von Münchner Löwe | Mai 21, 2026 | basketball, NBA
Oklahoma City Thunder – San Antonio Spurs 122:113 (1:1)
Die Thunder von Beginn an bissiger und griffiger, aber lange konnten sich die Spurs erfolgreich wehren. Das Ganze glich einem Hase-und Igel-Spiel. Mehrfach zogen die Thunder auf 10 Punkte und mehr davon, mehrfach kamen die Spurs heran. Aber eben immer nur heran, nie vorbei: fast schien es, als trieben die Thunder ein böses Spiel (natürlich nicht). Vielmehr zeugt es von der großen Klasse der Texaner mit ihrem außergewöhnlichen Potenzial.
Die Partie war von enormen Tempo geprägt, was sich allerdings nachteilig auf die Qualität und vor allem Genauigkeit des Ballvortrags auswirkte. Viele erratische Entschedungen, viele Ballverluste auf beiden Seiten
Die Entscheidung dann im 4. Viertel, als die Thunder mehr zuzusetzen hatten und die Gäste nach dem Ausfall von De’Aaron Fox auch das Fehlen von Dylan Harper verkraften mussten. Zwei Spielmacher mit gutem Ballvortrag fehlten also gegen diese abwehrstarken und aggressive Defense, das konnte nicht gutgehen und das ging nicht gut. So konnten die frenetischen Fans den elementar wichtigen Erfolg bejubeln.
Bester der Sieger
Shai Gilgeous Alexander: 30 Punkte hatte er am Ende und 9 Assists. Standesgemäß für den MvP, und doch war der Kanadier nicht ohne Schwächen. Etwa bei den Dreiern (0 von 5). Aber dieser SGA, gerade wenn er so mannschaftsdienlich agiert, dürfte die härteste Nuss sein, die es seitens der Spurs zu knacken gibt.
Stark beim Verlierer
Stephon Castle: 25 Punkte und 8 Assists, das sind glänzende Zahlen. Der „nur“ 1,98 ;eter große Guard sorgte mit einem spektakulärem Dunk über die Thunder-Riesen hinweg für die monumentale Szene des Spiels. Zur Wahrheit gehören aber leider auch gleich 9 Ballverluste.
Wemby-Watch: Nicht ganz so auffällig wie in Spiel 1, nicht ganz so dominant wie in Spiel 1. Eine eher irdische Leistung (auf sehr hohem Niveau) mit 21 Punkten, 17 Rebounds (davon zwei spektakuläre Tip-Dunks), 6 Assists und 4 Blocks. Wirkte am Ende ebenfalls etwas angeschlagen.
X-Faktoren
Thunder-Bank: Gleich 4 Spieler, die zunächst nur Ersatz waren, punkteten zweistellig. Der beste von ihnen war wieder Alex Caruso mit 17 Punkten, dazu wie immer der besonders vortreffliche Verteidiger dieser extrem lästigen Defense.
Zahlereien
34 Assists (Vorlage zum direkten Korberfolg) bei den Thunder, Ausdruck eines deutlich verbesserten Zusammenspiels. In der ersten Partie waren es trotz zweier Verlängerungen und 10 Minurten mehr Spielzeit nur 25. Jeder kann jeden bedienen, jeder kann werfen (außer Hartenstein Dreier), das macht das Ganze für den Gegner zu schlecht ausrechenbar.
23 Ballverluste der Spurs – das ist einfach zu viel. Geschuldet der enorm starken Verteidigung. Gerade Castle (9 Turnover) muss einfach besser auf den Ball aufpassen.
🇩🇪👓
Isaiah Hartenstein hätte ich auch als X-Faktor benennen können. Viel aktiver als in Spiel 1, gerade in der entscheidnen Schlussphase mit mehreren ganz starken Offensiv-Rebounds. Am Ende zweistellige Werte bei Punkten und Rebounds (10/13). Wurde auf Wembanyama angesetzt, und machte seine Sache auch in dieser Beziehung mehr als ordentlich. Wahrscheinlich die beste Leistung des deutschen Centers in den diesjährigen Play-offs.
Ausblick
Die Serie geht jetzt nach San Antonio, und trotz des Reisetages ohne größere Unterbrechung. Sehr wichtig wird sein, o und in welchem Zustand die Angeschlagenen zurückkommen. Sollte bei den Spurs neben De’Andre Fox auch Dylan Harper ausfallen, wäre das eine mittlere Katastrophe (ja, ich weiß, es geht um Sport). Gerade der ballsichere Harper wäre als Aufbauspieler elementar wichtig und kaum ersetzbar. Die Thunder haben schon in den ersten Runden bewiesen, dass sie den Asufall von Jalen Williams verkraften, Ajaj Mitchell stünde bereit.
