Ein Basketballspiel am Rande des Wahnsinns

Blick über den Teich, NBA

 

Oklahoma City Thunder – San Antonio Spurs 115:122 2OT (0:1)

Vorweg: Ich kann und will nicht auf alle Aspekte des Spiels eingehen, sonst wirds uferlos.

 

Was für ein Kampf auf Biegen und Brechen! Was für ein Thriller mit 2 Verlöngerungen! Wa sfür ein Matchwinner mit einer fast epochelen Leistung! Die erste Partie zwischen den Thunder und den Spurs hat die ohnehin schon hohen Erwartungen weit übertroffen. Vielleicht ist es der Auftakt einer epochalen Serie. Nach 2 Verlängerungen und 58 Minuten hatten die Spurs schlicht mehr zuzusetzen und sicherten sich in der Fremde den Sieg.

Erstaunlich deswegen, weil sie das viel unerfahrenere Team sind, das aber sogar in der 2. Verlängerung die Nerven behielt und eben nicht Fehler machten, die junge Spieler gerne machen in heiklen Phasen – vor allem auswärts gegen ein infernalisch lärmendes Publikum.
Erstaunlich auch, weil der Spielverlauf und das berühmt-berüchtigte Momentum gegen sie sprach. Sie lagen eigentlich die gesamte Partie vorn (mit bis zu 10 Punkten) und mussten doch in einem furiosen Endspurt die Thunder herankommen lassen.

Aber natürlich aben sie mit Victor Wembanyama einen außergewöhnichen Spieler, der Außergewöhnliches leistet. Wie eben 25 Sekunden vor Schluss einen elementar wichtigen Wurf 2 Meter hinter der Dreipunkte-Linie ohne Wackler ins Ziel zum Ausgleich. Oder einen ikonischen Block in der 2. Verlängerung fabriziert (außergewöhnlich toll eingefangen von den Kameras).

 

Bester der Sieger

 

Victor Wembanyama: Allein die Statline ist furchterregend: 41 Punkte, 24 Rebounds, davon 9 am offensiven Brett. Dazu noch je 3 Assists und 3 Blocks. Doch noch viel mehr als diese Zahlen beeindruckte mich sein unglaubliches Defensivspiel. Wenn er mit seinen 2,21 Metern und riesiger Spannweite auf dem Parkett ist, verändert sich das ganze Offensiv-Spiel des Gegners. Die Würfe werden komplizierter und weniger treffsicher. Der Respekt ist verständlicherweise enorm, und das verursacht Fehler.
Man darf ja nie vergessen: Der Kerl ist erst 21 Jahre alt und spielt seine erste Play-off-Saison, somit also sein erstes Conference Finale. Wo soll das noch hinführen?

 

Stark beim Verlierer

 

Alex Caruso: Allein seine Dreier hileten die Thunder in der 1. Halbzeit im Spiel (4 von 7 in der 1. Halbzeit). In der Defensive ist er ohnehin ein Biest, jederzeit auf einen Steal aus. Am Ende war er mit 31 Punkten Top-Scorer seines Teams, das hatten wohl die wenigsten Experten auf dem Zettel

 

X-Faktoren

 

Dylan Harper: Der Rookie im Spurs-Dress legte eine fulminante Leistung hin. Nicht nur wegen seiner 24 Punkte. Der Spielmacher behielt auch feindlicher Atmosphäre stets den Überblick und verlor trotz der ihn dauernd bedrängenden Verteidiger nur einmal den Ball (durch einen Fangfehler). Die Spurs wurden häufig kritisiert, dass sie 2025 ihren Nummer-2-Pick für Harpe verwendet hatten, jetzt ahnen wir, was sich die Tamführung davon versprochen hat.

Spurs-Verteidigung gegen den MvP : 3 Viertel trat Shai Gilgeous-Alexander überhaupt nicht in Erscheinung hatte nur 10 Punkte erzielt. Im 4. Viertel drehte er auf, ermöglichte mit seinen 12 Zählern die Verlängerungen. Alle dachten, dass er die Spurs-Verteidigung decodeirt hätte, doch gerade in den 10 Minuten der Verlängerung blieb er weit unter seinen Möglichkeiten, und es war dann sein Ballverlust, der die Entscheidung für die Spurs herbeiführte.

 

Zahlereien:

 

93 Prozent der Spurs-Frewürfe landeten im Ziel (27/29), ein außergewöhnlich hoher Wert gerade in so einem nervenaufreibenden Spiel. In den 2 Verlängerungen blieben die Spurs sogar fehlerlos. Wemby und Harper verwandeten je 3 Versuche.

