Das wird die Woche, die wird

Nach den zahlreichen Highlights zuletzt gibt es diesmal nicht das ganz große Sportprogramm. Genug ist trotzdem für jeden dabei.

Zerfledderte Pokalrunde

Der DFB hat sich was Neues einfallen lassen. Die 4 Viertelfinals werden an vier Tagen ausgespielt, jeweils zur Prime Time um 20.45:. Diesen Dienstag und Mitwoch sowie nächsten Dienstag und Mittwoch. Mal schauen, wie das die Zuschauer annehmen, gerade weil gleich 4 Zweitligisten sowie der 1. Saarbrücken noch im Rennen sind. Das Programm

Die., 20.45: FC St. Pauli – Foruna Düsseldorf, ZDF und Sky

Mi., 20.45: Hertha BSC – 1. FC Kaiserslautern, Sky

Di., 6.2.: Bayer Leverkusen – VfB Stuttgart, ARD und Sky

Mi., 7.2.: 1. FC Saarbrücken – Bor. Mönchengladbach, ZDF und Sky

K.o.-Runde in Asien und Afrika

Langsam wird es erst mit den Kontinentalturnieren. Bisher hab ich persönlich kaum etwas gesehen. Heute komplettiert sich in der Elfenbeinküste das Vietelfinale. Die Gastgeber sind nach dem Sieg im Elferschießen gegen Senegal noch dabei. Mit-Favorit Ägypten ist raus, und damit sind einige namhafte Spieler wie Mo Salah (Liverpool) wieder für ihre Vereine frei. Stuttgart muss dagegen weiter auf Guirassy warten, denn Guinea ist noch dabei.

Auch in Asien ist derzeit Achtelfinale.Zurzeit spielt Saudi Arabien gegen das von Jörgen Klinsmann trainierte Südkorea (unter anderem mit dem Bayern Kim Min-Jae und Son Heung-Min von Tottenham. Wem die beiden Clubs die Daumen drücken, dürfte klar sein, zumindest wenn sie an sich selbst denken.

Viele Ausfälle bei den Alpinen

Die zwei Abfahrten der Männer in Chamonix fallen am Wochende ebenso aus wie die Abfahrt und Riesenslalom der Frauen in Garmisch. Wetterpech. Also bleibt nur der Slalom in Chamonix, einer von noch 6 ausstehenden. Schafft Linus Strasser den Triplesieg nach Kitz und Schladming?

Bereits heute fand in Kronplatz ein Riesenslalom der Frauen statt. In Abwesenheit von Petra Vlhova und Mikaela Shiffrin war Lara Gut-Behrami eine Klasse für sich und distanzierte die zeitgleichen Alice Robinson und Sara Hector ium 1,09 Sekunden.

Snooker goes Berlin

Die besten Spieler der Welt sind in der deutschen Hauptstadt. Schon in der 1., Runde hat sich der belgische Weltmeister Luca Brecel gegen den Inder Ishpreet Chadha verabschiedet.

Luke-Duell in Cardiff

Die Premier League der Darter beginnt mit dem 1. Spieltag in der walisischen Hauptstadt E kommt gleich zur Wiederholung des WM-Finales zwischen den Lukes Humphries und Littler. Außerdem: Peter Wrigt vs Rob Cross, Gerwin Price vs Nathan Aspinall und Michael van Gerwen vs Michael Smith. Insgesamt sind 15 Spieltage angesetzt. Es wird in Turnierform (Viertelfinale, Halbfinale und Finale) gespielt. Kan luschtig werden.

Und sonst

  • Die europäischen Fußball-Ligen mit vollem Programm
  • Die deutschen Ligen mit vollem Programm. Die Handballer bestreiten am Wochenende das Pokal-Viertelfinale. Alle Top-teams sind noch dabei.
  • International sind wie gehabt die Basketballer am Start. In der Euroleague steht Dienstag/Mittwoch sowie Donnerstag/Freitag ein Doppelspieltag an. Die deutschen Clubs FC Bayern basketball und Alba Belin brauchen allerdings schon veritable Siegesserien, um wenigstens die Play-Ins zu erreichen.
  • NBA mit normalen Programm
  • All-Star-Weekend der NHL in Toronto u. a. mit Leon Draisaitl und Pro Bowl NFC vs AFC in Orlando. Amon Ra St. Brown ist allerdings nicht dabei. Mit richtigem Football hat das wenig zu tun, aber vielleicht doch ganz nett anzuschauen.
  • Wintersport unter anderem mit Skispringen in Willingen. Biathlon-WM dann ab nächster Woche.
  • Tennisturniere in Linz (Kerber, Niemeier) Hua Hin (Maria), Montpellier (Marterer)

