Alles schon entschieden

Blick über den Teich, MLB

Von wegen Spannung. Alle vier Wild-Card-Begegnungen sind bereits nach dem jeweils zweiten Spiel durch. Je zweimal setzte sich das Heim- und das Auswärtsteam durch.

Rays – Rangers 1:7 (0:2)

Auch im zweiten Spiel lief für die Rays wenig zusammen. Immerhin schafften sie diesmal einen Run, allerdings erst im 7. Inning beim Stand von 1:7. Die Entscheidung fiel im 4. Inning, als erst Adolis Garcia ein Homerun gelang, Josh Jung mit einem Triple und Evan Carter mit einem Two-Tun-Homerun nachlegten. Diese Führung erhöhten sie im 5. und 6. Inning.

Twins – Blue Jays 2:0 (2:0)

Ein brillantes Pitching vor allem von Starter Sonny Gray ebneten den Shutout-Sieg der Twins. Gray ließ in fünf Innings gerade mal zwei Walks zu. Selbst taten sich die Twins mit insgesamt nur 7 Hits (einen davon durch Max Kepler) schwer, doch im 4. Inning brachten sie zwei Punkte aufs Scoreboard, nämlich durch ein Single von Carlos Correa und ein Groundout in ein Double Play bei keinem Out, das Kepler zum Run nutzte.

Einen heiklen Moment hatten die Twins zu überstehen, als die Jays zwei Out Läufer auf den Bases 2 und 3 hatten. Doch Gray mit einem geistesgegenwärtigen Pickoff auf die zweite Base eliminierte Vladimir Guerrero. Die Entscheidung hielt auch dem Video Call stand.

Brewers – Diamondbacks 2:5 (0:2)

Wie sich die Spiele gleichen. Wie in der 1. PartieDie Entscheiduzbng  gingen die Brewers früh in Führung, diesmal mit 2:0 im 1. Inning, „nur“ 2:0, weil Backs-Starting-Pitcher Zac Gallen riesige Probleme hatte und mehr als 30 Pitches benötigte. Und  wieder gelang es Milwaukee nicht nachzulegen, und das sollte sich rächen. 4 Innings brachten die Diamondbacks keinen Hit zu Stande, doch im 5. Inning verkürzte  Alek Thomas mit einem Homerun. Im 6. Inning schafften die Backs dann die komplette Wende mit 4 Runs. Dem hatten die Brewers nichts mehr entgegenzusetzen, und das (für mich) doch überraschende Aus war besiegelt.

Phillies – Marlins 7:1 (2:0)

So etwas nennt man wohl kurzen Prozess, und die Effizienz der Phillies war beeindruckend, brauchten sie doch nur 7 Hits für ihre 7 Runs. Im 3. und 4. Inning kamen sie zu drei Punkten. Die Marlins durften im 5. Inning noch einmal hoffen, als sie bei einem Aus Läufer auf den Ecken hatten, doch Jesus Sanchez schlug in ein Double Play. Die Entscheidung besorgte dann Bryson Scott mit einem Grand Slam.

Wie geht es weiter?

Ab Samstag stehen die Divisional Series an, die im Format Best of 5 ausgespielt werden. Folgende Partien:

Orioles – Texans, 1. Spiel Samstag 19 Uhr

Braves – Phillies (noch nicht terminiert)

Astros – Twins (noch nicht terminiert)

Dodgers – Diamondbacks (noch nicht terminiert)

Ich wage mal eine Prognose:

Die spannendste Serie ist für mich Braves vs Phillies, weil die Philllies wieder in Play-off-Form sind. Die größten Upset-Chancen haben die Rangers, die doch sehr souverän gegen die Rays gewirkt haben. Klare Heim-Favoriten sind die Astros und Dodgers, but who knows …

Irgendwie fehlt mir, so blöd das klingt, mein Feindbild Yankees. So ist es mir am Ende (fast) egal, wer am Ende die World Series gewinnt. Aber da mir Sport nicht so viel Spaß macht, wenn ich nicht Partei ergreife, hier meine persönlichen Favoriten der Serien.