11 Ballverluste leistete sich Stephon Castle von den Spurs. Zur Entschuldigung sollte ich ergänzen, gegen ein dauern attackierendes Thunder-Team. Wie wertvoll der Spielmacher trotzdem ist, zeigen die 11 Assists.

 

🇩🇪👓

 

Isaiah Hartenstein hatte nicht den besten Tag. Nur gut 12 Minuten stand der Center auf dem Feld, und diese 12 Minuten liefen sowohl defensiv als auch offensiv ziemlich am Center vorbei. Hier dürfte Trainer Marc Daigenault für die nächsten Spiele ansetzen, um den Deutschen jeweils besser zu integrieren.

 

Ausblick

 

Die Spurs haben das erste Spiel gewonnen. Wichtig für den Kopf, dass sie diese insgesamt überlegen geführte Partie tatsächlich heimbekommen haben. Doch diese Serie ist noch längst nicht entschieden. gerade die Thunder haben noch einige Möglichkeiten im Kader. So dürfte der in den ersten Runden so glänzende Ajaj Mitchell wieder eine gewichtigere Rolle bekommen (Daigenault vertraute lieber dem wiedergenesenen Jayson Williams, der auch stark anfing, aber doch recht deutlich nachließ).
Bei den Spurs bleibt abzuwarten, ob der wegen einer Knöchslverletzung pausierende De’Aaron Fox zurückkehrt.

Auf die neutralen Basketball-Freunde warten Festspiele, und Fans der jeweiligen Teams werden noch viel Grund zum Zittern haben.

 

Ansetzungen: 

Mi., 02:00: Knicks – Cavaliers (0:0)

Auftakt der Conference Series im Osten. Die Knicks wieder mit OJ Amunoby gelten fürs Spiel und für die Serie als ziemlich klarer Favorit. Für die Knicks spricht zumindest für Spiel 1, dass sie sich eine Woche ausruhen konngten, während die Cavaliers noch am Sonntag das 7. Spiel der 2. Runde in Detroit bestreiten mussten.

Do., 02:30: Thunder – Spurs (0:1)

 

 

 

 

Jarrett Stidham – der große Unbekannte

Blick über den Teich, NFL

 

Die gute Nachricht zuerst: Die beiden Conference Finals in AFC und NFC können stattfinden. Der große Wintersturm samt Eiseskälte, der einige Bundesstaaten der USA mit voller Wucht traf und weitgehend lahmlegte, hat offenbar einen Bogen um die Spielstätten Denver und Seattle gemacht. Dort wird es zwar auch recht unangenehm, aber es bleibt alles im Rahmen.

Ermittelt werden heute Abend also die beiden Super-Bowl-Kontrahenten, die in 2 Wochen in Santa Clara nahe San Francisco den diesjährigen Champion ausspielen. Ich würde sagen: Alles ist völlig offen, jedem der 4 verbliebenen Teams gebe ich heute Siegchancen. Favorit in 2 Wochen wird auf jeden Fall das NFC-Team sein.

 

So., 21:00: Denver Broncos – New England Patriots (AFC)

 

Beim mühsamen Sieg in der Divisional Round über die Buffalo Bills hat sich Broncos-Quarterback Bo Nix in einem der letzten Spielzüge so schwer am Knöchel verletzt, dass er heute fehlt (und auch in einem potenziellen Super Bowl). Das ist natürlich ein Riesennachteil, denn niemand weiß, wie gut sein Ersatz Jarrett Stidham ist, der in dieser Saison bei genau vier Snaps auf dem Feld stand und dabei nicht einen einzigen Pass warf. Der Vorteil: Auch der Gegner aus New England hat keine Ahnung, was ihn erwartet. Die Defensiv-Vorbereitung der Pats-Coaches stelle ich mir interessant vor. Etwa mit Stidhams Vorstellungen aus College-Zeiten? Es wäre auch nicht das erste Mal, wenn ein Backup plötzlich das Spiel seines Lebens abliefert (allerdings auch nicht garantiert).

Die Pats übersprangen in der Runde zuvor die Hürde Houston Texans. Nicht wegen einer überragenden Offensiv-vorstellung, sondern weil Texans Quarterback CJ Strout einen indiskutablen Tag hatte und in der 1. Halbzeit gleich fünfmal den Ball zum Gegner warf. Da schadeten die eigenen 3 Ballverluste nichts. Eines dürfte heute in der Höhe von Denver klar sein: Der hochgelobte Patriots-Quarterback Drake Maye braucht in seinem ersten Play-off-Auswärtsspiel einen weitaus besseren Tag, dass er dazu in der Lage ist, hat er in dieser Saison schon gezeigt.