Das war die Woche, die war

Was für eine Woche mit einem pickepackevollen Programm. Höhepunkt waren sicher die Handball-EM und die Australian Open. Dazu noch die Skiflug-WM, viel Wintersport sowie die verschiedenen Ligen und Anderes

Vive la France

Die Handball-EM in Deutschland war insgesamt ein großer Erfolg. Der Publikumszuspruch war gigantisch, mehr als eine Million Zuschauer insgesamt sind schon ein Zeichen. Ob es so ein einmaliges Spektakel wie das Eröffnungsspiel im Düsseldorfer Fußball-Stadion braucht, sei mal dahingestellt. Ist schon was ziemlich event-mäßiges und für mich persönlich verzichtbar. Aber natürlich beste Werbung. Mich würde interessieren, ob man von oben in der Tribüne noch was Konkretes sehen kann. Ansonsten waren die großen Städte mit großen Hallen vertreten. Am Ende setzte sich Frankreich durch, hauchzart erst nach Verlängerung im Halbfinale gegen Schweden und im Endspiel gegen Dänemark. Gerade das Spiel gegen Schweden hinterlässt einen faden Beigeschmack, denn erst ein umstrittenes Freiwurftor nach Ablauf der Spielzeit brachte die Franzosen überhaupt in die Verlängerung. Die Begründung Tatsachenentscheidung, mit dem der schwedische Protest abgelehnt wurde, ist mE letztlich richtig, aber man muss den ganzen Ablauf modifizieren in diesen doch so seltenen Fällen ist mE ein Videobeweis zwingend.

Und die Deutschen? Letztlich war es ein Turnier mit Höhen und Tiefen. Alles habe ich nicht gesehen, aber die 1. Halbzeit im Halbfinale gegen die Dänen, von der Besetzung her die beste des Turnies, fand ich hervorragend. Aber es war auch viel Schwaches dabei, etwa beim noch glücklichen Remis gegen Österreich und auch im Spiel um Platz 3 gegen Schweden, mit dem die direkte Olympia-Quali vespielt wurde. Die Hauptrundenpartie gegen Kroatien lasse ich wg unbedeutend außen vor, auch wennn die zeigte, dass gerade spielerisch viel im Argen ist. Überragend war Andi Wolff, mit Recht zum besten Torhüter gewählt. Tolle Sache für ihn, nachdem es für ihn seit dem EM-Triumph 2016 nicht ganz nach Plan lief.

Forza Jannik

Es gibt einen neuen Grand-Slam-Sieger, und der heißt Jannik Sinner, der erste bei den Männern aus bella Italia seit Adriano Pannetta 1976 (!). Der Italiener spielte ein fantastisches Turnier, und diesmal behielt er auch die Nerven etwa im Halbfinale gegen Novak Djokovic, als er reichlich unglücklich den 3. Satz velor, anders als vor 2 Jahren in Wimbledon die Partie nicht wegwarf, sondern souverän nach Hause spielte. Nicht einen einzigen Breakball hatte der Djoker. Sicher nicht seine beste Leistung, aber er war  im gesamten Turnier weit von seiner Bestform entfernt. Dämmern da die Tennisgötter? Gemach, gemach. Das Meisterstück schaffte Sinner dann im Finale gegen Daniil Medwedew, als er einen 0:2-Rückstand noch umbog. Dabei profitierte er allerdings auch von der zunehmenden Müdigkeit des Russen, der zuvor viel länger auf dem Platz stand, etwa beim Halbfinalthriller gegen Zverev.

Apropos Sascha. Der zeigte ein sehr wechselhaftes Turnier, benötigte einerseits viel Glück und zwei Matchtiebreaks im 5. Satz, um nicht früh rauszufliegen. Andererseits brillierte er im Viertelfinale gegen Carlos Alcaraz und zeigte in dieser Partie sicher seine beste Leistung seit deiner Rückkehr nach seinem Bänderriss im Juni 2022. Gegen Medwedew entschieden letztlich nur Kleinigkeiten zu seinen Ungunsten. Aber Zverev muss den Grand-Slam-Sieg wahrlich noch nicht abschreiben. Mindestens vier oder fünf Jahre auf höchtem Niveau traue ich ihm zu. Obs dann reicht, hängt dann von Kleinigkeiten und auch Unwägbarkeiten ab.