Orioles, Twins, Braves, Diamondbacks

 

 

 

 

Klapperschlangen überraschen

Blick über den Teich, MLB

Die ersten Spiele der Wild Cards sind rum, und es hat immerhin zwei Auswärtssiege gegeben. Vor allem der Sieg der Diamondbacks bei den Brewers hat mich überrascht.

Rays – Rangers 0:4 (0:1)

Die Rangers zeigten sich vom knapp verfehlten Divisionssieg gut erholt. Mann des Tages war Jordan Montgomery, der in 7 Innings nur 6 Hits und keinen Run zuließ. Dafür brauchte er nur 93 Pitches. Der Bullpen erledigte souverän den Rest. Die Rangers scorten im 2. Inning durch einen Sacrifice Fly und im 5. durch einen Wild Pitch, ehe Corey Saegers Single 2 RBIs und die Entscheidung herbeiführte. Die Rays schossen sich mit 4 zum Teil abenteuerlichen Errors selbst ins Knie.

Twins – Blue Jays 3:1 (1:0)

Erster Sieg der Twins nach 18 Post-Season-Niederlagen. Laut mlb.com sind die 19 Jahre dazwischen die längste Negativserien in allen Profiligen. Mann des Tages war Royce Lewis, der im 1. und 3. Inning jeweils einen Homerun schlug, was insgesamt 3 Punkte einbrachte. Sonst brachten die Twins offensiv wenig zu Stande (nur 5 Hits, einen davon durch Max Kepler). Aber sie konnten sich auf ihre Pitcher um Starter Pablo Lopez verlassen, die nur einen Run im 6. Inning und insgesamt nur 6 Hits zuließen. Das lag aber auch am formidablen Fielding, namentlich Carlos Correa, der ein paar großartige und wichtige Saves hatte.

Brewers – Diamondbacks 3:6 (0:1)

Nach 2 Innings stand es schon 3:0 für die Brewers, und wenig deutete auf einen Umschwung hin. Starting Pitcher Brandon Pfaadt musste schon nach 2.2 Innings und 7 zugelassenen Hits das Feld räumen. Doch zwei Back-to-back-Homeruns im 3. Inning brachten den Ausgleich, und im 4. Inning gingen die Backs sogar in Führung. Diese hielten sie dank des erstklassigen Bullpens, der in 6.1 Innings zur 5 Hits zuließ. Im 9. Inning sorge dann Christian Walker durch ein Two-Run-Double für die Entscheidung.

Phillies – Marlins 4:1 (1:0)

Letztlich ein ungefährdeter Sieg des letztjährigen Finalisten. Nach 4 Innings stand es 3:0. Etwas Spannung kam auf, als die Marlins im 7. Inning punkten konnten und danach Läufer auf 2 und 3 hatten. Doch José Alvarado rettete die Situation. Zuvor hatte Zack Wheeler 6.2 starke Innings mit 8 Strikeouts und nur einem zugelassenen Run gezeigt.

Ansetzungen heute

21:08: Rays – Rangers (0:1)

22:38: Twins – Blue Jays (1:0)

01:08: Brewers – Diamondbacks (0:1)

02:08: Phillies – Marlins (1:0)

Boateng, ein Kampf um die Moral

Eigentlich wollte ich zum Fall Boateng rein sportlich argumentieren und die Vorwürfe der Körperverletzung, die er gegen seine Ex-Freundin begangen haben soll, außen vor lassen. Aber nachdem in den Medien die Bayern dermaßen verurteilt werden, Boateng auch nur mittrainieren zu lassen, möchte ich doch meine Gedanken dazu zusammenfassen. Es wird ein bisschen provokant, und ich lasse mich gerne auf eine Diskussion ein.

