The Good die young: Dikembe Mutombo (58) gestorben

Ich bin wirklich sehr traurig über den Tod von Dikembe Mutombo. Er war in den 90er- und Nuller-Jahren ein absoluter Superstar in der NBA. Der beste Verteidiger zu seiner Zeit und für viele der beste aller Zeiten. Ikonisch „seine“ Szene im Jahr 1994, als er in den Play-offs den Superstar der Seattle SuperSonics Shawn Kemp abräumt und nach dem Sieg jubelnd und mit strahlendem Gesicht mit dem Ball in den riesigen Händen auf dem Boden liegt, weil seine Denver Nuggets die hochfavorisierten Sonics mit dem Deutschen Detlef Schrempf ausschalteten. Damals als erstes Nr.8-Team gegen eine Nummer 1, und in den insgesamt 5 Spielen gelangen Mutombo 31 (!) Blocks – unerreicht in eine Play-off-Serie bis heute. Bilder sagen mehr als Worte https://www.youtube.com/watch?v=-twXgxuDBPE
Defensive war die Sache von Dikembe Mutombo. Nach jedem Block erhob er den Zeigefinger in Richtung Gegner. „Not in my House!“, rief er dabei; eine stilbildende Geste, die später andere übernahmen, unter anderen Fußball-Profi Mats Hummels nach gelungenen Verteidiger-Aktionen. Nie despektierlich gegenüber dem Anderen war das gemeint, aber eben respekteinflößend. Und alle hatten Respekt vor der 55, die Nummer, die sowohl die Denver Nuggets als auch die Atlanta Hawks nicht mehr vergeben. Jeder mochte trotz der sportlichen Rivalität den sympathischen 2,15-Meter-Riesen, der so wunderbar lachen konnte
Achtmal wurde er ins All-Star-Team gewählt, viermal war er Defensivspieler des Jahres der Liga. Ein Titel war ihm nicht vergönnt. Zweimal scheiterte er mit seinen Teams in den Finals, 2001 mit den Philadelphia 76ers gegen die LA Lakers und 2003 mit den New Jersey Nets gegen die San Antonio Spurs. Seit 2015 ist er Mitglied der Hall of Fame.
Doch Mutombo war nicht einer dieser Blinky-Blinky-Stars, er vergaß nie seine kongolesischen Wurzeln. Er gründete eine Stiftung, um die Lebensbedingungen in seiner Heimat zu verbessern, baute mit viel eigenem Geld in seiner Heimatstadt Kinshasa ein Krankenhaus. So fand jetzt Bayern-Trainer Vincent Kompany, dessen Vater kongolesische Wurzeln hat, bewegende Abschiedsworte: „Er hat eine ganze Generation inspiriert und ihr Hoffnung gegeben.“
Nur 58 Jahre alt ist Mutombo geworden, vor 2 Jahren war bei ihm ein Hirntumor diagnostiziert worden. Ich sage es jetzt mal ziemlich pathetisch: Gäbe es mehr Menschen vom Schlage eines Dikembe Mutombo – die Welt wäre eine bessere.

 

Das war die Woche, die war

Spitzenspiel war wenig Spitze

Rekordmeister gegen Meister, Tabellenerster gegen die Unschlagbaren. Viel hab ich mir versprochen, vergleichsweise wenig ist herausgekommen, aber zwei fantastische Tore, die allerdings fast folgerichtig mit Robert Andrich und Alexander Pavlovic zwei defensive Mittelfeldspieler erzielten und nicht die jeweis unsichtbaren Stürmer Harry Kane und Victor Boniface. Immerhin live vor Ort. Das ist doch eine ganz andere Perspektive als nur am Bildschirm. Mehr dazu hier

Erstmals in einer Bayern-Loge – was dort wirklich passiert

Marmoush – einfach klasse

Die Bayern sind nach dem Remis Spitzenreiter geblieben. Härtester Verfolger ist Eintracht Frankfurt, das mit 4:2 bei Holstein Kiel gewann und den vierten Sieg in Folge schaffte. Maßgeblich daran Anteil hatte Stürmer Omar Marmoush, der zwei Tore selbst erzielte und zwei auflegte für Igor Matanovic und Tuta. Der Ägypter führt die Torschützenliste mit 6 Treffer an vor Kane.

