von Münchner Löwe | Sep. 9, 2025 | basketball, EM, Fußball, Tennis
Eiun Überangebot an Sport: US-Open-Finale, Basketball-EM, WM-Qualifikation und noch vieles andere mehr. Es könnte länger werden …
Alcáraz überragt
Aryna Sabalenka und Carlos Alcáraz heißen die beiden Sieger der US Open. Beide Finalis am Wochenende in Flushing Meadows zeigten zum Teil zwar tolles Tennis, aber die ganz große knisternde Spannung fehlte mir dann doch, zu überlegen waren letztlich Sabalenka gegen Amanda Anisimova und Alcáraz gegen Jannik Sinner.
Nicht dass Sabalenka gegen Anisimova leichtes Spiel gehabt hätte. Die Amerikanerin war in ihrem 2. Grand-Slam-Finale hintereinander nahezu ebenbürtig. Auf die Füße fiel ihr letztlich ihre Aufschlagsschwäche, normalerweise eine echte Waffe. 7 Doppelfehler produzierte sie, und ihr 1. Service kam nur zu 58 Prozent. Zu wenig gegen eine Sabalenka, die auch den Kampf gegen sich selbst erfolgreich austrug und trotz der Stimmung gegen sie im (überdachten) Arthur Ashe nicht die Nerven verlor (wie schon so oft).
Bei diesem sehr schön anzuschauenden Match hätte ich mir übrigens sehr ein Best of Five gewünscht, dann hätte dieses Match episch werden können.
Bei den Männern ging für mich Sinner als leichter Favorit ins Finale, zu übermächtig schien er aufgrund seines fast roboterhaften Powertennis. Dass auf der anderen Seite Alcáraz ein geradezu unglaubliches Turnier über die zwei Wochen spielte (ohne Satzverlust ins Finale, schien da zweitrangig, böser Fehler meinerseits … Der Spanier war von Beginn an hochkonzentriert, verzichtete auf jegliche überflüssige Spielereien und ließ dem Italiener letztlich keine Chance. Der wiederum hatte enorm mit seinem Aufschlag zu kämpfen: Nicht einmal die Hälfte der 1. Services landeten im Ziel und auch nur 2 Asse (gegenüber 10 von Alcaraz).
Keiner der letztlich vier Sätze hatte echte Dramatik: Das erste Break war jeweils entscheidend. Und trotzdem war das Duell de beiden zurzeit mit Abstand besten Tennisspieler des Planeten unterhaltsam, manche Ballwechsel erinnerten an ein Computerspiel im schnellen Vorlauf. Nicht für möglich gehalten hätte ich manchen Schlagabtausch.
Ganz kurz wackelte Alcáraz, als er aufs Match aufschlug und zunächst 2 Matchbälle vergab. Doch Sinner konnte die Chance nicht ergreifen und musste kurz danach ans Netz zur (sehr herzlichen) Gratulation. Dass er außerdem die Nummer 1 in der Weltrangliste an Alcáraz verlor, wird ihn weniger schmerzen als die Finalniederlage.
Ein Riesenärgernis: Weil Mr. President himself der Einladung von Turnier-Sponsor Rolex gefolgt war (eine Schweizer Firma betreibt Schönwetter-Kriech-Politik) verzögerte sich für den gemeinen Fan der Einlass erheblich. Noch lange nach dem ersten Aufschlag waren am Eingang lange Schlangen zu sehen. Bei Preisen in dreistelliger und viel höher war es da nur ein kleiner Trost, dass Bildschirme aufgestellt waren. Da winkt die nächste Schadensersatzklage!
Zahlereien
20 von 21 Tiebraeks hat Sabalenka in diesem Jahr gewonnen. So auch den im 2. Satz gegen Anisimova.
2:2 Grandslamsiege laufet die ausgeglichene Bilanz von Sinner und Alcaraz in diesem Jahr. Insgesamt steht der Spanier jetzt schon bei sechs (so viele hat Boris Becker insgesamt) und Sinner 4. Sehr wahrscheinlich, dass beider Zahlen 2026 aufgestockt werden.
