von Münchner Löwe | Jan. 27, 2025 | basketball, bundesliga, Handball, NFL, Radsport, ski alpin, Snooker, Tennis, Turnen, Wintersport, Wochenrückschau
Es war viel los auf den Sportfeldern dieser Welt: Fußball-Ligen, Handball-WM, Australian Open, eine Menge Winntersport und die Conference Finals in der NFL
Bayern dem Meistertitel nahe
Die Münchner rehabilitierten sich mit dem 2:1 beim SC Freiburg zumindest ergebnismäßig vom eher unglücklichen =:3-Debakel in de Champions League bei Feyenoord. Harry Kane, der in Rotterdam auch die besten Chancen vergab, war diesmal erfolgreich. Seinen eher harmlosen Schuss ließ Freiburgs Schlussmann Noah Atobolu passieren, als er den Ball falsch berechnete. Am Mittwoch hate Feyenoroords Keeper mit unwirklichen Paraden viel bessere Abschlüsse abgewehr. Statistiker vermelden bei diesem tor übrigens Historisches für die Bundeslgia: Die Vorlage zum Treffer gab Eric Dier. Noch nie hat ein englischer Assistgeber einen englischen Torschützen bedient.
Gleichzeitig patzte Bayer Leverkusen: Die Werkself kam bei RB Leipzig trotz einer 2:0-Führung nicht über ein 2:2 hinaus, mal wieder patzte die Abwehr bedenklich. Der überragende Florian Wirtz gab die beiden Torvorlagen. Zumindest grenzwertig, dass der Schiri nicht abpfiff, als er vor dem 2:0 sekundenlang auf dem Knie von David Raum stand.
Apropos Schiedsrichter: Der übersah bei der Partie Dortmund gegen Bremen vor dem 2:0 des BVB eine klare Abseitsposition. Rami Bensebaini berührte zwar den Ball nicht, doch er irritierte mit seiner Bewegung zum Ball den späteren Eigentorschützen Marco Friedl. „Das hätte nicht gelten dürfen“, stellte der DFB in seltener Klarheit einen Schiri-Fehler fest. Am Ergebnis ändert sich nichts – Tatsachenentscheidung.
Apropos Dortmund: Der BFV reagiete nach dem blutleeren 1:2 beim FC Bologna und feuerte Nuri Sahin. Interimsweise saß gegen Bremen der bisherige U-19-Coach Mike Tullberg auf der Bank (und wird das auch am Mittwoch gegen Donezk tun). Der versuchte gleich, den Stars Feuer unter dem Hintern zu machen und mimte an der Seitenlinie das Rumpelstilzchen, wohlbekannt im Westfalenstadion seit den seligen Kloppo-Zeiten.
Favorit und Außenseiterin triumphieren
Jannik Sinner und Madison Keys sicherten sich bei den Australian Open die ersten Grand-Slam-Titel. Zu den Einzeln habe ich mich gestern schon ausgelassen. https://blickueberdenteich.de/zverev-verliert-auch-beim-dritten-mal-tennismaerchen-fuer-madioson-keys/
Im Doppel siegte bei den Männern das britisch-innische Paar Heliovaara/Patten, das sich in einem fantastischen Match gegen die Italiener Bolelli/Vavassori in drei Sätzen durchsetzten. Beschämend war die Kulisse: Weil die Veranstalter auf die indiskutable Idee kamen, diese Partie nach dem Frauen-Finale (nebst Siegerehrung) anzusetzen, vefolgten am Ende um 1.45 Uhrzeit nur noch eine Handvoll Zuschauer (davon einige sehr freudetrunkene Finnen) das Geschehen. Einen stinkenderen Mittelfinger in Richtung aller Doppelspezialisten ist kaum möglich. Dabei kassierte das Siegerpaar fast 500.000 Dollar, warum versteckt man die dann ins Nichts der Nacht?
Immerhin: Das Frauen-Finale fand dann schon am Sonntagnachmittag an. Die Tschechin Karolina Siniakova holte sich an Seite von Tayleor Townsend ihren bereits 10. Grand-Slamtitel im Doppel oder Mixed.
Rückkehr der Crazy Canucks
Als ich mich Mitte der 70er-Jahre für den Skisport zu interessieren begann, da waren die Crazy Canucks ein stehender Begriff. Verwegene kanadische Burschen, die sich ohne Rücksicht auf Verluste auf die schwierigsten Abfahrten wagten. Ken Read, Steve Podporsky und vielleicht der Irrste von allen. Hale Irwin. Durchaus erfolgreich, aber auch mit vielen Stürzen. Später dann auch ein Todd Brooker, der 1983 als letzter kanadischer Sieger auf der legendären Streif in den Annalen steht. Bis Samstag, als mit der Startnummer 20 James Crawford mit einem Parforceritt über Mausefalle, Steilhang, Hausbergkante und Co das Klassement noch mal völlig durcheinanderbrachte. Dem bis dato führenden Alexis Monnet blieb der Siegerjubel im Halse stecken. Die kanadische Partie perfekt machte der Drittplatzierte Cameron Alexander.
