von Münchner Löwe | Aug. 11, 2025 | Fußball, Tennis, Wochenvorschau
Tennis in Cincinnati, 1. DFB-Pokalrunde, Beginn der Premier League.
Wer wird Cincinnati Boy und Girl
Das zweite Masters des amerikanischen Sommer-Doppels geht in die entscheidende Phase. Nachdem sich Frauen und Männer in Kanada noch geteilt haben (Frauen in Montreal, Männer in Toronto), sind sie jetzt in einer umgebauten und hochgelobten Anlage in Cincinnati wiedervereint. Alle schwärmen von den Bedingungen dort, und noch ist auch die Hitze in Ohio erträglich. Die FavoritInnen hier wie dort sind alle noch im Wettbewerb vertreten: Bei den Männern scheinen Sinner und Alcáraz nahezu unangreifbar, auch die Toronto-Finalisten Shelton und Khatchanov gaben sich keine Blöße, ebensowenig Alexander Zverev.
Auch die Frauen scheinen sich nach dem Favoritensterbven von Montreal erholt, die Sabalenkas und Swiateks und Gauffs siegten mühelos. Nicht allerdings ist Montreal-Sensationssiegerin Valerie Mboko und-Finalistin Naomi Osaka.Eine tolle Überraschung gelang der jungen Deutschen Ella Seidel, die ihre viel höher eingeschätzte Fast-Namensnichte Emma Navarro bezwang und jetzt auch gegen McCartney (was für ein Vorname!) Kessler nicht chancenlos ist.
Bielefeld weiter auf Pokal-Mission?
Die Fans der Arminia kommen aus dem Jubeln kaum noch heraus. Nach dem Aufstieg und den Einzug ins Pokalfinale geht der Erfolgslauf in der neuen Saison munter weiter. Nach zwei äußerst überzeugenden Erfolgen gegen Düsseldorf und in Kiel grüßen die Ostwestfalen schon wieder von der Tabellenspitze. da kommt die 1. Pokalrunde gerade recht, wo in einer Neuauflage des Viertelfinals im März Werder Bremen an die Alm kommt (Freitag, 20.45). Für mich wäre es keine Überraschung, würde Bielefeld auch dieses Mal gewinnen (fast frage ich mich eher,wie denn das Pokalfinale so schnöde verloren gehen konnte).
Weiteren Upset-Alarm für Erstligisten sehe ich in Rostock (Hoffenheim), Dresden (Mainz) und vielleicht sogar in Essen (Dortmund).
Grundsätzlich ist die 1. Runde für Bundesligisten immer heikel, weil diese im Gegensatz zu 2. bis 4. Liga noch keine Pflichtspiele absolviert haben.
Dieses Wochenende nicht ins Geschehen eingreifen werden wie gehabt der Pokalsieger VfB Stuttgart und Meister Bayern München. Für diese Clubs steht am Samstag (20:45) im Neckarstadion das Supercup-Finale an.
Wer stoppt den FC Liverpool?
Dieses Wochenende beginnt auch die neue Spielzeit in der englischen Premier League mit der Begegnung von Meister FC Liverpool gegen den Außenseiter FC Bornemouth. Nach dem souveränen Titel sind die Reds erneut klarer Favorit, zumal sie sich mit 3 heruasragenden Bundesliga-Profis verstärkt haben: Florian Wirtz und Jeremy Frimpong kamen von Bayer Leverkusen, Hugo Ekitiké von Eintracht Frankfurt. Zudem scheint der Wechsel von Alexander Isak von Newcastle United nur noch eine Frage der Zeit zu sein.
Die Premier League ist mittlerweile mt großen Abstand die schillerndste nationale Liga der Welt, auch weil hier am Besten gezahlt wird. So spielt ein Granit Xhaka lieber für den Aufsteiger (und damit natürlichen Abstiegskandidaten) FC Sunderland denn für deutschen Spitzenclub Bayer Leverkusen (sicher nicht weil die nordenglische Stadt so wunderschön wäre (das Stadion allerdings und die Stimmung dort sind toll). Auch Top-Angreifer Benjamin Sesko spielt lieber für Manchester United (trotz dessen katastrophensaison (24/25) als für RB Leipzig (naja, das ist auch sehr viel klangvoller).
Als Meisterschschafts-Favoriten sehe ich neben den Reds auch den FC Arsenal, das sich mit Grökeres einen heruasragenden Torjäger geangelt hat und (natürlich) auch Ex-Champions Manchester City mit Trainer Pep Guardiola.