Dem Desaster folgt eine kleine Wiedergutmachung
Schlimmer hätte die WM-Qualifikation fürs deutsche Team nicht beginnen können. 0:2 hieß es am Donnerstagabend in der Slowakei, und das Ergebnis hätte nach dem in jede Hinsicht erbärmlichen Auftritt noch höher ausfallen müssen. Ohne Elan, ohne Esprit, ohne Lust und Laune, dafür mit Julian Nagelsmann ein Trainer, der nichts tat von außen, um dieses Elend auf dem Platz zu lindern. Seine Reaktion hinterher war für mich fast genauso verstörend, als er dem überraschten Zuschauer erklärte, er könne das Gerede von Qualität im Fußball nicht mehr hören. Allein auf die Einstellung komme es an, die ja acuh Pokalsensationen erst möglich machen würden. Der überraschten ARD-Crew um Esther Sedlacek und Bastian Schweinsteiger vergaß dann leider die naheliegende Frage, warum Nagelsmann selbst diese Einstellung nicht eingefordert hat oder was um Himmels Willen in den 4 Tagen gemeinsamen trianings so schiefgelaufen ist, dass die Spieler wie Falschgeld über den Platz geisterten. Der Untoteste freilich war Antonio Rüdiger.
Es war die erste Auswärtsniederlage einer deutschen Mannschaft in einer WM-Qualifikation, hieß es danach allerorten. Dies stimmt tatsächlich für den DFB, aber die DDR hat so manche Auswärtspleite erlitten: Wer in Dresden, Jena und Rostock, aber auch in Wien erinnert sich nicht an das 0:3 gegen Österreich (Toni ließ es dreimal polstern) ganz kurz nach dem Mauerfall 1989?
Immerhin hatten die Deutschen schnell die Möglichkeit zur Wiedergutmachung – und die nutzten sie gegen sehr biedere Nordiren wenigstens ergebnismäß. Das 3:1 in Köln wird allerdings nicht unter der Rubrik strahlende Triumphe in den Archiven landen, sondern eher unter mühsamer Arbeitssieg. Immerhin gab es doch ein paar Lichtblicke. Der eingeechslete Nadiem Amiri brachte Schwung in den verstaubten Laden, das defensive Mittelfeld mit Joshua Kimmich und Pascal Groß harmonierte sehr viel besser als in Bratislava Kimmich mit Angelo Stiller und Leon Goretzka.
Platz 1 in der Gruppe und somit die direkte Qualifikation fürs Turnier in Nordamerika ist tatsächlich in Gefahr, weil die Slowakei mit viel Glück und einem ganz spätem Tor (90.) auch die vermeintliche Pflichtübung in Luxemburg bestand. Doch ein Trost bleibt: Egal was noch in den verbleibenden 4 Gruppenspielen (zweimal Luxemburg, in Nordirland, daheim gegen die Slowakei) geschieht, wg der Nations-League-Finalteilnahme steht auf jeden fall ein Platz in einer Ausscheidung im März parat.
Nach Serbien scheitert auch Frankreich
Der 2. Teil der Basketball-EM-Achtelfinali am Sonntag brachte die nächste ganz große Überraschung. Das mit NBA- und anderen euopäischen Stars gespickte Frankreich scheiterte nach einer schwachen Vorstellung an Georgien und müssen wie die Serben sehr frühzeitig die Heimreise aus Riga antreten. Ganz gemütlich anschauen konnten sich das am Sonntag die Deutschen, in ihrem neuen Hotel, in das sie geflüchtet waren, weil die zunächst in Riga gebuchte Bleibe schlicht zu kleine Zimmer für die Riesen hatte.
Slowenen und Griechen stehen ebenfalls im Viertelfinale, die beiden Superstars (hier Luka Doncic/42 Punkte, dort Giannis Antetokuonpo/37) ebneten mit gigantischen Leistungen den Weg für die bei allem Respekt eher mittelmäßigen Mitstreiter.
Auf Doncics Slowenen treffen jetzt die Deutschen: Franz Wagner und Co. blieben zweimal recht klar siegreich.
Messis Abschied aus Buenos Aires?
Am Donnerstag bestritt Argentinien gegen Venezuela das letzte Heimspiel in der WM-Qualifikation. Zum 3:0 steuerte auch Kapitän und Legende Lionel Messi mal wieder 2 Treffer bei. Die wurden mehr als sonst üblich gefeiert, weil es das Ende einer Ära bedeuten könnte: Die letzten Treffer des überragenden Spielers der vergangenen 2 Jahrzehnte in einem Pflichtspiel zu Hause in Buenos Aires, im riesigen Estadio Monomental. Denn Messi, der im Juni 39 Jahre alt wird, denkt tatssächlich an Abschied von der Aliceleste, wird bestenfalls noch die WM im Sonner bestreiten, aber auch nur, wenn er sich fit genug dafür fühlt,
Argentinien war ja wie Bralsilien und Ecuador schon länger fürs WM-Turnier qualifiziert. Am Donnenstag kamen Uruguay, Kolumbien und Paraguay als Fixstarter dazu: Um Platz 7, der zu einer interkontinentalen Ausscheidung berechtigt, kämpfen noch Venezuela und Bolivien, Bolivien muss dabei gegen Brasilien unbedingt gewinnen, immerhin in der ihnen genehmen Höhe von La Paz.