Pogacar krönt grandiose Saison

Nach Giro und tour gewann der Slowene auch das Straßenrennen bei der Rad-WM in Zürich. Standesgemäß im Alleingang von Ben O´Connor aus Australien. Zeitfahr-Weltmeister und Doppelolympiasieger Remco Evenepoel blieb nur der 6. Platz, auch weil seine Verfolgungsgruppe sich nicht immer einig in der Nachführarbeit war. Die Übelegenheit von Pogacar ist frappierend.
Bei den Frauen siegte am Samstag die Belgierin Lote Kopecky, die den Sprint einer Sechsergruppe für sich entschied. Knapp an einer Medaille fuhr die Deutsche Liane Lippert auf Platz 4.
Überschattet wurde die WM vom tödlichen Sturz der Schweizer Nachwuchsfahrerin Muriel Furrer, dessen Umstände und Hergang noch ungeklärt sind. Ich habe mir dazu schon ein paar Gedanken gemacht

Was so übrigblieb

Radsport ist und bleibt gefährlich, Stürze sind leider unvermeidbar, aber Veranstalter können gerade bei den allein schon wegen des enormen Tempos gefährlichen Abfahrten die heikelsten Abschnitte besser schützen.

Berufung im Fall Sinner

Die Welt-Antidoping-Agentur WADA hat Berufung gegen den Quali-Freispruch gegen den des Dopings überführten Jannik Sinner eingelegt. Beim Weltranglistenersten waren im Frühjahr in zwei Proben Spuren des verbotenen Mitels Clostebol gefunden worden. Der Italiener begründete das mit verschmutzten Händen seines Masseurs, der für eine eigene Wunde eine Salbe mit diesem Wirkstoff aufgetan habe. Eine unabhängige Kommission folgte dieser Begründung, sah von einer Sperre ab. Einzig das Preisgeld und die Punkte fürs Turnier in Indian Wells, wo die erste positive Probe gezogen wurde, wurden dem Tennisprofi wieder abgezogen. Es regte sich zwar hier und da Unmut über die praktisch nicht vorhandene Strafe, aber größtenteils folgten auch viele Experten der Einlassung. Sinner ist mit seiner offenen Art ein echter Sympathie-Träger und dazu einer der großen Hoffnungen für die Zukunft, wenn die Großen 3 abgetreten sind.
Jetzt also der Einspruch der Wada, der vorm CAS, der obersten Instanz der Sportgerichtsbarkeit. Nicht nur ist die Frage zu klären, ob man der Begründung von Sinner weiter folgt (ich stell mir immer vor, das hätte ein chinesischer Schwimmer von sich gegeben). Aber sogar wenn ich das glaube:Muss sich Sinner nicht das grobe Fehlverhalten eines Mitglieds des allernächsten Umfelds nicht zurechnen lassen? So wie ich glaubte, dass das gängige Praxis ist. Ein Glaube allerdings, von dem ich langsam abfalle, wenn ich sehe, wie auch die haarsträubendsten Begründungen durchgewinkt werden. 23 gedopte Chinesen, die leider, leider alle kontaminiertes Kantinenessen zu sich genommen haben sollen. Obwohl bei einigen von denen große Zweifel bestehen, ob sie im besagten Trainingscamp überhaupt waren.
Es wird eine wegweisende Entscheidung: Urteilt der CAS im Sinne von Sinner, können wir das Doping gleich völlig freigeben. So was wie den Masseur findet wohl jeder Spitzensportler, und ein Pflaster, das die Wunde beweisen soll, kann auch jeder tragen.

Und sonst?