Anmerkung: Vielleicht raffe ich mich noch zu einem ausführlichen Vorbericht auf
Und sonst?
- Leichtathletik: Diamond League in Silesia (16. August).
- Golf: 2. von 3 Finalturnieren in der Fedex-Wertung mit den Top 50 im Cape Valley Club.
- Motorrad: WM-Läufe in Spielberg in MotoGP, Moto2 und Moto3
von Münchner Löwe | Aug. 5, 2025 | Fußball, Golf, Tennis, Wochenvorschau
Andere Sportarten standen zuletzt im Mittelpunkt, doch jetzt rückt König Fußball und die neue Saison (zumindest in Europa) wieder in den Vordergrund. Dazu Masters-Tennis in Nordamerika.
Zverev weiter auf Mission Wiedergutmachung
Auch der Satzverlust gegen den Australier Alexej Popyrin konnte den Deutschen nicht stoppen. Er steht bereits im Halbfinale des Masters von Toronto und trifft dort in der Nacht zu Donnerstag auf den Russen Karen Khatschanow, der nach eher verhaltenem Jahresbeginn in Topform ist und zuvor auch in Wimbledon die Runde der besten Vier erreicht hat. In der unteren Hälfte werden heute Nacht bei den Partien Rublew gegen Fritz und De Minaur gegen Shelton die beiden anderen Semifinalisten ermittelt.
Genau so weit sind die Frauen beim Pendant in Montreal. Die Sensations-Kanadierin Victoria Mboko und Lena Rybakina sind schon im Halbfinale, heute Nacht kommen Madison Keys/Clara Tauson und Elena Switolina/Naomi Osaka dazu.
Die Finals sind schon für Freitag angesetzt, weil schon das nächste Masters in Cincinnati wartet. Dort werden bei den Männern auch die Topleute Jannik Sinner und Carlos Alcáraz wieder ins Geschehen eingreifen, die sich für Toronto eine schöpferische Pause nahmen. Erneut abgesagt hat allerdings Novak Djokovic seine Teilnahme. Grand Slam oder nix, heiißt offenbar die Devise des 38-Jährigen, denn schon Ende August warten die extrem kräftezehrenden US Open. Ansonsten hat die komplette Weltelite gemeldet.
Nach de Kanada-Trennung sind Frauen und Männer in Cinci wieder vereint. Auch die Frauen werden praktisch mit der kompletten Weltelite am Start sein.
Zurzeit läuft noch die Qualifikation, unter anderem mit Ella Seidel , Laura Siegemund sowie Jan-Lennard Struff.
Königsklasse schon im Gange
Die Topclubs können sich noch schonen, aber die Qualifikation im Kampf um die Geldtöpfe ist bereits im vollen Gang. Diese und nächste Woche (jeweils Dienstag und Mittwoch) steht die 3. Runde an (Hin- und Rückspiele), unter anderem mit namhaften Paarungen wie das „Öresund-Derby“ Malmö-Kopenhagen, RB Salzburg vs FC Brügge und vor allem OGC Nizza vs Benfica.
Wer nicht genug hat, darf sich am Donnerstag in der Qualifikation der Europa und Conference League was Hübsches aussuchen. Wie wäre es mit dem schwedisch-norwegischen Knaller Häcken vs Bergen (Do., 19 Uhr).
Heimclubs bereits unter Druck
Vor dem 2. Spieltag der 2. Bundesliga ist die Ausgangslage klar: Von den 9 Heimmannschaften müssen 8 eine Auftaktniederlage des vergangenen Wochenendes kompensieren. Wer erneut verliert, steht schon gewaltig unter Zugzwang. Einzig Eintracht Braunschweig kann zu Hause gegen Greuther Fürth einen Auswärtssieg vergolden, das einzige Duell zweier Auftaktgewinnen. Namhafte Partie sind selbstredend wieder dabei wie Nürnberg gegen Darmstadt (Freitag, 18:30), der Ostschlager Dresden – Magdeburg (Sa., 13:30) und die Partie Lautern – Schalke (Sa., 20:30). Interessant, dass die DFL die Partien nicht auf die vermeintlich attraktiveren Erstligazeiten angesetzt hat, obwohl das Oberhaus noch pausiert. Um die Fans nicht zu verwirren?
