von Münchner Löwe | Okt. 21, 2025 | Allgemein, NBA
Mit dem Tip-off zur Partie von Titel von Oklahoma City Thunder vs Houston Rockets beginnt in der Nacht zu Mittwoch die neue Spielzeit. In Teil II meiner Vorschau befasse ich mich mit der Western Conference, die als weitaus stärker gilt als die Eastern Conference. Mehr Stars, mehr konkurrenzfähige Teams, mehr Glamour.
Wie im Vorjahr werde ich die 15 West-Teams in Gruppen einsortieren (sogenannte Tiers), noch ohne endgültige Platzierung. Bitte immer bedenken: Auch wenn ich mich um Seriösität bemühe, bitte nicht jeden Buchstaben tierisch ernst nehmen. Ein wenig Provokation muss schon auch sein. Und ebenfalls immer dran denken: Wenn alles einträfe, wie ich es denn glaube, wäre es auch stinklangweilig. Und auch wenn ich Verletzungs-Anfälligkeiten durchaus einpreise (kann der Kader einen Ausfall kurzfristig ausgleichen?), Achillessehnenrisse und andere Verletzungs-Katastrophen lasse ich außen vor. Auch versuche ich, dem Zahlenfetisch der Liga zu vermeiden, wobei sich manche Statistik schlicht nicht vermeiden lässt
Noch eine Anmerkung: Die gesamte Vorschau betrifft erst mal nur die reguläre Saison. Zu viel kann sich während der nächsten gut sechs Monate ändern (Verletzungen, Trades, Trainerwechsel), als dass ich jetzt schon einen Blick in die Play-offs wagen würde. Die nächsten Zeilen sind angreifbar genug, fürchte ich
I. Gruß von der Spitze
Oklahoma City Thunder
Der Titelverteidiger und das Team, das es zu schlagen gilt. Eher noch stärker einzuschätzen als in der vergangenen Saison, denn es ist gänzlich zusammengeblieben, und die meist noch sehr jungen Spieler haben enorm an Erfahrung gewonnen.
Andererseits war die Saison auch sehr fordern, für Geist und Körper. Die Erfahrung lehrt, dass sich die Titelträger automatisch ein ganz klein wenig zurücknehmen. Mir fehlt dennoch jegliche Fantasie, das OKC einen Total-Absturz hinlegt.
Der Star
Unbestritten ist weiter Shai Gilgeous-Alexander der Superstar: MvP der vergangenen Saison, treffsicherster Korbschütze und auch wichtigster Spieler der Finalserie. Der Kanadier ist mit seinen 27 Jahren immer noch nicht an seinem Zenith angekommen: noch immer zu viele Ballverluste und trotz seines so schön anzusehenden Wurfes fallen zu wenige Dreier.
Legitimer Co-Star ist Jalen Williams. Der 24-Jährige hat es ins Allstar-Team geschafft und überzeugte weitgehend in den Play-offs. Glänzender Taktgeber, enorme Athletik.
X-Faktoren
Alex Caruso war der beste Verteidiger des besten Defensiv-Teams der Liga. Für keine Drecksarbeit ist er sich zu schade.
Problemfelder
- Wie wirkt sich der Titel auf die Motivation aus? Und das Wissen der Profis, dass sie im Normalfall fast jede Partie gewinnen.
- Es dürfte die letzte Saison sein, dass OKC mit diesem Kader spielen kann. Ab 2026 werden bei manchen Profis die Gehälter explodieren, so dass sie auch wegen des Salary Caps und scharfer Regeln nicht mehr gehalten werden können. Macht diese unsichere Zukunft etwas aus; den Spielern etwas aus, dass etwas zu Ende geht?
🇩🇪 🧠
Isaiah Hartenstein hat alle (recht hohen) Erwartungen mindestens erfüllt, wenn nicht sogar übererfüllt. Mit seiner Länge und Spielübersicht ist der Center defensiv und offensiv ein Faktor. Noch lässt er das Dreierwerfen gänzlich sein, angeblich trainiert er es schon …
DENVER NUGGETS
Im Viertelfinale zwangen die Nuggets Oklahoma in ein 7. Spiel, das sie dann klar verloren. Hauptkritikpunkt war, dass ihr Kader zu klein sei und ohne Jokic auf dem Parkett eigentlich nicht konkurrenzfähig. Dieses Manko sind sie im Sommer angegangen. Unter anderem mit Cam Johnson, Tim Hardaway und Jonas Valenciunas verstärkten sie sich qualitativ und quantitativ. gerade der Litauer Valenciunas könnte als mehr als brauchbarer Center Nikola Jokic so manche Pause mehr verschaffen, die den Tank des Serben nicht vorschnell ausgehen lassen.
Der Star (und die 2. Option)
Nikola Jokic: Der Serbe hat eine unglaubliche Saison hinter sich und hätte den Titel des MvP nach Ansicht vieler Experten erneut verdient gehabt. Das Um und auf des Nugget-Spiels, der fast an jedem Angriff seine Finger irgendwie im Spiel hat. Kleines Manko: In de Verteidigung spart er oft Kräfte, allein seine Größe (2,15 Meter) soll es dann richten. Kleiner Nachteil: Zuletzt war die Abhängigkeit der Nuggets von ihrem Jokic schrecklich.
Jamal Murray ist die 2. Option. Der Kanadier blieb endlich mal verletzungsfrei und kann sich jederzeit selbst Würfe kreieren. Er hat allerdings auch schon so manches Fortief überwinden müssen
X-Faktor
Die Höhe in Denver verschafft den Nuggets einen echten Heimvorteil, weil den Gegnern oft die Puste ausgeht.
Sehr gespannt bin ich auf Cam Johnson, der nach seine durchaus beachtlichen Zeit in Brooklyn jetzt bei einem echten Contender spielt, also bei einem Team, bei dem es um etwas geht.
Problemfelder
Die Neuen: Vor allem die Frage, ob der doch schon 33-jährige Jonas Valenciunas Jokic wirklich auch nur annähernd besetzen kann. Sollte das die Fall sein, hat nicht nur Houston ein Problem, sondern alle NBA-Teams.