  • Fußball-Bundesliga: Erstaunliches in Hoffenheim, wo die heimische TSG bereits nach 13 Minuten 3:0 führte gegen Werder Bremen führte und doch noch verlor. Knackpunkt war die Rote Karte gegen Hoffenheims Stanley N´Soki wegen einer Notbremse. In Unterzahl wirkten die Gastgeber regelrecht hilflos, was ihn dieser Form nicht zwingend ist. Die Karten für Trainer Pellegrino Mattarazzo werden nicht unbedingt besser. Bis jetzt steht der Rauswurf allerdings aus. Für Werder traf der dänische Mittelfeldmann Jens Stage gleich dreimal. So viele Treffer waren ihm jeweils in den beiden vergangenen Spieilzeiten insgesamt für die Werderaner gelungen.
    Die Überraschung des Spieltags war der 3:0-Sieg von Neuling St. Pauli beim bis dato so starken SC Freiburg.
    Besonderheit: Die Torhüter hielten am Samstag 3 von 3. Deutsche Wertarbeit? Denkste, es waren der Leipziger Gulacsi aus Ungarn, der Wolfsburger Gabara aus Holland und der Paulianer Vasilj aus Bosh´nien-Herzegowina.
    Die White Sox stellten mit ihrer Pleite einen traurigen Rekord auf, verloren ihr 121. Spiel, so viele wie noch nie ein MLB-Team.
  • Internationaler Fußball: In England hat der FC Liverpool nach einemharterkämpften 2:1 bei Wolverhampton die Tabellenführung übernommen. ManCity kam ohne Rodri und Kevin de Bruyne nicht über ein 1:1 bei Newcastle United hinaus.
    Ein Kunststück der besonderen Art schaffte Chelseas Cole Palmer, der beim 4:2 gegen Brighton gleich 4 Tore in der 1. Halbzeit gelang, das gab es noch nie in der Premier League.
    Das nächste Desaster erlebte Manchester United. Das Team verlor zu Hause mit 0:3 gegen die Tottenham Hotspur und war mit dem Ergebnis noch gut bedient. Wie lange noch, Teamchef Erik ten Hag?
    In Spanien kassierte der FC Barcelona beim 2:4 bei Osasuna Pamplona die erste Saisonniederlage in der Primera Division. Einen ganz starken Auftritt bei den Gastgebern legte der vom FC Bayern ausgeliehene Bryan Zaragoza hin, der ein Tor erzielteund eines vorbereitete. Das Madrider Derby Atlético vs Real endete 1:1 durch den Atleti-Ausgleich in der 7. Minute der Nachspielzeit und VAR. Die Party wurde gut 20 Minuten unterbrochen, weil sogenannte Fans von Atlético den Real-Schlussmann Thibault Courtois (ehemals auch bei Atlético zwischen den Pfosten) mit Wurfgeschossen eindeckten. Trainer Diego Simeone sah eine Mitschuld von Courtois, der zuvor schon übelst beleidigt wurde, wiel er die Fans nach der Real-Führung provoziert habe.
  • Tennis: Ein französisches Finale gibt es morgen beim Turnier in Tokio. Die ungesetzten Ugo Humbert und Arthur Fils, Sieger in Halle/Westfalen) treffen aufeinander.
  • Deutsche Ligen: Im Handball hat der THW Kiel nach dem beeindruckenden Auswärtssieg beim Meister SC Magdeburg eine herbe Heimklatsche gegen dMT Melsungen kassiert. Allein der diesjährige Titel-Kandidat SG Fensburg-Handewitt ist nach dem 4. Spieltag noch ohne Punktverlust, da die Rhein-Neckar Löwen in Leipzig verloren.
    Im Basketball schaffte Meister Bayern München mit Müh und viel Not einen hauchzarten 81:80-Erfolg gegen die Hamburg Towers, den Devin Booker 12 Sekunden vor Schluss mit einem Wurf übers Brett sicherstellte. An der Spitze stehen mit 2 Siegen in 2 Spielen Ex-Meister ratiopharm Ulm und die Rostock Sea Wolves.
    In der DEL gewann Red Bull München mit 6:2 bei den Straubing Tigers und schafften im 3. Spiel den 3. vollen Erfolg (ohne Verländerung oder Penaltyschießen). Sie haben offenbar die Eröffnungsfeierlichkeiten ihrer neuen Halle SAP Garden und der folgenden 0:5-Klatsche gegen die Buffalo Sabres am Freitag gut überstanden.

