von Münchner Löwe | Aug. 22, 2024 | Fußball
Jetzt ist es offiziell. Am Mittwoch hat Manuel Neuer bekanntgegeben, dass er nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft spielen wird. Die Reaktionen reichen von „Zeit wird es“ bis „was für ein großartiger, großmütiger Schritt des besten Torwarts aller Zeiten“. Der „Kicker“ tat sich besonders hervor. Die Lobhudelei grenzte an Seligsprechung zu Lebend-Zeiten (geht das überhaupt?), dabei verfasste nicht einmal Bayern-Fanboy Carlo Wild die Zeilen. https://www.kicker.de/neuer-beendet-mit-stil-und-groesse-eine-einmalige-aera-1045795/artikel
Mein Kommentar dazu
Für mich kommt der Schritt keine Sekunde zu früh.Schon die Tatsache, dass ihn Bundestrainer Julian Nagelsmann zur unangefochteten Nummer 1 bei der EM machte, fand ich geradezu empörend und widersprach jedem Leistungsgedanken. Er hat dann ein ordentliches Turnier absolviert. Keine gravierenden Fehler, keine „Unhaltbaren“, die er entschärfte. Bei den Gegentoren eher schuldlos, in seinen besten Zeiten hätte er Dani Olmos Schuss zum 0:1 im Finale wohl gehalten.
Manuel Neuer ist in Deutschland sankrosankt, alle überbieten sich in Lobeshymnen über den besten Torwart aller Zeiten. Dass er ein toller Schlussmann war, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Ob er wirklich der beste aller Zeiten war, vermag ich nicht zu urteilen, denn die Jaschins, Zamoras habe ich gar nicht gesehen, und ich persönlich wage keine Rangliste allein in Deutschland zwischen Sepp Maier, Oliver Kahn und eben Neuer. Wohl dem, der sich da ein Urteil erlaubt.
Jedenfalls hat nicht nur meiner Meinung nach Neuer seine besten Tage schon länger hinter sich. Die würde ich in der Zeit zwischen 2010 und etwa 2017 sehen, als er wirklich grandiose Leistungen zu Hauf ablieferte und die Stürmer mit seiner mächtigen Erscheinung in Schockstarre versetzte. Aber auch hier: Erhöhung. Denken wir ans WM-Finale 2014, als er nach einem heftigen Check gegen Higuain eine Elfer plus Rot kassieren hätte müssen, aber von einem tomatenblinden Schiri profitierte. https://www.youtube.com/watch?v=vuLkOgVpT98
Jetzt also ohne Neuer. Wahrscheinlich ist dessen nicht ganz so freiwillig und großmütig. Ich glaube, dass Nagelsmann durchaus mit ihm weitergemacht hätte. Die EM gab kaum Anlass zu einer Änderung seiner Torwart-Rangliste. Aber er brauchte ein klares Bekenntnis, denn die leidige Torwartfrage wollte er auf jeden Fall vom Tisch haben. Und da passte es überhaupt nicht, dass Neuer allenfalls grundsätzliche Bereitschaft signalisierte, bis zur WM 2026 weiterzumachen, aber schon mal die nächsten beiden Länderspiele im September nicht bestreiten wollte. So wird es zumindest von bestens informierten Kreisen kolportiert. Unmittelbar nach der EM hatte Neuer ja schon öffentlich gesagt, er würde sioh „bis zu einem halben“ Jahr für seine Entscheidung Zeit geben. Das war unzumutbar für alle Beteiligten, gerade für Marc-André ter Stegen, die designierte Nummer 1 und für mich seit Jahren (viel?) besser als Neuer. Erstaunlich genug, dass er so lange stillhielt. Man denke nur Uli Stein und den „Suppenkasper“ Beckenbauer 1986 bei der WM. Eines war auch klar: Neuer wäre bei seinem fanatischem Ehrgeiz eine verdammt unzufriedene Nummer 2 hinter ter Stegen gewesen. Den Tort wollte sich Nagelsmann verständlicherweise nicht antun.