II. Ganz nah dran
HOUSTON ROCKETS
Den Texanern gelang der Transfercoup des Sommers, als sie sich die Dienste von Kevin Durant sicherten und dafür vergleichsweise wenig Gegenwert an die Pheoenix Suns entrichten mussten. Weshalöb viele die Rockets sogar ganz oben auf dem Plafond sehen, aber da habe ich meine Zweifel. Weil KD mit 37 nicht mehr de Jüngste ist und bei seinen Teams jicht immer die allerbeste Team-Chemie verbreitete (ich schreib das noch sehr euphemistisch).
Aber das Talent der Rockets ist außergewöhnlich. Mit Amen Thompson haben sie einen kommenden All Star in den Reihen.
Der Star
Kevin Durant: Das verlangt er von sich selbst, das erwartet die Öffentlichkeit. Obs dann so klappt, wie sich das die Rockets vorstellen, steht auf einem anderen Blatt.
Wenn Amen Thompson den nächsten Schritt geht, wird er auch in eine neue Dimension vorstoßen. Guter Wurf, viel Athletik (hilfreich beim Rebound) und auch noch Spielübersicht.
X-Faktor
Alperen Sengün: Er spielte eine überragende EM und hatte wesentlichen Anteil daran, dass die Türkei ins Finale gegen Deutschland kam. Wo er Franz Wagner und Co. viel Kopfzerbrechen bereitete, ehe ihm am Ende die Kraft ausging. Transportiert er diese Brillanz in die NBA (dort blicken sie eher verächtlich aufs europäische Championat), wird der baumlange Mann für jede Abwehr zum Problem. Und mit seinen langen Armen wird er es in der Abwehr so manchen Schützen schwermachen.
Problemfeld
Die saisonbeendende Verletzung von Fred vanVleet war und ist ein echter Schlag ins Kontor. Der einzig echte Spielmacher im Kader, mit einem sehr feinen Distanzwurf ausgestattet. Darauf muss Trainer Ime Udocka nun verzichten; zumindest mir ist nicht ganz klar, wie das nahtlos gelingen soll.
MINNESOTA TIMBERWOLVES
Zum zweiten Mal in Folge standen die Wolves im Conference Finale, wieder scheiterten sie recht klar (2023 an den Mavs, 2024 an OKC). Ein Team, dem ich sehr gerne zuschaue nicht nur wegen dem spektakulären Anthony Edwards. Mit Mickell Alexander-Walker verlor das Team einen wichtigen Ergänzungsspieler, aber es gibt noch genug Pfeile im Köcher, wenn ich es so ausdrücken darf.
Der Star
Anthony Edwards: Vor zwei Jahren verglichen sie ihn schon mit Michael Jordan, aber das waren noch ein paar Schuhgrößen zu viel (wir reden vom GOAT!). Viel erinnert aber tatsächlich an den jungen MJ, eine unfassbare Athetik verhilft ihm zu unglaublichen Korberfolgen weit über Ringlevel. Wenn es bei ihm läuft, fällt auch der Dreier verheerend gut für den Gegner. Wenn …
Julius Randell kam in der vergangenen Saison von den NY Knicks. Immer ettwas angezweifelt, zeigt er oft, wi wertvoll er sein kann. Allerdings bringt er sich in der Verteidigung viel zu oft durch täppische Fouls in arge Probleme und muss deshalb allzu früh vom Feld genommen werden.
X-Faktor
Donte DiVicenco: Ich bin ein absoluter Fanboy des Italieners. Vortrefflicher Wurf, viel Übersicht und mittlerweile auch viel Erfahrung: 28 Jahre, also im besten NBA-Alter. Wenn, ja wenn er doch mal ohne größere Verketzungen über die Saison kommen könnte, die ihn so oft zurückwerfen.
Problemfelder
Mike Conley: Nicht falsch verstehen, de 38-Jährige ist immer noch ein guter Spielmacher. Aber halt auch ein 38-jähriger Spielmacher. Also bei all der tollen Ballkontrolle nicht mehr so (gedanken)schnell. Und doch, wie es aussieht weiter die Nummer 1 von Trainer Chris Finch auf dieser Positiion.
Der Abgang von Mickkell Alexander-Walker (tatsächlich ein Cousin von Shai) dürfte schmerzlicher sein, als sich das die sparsamen Wolves-Manager schönreden wollen.
LOS ANGELES CLIPPERS
Erster Frevel, ich nenne sie (und platziere sie auch) vor den Lakers, in Los Angeles wäre das nicht möglich. Doch ich glaube eher an den „kleinen“ Stadtclub, der im Sommer mit „Oldies but Goodies“ wie Chris Paul (40), Brook Lopez (37) einiges an Erfahrung zugelegt hat. Allerdings ließen die Clippers auch den vortrefflichen Norman Powell ziehen, der wird ihnen noch fehlen.
Der Star
Kawhi Leonard: Vom Namen her sowieso, aber auch vom Können. Offenbar verletzungsfrei durch die Vorbereitung gekommen (zum ersten Mal seit Ewigkeiten). Ein fitter Leonard kann vorne und hinten (mit seinen Riesenhänden!) den Unterschied ausmachen.
Mindestens so klangvoll ist auch de Name James Harden. The Beard ist nicht mehr so schnell und athletisch, aber liest das Spiel wie kaum ein Zweiter.
X-Faktor
Ivica Zubac: Der kroatische Center hat die beste Saison der Karriere hinter sich. Ein Fels in der Brandung und in der Starting Five neben John Collins der einzige U-30-Spieler
Die Bank: Sehr breit aufgestellt wirkten die Clippers, mit namhaften Profis wie eben Spielmache Chris Paul, Scharfschütze Bogdan Bogadovic, dem langen Brook Lopez und auch dem Franzosen Nicolas Batum.
Bradley Beal: Ein Kapitel für sich, weil der hochbegabte Profi bei den Phoenix Suns nie zeigte, was er kann und alles über seine „No-trade-Klausel“ dort redete. Jetzt hat er freiwillig gewechselt, doch welchen Beal wir in LA sehen, es bleibt mir nur ein großes Fragezeichen zu setzen.
Problemfeld
Das Alter: Erfahrung ist schön und gut, aber so ein Supertalent wäre auch ganz hübsch. Dieses sehe ich weit und breit nicht.
Der Eigentümer: Steve Ballmer ist unter den eigenwilligen „Ownern“ der Liga sicher der exzentrischste. Der, wie jetzt heauskam, einen höchst zweifelhaften Deal mit Kawhi Leonard abgewickelt hat, um den scharfen Slalary-Cap-Regeln zu entgehen. Ob da von der Liga noch Strafen kommen, ist nicht klar. Unruhe gibt es jedenfalls zusätzlich. Wer weiß, ob sich das Team davon beeinflussen lässt.