Golfen für Millionen
Die Fedex-Ausscheidung beginnt schon, der der dreiwöchige Abschluss der US-Turnierserie, in der der Sieger am Ende 20 Millionen Dollar gewinnt. 3 Turniere zum Abschluss, beim ersten in Memphis sind 70 Profis dabei, beim zweiten 50 und zum Abschluss wie gehabt dann nur noch 30, die dann je nach Punktestand mit einem Handicap starten. Die Wertung führt derzeit klar der Amerikaner Scottie Scheffler vor dem Nordiren Rory McIlroy und dem Östereicher Sepp Straka an. Mit dabei zum Auftakt sind auch die Deutschen Stephan Jäger und Matti Schmid, der als 70. gerade noch ins Feld rutschte.
Und sonst?
- Radsport: Polen-Rundfahrt und Vuelta die Burgos
- Basketball: Die EM-Vorbereitung nimmt langsam Formen an. Der deutsche Kader ist benannt (ohne Isaiah Hartenstein und Moe Wagner, mit Dennis Schröder und Franz Wagner.
Wenn ich das richtig sehe, hat das Team noch keine Testspiele auf dem Programm, Das Team trifft am Freitag (20.05) in Ljubljana und am Sonntag (17:30) in Mannheim auf Slowenien mit einem angeblich sehr fitten anstatt fetten Luka Doncic. (Danke neuronal für den Hinweis). Magenta wird übertragen
von Münchner Löwe | Juli 23, 2025 | MLB, Radsport, Tagesrückschau, Tennis
In eigener Sache: Am Donnerstag werde ich noch mal für knapp eine Woche nach Kressbronn am Bodensee fahren. Ich habe zwar WLan, aber vielleicht nicht so viel Zeit. Allerdings scheint das Wetter gruselig zu werden, so dass ich vielleicht länger als erhofft am Rechner verbringe.
Venus Williams (45) siegt fürs Geschichtsbuch
Vernus Williams darf beim Tennis-Turnier in Washington per Wildcard starten: Was ich als reinen Veranstaltungs-Gag abtat, ist tatsächlich schon eine Erfolgsgeschichte. Mit ihren 45 Jahren gewann sie in der 1. Runde sowohl im Einzel (gegen die US-Landsfrau Peyton Stearns/WTA-Nummer 35!) als auch im Doppel zusammen mit Heather Baptiste gegen Boucard/Ngonoue. Sie ist damit die älteste Siegerin in einem regulären WTA-Turnier-Spiel seit Martina Navratilova (2004 in Wimbledon). Dafür kann ich nicht genug Hochachtung bezeugen für die ältere der Williams-Sisters. In der 2. Runde trifft sie auf die Polin Magdalena Frech, Freche Wortspiele darf sich dann jeder selbst erfinden …
Pogacar weiter souverän
Auch der Mont Ventoux war für den Slowenen auf dem Weg zum Tour-de-France-Sieg kein unüberwindbares Hindernis. Er fuhr taktisch klug (und angeblich nicht 100-prozentig fit) weitgehend am letzten verbliebenen Konkurrenten Jonas Vingegaard und konnte seinen Vorsprung im Schlussspurt 2 weitere Sekunden auf 4:13 Minuten ausbauen. Einen großen Schritt in Richtung Podestplatz machte Florian Lipowitz. Der Deutsche verlor zwar weitere Zeit auf das Duo Pogacar/Vingegaard, konnte aber seinen Konkurrenten um Rang 3 weitere abnehmen. 2:01 Minuten beträgt jetzt schon der Vorsprung auf Platz 4: natürlich keine Garantie für die schweren Alpen-Etappen am Donnerstag und Freitag, aber doch ein Faustpfand. Zumal er von all den Top-Ten-Fahrern zwischen 3 und 10 die beste Form zu haben scheint nach mehr als 2 Wochen Plackerei.