Das Turnier der Frauen war eigenartig, um es vornehm auszudrücken. Aryna Sabalenka war die logische Siegerin, das Halbfinale gegen Coco Gauff war die einzige Partie, in der die Weißrussin wenigstens etwas gefordert wurde. In der anderen Tableau-Hälfte verabschiedeten sich alle Favoritin sehr früh. So kam es zum Halbfinale zwischen Dayana Yastremska und Qinweng Zheng. Die Ukrainerin Yastremska musste vorher sogar in die Qualifikation und benötigte dort dreimal drei Sätze. Letztlich kam Zheng ins Finale und schaffte dabei das Kuststück, nicht eine einzige gesetzte Spielerin aus dem Weg räumen zu müssen. Das war kein Frauen-Turnier, das lange im Gedächtnis bleiben wird, außer bei den Protagonistinnen.

Im Doppel schlug die Stunde der Alten. Bei den Männern gewann der 43-jährige Rohan Bopanna an der Seite von Matthew Ebdon (36), die sich im Finale gegen Simone Bolelli (36) und dem Jungspund Andrea Vavassori (erst 28) durchsetzten. Der Inder ist damit Nummer 1 der Doppel-Weltrangliste. Die 38-jährige Su-Wei Hsih siegte im Frauendoppel mit Elise Mertens und im Mixed an der Seite von Jan Zielinski. Das bessert die Rentenkasse (entschuldigung) erheblich auf. Das gilt auch fürs deutsche Zufallsdoppel Yannick Hanfmann/Dominik Köpfer, das erst im Halbfinale gestoppt wurde.

Schwächelt Bayer etwa?

Es hatte sich bei den Last-Minute-Siegen der Leverkusener in Augsburg und Leipzig angedeutet. Der Motor läuft nicht mehr so geschmiert wie noch in der Hinrunde. Und dann will eben mal nicht das Runde ins Eckige wie am Samstag gegen Gladbach, die den ermauerten Punkt bejubeln durften. Bayer steht immer noch glänzend da, ist weiter Tabellenführer, aber es fehlt die Leichtigkeit und Souveränität. Und jetzt sind die Bayern in Schlagdistanz, wenngleich die ihre eigenen Probleme haben, die der knappe Sieg in Augsburg nur schlecht kaschieren kann. Vielleicht bringt das direkte Aufeinandertreffen in zwei Wochen in der BayArena Klarheit. Wer steckt seine Ausfälle besser weg, dürfte eine der wichtigen Fragen sein. Nicht zuletzt die Abstellungen nach Asien und Afrika zu den Kontinentalturnieren dort spielen sicher eine Rolle, aber das durfte man ja erwarten und war bei der Kaderplanung hoffentlich eingepreist. Andere Mannschaften sehe ich nicht mehr im Titelrennen, auch wenn die Stuttgarter beim 5:2 gegen Leipzig eine tolle Leistung ablieferten und Platz 3 festigten.

Im Abstiegskampf sehe ich  die drei unteren Plätze bereits vergeben. Köln, Mainz und Darmstadt dürften nur noch den 16. Platz als Ziel haben. Der Rest der Liga ist schon ein wenig enteilt, und selber fällt diesem Trio das Punkten doch verdammt schwer.

Was mir sonst noch wichtig war und auffiel

– die beiden Conference Finals in der NFL (siehe voriger Beitrag). Um den Super Bowl kämpfen in 2 Wochen die San Francisco 49ers und die Kansas City Chiefs, wahrlich nicht mein Traumfinale. Ich hätte den Detroit Lions in San Francisco den Fortgang ihrer Cinderella-Story und den erstmaligen Einzug in den Super Bowl gewünscht, aber wer solche Fehler macht …

– Mikaela Shiffrin verletzt: Die Amerikanerin stürzte bei der 1. Abfahrt in Cortina und musste ins Krankenhaus. Die erste Diagnose: Sie ist offenbar nicht schwer verletzt und könnte in diesem Winter noch zurückkommen. Ihren Start beim morgigen Riesenslalom am Kronplatz hat sie aber abgesagt, und die fürs Wochenende geplanten Rennen in Garmisch fallen dem warmen Wetter zum Opfer. In Cortina siegten die Österreicherin Stephanie Vernier, die Norwegerin Ragnild Mowinckel sowie Lara Gut-Behrami.

– Zwei eher maue Super-Gs in Garmisch bei den Männern mit den  Siegern Nils Allègre und Marco Odermatt. Ziemlich kurze Strecke und kaum große Schwierigkeiten. Wenn ich da an die vorherigen Rennen in Wengen und Kitzbühel denke … Ein Skifest gab es während der Woche beim Riesenslalom und Slalom in Schladming. Im RS fuhr Odermatt von Platz 11 im 2. Durchgang noch zum Sieg, am nächsten Tag triumphierte der Skilöwe Linis Strasser im Slalom und vollendete als erster Deutscher das Doppel Kitz/Schladming als Sieger. Das Wetter war mies, und doch waren (fast alle) begeistert. Nur mein persönlicher Freund, Skipräsident Eliasch, maulte, es seien zu viele Zuschauer gekommen. Der Amerika-Lover rechnete vor, dass also insgesamt der ökologische Fingerabdruck bei den zwei Rennen größer sei als bei den nicht nur wegen ökologischen Irrsinns mehr als umstrittenen US-Trips.