 

Vorbei ist eben nicht vorbei

Blick über den Teich, MLB

Die Profiliga hatte am Sonntag ihren letzten regulären Spieltag, doch „Helene“ fordert eine Verlängerung ein. Die Ausläufer des verheerenden Hurrikans im Südwesten der USA machten zwei Spiele der Atlanta Braves gegen die New York Mets unmöglich. Sie werden heute in einem Double-Header nachgeholt. Und wie es der Teufel oder das Schicksal (oder ist doch alles scripted reality?) will: Auf BEIDE Ergebnisse kommt es entscheidendan, welche Teams in der National League die beiden letzten Wild-Card-Plätze ergattern.
Die Konstellation ist einfach und doch so schwer zu prognostizieren. Die Arizona Diamondbacks haben je nach Sichtweise die dankbarste oder undankbarste Rolle. Sie sind mit ihrer regulären Saison fertig und müssen darauf hoffen, dass die Mets ODER die Braves beide Spiele für sich entscheiden. Mit anderen Worten: Das erste der beiden Spiele können die Backs-Fans relativ gelassen betrachten, um sich dann für die zweite Begegnung voll auf die Seite des Siegers der ersten Partie zu stellen.
Die Mets und Braves wissen, dass ihnen jeweils ein Sieg reicht. Gott sei Dank gibt es keine Unentschieden, auf die man sich schiedlich friedlich einigen könnte. Und auch wenn der Sieger des ersten Spiels für die zweite Partie wichtige Spiele schonen sollte im Hinblick auf die bereits am Dienstag beginnenden Wild-Card-Spiele, die Ersatzleute werden auf sich aufmerksam machen wollen.
Für die Braves spricht der Heimvorteil und dass sie sich in den letzten Spielen aus einer verdammt ungünstigen Situation noch die Play-off-Chance erarbeitet haben. Die Mets dagegen haben ihre eher komfortable Lage verspielt.

Mit Blick auf die WildCards lassen beide Teams für das erste der beiden Spiele ihren vermeintlich besten Pitcher pausieren. Das ist bei den Braves Chris Sale, einer der Top-3-Starting Picher der Liga, und bei den Mets Luis Severino. Der jeweilige Sieger wird das zweite Spiel mit einem Ersatz-Pitcher starten und das vermeintliche Ass für Spiel 1 der Wild Cards aufheben. Der Verlierer muss das Pitching-Ass aufbieten, das dann für die Wilkd Cards ausfällt. Beiden Teams kann es auch relativ egal sein, ob sie Fünfter oder Sechster werden. Sie müssen auf jeden Fall auswärts antreten. Auch wenn der Trip von Atlanta nach San Diego zu den Padres beschwerlicher ist als der nach Milwaukee zu den Brewers, aber das ist irrelevant und auch die potenziellen Gegner Brewers und Padres sind mehr oder weniger glich gut und wahrscheinlich auch zu gut.

Nur der Vollständigkeit halber: Bei einem Split hätten die Braves den direkten Vegleich gegen die Mets wegen der bisherigen Spiele gegeneinander gewonnen und damit Platz 5 vor den Mets belegen. Die Arizona Diamondbacks werden bestenfalls Sechster und haben sich im Zweifel schon nach Milwaukee aufgemacht. Das erste Spiel beginnt um 19.10 unserer Zeit, also Prime Time in Germany, das zweite dann im Anschluss. Ob Sport1+ kurzfristig überträgt, kann ich nicht sagen, der League Pass ist natürlich live dabei.

Disclaimer: Ich drücke den Diamondbacks die Daumen (dabei hab ich panische Angst vor (Klapper)schlangen, aber ich fürchte, es wird auf einen Split hinauslaufen eben wegen der Pitcher-Situation.