Max Kepler mit dem 11. Homerun
Der Berliner drosch den Ball beim 4:1 seiner Philadelphia Phillies gegen die Boston Red Sox über den Zaun. Ein seltenes Erfolgserlebnis für ihn als Schlagmann. Sein Durchschnitt beträgt traurige 0.207 (in den letzten 7 Spielen gar nur 3 von 21 (0.143). Wenn ich bedenke, dass er gegen linkshändige Werfer gar nicht erst eingesetzt wird, weil er mit denen überhaupt nicht zurechtkommt, ist das jenseits von Gut und Böse. Fast ein Wunder, dass er noch einen Platz in der Line Up findet (er hat den schlechtesten Schnitt der derzeitigen 9 Phillies-Schlagmänner zu Beginn). Allerdings ist sein Fielding ohne Fehl und Tadel (nur 1 Error), das zählt natürlich auch.
von Münchner Löwe | Juli 20, 2025 | Formel 1, Radsport, Tennis, Wochenvorschau
In eigener Sache: Am Donnerstag (das Wetter, seufz) fahre ich noch mal an den Bodensee. Ob und wie ich Sport genieße, weiß ich noch nicht. Entscheidung in der Tour, Beginn der Hartplatz in Amerika und die Formel-1-Ardennenfahrt in Spa – das sind die großen Höhepunkte der Woche. Den Frauenfußball habe ich schon beleuchtet.
Pogacar einsam – bis nach Paris?
Nach dem Ritt über die Pyrenäen über 3 äußerst anspruchsvolle Etappen hat sich das Feld der Tour de France. Ganz vorne Tadej Pogacar, mehr als 4 Minuten dahinter Jonas Vingegaard, und dahinter führt der deutsche Jungprofi Florian Lipowitz das übrige Feld an und überdies die Wertung des besten Jungprofis, das ihm das Weiße Trikot bescherte. Eine Vorentscheidung gewiss, aber es warten noch schwere Aufgaben. Schon am Dienstag nach dem Ruhetag folgt der Schlussanstieg zum sagenumwobenen Mont Ventoux. Wenn es da wirklich heiß wird (bis zu 40 Grad sind da möglich), spendet der kahle Berg mit seinem Mondkratern keinerlei Schatten.
Lipowitz etwa kennt den Ventoux noch gar nicht, zumindest nicht wettkampfmäßig. Vielleicht hat er wie Tausende Hobby-Radsportler den Berg privat bezwungen. Lipowitz ist jedenfalls die große Überraschung, wenngleich er sein immenses Können schon vergangenen Herbst bei der Vuelta und vor gut einem Monat beim Crerium Dauphiné gezeigt hat. Aber dass er jetzt beim absoluten Jahreshöhepunkt quasi ohne Schwäche durch Frankreich hetzt, das beeindruckt schon sehr und gibt für die folgenden Jahre zu den schönsten Hoffnungen Anlass, wenn denn die Pogacars und Vingegaards genung haben sollten.
Neben dem Ventoux wartet auf die Fahrer in der abschließenden Woche noch das Rendezvous mit den Alpen. Am Donnerstag geht es aufs Dach der Tour mit der Zielankunft auf dem Col de Loze (2304 Meter), nachdem die Fahrer zuvor schon den Col de la Madeleine erklimmen müssen. Tags darauf eine weitere Begankunft in La Plagne, der Wintersportstation.
Etwas Besonderes haben sich die Verantwortlichen für die Schlussetappe in Paris (nach einem Jahr Pause wegen Olympia) ausgedacht. Wie bei den Spielen führt die Strecke über den Montmartre. Ob hier allerdings Attacken geritten werden, wage ch zumindest im Hinblich aufs Gesamtklassement zu bezweifeln.
Tennis goes America
Den Beginn der US-Hartplatzsaison (mit einem Abstecher nach Kanada) macht wie gewohnt das Turnier in Washington. Sowohl Frauen als auch Männer schlagen in der US Hauptstadt auf. Bei den Frauen führt Jessica Pegula vor ihrer US-Landsfrau Elena Navarro und der Kasachin Lena Rybakina die Setzliste an. Am Start ist auch Tatjana Maria, die damit zum dritten Mal innerhalb von 3 Wochen den Atlantischen Ozean überquert (London-Newport-Hamburg-Washinton). Sie startet gegen eine Qualifikantin. Bei den Männern ist Taylor Fritz der nominelle Favorit vor Lorenzo Musetti und Holger Rune. Während Alexander Zverev noch pausiert, hat die deutsche Nummer 2 Daniel Altmaier gemeldet. Die Aufgabe gegen den Italiener Matteo Arnaldi ist Knifflig, scheint aber nicht unlösbar.