Ansetzungen
Fr., 02:00: Knicks – Cavaliers (1:0)
Sa., 02:30: Spurs – Thunder (1:1)
So., 02:00: Cavaliers – Knicks
Mo., 02:30: Spurs – Thunder
Anmerkung in eigener Sache. Über Pfingsten bin ich nicht in München, sondern in einem Bauernhaus ohne WLAN. Morgen wirds noch einen Spielbericht geben, dann erst wieder am Dienstag.
von Münchner Löwe | Mai 20, 2026 | Allgemein
New York Knicks – Cleveland Cavaliers 115:104 OT (1:0)
Im Geiste hatte ich sie schon formuliert. Meine süffisanten Kommentare zu den ganzen allwissenden Experten, die den Cavaliers so überhaupt keine Chance geben wollten. Die detailgenau wussten, warum sich die Knicks klar durchsetzen und in die NBA Finals einziehen würden.
Und dann wurden die New Yorker in eigener Halle richtiggehend vorgeführt. Vor all den Prominenten, die sich so gerne im Madison Square Garden sehen lassen, nicht nur Edelman Spike Lee. Naxch ausgeglichenem Beginn shcraubten die Gäste um den übrragenden Donovan Mitchelldie Knicks in die Einzelteile, und im 4. Viertel betrug der Vorsprung 22 Punkte; es stand 93:71, und es waren nur noch 7:52 Minuten zu spielen, und die ersten Zuschauer verließen die berühmteste Halle der Welt, sie sollten eine historische Aufholjagd versäumen, wenn sie das Gebrüll der Zuschauer nicht wieder auf ihren Sitz gelockt hat.
Punkt für Punkt knabberten die Knicks am Vorsprung weg – und das in beängstigend kurzer Zeit. 4 Minuten vor Schluss waren es nur noch acht. Den Knicks gelang fast alles, den Cavs nichts mehr, vielleicht auch weil ihr Bester Donovan Mitchell sichtlich nicht mehr hundertprozent bei Kräften war. Doch Trainer Kenny Atkinson wollt ihn nicht vom Parkett nehmen, und so ging er im Knicks-Wirbelsturm mit unter. Vor einem ausrastenden Publikum. Der Garden hat schon sehr viel ikonische Sportwettkämpfe gesehen, unter anderem Ali gegen Frazier, doch so eine Extase war selten.
45 Sekunden vor Schluss der Ausgleich zum 99:99, noch einmal hatte die Cavs durch James Harden die Antwort, wieder glichen die Knicks aus (101:101). Den letzten Angriff in der regulären Spielzeit hatten die Cavs, sie hätten mit einem Treffer die absurde Aufholjagd zu einer kuriosen Aufholjagd marginalisieren können: Ausgerechnet Mitchell wagte den Versucht – daneben und damit Verlängerung. Und in dieser machten die Knicks kurzen Prozess mit den völlig entnervten Gästen.
Bester der Sieger
Jalen Brunson: Der Initiator der Aufholjagd. Der mit seinem unbändigen Willen dem Team noch mal Leben einhauchte. 15 Punkte hatte er allein in den jetzt schon legendären 7:50 Minuten, insgesamt waren es 38.
Stark beim Verlierer
Donovan Mitchell: Etwas mehr als drei Viertel war es sein Abend. Der eines unfassbar eleganten, kraftvollen Spielers, der fast nach nach Belieben schalten und walten konnte. Bis er angeschlagen wurde und dem Team nicht mehr helfen konnte, das ohne ihn völlig auseinander bracht.
X-Faktor
OJ Amunoby: In der Verlängerung kam seine Zeit, als er 9 Punkte sammelte (und damit 6 mehr als das gesamte Team der Cavaliers). Bis dahin agierte der Rückkehrer recht gehemmt; als behindere ihn noch die Verletzung, wegen der er zuletzt gegen Philadelphia pausieren musste.
Zahlereien der Aufholjagd
22 Punkte sind der zweitgrößte Rückstand in den vergangenen 30 Jahren, den je ein Team im 4. Viertel einer Play-off-Partie aufgeholt hat. Die LA Clippers machten 2012 gegen Memphis gar 24 Zähler gut.