Wie gesagt: Neuer war ein toller Torwart. Er das hat Spiel neu interpretiert mit seiner offensiven Art, Bälle schon außerhalb des Strafraums mit dem Fuß abzufangen. Seine technischen Fähigkeiten waren die eines Feldspielers ebenbürtig. Jetzt kann er sich auf „seinen“ FC Bayern konzentrieren, sein Vertrag läuft 2025 aus. Das Champions-League-Finale findet am 31. Mai in der Münchner WM-Arena statt. Ein erneutes „Finale dahoam“ wäre ein würdiger und angemessener Abschied aus dem absoluten Spitzenfußball.
von Münchner Löwe | Aug. 21, 2024 | Tennis
Jannik Sinner gedopt, aber nicht gesperrt und kaum bestraft. Dieser Fall schreckt den Tenniszirkus seit ein paar Tagen auf.
Anmerkung: Jannik Sinner ist derzeit mein Lieblingsspieler auf der Profi-Tour. Umso schwerer fallen mir die folgenden Zeilen, vor allem meine Bewertung.
Was ist passiert?
Die International Tennis Integrity Agendy gab am Dienstag bekannt, dass der Weltranglistenerste Jannik Sinner im März zweimal positiv auf das verbotene Mittel Costebol getestet wurde. Ein unabhängiges Gericht habe ihn jetzt freigesprochen, da kein Vorsatz und nicht einmal Fahrlässigkeit vorliege. Folkgende Begründung hat der Italiener vorgebracht, die letztlich als glaubwürdig eingestuft wurde. Sein Masseur habe ihn mit dem verbotenem Mittel kontaminiert. Der Masseur habe in Italien frei erhältliche Spray verwendet, um eine eigene Wunde, zu behandeln, die er sich zugezogen hat. Über dessen Hände sei das Mittel in Sinners Körper gelangt. Deshalb entsprach die ITIA den Einsprüchen von Sinner gegen eine vorläufige Sperre.
Der erste positive Befund stammt vom 10. März während des Turniers von Indian Wells, die zweite bei einer Trainingskontrolle 8 Tage später, ebenfalls noch in den USA, da das Turnier in Miami bevorstand. Während dieser Zeit habe besagter Masseur Sinner täglich behandelt. Jetzt habe eine unabhängige Schiedsstelle nach Anhörung de Beteiligten entschieden, dass kein Veschulden vorliegt. Dennoch werden Sinner den Statuten gemäß das Indian-Wells-Preisgeld (300.000 Dollar) und die ATP-Punkte (400) aberkannt.
Ein paar Gedanken dazu
Ja, das kann so gewesen sein. Ist zwar sehr, sehr unwahrscheinlich, aber spätestens seit Douglas Adams‘ Reise durch die Galaxis wissen wir, dass auch extrem Unwahrscheinliches passieren kann. Wie auch die Ausrede des überführten Sprinters Dennis Mitchell (zu viel Sex), de chinesischen SchwimmerInnen (kontaminierte Küche) oder die berühmteste Zahnpasta der Welt (Dieter Baumann). Aber selbst wenn sich alles so zugetragen haben sollte, bleiben ein übler Nachgeschmack und einige offene Fragen. Und ein paar böse Gedanken habe ich leider auch
1. Warum erfährt die Öffentlichkeit jetzt erst von diesem Fall? Und nicht, wie sonst bei Dopingfällen mittlerweile üblich, sofort nach Bekanntwerden, also im März. Der Tennisveband selbst hatte sicher kein Interesse, dass der damals absolut heißeste Spieler der Tour in schlechtes Licht gerückt worden wäre. Außerdem gilt natürlich auch im Fall Sinner die Unschuldsvermutung.
2. Aus dem, was zumindest ich gelesen habe, wird nicht klar, wann man Sinner über die positiven Tests informiert hat. Besser gefragt: Wusste der Südtiroler zum Zeitpunkt der zweiten Probe von der positiven ersten Probe oder zumindest von einem Verdacht? Normalerweise brauchen die Tests nicht so lange.