Und die Broncos? Zumindest nach außen hat Stidham das volle Vertrauen der Trainer, was soll Chefcoach Seaxn payton auch sagen? Inwieweit sich dieses Vertrauen in den Spielzügen in der Offensive widerspiegelt, das ist die große Frage. Eines allerdings ist klar: Nur mit Laufspiel und guter Verteidigung wird es gegen die Patriots nicht gehen. Der Heimvorteil ist nicht zu vernachlässigen, auch nicht die Höhe Colorados. Dennoch:

🧠 Patriots (der Quarterback machts dann halt doch)
❤️ Broncos (eher notgedrungen, weil mir die extrem nevende Pats-Siegesserie mit Tom Brady noch im Magen liegt                     und längst nicht lange genug vorbei ist.

 

Mo., 00:30: Seattle Seahawks – Los Angeles Rams (NFC)

 

Nach Meinung fast aller Auguren und Experten wird der Sieger dieser Partie in 2 Wochen auch die vince-Lombardy-Trophäe in die Luft stemmen. Nur wer das sein wird, darüber gehen die Meinungen auseinander, falls sich besagte Experten überhaupt zu einem Tipp herablassen (auch was die erwartbare Qualität der Auseinandersetzung heute Nacht wird).

Die beiden Divisionsrivalen aus Seattle und LA trafen in dieser Saison schon zweimal aufeinander, zweimal war es äußerst knapp. Zuletzt im November setzten sich die Seahawks in einem gleichsam absurden wie unterhaltsamen Shootout gegen die Rams durch, was ihnen den Heimvorteil bescherte. Ob es heute erneut zu einem Offensiv-Feuerwerk kommt, wage ich eher zu bezweifeln, Play-offs machen die Trainer eher vorsichtig, und gerade die Seahawks mit ihrem Quarterback Sam Darmold werden vesuchen, ihre große Anzahl von Ballverlusten zu minimieren. Zumindest in der Theorie heißt das: lieber einen gefährlichen Pass weniger, die Defense wirds dann schon richten. Apropos Darmold: Einst sogar von den darbenden New York Jets mit Schimpf und Schande davongejagt, zeigte er letztes Jahr in Minnesota und eben jetzt in Seattle, dass er doch mehr ist als nur ein brauchbarer Quarterback. Eher einer, mit dem man 10+ Spiele/Saison gewinnt.

Ginge es allein nach dem besten Spieler auf dem Feld, wäre die Sache klar: Seahawks Wide Receiver Jaxon Smith-Njigba klaubt praktisch jeden Ball aus der Luft, der auch nur in seine Nähe kommt, egal wie irre seine Laufwege zuvor auch waren. Die Rams-Verteidigung erscheint mir auch nicht so sattelfest, als dass sie alle Passversuche von Darmold verhindern könnte. Verzichten müssen die Gastgeber allerdings auf ihren Running Back Zach Charbonnet, zuletzt durchaus ein tragendes Element in der Offensive.
Auf der anderen Seite ist Rams Spielmacher Matthew Stafford trotz seiner mittlerweile 37 Jahre immer noch einer der besten der Liga, verfügt mit Puca Nacua und Davante Adams ebensfalls über  exzellente Ballfänger – und überdies kann das Laufspiel um Kyren Williams jeden Gegner überrennen, sogar die beinharte Defense der Seahawks.

Eine völlig offene Partie also: die im Zweifel von Unwägbarkeiten wie verschossene Field Goals (und überhaupt die Special Teams) entschieden werden könnte. Außedem die große Frage: Können die wahnsinnigen Seattle-Fans, die mit ihrem Ddüsenjet-Lärm und Trampeln im eigenen Stadion schon kleine Erdbeben ausgelöst haben (wirklich gemessen!),  am Ende den kleinen, aber feinen Unterschied ausmachen?