5 von 6 Dreier fanden das Ziel. Zuvor waren 5 von 26.
🇩🇪👓
Dennis Schröder saß während der Aufholjagd weitestgehend auf der Bank.Hätte der Weltmeister helfen können? Man wird ja noch mal fragen dürfen. Zuvor viel aktiver (5 Assists) als zuletzt, allerdings weiterhin mit grauenhafter Wurfquote (1 von 9, obwohl der erste Dreier saß).
Ausblick
Die große Frage: Können sich die Cavs erholen nah dieser Niederlage, die schon als Sieg verbucht war. Doch die Play-off-Historie zeigt, dass dies durchaus möglich ist. Viel wichtiger ist deshalb die Frage, o Mitchell sich ensthaft verletzt hat. Das wäre wirklich bitter.
Ansetzungen
Do., 02:30: Thunder – Spurs (0:1)
Fr., 02:00: Knicks – Cavaliers (1:0)
Sa., 02:30: Spurs – Thunder
So., 02:00: Cavaliers – Knicks
von Münchner Löwe | Mai 20, 2026 | basketball, Fußball
Das größte Spiel der Vereinsgeschichte
Superlative im Sport sind außerhalb von messbaren Rekorden immer schwierig, aber was kann es Tolleres geben für den SC Freiburg als ein internationales Finale. Nämlich das Endspiel am Mittwochabend (21 Uhr) in Istanbul gegen den englischen Spitzenclub Aston Villa. Die Breisgauer haben sich mit sehr starken Leistungen völlig verdient für dieses Finale qualfiziert, sie haben mit ihrem Fußball das Land begeistert.
Der SC Freiburg ist ja ohnehin so etwas wie der erklärte Lieblingsclub in Deutschland (Bei allen Fans ist er seit Jahren so etwas wie der Zweitclub hinter dem eigenem Verein). Weil hier einerseits natürlich professionell gearbeitet wird, andrerseits nicht alles so unfassbar hoch gehängt wird. Was natürlich auch am Standort Freiburg ist. Dieser Stadt im Südwesten des Landes, die meisten Sonnenstunden mit allen Vorzügen einer Studentenstadt – eine gewisse Entspanntheit sagt man den Einwohnern nach.
Bestens hinein passt der SCF. Wo in den 90er-Jahren Volker Finke den Club hoffähig gemacht hat und wie der Nach-Nachfolger mehr als ein Jahrzehnt wirken durfte. Auch weil die Clubführung(en) auch im Falle des sportlichen Misserfolges am Trainer festhielten und sogar 2 Abstiege in die 2. Bundesliga ruhig vearbeiteten. Ohne Überreaktion, aber natürlich mit klarer Analyse, was schiefgelaufen ist.
Jetzt also die Krönung? Gegen Aston Villa, dessen prominentester Anhänger der englische Thronfolger ist. Prinz Williams lässt es sich offenbar nicht nehmen und feuert sein Team von der Tribüne aus an. Wie offenbar 20.000 Fans aus Birmingham, die das Besiktas-Stadion in eine Art Villa Park verwandeln wollen. Villa ist sicher der Favorit, das Team hat Rang 4 in der Premier League und damit die Qualifikation für die kommende Champions League sicher. Freiburg kann ebenfalls in die Königsklasse rücken, es wäre der äußerst lukrative Nebenaspekt des Europa-League-Triumphes.
Basketball-Spektakel in Athen
Das Final Four der Euroleague ist Vereins-Höhepunkt der europäischen Saison. Am Freitag stehen in Athen 2 Halbfinali auf dem Program, am Sonntag folgen die Partie um Platz 3 und das Endspiel. Nicht dabei ist allerdings der nominelle Heimverein Panathinaikos, in dessen Halle das Ganze zur Austragung kommt. Woll aber Lokalrivale Olympiakos, der es am Freitag (17 Ur) mit dem türkischen Spitzenclub Fenerbahce Istanbul zu tun bekommt. Daszweite Halbfinale bestreiten anschließend in einer spanischen Auseinandersetzung Valencia und Real Madrid.
Der Ausgang scheint offen, für Olympiakos spricht der Heimvorteil (viele werden sich vom Hafen aus ins nahe Telekom Center aufmachen. Aber immer zu beachten sind die alten Herrschaften von Real, die wie im Fußball regelrecht aufblühen, wenn es um internationale Weihen geht.