III. Auf dem Sprung
GOLDEN STATE WARRIORS
Frevel Nummer 2: Ich sehe die Warriors nicht in Tier II und weiß nicht, woher andere ihren Optimismus herholen, das besser zu beurteilen. Gewiss, ein Steph Curry trifft an einem guten Abend immer noch aus jeder möglichen und unmöglichen Situation und sichert unfassbare Siege. Aber reicht das? Mit dem alten (und weisen?) Draymond Green (35), dem gleichalten Jimmy Butler, den noch älteren Al Horford (38), mit den Fragezeichen Jonathan Kuminga.
Der Star
Steph Curry: Der unfassbare Scharfschütze mit allen Dreierrekorden de Liga hat das Spiel im vergangenen Jahrzehnt geprägt; nicht allen Basketball-Freunden gefällt im übrigen dieses Dreier-Gewitter. An einem guten Tag gewinnt er immer noch jedes Spiel, weil er dann tatsächlich „unstoppable“ ist, dem völlig egal ist, von wo er abdrückt. Doch diese Tage werden seltener, auch an flinken Curry nagt der Zahn der Zeit mit Verletzungen, wie in den Play-offs gegen die Timberwolves.
Ob ihm Jimmy Butler in der Offensive in seiner ersten „vollen“ Warriors-Saison nachhaltig entlasten wird, bleibt die große Frage. „Play-off-Jimmy“, nannten sie ihn während der großen Zeit bei Miami Heat, weil er vor allem in der K.-Runde aufdrehte, aber in der regulären Saison oft wenig sichtbar blieb.
X-Faktor
Al Horford: Nach ewigen Hin und her und Finanzierungs-Vorbehalt ist der Celtic nun ein Warrior. Ein glänzender Verteidiger, der gerne auch den Dreier nimmt und gut trifft. Aber jetzt muss er sich in einem neuen Umfeld beweisen, wobei Coach Steve Kerr wohl eine der besten Eingliederungs-Trainer ist.
Problemfelder
Die Zeit läuft ab, sogar für einen Steph Curry, den ich für sein Spiel so liebgewonnen habe. Mir fehlt der Glaube, dass mehr drin ist als die direkte Play-of-Qualifikation, also mindestens Plat 6 im so starken Westen.
Jonathan Kuminga: Eigentlich war klar: Kuminga verlässt das Team. Doch obwohl es Interessenten gab (angeblich Sacramento), ein Deal kam nie zu Stande. Jetzt ist er also weiter im Team, vielleicht auf gepackten Koffern. An seinen Fähigkeiten gibt es keine Zweifel. Und sollte sich Mr. Kuminga entschließen, dass er noch mal mit vollem Einsatz ein Warrior sein will, dann könnte aus dem Problemfeld sehr schnell ein X-Faktor werden – mindestens.
LOS ANGELES LAKERS
Alles Doncic oder was? Alle sind begeistert, wie „fit“ der Slowene ist, wie austrainiert. Wir werden sehen … Wie die Warriors mit Curry sind auch die Lakers mit dem sogar schon 40-jährigen LeBron James fast auf der letzten Mission. Bei den Lakers bin ich noch skeptischer, wenn ich ehrlich bin, auch weil es sich in Los Angeles und all den Möglichkeiten (8 Teams in den Big Leagues + Hollywood et all) erheblich schwieriger arbeiten lässt als im (auch nicht wirklich) beschaulichen San Francisco.
Der Star
Luka Doncic (nicht LeBron): Der Mann für die Zukunft. Noch immer rätselt die Basketball-Welt, welch Geister Dallas-Manager Nico Harrison verlassen haben, dieses Genie im Februar nach LA ziehen zu lassen. An guten Tagen (und die hat er oft) gehört Doncic schlicht zu den drei besten Bakeballspielern der Welt (nbeben Shai und Jokic). Punkt. Ein brillanter Spielmacher, kreativ, ideensprudelnd. Aber auch cholerisch, abwehrschwach; keiner diskutiert mehr mit den Referees (praktisch nach jeder missglückten Aktion, die es sogar bei ihm gibt).
LeBron James ist für viele der Beste aller Zeiten, nicht Michael Jordan (ich warte auf den erbitterten Streit der Kulturen hier …). Wird der jetzt 40-Jährige wirklich unterordnen (erst mal fällt er einen Monat mit einer Verletzung aus)? Niemand weiß es. Beide eint, dass sie nicht (mehr) zu den Verteidigungskünstlern gehören. Aber James ist immer noch ein im Wortsinn unfassbar guter Basketballspieler, kennt alle Facetten des Spiels. Aber die 40 Jahre kann auch er nicht verleugnen (siehe auch: Novak Djokovic, Tennis, und der ist erst 38).
X-Faktor
Deandre Ayton: Der Vorschusslorbeer für den Center beim Trade nach LA ist überschaubar, um es noch freundlich zu formulieren. Eher: was wollen die denn mit dem? Dabei ist der 27-Jährige ein ehemaliger Number-One-Pick, hat also außerordentliche Fähigkeiten wie guter Wurf, gute Übersicht. Wenn er die auch nur annähernd aufs Parkett bringt, werden sie in der Crypto-Arena viel Freude haben und die Gegner eine chtes Problem.
Die Ergänzungsspieler: Hachimura, Vincent, Reaves: Alles großartige Profis, die aber so im Schatten der Stars stehen. Manch Gewächs entfaltet sich (Hachimura). Grundsätzlich ist das Potenzial also vorhanden.
Problemfeld
LeBron James geht in sein letztes Vertragsjahr bei den Lakers. Super würde wohl bestenfalls die Pressestelle das Verhältnis Spieler-Team bezeichnen, andere nennen es belastet. Keiner weiß, was LeBron vorhat, ob er bei den Lakers bleiben will (für Fantastilliarden, die das Budget sprengen), die Franchise wechseln will (muss ein Titelanwärter sein) oder gar etwas ganz neues (neue Ligen gar in Europa geistern herum). Autorität hat er und eine Anhängerschaft treu wie Gold. Ein Damoklesschwert, bei dem niemand weiß, wann und wo es niedersausen wird und welchen Schaden es dann anrichtet.