3. Nehmen wir zu Sinners Gunsten an, er und sein Umfeld haben nichts gewusst. Wie lange hält sich das Mittel im Körper? Und können Hände so lange kontaminiert sein, obwohl gerade ein Masseur sie regelmäßig desinfiziert. Oder hat der seine Salbe wieder und wieder aufgetragen und das, obwohl zumindest er auf jeden Fall wissen musste, was für ein Zeug er da zu sich nimmt? Da passt meiner Meinung nach einiges überhaupt nicht zusammen.
Update: Sinner erfuhr am 10. April, also erst nach der 2. Probe, von der positiven ersten Probe. Und sein Masseur hat die Salbe seinen Darstellungen nach wiederholt auf seine verletzte Hand aufgetragen. Allerdings ist auf dieser ein Warnhinweis, dass es für Leistungssportler verbotene Substanzen erhält.
4. Und damit zu meinen sehr unschönen Gedanken: Sinner war ein Riesentalent und vieles mehr. Aber seit Herbst 2023 hat er einen unglaublichen Leistungssprung gemacht. Turniersieg in Wien, Triumph bei ATP-Final im November. Im Januar Sieg bei den Australian Open und weitere Turnier-Erfolge. Bis Indian Wells war er im Jahr 2024 unbesiegt. Vor allem sein Aufschlag hat sich klar vebessert, ist schneller geworden.
Der Tennissport ist anders als mittlerweile der Radsport für seine Intransparenz bekannt. Ob und in welchem unangekündigte Kontrollen wirklich stattfinden, wissen wir nicht. Die Profis selbst sind bei diesem Thema extrem schmallippig. Und dass beim Tennis Doping hilft, ist hoffentlich unstrittig. Ein Ballgenie wird man dadurch nicht plötzlich. Aber auf Kraft kommt es an und vor allem auf totale Fitness und dabei gerade gute Regeneration. Und genau dafür reichen offenbar auch geringe Mengen von Colestol, die auf die Haut aufgetragen werden.
Andere Verdachtsfälle im Tennis gibt es genug. Ich denke etwa an gerade Thomas Muster 1995 beim Turnier in Monte Carlo. Mit Hängen und Würgen gewann er damals ein Halbfinale gegen Andrea Gaudenzi und sah dabei am Ende wie ein wandelnder Leichnam aus. Nicht mal 24 Stunden rannte er Muster-typisch quickebendig über den Platz und siegte gegen Boris Becker. Dessen Umfeld sprach unverhohlen von Doping, dem wurde nicht nachgegangen. Unvergessen auch der Spruch der Williams-Schwestern, sie dächten nicht daran, morgens bei unangekündigten Kontrollen in einen Becher zu pinkeln.
Oder denken wir aktuell an Novak Djokovic. In Paris sagt er sein Viertelfinale ab, lässt sich am Knie operieren, und nur gut drei Wochen später spielt er in Wimbledon, erreicht das Finale und ist danach bei Olympia so gut wie lange nicht mehr. Überschwänglich dankte er seinen Ärzten. Wirklich nur deren legale Kunst? Und über Rafael Nadal und seine Fitspritzerei mit schwersten Schmerzmitteln will ich erst gar nicht anfangen.
Gerade die besten Tennisspieler können sich die besten und teuersten Ärzte leisten, sie beschäftigen einen ganzen Stab der besten Spezialisten. Die loten im Zweifel die Grenzen legaler/illegaler Behandlung akribisch – und gerade das macht mich im Fall Sinner so stutzig.
5. Letztlich noch die Strafzumessung: Die ist ein Witz. Wenn das nächste Umfeld mindestens grob fahrlässig against the rules handelt, muss sich das der Sportler zurechnen lassen. In genug Fällen wurde auch so entschieden. Glashaus Tennis: Bisher haben nur 2 Profis, Nick Kyrgios und Denis Shapovalov Kritik geäußert.