Und sonst?
- Eishockey: Noch bis einschließlich Montag stehen für die Teams bis zu vier Vorrundenspiele bei der Eishockey-WM an. Schon heute trifft das deutsche Team auf die USA, nach 3 Niederlagen ist die Stimmung ziemlich im Keller. Und trotzdem ist das Viertelfinale noch nicht außer Reichweite, erst recht mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger, der allerdings in völlig veränderter Aufstellung in die Schweiz gereist wird.
Aber sogar wenn die Deutschen heute verlieren, könnte es noch klappen. Dann allerdings müsste das Team des umstrittenen Bundestrainers Harold Kreis am Samstag gegen Österreich gewinnen, wahrscheinlich sogar mit 2 oder gar 3 Toren Unterschied.
Favoriten auf den Titel sind eh andere. Die Schweizer Gastgeber überzeugten beim 6:1 gegen Deutschland, auch Finnland und Kanada sind stark. Für mich bleibt die Frage, was dieses Turnier soll in Olympiajahren, weil der absolute Höhepunkt das Turnier in Mailand mit allen NHL-Stars gewesen ist.
- Pokal-Finale in Berlin: Es trifft der FC Bayern auf den VfB Stuttgart. Alles andere als ein klarer Sieg der Münchner wäre eine Sensation. Die große Frage: Wie wird der frischgebackene Nationalmannschaftsrückkehrer Manuel Neuer aufgenommen. An dieser Stelle spare ich mir die Worte zu dem unfassbaren Umfaller des zurückgetretenen Weltmeisters von 2014. Mehr morgen (Donnerstag), wenn der Kader vom Bundestrainer offiziell bekannt gegeben wird.
- England: Die letzte offene Frage von Bedeutung: Wer steigt als dritter Club neben Wolverhampton und Burnley ab. Tottenham Hotspur genügt zu Hause gegen den FC Everton ein Remis (ich lass jetzt mal einen Sieg von Rivalen West Ham United mit 12 Toren Unterschied gegen Leeds außen vor). Dann würde eine durch und durch verkorkste Saison der Londoner wenigstens nicht mit einem Super-GAU enden.
- Handball: Der SC Mageburg kann am Donnerstag mit einem Unentschieden gegen den härtesten Verfolger die Meisterschaft auch rechnerisch fixieren. Die Norddeutschen ihrerseits befinden sich im Fernduell mit den Füchsen Berlin um Platz 2 (und die Champions-League-Qualifikation). Diese haben ebenfalls am Donnerstag mit der Heimpartie gegen hannover -Burgdorf die wesentlich einfachere Aufgabe.
- Radsport: Einige schwierige Etappen stehen in den nächsten Tagen beim Giro d’Italia an. Dann wird sich zeigen, ob die Gerüchte um den angeschlagenen Gesundheitsustand von Top-Favorit Jonas Vingegaard zutreffen. Beim Zeitfahren gestern zeigte er Schwächen, ob aus Taktik (Kraftsparen) oder tatsächlich körperlicher Schwäche, die Radsportwelt rätselt.
- Basketball: Die Play-offs in der BBL wird am Wochenende mit den jeweils dritten und vierten Partien fortgesetzt. Während der FC Bayern souverän seine beiden Heimpartien gegen die Gladiators Trier gewann, musste Alba Berlin eine übeerraschende Niederlage gegen Vechta hinnehmen (und vermied eine zwweite Heimplete am Dienstag nur mit größter Mühe). Außerdem spielen: Ratiopharm Ulm – Bamberg (0:2) und Würzburg gegen Bonn (1:1).
- Formel 1: Der 5. WM-Lauf am Sonntag in Kanada. Gefahren wird auf dem Circui de Villeneuve, einer der schönsten Strecken mit der berühmten Wall of Champions. Wer schlägt die Mercedesse, wer schlägt Kimi Antonelli?
- Tennis: Männer-Turnier in Hamburg und Genf, Frauen-Turniere in Rabat und Straßburg. Das Ganze als Vorbereitung und Formüberprüfung für die French Open. In Paris selbst findet die Qualifikation für das 2. Grand-Slam-Tunier des Jahres statt, das am Sonntag beginnt.
von Münchner Löwe | Mai 19, 2026 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Oklahoma City Thunder – San Antonio Spurs 115:122 2OT (0:1)
Vorweg: Ich kann und will nicht auf alle Aspekte des Spiels eingehen, sonst wirds uferlos.