DALLAS MAVERICKS
Ein dark horse, das ich so gar nicht einschätzen kann, und wenn ich die Vorschauen mir so anschaue, bin ich mit meiner Unwissenheit wahrlich nicht allein. So viele Fragezeichen: die Gesundheit von Anthony Davis. Wann und in welcher Verfassung kommt Kyrie Irving zurück. Wie schlägt sich Super-Rookie Cooper Flagg im 1. Jahr. Welchen Irrsinn plant Team-Manager Nico Harrison für Januar.. Es läst sich wohl nur eines sagen: Langeweile kommt nicht auf beim Lieblingsclub so vieler Deutscher, remember Dirk.
Der Star
Anthony Davis: Wenn er denn gesund ist, gehört der 32-Jährige zu den besten Verteidigern der Liga, der auch offensiv einiges zu bieten hat: einen vernünftigenSprungwurf, ein gut eingestreuter Dreier. So rechtfertigte der irre Manager Nico Harrison ja auch den Tausch Doncic-Davis. Nur ist AD halt nie eine gesamte Saison lang gesund.
Das gilt auch für Kyrie Irving: Vielleicht im März wird er nach seinem Kreuzbandriss zurückerwartet, u nd wenn er zu seiner alten Form zurückfindet, könnte das Duo Irving/Davis einiges an Staub aufwirbeln. Es stellt sich halt die Frage, wie gut die Mavs bis dahin zurechtkommen.
X-Faktor
Cooper Flagg: Der Nummer-1-Pick, mit Vorschusslorbeer überhäuft nach grandiosen College-Jahren. Das aberwitzige Geschenk de Götter für Harrison, denn die Wahrscheinlichkeit lag bei 2 Prozent, dass die Mavs ihn an Nummer 1 haben dürfen ziehen. Nicht mal Harrison konnte sich dem verweigern. Jetzt stellt sich halt die große Frage, ob Cooper Flagg damit gedient ist, gleich bei einem (mindestens) play-off-ambitionierten Team zu spielen anstatt bei einer Mannschaft, bei der er sich ohne große Folgeschäden an die NBA gewöhnen kann (NBA und College sind 2 verschiedene Welten, ja Galaxien); sich ausprobieren kann und auch genügend Spielzeit sammelt ohne allzu großen Druck.
Wenigstens hat Cooper Flagg mit Jason Kidd einen Cheftrainer, der weiß, worum es bei Ausnahmetalenten geht. Er war ja selbst eines, als er 1994 an Nummer 2 (hinter Glenn Robinson, vor Grant Hill, was für ein Jahrgang!) von den Mavs gezogen wurde, die damals allerdings ein Katastrophenteam waren.
Problemfelder
Nough said. Und solange Nico Harrison samt der Ownership ihr Unwesen treiben darf, kann auch der größte Wahnsinn nicht ausgeschlossen werden.
Ende Teil I, Teil 2 folgt.
von Münchner Löwe | Okt. 19, 2025 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Kinder, wie schnell die Zeit vergeht. In diesem Fall die 4 Monate ohne NBA-Basketball, denn schon in der Nacht zu Mittwoch öffnet die beste Liga der Welt wieder ihre Pforten zur neuen Saison.Im Visier sind natürlich die Titelverteidiger der Oklahoma City Thunder um MvP Shai Gilgeous-Alexander.
3 Vorschauteile schweben mir vor. Allgemeines, Vorschau der West-Teams, Vorschau der Ost-Teams, und am Ende versuche ich mich an der Raterei einer Abschlusstabelle in Ost und West. Mit jeglichem Gewehr für Eure Tipps, versteht sich …
Allgemeines
Die nackten Fakten: Wieder sind 30 Teams dabei, aufgeteilt in je 15 in der Western und Eastern Conference. Alle haben bis Mitte April 82 Partien zu bestreiten. Die jeweils besten 6 Teams sind sicher in den Play-offs, die Ränge 7 bis 10 spielen in sogenannten Play-Ins zwei weitere Vertreter für die K.o.Runde aus. Jede K.o.Runde wird im Modus Best of 7 gespielt, es braucht also 4 Siege, um weiterzukommen.
Zudem steht die 3. Auflage des In-Season-Tournament an, das den teils etwas müden Liga-Auftakt aufpeppen soll (und tatsächlich auch aufgepeppt hat). Eine Art Cup-Wettbewerb eingebettet in der Liga-Spiele, und Mite Dezembe gibts dann schon einen Pokal
Wie immer werden sich manche Teams von vornherein gar nicht erst versuchen, dass sie sich an der Titeljagd (oder auch nur am Kampf um Play-off-Plätze) beteiligen. Das böse Wort vom Tanking (absichtliches Verlieren) macht schon allzuoft die Runde. Für mich ein fatales Zeichen, wenn schon vor der Saison den Fans einer Franchise mehr oder weniger unverblümt gesagt wird, dass es umso besser ist, je öfter die eigene Mannschaft verliert. Und dass sog. Experten auch hierzulande ins gleiche Horn stoßen und das bei manchen Teams gar noch befeuern, finde ich beschämend.
Der Unterschied zwischen Western und Eastern Conference ist noch größer geworden. Die Star-Waage neigt sich eh schon enorm gen Westen. Jetzt fallen noch ganz wichtige Spieler von Ostteams aus wie Jayon Tatum (Boston Celtics) und Tyrese Haliburton (Indiana Pacers). Als machte sich der Zufall einen teuflischen Spaß, gewährte er bei der Draft-Lotterie auch noch zwei ambitionierten Westteams die ersten beiden Picks (Dallas Mavericks, San Antonio Spurs). So dass die 2 am meisten gehypten Supertalente Cooper Flagg und Dylan Harper in Texas und nicht, sagen wir, in Charlotte oder New Jersey landeten, wo das Elend besonders groß ist.
Das hat zur Folge, dass der Kampf um die ersten 6 Plätze (Play-offs) respektive 10 (Play-Ins) im Westen von Beginn an extrem dramatisch und spannend mit je nach Lesaet bis zu 13 seriösen Anwärtern werden dürfte, im Osten eher ein notdürftig kaschiertes Schneckenrennen. Unverändert bleibt es allerdings dabei: Im NBA Finale trifft ein West-Vertreter auf einen aus dem Osten; und der dürfte dann auch für einen spannenden Titelkampf bereit sein, um schon mal per Fernglas in Richtung Juni 2026 zu schauen.
