Jetzt bekommen sie es mit der AS Rom zu tun, die Wiederholung des Halbfinals vom Vorjahr. Auf Roms Trainerbank sitzt allerdings nicht mehr José Mourinho. Es ist also mit Danilo de Rossi ein weitaus offensiveres Rom zu erwarten als die Maurertruppe vom Vorjahr.
Die internationalen Erfolge bringen es mit sich, dass Platz 2 in der Nationen-Jahreswertung greifbar nahe ist und somit ein weiterer Champions-League-Platz für die Bundesliga. Sollte Dortmund die Champions League gewinnen und nicht unter die besten 4 kommen, würden nächstes Jahr gar sechs deutsche Mannschaften an der reformierten Königsklasse teilnehmen. Das wäre des Guten aber schon arg viel.
Bayern auf Trainersuche
Und die wird noch sehr luschtig. Ein Kandidat nach der Absage des alllgemeinen Lieblings Xabi Alonso war auch Julian Nagelsmann, doch der ist nicht mehr auf dem Markt (wenn er es denn je war). Der erst im März 2023 von den Münchnern gefeuerte Trainer hat offenbar großen Gefallen an seinem Job als Bundestrainer gefallen und wird diesen Job zumindest bis 2026 und die WM in Amerika ausüben. Angeblich gibt es für den DFB eine Klausel, bei einem Vorrunden-Aus bei der Heim-EM den verlängerten Vertrag ohne große Abfindungen einzukassieren. Die jetzt am höchsten gehandelten Kandidaten sind offenbar in England tätig. Roberto de Zerbi, mit Lob unter anderem von Pep Guardiola überhäufter Coach von Brighton und Unai Emery, der Aston Villa vielleicht sogar in die Champions League führt und mit dem Team auch noch im Halbfinale der Conference League steht. De Zerbi gilt als höchst innovativ, hat allerdings noch keinen großen Club in einer Top-Liga gecoacht, nichts für ungut Schachjor Donezk. Unai Emery hat bereits internationale Meriten, holte mit dem FC Sevilla dreimal die Europa League und schaltete mit dem FC Villarreal 2022 die Bayern im CL-Viertelfinale aus. Allerdings scheiterte er beim FC Arsenal. Wenn ich tippen müsste, würde ich bei ihm landen obwohl Bayern nicht in der Europa, sondern in der Champions League spielt. Sonstige mehr oder weniger seriös gehandelte Kandidaten: Zinedine Zidane (wäre extrem charmant und spannend, aber die Sprache …), Ralf Rangnick (eigentlich bei Österreichs Nationalteam unter Vertrag und im Wort), Hansi Flick (will angeblich nicht mehr in Deutschland trainieren), Roger Schmidt von Benfica und neuerdings sogar Lucien Favre, der ja mit dem neuen Sportvorstand Max Eberl in Gladbach bestens und lange zusammenarbeitete (kann ich mir kaum vorstellen).
Vorentscheidung im Abstiegskampf …
Nach der auch rechnerisch fixen Meisterschaft für Bayer ist im Abstiegskampf mehr als eine Vorentscheiung gefallen. Der 1. FC Köln verlor am Samstag zu Hause gegen den Letzten Darmstadt 98 und hat mittlerweile 5 Punkte auf Platz 16. Die wohl allerletzte Chance gibt es nächste Woche beim Duell mit dem 15. Mainz 05. Im rheinischen Karnevalsduell spricht aber so gut wie alles für die formstarken Mainzer.
Die können sogar auf die direkte Rettung hoffen. Sie sind punktgleich, aber 9Tore vor dem 16. Bochum und sind klar in der besseren Form. In der Verlosung ist vor allem noch der 1. FC Union, gerade mal 2 Punkte vor Mainz/Bochum. Der Rest dürfte einigermaßen gesichert sein.