Crawford ist kein unbekannter, im Gegenteil: Vor zwei Jahren wurde er Super-G-Weltmeister. Aber auf Platz 1 der spektakulärsten Abfgahrt des Winters jätten ihn die wenigsten gewettet. Es war im übrigen ein faszinierendes Rennen, die Piste hart und mit Sicherheit sehr schwer, aber eben nicht unfahrbar. Anders als beim Super-G tags zuvor gab es keine schweren Stürze, der Hubschrauber kannte am Bodenbleiben.
Im Slalom dagegen feierte der beste Fahrer der Saison den nächsten Triumph. Clement Noel war erneut nicht zu schlagen, schlängelte sich zu seinem vierten Saisonsieg. Allerdings profitierte er vom Ausfall der beiden Erstplatzierten anch dem eersten Durchgang. Sowohl sein Sebastien Amiez als auch Terje haugen schieden im zweiten Durchgang aus. Vorjahressieger Linus Strasser kam auf Platz 5, gänzlich zufrieden wird der Skilöwe nicht sein, aber für ihn zählt dieses Jahr am meisten die WM.
Die Frauen trugen Abfahrt und Super-G in Garmisch aus. Federica Brignone triumphierte in der Abfahrt vor Landsfrau Sofia Goggia. Im Super-G war Lara Gut-Behrami nicht zu bezwingen. Die Deutsche Kira Weidle-Winckelmann belegte die Plätze 9 und 8. Die beiden Siegerinnen Brignone und Gut-Behrami dürften den Gesamtweltcup unter sich ausmachen. Wenn die Schweizerin Camille Rast eingreifen wollte, müsste sie sich auch an die Speeddisziplinen wagen.
Der Lindsey-Vonn-Ticker vermeldet: Ausfall in der Abfahrt, aber immerhin Platz 13 im Super-G.
Super Bowl wird mein Horror Bowl
Ich habe es befüchtet. Das Finale in der NFL in New Orleans bestreiten die von mir wenig geliebten Kansas City Chiefs und Philadelphia Eagles. Die Chiefs nutzten den heimvorteil im Arrow head Stadium (den sie wegen einiger absurder Siege in der regulären Saison innehatten) und bezwangen die Buffalo Bills in séiner sehenswerten Partie mit 32:29. Die Bills machten einfach zu viele Fehler: Zweimal ging eine 2-Point-Conversion schief, mehrere Male ganz kurze Versuche zu einem neuen first down. Zu einfallslos. Insgesamt ineressant zu sehen, dass beide Trainer vermehrt auch vierte Versuche ausspielen (was gut geht und manchmal eben auch nicht).
Die Eagles hatten kaum Probleme mit den Washington Commanders und fuhren über die Hauptstädter (apropos: USA, Hauptstadt, Weißes Haus, großer Seufzer) wie eine Dampframme hinweg. Am Ende hieß es 55:23. Sieben ihrer 8 Touchdowns erliefen die Eagles (laufende Adler), je dreimal trugen Runnigback Shaqon Barkley und Quaerteback Jalen Hurts das Ei über die Linie.
Handball-WM in der entscheidenden Phase
In den Viertelfinals ab morgen in Zagreb und Oslo gibt es doch einige Überraschungsteams. Dass Portugal und Braslien sich in der Hauptrunde gegen Schweden., Spanien und Norwegen durchsetzen würden noch dazu in Olso, hätten wohl die wenigsten erwartet. Sie begeistern durch ihr frisches, teilweise auch unkonverntionelles Spiel. Dazu würde ich auch die Ägypter zählen, die immerhin die hochgewetteten Isländer (und Slowenen) hinter sich ließen. Die Deutschen erlebten zwar in der Hauptrunde ein 30:40-Debakel gegen Dänemark, gewannen aber gegen Italien und Tunesien. Damit kommt es zu folgenden Viertelfinal-Paarungen
Di., 18:00: Kroatien – Ungarn (in Zagreb)
Di., 21:00: Frankreich – Ägypten (Zagreb)
Mi., 17:30: Dänemark -Brasilien (in Oslo)
Mi., 20:30: Portugal – Deutschland (Oslo)
Abschied und Anfang zugleich
Die Wege des Herrns sind gleichsam unergründlich wie die des Sports. Nehmen wir den Eishockey-Trainer Don Jackson Da planen die Eisbären Berlin eine schöne Abschiedsparty für ihren ehemaligen Erfolgscoach (5 DEL-Titel) und sie suchen sich die Partie gegen RB München aus, weil der „Stille Don“ auch dort erfolgreich war und dort als „Head of Coaching“ tätig ist. . So weit, so normal. Nun begab es sich, dass zwei Tage vor der Partie Red-Bull-Trainer Max Kaltenhauser von einem Tag auf den anderen den Bettel hinwirft. Große Not bzw Leere auf der Trainerbank, und wer könnte die besser füllen als Don Jackson. Also fuhr er nicht nur als Head of Coaching in die Hauptstadt, sondern als Chefcoach. Die Berliner schluckten wahrscheinlich, doch sie zogen die Ehrung anstandslos und offenbar auch stilvoll durch. Jackson revancierte sich auf seine Weise und gewann mit seinem neuen alten Team gegen sein ganz altes Team mit 3:2 nach Penaltyschießen. Und weil die Münchner so schön am gewinnen waren, auch das nächste Auswärstsspiel in Wolfsburg sogar mit 4:1.