Was für ein Kampf auf Biegen und Brechen! Was für ein Thriller mit 2 Verlöngerungen! Wa sfür ein Matchwinner mit einer fast epochelen Leistung! Die erste Partie zwischen den Thunder und den Spurs hat die ohnehin schon hohen Erwartungen weit übertroffen. Vielleicht ist es der Auftakt einer epochalen Serie. Nach 2 Verlängerungen und 58 Minuten hatten die Spurs schlicht mehr zuzusetzen und sicherten sich in der Fremde den Sieg.
Erstaunlich deswegen, weil sie das viel unerfahrenere Team sind, das aber sogar in der 2. Verlängerung die Nerven behielt und eben nicht Fehler machten, die junge Spieler gerne machen in heiklen Phasen – vor allem auswärts gegen ein infernalisch lärmendes Publikum.
Erstaunlich auch, weil der Spielverlauf und das berühmt-berüchtigte Momentum gegen sie sprach. Sie lagen eigentlich die gesamte Partie vorn (mit bis zu 10 Punkten) und mussten doch in einem furiosen Endspurt die Thunder herankommen lassen.
Aber natürlich aben sie mit Victor Wembanyama einen außergewöhnichen Spieler, der Außergewöhnliches leistet. Wie eben 25 Sekunden vor Schluss einen elementar wichtigen Wurf 2 Meter hinter der Dreipunkte-Linie ohne Wackler ins Ziel zum Ausgleich. Oder einen ikonischen Block in der 2. Verlängerung fabriziert (außergewöhnlich toll eingefangen von den Kameras).
Bester der Sieger
Victor Wembanyama: Allein die Statline ist furchterregend: 41 Punkte, 24 Rebounds, davon 9 am offensiven Brett. Dazu noch je 3 Assists und 3 Blocks. Doch noch viel mehr als diese Zahlen beeindruckte mich sein unglaubliches Defensivspiel. Wenn er mit seinen 2,21 Metern und riesiger Spannweite auf dem Parkett ist, verändert sich das ganze Offensiv-Spiel des Gegners. Die Würfe werden komplizierter und weniger treffsicher. Der Respekt ist verständlicherweise enorm, und das verursacht Fehler.
Man darf ja nie vergessen: Der Kerl ist erst 21 Jahre alt und spielt seine erste Play-off-Saison, somit also sein erstes Conference Finale. Wo soll das noch hinführen?
Stark beim Verlierer
Alex Caruso: Allein seine Dreier hileten die Thunder in der 1. Halbzeit im Spiel (4 von 7 in der 1. Halbzeit). In der Defensive ist er ohnehin ein Biest, jederzeit auf einen Steal aus. Am Ende war er mit 31 Punkten Top-Scorer seines Teams, das hatten wohl die wenigsten Experten auf dem Zettel
X-Faktoren
Dylan Harper: Der Rookie im Spurs-Dress legte eine fulminante Leistung hin. Nicht nur wegen seiner 24 Punkte. Der Spielmacher behielt auch feindlicher Atmosphäre stets den Überblick und verlor trotz der ihn dauernd bedrängenden Verteidiger nur einmal den Ball (durch einen Fangfehler). Die Spurs wurden häufig kritisiert, dass sie 2025 ihren Nummer-2-Pick für Harpe verwendet hatten, jetzt ahnen wir, was sich die Tamführung davon versprochen hat.
Spurs-Verteidigung gegen den MvP : 3 Viertel trat Shai Gilgeous-Alexander überhaupt nicht in Erscheinung hatte nur 10 Punkte erzielt. Im 4. Viertel drehte er auf, ermöglichte mit seinen 12 Zählern die Verlängerungen. Alle dachten, dass er die Spurs-Verteidigung decodeirt hätte, doch gerade in den 10 Minuten der Verlängerung blieb er weit unter seinen Möglichkeiten, und es war dann sein Ballverlust, der die Entscheidung für die Spurs herbeiführte.
Zahlereien:
93 Prozent der Spurs-Frewürfe landeten im Ziel (27/29), ein außergewöhnlich hoher Wert gerade in so einem nervenaufreibenden Spiel. In den 2 Verlängerungen blieben die Spurs sogar fehlerlos. Wemby und Harper verwandeten je 3 Versuche.