Vorausschicken möchte ich, dass ich Gewalt gegen Frauen verabscheue und den Strafrahmen für derlei Taten, wenn es denn zu einer Verurteilung kommt, was selten genug der Fall ist, als viel zu niedrig ansehe. Das gilt im übrigen für alle Körperverletzungen, aber einen juristischen Diskurs möchte ich hier nicht führen, obwohl der sehr interessant werden könnte …

Die Fakten: Jerome Boateng wurde in zwei Instanzen für schuldig befunden, seine Freundin brutal misshandelt zu haben. Dieses Urteil wurde gerade vom Oberlandesgericht München wegen eines Formfehlers kassiert und der Fall an eine andere Kammer zurückgewiesen. Moniert wurde unter anderem, dass entlastende Anführungen nicht oder zu wenig berücksichtigt wurden und dass der Richter über einen Befangenheitsantrag gegen ihn selbst entschieden hat.. Boateng ist also nicht rechtskräftig verurteilt und hat demnach als unschuldig zu gelten. Im April soll die neue Verhandlung stattfinden. Übrigens hat auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt, sie sieht sogar eine gefährliche Körperverletzung. Die Strafe könnte noch höher ausfallen.

Jetzt stellt sich die Frage: Darf der FC Bayern angesichts der Vorwürfe, die ziemlich konkret und auch konkludent vorgetragen wurden, Boateng ins Team integrieren, womöglich verpflichten? Ein erster Impuls sagt nein, unter keinen Umständen. Und gerade ein FC Bayern hat doch eine Vorbildsfunktion. Spinnen wir diese Argumentation allerdings weiter, bedeutet das quasi ein Berufsverbot für Boateng, ich setze in diesem Fall Bayern mit allen anderen Vereinen gleich. Das ist noch nicht einmal bei einer rechtskräftigen Verurteilung im Sinne des Erfinders und des Gesetzgebers, also erst recht nicht davor.

Rechtlich gibt es nicht die leisesten Bedenken, dass die Verpflichtung von Boateng statthaft ist. Aber wie sieht es mit der Moral aus? Den Bayern wird ja vorgeworfen, alle moralischen Bedenken um des sportlichen Erfolges Willen über Bord zu werfen. In der Tat haben sie sich die Verantwortlichen nicht gerade glücklich geäußert, denn natürlich ist der Fall Boateng, der hohe Wellen schlug, nicht sein privates Ding, und die Verhandlung im April wird auch öffentlich sein.

Aber wie wäre es, wenn man genau andersrum argumentieren würde – und zwar ungefähr so. Bei uns hat sich Boateng nie etwas zu Schulden kommen lassen, er war stets zuvorkommend und beliebt bei der ganzen Mannschaft. Warum sollen wir ihn nicht bei uns aufnehmen, zumal er sich in den vergangenen zwei Jahren vorbildlich verhalten hat?  Dann müssen die Verantwortlichen eben abwägen, ob sie mit der öffentlichen Kritik leben können, die mE weit über das Ziel hinausschießt (natürlich wurden wieder die Fälle Hoeneß/Rummenigge ins Feld geführt). Das ist sehr heikel, erst recht wenn dann der Prozess tatsächlich ansteht. Mir persönlich wäre das Risiko zu hoch aufgrund des zu erwartenden Ballyhoos auch noch in der entscheidenden Phase der Saison, aber wenn die Bayern damit leben können …

Es werden ja auch die Spieler gar nicht so zwischen den Zeilen angeprangert, dass sie sich zum Fall Boateng nicht äußern wollen. Dabei ist das das Klügste, was sie tun können. Intern werden sie den Fall schon diskutieren und ob sie ihn dabei haben wollen oder nicht.