Und sonst?
- Bundesliga: St. Pauli hat einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt geschafft. Die Hamburger gewannen gegen den 1. FC Union gleich mit 3:0 und sprangen auf Platz 13, noch vor den Belinern.
Der Wechsel von Omar Marmoush zu Manchester City ist perfekt. Ohne Marmoush kamen die Hessen zu einem 2:2 in Hoffenheim, der Hoffenheimer Ausgleich fiel erst in der Nachspielzeit. Etikite war für die Eintracht zweimal erfolgreich.
- Internationaler Fußball: Einsame Reds. Der FC Liverpool siegte klar mit 4:1 gegen Aufsteiger Ipswich Town. Weiter 6 Punkte Vorsprung auf Arsenal (mühsames 1:0 in Wolverhampton) bei einem Spiel weniger.
Barca in Torlaune. Nach dem Spektakel in der Champions League bei Benfica (5:4 nach 2:4) deklassierten die Katalanen Nachzügler FC Valencia mit 7:1. Schon zur Pause stand es 5:0, obwohl Robert Lewandowksi erst im 2. Durchgang zum Einsatz kam und einen Treffer beisteuerte.
Unbeirrbares Napoli: Die SSC überwand auch die komplizierte Hürde Juventus. Im heimischen Sau Paolo gewann der Meister von 2023 mit 2:1. Inter bleibt allerdings nach dem 4:0 in Lecce auf den Fersen und hat bei einem Spiel weniger drei Punkte Rückstand.
- Basketball: Das deutsche Euroleague-Duell zwischen Alba Berlin und dem FC Bayern wurde erst am Ende eine klare Sache der Münchner. Die auch jeden Sieg dringend brauchen im absurd engem Kampf um die Plätze. Zwischen Rang 3 und 14 sind es gerade mal 3 Siege, die Bayern sind zurzeit Neunter.
- Tennis: Tatjana Maria triumphierte beim Challenger-Turnier in Bengaloru/Indien In der Weltrangliste wird sie auf Platz 73 geführt, sie ist damit die beste Deutsche. Bei den Australian Open war sie noch in der 2. Runde gescheitert und konnte in Indien nachnennen.
- Wintersport: Deutsch-österreichische Siegerserie gestoppt. Beim Skifliegen in Oberstdorf gewannen der Slowene Timi Zajc und Johann Andre Forfang aus Norwegen. Bis dahin waren im Skisprung-Weltcup allse Saisonsiege an deutscheoder österreichische Springer gegangen, inklusive der Mannschaftswettbewerbe.
Preus verteidigt Weltcup-Führung. In Antholz belegte sie in Sprint und Verfolgung jeweils den dritten Platz. Die zweifache Siegerin Lou Jeanmonnot konnte den Rückstand allerdings weiter verkürzen. Ihr bestes Weltcup-Ergebnis schaffte Selina Grotian, die im Sprint Zweite wurde.
- Motorsport: Leider an mir vorbei rasten die Fahrer der Rallye Monte Carlo. Der Franzose Sebastien Ogier siegte in den Seealpen, unweit von seinem zu Hause.
von Münchner Löwe | Jan. 26, 2025 | Tennis
Die Australian Open sind zu Ende, doch für Alexander Zverev gab es kein Happy End. Im Finale unterlag er dem Weltranglistenersten Jannik Sinner 3:6, 6:7, 3:6. Er verlor damit das dritte Mal bei seinem dritten Grand-Slam-Finale nach den beiden Fünfsatz-Pleiten gegen Dominic Thiem (US Open 2020) und Carlos Alcáraz (French Open 2024). Drei Finalsniederlagen bei drei verschiedenen GS-Turnieren bei keinem eigenen Sieg, das hat es meiner Kurz-Recherche nach noch nie gegeben. Ivan Lendl hat allerdings sogar seine ersten 4 Finals verloren, bevor er 1985 in Flushing Meadows triumphierte.
Im Finale kann sich Zverev gar nicht viel vorwerfen. Sinner war an diesem Tag einfach der bessere Spieler, machte mit seinem eersten Aufschlag 83 Prozent der möglichen Punkte, ein unfassbar guter Wert. Folgerichtig musste der Italiener nicht einen einzigen Breakball abwehren. Dazu kam noch Glück hinzu wie sein unerreichbarer Netzroller im Tiebreak des 2. Satzes. Wenn (ja dieses Wen …) Zverev den gewonnen hätte, wäre die Partie vielleicht gekippt. Dadi wari, verschüttete Milch.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass ein Zverev mit seiner eher abwartenden Spielweise gegen einen Sinner auch nur in guter Form ohne Chance ist (und wahrscheinlich auch gegen Carlos Alcáraz). Zverev steht jetzt vor der sehr schwierigen Entscheidung: Ändert er sein Spiel zu mehr Risiko, also ein, zwei Schritte näher zur Grundlinie, wie es objektive Beobachter schon länger fordern. Doch letztlich hat ihn dieses Spiel nicht nur dreimal in ein GS-Finale geführt (in Melbourne praktisch unangefochten); er ist auch die ganz klare Nummer 2 hinter einem seit einem Jahr schier unbezwingbaren Sinner.