… Und im Aufstiegsrennen der 2. Liga
Holstein Kiel (beim HSV) und St. Pauli (bei Hannover) gewannen ganz wichtige Auswärtsspiele. Ihr Vorsprung auf den Dritten Fortuna Düsseldorf beträgt 6 bzw 5 Punkte bei noch 4 Spieltagen. Die Fortuna selbst kann für die Relegation planen angesichts von 6 Punkten Vorsprung und dem klar besseren Torverhältnis auf den HSV. Der hat mit einer erneut schwachen Rückrunde jetzt höchstwahrscheinlich schon zum 6. Mal trotz des höchsten Budgets den Wiederaufstieg verpasst. Nächstes Jahr also das 7. Jahr, verflixt oder doch erfolgreich?, Zweitliga-Dino halt. Mal sehen wann sie die Uhr anschmeißen.
Im Abstiegskampf der 2. Liga ist der VfL Osnabrück nicht mehr zu retten. Kaiserslautern, Rostock, Wehen-Wiesbaden und vielleicht noch Braunschweig machen die Plätze 14 bis 17 unter sich aus, wobei Braunschweig gerade mit Abstand die beste Form zeigt.
Endlich Struffs Turniersieg
Mehr als 10 Jahre hat Jan-Lennard Struff auf einen Turniersieg auf der ATP-Tour warten müssen, im eiskalten und regnerischen München schaffte er ihn endlich mit durchwegs überzeugenden Leistungen. Am Samstag gegen Holger Rune spielte er vielleicht so gut wie noch nie in seinem Leben. Sascha Zverev kam mit den Bedingungen überhaupt nicht zurecht und schied bereits im Viertelfinale ziemlich sang- und klanglos aus gegen die Nummer 92 Cristian Garin.
Ebenfalls ein Premierensieg gelang Christian Ruud. Der Norweger gewann das Finale von Barcelona und sicherte sich erstmals ein 500er-Turnier. Im Endspielk revancierte er sich gegen Stefanos Tsitsipas für die Finalniederlage eine Woche zuvor in Monte Carlo. Diese beiden sind bisher in der Sandplatzsaison dominant.
Beim grandios besetzten Turnier in Stuttgart (von den Top Ten fehlte nur Maria Sakkari) gewann Lena Rybakina gegen die Überraschungsfinalistin Marta Kostyuk. Trotz der Niederlage: grandios, was die Ukrainerin in diesen für ihr Land so furchtbaren Zeiten leistet.
Scottie Scheffler weiter überragend
Nur der einsetzende Regen verhinderte schon gestern den nächsten Turniersieg des amerikanischen Golfprofis in Hilton Head Island, Den holte vollendete er dann aber am Montag. Die gerade im Golf unfassbare Bilanz seiner letzten 5 Turniere:: 4 Siege, 1 zweiter Platz hinter Stephan Jaeger. Vor einer Woche hat er ja auch das Masters überlegen gewonnen. Das Turnier-Doppel Augusta/Hilton Head schaffte 1985 ein gewisser Bernhard Langer … Jaeger kam diesmal auf den geteilten 18. Platz, der Österreicher Sepp Straka schaffte mit Platz 5 sein bestes Ergebnis des Jahres.
Eisbären auf Titelkurs
Die Berliner gewannen gestern das dritte Spiel der DEL-Finalserie bei den Fischtown Bremerhaven und führen in der Serie mit 2:1. Das entscheidende Tor erzielte Veilleux nach 37:54 in der 2. Overtime, also nach fast 100 Minuten Spielzeit. Morgen in Berlin dann Spiel 4.
Titelverteidiger schon draußen
Seit Samstag läuft die Snooker-WM in Sheffield, die ich in meiner vergangenen Wochenvorschau schmählicherweise unterschlagen habe. Titelverteidiger Luca Brecel aus Belgien ist schon raus, er verlor mit 9:10 gegen Gilbert. Da auch der hochgewettete Chinese Zhang schon gescheitert ist, ist das Ganze eine fast komplett britische Angelegenheit. Ronnie O´Sullivan kann den 8. Titel gewonnen. Er machte sich vor dem Turnier sehr beliebt in Sheffield, als er das Cruicible Theatre als nicht mehr zeitgemäß für eine derart große Sportveranstaltung kritisierte. Das kann man ja durchaus so sehen, aber die vorgesehene Alternative Saudi-Arabien oder Katar stößt nicht nur Traditionalisten sehr sauer auf.