Erstmals in einer Bayern-Loge – was dort wirklich passiert

Nicht nur war ich gestern beim Spitzenspiel Bayern gegen Bayer in der Münchner Arena, sondern durfte die Partie erstmals aus einer der 106 Logen verfolgen. Unfassbares ist von dort zu vermelden. *

Begin at the beginning, wie mein erster Englischlehrer Adamczyk mantramäßig zu sagen pflegte. Am Freitag rief mich meine Bankberaterin R. an, ob ich nicht Lust hätte, sie am Samstag zum Fußballspiel Bayern München gegen Bayer Leverkusen zu begleiten. Ja, sehr kurzfristig, entschuldigte sie sich, aber sie habe gerade  Karten bekommen für die Loge der HypoVereinsbank und wisse aus unseren Gesprächen , dass ich Fußballfan sei. Sie weiß auch von der Existenz dieses Blogs, auch wenn sie sich hier noch nicht geäußert ist. Ich sagte freudig zu, und es flimmerten Bilder von den sagenumwobenen Logen mit Hummer, Kaviar und Champagner satt vor meinem geistigen Auge, wo sich fußballfremde Menschen zu millionenschweren Deals treffen und nebenher ein bisschen Fußball gucken.
Die Wahrheit war sehr viel profaner. Ein länglicher Raum mit Bildern von Joshua Kimmich, Manuel Neuer und Robert Lewandowski an der Wand und tatsächlich ein Buffet mit schmackhaften, aber wahrlich nicht luxuriösen Speisen und Getränken, Gott sei Dank auch welche ohne Alkohol. Serviert von einer äußerst freundlichen Bedienung, die höchstverdient einiges an Trinkgeld einheimsen durfte. Und etwa 20 Personen mehr oder weniger fußball-affin, durchaus sympathisch (ich weiß jetzt zum Beispiel sehr viel über Einlagen in Sportschuhen), die aus ganz Deutschland (Cuxhaven!) zusammenkamen (es st auch Wiesn-Zeit), um ein tolles Fußballspiel zu sehen (na ja). Frau R. war auch da, meine persönliche Gastgeberin und Betreuerin. Sie hatte tatsächlich einen Bayern-Schal umhängen („Ich bin leidenschaftlicher Fußball-Fan“), und gerierte sich auch als Bayern-Anhängerin.
Die Gastgeber von der Hypo präsentierten Roy Makaay live vor Ort, ein fantastische und sogar mir als Löwen-Anhänger sehr sympathischer Stürmer der Münchner in den Nuller-Jahren. Der mir noch sympathischer wurde, als er auf die Frage antwortete, was sein größter Erfolg gewesen wäre: „Meine Meisterschaft mit Deportivo La Coruna“ und diese Worte auf die entgeisterte Nachfrage „Wirklich???“ bekräftigte und auch begründete, weil Depor eben als kleienr Verein in die Phalanx von Real und Barca eindrang. Makaay übrigens hat 2002 in der Champions League in einer Partie beim FC Bayern mit drei Toren erst die ganz große Aufmerksamkeit der Münchner auf sich gezogen.Jetzt ist der Holländer Bayern-Repräsentant und war Wiesn-stilecht in reichlich kuzen Lederhosen gewandet.

Einen längeren Spielbericht zum 1:1 erspare mir und Euch. Ich war von Bayer extrem enttäuscht, das von der 1. Minute an wie ein Abstiegskandidat das eigne Tor verrammelten und irgendwie einen Punkt ergatterten wollten. Ihr finnischer Torwart Lukas Hradecky zum Beispiel ließ sich von Beginn an aufreizend viel Zeit bei seinen Abschlägen.Die Bayern machten durchaus Druck, scheuten aber auch das letzte Risiko, hätten sich letztlich aber den Sieg verdient gehabt. Immerhin gab es zwei wirklich schöne Tore zu bewundern, die Robert Andrich zur Bayer-Führung und Alexander Pavlovic zum Ausgleich erzielten. Zwei Sonntagsschüsse am Samstagabend, fantastisch getroffen, wenngleich nicht absolut unhaltbar (kann man unhaltbar steigern?) wirkten. Die Doppel-Szene des Abends: Serge Gnabry traf mit einer herrlichen Direktabnahme  den rechten Innenpfosten und drosch den Nachschuss an die Latte.