Auch in Europa ist noch einiges geboten: Die Männer haben Sandplatz-Turniere in Kitzbühel (Bublik, Baez) und Umag (Francisco Cerundolo, Darderi) vor sich, die Frauen messen auf >Hartplatz sich in Prag (Noskova, Srmakova). In Kitz haben Yannick Hanfmann und Jan-Lennard Struff die Qualifikationgeschafft, Justin Engel bekommt aufgrund seiner tollen Leistungen als Junior ein spezielles Startrecht.
Spa, die Wunderschöne
Nicht nur die Radsportler fahren bergauf und bergab, auch die Motorsportler. So trifft sich die Formel 1 am Wochenende in Spa-Franchorchamps jeder legendäre Kurs durch die belgischen Ardennen mit der berühmt-berüchtigten Eau Rouge (bergauf scheinbar in den endlossen Himmel), wo der begnadete Stefan Bellof bei einem Tourenwagenrennen tödlich verunglückte. Trotzdem ist Spa neben Montreal meine Liblingsstrecke im Formel-1-Kalender.
Klarer Favorit sind wieder die beiden McLarens von Oscar Piastri und Lando Norris, der mit den beiden Siegen zuletzt in Silverstone und Spielberg den Abstand auf mickrige 8 Punkte verkürzte. Eine Teamorder verbietet sich da, zumal der Abstand auf den Dritten Max Verstappen schon komfortable 69 Zähler beträgt.
Und sonst
- Die Fußball-Teams fornieren sich langsam: Im Training sind bis auf die Club-WM-geplagten Bayern und Dortmunder schon längst alle Teams. Aber an allen Kadern wird noch fleißiog gebastelt. Die Stürmersuche bei den Bayern steht im Vordergrund, doch weder der Wechsel von Woltemade (Stuttgart) noch von Diaz (Liverpool) sind zuletzt nähergekommen. Allerdings dürfte der FC Liverpool nach de Verpflichtung von Etikite eher bereit sein, den wechswselwilligen Kolumbianer abzugeben.
- Schwimm-WM in Singapur: Nach den Freiwasserwettbewerben (und dem Florian-Wellbrock-Gold-Quadrupel) haben die Schwimmer eine Woche Pause, ehe ab nächsten Sonntag die Beckenstrecken (insgesamt 42!) warten. Mal sehen, wie sich der Magdeburger von den Strapazen im mehr als 30 Grad warmen Meer erholt. In dieser Woche kommt es zu zahlreichen Entscheidungen im Wasser- und Artistikschwimmen, dazu Wasserball und Klippenspringen (Samstag, Sonntag).
- Leichtathletik: Ab morgen beginnen die US Trials in Eugene/Oregon. Das Prinzip ist bekannt: Nur die ersten Drei jeder Disziplin fahren zur WM nach Tokio im September. Aufatmen können alledings die amtierenden Weltmeister, die ein persönliches Startrecht genießen unabhängig von Abschneiden in Eugene.
von Münchner Löwe | Juli 14, 2025 | Tennis
Wimbledon-Wahnsinn, die Endspiele
Die Sieger heißen also Iga Swiatek und Jannik Sinner. Die Polin spazierte geradezu durchs Turnier, gerade zum Ende. Sinner hatte deutlich mehr Mühe und revanchierte sich eindrucksvoll an Carlos Alcáraz, gegen den er vor gut einem Monat noch das Paris-Finale nach 3 vergebenen Matchbällen verloren hatte.
Iga Swiatek – Amanda Anisimova 6:0, 6:0
Eine sogenannte Brille hat es in einem Wimbledon-Finale seit mehr als 100 Jahren nicht mehr gegeben. Swiatek hatte kein Mitleid mit der völlig überforderten und am Ende der Partie aufgelösten Amerikanerin und erteilte ihr die Höchststrafe. In der modernen Tennis-Ära (seit 1968) hat es das bisher erst einmal gegeben, als 1987 Sgteffin Graf gegen Natascha Zwerewa mit 6:0, 6:0 gewann. Insgesamt hatte Swiatek ein grandioses Turnier, wie folgende Zahlereien bestätigen.
- In den 7 Spielen hat sie einen Satz abgegeben, den ersten in der 2. Runde gegen McNally, danach 6:2, 6:1.
- Nur in 2 ihrer 6 Zweisatzsiegen musste sie über 7:5 gehen. Ansonsten je einmal 6:4/6:3 und insgesamt achtmal 6:0 bis 6:2 (aloso insgesamt zehmnmal).
- Im Halbfinale und Finale insgesamt 4 Games abgegeben, das hats in Wimbledon noch nie gegeben, sag ich jetzt mal.