Unruhe bei der DFL
Gerade werden die Fernsehrechte für 4 Jahre ab 2025 versteigert. Beziehungsweise sollen versteigert werden. Denn nachdem DAZN das Verfahren hart kritisierte und sich benachteiligt fühlt, angeblich hat die DFL viel zu kurzfristig eine Bankgarantie verlangt, stoppte die DFL das Verfahren. Wie es weitergeht, steht in den Sternen.
Und sonst?
– Der SC Magdeburg vor dem Handballtitel: Das Team siegte beim Dritten SG Flensburg-Handewitt und nahm damit die schwierigste Hürde zum titel. Die Bördestädter sind punktgeleich mit den Füchsen Berlin (Unentschieden gegen THW Kiel), haben aber eine Partie weniger bestritten und haben auch den direkten Vergleich mit den Füchsen. Ich sehe angesichts des Restprogramms niemmanden, der ihnen noch entscheidende Punkte abknöpfen kann.
– auch im Volleyball kämpft eine Berliner Mannschaft um den Titel. In der Finalserie liegen die Volleys für mich völlig überraschend mit 1:2 gegen den VfB Friedrichshafen zurück, die sich im Halbfinale ja nur ganz knapp gegen Giesen durchgesetzt hatten und besten Tage doch eigentlich hinter sich haben. Den ersten Matchball haben die Volleys am Samstag zu Hause abgewehrt. Jetzt müssen sie morgen bei den Häflern antreten.
– Pogacars Soloritt: Der Slowene sicherte sich im Alleingang den Radklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich, das vierte sogenannte Monument und der letzte Frühjahrsklassiker und bestätigte seine Favoritenstellung mit fast 2 Minuten Vorsprung. Die Vorentscheiung fiel, als sein härtester Konkurrent Matthew van der Poel stürzte. Der Holländer, zuvor Sieger bei den Monumenten Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix kam zwar noch mal ans Hauptfeld ran, doch als dann Pogacar antrat, hatten er und sein Team kräftemäßig nichts mehr zuzusetzen. Pogacar peilt ja dieses Jahr das Doppel Giro und Tour an. Die Chancen dazu hat er allemal, auch weil niemand wirklich weiß in, welchem Gesundheitszustand die vermeintlich härtesten Konkurrenten für die Tour, Jonas Vingegaard und Remko Evenepoel, nach ihren schweren Stürzen vor zwei Wochen zurückkommen, wenn sie die Tour überhaupt in Angriff nehmen
– Manchester-Finale im FA Cup. Während City sich mehr recht und schlecht gegen den Pokalspezielisten Chelsea mit 1:0 durchsetzte, kam es bei United gegen den Zweitligisten Coventry zu einem unerwarteten Spektakel. 3:0 führte United bis eine Viertelstunde vor Schluss, dann brach das Team völlig auseinander und kassierte noch 3 Tore. Ein viertes von Coventry in der Nachspielzeit wurde vom VAR wegen einer Millimeter-Entscheidung (wirklich abseits?) zurückgenommen. Letztlich entschied das Elferschießen für United, und die Hoffnung aufs internationale Geschäft auch nächstes Jahr (vielleicht mit einem Trainer Thomas Tuchel?) lebt.
Ärger der Woche I
Clasico in Madrid gegen Barca, und Real siegte durch ein mal wieder sehr spätes Bellingham-Tor mit 3:2. Barcas Ärger entlud sich auf den Schiri besser gesagt, auf das System. Denn nach einem Barca-Schuss deutete viel darauf hin, dass der Ball hinter der Linie war. Klarer Fall für die Torlinientechnik, doch – Überraschung, Überraschung: Die gibt es nicht in der so reichen Primera Division – und wahrscheinlich nicht nur ich will das kaum glauben. Die „normalen“ Fernsehbilder brachten kein endgültiges Ergebnis, sodass die ursprüngliche Entscheidung Nicht-Tor weiter Bestand hatte. Damit ist das Meisterrennen in Spanien zugunsten von Real entschieden. Und das Sensationsteam Girona dürfte sicher einen CL-Platz haben, allergrößten Respekt.