11 Ballverluste leistete sich Stephon Castle von den Spurs. Zur Entschuldigung sollte ich ergänzen, gegen ein dauern attackierendes Thunder-Team. Wie wertvoll der Spielmacher trotzdem ist, zeigen die 11 Assists.
🇩🇪👓
Isaiah Hartenstein hatte nicht den besten Tag. Nur gut 12 Minuten stand der Center auf dem Feld, und diese 12 Minuten liefen sowohl defensiv als auch offensiv ziemlich am Center vorbei. Hier dürfte Trainer Marc Daigenault für die nächsten Spiele ansetzen, um den Deutschen jeweils besser zu integrieren.
Ausblick
Die Spurs haben das erste Spiel gewonnen. Wichtig für den Kopf, dass sie diese insgesamt überlegen geführte Partie tatsächlich heimbekommen haben. Doch diese Serie ist noch längst nicht entschieden. gerade die Thunder haben noch einige Möglichkeiten im Kader. So dürfte der in den ersten Runden so glänzende Ajaj Mitchell wieder eine gewichtigere Rolle bekommen (Daigenault vertraute lieber dem wiedergenesenen Jayson Williams, der auch stark anfing, aber doch recht deutlich nachließ).
Bei den Spurs bleibt abzuwarten, ob der wegen einer Knöchslverletzung pausierende De’Aaron Fox zurückkehrt.
Auf die neutralen Basketball-Freunde warten Festspiele, und Fans der jeweiligen Teams werden noch viel Grund zum Zittern haben.
Ansetzungen:
Mi., 02:00: Knicks – Cavaliers (0:0)
Auftakt der Conference Series im Osten. Die Knicks wieder mit OJ Amunoby gelten fürs Spiel und für die Serie als ziemlich klarer Favorit. Für die Knicks spricht zumindest für Spiel 1, dass sie sich eine Woche ausruhen konngten, während die Cavaliers noch am Sonntag das 7. Spiel der 2. Runde in Detroit bestreiten mussten.
Do., 02:30: Thunder – Spurs (0:1)
von Münchner Löwe | Mai 18, 2026 | Fußball, Golf, Tennis, Wochenrückschau
Viele Entschedungen auf Europas Fußball-Plätzen, Jannik Sinners Erfolgslauf geht weiter, und Matti Schmid katpaultiert sich in die Golf-Elite.
Gebrochene Herzen aus Edinburgh
Die Hearts of Midlothian haben es nicht geschafft. In einem Herzschlagfinale (sic) im Glasgower Parkhead-Stadium unterlagen sie Celtic mit 1:3, ein Remis hätte zum Titel gereicht. Der Treffer zum 1:2 kurz vorm Ende, als Daizen Maeda ein Zuspiel verwertete. Ganz kurze Zeit noch Hoffnung, ob es nicht Abseits gewesen wäre, war es nicht, und ein Konter aufs leere Tor beseitigte letzte Zweifel.
Es blieben: gebrochene Herzen. Nicht zur bei den Herts-Fans, sondern wohl bei jedem neutralen Betrachter. Denn die Hearts hätten Geschichte schreiben können. Seit 1985 nämlich geht der schottische Meistertitel immer nach Glasgow, entweder zu den Celtics (mit Edelfan Rod Steward) oder zu den Rangers. Der FC Aberdeen, damals mit dem späteren Sir Alex Ferguson auf der Bank, war der letzte Meister aus Nicht-Glasgow. Die Hearts selbst warten gar seit 1960 auf den Titel.
Dabei spielte das Team aus Edinburgh eine fantastische Saison, führte schon souverän die Tabelle an, bis die Celtics eine Auholjagd starteten. Große Aufregung gab es am Mittwoch über einen mehr als umstrittenen Handelfmeter für die Boys in Green bei der Partie in Motherwell, der den Celtics in letzter Sekunde den Sieg einbrachte. Offenbar hatten sich die Götter (oder doch die Schiris?) gegen das moderne Fußball-Märchen entschieden. Die Romantiker unter uns Fans seufzen laut auf.
LASK schafft das Double
In Österreich dagegen holte sich ein sehr lange titelloser Traditionsclub die Meisterschaft. Der Linzer ASK, allgemein als LASK bekannt, ließ sich die einmalige Chance nicht mehr entgehen und siegte bei Austria Wien mit 3:1. Was für ein Erfolg auch Trainer Didi Kühbauer, der nach dem kapitalen Fehlstart der Oberösterreicher das Traineramt übernommen hatte. Dem Titelverteidiger Sturm Graz blieb nur Rang 2, dem einstigen Dauermeister RB Leipzig gar der dritte Platz. Der Lask hatte schon vor anderthalb Wochen durch einen 4:2-Finalsieg über Hartberg den Pokal gewonnen. Wieder das Double, wie zuletzt 1965 bei den letzten Titeln.