Die Stimmung war ausbaufähig, um es noch freundlich zu formulieren. Monotoner Sprechgesang über die gesamten 90+x Minuten aus dem Bayern-Fanblock, auf das Spiel in keiner Weise eingehend. Ich hab mal die Augen zugemacht, und es war mir unmöglich zu deuten, wo der Ball ist und wer ihn hat.

Insgesamt aber ein sehr erfreulicher Ausflug in die Arena. Vielen Dank, Frau R, für die Einladung und gerne auf eine Wiederholung.

 

* Wer sich die Spannung versauen will: Niemand  tanzte auf den Tischen und es gab keine (Alkohol)-Exzesse oder andere Ausschweifungen.

Was so übrigblieb

Ein tödlicher Unfall – und viele Fragen

Die Schweizer Nachwuchs-Radsportlerin Muriel Furrer ist ihren Verletzungen erlegen, die sie sich bei einem Sturz im Rennen um die Juniorinnen-WM zugezogen hat. Neben der Trauer um ein großes Talent, das sowohl auf der Straße als auch im Mountainbike vor einer vielversprechenden Zukunft stand, bleiben zurzeit viele Fragen offen. Ungeklärt sind nach wie vor die Umstände des Sturzes noch die der Bergung der Verunglückten. Nach einem Bericht der Schweizer Zeitung „Blick“ lag sie ene Stunde unentdeckt im Wald. Wohlgemerkt, es war ein WM-Rennen rund um Zürich und nicht eine Etappe bei der Wüsten-Rallye Paris-Dakar, wo Fahrewr schon mal abhandenkommen können. Wie kann es sein, dass man offenbar immer noch nicht weiß,wie es genau zum Sturz kam und dass nicht mit allem Menschenmöglichen und neutralisierten Rennen nach der verunglückten Sportlerin gesucht wurde, dichtes Waldstück hin oder her.
Die WM wurde fortgesetzt, angeblich war das auch der Wunsch der nächsten Angehörigen. Mit dem Straßenrennen der Frauen heute und dem der Männer morgen. Und plötzlich wird das gefährliche Stück besser gesichert, sogar mit Strohballen und Matten, wie wir es vom alpinen Skisport kennen. Wie immer die Frage: Muss denn immer etwas passieren, damit alles Menschenmögliche für die Sicheheit getan wird? Der Radsport ist gefährlich, hundertprozentige Sicherheit iwrd es nie geben, das ist auch allen Beteiligten klar. Aber gerade gefährliche Abfahrten, die von Bäumen oder gefährlichen Abhängen gesäumt sind, brauchen besonderes Augenmerk und Schutz.

Freitags im Westfalenstadion ist die Welt noch in Dortmund

Die Zahl verblüfft, auch beim zweiten Hinschauen. Seit 2002 (!) ist die Borussia bei Heimspielen am Freitagabend unbesiegt. Damals verlor der amtierende Meister gegen Schalke 04, ausgerechnet. Das Westfalenstadion unter Flutlicht, das ist offenbar eine besondere Inspiration für die Borussen-Kicker. Zu sehen war das auch gestern im Ruhrderby gegen den VfL Bochum. Wenig bis nichts lief für die Gelb-Schwarzen zusammen, der VfL führte völlig verdient mit 2:0 nach Fehlern über Fehlern der BVB inklusive eines abenteuerlichen Patzers von Torwart Gregor Kobel, normalerweise einer der besten der Liga. Bochum hatte sogar die Riesen-Chance aufs 3:0, sie wurde abstiegskandidatenreif verhühnert. Doch es war halt Freitagabend und Flutlicht, und dazu auch noch prasselnder westfälischer Regen, also Malocherwetter für die selbsternannten Arbeiterclubs. Noch vor der Pause der Anschluss durch Neuzugang Serhou Guirassy, dem bis dato gar nichts gelungen war. Nach dem Wechsel folgte ein einziger Sturmlauf in Richtung der eigenen Gelben Wand, wo 25 000 Fans auf der größten Stehplatztribüne der Welt die Angriffe und Bälle praktisch ansaugen. Die Tore nur eine Frage der Zeit. Ausgleich durch Emre Cans vortrefflich geschossenen Elfer, Führung abermals  durch Guirassy, der vom bis dahin extrem eigensinnigen Karim Adeyemi brillant bedient wurde. Der eingewechselte Felix Nmecha, erneut nach feiner Adeyemi-Vorlage, besorgte den 4:2-Endstand. Statt Katastrophenstimmung (Niederlage vs Absteiger!, was erlauben Trainer Sahin!) also beste Laune (Bayernjäger!) – dem Westfalenstadion unter Flutlich sei Dank.