🇩🇪 🇦🇹 🇨🇭 👓
Wenn ich die Kader richtig lese, sind in den Kadern 7 Deutsche sowie je ein Österreicher und Schweizer dabei.
Das „deutsche“ Team sind dabei die Orlando Magic mit Franz Wagner, Tristan da Silva und dem älteren Wagner-Bruder Moritz, der derzeit allerdings noch nicht hundertprozentig fit ist nach seinem Kreuzbandriss vom Dezember 2024.
Franz Wagner ist dabei auf dem besten Weg zu einem absoluten Führungsspieler mit All-Star-Qualitäten. Tristan da Silva steht vorm wichtigen 2. Jahr, in dem er sich konsolidieren muss. Moritz Wagner wiederum will auf sich aufmerksam machen. In der vergangenen Saison warf ihn der Kreuzbandriss aus der besten Zeit seiner Karriere.
Apropos „deutsches Team“: Orlando Magic wird am 15. Januar in Berlin ein reguläres NBA-Spiel gegen die Memphis Grizzlies bestreiten. Karten für die Partie in der Arena am Ostbahnhof gibt es noch von 312 bis 1292 Euronen. Und da sage noch einer wie ich, Igor-Levit-Konzerte für 200 Dollares seien aber arg teuer geworden …
Isiah Hartenstein ist weiter Stamm-Center von Titelverteidiger OKC. Ein Fels in der Brandung, der sich geschickt auch in die Angriffe einschaltet. Mal sehen, ob wir nächste Saison auch einen Dreier von ihm sehen werden …
Ich persönlich bin sehr gespannt, ob Ariel Hukporti bei den New York Knicks den Durchbruch schafft. Der vielseitige Center hat alle Anlagendazu, Voraussetzung wäre allerdings, dass er endlich mal gesund bleibt.
Nationalmannschafts-Kapitän Dennis Schröder schlägt bei „meinen“ Sacramento Kings das bereits 10. Kapitel seiner NBA-Historie auf.
Inwieweit Maxi Kleber be den Los Angeles Lakers noch eine Rolle spielt, bleibt abzuwarten.
Für mich etwas erstaunlich hat kein NBA-Club auf die zum Teil fantastischen Leistungen der deutschen Europameister reagiert und sich etwa um einen Oscar da Silva und (den schon NBA-erfahrenen) Daniel Theis bemüht. Oder gar Scharfschütze Andi Obst? Vielleicht wollten diese Spieler auch gar nicht, weil ihnen das Heuern und Feuern in der NBA nicht geheuer ist.
Der österreichische Center Jakob Poeltl verlängerte bei den Toronto Raptors für 4 weitere Jahre und wird 25 Millionen Dollar/anno verdienen. Ein guter Verteidiger (vor allem auch Schuss-Blocker) und hervorragender Rebounder (offensiv und defensiv) allerdings ohne jeden Distanzwurf ausgestattet.
Den Schweizer Clint Capella (31) verschlug es von den Atlanta Hawks zu den Houston Rockets, wo er eine wichtige Backup-Rolle als Center einnehmen soll.
NBA im deutschen Fernsehen (Stream)
Wer alle Partien sehen will (live oder relive oder längeren/nicht so langen Ausschnitten), kommt um den NBA-League-Pass nicht herum. Allerdings nur mit US-Kommentar, manchmal allerdings auch wahlweise spanisch und koreanisch. Gute Nachricht für alle Pass-Inhaber: Die Gefahr eines sog. Blackouts bestimmter Partien (die in Deutschland anderswo zu sehen sind) scheint gebannt.
Wers Deutsch mag, muss sich umstellen. Bezahlstream DAZN ist aus dem Rennen (und damit leider auch Dre Voigt), dafür übernehmen Sky und Amazon, die jede Woche mehrere Partien zeigen. Amazon konzentriert sich dabei auf jene Spiele, die in Europa zu humanen Zeiten stattfinden, also gerade diejenigen am Sonntagabend ME(S)Z.
Wie sie dann genau so eine Partie präsentieren, bleibt abzuwarten. Ich hoffe, es wird mehr sein als eine bloße Abspielstation (wie es leider bei DAZN der Fall war, ein echtes Ärgernis).
Sky zeigt offenbar auch Partien mitten in der Nacht (wie schon vor einigen Jahren). Das Problem: Relive und Sky, das ist und bleibt eine absolute Katastrophe. Die sich höchstens beheben lässt, wer die Partien mit eine Sky-Q-Rekorder händisch aufnimmt (man muss halt dran denken, Mr. Löwe). Als Reporter ist unter anderem die lebende Legende Frank Buschi Buschmann angekündigt. Vom Basketball versteht der ehemalige Zweitliga-Spieler (Hagen) ja nun wirklich sehr viel und nervt deshalb nicht halb so sehr wie im Fußball …
Und dann ist da noch Pro7Maxx (respektive die Sat.1-Familie), das pro Woche ein bis 2 Partien im sogenannten Free TV zeigt, meist auch diejenigen am (späten) Samstagabend und Sonntagabend.
Wie sich das alles einspielt, bleibt abzuwarten. Ich werde darüber berichten.
Fortsetzung mit den Team-Vorstellungen (dopplelten Wortsinn bitte beachten) folgt …
von Münchner Löwe | Juni 17, 2025 | basketball, NBA
Blick über den Teich
Orlando Magic füllen Schwachstelle – aber zu einem gewaltigen Preis
Die Transferzeit in der NBA beginnt eigentlich erst im Juli, doch schon jetzt steht ein spektakulärer Transfer fest. Desmond Bane wechselt von den Memphis Grizzlies zu den Orlando Magic. Auf dem ersten Blick (und auch auf dem zweiten) ein wie maßgeschneidert passendes Puzzlestück fürs Team um Franz Wagner. Bane ist ein veritabler Dreierschütze und auch Spielmacher, der eigene Würfe kreieren kann: Das war in der vergangenen Saison die große Schwachstelle (schlechtestes Dreierteam der gesamten Liga). Bane ist auch erst 26 Jahre alt, passt also bestens in die Altersstruktur der jungen Orlando-Mannschaft.