Und sonst
- Volleyball: Italiens Frauen haben wie erwartet die Weltmeisterschaft gewonnen. Das zurzeit mit Abstand beste Team (36 Siege in Folge) gewann das durchaus spannende Finale gegen die Türkei mit 3:2 Sätzen, wobei der Decider mit 15:8 eine doch sehr klare Angelegenheit war.
- Formel 1: Den Sieg in Monza sicherte sich ausnahmsweiele mal kein McLaren, sondern der vierfache Champions Max Verstappen. In einem Rennen ohne Höhepunkte (abgesehen von den ersten zwei Runden) verwies der Holländer die beiden um die WM 2025 kämpfenden Lando Norris und Oscar Piastri auf die Plätze.
- Golf: Emotionaler Heimsieg von Rory McIlroy bei den Irish Open. Der Nordire schaffte durch eine bemerkenswerte Aufholjagd noch das Stechen gegen Schweden Joakim Lagergren, das er am 3. Loch für sich entschied.
Wer den Start der NFL vermisst, den verweise ich auf einen gesonderten Beitrag morgen (nach dem Montagsspiel). Nur so viel: Ein historisches Spiel (Buffalo vs Baltimore), der Rest zum Teil sehr mau
von Münchner Löwe | Sep. 6, 2025 | Tennis
US Open, Halbfinale, Frauen
Amanda Anisimova steht im 2. Grand-Slam-Finale hintereinander. In einer zum Teil mitreißenden Partie bezwang die Amerikanerin Naomi Osaka in drei Sätzen. Die Japanerin schied damit zum ersten Mal in der Runde der besten Vier bei einem GS-Turnier aus.
Für mich ist Anisimova diejenige, die dem lehrbuchmäßigem Tennis am nächsten kommt, vor allem ihre beidhändige Rückhand schaut so wunderbar geschmeidig, ja leicht aus. Die schönste beidhändige Rückhand bei den Frauen.
Jetzt bekommt sie es mit Aryna Sabalenka zu tun. Die Nummer 1 brauchte ebenfalls drei Sätze, um Jessica Pegula aus dem Turnier zu nehmen. Den ersten Satz gewann die Amerikanerin vor allem dank ihrer krachenden Rückhand, doch letztlich setzte sich Sabalenka mit ihrem Powertennis durch. Und natürlich dank ihres irren Geschreis bei fast jedem ihrer Schläge. Dank des lauten Grundrauschens im Arthur Ashe vielleicht nicht ganz so unerträglich wie etwa in Wimbledon, trotzdem für alle Beteiligten eine echte Zumutung und extrem unsportlich gegenüber den Kontrahentinnen.
Ich wiederhole gebetsmühlenartig: Schreitet gegen dieses geistesgestörte, nervende, störende Geschrei endlich ein, liebe Verantwortliche!
Finale
Sa., 21:30: Sabalenka – Anisimova
Die Revanche für das Wimbledon-Halbfinale, in dem Anisimova in drei Sätzen die Oberhand behielt. Sabalenka ist die Favoritin und hat es selbst in der Hand. Zeigt sie ihr bestes Tennis, wird es fast unmöglich für die Amerikanerin. Doch ob der Weißrussin das auch gelingt, ist die große Frage. Ihre Nerven und ihr enorm hoher Anspruch an sich selbst standen ihr schon oft im Weg, zuletzt beim French-Open-Finale gegen Coco Gauff. Zudem muss sie gegen das Publikum spielen und Anisimova hat nach dem Debakel des Wimbledon-Finals (0:6, 0:6 gegen Swiatek) einiges gutzumachen und ist auch voller Selbstvertrauen. Dennoch:
🧠 Sabalenka: wenn ihr Spiel in Fahrt kommt, ist sie unstoppable
❤️ Anisimova: Ich mag ihr Spiel unglaublich gern, und die entsetzliche Brüllerei von Sabalenka ist indiskutabel, raubt bei mir sämtliche Sympathien
Männer
Das Traumfinale ist perfekt, sofern das dritte Aufeinandertreffen zwischen Jannik Sinner und Carlos Alcáraz hintereinander in einem Grand-Slam-Endspiel noch als Traumfinale bezeichnet werden kann. Sowohl Alcáraz als auch Sinner hatten in ihren Halbfinali durchaus ihre Mühen (und vielleicht sogar Nöte?), siegten aber letztlich doch souverän.