Eröffnung mit Packung

Mit mehr als zwei Jahren Verspätung ist gestern der Münchner SAP Garden eröffnet worden, der eigentlich schon Spielstätte bei den European Games 2022 sein sollte. Die ultramoderne Halle wird künftig Heimstätte der von Red Bull München (Eishockey) und dem FC Bayern Basketball sein. Der allerdings wird die BBL-Spiele größtenteoils weiter im BMW Park im Westpark austragen wird. Was den anwesenden FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß nicht daran hinderte zu protzen, erst zur Basketball-Eröffnung nächsten Donnerstag anlässlich der Euroleague gegen Real Madrid werde man die wahre Schönheit des SAP Gardens sehen (MEHR Zuschauer, NÄHER dran.
Zur Eröffnung kam das NHL-Team der Buffalo Sabres mit dem gebürtigen Münchner JJ Peterka. Die zeigten den Bullen, wo es im Eishockey lang geht und siegten 5:0. Peterka hatte die Ehre, das letzte Tor zu erzielen. Brav lobten die Amis die „schöne“ Halle, merkten aber doch an, die heimische im Bundesstaat New York sei doch erheblich größer. Dort finden mehr als 18 000 Fans Platz, im SAP Garden im Eishockey nur gut 11 000. Dennoch – eine hübsche Feier. Jetzt müssen Red Bull und die Bayern zeigen, dass sie ihre ultramoderne Halle auch regelmäßig vollkriegen, in München bei Nicht-Fußball nicht die einfachste Übung.

Und sonst?

  • MLB: Die Detroit Tigers und Kansas City Royals buchten die letzten Play-off-Tickets in der American League. Detroit gewann am Freitag gegen die Chicago White Sox 4:1 und fixierte die erste Post-Season-Teilnahme nach 10 Jahren. Kansas City verlor zwar gegen die Atlanta Braves 0:3, profitierte aber von der gleichzwetigen 2:7-Niederlage der Minnesota Twins gegen die Baltimore Orioles
    Die White Sox stellten mit ihrer Pleite einen traurigen Rekord auf, verloren ihr 121. Spiel, so viele wie noch nie ein MLB-Team.
    In der National League spitzt sich der Dreikampf um zwei verbliebene Plätze zu.
    Die Atlanta Braves, New York Mets und Arizona Diamondbacks sind gleichauf. Mets und Braves tragen am Montag ja noch zwei wg Regens verschobene Spiele gegeneinander aus.
  • Saisonende für Rodri: Wie befürchtet erlitt der Manchester-City-Profi in der Partie gegen den FC Arsenal einen Kreuzbandriss. Bei der EM war der Spanier noch zum besten Spieler des Turniers gewählt worden.
  • Tennis: Alexander Zverev musste krankheitsbedingt (Lungenentzündung) für das Turnier in Peking absagen. Sein Start nächste Woche beim Masters in Schanghai ist zwa anvisiert, steht aber noch nicht fest.  In Tokio wiederum sind die 5 (!) Top-Gesetzten (unter anderem Taylor Fritz und Hubert Hurkacz) schon raus. Der Weg ins Finale scheint geebnet für Titelverteidiger Ben Shelton und Holger Rune, aber wer weiß?.
  • Erstaunliches beim President Cup: Im Golfwettstreit der USA gegen die Welt (ohne Europa) steht es nach dem 2. Tag 5:5. Am ersten Tag gewannen die Amerikaner alle 5 Vierer, am zweiten glichen die Welt-Golfer um Hideki Matsuyama mit 5 Erfolgen aus.