🧠 Seahawks (ich vertraue aufs Erdbeben …)
❤️ Seahawks (Sam Darmold, der Verkannte)

 

 

Der alte Mad Max wirft den Ball noch ganz gut

Blick über den Teich, MLB

 

Gleich 2 Partien der Conference Series gab es in der Nacht zu Freitag. Während die Dodgers in der National League unaufhaltsam in Richtung World Series streben, ist in der American League nach dem 4. Auswärtssieg der Serie zwischen Toronto und Seattle wieder alles offen

 

AMERICAN LEAGUE

 

Seattle Mariners – Toronto Blue Jays 2:8 (2:2)

 

Eigentlich ein absolut ungleiches Starting-Pitcherduell: Bei den Mariners der junge Luis Castillo im Zenith seines Könnens, das Ass im Kader. Dort der schon 41-jährige Max Scherzer, seit 2008 in der Liga und zwar mit allem dekoriert, was ein Profi in der MLB so erreichen kann inklusive zweier World-Series-Trophäen. Aber er hat ein eher grausames Jahr mit zum Teil desaströsen Auftritten hinter sich und stand zuletzt vor 3 Wochen auf dem Mound.
Wie der Sport so spielt, ward es schnell ungleich. Während Scherzer geradezu stoisch Inning für Inning absolvierte und sich auch von einem frühen Homerun von Josh Naylor nicht aus der Ruhe bringen ließ, wackelte Castillo schnell und sehr bedenklich. Im 3. Inning kassierte er zunächst ein Double von Isiah Kifer-Falefa und unmittelbar danach den 2-Run-Homer von Andres Giménez, der schon gestern in Spiel 3 einen 3-Run-Homer fabriziert hatte. Das muntere“Scheibenschießen ging mit zwei weiteren Singeles von Nathan Lukes und Vladimir Guerrero sowie einen Walk von Alejandro Kirk weiter, ehe Teammanager Dan Wilson ihn erlöste und durch Gabe Speier erlöste. Der zweitkürzeste Auftritt als Starting Pitcher, für Castillo in seiner Karriere. Speier aber ließ im Inning nur noch einen Run durch einen Walk bei gelandenen Bases zu, doch trotz der Schadensbegrenzung lagen die Mariners mit 1:3 hinten.
Dabei blieb es, weil Scherzer auf dem Mound überdurchschnittliche Arbeit verrichtete. Obwohl sein Fastball längst nicht mehr so schnell ist (wie im College, ätzte mlb.com. Es reichte für die Mariners-Lineup, und die Jays legten im 4. Inning  durch ein Single und einen Wild Pitch auf 5:1 nach.
Die Szene des Spiels dann im unteren 5. Inning, die längst ein viraler Schlager ist. John Schneider wollte den 41-Jährigen vom Mound nehmen, doch der dachte nicht daran und machte dies mit heftigen Worten und Gesten deutlich – Kopf an Kopf mit dem gerade mal 4 Jahre älteren Blue-Jays-Manager.

https://www.reddit.com/r/sports/comments/1o8pg9q/max_scherzer_makes_his_case_to_john_schneider_to/

Noch Fragen warum Scherzer den Spitznamen „Mad Max trägt? Schneider fügte sich – wohlwissend, dass Scherzer liefern würde. Und er lieferte, beendete das 5. Inning ohne weiteren Run und machte auch noch im 6. Inning Seattles Top-Schlagmänner Cal Raleigh und Julio Rodriguez aus, bevor er sich tatsächlich auswechseln ließ – unter dem Jubel der mitgereisten Fans. Die starke Bilanz: 5.2 Innings, 3 zugelassene Hits, 2 Earned Runs, 4 Walks, aber auch 5 Strike outs.
Danach war die Partie entschieden, trotz eines Singles von Eugrenio Suárez zum 5:2. Vlad Guerrero drosch den Ball wie schon gestern über den Zaun (6:2), und Gimenez durfte mit einem Single 2 weitere RBIs verbuchen (8:2).

 

Ausblick

 

Schon heute Nacht findet in Seattle das 5. Spiel statt. Für Seattle wird der im 1. Spiel so starke Bryce Miller auf dem Mound stehen, für Toronto der ebenfalls famose Kevin Gausmann. Nach dem 4. Auswärtssieg in Folge ist klar, dass die Serie noch mal nach Kanada zurückkehrt. Zumindest in einer 7. Partie in der Nacht zu Dienstag könnte dann sogar wieder Mad Max Scherzer als (müde?) helping hand benötigt werden.