6. Noch ein letztes, das mich stört: Wo ist der öffentliche Aufschrei der sogenannten Doping-Verfolger. Wo meckert also ARD-Mann Hajo Seppelt. Auch in der von mir so geschätzten Süddeutschen ist bisher nur eine Agenturmeldung zum Vorfall zu entdecken. Keine eigene Recherche der Kistners und Co, keine eigene Einordnung des Geschehens. Das sind aber dieselben, die die Leistungen der Radsportler per se anzweifeln auch ohne positiven Befund. Wofür sie natürlich auch gute Gründe haben.
Update: Jetzt gibt es einen eigenen Bericht der SZ von Tennis-Journalistin Barbara Klimke.
Und Hajo Seppelt hat sich auch geäußert. Braucht halt seine Zeit. https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3Nwb3J0c2NoYXUuZGUvc3BvcnRzY2hhdS1mZm1wZWctdmlkZW8tOGIzZGYxZGItZTgzMC00YjA3LWJhY2MtZGU4ZTgxYmY1YmQz
Conclusio: Der Fall Sinner (Sünder) stinkt zum Himmel. Die Wada will sich das Ganze mal anschauen. Bin echt in der Zwickmühle, ob ich für meinen Lieblingsspieler eine Sperre gutheißen will.
von Münchner Löwe | Aug. 20, 2024 | Tagesrückschau, Tennis
Triumphe für Sabalenka und Sinner
Zwei Tennis-Endspiele, zwei Favoritensiege, zwei US-Niederlagen. Das war der ereignisreiche, allerdings nicht allzu spannende Tennis-Montag in Cincinatti. Zunächst gewann die Weißrussin Aryna Sabalenka bei ihrem Comeback nach mehr als einem Monat Verletzungspause klar und deutlich gegen die reichlich chancenlose Jessica Pegula. In dieser Form gehört sie klar zu den Favoritinnen für die US Open ab kommenden Montag.
Das gleiche gilt auch für Jannik Sinner, der sich ebenfalls in zwei Sätzen mit 7:, 6:2 gegen Francis Tiafoe durchsetzte. Es war der bereits fünfte Turniererfolg des Jahres für den Italiener, der nach seiner Mandeloperation sich mehr und mehr zu seiner Top-Form von Beginn des Jahres annähert. Ganz hat er sie aber mE noch nicht erreicht.
Tiafoe hat ein ziemlich grauenhaftes Jahr hinter sich. Seine Matchbilanz vor Cinci lautete 19:18, eigentlich indiskutabel für so einen begnadeten Spieler.. Die Finalteilnahme ist sein mit Abstand bestes Abschneiden bei einem Masters oder Grand-Slam-Turnier.. Den ersten Satz hätte er durchaus auch gewinnen können, gerade sein Aufschlag war eine echte Waffe. Mal sehen, was die Auslosung bei den Open so für ihn bereitstellt; er ist so um die Nr. 20 gesetzt.
Und sonst
- Wout van Aert beflügelt: Im Roten Trikot des Führenden der Vuelta gewann er am Montag die 3. Etappe im Sprint. Heute geht es erstmals in die Berge.
- Pokal weiter ohne Überraschungen: Am MOntag gaben sich die Bundesligisten Werder Bremen (3:1 beim FC Energie), VfL Wolfsburg (1:0 bei TuS Koblenz) und Eintracht Frankfurt (4:1 bei Eintracht Braunschweig) keine Blöße. Zweitlgist 1. FC Magdeburg scheiterte alledings beim Viertligisten Kickers Offenbach. Manchmal hat der Biberer Beg noch seine Magie.
- Stanisic verletzt: Der Neuzugang des FC Bayern zog sich im Training einen Außenbandriss zu und fällt mindestens einen Monat aus. Mal sehen, ob auf dessen rechten Seite Joshua Kimmich wieder die Lücke schließen soll/darf/muss. Dann könnten Alexander Pavovic und Neuzugang Palinha das defensive Mittelfeld bilden.