Ärger der Woche II
Zu enge Trikots: Als gäbe es in den USA keine Sexismus-Debatte, stattete Nike das US-Olympia-Team der Frauenmit besonders aufreizender Kleidung aus. Sehr zum Missfallen der Sportlerinnen, die sich vor allem an dem besonders hohen Beinausschnitt stoßen. Nike verteidigt sich, dass dieses Outfit nur eines von vielen Möglichkeiten sei, aber die Frage bleibt halt, warum so etwas überhaupt entworfen wird. Man mache sich sein eigenes Bild.
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/us-nike-outfit-athletinnen-sexismus-leichtathletik-kritik-olympia-paris-100.html
Die Wochenvorschau und NBA folgen
von Münchner Löwe | Apr. 21, 2024 | basketball, NBA
Vorbemerkung. Ich versuche, jedes Spiel kurz zu analysieren. Anhand von Statistiken, Spielverläufen und meine Schlüsselmomente -Stats. Ob mir das wirklich bei jedem Spiel gelingt, bleibt abzuwarten. Und ich glaube nicht, dass ich für meine Leser die Ergebnisse verbergen oder gar auf Spannung machen muss.
Der erste Spieltag der Play-offs brachte keine großen Überraschungen und auch kein Drama. Vier Spiele, vier mehr oder weniger klare Heimsiege, lautet die Bilanz. Auffällig: Es war nicht der Tag der Dreierschützen: Kein Team kam auch nur annähernd auf 40 Prozent.
Cleveland Cavaliers- Orlando Magic 97:83 (Play-off-Stand 1:0)
Insgesamt ein vor allem offensiv ziemlich wildes Spiel mit traurigen Wurfquoten, gerade jenseits der Dreierlinie. Das ist man bei den Magic ja schon die gesamte Saison gewohnt. Aber selbst für sie sind 8 von 37, also 21,6 Prozent, indiskutabel. Dazu kam kaum Unterstützung von der Bank, Cole Anthony traf nicht einen seiner 7 Würfe, nur Mo Wagner punktet zweistellig. Apropos Wagner: Der jüngere Bruder Franz begann sehr stark und konzentriert, brachte aber im 2. und 3. Viertel sehr wenig Produktives zustande. Zeitweise erinnerte das ganze weniger an ein NBA-Spiel, sondern ein übles Klassenspiel ohne Plan hüben wie drüben.
Mann der Partie
Für mich klar Donovan Mitchell, der 30 Punkte auflegte und kaum zu stoppen war. Das kompensierte die ebenfalls ziemlich traurige Dreierquote.
Ausblick: Für die Magic kann es nur besser werden. Wenn sie ihren Dreier nur einigermaßen finden und Mitchell stoppen können, sehe ich noch Chancen.
New York Knicks – Philadelphia 76ers 111:104 (1:0)
So stelle ich mir ein Eastern-Play-off-Spiel zweier Erzrivalen vor. Jeder Angriff umkämpft, wenig freie Punkte. Da entscheiden Kleinigkeiten, und diesmal war es nicht eine Kleinigkeit: Joel Embiid verletzte sich an dem ohnehin schon maladen Knie, er kam zwar zurück, war aber deutlich angeschlagen und weit von seiner Bestform zurück. Sprungwürfe bereiteten ihm große Mühe. Tyrese Maxey legte zwar 31 Punkte auf, konnte den Ausfall allein aber nicht kompensieren.
Bei den Knicks erwischte der zuletzt überragende Jalen Brunson keinen guten Tag. Er traf nur einen seiner 6 Dreier und nur gut 30 Prozent der Würfe überhaupt
Mann der Partie
Josh Hart. Der Forward warf im Schlussabschnitt 3 Dreier und legte insgesamt 22 Punkte auf. Das machte den Unterschied der engen Partie aus.
Außerdem war die starke Bank der Knicks entscheidend. Miles McBride versenkte 5 von 7 Dreier, Bojamn Bogdanovic 3 von 6. McBride kam auf den angesichts der knappen Partie wirklich erstaunlichen Pluswert von 37. Mit ihm auf dem Parkett haben die Knicks also 37 Punkte mehr erzielt als der Gegner. Und Mitchell Robinson war in der Defensive ein Anker und spielte auch vor Embiids Verletzung toll gegen den Olympiastarter, diesmal noch auffälliger als Isiah Hartenstein, der diesmal nicht so glänzen konnte
Ausblick: Offenbar kann Embiid weiterspielen. Aber wenn er seine Beweglichkeit nicht wiedererlangt, sehe ich für die Sixers kaum Chancen. Ein Maxey allein kann es nicht richten. Aber auch gegen einen fitten Embiid sehe ich die Knicks letztlich klar vorn. Zumal gerade ein Brunson Steigerungspotenzial hat.