Und damit komme ich zur eigentlichen Tragik des ganzen Turniers: Meines Erachtens nämlich dürfte es den Triumphator Sinner gar nicht geben nach seinen zwei positiven Dopingproben vom März 2024. Die der Tennisverband schlicht ignorierte (bzw. die Räuberpistole des händeverseuchten Masseurs glaubte). Und das Tun dieses engen Vertrauten nicht Sinner zurechnete, obwohl das in derlei Fällen zwingend ist. Dass der CAS bisher den Einspruch der Dopingagentur gegen diesen skandalösen Freispruch nicht entschied, sonden sich erst im März dazu bequemt, st en weiterrer Skandal. Sinner hat damit 2 Grand-Slam-Turniere gewonnen (auch die US Open 2024), an denen er nicht hätte teilnehmen können, wenn es auch nur ansatzweise mit rechten Dingen zugegangen wäre. Betrogen werden damit alle Zuschauer, all seine Gegner. Un er selbs hat zwei Sieger-Schecks in Höhe von insgesamt 5 Millionen Euro kassiert.
Gestern war Eva Lys im ZDF-Sportstudio: ohne Namen zu nennen hat sie auf die enorme Ungleichbehandlung nahmhafter Tennisstars und dem Rest verwiesen (auch ohne Namen zu nennen: Dass sie neben der Polin Iga Swiatek auch Jannik Sinner meinte, lag klar auf der Hand). Ich übersetze: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Widerlich, und das schreibe ich als Sinner-Fan, der ich bis zur Doping-Bekanntgabe war.
Fantastische Madison Keys
Während mich das Männer-Finale nicht vom Sofasitz riss, war das beim Frauen-Finale am Samstag zwischen Titelverteidigerin Aryna Sabalenka und Madison Keys ganz anders. Ein söektakuläres Endpiel, spannend bis zum tatsächlich entscheidnenden Matchball, den Keys mit einem brachialen Winner für sich entschied. Was im Tennis äußerst selten vorkommt. Beide Spielerinnen packten in der entscheidenden Phase der Partie ihr allerbestes Tennis aus. Dumme Fehler gab es kaum noch, dafür Traumschläge en masse auf beiden Seiten.
Disclaimer: Ich bin Fan von Madison Keys, seitdem sie mit 14 jahren in der Profitour aufschlägt. Ein Riesentalent, doch in entscheidenden Momenten nicht Herrin ihrer Nerven. Es gab Experten wie zum Beispiel Oliver Faßnacht von Eurosport, der sogar wetten wollte: Keys wird nie ein Grand-Slam-Turnier gewinnen, trotz ihrers fulminanten Aufschlags und krachenden Grundschläge. Weil sie nicht Herrin ihrer Nerven sei, in entscheidenden Phasen oft die falschen Entscheidungen treffe.
Ich fand das damals extrem anmaßend, gerade in dieser Endgüligkeit. Als ob sich ein 17-jähriger hochtalentierter Mensch nicht ändern könnte. Doch Faßnacht schien recht zu behalten. Einmal erreichte sie zwar in New York das Finale, das sie allerdings völlig wegwarf und absolut chancenlos gegen ihre gute Freundin Sloane Stevens.
In den vergangenen Jahren wurde es stiller um Keys, auch weil sie viele Verletzungen hatte. Auch ich hatte die Hoffnung auf einen GS-Erfolg von ihr aufgegeben. Jetzt bei den Australian Open war sie bei kaum einem Experten auch nur im erweiterten Favoritenkreis, obwohl sie mit der Empfehlung eines Turniererfolges im Vorfeld nach Melbourne kam. Was ich dann früh sah, war eine etwas anders spielende Keys. Immer noch mit beeindruckenden Schlägen, aber taktisch schien sie viel reifer, und ihre Nerven schien sie auch im Griff zu habern. Es folgte der schier unglaubliche Lauf, die ihre Nerven und die ihrer Anhänger gehörig strapazierte. Schwerer hätte der Weg ins Finale kaum sein können: Schon in der 2. Runde hatte sie große Mühe gegen die Qualaifkantin Ruse und setzte sich e kanapp mit 7:5 im 3. Satz durch. Es folgten Siege gegen die weit höher aingestuften Danielle Collins und Elena Rybakina, ein Zittererfolg gegen die unglaubliche Ukrainerin Elina Svitolina: Im Halbfinale der Thriller gegen Iga Swiatek, als sie gar einen Matchball abwehren musste und dies mit einem perfekten Schlag auch tat. Dann der Showdown vs Sabalenka, zuvor in Melbourne 20-mal hintereinander als Siegerin vom Platz gegangen bei 2 Turnier-Triumphen 2023 und 2024.
Attraktives Tennis spielt sie sowieso mit unglaublich harten Grundschlägen (es gibt nicht so viele Männer, die durchgehend so hart spielen), wenn auch mit mehr Drall).
