Blick über den Teich, MLB

 

Aus und vorbei. Mit einem schmachvollen Sweep gegen die Tampa Bay Reys haben sich die New York Yankees aus dem Titelrennen 2026 verabschiedet. Der Rekord-Champions (27 Meistertitel) wartet nun schon seit 2009 auf eine weitere Krönung. Für das hochbezahlte Star-Ensemble indiskutabel, für die stolze Stadt New York nicht hinnehmbar.
Der Titelverteidiger ist dagegen auf Kurs: Die LA Dodgers übersprangen die Hürde Atlanta Braves mit einiger Mühe und bekommen es in den Conference Series ab Sonntag (Best of 7) mit den Milwaukee Brewers zu tun.

 

AL: Chicago White Sox – Cleveland Guardians 3:9 (2:1)

 

Erster Matchball klar vergeben. Ohne jede Chance waren die Chicago White Sox bei ihrem ersten Heimspiel in Divisional Series seit 2021. Zwar gingen sie mit 1:0 in Führung, dann aber übernahmen die Gäste das Kommando. 4 Runs im 3. Inning stellten die Weichen auf Sieg. Zwar konnten die Gastgeber nach dem 6. Inning beim Stand von 3:5 noch auf eine Wende hoffen, doch in den letzten 3 Abschnitten brachten sie gegen die unantastbaren Pitcher Herrin und Smith nicht einen einzigen Spieler auf Base, weder durch einen Hit noch durch einen Walk.. Dagegen punkteten die Gäste fast nach Belieben, sodass am Ende das höchste Ergebnis der diesjährigen Divisional Series überhaupt heraussprang.
Schon heute Nacht Spiel 4 erneut in Chicago. Dann können die White Sox den ersten Divisional-Round-Sieg seit 2005 (!) klarmachen.

 

AL: New York Yankees – TAMPA BAY RAYS 3:4 (Endstand: 0:3)

 

Immerhin wehrten sich die Yankees. Immerhin hielten sie die Partie bis zum Schluss völlig offen. Immerhin schafften sie endlich Runs aufs Scoreboard, wenn nicht Ben Rice am Schlag stand. Doch gegen die ausgebufften Rays genügte das alles nicht, auch weil Star-Pticher Max Fried nicht seinen besten Tag erwischt hatte.

Es war eine sehr spannende Partie im Yankees Stadium, zu der fast 49.000 Zuschauer gekommen waren. Zweimal gingen die Rays in Führung, zweimal schafften die Yankees sofort den Ausgleich. Im oberen 6. Inning beförderte Victor Mesa den Ball über den Zaun – 4:2 für die Rays. Auch hier gab im unteren Abschnitt dien Antwort der Yankees. Ein weiter Ball von Anthony Volpe flog in die Zuschauer: Homerun und 2 Punkte für die Yankees? Nach längerer Beratung entschieden die Schiedsrichter, dass eine Behinderung eines Rays-Verteidigers vorlag, weswegen dieser den Catch verpasste. Also „nur“ ein Double von Volpe und nur ein Run für George Lombard. Fans, die ihrem eigenen Teams wegen Selbstsucht Runs und Siege kosten – die Bücherschränke sind voll von solchen Erzählungen, man frage mal in Chicago einen Cubs-Fan nach Steve Bartman.

https://www.youtube.com/watch?v=vq8G81oOHhY

Der fehlende Punkt sollte schließlich den Ausshlag geben, denn der Bullpen der Rays ließ danach nichts Entscheidendes mehr zu. Closer Bryan Baker produzierte zwar noch einen Walk, sodass der potezielle Siegpunkt in Person von Trent Grisham auf der Platte stand. Doch der Pinch-Hitter (eingewechselter Schlagmann) kassierte einen Strikeout. Dieses Aus war das endgültige Aus der Yankees. Fürs Spiel und für dieses jahr. Nächste Saison dann wieder (wenn denn nicht wie allgemein befüchtet gestreikt wird), dann auch wieder mit dem schmerzlich vermissten Superstar Aaron Judge

Die Rays haben jetzt erst mal Pause bis Montag und können auf der Couch zuschauen, wie sich die White Sox und Guardians beharken und Kräfte lassen.

 

NL: Atlanta Braves – LOS ANGELES DODGERS 1:4 (1:3)

 

Das Ergebnis klingt weit deutlicher, als es in Wirklichkeit war Die Braves hatten durchaus ihre Chance, in dieser Ppartie und in der gesamten Serie. Aber sie konnten ihre Chancen eben nicht nutzen. Zahlen sagen nicht alles, aber manchmal eben doch sehr viel. In diesem Fall 0 von 7. Siebenmal trat am Mittwoch ein Braves-Batter an den Schlag, wenn Mitspieler auf der zweiten und/oder 3. Base standen, das berüchtigte Runner in Scoring Position (RISP). Sie produzierten dabei nicht einen Hit, der dann auch Punkte eingebracht hätte. Sehr viel effizienter die Dodgers bei 1 von 3, und dieser eine Hit von Andy Pages kippte die Partie im 7. Inning, denn danach stand es 3:1 statt zuvor 1:1.