Zu guter Letzt:
Erwächst Mondo Duplantis etwa nationale Konkurrenz? Ingemar Stenmark, einer der größten schwedischen Sportler überhaupt, hat sich auf das schwierige Terrain begeben. Immerhin schaffte die 68-jährige Skilegende mit dem Stab eine Höhe 3,00 Metern, es fehlen also nur noch 3,25 Meter auf den Weltrekord von Duplantis. Was für ein grandioses Bewegungstalent ist dieser Stenmark, der einst seine Balance als Seittänzer perfektionierte. Gelernt ist halt gelernt.
von Münchner Löwe | Aug. 19, 2024 | Allgemein, Wochenvorschau
Endlich Bundesliga
Wenn ich ehrlich bin: Meine Vorfreude hält sich noch in argen Grenzen, und der Pokal hat wenig Appetit gemacht. Dennoch werde ich och eine gesonderte Vorschau vesuchen am Donnerstag und/oder Freitag.
Während der Woche steigt in den europläischen Wettbewerben jeweils die letzte Qualifikationsrunde. Dabei spielt in der CL unter anderem Red Bull (offiziell: FC) Salzburg vs Dynamo Kiew. Deutsche Beteiligung gibt es nur in der Conference League, wo der 1. FC Heidenheim am Donnerstag bei BK Häkken (Schweden) antritt. Die Rückspiele sind jeweils eine Woche später.
Endspiele in Cincinatti
Ausnahmsweise ganz regulär (wg Olympia-Nachwehen) an einem Montag, also heute. Zunächst spielt Jessica Pegula gegen Aryna Sabalenka (21.00), danach Jannik Sinner vs Francis Tiafoe. Zweimal also USA gegen Europa, wenn man so will
Außerdem beginnt heute die Quali für die US Open. Dominic Thiem bleibt diese erspart, er bekommt als ehemaliger Champion eine Wildcard.
Schließlich noch Tennisturniere in Winston Salem (Männer sowie Monterrey und Cleveland (Frauen). Die Topspieler bereiten sich schon vor Ort in Flushing Meadows vor. Die Auslosung ist am Freitag.
Und sonst
- Die Vuelta kommt ins Laufen und ist mittlerweile in Spanien angekommen. Erstmals warten auch hügelige und bergige Etappen auf die Fahrer.
- Formel 1 ist zurück: Der WM-führende Max Verstappen hat auf dem Dünenkurs in Zandvoort ein echtes Heimspiel (die Holländer folgen ihn zumindest in Europa überall hin. Zuletzt waren die Rennen sehr spannend. Mal sehen, wer die Sommerpause am besten übestanden hat.
- Das 2. Turnier der Fedex-Ausscheidung steht an bei den BMW Championships ab Donnerstag. 50 Profis sind noch dabei, reduziert wird auf 30. Und es geht beim Turnier selbst um 20 Millionen Dollar.
- Diamond League in Polen: Am Sonntag steigt die erste echte Olympia-Revanche. So ist unter anderem Mondo Duplantis am Start. Aber es gibt auch reizvolle Duelle wie das das in Paris angeschlagenen Hochsprung-Europameister Gianmarco Tamberi vs Olympiasieger Hamish Kerr.
von Münchner Löwe | Aug. 19, 2024 | Allgemein, Wochenrückschau
Der Fußball hat uns wieder voll im Griff. Ansonsten pflegen fast alle Sommersportarten eine kleine Olympia-Pause – außer Beachvolleyball und Tennis
Bayer macht Bayer-Dinge
Nämlich späte Tore zum Ausgleich schießen. Und Patrik Schick ist ein Spezialist dafür. Am Samstag traf er in einem höchst unterhaltsamen Super-Cup-Spiel in der BayArena für die Leverkusener. Sowohl Bayer als auch der VfB scheinen für die am Freitag beginnende 62. Bundesliga-Saison gerüstet. Levekusen siegte letztlich im Elferschießen, eine Verlängerung blieb den Teams erspart und den Zuschauern verwehrt. Große Freude über den Titel.