29 Jahre musste Madison Keys werden, es war ihre 47. Grand-Slam-Teilnahme. So gesehen hat Alexander Zverev noch ein bisschen Zeit
von Münchner Löwe | Jan. 24, 2025 | Tennis
Ich habe es befürchtet, aber erwartet: Jannik Sinner hat das Finale der Australian Open erreicht. Dass er da nacheinen Leistungen objektiv hingehört, möchgte ich gar nicht bestreiten. Aber es bleibt der Gestank seines immer noch nicht endgültig entschiedenen Doping-Falls. Warum de CAS es nicht geschafft hat, in der Causa wenigstens eine Entscheidung zu treffen, empfinde ich jetzt als noch ärgerlicher, weil aus dem virtuellen Australian-Open-Finalist Sinner ein tatsächlicher geworden ist. Der normalerweise schon längst zumindest für ein Jahr aus dem Verkehr gezogen worden häte müssen, so wie normalerweise Dopingfälle bestraft werden. Meine Meinung zum Fall selbst habe ich schon öfter auch hier zum Ausdruck gegeben. Auch wenn die Räuberpistole der dopingverseuchten Masseur-hand zutrifft (was ich persönlich schon bezweifle), Sinner muss sich unbedingt den Fehler eines seiner engsten Vertrauten zurechnen lassen.
In dem Zusammenhang bleibt für mich der Super-Gau wenigst3ns aus, weil die zweite Dopingsünderin Iga Swatek nach einem grandiosen Halbfinale an Madison Keys gescheitert ist.
Meine persönliche Pest also gegen Alexander Zverev, meine Cholera. Ein Frauenschläger (ein Verfahren, das die Ex-Frau anstrengte, wurde eingestellt), dem doch der deutsche Boulevard (und nicht nur der) zu Füßen liegt. Der im übrigen ebenfalls beeindruckend spielt. Immerhin hat es die Cholera Zverev geschafft, meine persönliche Nemesis Novak Djokovic (also Corona) aus dem Weg zu räumen (wenn auch nur durch einen Aufgabesieg nach dem ersten Satz. Den mag ich halt persönlich überhaupt nicht, wegen seines überbordenden Nationalismus, seiner Attitüde des allseits verfolgten Stars, den niemand liebt, sondern bestenfalls respektiert. Nota Bene mag ich seine Art, Tennis zu spielen nicht, und nicht nur wegen seiuner chronisch unsportlichen ewigen Balltipperei vorm Aufschlag.
Es waren zwei merkwürdige Halbfinali am Freitag: Zunächst Zverev vs Djokovic, am hellichten Tag und dementsprechenden Temperaturen in Melbourne. Losgelöst von meinen Vorlieben oder nichtlieben der betreffenden Spieler. Was einem bei Zverev oft in den Wahninn treibt, ist sein manches arg defensives Spiel meterweit hinter der Grundlinie. Weiß er selber, wie er hinterher zugab, aber warum es ihn seit Jahren kein Trainer beibringen kann die Bälle früher zu nehmen, öfter am ans Netz zu rücken (gut, dann müsste der betreffende Trainer ihm noch einen überdurchschnittlichen Volley beibringen), das verstehe ich nicht. So verpufft die unglaublich gute Rückhand, weil sie shclicht ewig unterwegs ist, bis sie beim Gegner ankommt. Gegerade gegen einen Djokovic, der an guten Tagen kaum Fehler macht, ist so etwas verheerend.
Verlassen konnte sich Zverev im Gegensatz zum Tommy-Paul-Match auf seinen Aufschlag. Der erste kam kam zu 76 Prozent und führte in 83Prozent der Fälle zum Punkt, also praktisch eine sichere Bank.
Djokovic konzentrierte sich darauf, seine Aufschlagsspiele durchzubringen. Er wirkte nicht fit, nach dem er in der voritgen Partie gegen Alcáraz sich am Oberschenkel behandeln ließ. Doch wie oft hat beim Djker der Schein getrügt und er trotz tatsächlicher oder vermeintlicher Malaisen ein Spiel noch gewonnen. Diesmal nicht, diesmal war es offenbar ernst. nach dem verlorenem Tiebreak gab Djokovic unvermittelt auf. Es war ihm klar, dass er nach 80 Minuten Spielzeit, in die er viel Energie gesteckt hatte, nie drei Sätze gegen Zverev hätte gewinnen können. Die einzelnen Pfiffe, mit denen er beim Abschied aus der Arena bedacht wurde, hätten isch die Pfeifenden auch sparen können, darauf wies im übrigen auch Zverev hin. Denn egal, wie man letztlich zu Djokovic steht: Das hat der 24-malige Grand-Slam-Gewinner (davon 10-mal in eben jeder Rod-Laver-Arena, nicht verdient.