Um die (sportliche) Katastrophe der Braves bei RISP zu verdeutlichen. Insgesamt hatten sie in der Vier-Spiele-Serie die  Bilanz 1 von 23 (0.043). Historisch schlecht für eine Play-off-Serie, nur ein einziges Mal war ein Team schlechter, nämlich die Dodgers (sic) 1966 in den World Series (0 von 22).

Außer ihrer mangelnde Effizienz hatten sich die Braves nich viel vorzuwerfen. Ihre Pitcher kamen bestens zurecht mit den schlagstarken Gegnern, die am Mittwoch insgesamt nur 3 Hits produzierten. Die Schlagmänner beschäftigten Dodgers-Starting-Pitcher Tyler Glasnow hervorragend und produzierten gleich 5 Walks, sodass Glasnow schon nach 4.2 Innings den Mound räumen musste. Doch ausgerechnet die vermeintliche Schwachstelle der Dodgers brachte den Sieg ein: Der oft kritisierte Bullpen (insgesamt fünf eingewechselte Werfer) zeigte eine herausragende Leistung. ließ in 4.1 Innings nur 2 Hits zu.

 

NL: San Diego Padres – MILWAUKEE BREWERS 1:3 (1:3)

 

Schade, dass diese Serie vorbei ist. Schade, dass den Baseball-Fans der Showdown eines fünften und entscheidenden Spiels in Milwaukee verwehrt bleibt. Eine erneut knisternde, jederzeit spannende Partie in Südkalifornien. Die heimischen Fans durften praktisch bis zum letzten Pitch noch auf die Wende hoffen, aber die großartigen Werfer der Brewers hielten jeglichem Druck stand, und wenn doch ein Schlagmann den Ball traf, dann verhinderten die Verteidiger Schlimmeres. Wie im 8. Inning: Manny Machado erwischte einen sogenannten Sinker von Uribe voll, der Ball flog und flog und flog, vermeintlich über die Bande im Center Field des ewig großen Petko Fields, und landete doch nur im Handschuh des zurückgeeilten Garret Mitchell. 2 sicher geglaubte Punkte (und damit der mögliche Ausgleich zum 3:3) waren dahin. „Hätte halt härter schlagen sollen“, befand Machado trocken. Oder in einem anderen Ball Park. Statistiker haben errechnet, dass Machados Ball in 18 der 30 MLB-Stadien einen sicheren Homerun bedeutet hätte.

Mitchell war es auch, der sein Team im 3. Inning mit einem RBI-Single in Führung brachte. Padres-Star Fernando Tatis glich im gleichen Abschnitt per Homerun aus. Schnell war aber klar. Die Padres-Schlagmänner kamen mit den Würfen der gegnerischen pitcher überhaupt nicht klar. Am Ende standen mickrige 3 Hits zu Buche, während die Brewers immerhin zehnmal erfolgreich schlugen. Und auch wenn sie (ähnlich wie die Braves) reichlich unproduktiv waren, brachten sie doch im 5. und 6. Inning 2 punkte ins Ziel.
Dass das 3:1 nach dem 6. Inning dann tatsächlich bis zum Schluss Bestand hatte, lag am überragenden Bullpen der Brewers  (so etwas wie das Leitmotiv der gesamten Baseball-Nacht).

 

Traumpaarung im NLCS

 

Statt Spiel 5 gegen San Diego steht nun für die Milwaukee Brewers in den Conference Series der National League (NLCS) die ultimative Herausforderung statt. Die Best-of-7-Serie gegen die LA Dodgers, den Titelverteidiger und bei allen Buchmachern auch der erneute Titel-Favorit. Es ist auch die Revanche für die vergangene Saison, als allerdings insgesamt viel zu nervöse und fehlerhafte Brewers keine Chance hatten und keine einzige Partie gewannen. Sie sind in diesem Jahr allerdings gereift, haben endlich auch mal wieder in der Fremde eine Play-off-Partie gewonnen. Obs dann reicht, wir werden es sehen. Ab Sonntag erst mal in Milwaukee, wo auch ein mögliches siebtes und entscheidnedes Spiel stattfinden würde.

 

Ansetzung

 

Do., 02:00: White Sox – Guardians (2:1)