Lahmer Pokal
Die 1. Runde in Deutschland verlief ohne große Überraschungen. Allenfalls bemerkenswert: Die beiden Überraschungs-Halbfinalisten der vergangenen Saison, 1. FC Saarbrücken und Fortuna Düsseldorf sind schon raus. Einen Bundesligisten hat es vor den verbleibendne 4 Partien heute doch erwischt: Der VfL Bochum unterlag beim Zweitliga-Aufsteiger Jahn Regensburg. Das mit großem Bohei angekündigte Groenemeyer-Pokal-Sponsoring am Ärmel hat sich damit schon erledigt. Die Laune ist entsprechend prächtig, genau wie in Hannover, wo der Manager gleich mal Mannschaft und Trainer einen Einlauf gab.
City souverän
Auch der Start verlief ziemlich nach Plan. Die Großen 3 City, Liverpool und Arsenal vebuchten 2:0-Arbeitssiege. Klasse ist da, aber noch reichlich versteckt. Einen Audtakt nach Maß feierte bei Brighton an Hove Albion. Die Südengländer siegten gleich 3:0 beim FC Everton und sind erster Tabellenführer.
Zverev scheitert ganz knapp
Beim Masters in Cincinatti war im Halbfinale Schluss. Jannik Sinner hatte im Tiebreak des 3. Satzes das bessere Ende für sich und trifft heute Abend auf Francis Tiafoe, der Holger Rune im Semifinale eliminierte. Zverev hatte seine Chancen, aber das zieht sich schon das ganze Jahr dahin. Immer fehlt ein Itzerl zum Turniersieg. Dabei ist Sinner, wie so viele andere, Top-ten-Spieler, von seiner besten Form zu Beginn der Siaon etwas entfernt.
Bei den Frauen meldete sich Aryna Sabalenka zurück. Sie bezwang in Cinci Iga Swiatek mit 6:3, 6:3. Dabei nervelte die Weißrussin, denn sie vergab gleich 9 Matchbälle, und viel hätte nicht gefehlt und Swiatek hätte die Partie noch vollends gedreht. Auch die Frauen spielen das Finale erst am Montag – Olympia und seine Nachwehen. Sabalenka bekommt es mit Jessica Pegula zu tun, die vor einer Woche das Turnier in Toronto gewann.
Wieder Finale, wieder verloren
Das deutsche Beachpaar Ehlers/Wickler bestätigte bei der EM in Holland seine Glanzform. Wie bei Olympia kamen sie in Endspiel, dort allerdings fanden sie erneut ihre Meister. Die Letten Plavins/Fokerots triumphierten in 3 Sätzen, der entscheidende fast demütigend mit 15:5 an das Paar.
Noch besser machten es die deutschen Frauen: Cilja Tillmann/Svenja Müller wurden Europameisterinnen durch ein 2:0 im Finale gegen die Italienerinnen Gottardi/Mennegatti.
Spannendes Tour-Finale
Die der Frauen, versteht sich: Am Ende trennten die Polin Katarzyna Niewiadoma und die zweitplatzierte Vorjahressiegerin Demi Vollering aus Holland gerade mal 4 Sekunden. Die Entscheidung fiel tatsächlich auf den letzten Metern des Anstiegs nach Alpe d´Huez. Vollering hatte eine Attacke gestartet hatte schon das virtuelle Gelbe Trikot, aber die Polin kämpfte sich eindrucksvoll zurück und rettete den hauchdünnen Vorsprung.
Und sonst
- Wout van Aert vorn: Der Belgier erhielt als Zweiter der 2. Vuelta-Etappe 6 Sekunden Zeitgutschrift, die ihn in Leadertrikot hievten. McNulty aus Australien hatte den Prolog in Lissabon für sich entschieden..
- Hideki Matsuyama brilliert: Beim 1. Fedex-Play-off siegte der Japaner mit 2 Schlägen Vorsprung auf Victor Hovland und Xander Schauffele. Einen hohen Vorsprung hatte de Golfprofi in der Schlussrunde abgegeben, mit zwei brillanten Birdies auf den letzten beiden Löchern sicherte sich der Olympia-Dritte den 10 Sieg auf der PGA-Tour.
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