An seinen herausragenden Qualitäten (zumindest in der Offensive) habe ich keinerlei Zweifel, und doch gibt es nicht uneingeschränkten Beifall für diesen Trade: Denn der Preis, den die Magic zahlen, ist gewaltig. Zum einen stehen da durchschnittlich etwa 40 Millionen Dollar pro Jahr an Gehalt, eine gewaltige Summe für einen Spieler an dritter Stelle (nach Paulo Banchero und Franz Wagner), da bleibt nicht mehr so irre viel Geld für die übrigen Profis im Kader übrig, was wiederum Moe Wagner vor seinem letzten Vertragsjahr zur Kenntnis nehmen dürfte. Zum anderen mussten die Magic auch viel Gegenwert an die Grizzlies abgeben. Nicht nur Kentavious Caldwell Pope und Cole Anthony (das wäre vielleicht noch verkraftbar, zumal die Gehälter auch wegfallen). Aber zudem verlieren sie insgesamt 4 Erstrundenpicks (immerhin zB dieses Jahr die Nummer 16). Orlando geht also All In, Ziel kann jetzt nur mindestens das Conference Finale in den nächsten Jahren sein. Kann aufgehen, muss nicht aufgehen.
Oklahoma City Thunder – Indiana Pacers 120:109 (3:2)
Hat Pacers-Coach Rick Carlisle die Partie verloren, verzockt? Diese Frage stellt sich unweigerlich nach der am Ende doch recht klaren Niederlage bei den Thunder in Spiel 5 der NBA Finals. Natürlich etwas ketzerisch, weil letztlich die Spieler auf dem Parkett ein Spiel entscheiden. Und doch bleibt das beliebt-berüchtigte „was wäre wenn“: Nämlich: Wie wäre es ausgegangen, wenn Carlisle nicht in der Schlussphase seinem angeschlagenen Star Tyrese Haliburton (rechts Bein) vertraut hätte, sondern weiter dessen bestens aufgelegten TJ McConnell.
Haliburton hatte einen schrecklichen Tag. Nicht einen einzigen Wurf aus dem Feld verwandelte er (er probierte es auch nur sechsmal). Auch seine 6 Assists sind unterdurchschnittlich für den genialen Spielmacher. Anders dagegen McConnell. Vor allem am Backup lag es, dass die Pacers nach großem Rückstand zur Pause wieder in Reichweite kamen (allein 13 Punkte im 3. Viertel), doch in der entscheidenden Phase musste er auf der Bank zuschauen, wie die Felle davonschwammen.
Es wäre natürlich unfair, die Niederlage allein Haliburton und Carlisle zuzuschreiben. Die Thunder zeigten sich gegenüber den beiden Partien in Indianapolis stark verbessert. Da war es wieder das schöne Kombinationsspiel (allein in der 1. Hälfte 16 Assists und damit 5 mehr als in der gesamten 4. Partie). Auch der Dreier fiel überdurchnittlich gut (8/17) nach dem Desaster in Spiel 4 (nur 3/16 Dreier insgesamt).
Die Pacers sind die Comeback Kids, die nicht und nicht aufgeben (und am Ende trifft Haliburton per Buzzerbeater zum Sieg …. Sie bewahrten Ruhe und kämpften sich in der 2. Hälfte nach und nach heran, weil die Thunder zwar stark verbessert, aber keineswegs perfekt agiierten wie auch Trainer Mark Daigneault befand. „Es gibt noch Einiges zu verbessern“ kritisierte er in Hinblick auf Spiel 6 in Indianapolis in der Nacht zu Freitag.
Bester Mann der Sieger
Jalen Williams: Vor den Play-offs gab es leichte Zweifel am Forward, normalerweise die zweite Option hinter Shai Gilgeous-Alexander. Diese zerstreute er mit guten bis sehr guten Auftritten, und jetzt machte er sein Meisterstück (noch ohne Trophäe). 40 Punkte sammelte er (Karriere-Höchstwert in Play-offs), mit einer überragenden Quote (14/25). Bestens unterstützt wurde er von SGA (31 Punkte, 10 Assists).
Stark trotz der Niederlage
Pascal Siakam: Sehr schwierig zu stoppen, und diesmal durfte er seine körperliche Überlegenheit auch öfter ausspielen. 28 Punkte, 6 Assists, 5 Rebound, 3 Steals, 2 Blocks sind Klassestats. Allerdings verlor er gegen die unfassbar aggressive Verteidigung der Thunder auch sechsmal den Ball.
X-Faktoren
Aaron Wiggins und Carson Wallace: Sie verwandelten für die Thunder in der 1. Halbzeit je 3 von 4 Dreier. Immerhin dagegen hatte Coach Carlisle ein Mittel gefunden zur Pause, denn danach traf Wiggins nur noch einmal und Wallace kam gar nicht mehr zum Zug.
Zahlereien
22 Ballverluste leisteten sich die Pacers, die Thunder mussen nur 11-mal den Ball abgeben.
Hartenstein Watch
Gleich zu Beginn ein krachender Slam Dunk des Centers (es sollte die einzigen Punkte aus dem Feld bleiben). Der Deutsche war viel besser integriert ins Spiel (4 Assists) und gerade am offensiven Brett eine Macht (6 Rebounds, insgesamt 8). Hat allerdings in der Defensive immer noch leichte Schwierigkleiten gegen das flüssige Kombinationsspiel der Pacers.
Ausblick
Jetzt haben die Thunder 2 Matchbälle. Es wäre allerdings ein Riesenfehler die Comeback-Truppe der Pacers abzuschreiben. Viel wird natürlich davon abhängen, ob Tyrese Haliburton sein angeschlages rechtes Bein wieder einigermaßen hinbekommt.
Ansetzungen
Fr., 02:30: Pacers – Thunder (2:3)
Mo., 02:00: Thunder – Pacers (falls erforderlich)
von Münchner Löwe | Juni 12, 2025 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Indiana Pacers – Oklahoma City Thunder 116:107 (2:1)
Ganz langsam müssen sich Basketball-Fans und -Experten mit einem NBA-Sieger Indiana Pacers arrangieren. In eigener Halle gewannen sie Spiel 3 am Ende sogar recht klar und führen in der Best-of-7-Serie mit 2:1 Siegen. Noch immer würde ich OKC leicht favorisieren, aber der von vielen erwartete Durchmarsch bleibt auf jeden Fall aus. Und die Statistik spricht schon klar für die Pacers. Das Team, das in den Finals beim Stand von 1:1 die 3. Partie gewann, holte zu 80 Prozent aucz den Titel.