 

NATIONAL LEAGUE

 

Los Angeles Dodgers – Milwaukee Brewers 3:1 (3:0)

 

Wieder konnten sich die Dodgers auf ihre famosen Werfer verlassen, und dieses Mal überzeugten auch die Einwechsel-Pitcher gegen Milwaukee Brewers, die an der Effizienz schier verzweifeln.
Dodgers starting Pitcher Tyler Glasnow hatte 5.2 starke Innings, in denen er nur einen Run und 3 Hits zuließ. Fast noch beeindruckender war auf der anderen Seite Rookie-Pitcher Jaco Misiorowski. De kam schon nach 0.1 Innings zum Einsatz, weil zuvor Aaron Ashby kein Land gegen die Dodgers-Schlagmänner sah und ein Triple von Shohei Ohtani, ein Double von Mookie Betts und einen Walk von Freddie Freeman zuließ. Misiorowski, mit einem Fastball von bis zu 102 Meilen/Stunde ausgestattet (also zB satte 8 mehr als Max Scherzer), spielte sich fast mit den Dodgers-Kontrahenten. Er feuerte 9 Strike-outs (Rookie-Rekord für die Play-offs), und ließ nur 3 Mann auf Base. Aber vielleicht beließ ihn sein Team-Manager eben diesen einen Schlagmann zu viel auf den Mound, denn es war Tommy Edman, der mit seinem Hit und 2 Mann auf Base den entscheidenden Run herbeiführte.
Die Brewers hatte einen weiteren extrem unglücklichen Tag. Erstazwerfer Abner Uribe verfehlte mit einem Allerwelt-Pick die 1. Base und ließ damit den an der 3. Base wartenden Freddie Freeman ins Ziel zum 1:3. Und fast grotesk war es, wie unfähig ohne jedes Ergebnis sich die Brewers-Schlagmänner gegen die Dodgers-Einwechselwerfer anstellten, fast als hättens sie zu viel von ihrem Namens-gebenden Erzeugnis genascht. Die Horror-Bilanz gegen den als Schwachstelle ausgemachten Bullpen: 3.1 Innings, 1 Hit (Lead-off-Double Carlos Dubin im 7. Inning). Desaströs, und die Krone setzte der sonst so starke Jackson Chourio, der sich bei einem Schlagversuch slebst verletzte und ausgewechselt werden musste. So blieb es beim 3:1-Erfolg der Dodgers, de sie statistisch fast sicher ins Finale bringen sollte.

 

Ausblick

 

3:0 führen die Dodgers in der Serie, und nur ein einziges Mal in der MLB-Geschichte reichte dieser Vorsprung nicht zum Weiterkommen (unvergessen 2004 den Yankees vs den Red Sox). Spannend wird sein, ob Dodgers-Manager Dave Roberts im 4. Spiel tatsächlich wie angekündigt Shohei Ohtani als Starting Pitcher aufbietet. Der Japaner enttäuscht bisher in den Play-offs als Schlagmann mit einem Durchschnitt von 0.158. Den Brewers hilft nur ein Wunder. Vielleicht reicht auch erst mal, dass sie die Bälle einigermaßen treffen wie bis dato in der Saison.

 

Ansetzungen

 

Sa., 00:08: Mariners – Blue Jays (2:2)
Sa., 02:38: Dodgers – Brewers (3:0)

So., 02:08: Dodgers – Brewers (falls notwendig)

Mo., 02:08: Blue Jays – Mariners (Spiel 6)

 

Einen hab ich noch:

 

Der übertragende US-Sender Fox erkor den Abend zum Tag der alten Männer. Weil gleichzeitig im Thursday Night Football sich bei der Partie Cincinnati Bengals vs Pittsburgh Steelers der 40-jährige Quarterback Joe Flacco (Bengals) mit dem gar 41-Jährigen Pendant Aaron Rodgers duellierte. Flacco mit 3 Touchdown-Pässen, Rodgers gar mit 4 (aber auch 2 Interceptions). Beide aber mit einem Rating von 100+, also klar überdurchschnittlich. Der jüngere Flacco, gerade von Cleveland nach Cinci gewechselt, gewann dann durch ein Fieldgoal praktisch in letzter Sekunde mit 33:31. Wie es sich für die NFL gehört: eine faustdicke Überraschung.

 

 

 

Blue Jays nutzen den Auswärtsnachteil

Blick über den Teich, MLB

 

Seattle Mariners – Toronto Blue Jays 4:13 (2:1)

 