Minnesota Timberwolves – Phoenix Suns 120:95 (1:0)
Nach ausgeglichenem ersten Viertel übernahmen die Timberwolves das Kommando. Rudy Gobert räumte hinten auf und war am Brett bärenstark (16 Rebounds, sechs OR), vorne kam Anthony Edwards immer besser in die Partie. Ein Faktor war auch Karl-Anthony Towns, der nach langer Verletzngspause immer besser seinen Rhythmus fand. Die Suns hatten dagegen nur Kevin Durant (31 Punkte). Von der Bank kam kaum Input, nur Royce O´Neale überzeugte mit 4 Dreiern bei acht Versuchen. Bei den Wolves dagegen glänzte Nickeil Alexander-Walker mit 13 Punkten bei 13:44 Minuten Einsatzzeit. Ein zumindest offensiv Totalausfall war bei den Suns Scharfschütze Grayson Allen. Er nahm überhaupt nur 3 Würfe und traf davon keinen einzigen
Mann der Partie
Anthony Edwards: Er kam zwar schwer in die Partie (1. Halbzeit nur 10 Punkte), war dann aber kaum mehr zu stoppen und legte am Ende 31 Punkte auf.
Doch spielentscheidend war die für mich von Gobert angeführte Defensive der Wolves, die die Suns mit ihrer Beweglichkeit die gesamte Spielzeit extrem forderte.
Ausblick: Sollte Kevin Durant nicht mehr Hilfe gerade von seinen Co-Stars Devin Booker und Bradley Beal erhalten, sehe ich schwarz für das Team aus Arizona. Doch wenn etwa ein Allen seine Dreier wie schon so oft in Serie verwandelt, kann das eine sehr enge und unterhaltsame Serie werden. Entscheidend wird sein, ob die Wolves-Defense ihre tolle Vorstellung wiederholen kann.
Denver Nuggets – Los Angeles Lakers 114:103 (1:0)
Es kam, wie es die Lakers-Fans fast befürchten mussten. Am Ende ging dem 39-jährigen LeBron James schlicht die Kraft aus, und auch ein Anthony Davis hatte nichts mehr zuzusetzen.
Die erste Halbzeit gehörte den Lakers. Angeführt von James (19) und Davis (18) führten sie mit bis zu 10 Punkten. Doch in der zweiten Halbzeit hatten sie nichts zuzusetzen gegen die ausgeglichenen Nuggets, bei denen (natürlich) Nikola Jokic und Jamal Murray herausragten. Bei beiden Teams war auffällig, wie wenig von der Bank kam, Nuggets 17 Zähler, Lakers 11 (alle von taurean Prince.
Mann der Partie
Langweilig zu schreiben, aber an Nikola Jokic komme ich nicht vorbei. 32 Punkte, 15 von 23 aus dem Feld, 12 Rebounds und eine allgegenwärtige Präsenz.
Ausblick: Sofern die Regeln nicht geändert werden und die Spielzeit nicht halbiert wird, sehe ich wenig Chancen für die Lakers. Sie haben eine Halbzeit gezeigt, dass sie mit dem Titelverteidiger mithalten können. Zu mehr reicht es nur, wenn Leute wie Hachimura, Austin Reaves und DÁngelo Russell sich sehr viel bessereinbringen und die beiden Topstars wirklich entlasten.