Alcáraz hatte gegen Altmeister Novak Djokovic (absolut größter Respekt einem mir nicht unbedingt sympathischen Spieler gegenüber) vor allem im 2. Satz zu kämpfen, als er erst einem Break hnterherlief und später in den Tiebreak musste. Doch Djokovic vergab durch einige dumme Fehler seine Chancen zumindest auf einen Satzgewinn, am Ende musstz er dem Alter (38) und damit schwindenden Kräften Tribut zollen. So bleibt ihm eine fabulöse Grand-Slam-Bilanz ohne Krönung: Viermal Halbfinale, dort allerdings auch 4 Niederlagen, auch eine Art einmaliger Rekord. Ich müsste die KI befragen, obs das schon mal gegeben hat, beim ersten Nachdenken fällt mir niemand ein.
Und Sinner war gegen Felix Auger-Alliasime tatsächlich in einen echten Tenniskampf verwickelt, nachdem er zuvor regelrecht ins Halbfinale spaziert war. Der Kanadier nötigte ihm in einer teilweise begeisternden Partie alles ab und holte sich auch völlig verdient den zweiten Durchgang. Doch Sinner ließ sich dadurch nicht beirren und nutzte in den Sätzen 3 und 4 seine Breakmöglichkeiten, die er dann sicher nach Hause transportierte
Finale
So., 19:30: Sinner – Alcaraz
Wie geschrieben, die 3. Finalauflage dieses Jahres. In Paris siegte der Spanier, nachdem er 3 Matchbälle des Italieners in Folge abgewehrt hatte, in Wimbledon revanchierte sich Sinner relativ ungefährdet in 4 Sätzen. Beide zeigen sich in New York in ausgezeichneter Form (die Untertreibung des Jahres). Alcáraz hat noch keinen einzigen Satz abgegeben und in 6 Partien nur zweimal seinen Aufschlag abgegeben. Sinner zeigt trotz der beiden Satzverluste gegen die Kanadier Shapovalov und Auger-Alliasime beängstigend konstantes Tennis auf höchstem Niveau. Ich würde ihn leicht favorisieren, aber wenn Alcáraz seine Mätzchen auf ein Minimum reduziert (die allerdings zu seinem brillanten Spiel gehören) und sein allerbestes Tennis zeigt, dann wird es auch für den Italiener eng.
🧠 Sinner: die Konstanz in Person auf höchstem Niveau, Alcáraz bräuchte absolutes Highlighttennis (das er zelebrieren kann)
❤️ Alcáraz: Der Tennis-Zauberer. Zudem dürfte Sinner wg seiner Doping-Affäre gar nicht dabei sein: Dabei bleibe ich, auch wenn es vielleicht langweilt.
Möge es ein episches (Fünfsatz)-Match werden!
von Münchner Löwe | Sep. 1, 2025 | basketball, EM, Fußball, Tennis, Wochenvorschau
Basketball-EM, US Open und das Eingreifen der deutscen Fuzßballer in die WM-Qualifikation – das dürften die Höhepunkte werden. Und der Blick über den Teich lohnt sich: In der Nacht zu Freitag beginnt die NFL-Saison, die hier in einem gesonderten Teil ihre Beachtung finden wird
Deutsche Riesen auf gutem Weg
Die deutschen Basketballer haben souverän das Achtelfinale der EM erreicht. 4 Spiele, vier klare Siege mit jeweils mehr als 100 Punkten auf der Habenseite. Morgen noch die fünfte und letzte Vorrundenpartie gegen Mitgastgeber Finnland, insofern von Belang, dass der Gruppensieger dem klaren Turnierfavoriten Serbien bis zum Finale aus dem Weg geht.
Die K.o.-Runde findet ab Donnerstag in Riga statt, das deutsche Team ist nach den insgesamt gezeigten Leistungen aller Mannschaften klarer Medaillen-Anwärter. Doch K.o.Spiele haben ihre ganz eigenen gEsetzte …
Entscheidung in New York
Ab morgen die Viertelfinale – in den Einzeln nach der klaren Niederlage von Jan-Lennard Struff gegen Novak Djokovic ohne deutsche Beteiligung. Meine Tipp-Favoriten sind Iga Swiatek (das herz hofft auf Marketa Vonrousova) und Carlos Alcáraz (koan echter Herzensfavorit, vielleicht De Minaur).