Saisonabschluss in Deutschland
Die mit Spannung erwartete Abstiegstrielle entschied der VfL Wolfsburg für sich. Die VW-Städter gewannen im direkten Duell bei St. Pauli mit 2:1 und ergatterten noch den Relegationsplatz. St. Pauli muss den Gang in die 2. Liga antreten – ebenso wie der 1. fC Heidenheim, de zu Hause mit 0:2 dem FSV Mainz 05 unterlag. Wieder hat Mainz auswärts eine Saison-Abschlussparty gecrasht, wie 2023, als man ein mit einem 2:2 bei Borussia Dortmund dessen Meisterschaft versaute.
Erstmals in die Bundesliga aufgestiegen ist der SV Elversberg. Die Saarländer sind das insgesamt 59. Team im Oberhaus und das viere ausihrem Bundeslgan (zuvor Saarbrücken, Neunkirchen und Homburg). 13.000 Einwohner hat das Städtchen, allerdings weder einen Bahnhof noch einen Rathausbalkon.
In einem dramatischen Saisonfinale sicherte sich der SC Paderborn den 3. Platz und die 2 Relegationspartien gegen Wolfsburg. Hannover 96 nämlich kam in einer hin und her wogenden Patie nicht über ein 3:3 gegen den 1. FC Nürnberg hinaus.
Zum Drama wurde der Abstiegskampf der 2. Liga. Die SpVgg Greuther Fürth schaffte das Wunder und erklomm wenigstens noch einen Relegationsplatz (gegen Rot-Weiß Essen). Mit drei Toren Unterschied mussten sie gewinnen, um fortuna Düsseldorf noch abzufangen, 3:0 stand es zur Pause. Am Ende stürmte die Fortuna mit Man und Maus und Torwart, es war umsonst. Eine anfangs normale, später unglückliche Saison hat ein desaströses Ende gefunden. Lehrbeispiel, das sich Trainerwechsel nicht immer lohnen, denn das Unheil nahm erst so richtig Fahrt auf, als erst die herren Anfang und später Ende das Traineramt übernommen hatten.
FC Energie Cottbus wieder in der 2. Liga
Disclaimer: Zu den Lausitzern habe ich ein besonderes Verhältnis. Als Journalist habe ich den Verein 12 jahre lang sehr intensiv begleitet. Und so freut es mich auch als Münchner ungemein, dass der FC Energie wieder in der 2. Bundesliga ist. Den letzten Schritt machte das Team mit dem exaltierten Trainer Claus-Dieter Wollitz am Samstag mit dem 1:0 bei jahn Regensburg. 8000 Brandenburger waren mitgefahren.
Ich kenne Wollitz sehr gut. So wild (manche sagen: schrecklich) er sich manchmal auf dem Fußballplatz (besser an der Seitenlinie) aufführt, so freundlich und nachdenklich machen ist er im persönlichen Gespräch. Immer ein Mann der klaren Worte, der gerne auch die Missstände anprangert, weil er sich und den Verein von Stadt und Land nicht genug gewürdigt fühlt. Erstmals wurde Wollitz im Jahr 2009 Trainer beim FC Energie, seitdem coacht er (mit Unterbrechungen) den Club.
Herausragender Spieler von Cottbus ist Tolcay Cigerci. Der Türke ist mit Abstand der beste Akteur in der 3. Liga und trug wesentlich zum Aufstieg bei. Ich bin sehr gespannt, ob das auch in de 2. Liga so gut klappt. Ich erlaube mir, die Daumen zu drücken.