Dieses Mal war die Partie von Anfang an umkämpft. Die höchste Führung, die sich die favorisierten Thunder erarbeiteten, waren 9 Punkte im 2. Viertel, doch Indiana hatte immer eine Antwort parat vor allem auch dank der großartigen Bankspieler. Die Partie wogte hin und her. Zur Pause führten die Pacers mit 4, nach dem 3. Viertel die Thunder mit 5. Und wieder zeigte Indiana, dass sie im Schlussabschnitt noch eine Schippe drauflegen können, wie schon des Öfteren in den Play-off. 32:18 endete das vierte Viertel.
Bester Mann der Sieger
Tyrese Haliburton: Nachdem er in Spiel 2 lange abgetaucht war, zeogte der Spielmacher schnell Präsenz. Schon zur Pause hatte er 12 Punkte (2 ganz wichtige Dreier) und 7 Assists, am Ende waren es 22 Zähler, 11 Assists und 9 Rebounds. Vor allem aber ist er das Herz des Teams.
Stark trotz der Niederlage
Jalen Williams: Nach verhaltenem Beginn übernahm er mehr und mehr Verantwortung. 26 Punkte sammelte er, sogar 2 mehr als der sonstige Top-Scorer Shai Gilgeous-Alexander.
X-Faktoren
Ben Mathurin: Mit 27 Punkten Top-Scorer der Partie. 9 von 12 Würfen fanden das Ziel. Er war damit nur der auffälligste der insgesamt starken und effektiven Pacers-Bankspieler. Und das in seiner ersten Play-off-Saison, denn letztes Jahr fehlte er als Rookie verletzt.
Zahlereien
49:18 Bankpunkte: So lautete das klare Verhältnis der zweiten Garde. Während bei den Pacers neben Mathurin auch TJ McConnell und Odd Toppin enormen Wirbel entfachten, blieben die Thunder-Ersatzleute eher blass. Das galt auch für Alex Caruso, der en schlechtesten +/-Wert aller Beteiligten hatte und auch in der Verteidigung nicht den für ihn üblichen Zugriff fand.
5 Blocks hatte Miles Turnier, dem die DAZN-Reporter dennoch lange Zeit ein eher schwaches Spiel attestierten. Ein ganz wichtiger Dreier brachte so etwas wie eine Vorentscheidung.
0 von 6: So lautete die traurige Quote der Dreier von Chet Holmgren. Der ansonsten ein gutes Spiel hatte mit 20 Punkten und 10 Rebounds. Allein im 1. Viertel waren es 13 Zähler.
Hartenstein Watch
Mit 4 Punkten und 3 Rebounds kaum ein Faktor. Der Center erhielt aber auch nur 18 Minuten Einsatzzeit.
Ausblick
Spiel 4 in der Nacht zu Samstag ist jetzt schon ein Muss für die Thunder, und den Sieg ist ihnen auch durchaus zuzutrauen. So stimmte dieses Mal auch die Dreierquote (außer eben bei Holmgren, ohne ihn 10/16), allerdings leistete sich Shai satte 6 Ballverluste. Gerade bei den Turnovers haben sich wiederum die Pacers enorm verbessert. Nur 13 Ballverluste gegen diese aggressive Abwehr, das kann sich sehen lassen.
Fun Fact: Zum ersten Mal in den diesjährigen Play-off-Runden haben die Pacers ein Spiel 3 gewonnen. Die 4. Partie haben sie dafür immer gewonnen.
Ansetzung
Sa., 02:30: Pacers – Thunder (2:1)
Di., 02:30: Thunder – Pacers
von Münchner Löwe | Juni 9, 2025 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Oklahoma City Thunder – Indiana Pacers 123:107 (1:1)
Ein Viertel konnten die Pacers einigermaßen mithalten (und lagen zeitweise sogar in Führung!), dann zog OKC das Tempo und die Intensität merklich an und schaffte mit einem 19:2-Run die Vorentscheidung. Auch die Comeback-Künste von Indiana brachten dieses Mal die Heim-Fans nicht mehr ins Schwitzen. Bei denen Thunder legten 5 Akteure 15+ Punkte auf.
Bester Mann der Sieger
Shai Gilgeous-Alexander: Wieder der Primus inter pares bei OKC. Am Ende standen beim Kanadier 34 Punkte, 7 Assists und gleich 4 Steals zu Buche und eine Trefferquote von 52 Prozent. Nur der Dreier (1 von 4) bleibt eine Schwäche. Insgesamt hat er nun in dieser Saison mehr als 3000 Punkte gesammelt, was in der Geschichte nur einem guten Dutzend NBA-Profis gelungen ist.
Auffallend beim Verlierer
Miles Turner: Wehrte sich noch mal im 3. Viertel, als er allein 10 Punkte schaffte und einige gute Defensiv-Aktionen zeigte. Doch das war insgesamt zu wenig.
Tyrese Haliburton wachte viel zu spät auf und sammelte nur 5 Punkte in den ersten 3 Vierteln.
X-Faktor
Alex Caruso: Das war der bissige Verteidiger, den wir aus den Play-offs kennen. Dazu ernorm wichtig in der Offensive, sowohl bei den Dreiern (4 von 8) und tollen Lufwegen unter den Korb. Insgesamt 20 Punkte.
Zahlereien
+24 lautete der Wert von OKC-Bankspieler Aaron Wiggins, wenn er auf dem Parkett stand, besser war kein OKC-Profi. 5 von 8 Dreier verwandelte er – herausragend.
Hartenstein Watch
Der Center kam wieder von der Bank, sammelte diesmal aber immerhin 22 Minuten Spielzeit, gut vier mehr als in Spiel 1. Wie immer mit enormen Einsatz. Viele Angriffe liefen über ihn, allerdings blieb er selbst praktisch ohne Abschluss (3 Punkte)
Ausblick
Nach dem Pflichtsieg für Oklahoma geht die Serie jetzt nach Indiana. Dort wartet ein mindestens genauso enthusiastisches Publikum auf die Akteure, und wir werden sehen, ob die Pacers von der Anfeuerung profitieren. Viel wird von Tyrese Haliburton abhängen, der seine Zurückhaltung ablegen muss.