Dazu noch Doppel und Junioren.
Nagelsmanns Pflichtübungen
Wie immer Anfang September der erste Schwung von Pflicht-Länderspielen, diesmal in der WM-Qualifikation. Weltweit geht es um die Plätze fürs Mammut-Turnier in Nordamerika mit 48 Teams, großer Seufzer.
Jetzt greft auch das deutsche Team endlich ein. Am Donnerstag (20:45/ARD) trifft die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann in der Slowakei an, schon der vermeintlich stärkste Gegner um den Gruppensieg, der das direkte Ticket für Amerika bedeutet. Schon am Sonntag (20.45/RTL) folgt der erste Heimauftritt in Köln gegen Nordirland.
In Afrika stehen in 9 Gruppen der 7. und 8. Spiletag (von 10) an, erste Entscheidungen dürften also fallen.
Die Riesengruppe in Südamerika (10 Teams) kommt schon zum Abschluss mit den Spieltagen 17 und 18. Nach Argentinien, Brasilien und Ecuador düften Uruguay, Kolumbien und Paraguay die Quali direkt schaffen. Um den 7., der dann interkontinentale Ausscheidungsspiele bestreiten muss, streiten Venezuela und Bolivien.
Und sonst?
- Volleyball-WM der Frauen in Thailand. Das Viertelfinale ist für Donnerstag terminiert. Deutschlasnd nach der klaren Niederlage gegen die Turnierfavoritinnen aus Italien im Achtelfinale ausgeschieden.
- Formel 1: Das Ferrari-Heimspiel in Monza. Die McLaren um Oscar Piastri scheinen unbezwingbar.
- Motorrad: WM-Läufe in Barcelona. Das Heimspiel der spanischen Armada um MotoGP-Dominator Marc Marquez
- Handball: Schlager der HBL zwischen Meister Füchse Berlin und Champiuons-League-Sieger SC Magdeburg.
- Eishockey: Der Vollständigkeit halber, Champions League mit den Eisbären Berlin, Fischtown Bremerhaven und dem EHC Ingolstadt.
von Münchner Löwe | Aug. 31, 2025 | Tennis
US Open, 3. Runde
Mein Aufreger
Seit Beginn des letzten Grand-Slam-Turniers diskuriert die Tennis-Gemeinde wieder mal über den Gesundheits/Fitnesszustand von Novak Djokovic. Wie ein lebender Leichnam wandelt (wankt?) er durch seine Runden, nimmt hier eine Verletzungspause, schneidet dort Schmerz- und Leidensgrimassen, als bräuchte er bald die letzte Ölung. Was den serbischen Ausnahmespieler nicht daran hinderte, dass er mit drei zum Teil sehr klaren Siegen das Achtelfinale in New York erreichte.
Männer
Arg gerupft wurden die US-Amerikaner bei ihrem Heim-Grand-Slam. Einzig Taylor Fritz ist noch im Rennen der besten 16 Spieler, ausgeschieden sind dagegen Ben Shelton, Tommy Paul und Francis Tiafoe, die jeweils schlechter eingestuften Kontrahenten (Mannarino, Bublik, Struff) unterlagen.
Recht überraschend den ersten Satz gab Top-Favorit Jannik Sinner (neben Carlos Alcáraz) ab gegen Denis Shapovalov ab. Hätte der stark verbesserte Kanadier im 2. Durchgang seine durchaus vohandenen Chancen effizienter genutzt, wäre vielleicht sogar die ganz große Sensation möglich gewesen.
Unglaublich die Leistung von Alexander Bublik: In 3 Partien gab der Kasache nicht ein einziges Mal seinen Aufschlag ab.
Die DeutschInnen
Wer hätte gedacht, dass Jan-Lennard Struff der letzte verbliebene Mohikaner in den Einzeln sein würde. Mühsam quälte sich der 35-Jährige durch die Qualifikation (und nur eine Regenpause bewahrte ihn vorm Aus gegen den Japaner Taro Daniel, wie er freimütig bekannte): Jetzt steht er nach 2 Topleistungen gegen Holger Rune und erst recht gegen Tiafoe im Achtelfinale. Er darf jetzt aus nächster Nähe die Schauspiel- (und natürlich auch Tennis)künste des Djoker bewundern. Wenn es wirklich gut für den Warsteiner läuft (und weil Djokovic tatsächlich angeschlagen wirkt), räume ich ihn sogar Chancen ein. Wer 10 Euro auf ihn setzt, würde im Erfolgsfall 52,50 zurückbekommen, warum eigentlich nicht?