Ich persönlich sähe Boateng, wenn die Vorwürfe auch gerichtsfest zutreffen, am liebsten im Gefängnis, aber das gibt der Gesetzgeber halt nicht her. Doch wenn die Strafe verbüßt ist, dann hat Boateng wie jeder andere auch jedes Recht, wieder Arbeit, also einen Fußballverein, zu finden, und jeder Arbeitgeber, also die Vereine, jedes Recht, ihn wieder aufzunehmen und wieder einzugliedern. Boateng steht mit seinen 35 Jahren am Ende seiner Karriere. Aber soll ein sagen wir 23-Jähriger in einem ähnlich gestrickten Fall wirklich seine Karriere beenden müssen?

 

 

Aufholjagd in Chicago

Blick über den Teich, NFL

Es war ein Spieltag der Aufholjagden, manche von Erfolg gekrönt, manche nicht. So lagen die Broncos bei den Bears bereits mit 7:28 zurück, doch dann besann sich Russell Wilson seiner alten Klasse bei den Seahawks und führte seine Mannschaft mit insgesamt drei Touchdownpässen zum Sieg. Ein Field Goal aus 51 Yards besiegelte die Niederlage für die Bears. Es war vielleicht das beste Spiel von Wilson, seit er im vergangenen Jahr von den Seahawks zu den Broncos gewechselt war und so viel Kritik einstecken musste.

Auch die Colts starteten eine veritable Aufholjagd zu Hause gegen die Rams.0:23 lagen sie zurück, doch in der 2. Halbzeit schafften sie drei Touchdowns. Der hochgedraftete Anthony Richardon zeigte eine bemerkenswerte Leistung mit zwei TD-Pässem und einen TD-Run. Belohnt wurde das Ganze allerdings nicht. Denn die Rams gewannen vor der Overtime den Münzwurf und nutzten den ersten Drive trotz eines sichtlich angeschlagenen Matthew Stafford zum Touchdown, der das Spiel beendete. Mir bleibt unbegreiflich, warum in einem solchen Fall der Gegner nicht noch die Möglichkeit zur Antwort hat, wie es mittlerweile bei einem Fieldgoal der Fall ist. Es kann doch nicht der Zufall Sieg oder Niederlage in dieser Art und Weise beeinflussen.

Erstaunlich spannend war die Partie zwischen den hochgewetteten Eagles und Außenseiter Commanders, in der die Eagles ebernfalls eine Overtime benötigten und hier sogar den ersten Ballbesitz der Commanders unbeschadet überstanden. Ändert nichts an meiner Einstellung, dass die OT-Regeln höchst ungerecht sind – und zwar ohne Not (und nur des Spektakls Willen?).

Vier Spiele, also fast ein Viertel,  haben alle Teams jetzt absolviert, und nur noch die Eagles und 49ers sind ohne Niederlage geblieben. Sie sind auch (vielleicht neben den Cowboys) die haushohen Favoriten für die NFC-Championship. Für mich den besten Eindruck machen die 49ers, offensiv unter anderem mit einem unglaublichen Christian McCaffrey und vor allem auch defensiv. Auch die Lions konnten den Vorschusslorbeer bestätigen mit einer 3:1-Bilanz. Dabei zeigt der Deutsch-Amerikaner Amon Ra St.Brown mehr als ordentliche Leistungen mit bisher zwei Touchdowns, auch wenn der absolut überragende Auftritt bisher fehlt. Für die bisher sieglosen Bears und Panthers wird es eine lange Saison.

Die absolute negative Überraschung sind die Bengals. Nicht nur wegen ihrer 1:3-Bilanz, die zumindest statistisch gesehen eine Play-off-Teilnahme sehr schwierig macht. Nein, es fehlt an all der Inspiration, die das Spiel der Bengals in den vergangenen beiden Jahren so aufregend gemacht hat. Gerade Quarterback Joe Borrow ist ein Schatten seiner selbst, er wirkt allerdings auch nicht hundertprozentig fit. Gerade mal zweimal hat die einstige und hoffentlich baldige Touchdown-Maschine den Ball in die gegnerische Endzone befördert, sein bestes Rating ist 85, und zweimal lag es bei unter 60 – ein unterirdischer Wert. Er wird allerdings auch von seinem Receiving-Corps ziemlich im Stich gelassen. Außer Ja´Mar Chase ist da reichlich wenig auf dem Feld. Und 3:27 bei den Titans muss man erst mal verlieren.