- Die höchstgesetzte Gegnerin war Anisimova als Nr. 13.
- Insgesamt nur 3 gesetzte Gegnerinnen. Neben Anisimova waren das Tauson/23 im AF und Samsonowa/19 im Viertelfinale. Die Kehrseite des amüsanten Favoritensterbens zu Beginn des Turniers.
Vor allem hat Swiatek ihre Allergie gegen Rasen-Tennis eindrucksvoll abgelegt, die sie in den vergangenen Jahren früh scheitern ließ. Nach einem äußerst durchwachsenen Frühjahr und dem schnellen Aus in Paris befand sie sich tatsächlich in einer Schaffenskrise. Wohl dem, der sich so daraus befreit. Und ein Extralob für Andrea Petkovic, die diesen Triumph in ihrer Wimbledon-Vorschau vorhergesagt hat. Mal sehen, was das Jahr noch bringt, das gilt auch für Anisimova: Wenn ihre Finaltränen getrocknet sind, wird sie auf ein extrem erfolgreiches Turnier zurückblicken, das sie in die Top Ten der Weltrangliste spülte.
Jannik Sinner – Carlos Alcáraz 4:6, 6:4, 6:6, 6:4
Das Ergebnis spiegelt gar nicht die Überlegenheit des Italieners vor allem in den Sätzen 3 und 4 wider. In jedem Durchgang gelang ihm das erste Break, nur im ersten Satz fand Alcáraz eine Antwort. Danach war er dem immer durchvollerem Spiel von Sinner fast ausgeliefert.
Das Spiel reichte längst nicht an das epische Duell der beiden vor einem Monat heran. Das war auch nicht zu erwarten, denn diese Partie gehört jetzt schon mindestens zu den Top 5, die die Tenniswelt je gesehen hat. Beide agierten äußerst fehlerhaft, was natürlich auch daran lag, dass sie im Angesichts der Stärke des Gegenübes sehr viel riskierten. Und da machte Sinne schlicht den besseren Job. In manchen Ballwechslen (so bei den jeweiligen Satzbällen in Durchgang 1 und 2 blitzte das Ausnahmekönnen der beiden auf.
Im 4. Satz bäumte sich der Spanier noch mal auf, erzwang beim Stand von 3:4 2 Satzbälle, die Sinner souverän abwehrte. Aber insgesamt spielte er nicht so frei bei diesem Turnier, die zahlreichen Satzverluste (schon im Auftaktmatch gegen Fognini musste er über die volle Distanz gehen) sind vielleicht Beleg dazu.
Das ist allerdings auch die einzige Hoffnung der Konkurrenz, dass in den kommenden Jahren es nicht zur ewigen Wiederholung Sinner-Alcáraz kommt. Spielen beide auch nur annähern ihr bestes Tennis, kommt da keiner heran. Tja wäre Novak Djokovic ein paar Jährchen jünger, dann könnte er Sinner/Alcáraz sicher ärgern. Unfassbar genug, dass er mit seinen 38 Jahren in allen 3 Grand Slams dieses Jahres das Halbfinale erreichte.
Ein (Doping)Fakt zum Nachdenken
Sowohl bei Swiatek als auch bei Sinner fanden die Dopingfahnder im vergangenen Jahr positive Proben. Sowohl Swiatek (3 Wochen) als auch Sinner (3 Monate) kamen mit vergleichsweise glimpflichen Strafen davon, Sie überzeugten zumindest die zuständigen Sportrichter von ihrer Unschuld und den äußerst unglücklichen Umständen, die zu einem positiven Befund führten. Normalerweise hätten beide in diesem Jahr (also auch nicht in Wimbledon!) Turniertennis spielen dürfen. Erstaunlich die Nonchalance, ja Gleichgültigkeit, wie dieser Fakt in der Berichterstattung praktisch ausgeblendet wird. Aber Hauptsache, alle verdächtigen die Radsportler und vor allem Tadej Pogacar bei der Tour de France, die gerade läuft.
Wimbledon bei Amazon
Ich gebe zu: Ich habe Jeff Bezos nicht boykottiert und die Übertragung bei Amazon nicht nur stundenlang verfolgt, sondern regelrecht genossen. Wie im Vorjahr hatte der Streamingsender ein Riesenaufgebot an Top-Reportern und Top-Experten nach London beordert. Live vor Ort ist so eine Übertragung (der Tennistag ging immer über mindestens 10 Stunden) schlicht zwei Klassen besser, als wenn der Großteil aus einem Müncher Studio erfolgt, wie es leider Eurosport seit Jahren betreibt, sogar bei den French Open direkt vor der Pariser Haustür.