Für Alexander Zverev und Daniel Altmaier ist das Turnier hingegen beendet. Gerade Zverev enttäuschte mal wieder bei einem Grand-Slam-Turnier. Wieder mal agierte der Hamburger gegen den zugegeben sehr starken Felix Auger-Aliassime zu passiv, wieder mal sehr weit hinter der Grundlinie stehend. Da der Kanadier mit dem Service von Zverev sehr gut zurechtkam, kam dieser bei seinen Aufschlagspielen häufig in die Bredoulle. Die Viersatz-Niederlage war somit fast folgerichtig, wieder ein Jahr für Zverev ohne Grand-Slam-Erfolg.
Altmaier zeigte gegen die australische Tenniswand Alex De Minaur eine äußerst couragierte Leistung und gewann auch den ersten Durchgang. Doch nach 2 Fünfsatzpartien ging ihm die Luft aus und musste im 4. Satz entkräftet aufgeben.. Trotzdem ein sehr erfreulic hes Turnier für Altmaier, vor allem der Erfolg gegen Stefanos Tsitsipas war ein Ausrufezeichen!
Ohne jede Chance blieb Laura Siegemund, die allerdings nicht hundertprozent fit scheint, der sgtark bandagierte Oberschenkel muckt. Gegen die bärenstarke Russin Ekaterina Alexandrowa blieb ihr beim 0:6, 1:6 nur ein Spielgewinn. Immerhin ist sie noch im Doppel dabei gemeinsam mit der Brasilianerin Beatriz Haddad Maia.
Frauen
Paris- und Wimbledonsiegerin Iga Swiatek wankte erneut, fiel aber nicht gegen die Russin Anna Kalinskaya, die im ersten Satz eine 5:2- und 6:5-Führung bei jeweils eigenem Aufschlag nicht durchbrachte. Souverän wirkt das bisher nicht, was die Polin da zeigt, aber in den entscheidenden Momenten kann sie den Schalter umlegen.
Keine Blöße gaben sich die Mitfavoritinnen Aryna Sambalenka und Coco Gauff.
Die schönste Story liefert aber Taylor Townsend. Einst galt sie als Riesentalent, doch zuletzt war sie nur noch im Doppel äußerst als Nummer 1 der Weltrangliste) erfolgreich. Jetzt begeistert sie mit abwechslungsreichem Tennis (sie hat von allen Frauen mit den besten Volley und traut sich auch nach vorn). Ihre Siege gegen Jelena Ostapenko und vor allem Mirfa Andreewa begeisterten nicht nur das amerikanische Publikum.
Zahlereien
4 Männer mussten in den insgesamt 16 Drittrundepartien aufgeben. Dazu Tommy Paul, der sich am Ende fast wehrlos ergeben mussten.
2 Qualifikanten haben das Achtelfinale erreicht. Neben Struff auch völlig überraschend der Schweizer Leandro Riedi, nur die Nummer 435 der Welt. Ihm kam natürlich die Aufgabe seines Kontrahenten Majchrzak schon im 1. Satz zupass.
Achtelfinale, Männer (MESZ)
(01) Sinner – (23) Bublik (Mo.)
(10) Musetti – Munar (Mo.)
(15) Rublew – (25) Auger-Alliasime (Mo.)
(08) De Minaur – Riedi (Mo.)
(07) Djokovic – Struff (Mo., 01:00, Arthur Ashe, 1. Spiel Night Session)
(04) Fritz – (21) Machac (Mo., 01:00, Louis Armstr., 1. Spiel Night Session
Mannarino – Lehecka (So., 17:00, LA, 1. Spiel Nachmittag)
(02) Alcáraz – Rinderknech (So., 17:00, AA, 1. Spiel Nachmittag)
Machac hat mir bisher außerordentlich gut gefallen und könnte gegen Taylor Fritz überraschen. Bublik kam zuletzt mit Sinner gut zurecht, mir fehlt allerdings der Glaube bei einem Best of 5.
Frauen
(01) Sabalenka – Bucsa (Mo., ca. 03:30, LA, 2. Spiel Night)
(09) Rybakina – Vondrousova (Mo., ca. 03:30, AA, 2. Spiel Night)
(04) Pegula – Li (So., 17:00, AA, 1. Spiel Nachmittag)
Krejkicova – Townsend (ca. 19:30, LA, 2. Spiel Nachmittag)
(11) Muchova – (27) Kostyuk (Mo.)