Auch die Chiefs tun sich schwer. Gestern Nacht benötigten sie viel Glück und am Ende auch die Hilfe der Refs zu einem knappen Sieg bei den Giants. Wenigstens die 3:1-Bilanz spricht für sich. Ansonsten überzeugen in de AFC vor allem die Bills, aber auch die Dolphins und die Ravens. Kein Team in der AFC ist ohne Niederlage oder ohne Sieg. Das verspricht Spieltag für Spieltag viel Spannung, und sogar ich als Bengals-Sympathisant habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich der Wind in Cincinatti noch dreht …

Das war die Woche, die war

Ein bisschen Zittern musste sein

Mein Höhepunkt der Woche war ganz klar der Ryder Cup, obwohl ich nur den Schlusstag intensiver verfolgt habe. Im Nachhinein kann man es leicht sagen, aber die Spannung zwischendrin war schon ganz nett. Als plötzlich die Mitte des Tableaus nur noch Rot für Amerika aufleuchtete. Dass das Ganze dann durch einen von Rickie Fowler geschenkten Putt entschieden wurde, war irgendwie nicht passend. Zumal ein 90-cm-Putt bei dieser Anspannung erst mal gemacht werden muss.

Auf europäischer Seite war Viktor Hovland unglaublich. Und der Norweger steht erst am Anfang seiner Karriere, die eigentlich keine Grenzen kennt bei all den Unwägbarkeiten, die gerade Golf mit sich bringt, siehe zum Beispiel Morikawa, als nächster Woods gefeiert, aber doch (auf hohem Niveau) stagnierend.

Insgesamt war das Niveau erstklassig mit spektakulären Schlägen. Und doch sind das alles Menschen und kene Maschinen wie zum Teil haarsträubende Fehlschläge ins Wasser oder ins Gebüsch zeigen.

Das Format ist einmalig faszinierend, und es ist meines Erachtens ein großer Vorteil, dass es nur alle zwei Jahre stattfindet.

Ende eines Missverständnisses

Gerade mal zehn Monate durfte Max Eberl bei RB als Sportdirektor wirken, dann wurde er schnöde gefeuert. Es sei alternativlos gewesen, hieß es. Am fehlenden sportlichen Erfolg kann es nicht liegen. RB wurde Pokalsieger (wofür Eberl allerdings wenig konnte), und im Sommer hat er trotz der Abgänge von absoluten Schlüsselspielern wie Nkunku und Gvardiol eine aufregende, vielleicht sogar titelreife Mannschaft gezimmert. Aber es waren wohl menschliche Diskrepanzen. Der angeblich mangelnde Fleiß und die häufige Absenz via München erscheint mir da nur ein Vorwand. Dass der Rauswurf einen Tag vor der Partie gegen Bayern bekannt gegeben wurde, ist mehr als diskutabel, zumal nach allen, was man so liest nicht die Gefahr bestand, dass der Entschluss durchgestochen wird.

Um Eberl muss man sich keine Sorgen machen. Die Frage ist nur, wie lange die Schamfrist ist, bevor er bei den Bayerbn anheuert. Den dortigen Sportdirektor Christoph Freund wird es freuen.