Im Finale gegen Sinner am Sonntag (09:30, Eurosport) sehe ich Zverev tatsächlich leicht favorisiert, vor allem wenn sein Service so gut funktioniert. Der Italiener nämlich wirkte bei seinem jur dem Ergebnis klaren 7:6, 6:2, 6:2 gegen den Amerikaner Ben Shelton nicht immer souverän. Sheltonhatte die große Chance auf den ersten Satz, als er bei eigenem Aufschlag zwei Satzbälle vergab. Auch in der Folgezeit hielt Shelton mehr als mit, versagte aber wiederholt in den entscheidnden Szenen. Auch Sinner wirkte alles andere als topfit und ob er ein längeres Match durchgehalten hätte, schien sehr zweifelhaft. Am Ende schaffte er unter Aufbietung letzter Kräfte die entscheidenden Spielgewinne.
Wenn nicht jetzt, wann dann könnte es also für den besten deutschen Tennisspieler seit Boris Becker und Michael stich heißen. Ein Grand-Slam-Sieg würde zumindest seine Tennis-karriere rund machen nach 2 ATP-Finals und mehreren Masters-Triumphen. Vom Olympiasieg 2021 ganz zu schweigen. Lieben werde zumindest ich den Frauenschläger deshalb nicht mehr.
von Münchner Löwe | Jan. 24, 2025 | Fußball
Der 7. und vorletzte Spieltag der Chamions League ist vollbracht (und auch der Europa League notabene). Und siehe da: In der Königsklasse (ich belasse es hier dabei) sind bei Blick auf die 36-Monster-Tabelle einige Entscheidungen schon fix gefallen, einige neuralgische Plätze sind zum Teil nur noch theoretisch spannend, und tatsächlich gibt es noch ein paar offene Fragen.
I. Fix in den Top 8 (4 Teams, absurde Rechenkunststücke außen vor)
Die sind deshalb wichtig, weil sie den direkten Sprung ins Achtelfinale bedeuten, und die Clubs sich die anstrengende und vielleicht auch unüberwindbare Zwischenrunde ersparen
1. FC Liverpool (sicher in den Top 2)
2. FC Barcelona
3. Inter Mailand
4. FC Arsenal
II. Fix ausgeschieden (10 Teams)
36. YB Bern
35. Sl. Bratislava
34. RB Salzburg
33. Sturm Graz
32. RS Berlgrad
31. FC Girona
30. RB Leipzig
29. Sparta Prag
28. FC Bologna
27. Schachjor Donezk
III. Sicher in der Zwischenrunde (15 Teams, Plätze 5 bis 19, unter anderem Leverkusen, Dortmund und Bayern, aber auch Real und Juventus)
IV. (Theoretische) Chancen auf die Top 8 (14 Teams, Plätze 5 bis 18)
In der Praxis dürften all jene Teams mit 12 Zählern, darunter der FCB und der BVB, keine seriösen Chancen mehr auf die Top 8 haben. Diese beiden trennen übrigens nur zwei Tore, es könnte also eine lustiges Wettschießen der beiden deutschen Clubs und Real Madrid um die bessere Platzierung geben gegen Donezk (Dortmund), Bratislava (Bayern) und in Brest (Real), wahrscheinlich aber nur um Platz 10 oder so. Dabei ist zu beachten, dass eventuell stattgefundene direkte Duelle erst nach Tordifferenz, geschossene Tore etc überhaupt als Kriterium herangezogen werden.
Realistisch kämpfen die 9 Clubs zwischen Rang 5 und 13 um die 4 verbleibenden Top-8-Plätze. In der eigenen Hand haben es Milan, Atlético (je 15) und Atalanta (14), denen ein Sieg mit Sicherheit reicht. Bayer Leverkusen führt mit dem besten Torverhältnis die sechs 13-Punkte-Clubs an. Ein klarer Heimsieg gegen Sparta Prag würde das Tor weit öffnen. Wenn ich das außerdem richtig sehe, gibt es kein kein direktes Duell in diesem Neuner-Verband. Das ist schon spannend, wäre aber noch spannender ohne das Sicherheitsnetz Zwischenrunde, in das alle fallen, die es nicht schaffen.
V. Kampf um den Verbleib (7 Clubs, darunter Benfica und Sporting Lissabon sowie der VfB Stuttgart und PSG
Die 7 Clubs zwischen Platz 20 und 26 ermitteln die letzten 5 Teilnehmer de K.o.Runde, die auf alle Fälle in die Zwischenrunde müssen. Hier sind alle Augen auf Manchester City gerichtet: Das muss gegen den FC Brügge (wenigstens daheim) unbedingt gewinnen, um ein Ausscheiden zu vermeiden. Adererseits wäre ein Sieg auch die hundertprozent sichere Garantie fürs Weiterkommen.
Interessant wird sein, wie der VfB Stuttagart und Paris St. Germain ihr direktes Aufeinandertreffen im Neckarstadion angehen. Ein Unentschieden würde mit an Sicherheit grenzender Wahrxcheinlichkeit beiden zum Weiterkommen reichen (PSG sogar zu 100 Prozent). Droht da ein Nichtangriffspakt, zweites Gijon 1982? Der VfB würde nämlich bei einem Remis nur ausscheiden, wenn gleichzeitig Dinamo Zagreb mit 7 Toren Unterschied gegen Mailand gewinnen würde. Eine Niederlage wäre vor allem für die Stuttgarter, aber auch für PSG dagegen sehr knifflig, allerdings theoretisch auch noch möglich, wenn etwa beide Lissaboner Clubs (hoch) verlieren und/oder City nicht gewinnt. Sich darauf zu verlassen, wäre irrsinnig.