(03) Gauff – (23) Osaka (höchstwahrscheinlich in der Night Session auf AA Dienstagfrüh unserer Zeit)
(08) Anisimova – (18) Haddad Maia (Mo.)
(02) Swiatek – (13) Alexandrowa (Mo.)
Gauff vs Osaka – das Duell zwischen zwei ehemaligen Open-Siegerinnen elektrisiert. Ebenfalls hochinteressant, wie Swiatek mit der bisher so starken Alexandrowa zurechtkommt.
von Münchner Löwe | Aug. 29, 2025 | Tennis
US Open, 2. Runde
Nach dem eher verhaltenem Auftaklt beim letzten Grand-Slams des Jahres bot die 2. Runde gerade bei den Männern nicht nur hochklassiges Tennis, sondern auch Hochspannung, die mit Sicherheit einige Fingernägel malträtiert hat.
Männer
5-Satz-Epen, wohin ich schaute: Besonders spannend wurde es bei den Partien Cobolli vs Brooksby und Majchrzak vs Khatschanow, wo erst der Tiebreak des entscheidenden 5. Satzes die Entscheidung für Cobolli und Majchrzak brachte, wobe der Pole gegen den hochgewetteten Khatschanow sogar einen Matchball abwehrte. Auch der Schweizer Qualifikant Leandro Riedl (gegen Francisco Cerundolo und Tommy Paul (vs Nuno Borges) gingen über die volle Distanz.
Die beiden klaren Favoriten aufs Finale allerdings machten es kurz und schmerzlos: Janjik Sinner (vs Aleei Popyrin) und Carlos Alcáraz (vs Mattia Bellucci) brauhten beide nicht einmal 2 Stunden für ihre Dreisatzmatches. Überhaupt war es für die Besucher, die viel Geld für Arthur Ashe und Louis Armstrong ausgegeben haben, gerade in den Nachmittags-Varansaltungen oft nur ein äußerst kurzes Tennis-Vergnügen, weil auch die Top-Frauen meist wenig Zeit verpulverten. Sollte ich je ein Grand-Slam-Turnier besuchen: Zumindest die ersten Tage reicht das normale Ticket normalerweise vollkommen.
Die Deutschen
Geschlossen erreichten die 3 Männer die 3. Runde. Dabei bezwangen Qualifikant Jan-Lennard Struff und Daniel Altmaier mit Holger Rune und Stefanos Tsitsipas zwei zwar höher eingeschätzte (und gesetzte) Spieler, doch die Erfolge kamen nicht völlig unerwartet, auch weil die Kontrahenten nicht in Top-Form sind. Sowohl Struff als auch Altmaier überzeugten durch viel Einsatz, und auch wenn sie jetzt gegen Lokalmatador Francis Tiafoe und Alex De Minaur vielleicht noch klarere Außenseiter sind – Chancen räume ich ihnen auf jeden Fall ein.
Das gilt erst recht für Alexander Zverev. Der hatte zwar gegen den Briten Jacob Fiernley in jdem Satz seine Müh und Not, doch letztlich konnte er jeden Durchgang mit 6:4 für sich entscheiden und wichtige Kräfte sparen
Letzte verbliebene Deutsche bei den Frauen ist Laura Siegemund, die sich mit einer taktisch klugen (und Gegnerin Anastasia Zakharowa entnervenden) Leistung in 2 Sätzen durchsetzte. Jetzt trifft sie auf Ekaterina Alexandrowa, ihr drittes russisches Opfer in Folge?
Eva Lys ging schon angeschlagen in die Partie gegen Lina Noskova und gab wegen zu großer Rückenbeschwerden nach verlorenem 1. Satz auf.
Frauen
Überraschend einen Satz (und kurzzeitig ein wenig ihre Nerven verlor meine Turnier-Favoritin Iga Swatek gegn die Französin Susan Lamems. Nicht unüblich bei der Polin, dass sie in einem Grand Slam bei einer Partie wackelt. Aryna Sabalenka und Coco Gauff gewannen ihre Partien nach wackligen ersten Satz im Tiebreak letztlich ungefährdet gegen Polina Kudemertowa und Donna Vekic. Große Überraschungen blieben aus: Ihre Hoffnungen begraben muss die junge Alexandra Eala aus den Philippinen, die sich der Spanierin Christina Bucsa beugen musste.