Die Conference Finals sind weiter fest in der Hand der jeweiligen Auswärtsteams. Im insgesamt 5. Spiel gab es den 5. Erfolg der Gäste. Gleich mit 13:4 überfuhren die Toronto Blue Jays die Seattle Mariners und verkürzten nach ihren beiden Heimpleiten die Best-of-7-Serie auf 1:2.
Dabei hatte es wunschgemäß für das Team aus dem Nordwesten begonnen. Julio Rodriguez drosch schon im ersten Inning einen Two-Run-Homer über den Zaun. Jays-Pitcher Shane Bieber hatte seine liebe Müh und Not, brachte den Abschnitt aber irgendwie über die Runde.
Ein spektakuläres 3. Inning brachte die Wende für die Kanadier. Andres Gimenez aus Venezuela, in der Schlagreihe an 9. und letzter Stelle, gelang ein Homerun, der 2 Punkte einbrachte. Ein Wild Pitch von Seattles Starter George Kirby nutzte Nathan Lukes zum dritten Punkt., und Dalton Varsho sorgte mit einem Double für zwei weitere Runs durch Vladimir Guerrero jr. und Alejandro Kirk. Die Punktemaschine gegen die Yankees, die fast zum Erliegen gekommen war, feierte fröhliche Auferstehung.
Und es ging munter weiter: Homerun George Springer im 4. Inning (6:2), Homer von Guerrero und RBI-Single von Ernie Clement im 5. Inning zum 8:2. Dazu ein plötzlich enorm starker Pitcher Shane Bieber, der an seine Glanzeiten anknüpfte, praktisch nichts mehr zuließ. Als er den Mound nach dem 6. Inning verließ, standen 8 Strikeouts zu Buche (persönlicher Play-off-Rekord eingestellt), und nur 4 Hits hatte er zugelassen.
Der Rest war Ergebnis-Korrektur und aufpolieren von persönlichen Rekorden. Marrozarena von den Mariners schaffte den ersten Homer der Play-offs, Teamgefährte Cal Raleigh den 3. (nach 60 in der Saison). Auch Kirk von den Blue Jays drosch noch einen 3-Rund-Homer über den Zaun und schaffte den 5. seiner Mannschaft (Reamrekord einfestellt in den Play-offs).
Aufregung gab es noch um Vlad Guerrero. Der stand im 8. Inning sogar kurz vor einem äußerst seltenen Circle Cycle, * (danke Klappflügel), doch anstatt diesen mit einem Triple perfekt zu machen (mit dem Risiko, dass er es nicht rechtzeitig zur 3. Base schafft und ausgemacht wird), beließ er es bei einem sicheren Double.

{* Cycle: Einem Spieler gelingt in einer Partie ein Single, ein Double, ein Triple und ein Homerun}

Schon heute geht es in Seattle weiter. Für Toronto wird das alte Schlachtross Max Scherzer als Starter auf dem Mound stehen, für Seattle Luis Castillo, vermeintlich ihr größtes Ass.

 

Ansetzungen heute

 

Fr., 00:08: LA Dodgers – Milwaukee Brewers (2:0)
Fr., 02:33: Mariners – Blue Jays (2:1)

 

Ansetzungen morgen

 

Sa., 00:08: Mariners – Blue Jays (Spiel 5)
Sa., 02:38: Dodgers – Brewers (Spiel 4)

 

 

 

World Series an der Westküste?

Blick über den Teich, MLB

 

Durch meine wunderschöne Reise nach Budapest und Wien sind hier die 4 Divisional Series ausgelassen worden. Wenigstens ergebnismäßig und manchmal mit ganz kurzen Anmerkungen möchte ich sie noch einfangen (was manchen Spielen nicht im Geringsten gerecht wird

 

Toronto Blue Jays – New York Yankees 3:1 (10:1, 13:7, 6:9, 5:2)

Nie kamen die Yankees mit den Schlagmännern der Kanadier zurecht. Und außer Aaron Judge blieb auch die Offensive recht blass. Überragend bei den Jays: Vlad Guerrero

Seattle Mariners – Detroit Tigers 3:2 (2:3, 3:2, 8:4, 3:9, 3:2/15Inn.)

Das 5. Spiel wird in Erinnerung bleiben. 15 Innings und fast 5 Stunden brauchte es, bevor ein Double von Jorge Polanco Spiel und Serie entschied. Überragender Pitcher war Detreoits Tarik Skubal, der in 7 Innings nur einen Run zuließ. Insgesamt servierte in 3 Play-off-Partien 33 Strikeouts

 

Philiadelphia Phillies – Los Angeles Dodgers 1:3 (3:5, 3:4, 8:2, 1:2/11. Inn.)

Da bahnt er sich schon an, der Dodgers Play-off-run. Starke Starting Pitcher, und die Line Up knüpft an 2024er-Zeiten an. Und doch war auch viel Glück im Spiel. Der entscheidende Run im 4. Spiel geleng den Dodgers durch einen, sagen wir es, Anfängerfehler von Phillies Pitcher Orion Kerkering, dem von seinem Mound aus ein absolutes Routine-Aus nicht gelang, als er seinen Catcher an der Home Base verfehlte. Der arme Kerl wurde daraufhin derart mit Hass und Drohschriften belästigt, dass er seinen Account absperren musste.