VI. Der letzte Spieltag
Bevor stehen uns jetzt in CL (29. Januar) und Europa League (30.1) die beiden Superduper-Endpiletage mit jeweils 18 Partien zur selben Anstoßzeit. DAZN verspricht in der Königsklasse und exklusiv in Euroüa die tollste Konferenz aller Zeiten und gibt jetzt schon ein Bewerbungsschreiben für einen Fernsehpreis ein. Natürlich werden das insgesamt etwa 100 aufreibende und höchstunterhaltsame Minuten, doch für die meisten Clubs wird die Spannung überschaubar sein. Zumal die UEFA in einem unfassbaren Anflug von Weisheit vorher schon entschieden hat, dass kein Club sich mit dem richtigen Resultat auch den richtigen Gegner herausspielen kann. Es bleibt immer nur bei Gegnerpaaren, die danach gesondert zugeordnet werden. Klarer Ausgedrückt als Beispiel für die Zwischenrunde, also die Plätze 9 bis 24. Es werden dort die Paare 9/10 und 23/24, die 9 wird also gegen 23 ODER 24 antreten müssen.
von Münchner Löwe | Jan. 22, 2025 | bundesliga, Fußball, WNBA
Der schier unaufhaltsame Abstieg von Borussia Dortmund hat einen vorläufigen traurigen Tiefpunkt erreicht. Nach dem 1:2 des BVB beim FC Bologna trotz eigener reichlich wundersamer 1:0-Führung, zogen die Verantwortlichen die Notbremse und feuerten Cheftrainer Nuri Sahin. Das kam schier unvermeindlich und war doch in der Art und Weise, wie der ehemalige Meisterspieler von der eigenen unfähigen Vereinsspitze demontiert wurde, an Schäbigkeit kaum noch zu überbieten.
Natürlich hat auch Nuri Sahin Fehler gemacht, der größte war wahrscheinlich schon, dass er als völlig unerfahrener Coach sich das Abenteuer Dortmund angetan hat, obwohl das ein Schleudesitz erster Güte war in den vergangenen Jahren. Warum? Aus Verbundenheit zum Club, wo er als Spieler seine größten Erfolge gefeiert hatte; um eine vielleicht nie wiedekehrende Chance bei einem Top-Club zu ergreifen (jetzt erst mal: ehemaliger Top-Club, wie jetzt zu befürchten ist).
Die Demontage geschah nach und nach, breitete sich wie eine eiternde Wunde aus. Schon in der Bundesliga-Vorrunde, als der BVB zwar fast alle Heimspiele gewann, aber ebenso regelmäßig in der Fremde verlor. Nach den 3 Bundesliga-Pleiten 2025 war das Bologna-Spiel Sahins letzte Chance (die genutzt das Ende wahrscheinlich auch nur aufgeschoben hätte). Sahin ergriff sie auf eigentümliche Weise: Er ließ die Routiniers Emre Can, Julian Brandt und Marcel Sabitzer auf der Bank – Angriffsfläche und Rechtfertigung genug für einen Rauswurf. Das erinnerte mich an Carlos Ancelottis letztes Spiel als Bayern-Coach im September 2017, als er in einem Verzweiflungsakt nach ähnlicher Demontage durch die Münchner Vereinsführung beim Spiel bei PSG die damaligen Weltmeister-Verteidiger Jerome Boateng und Mats Hummels auf der Bank ließ und prompt endlich und erlösend für alle gefeuert wurde. Wer Ancelotti jetzt souverän bei Real einen CL-Triumph nach dem anderen holen sieht, will das kaum noch glauben.
Absurderweise führten die Dortmunder lange, bis sie durch zwei abstruse Abwehrfehler innerhalb von nur 2 Minuten in Rückstand gerieten und keinerlei vernünftige Aktionen mehr zustandebrachten, das Ergebnis zu korrigieren. Es brauchte keine prophetische Gabe, um zu erahnen, dass dies jetzt tatsächlich Sahins letztes Spiel auf der Borussenbankt war, zumindest einstweilen, denn Rückkehrer sind bei der Borussia gerne willkommen.
Spätestens als nach der Partie Matthias Sammer auf den Plan trat, kippte die ganze Sache in eine bodenlose Sauerei gegenüber Nuri Sahin. Als Amazon-Experte zerpflückte er das Spiel. „Dortmund hat in der Abwehr nichts geleistet und im Sturm auch nicht“, zeterte Sammer im schlechtesten Motzki-Ton ins Mikrofon. Nun trifft es sich nicht zufällig, dass Sammer auch eine nicht näher beschriebene Position als „Berater“ genau dieses Borussia Dortmunds innehat. Dass er als eben solcher Berater eventuell mitzuständig für die Kaderplanung war, ließ Sammer gnädigerweise außen vor.