von Münchner Löwe | Apr. 20, 2024 | basketball, NBA
Vorbemerkung: Ich weiß natürlich, dass heute auch die Play-offs in der NHL starten, aber das werde ich höchstens in Aufzeichnungen verfolgen, trotzdem natürlich einen besonderen Blick auf die Edmonton Oilers und Leon Draisaitl werfen. Aber mein Hauptaugenmerk gilt der NBA
Blick über den Teich, NBA
Heute beginnen sie also, die von mir mit so viel Spannung erwarteten NBA-Play-offs. Die entscheidenden Spiele gestern in den Play-Ins gingen ziemlich unspektakulär zu Ende. Mit den Heat und den Pelicans setzte sich jeweils das Heimteam durch. Für „meine“ Sacramento Kings ist damit die Saison beendet. Hach ausgeglichenen anderthalb Viewteln hatten sie nichts mehr zuzusetzen. Gerade von der Bank kam wenig, der Ausfall von Malik Monk und Kevin Huerter war für sie viel schlechter zu kompenieren als der von Zion Williamson für New Orleans. Letztlich war es absehbar nach dem All-Star-Break. Aber jetzt volle Konzentration für die Play-offs. Am Ende des Textes gibt es ein von mir durchgetipptes Bracket. Das wird im Zweifel so nicht passieren.
Eastern Conference
(1) Boston Celtics – (8) Miami Heat
Auf dem Papier ist das eine klare Sache. Die klar bessere Bilanz für die Celtics, und bei den Heat fehlt auch noch Jimmy Butler. Doch es sind halt Play-offs. Und so sehr dort die Celtics oft ihre PS nicht aufs Parkett bringen, so sehr leben die Heat auf. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Miami einnes der beiden ersten Spiele in Boston klaut, letztlich aber ist die Klasse der Celtics doch zu groß. Celtics in 6
(2) New York Knicks – (7) Philadelphia 76ers
Das im Osten wohl am meisten beachtete Matchup. Die große Frage, die uns die gesamte Serie begleiten wird. Wie fit ist Phillies Joel Embbiid, der MvP der vergangenen Saison. Die Sixers ohne ihn, das haben die zwei vergangenen Woche gezeigt, sind eine Klasse schlechter und wären meines Erachtens völlig chancenlos. Wenn er dagegen sein volles Können abrufen kann und das auch alle zwei Tage, sehe ich große Chancen für Philadelphia, zumal die Knicks auf Julian Randle, vielleicht ihren wichtigsten Spieler, vezichten müssen. Trotzdem haben sie genug Power, um auch gegen Philadelphia mit einem fitten Embiid bestehen zu können, vor allem wenn Brunson so grandios spielt wie zuletzt. Aus deutscher Sicht gerät Isiah Harttenstein in den Fokus, den ich ja gerne im Nationalteam sähe. Bin gespannt, wie er sich gegen Embiid aus der Affäre zieht. Mit Bauchweh: die Knicks in 7
(3) Milwaukee Bucks (3) – Indiana Pacers (6)
Auch hier dreht sich die große Frage um einen angeschlagenen Superstar: Wird Giannis Antetukuonpo nach seiner Wadenzerrung fit und wie fit ist er dann wirklich. Zumindest der Start in Spiel 1 ist fraglich, und das wäre für die Bucks ein herber Verlust. Die Hürde Indiana mit ihrem irre schnellen Angriffsspiel ist ohnehin sehr hoch. Die machen ihren Namen alle Ehre und bieten äußerst unterhaltsamen Basketball. Wie weit sie damit kommen, ist allerdings eine andere Frage, weil in den Play-offs meist doch ganz anders gespielt wird. Doch ich lehne mich jetzt einfach mal aus dem Fenster und winke die Pacers in 6 Spielen weiter.
(4) Cleveland Cavaliers – (5) Orlando Magic
Die gute Nachricht für Orlando: Franz Wagner ist offenbar fit. Und auch ansonsten das Team. Die Cavs haben mir zuletzt nicht besonders gefallen. Für mich ist das eine Serie auf Augenhöhe. Die Cavs haben zwar mehr Play-off-Erfahrung als die Magic, die erstmalsseit Jahren wieder in der Post Season dabei sind, aber mit ihrer guten Verteidigung können sie den Cavs um Garland durchaus die Suppe versalzen. Wichtig wäre allerdings, dass sie ihre Dreier einigermaßen treffen, da ist auch bei den Wagner-Brüdern enormer Nachholbedarf. Auch aus Sympathie: Magic in 6.