Die schon erwähnte Andrea Petkovic verdient als Beste vieler Guten den Preis des Münchner Löwen. Leider nicht dotiert, aber das hat die Tennis-Millionärin auch nicht nötig, hoffe ich doch schwer. Petkovic sticht gegen die ebenfalls sehr guten Barbara Schett (ich liebe ihren österreichischen Dialekt), Sabine Lisicki (ein bisschen viel ohh und ahhh und uhhh), Michael Stich (erzählt manchmal ein bisschen sehr viel auch in die Ballwechsel) sowie all die anderen, die das Wort bekamen.
Herausragend auch die Moderatorin Katharina Kleinfeld. Ihre unterhaltenden und gleichsam informativen gerade am Ende des Wimbledon-Tages begeisterten mich. Auch die Kommentatoren störten nicht (das ist bei mir schon ein Sonderlob): Jonas Friedrich gebührt ein weiterer Löwen-Preis. Ihn würde ich noch vor Marcel Meinert ansiedeln.
von Münchner Löwe | Juli 12, 2025 | Tennis
Wimbledon-Wahnsinn, die Frauen
Das Turnier der Überraschungenhat dann doch noch eine Überraschungs-Finalistin bekommen. Während sich nämlich die eine Top-Favoritin Iga Swiatek souverän in 3 Sätzengegen die völlig überforderte Belinda Bencic durchsetzte, musste die andere verbliebene Top-Favoritin Aryna Sabalenka der Amerikanerin Amanda Anisimova. Wenngleich bei nähewrer Betrachtung das Aus der Belorussin nicht ganz so sensationell daherkommt, weil sie ja schon im Viertelfinale gegen Laura Siegemund vor dem Ausscheiden war.
Die Partie Anisimova vs Sabalenka verlief ganz ähnlich: Ein eher locer gewonnener 1. Satz von Anisimova, die klare Antwort von der Weißrussin im zweiten, und ein enger entscheidender dritter Durchgang. In dem dann eben Anisimova noch mehr Kräfte hatte als 2 Tage zuvor Siegemund und deshalb die nicht ganz in Top-Form befindliche Sabalenka elimieren konnte.
Was für eine Rückkehr von Anisimova: ein 17-jähriges Wunderkind, dem die Experten eine große Zukunft vorhersagten. Es wurden gar Vergleiche mit Serena Williams angestellt; maßlos übertrieben wie die ewigen Vergleiche jeder einigermaßen talentierten duetschen Akteurin mit Stefanie Graf. dass Leben hatte andere, sehr unschöne Pläne. Der Tod des Vaters warf die damals 18-Jährige zurück. Sie spielte zwar weiter auf Der Tur, aber große Erfolge blieben aus. Es folgte ein Burnout, eine lange Pause. Vor einem Jahr kehrte sie in Wimbledon zurück, verlor dort gegen eine Qualifikantin. Sie blieb dran, und nach und nach kehrten die Erfolge zurück: Turnier-Sieg bei den Qatar Open, und beim Vorbereitungsturnier erreichte sie unter anderem gegen Emma Navarro und Olympiasiegerin Qinwen Zheng das Finale, wo sie der erstaunlichen Deutschen Tatjana Maria unterlag.
In Wimbledon zeiogt sie sich von der besten Seite, wobei sie durchaus auch kämpfen musste wie im Achtelfinale beim Dreisatzerfolg gegen Linda Noskova.
Jetzt also die Krönung gegen Swiatek: Die Polin hat ihre Abneigung gegen Rasentennis souverän abgelegt, war in ihren 6 Spielen ins Endspiel nahezu ungefährdet. Nur einen Satz hat sie bisher in Wimbledon abgegeben, eher aus Fahrlässigkeit gegen Caty McNally. Sie muss deshalb als Favoritin gelten, mein Tennisherz schlägt allerdings für Amanda Anisimova, und sei es nur, dass ich mit meinem progmnostizierten „ova“-Turniersieg recht habe, der sich allerding ejher auf Osteuropäerinnen und vor allem Tschechinnen bezog.
Bleich geht es los, ich bin gespannt.
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