Wer allerdings was im BVB-Organigramm zu sagen oder gar zu verantworten hat, ist praktisch nicht möglich zu eruieren. Chef des Ganzen ist Aki Watzke: Der darf sich rühmen, vor knapp 20 Jahren den finanziell mausetoten BVB „gerettet“ zu haben. Lange war er Vorstandsvorsitzender, im Sommer verabschiedet er sich endgültig in Richtung BVB. Aber noch gibt es nicht eine nennenswerte Tätigkeit/Verpflichtung/Verkauf, die ohne Watzkes Placet möglich ist. Mit Uli Hoeneß wird er verglichen – und zwar mit dem „alten Uli“, der vom Tegernsee aus grollt, wenn etwas vernmeintlich oder tatsächlich nicht läuft beim FCB.
Als möglicher Nachfolger Watzkes wurde Lars Ricken vor dieser Saison installiert, 1997 der 17-Järhige Wunderschütze zum entscheidnenden 3:1 im Münchner CL-Finale gegen Juventus, als er aus 35 Metern Gigi Buffon überlupfte (Marcel Reif: Lupfen, jetzt!). Als Veantwortlicher der U 19 hatte er seine Sporen verdient, das reichte, um den sich auf diesen Posten Hoffnung machenden Sebastian Kehl auszustechen. Der schluckte enttäuscht, schluckte die bittere Pille und verblieb als Sportdirektor bei den Dortmundern, wo er sich schnell mit dem als Kaderplaner geholten Sven Mislintat in die Wolle bekam. Angeblich habe sich alles geklärt, hieß es. Naja.
Angesichts diesens Irrsinns auf der Führungs-Ebene bescheingten sehr viele Experten den Dortmundern eine ausgezeichnete Transferarbeit im Sommer, als die Westfalen mit Nationalverteidiger Waldemar Anton und Torjäger Serjou Guirassy zwei der besten Spieler des vergangene Saison so brillant auftretenden VfB Stuttgart lockten. Dazu Pascal Groß, extrem auffällig bei Brighton and Hove Albion in der englischen Premier League und die junge deutsche Stürmer-Hoffnung Maximilian Beier. Und niemand vergoss allzu viele Tränen (außer die der Abschieds-Rührung), dass die alternden Mats Hummels und Marco Reus den Club verließe. Ungeachtet der Tatsache, dass gerade Hummels entscheidenden Anteil ins Champions-League-Finale hatte, das die Dortmunder nur unglücklich gegen Real Madrid (mit Ancelotti auf der Bank, s. o.). verloren. Was den Club im übrigen nicht daran hinderte, auch den damaligen Coach Edin Terzic in die Wüste zu schicken: Als wolle man unbedingt den Ruf wahren, dass nach Jürgen Klopp kein Trainer dem BVB genügt. Viele waren erfolglos, wenn denn der regelmäßige Platz 2 hinter den übermächtigen Bayern als Misserfolg bezeichnet werden darf für den jetzigen Tabellenzehnten, Peter Bosz, Peter Stöger et all. Thomas Tuchel hatte zwar seine Erfolge, aber er scheiterte daran, dass er nicht lustig genug war und mit Aki-Chef nicht Skat spielen wollte (das Gerücht hält sich und wurde nie ernsthaft dementiert).
Jetzt kriechen die Kritiker aus den Löchern und wissen natürlich schon längst Bescheid, dass das mit dem „viel zu kleinen“ kleinen Kader nur schiefgehen musste. Belegt wurde das mit einer Not-Abwehr zum Rückrunden-Auftakt ausgerechnet gegen Meister Bayer Leverkusen, als eine Grippewelle gleich ein halbes Durtzend Defensivkräfte lahmlegte. Im Dortmunder Kader zähle ich nach dem Abgang von Angriffs-Ass Donyell Malen 16 hochkarätige Feldspieler mit Anspruch auf Millionen-Gage und das jeweilige Nationalteam, plus einige hoffnungsvolle Talente aus dem noch sprudelnden Talentepool. Das ist nicht gerade üppig aber auch nicht total auf Kante genäht. Die gleichen „zuwenigspieler“-Kritiker mäkeln doch über zu große Kader, well, wenn alle spielfähig sind, ein paar Millionen-Verdiener noch nicht mal mehr auf der Ersatzbank Platz finden, sondern tatenlos auf der Tribüne sitzen.
Nun denn, Sahin ist Geschichte. Am Samstag gegen Werder Bremen sitzt interimsweise U-19-Trainer Mike Tullberg auf der Bank. Als Nachfolger werden Niko Kovac, Eric ten Hag und sicher noch ein halbes Dutzend anderer Kandidaten genannt. Ich wage die Prognose: Wenn sich nicht die Führungsspitze drastisch ändert, wird sich am BVB-Elend wenig ändern. Das im eigenem Saft Schmoren, unabdingliche Voraussetzung für ein Spitzenamt ist eine Dortmunder Vergangenheit, tut nicht immer gut. Was im übrigen nicht ausschließt, dass am nächsten Mittwoch durch einen Sieg gegen Schachjor Donezk und allerlei sonst günstige Ergebnisse doch direkt das Champions-League-Achtelfinale erreicht wird, und in K.o.Runden kann der BVB partiell aufzeigen.
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