Titelverteidigung für PSG, Triumph für Finnland im Eishockey-„Feindes“-Land und ein bemerkenswerter Europarekord eines deutschen Hindernisläufers.

 

Sieg für PSG – und den Fußball

 

PSG brauchte im Champions-League-Finale gegen Arsenal in Budapest ein Elfmeterschießen, und doch war der Erfolg mehr als verdient. Der französische Meisetr nämlich wollte Fußball spielen, der englische Titelträger nur Fußball verhindern. Die Londoner liefeeten nach ihrer frühen Führung durch Kai Havertz eine veritable Abwehrschlacht, auf die jeder italienische Catenacchio-Trainer stolz gewesen wäre. Zeitspielen, wo es geht, bei jdem Einwurf, jdem Freistoß, zwei eng gestaffelte Fünferkette vorm eigenen Strafraum. Effektive Zerstörung, denn den französischen Ballkünstlern fiel wenig ein gegn dieses Bollwerk. Es brauchte schon einen Foulelfmeter nach einem eher täppischen Einsatz von Mosquera gegen Kvaratskelia; so täppisch und unbeholfen, dass der vorzügliche deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert sogar auf die in solchen Fällen obligatorische Gelbe Karte verzichtete (die Gelb-Rot und Platzverweis bedeutet hätte). Ousmane Dembélé verwandelte sicher. Danach änderte sich an der Verteiddijgungshaltung von Arsenal wenig, so dass es nach torloser und auch recht ereignisloser Verlängerung ins Elfmeterschießen ging.

Dort schoss zunächst Arsenals Eze am Tor vorbei, Nuno Mendez scheiterte and Arsenal-Schlussmann Raya. Als letzter musste das Arsenals Abwehrass Gabriel antreten – und jagte den Ball in die Wolken: Triumph für PSG, Tragödie für Arsenal. Während fast alle  Franzosen in ihre Fankurve stürmten, um zu feiern, eilte ihr Abwehrchef Marquinos zu seinem brasillianischen Landsmann, um ihn zu trösten. Wahrer Sportsgeist eines großen Sportsmannes – und das bestimmt nicht nur im Hinblick auf die gemeinsame WM in zehn Tagen mit der Selecao.

 

Erneut scheitert die Schweiz im Finale

 

Bei der Heim-WM sollte es endlich mit dem Titel klappen für die Eidgenossen. Acht zum Teil beeindruckende Siege hatten sie auf dem Weg isn Finale gefeiert vor stimmungsvollen Zuschauern in Zürich. Darunter auch in der Vorrunde gegen den Endspielkontrahenten Finnland (3:2). Es entwickelte sich eine extrem intensive Partie, sehr unterhaltsam trotz fehlender Tore. 0:0 stand es nach 60 Minuten, die Verlängerung musste entscheiden. Plötzlich aber nur noch bei 3 gegen 3 Spieler (anstatt 5 vs 5), das ist eine völlig andere Sportart mit viel weniger Körperkontakt. Nach 10 Minuten Schlagabtausch mit Bedacht (nur nicht in einen Konter laufen), schnappte sich der junge Konsta Helenius die Scheibe, zog an einem Abwehrmann vorbei und schlenzte das Spielgeraät unhaltbar in die Maschen. Grenzenloser Jubel bei den Suomis, die zuletzt 2022 den Titel geholt hatten. Große Betrübnis bei den Schweizern. Zum dritten Mal hintereinander hatten sie ein Endspiel erreicht, zum dritten Mal blieben sie ohne eigenes Tor. Das boshafte Wort der „Zweitgenossen“ macht die Runde. Despektierlich und unangebracht für ein Team, das zuvor mit sehr schönem Eishockey (aber auch mit überrtriebener Härte/Meier) beeindruckt hatte.