Sinner, immer wieder Sinner
Die beängstigende Serie der Nummer 1 im Tennis fand in seinem Heimatland ihre Fortsetzung. Im Finale des Masters von Rom setzte sich der Italiener in 2 Sätzen gegen den Norweger Carsten Ruud durch. Damit gelang ihm der sechste masters-Triumph hintereinander und der fünfte in diesem jahr. In diesen sechs turnieren hat er nur 2 Sätze abgegeben, einen davon im Römer Halbfinale gegen Daniil Medwedew. Ausgerechnet Rom hatte noch in der Masters-Sammlung gefehlt. Er hat nun bei allen zurzeit ausgetragenen Veanstaltungen mindestens einen Titel gewonnen. Das hat nicht mal die Legende Novak Djokovic geschafft. So eine Überlegenheit gab es noch nie, und deshalb fährt er auch als haushoher Favorit nach paris zu den French Open ab nächsten Sonntag. Zumal sein vermeintlich härtester Konkurret Carlos Alcáraz weiter verletzt passen muss. es wird also keine Wiederholung des großartigen Finals 2025 geben, als sich der Spanier in einer eipischen partie nach Abwehr von 3 Matchbällen durchsetzte.
Bei den Frauen gewann die Ukrainerin Lena Svitolina das Finale gegen die US-Amerikanerin Coco Gauff und sicherte sich ihren ddritten Römer Titel und den 20. Turniersieg überhaupt.
Matti Schmid kratzt am Sieg
Am letzten Tag der PGA Championships im US-Staat Pennsylvania, dem 2. Golf-Major-Turnier des jahres, lag der Deutsche zeitweise sogar allein in Führung. Doch zum Sieg reichte es dann doch nicht. zum einen, weil er selbst einige Bälle nicht nach Wunsch traf, die dann unglücklich landeten. Vor allem aber, weil ein Spieler plötzlich über sich hinauswuchs und das bis dato fast einmalig eng beieinande liegende Feld förmlich sprengte: Der Engländer Aaron Rai spielte auf den letzten 10 Löchern 6 unter Par und gewann letztlich mit 3 Schlägen Vorsprung auf den Spanier Jon Rahm und Alex Smalley aus den USA. Er ist der zweite Engländer, der bei den PGA Championships triumphierte. Der erste war vor 107 Jahren Jim Barnes, wer erinnert sich nicht …
Rai gilt als fanatischer Arbeiter und ist im Spielerkreis äußest beliebt. In bescheidenen Vehältnissen aufgewachsen, hat er ein besonderes Verhältnis zu seinem Spielgerätn. Als einziger Profi deckt er immer noch seine Schläger mit einer Schutzhülle ab. In diesem jahr gelang ihm bisher wenig Berauschendes, umso mehr war er selbst von seinem Triumph überwältigt und überrascht. Letzte Zweifel daran beseitigte er auf Loch 17 mit einem unfassbaren 21-Meter-Putt. „Sie werden auf der ganzen Anlage nicht einen menschen finden, der ihm den Erfolg nicht gönnt“ fasste Masters-Champions Rory McIllroy die Beliebtheit von Rai zusammen.
Schmid landete auf dem geteilten vierten Platz, sein mit Abstand bestes Ergebnis bei einem Major, das ihm nicht nur etwa 800.000 Dollar einbrachte, sondern automatisch auch eine Einlandung fürs Masters 2027. „Eines der besten Turniere meines Lebens“, resümierte Schmid. Stephan Jäger als geteilter 18. und Martin Kaymer (2014 letzter deutscher Major-Gewinner) als 35. rundeten das für Deutschland erfreuliche Ergbnis ab.
Uns sonst?
- England: Manchester City ist FA-Cup-Sieger. Das Team von Pep Guardiola gewann das Endspiel in Wembley mit 1:0 gegen Clubweltmeister FC Chelsea. Das Siegestor in einem eher dürftigen Finale erzielte der Gnanaer Antoine Semenyo. it einem fantasischen hackentrick.
- Basketball: Zum Auftakt der deutschen Play-offs gab es eine überraschende Niederlage für Alba. Die Berliner unterlagen in eigener halle gegen Vechta mit 89:103. Liga-Primus FC Bayern
- Eishockey: Mit 2 Niederlagen startetgen die deutsche Nationalmannschaft in die Weltmeistetrsdchaft in der Schweiz. Dem 1:3 gegen Finnland folgte am Sonntagabend ein ernüchterndes 0:2 gegen Außenseiter Lettland. 1 Tor in 120 Minuten, das sagt schon viel.
- Leichtathletik: Paukenschlag durch Mohamed Abdilaahi. Der deutsche Langstreckler düpierte zum Auftakt der Diamond League in Schanghai die Weltelite und siegte über 3000 Meter. In 7:25,77 Sekunden pulverisierte er den deutschen Rekord von Dieter Baumann aus dem jahr 1988 (!) um fast 5 Sekunden und stellte zudem eine Weltjahresbestzeit auf.
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