Und das ist mein Bracket East
1. Runde:
Celtics – Heat
Cavs – Magic
Bucks – Pacers
Knicks – 76ers
2. Runde
Celtics – Magic
Knicks – Pacers
Conf. Final
Celtics – Pacers
Western Conference
Insgesamt ist hier alles noch enger und auch attraktiver mit den größeren Stars: mit den jungen Himmelsstürmern aus Oklahoma und Minnesota und den Arrivierten wie Denver, Lakers und Phoenix sowie den großen Unbekannten Clippers und Dallas. Nun denn
(1) Oklahoma City Thunder – (8) New Orleans Pelicans
Für die eher kleine und reboundschwache Truppe aus Oklahoma wird es eine große Erleichterung sein, dass Zion Williamson wohl die gesamte Serie ausfällt. So sind die Pelicans leichter auszurechnen, haben aber mit dem immer stärker werdenden Brandon Ingram oder McCallum Waffen, die den Thunder wehtun können. Die allerdings haben mit Shay Gilgeous-Alexander den meiner Meinung nach besten Offensivspieler der Liga (ds wäre eine hübsche Diskussion für sich) in ihren Reihen. Mit Rookie Chad Holmgren sind sie viel stärker als vergangenens Jahr, auch deswegen: Thunder in 5
(2) Denver Nuggets – (7) Los Angeles Lakers
Es gab ja Spekulanten, die darauf setzten, die Lakers würden freiwillig das erste Spiel der Play-Ins verlieren, um dem Titelverteidger aus Denver aus dem Weg zu gehen. Was irre genug gewesen wäre und auch so gar nicht Lakers-Stil. Klar sind die Nuggets klarer Favorit, aber die Lakers können gerade mit LeBron James und Anthony Davis gut dagegenhalten. Und wenn Mr. Russell oder ein Reaves und Hajimura Feuer fangen, kann es für Denver brenzlig werden, die mir nicht unverwundbar scheinen, siehe das vorletzte Spiel in San Antonio, wo sie mit ihrer Niederlage Platz 1 verspielten. Für sie wird es drauf ankommen, das ihr neben dem überragenden Jovic zweiter Star Murray abliefert. Dann dürfte es für die Lakers schwer werden, zumal in einer langen Serie gerade LeBron James kräftemäßig über die Grenzen gehen muss, die für sein Alter ohnehin schon jenseits des bisher Gesehenen sind.Also Nuggets in 6
(3) Minnesota Timberwolves – (6) Phoenix Suns
Am Ende dieser merkwüdigen Spielzeit wissen die Suns wohl selbst nicht, wie sie Platz 6 und damit die direkte Play-off-Teilnahme geschafft haben. Denn sie spielen weit unter ihren theoretisch großen Möglichkeiten. Vielleicht haben sie nominell mit Kevin Durant, Kevin Booker und Bradley Beal sogar das beste Trio, bestens unterstützt von Scharfschütze Grayson Allen und Center Jusuf Nurkic. Doch die Timberwolves stehen verdient dort, wo sie stehen. Mit einem überragendem Anthony Edwards, dem besten Liga-Verteidiger Rudy Gobert und einem hoffentlich fitten Karl-Anthony Towns. Ich sag mal so: Wenn Phoenix immer so gut spielt, wie sie es können, würde ich sie favorisieren. Da das aber oft nicht der Fall ist, sehe ich die Wolves in 6 Spielen vorn und das wäre mir auch sehr recht.