Dem deutschen Team blieb in der K.-o.-Runde nur die Zuschauerrolle. um Verhängnis wurde die völlig überflüssige 0:2-Niederlage gegen Lettland. Wenig Werbung für die Heim-WM im kommenden Jahr. Eine Premiere feiete dagegen Norwegen. Durch das 3:2 nach Penaltyschießen gegen Kanada holten sich die Skandinavier die erste WM-Medaille überhaupt.

 

Frederik Ruppert bleibt unter den magischen 8 Minuten

 

Ein deutscher Läufer schreibt Geschichte. Frederik Ruppert brauchte beim Diamond-League-Meeting in Rabat für die 3000 Meter Hindernis nur 7:57,80 Minuten und stellte damit einen fulminanten Europarekord auf. Als Erster von Alten Kontinent blieb er unter den magischen 8 Minuten, die über diese Strecke bisher nur Afrikaner unterboten hatten. „Es ist ein großartiges Gefühl, wenn sich all diese harte Arbeit endlich auszahlt“, sagte Ruppert, der vor Jahresfrist an gleicher Stelle schon mit 8:01,49 Sekunden und damaligen nationalen Rekord auf sich aufmersam gemacht hatte.
Zum Sieg reicht es allerdings nicht. Den sicherte sich der marokkanische Olympiasieger Soufinae Bakkali, der im Endspurt ds bessere Ende für sich hatte (7:58,41/WJB).

Ruppert ist damit zurzeit der  einzige Deutsche Mann mit einem Europarekord in der Leichtathletik – und ein ganz heißes Eisen für die EM im Sommer.

 

2 Schweizer Siege im Mehrkampfmekka

 

Das Meeting in Götzis erfreut sich seit Jahrzehnten reiseiger Beliebtheit. Auch diesmal kamen zahlreiche Weltklasse-Athleten ins Mösle-Stadion nach Vorarlberg. Am Ende hatten zwei Schweizer die Nase vorn, jeweils mit nationalem Rekord und Jahresweltbestleistung. Bei den Frauen siegte Annik Kälin mit 6726 Punkten, bei den Männern lag Simon Ehammer mit 8778 Zählern knapp vor dem Deutschen Weltmeister Leo Neugebauer. Ehammer schaffte dabei im Weitsprung mit 8,51 eine neue Bestleistung während eines Zehnkampfes.

 

Und sonst?

 

  • Fußball: Die deutsche Nationalmannschaft gewann den vorletzten Test vor der WM in Nordamerika mit 4:0 gegen Finnland. Denis Undav war dabei zweimal erfolgreich, zudem trafen Florian Wirtz und Jamal Musiala. Finnland ist allerdings wahrlich keine Fußball-Großmacht, sondern im Eishockey (siehe oben). Weil die Partien gleichzeitig stattfanden (welch grandiose Planung) schauten einige Ersatzspieler per handy aufs Geschehen in Zürich. Wahrscheinlich wie ein Großteil der Suomis zu hause eher Eishockey verfolgt hatten und nicht die Fußballer.
  • Handball: Die MT Meslungen feiete den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Im Finale der European League in Hamburg setzte sich das GTeam gegen den deutschen Kontrahenten THW Kiel durch.
  • Basketball: Heimsiege zum Auftakt der BBL-Halbfinals. Der FC Bayern gewann durch ein starkes letztes Viertel mit 83:78, Alba Berlin setzte sich mit 105:86 gegen die Baskets Bamberg durch. Schon heute jeweils die zweiten partien, wieder in München und Berlin.
  • Radsport: Triumphfahrt für Vingegaard: Der Däne sicherte sich souverän den Giro d’Italia, die zweitwichtigste Rundfahrt hinter der Tour. Am Ende hatt er mehr als 5 Minuten Vorsprung auf den Ösgerreicher Felix Gall, der für das beste Ergebnis seines Landes bei einer der drei großen Rundfahrten feierte. 5 Etappensiege feierte Vingegaard in den Bergen, fünfmal vor Gall. Jetzt ist die Tour de France das große Ziel des Dänen, dort allerdings wartet mit Tadej Pogacar ein Konkurrent ganz anderer Qualität, nichts für ungut, Herr Gall.