Blick über den Teich, MLB

 

Jeweils die zweite Partie der 4 Best-of-5-Serien der Divisional Series sind absolviert, doch nur eine ist geteilt. Ausgerechnet der Titelverteidiger Los Angeles Dodgers hat nach gewonnenem ersten Spiel die zweite Begegnung gegen die Atlanta Braves verloren.

 

NL: Milwaukee Brewers – San Diego Padres 4:3 (Stand: 2:0)

 

Wenn sich die Padres bisher auf einen Mann verlassen konnten, dann auf ihren überragenden Closer Mason Miller. Closer, dass sind die besonders wurfkräftigen Männer, die am Ende der Partie den Vorsprung in einen Sieg ummünzen, und Miller gilt als der beste seiner Zunft. Und so verbuchte wahrscheinlich jeder außer ein paar sehr optimistische Brewers-Fans den Sieg für San Diego, als es beim Stand von 3.2 ins letzte und entscheidende Inning ging.
Dann passierte das Unvorstellbare. Mason Miller bekam die Flatter. Gleich mit drei Walks lud er die Bases. Als für die Brewers Jackson Chourio an den Schlag kam, hätte die Spannung nicht größer sein können. Geladene Bases bei 2 Outs. Pitchcount 2 Balls und 2 Strikes. Den nächsten Pitch erwischte Chourio zu einem unerreichbaren Single, und seine Mitspieler Christian Jelich und Sam Frelich kamen ins Ziel und drehten mit ihren Runs das Ergebnis. 4:3 für die Brewers, und die zuvor schon sehr ernüchterten Zuschauer (in der Bierstadt Milwaukee bestimmt nicht mehr nüchtern) drehten komplett durch und feierten eine nicht mehr erwartete Siegespartie. Die Überraschungsfeste sind aber sind, wie jedermann weiß, die allerschönsten. Mit 2:0 und breitester Brust fahren die Brewers nun nach San Diego, wo heute Nacht unserer Zeit die 3. und vielleicht letzte Partie dieser Serie ansteht.
Chourio aber avancierte zum 2. Mal zum Matchwinner gegen San Diego. Schon in Spiel 1 hatte der venezolanische Weltmeister einen 2-Run-Homer geschlagen und zudem den obskuren Decken-Abpraller gefangen.

 

NL: Los Angeles Dodgers – Atlanta Braves 2:3 (1:1)

 

Die erste Überraschung zumindest für mich schon die Aufstellung de Dodgers. nicht Yonishibo Yamonmoto stand als Starting Pitcher auf dem Mound, sondern Blake Snell. Also nicht der überragende Japaner, der im vergangenem Jahr für 3 Siege in den World Series verantwortlich war.
Die Braves brachten Snell schnell in Bedrängnis, luden schon im 1. Inning die Bases, brachten aber letztlich nur einen Run auf die Anzeigentafel. Auch in den folgenden Innings hatte Snell Probleme mit der Strikezone, so dass Team-Manager Dave Roberts seinen Starting Pitcher schon nach 3.2 Innings bei insgesamt 5 Walks und 3 Hits vom Mound nahm und dem Bullpen (Ersatzwerfern) das Vertrauen schenkte, die aber vielleicht die einzige Schwäche im Luxuskader der Kalifornier sind.
Immerhin: Im 4. Inning glich Freddie Freeman mit einem Solo-Homerun für die Dodgers aus, Kyle Tucker und Andy Pages kamen danach auf die Bases 1 und 2 bei nur einem Out. Doch der eingewechselte Releive Pitcher Grant Holmes bereinigte die Situation ohne weiteren Schaden.

Das sollte sich aus Sicht der Dodgers rächen: Nach einem Wild Pitch im 5. Inning sprintete Michael Harris von der 3. Bases aus ins Ziel, und im 7. Inning erhöhte erneut Harris mit einem RBI-Double auf 3:1. Max Muncy schaffte zwar im 9. Inning mit einem Homer noch den 2:3-Anschluss, doch das war zu wenig.

Yamamoto wird heute in Atlanta in Spiel 3 für die Dodgers werfen. Auf der Gegenseite steht der in der Wild Card gegen Philadelphia überragende Chris Sale.