(4) LA Clippers – (5) Dallas Mavericks
Auch hier ein Stelldichein der Stars, zumindest dem Namen nach. Aber gerade bei den Clippers sehe ich einige Fragezeichen. Wie steht es wirklich um die Gesundheit von Kawih Leonard. Sind Paul George und James Harden auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft. Das sind mir ein paar zu viele Unwägbarkeiten. Aber auch die Mavericks haben so ihre Verletzungsprobleme, der halbe Kader inklusive Luka Doncic ist nicht hundertprozentig fit. Und doch: Ich sehe sie leicht vorn wegen des überragenden Doncic, einen Kyrie Irving in Glanzform und vor alem auf ihren Wintertransfers Gafford und Washington. Und einer wie Tim Hardaway kann auch jederzeit heißlaufen. Es wird wohl sehr eng: Mavericks in 6
Bracket West
1. Runde
Thunder – Pelicans
Clippers – Mavericks
Timberwolves – Suns
Nuggets – Lakers
2. Runde
Thunder – Mavericks
Nuggets – Timberwolves
Conference Final
Thunder – Timberwolves
NBA Final
Thunder – Celtics
Eigentlich alles klar. Dann muss ja gar nicht mehr gespielt werden …
von Münchner Löwe | Apr. 19, 2024 | basketball, NBA, NHL
Blick über den Teich, NBA und NHL
NBA
Heut Nacht werden die letzten beiden Teilnehmer für die Play-offs ermittelt. In der „1. Runde“ setzten sich die LA Lakers gegen die New Orleans sowie die Philadelphia 76ers gegen die Miami Heat durch. Beide Partien wurden durch die Verletzung absoluter Schlüsselspieler beeinflusst. In New Orleans musste der bis dato überragende und alles beherrschende Zion Williamson das Parkett bei ausgeglichenem Spielstand velassen. Ohne ihn brachten die Pels kaum mehr etwas zu Stande. Ebenso war Jimmy Butler von den Miami Heat in der Schlussphase kein Faktor mehr, nachdem er im dritten viertel böse umgeknickt war. So konnten sich die Sixers ebenfalls im Endspurt durchsetzen.
Sowohl die Heat als auch die Pelicans haben heute Nacht die zweite Chance. Zunächst empfängt Miami die Chicago Bulls, die sich ihrerseits gegen die Atlanta Hawks recht locker durchsetzten und überhaupt zuletzt einen guten Eindruck machten. Und da Jimmy Butler und auch Terry Rozier den Heat fehlen, sehe ich gute Chancen für die Bulls.
Im Anschluss treffen die Pelicans auf die Sacramento Kings. Die bezwangen die Golden State Warriors überraschend klar, auch weil einerseits Keegan Murray einen grandiosen Tag mit 7 Dreiern erwischte, auf der anderen Seite Klay Thompson einen rabenschwarzen. Keinen Punkt brachte er auf die Anzeigentafel bei 10 Wurfversuchen. Gerade seine Dreier machten zuletzt in San Francisco Hoffnung, am Dienstag warf er 0 von 7, deprimierend. Bei Golden State wird man sich jetzt überlegen, wie es nach dem Saisonaus weitergeht. Für mich war schon die teure Verpflichtung von Chris Paul ein Riesenfehler.
Williamson wird bei den Pelicans fehlen wie bei den Kings weiterhin Malik Monk und Kevin Huerter. Die Chancen sehe ich bei 50 zu 50, mein Herz schlägt bekanntlich für die Sacramento Kings.
NHL
Gestern war der letzte Spieltag der regulären Saison, der aber keine großen Erkenntnisse brachte. Die Edmonton Oilers verloren klar ohne Conor McDavid und Leon Draisaitl bei den Colorado Avalanche.
Aufgrund des für mich absurden Modus, bleiben die Divisionen (!) in der 1. Play-off-Runde unter sich mit der Folge, dass die Oilers als fünftbestes Team Heimrecht gegen den Siebten (LA Kings) haben und die Avalanche als viertbestes Team (3 Punkte vor den Oilers) auswärts beim zweitbesten Team (Winnipeg Jets) antreten müssen. Hochgradig ungerecht und mE nicht mehr zeitgemäß.
Es spielen (Best of 7) ab Samstag
Eastern Conference
NY Rangers – Washington Capitals
Carolina Hurricanes – NY Islanders
Florida Panthers – Tampa Bay Lightning (hübsches Florida-Duell)
Boston Bruins – Toronto Maple Leafs (Duell zweier original Six)
Western Conference
Dallas Stars – Vegas Golden Knights
Winnipeg Jets – Colorado Avalanche
Vancouver Canucks -Nashville Predators
Edmonton Oilers – LA Kings (immer eine sehr umkämpfte Serie)
Für die Deutschen im Hinblick auf die WM im Mai eine bittere Nachricht. Tim Stützle hat seine Teilnahme abgesagt, weil er seine Verletzungen auskurieren will.
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