Milwaukee Brewers – Chicago Cubs 3:2 (9:3, 7:3, 3:4, 0:6, 3:1)

Die Heimspielserie: 5 Siege zu Hause in einer 5-Spiele, wirklich nicht üblich in der MLB.

 

Conference Series

 

In beiden Ligen haben die Westküstenteams Los Angeles und Seattle gleich beide Auswärtsspiele in Milwaukee und Toronto geklaut. Das ist schon mehr als eine Vorentscheidung. World Series am Pazifik (in 2 sehr demokratischen Städten)

 

American League, Toronto Blue Jays – Seattle Mariners 1:3 und 3:10

 

Es begann so glänzend im 1. Spiel für die Blue Jays mit dem Homerun durch George Springer auf den ersten Pitch der Mariners überhaupt. Danach kam: nichts, nada niente, und das gegen ein noch sehr müdes Team aus Seattle, das nicht einmal 48 Stunden zuvor sein episches Divisional Final gegen die Tigers gewonnen hatte (inklusive massiven Pitcherverschleiß) und der Reise von der Westküste in die kanadische Metropole.
Starting Pitcher Bryce Miller legte formidable 6.0 Innings hin (neben dem Homerun nur noch ein weiterer Hit), völlig makellos (geht das?) blieb der Bullpen. Auffällig dabei, dass es insgesamt nur 4 Strikeouts gab. Die Jays trafen also den Ball, aber nicht platziert und/oder genug. Das erklärt auch die absurd wenigen 100 Würfe, die die Mariners-Pitcher insgesamt für die 9 Innings benötigen. Die Faustregel, die ich mal gelernt habe: 15 Pitches/Inning, das wären etwa 135.
Zwar schlug sich auch Torontos Starting Pitcher Kevin Gausman glänzend und blieb 5 Innings nahezu besenrein. Doch im 6. Inning brach es (etwas) hinein. Homerun Cal Raleigh (wer auch sonst?), Hit Julio Rodriguez, und der Matchwinner aus der Tigers-Serie Polanco brachte diesen mit einem weiteren Double ins Ziel. Mit einem RBI-Single beseitigte Polanco dann fast alle Zweifel am Sieg

Mit dem Erfolg im Rücken spielte es sich für die Mariners in der 2. Partie viel einfacher. Julio Rodriguez drosch einen 3-Run-Homer über den Zaun. Zwar fanden die Blue Jays eine recht schnelle Antwort durch 3 Punkte in den ersten beiden Innings, doch Polanco mit einem weiteren 3-Run-Homer sorgte erneut für eine 3-Run-Führung., auf die die Kanadier keine Antwort mehr hatten. Josh Naylor, erst im Juli von den Arizona Diamondbacks gekommen, schaffte noch Homerun, der dieses Mal 2 Punkte wert war.

 

Ausblick

 

Die große Stärke der Jays war die Heimstärke, die führte in 2 Spielen zu nichts außer blutigen Ohren. Heimstark sind auch die Mariners in einem extrem stimmungsvollen Stadion, das geradezu nach den ersten World Series seit 2001 und den ersten Titel überhaupt lechzt.

 

Ansetzungen

 

3. Spiel: Do.,     02:08:  Mariners – Blue Jays (2:0)
4. Spiel: Fr.,      02:33:  Mariners – Blue Jays
5. Spiel: Sa.,    02:38:  Mariners – Blue Jays *
6. Spiel: Mo.,   02:03:   Blue Jays – Mariners *
7. Spiel: Di.,    02:08:   Blue Jays – Mariners *

* falls nötig

 

National League

 

Milwaukee Brewers – Los Angeles Dodgers 1:2 und 1:5

 