3. Runde
Die bringt uns schon einige Top-Partien. Bei den Frauen sticht das Duell zweier Grand-Slamsiegerinnen Lena Rybakina (Wimbledon 2022) vs Emma Raducanu (US Open 2021) heraus. Beide haben nach diversen Verletzungen wieder zu ihrer Topform gefunden.
Männer (Auszug)
Fr., 17:30: Alcáraz – Darderi (1. Spiel Arthur Ashe)
Fr., 19:30: Shelton – Mannarino (2. Spiel Louis Armstrong)
Fr., ca. 21:00: Struff – Tiafoe (3. Spiel Grandstand)
Sa., Altmaier – De Minaur (noch nicht angesetzt)
Sa., Zverev – Auger- Alliasime
Sa., Bublik – Paul
Sa., Musetti – Cobolli
Frauen
Fr., 17:00: Rybakina – Raducanu (1. Spiel (Louis Armstrong)
Fr., ca. 20:00: Pegula – Azarenka (2. Spiel Arthur Ashe)
Fr., ca. 19:00: Paolini – Vondrousova (2. Spiel Grandstand)
Fr., ca. 23:00: Navarro – Krejcikova (4. Spiel Grand Stand)
Sa.: Siegemund – Alexandrowa (noch nicht angesetzt)
Sa.: Swiatek – Kalinskaja
Sa., Noskova – Muchova
von Münchner Löwe | Aug. 27, 2025 | Tennis
US Open, 1. Runde
Nur 6 deutsche Profis sind in den Einzelkonkurrenzen dabei, je 3 Frauen und Männer. Das sind so wenige wie zuletzt 1983, also in der Tennissteinzeit in Deutschland vor Boris und Steffi. Die schwache Förderung und auch die grundsätzlich im Vergleich zu Italien und Frankreich schlechte Infrastruktur macht sich bemerkbar.
Doch das Sextett schlug sich hervorragend. Allein Tatjana Maria schied in der 1. Runde aus gegen die Griechin Maria Sakkari. Die 37-Jährige nahm es gelassen: Vile wichtiger ist ihr, dass die hochbegabte Tochter auf dem besten Weg in den Profizirkus ist. Einen Überraschungserfolg (nicht sehr groß) feierte Wimbledon-Viertelfinalistin Laura Siegemund, die die an Nummer 20 gesetzte Diana Snajder aus dem Wettbewerb nahm Ebenso in der 2. Runde steht Eva Lys, die beim 6:0, 7:6 gegen die Britin Francesca Jones nur im 2. Satz Mähe hatte.
Geschlossen erreichten gar die deutschen Männer die 2. Runde. Alexander Zverev musste dabei gegen den Chilenen Tabilo einen Satzball iom 2. Durchgang abwehren, behielt aber letztlich souverän die Oberhand. Schöne Erfolge feierten Daniel Altmaier, der fast 5 Stunden gegen den Serben Medjedovic brauchte) und Jan-Lennard Struff: Dieser mühte sich erst mit 3 Siegen durch die Qualifikation und besiegte quasi als Belohnung dem Amerikaner Mcdonald in 4 Sätzen.
Insgesamt bot die 1. Runde in New York, die über 3 Tage verteilt war, wenig Spektakuläres. Bemerkenswert, dass Daniuil Medwedew seine katastrophale Grand-Slam-Bilanz vollendete und zum dritten Mal in der 1. Runde (2. Runde in Melbourne) ausschied. Ansonsten hielten sich die Favoriten mehr oder weniger schadlos. Bei den Frauen erwischte es dagegen Australian-Open-Siegerin Madison Keys in einer extrem fehrlerbesetzten Partie gegen Renata Zazaoa. Die Amerikanerin fabrizierte sage und schreibe 89 unerzwungene Fehler. Die spannendste Partie de 1. Runde lieferten sich die Dänin Caterina Tauson und dAlexandra Eala, das die philippinische Newcomerin im Matchtiebreak des 3. Satzes mit 11:9 für sich entschied. Coco rettete sich in 3 Sätzen gegen die Australierin Ana Tomljanovic.
2. Runde, Auszug
Männer
Tsitsipas – Struff (Mi., ca. 23 Uhr)
Altmaier – Rune (Do.)
Zverev – Fearnbley (Do.)
Spannung verspricht vor allem das Duell der Jungstars Machac und Fonseca. Die Aufgabe von Jannik Sinner gegen den Australier Popyrin ist durchaus tricky.
Frauen
Lys – Noskova
Siegemund – Zakarowa
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