Verzweifllungstat um Boateng

Ich hielt es ja für einen vespäteten Aprilscherz, aber Jerome Boateng scheint tatsächlich zum FC Bayern zurückzukehren. Ein Spieler, den Olympique Lyon in der vergangenen Saison für zu schlecht für die Ligue 1 befunden hat. Ein Spieler, der im Sommer keinen Verein fand (nur deshalb ist ein Wechsel jetzt überhaupt möglich). Ein Akt der Verzweiflung, der die katastrophalen Transferfehler der Münchner im Sommer, als man ohne große Not mehrere Verteidiger hat ziehen ließ, kaschieren soll. Warum kann man eigentlich nicht auf einen aus dem so gerühmten Nachwuchsinternat zurückgreifen, das muss für die betreffenden Spieler ein Schlag ins Kontor, ich formuliere es mal vornehm, sein. Manchmal hilft doch ein Schubser ins kalte Wasser. Ein Louis van Gaal hätte mit Sicherheit einen jungen ausgegraben wie damals Thomas Müller und Holger Badstuber.

Mammutsaison ist zu Ende

Gestern war es endlich soweit. Alle 30 MLB-Teams haben ihre 162 Spiele absolviert, übrig geblieben sind zwölf, die ab morgen den Weltmeister, die Amis mögen es zurückhaltend, ausspielen. Es geht bei Null los, die bisherige Saison gibt allenfalls Anhaltspunkte, weil vor allem die Pitcher-Rotation eine ganz andere sein wird. Aber die Offensive der Braves ist schon ziemlich furchterregend. Wenn ich mich festlegen müsste: Die nächste Konfettiparade findet in Atlanta statt.

In neuen Sphären

Einen geradezu unfassbaren Weltrekord im Marathon stellte die Kenianerin Tigst Assefa in Berlin auf. Und zwar am Sonntag vergangener Woche (gehört streng genommen also nicht mehr in diese Rubrik). Die Zeit lautet 2:11:53 Stunden. Inwieweit die neuen Wunder-Karbonschuhe geholfen haben, sei dahingestellt, es ist trotzdem unglaublich. Diese Schuhe scheinen aber der Gesundheit nicht dienlich zu sein, die Zahl der Knieverletzungen ist signifikant gestiegen. Ich bin gespannt, ob der Weltverband es gegen die Branchenriesen Nike et all es wagt einzuschreiten. Umfassende Untersuchungen sind allerdings ein Muss.

Aus für Satou Sabally

Die deutsche Basketballerin scheiterte mit ihren Dallas Wings an Titelverteidiger Las Vegas Aces, und zwar mit einem 0:3-Sweep. Zumindest die letzte Niederlage in Dallas war unnötig, führte Dallas doch fünf Minuten vor Schluss mit 61:53, bevor gar nichts mehr fallen wollte (zehn (!) Fehlwürfe en suite).. Sabally selbst spielte eine durchwachsene Serie, konnte an ihre großartige Saison, für die sie als am meisten verbesserte Spielerin ausgezeichnet wurde, nicht anknüpfen.

Ihre Schwester Nyara ist dagegen noch im Titelrennen mit New York Liberty. Sie selbst spielt allerdings nur eine untergeordnete Rolle.

Turniersieg für Zverev

Die Formanstieg von Sascha Zverev hält an. In Chengdu gewann er seinen 21. ATP-Titel durch einen Finalsieg gegen den aufstrebenden Russen Roman Safiullin, dem allseits eine gute Zukunft prophezeit wird.

Premiere auf Glas

Am Freitag fand in München eine außergewöhnliche Basketball-Partie statt. Die Akteure des FCBB und MHC spielten auf Glas, wohl erstmals in Europa. Die Reaktionen waren durchweg positiv, guter Grip. Und dann gibt es unzählige virtuelle Möglichkeiten. Die NBA schickte extra Abgesandte, das wäre doch was für die Show-Liga.