Zwei Spiele, zweimal sicherten absolut überragende Starting Pitcher den Erfolg der Dodgers. Blake Snell hatte in Partie eins 8 brillante Innings, in denen er sage und schreibe nur einen einzigen Hit zuließ, eine absolut außergewöhnliche Leistung, zumal in Play-offs. Wirklich gut trafen auch die Dodgers nicht den Ball, doch es reichte zu einem Homerun durch Teoscar Hernandez und einem Walk für Mookie Betts im 9. Inning bei geladenen Bases, also ein weiterer Punkt.
Und doch wurde es im unteren 9. Inning richtig spannend: LA-Team-Manager Dave Roberts nahm Snell vom Mound und vertraute dem Bullpen. Und wenn die Experten irgendeine Schwäche im Star-Ensemble der Dodgers ausgemacht hatten, dann waren es die Ersatzwerfer. Die diesen Ruf zu bestätigen wussten. Roki Sasaki ließ einen Hits und 2 Walks zu, was in einem Run resultierte, also nur noch 2:1 aus Dodgers-Sicht. Roberts erlöste ihn und ersetzte ihn durch Blake Treinen. Spannender kann eine Baseball-Konstellation nicht sein: Unteres 9. Inning, geladene Bases, 2 Out. Ein „normaler“ Hit würde den Ausgleich bedeuten, genau wie ein weiterer Walk oder gar ein Hit by Pitch, ein Double gar den Sieg. Und was macht Brice Turang, der zum Helden hätte avancieren können. Kassierte ein recht schnödes Strike out, und der Sieg der Dodgers stand fest. Kritiker monieren, dass er vielleicht bei einem Wurf von Treinen in seine Nähe seinen Körper hätte hinhalten sollen (und freiwillig den Hit by Pitch=Run kassieren). Dabei möge man bedenken, dass ein Ball mit mehr als 150 kn/h auf einen zugeschossen kommt. Andererseits dürfte aus rein logischen Gründen kein Mensch Handball-torwart werden, wo sie Kopftreffer heroisch abgefeiern (wenn noch dazu in der Lage …).

Partie 2 ähnelte dann sehr dem 1. Toronto-Seattle Spiel: Den Brewers gelang ein ganz früher Homerun, und dann quasi gar nichts mehr. Yoshinobo Yamamoto ließ sich dadurch nämlich nicht im geringsten beirren und knüpfte nahtlos an die brillante Leistung von Blake Snell an. Inning für Inning absolvierte er, ohne dass der Japaner auch nur einmal ernsthaft in Bedrängnis gekommen wäre (nur 1 Lead-off-Hit, nie Läufer auf der 2. oder 3. Base) Schon im 2. Inning drehten Teoscar Hernandez per Homer und Andy Pages mit einem Double die Partie. Max Muncy im 6. Inning per Homer und sogar der bis dato in den Play-off kaum etwas treffende Superstar Shohei Ohtani per Single im 7. Inning legten nach.
Mit 5:1 ging es ins untere 9. Inning. Diesmal ließ Roberts seinen SP auf dem Mound, und Yamamoto dankte es ihm mit 3 weiteren schnellen Aus. Es war das erste komplette Spiel eines Pitchers in den Play-offs seit 8 Jahren (Justin Verlander/Tigers vs Yankees), und der große Jose Lima war der 2004 der letzte der Dodgers, dem dieses Kunststück gelang. Ach ja: Yamamoto ist der erste Japaner, der den kleinen erlauchten Kreis der CG in PO erreicht hat. (Keine Angst, das habe ich gerade alles nachgelesen und war mir nicht wirklich parat …).

 

Ausblick

 

Hier gilt Ähnliches wie bei der ALCS, vielleicht mehr, vielleicht weniger. Die Hoffnung der Brewers kann nur sein, dass nicht immer die Dodgers-Pitcher so unfassbare und auch für sie außergewöhnliche Tage erwischen. Andererseits sind die für die Spiele 3 und 4 angesetzten Tyler Glasnow und Shohei Ohtani grundsätzlich kein Stück schlechter als Snell und Yamamoto, die danach wieder ran dürfen.*
(* Normalerweise brauchen Starting Pitcher nach 90 Würfen mindestens 4, besser 5 Tage Ruhe, bis sie wieder starten. Es gibt natürlich Ausnahmen, wie Entscheidungsspiele, wo dann jeder Arm gebraucht wird, der nicht gerade wegen eines Bruchs, eines komplizierten Bruchs versteht sich, eingegipst ist.)

 

Ansetzungen

Fr.,    00:08:     Dodgers – Brewers (2:0)
Sa.,  02:38:      Dodgers – Brewers
So.   02:08:     Dodgers – Brewers *
Mo., 23:08:     Brewers – Dodgers *
Mi.,  02:08:     Brewers – Dodgers *

* falls notwendig

Die World Series (Best of 7) beginnen am Samstagmorgen mit dem ersten von zwei Heimspielen beim dem Finalisten, der die bessere Bilanz nach der regulären Saison hatte.

Anbei auch dieses

1. Milwaukee Brewers   97:65
2. Blue Jays                  94:68
3. Dodgers                    93:69
4. Mariners                    90:72