Ansetzungen
Do., 02:00: Pacers – OKC (1:1)
Sa., 02:30: Pacers – OKC
Di., 02:30: OKC – Pacers
von Münchner Löwe | Juni 6, 2025 | basketball, Eishockey, NBA, NHL
Blick über den Teich, NBA und NHL
Die jeweils ersten Partien der Finalserien sind gespielt, und wenn das so weitergeht, dürfen die Sportfans sich auf zwei sehr spannende Wochen freuen.
Oklahoma City Thunder – Indiana Pacers 110:111 (0:1)
Für so eine Partie ist wohl die Bezeichnung „das Team xy klaute das Spiel“ erfunden worden. Denn dass die Pacers aus dieser Begegnung als Sieger hervorgegangen sind, kann für den Betrachter nur als schlechten (oder sehr guten) Witz empfunden werden. Hochüberlegen war OKC, die tatsächlich die gesamte Partie führten, ehe Tyrese Haliburton 0,3 Sekunden vor Schluss mit einem Wurf aus der Halbdistanz für die Pacers traf.
Schon während der von den Thunder so extrem intensiven Partie fragte ich mich, warum der Vorsprung nicht schon längst 20 plus x Punkte betrug, so viele Fehler machten die Gäste gerade in der ersten Hälfte; vor allem bedingt durch die unfassbare Verteidigung von OKC, die keinen ruhigen Ballvortrag zuließen.. Doch das Problem der Gastgeber war die insgesamt furchtbare Wurfbilanz, weswegen Indiana immer wieder herankam. Und dass sie in engen Spielen am Ende die Nerven behalten, haben sie in diesen Play-offs schon des Öfteren bewiesen, frag‘ nach bei den New York Knicks und Cleveland Cavaliers. Speziell Tyrese Haliburton ist geradezu ein Spezialist des Buzzerbeaters, also des entscheidenden Wurfes gegen die Uhr. Eigentlich müsste die Polizei die Pacers und speziell Haliburton wegen fortgesetzten Spieleraubs verhaften.
Bester der Sieger
Das Team, das trotz so vieler Fehler nie aufgab. Gleich 6 Spieler hatten 14+ Punkte. Herausheben möchte ich Trainer Rick Carlisle, der in der Pause die Flut von Ballverlusten ansprach und zu minimieren wusste.
Stark beim Verlierer
Shai Gilgeous Alexander: Die Lobeshymnen hatte ich schon im Geiste formuliert für den vermeintlichen Matchwinner. 38 Punkte sammelte der Kanadier, der auch in der Verteidigung Anführer der Ballhetzer war (3 Steals). Und doch: Einige Würfe aus der Mittelsdistanz, die SGA normal im Schlaf beherrscht, fanden nicht das Ziel.
X-Faktoren
Obi Toppin: Er war der Spiel- und Publikumsberuhiger. In heiklen Phasen streute er enorm wichtige Dreier ein, die den Rückstand in Grenzen hielten. 5 von 8 Distanzwürfe fanden das Ziel.
Ending Five: Beide Coaches wechselten in den letzten 3 Minuten keine Spieler mehr durch. Der bisher praktisch unangreifbare OCK-Trainer Mark Daigenault muss sich fragen lassen, warum er in der Crunchtime auf seine beiden Big Men Chet Holmgren und Isaiah Hartenstein verzichtete.
Zahlereien
19 Ballverluste leisteten sich die Pacers in der 1. Hälfte, schon für eine gesamte Partie ein bedenklicher Wert. In der 2. Halbzeit passten sie sehr viel besser auf den Ball auf und verloren ihn nur noch 5-mal. Auch weil die Intensität der Thunder Defense etwas nachließ.
39,8 Wurfquote: Das ist ein fast unwürdiger Wert der Thunder. Dabei funktionierte der Dreier sogar einigermaßen (11/30).
Hartenstein Watch
Stand nicht in der Starting Five, aber als im 1. Viertel er hereinkam, war der Deutsche gleich zur Stelle und sammelte schnelle 7 Punkte. Am Ende standen beim Center 9 Zähler und 9 Rebounds zu Buche. Durchaus möglich, dass er in den nächsten Partien mehr Spielzeit als die nur 17 Minuten erhält.
Ausblick
Etwas Besseres als der Pacers-Erfolg hätte der Serie nicht passieren können. Es gab ja Stimmen, die einen Sweep der Thunder ohne jede Spannung vorhersagten. Jetzt steht OKC unter Druck, und die Pacers haben in den Runden zuvor gezeigt, dass sie den Heimvorteil über die Runden bringen können. Zum dritten Mal starteten sie jetzt mit einem Auswärtserfolg.
Ansetzung
Mo., 02:00: Thunder – Pacers (0:1)
Edmonton Oilers – Florida Panthers 4:3 OT (1:0)
Leon Draisaitl war der Mann des Spiels. Sein Overtime-Treffer nach brillanter Vorarbeit von Conor McDavid in Überzahl entschied letztlich die Partie. Der Deutsche hatte die Kanadier schon nach 66 Sekunden in Führung gebracht, die den Titelverteidiger allerdings wenig tangierte. Sie drehten die Partie mit drei eiskalt herausgespielten Toren. Zwei Schweden (Viktor Arvidsson und Mattthias Ekblom) im Oilers-Dress stellten den Ausgleich her.
Die Goalies
Beide Torhüter hielten herausragend. Sergej Bobrowski (Panthers wehrte 42 Schüsse ab, Scottie Skinner deren 29. beckmessernd könnte ich dem Russen das erste gegentor ankreiden, als er im Vorfeld einen Schuss prallen ließ.
Draisaitl Watch
2 Tore erzielte der Kölner, der letztlich 28 Minuten auf dem Eis stand. Wobei „stand“ wirklich der falsche Ausdruck war, denn der Center ging keinem Zweikampf aus dem Weg.
Meine 🇫🇮
Das Panthers-Quartett blieb ohne Scorerpunkt und relativ unauffällig. Dafür verbuchte Kasperi Kapanen von den Oilers seine ersten beiden Assists in den Play-offs. Der Finne spielt neuerdings in der 2. Reihe neben Draisaitl und Evander Kane.
Ausblick
Ein sehr viel besserer Finalstart der Oilers als 2024, als sie die ersten 3 Partien verloren. Die Serie scheint extrem ausgeglichen, Nuancen werden entscheiden. Jedenfalls haben die Panthers gezeigt, dass sie jederzeit ein Spiel aus Kanada holen können.
Ansetzung
Sa., 02:00: Edmonton Oilers – Flordia Panthers (1:0)
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