 

AL: Cleveland Guardians – Chicago White Sox 3:4 (0:2)

 

Eine brillante Leistung von Releive Pitcher Sean Burke ebnete den Sieg für die White Sox, die nur noch einen Erfolg vom Conference Finale entfernt sind. Im 3. Inning kam er ins Spiel (schon als 3. Pitcher seines Teams). Was er danach vollbrachte war außergewöhnlich. In 5.1 Inning ließ er nur noch einen einzigen Run zu, bei nur einem Hit und einem Walk zu. Ansonsten brachte er die Guardians-Schlagmänner zur Verzweiflung.

2:0 hatten die Gastgeber geführt, und ihr Starting Pitcher Gavin Williams hatte zunächst keine Mühe und in ließ in den ersten 5 Innings nur einen Run zu zum 1:2-Anschluss. Im 6. Inning allerdings war nach einem Single Schluss für ihn, ob zu früh, darüber werden in den nächsten tagen die Experten diskutieren. Sein Ersatz Erik Sabrowski, normalerweise sehr verlässlich, erwischte einen furchtbaren Abend und wackelte bedenklich. Es war dann Braden Montgomerys Double, der Chicago 2 Punkte zur 3:2-Führung brachte, und unmittelbar danach erhöhte Chase Meidroth mit einem RBI-Single auf 4:2.

Dem hatten die Guardians nichts mehr entgegenzusetzen, eben weil Sean Burke so großartig pitchte und Closer Grant Taylor ebenfalls nichts mehr anbrennen ließ.

Am Mittwoch gehts in Chicago weiter, das Stadion ist ausverkauft. Nach langen Jahren des Darbens (negativer Höhepunkt: 2 Saisons mit 100+ Niederlagen) dürsten die Whitesox-Fans nach erfolgreichem Baseball.

 

Tampa Bay Rays – New York Yankees 5.2 (2:0)

 

Cam Schlittler konnte es dann auch nicht richten. Nachdem der Yankee-Ptcher in der Wild-Card-Runde gegen Boston brilliert hatte, erwischte er einen extrem bescheidenen Tag, einen der schwächsten in dieser Saison. Wenig hilfreich war allerdings eine katastrophale Yankees-Veteidigung, die insgesamt gleich 5 Errors fabrizierte, so viele wie noch nie in einem Play-of-Spiel. Das zeigt auch die offizielle Statistik. 4 Runs musste Schlittler hinnehmen, allerdings werden ihm nur 2 angerechnet (Earned Runs), die anderen beiden geschahen durch fürchterliche Fehler im Fielding. Jener Disziplin, die oft vernachlässigt wird, die aber doch so entscheidend ist, um Spiele zu gewinnen.

Richtig ist allerdings auch, dass Schlittler von Beginn an nicht so souverän wirkte wie bisher in dieser Saison. Kaum ein Inning, in dem nicht einer oder mehr Rays auf den Bases erschienen. Ein Treppenwitz, dass es nach 4 Innings nur 1:1 stand, weil Ben Rice, der einzige Yankee mit Offensiv-Power, einen Homerun schlug und die Rays-Führung aus dem 1. Inning ausglich.

Im 5. Inning alledings brachen die Yankees-Dämme, und Schlittler wurde mitgerissen: Gleich 4 Runs brachten die Rays auf die Anzeigentafel. Dass war die Entscheidung im außergewöhnlich stimmungsvollen Tropicana Field. Zwar drosch Ben Rice einen weiteren Ball über den Zaun, der Rest des Teams war aber offensiv nicht zu sehen. Außer die beiden Homeruns von Rice standen nur noch zwei Hits und 2 Walks zu Buche.

 

Ansetzungen

 

Mi., 00:00: Braves – Dodgers (1:1)
Mi., 03:30: Padres – Brewers (0:2)

Mi., 22:00: White Sox – Guardians (2:0)
Do., 00:00: Braves – Dodgers
Do., 02:00: Yankees – Rays (0:2)
Do., 04:00: Padres – Brewers (wenn nötig)