Irrsinn der Woche

Es geht mal wieder um den VAR, diesmal in England. Nach einem Tor für Liverpool in der Partie bei Tottenham aberkannte der Schiedsrichter wg Abseits ein Liverpool-Tor, zu Unrecht. So weit, so schlecht. Der VAR schritt ein, und jetzt wird es kurios. Angeblich sah der VAR den Fehler, doch aufgrund eines Kommunikationsfehlers dachte der Schiedsrichter, seine Entscheidung würde bestätigt und setzte das Spiel mit Freistoß Tottenham fort. Erst jetzt wurde allen der grobe Schnitzer bewusst, doch ein zurück war nicht mehr möglich. Es blieb nach der Partie nur zähneknirschendes Entschuldigen. Dazu hätte ich noch eine Anmerkung: Wenn es wirklich eine dermaßen klar falsche Entscheidung war, die fast sofort bemerkt wurde: Warum geht der Schiedsrichter dann nicht zum Tottenham-Kapitän, erklärt die Sachlage und überlässt den Rest dem Fairnessgedanken der Spurs, die dann eben mehr oder weniger wehrlos einen Treffer zulassen. Predigen wir nicht immer Fairness, gerade in England?

Wem Football fehlt, den vertröste ich auf morgen nach dem MNF.

Das wird die Woche, die wird

Ah, endlich wieder Champions League

Der 2. Spieltag steht an mit dem Kracher Kopenhagen vs Bayern. Die Eisernen bekommen es bei ihrer Heimpremiere im ausverkauften Olympiastadion mit Sporting Braga zu tun. Am Mittwoch dann BVB vs Milan und Leipzig vs City. Der internationale Schlager der Woche ist Napoli vs Real (in der Union-Gruppe). Viel von der Meistereuphorie in Neapel, ich war live vor Ort, ist nach einem eher mauen Saisonstart und einigen Querelen nicht übriggeblieben.

Der Eiertanz geht weiter

So ganz langsam neigt sich die Vorrunde der Rugby-Weltmeisterschaft dem Ende entgegen. Überraschungen sind bisher ausgeblieben, dafür gab es einige extrem hohe Ergebnisse. Man erwägt ja für die nächste WM 2027 eine Aufstockung, ob das dienlich ist, wage ich zu bezweifeln, aber ich bin da nicht wirklich kompetent, um das beurteilen zu können. Die interessantesten Spiele aus meiner Sicht sind am Samstag Irland vs Schottland und am Sonntag Japan vs Argentinien.

Im Baseball wird es ernst

Nach der Monstersaison geht es jetzt erst so richtig los – erst mal mit vier Wildcard-Games (Best of 3). Die jeweils ersten beiden Partien sind bereits für heute und morgen angesetzt. Im vergangenen Jahr waren diese Serien zum Teil höchst unterhaltsam.

Zverev auf Punktejagd

Die Tenniselite Männlein und Weiblein (allerdings beileibe nicht vollzählig) trifft sich diese Woche in Peking. Die Männer spielen ab morgen das Halbfinale aus. Dabei trifft Zverev auf seinen diesjährigen Dauerkonkurrenten Daniil Medwedew. Er hat sich ja schon bis auf Platz 10 der Weltranglistevorgearbeitet und dieses Jahr keine Punkte mehr zu verteidigen. Das ATP-Finale ist also mehr als realistisch. Zurzeit liegt er im Race auf den 7. Platz. Die Frauen sind erst im Achtelfinale angelangt, auch mit einer Top-Besetzung umd Swiatek, Gauff und Sabalenka.

Gleichzeitig beginnt am Mittwoch schon das Masters in Schanghai. Dort ist bis auf Djokovic die komplette Weltelite am Start.

Volleyballer auf Paris-Mission

Bisher läuft die Olympiaqualifikation der deutschen Volleyball-Männer nach Plan. Gespielt wird in drei Achtergruppen, von denen sich jeweils die ersten Zwei direkt für Paris qualifizieren. Deutschland ist in der Italien-Gruppe. Dahinter scheint Brasilien der härteste Rivale. Auf die trifft man in der Nacht zu Mittwoch.

Und sonst?

Mittlerweile haben alle Ligen ihren Betrieb aufgenommen (bis auf die Volleyballer, versteht sich. Im Snooker stehen die English Open an, im Darts der World Grand Prix.