– Stefan Kraft im Einzel und Slownien im Team holten sich die WM-Titel im Skifliegen am Kulm in Bad Mitterndorf. Kraft profitierte vom reichlich vekorksten Sprung des nach zwei Sprüngen führenden des Slowenen Timi Zajc. Und der eigentlich vorgesehene 4. Durchgang wurde wg Wetter gestrichen

– Die Rodelnation Nummer 1 heißt dieses Jahr Österreich (und nicht wie gewohnt Deutschland), die nach ihrer so erfolgreichen Heim-EM auch bei der WM am Wochenende in Altenberg mit 4 Titeln und 9 Medaillen am besten abschnitt und dabei noch im Teamrennen eine fast sichere Medaille, wenn nicht gar den Titel wegwarf. Deutschland kam „nur“ auf 3 Titel.

– Erwähnenswert im US-Sport sind die unglaublich anmutenden Punkteausbeuten von Luka Doncic 73 und Joel Embiid 70 in regulären NBA-Spielen. Beide sind damit in den Top Ten der ewigen Rangliste. Und in der NHL sammelte Leon Draisaitl seinen 800. Scorerpunkt. Seine Oilers haben 16 Spiele in Folge gewonnen und sind nur noch einen Sieg vom ewigen Rekord entfernt.

Die Wochenvorschau erfolgt morgen.

 

Zu dumm zum Gewinnen – und das zweimal

Blick über den Teich, NFL

Also Kansas City Chiefs gegen die San Francisco 49ers. Es ist alles andere als mein Traumfinale, der Super Bowl in zwei Wochen. Aber schon die gesamten Play-offs zieht es sich durch, dass meistens das Team verloren hat, dem ich die Daumen drücke. Aber gerade am Sonntag haben die unterlegenen Teams Baltimore Ravens und Detroit Lions ihr Grab, wenn ich ds so dramatisch nennen darf, selbst geschaufelt. Zu dumm zum Gewinnen, zwei Teile

Teil I. Baltimore Ravens – Kansas City Chiefs 17:10 (17:7)

Ein merkwürdiges Spiel, das mich am Ende ratlos zurücklässt. Die ersten beiden Drives der Chiefs führten gleich zu zwei Touchdowns. War das wirklich die gefürchtete Ravens-Defense? Die Ravens brachten ihrerseits in der 1. Halbzeit außer einen schönen TD wenig bis nichts zustande und konnten von Glück sprechen, dass sie zur Pause nicht höher als mit 7:17 zurücklagen, weil die Chiefs u. a. in einem Drive auf TD anstatt sicheres Fieldgoal spielten und dabei per Fumble den Ball verloren.

Baltimore hatte also noch alle Chancen, aber mit einer Melange aus Pleiten, Pech und Pannen verhinderten sie praktisch selbst ein Comeback. Ein verschossenes Fieldgoal, ein Fumble an der 1-Yard-Linie statt des vermeintlich sicheren Touchdown und ein zwar behänder, aber manchmal auch reichlich wirrer Quarterback Lamar Jackson, der manchmal kreuz und quer lief und trotz reichlich Zeit keine Anspielstation fand oder sich schlicht nicht traute, seine Ballempfänger in eine 1 zu 1 Coverage zu schicken. Ein Patrick Mahomes hätte sicher den einen oder anderen Pass mehr gewagt, aber das bleibt meine unbewiesene Theorie.

Die Chiefs brachten ihrerseits offensiv gar nichts mehr zu Stande und kamen nicht einmal auch nur in die Nähe eines Fieldgoals, aber ihr Vorsprung reichte zum Einzug in den Super Bowl, der die Titelverteidigung möglich macht. Warum sie sich in dieser vermeintlich so superstarken AFC mit eigentlich nie überragenden oder auch nur überdurchschnittlichen Leistungen durchsetzen können, gehört zu den Rätseln des Footballs, die ihn halt auch so spannend und für die Fans so rasend machen. Denn das beste Team der AFC stellen sie mE auf keinen Fall, aber wie sagte schon Fußball-Trainer Hermann Gerland? Immer Glück ist auch Können.

Teil II. San Francisco 49ers – Detroit Lions 34:31 (7:24)

Eine Halbzeit lang lief es gigantisch für die Lions und „laufen“ kann hier wörtlich genommen werden, denn alle 3 Touchdowns erzielten sie nach Läufen. Und auch sonst liefen Montgomery, Gibbs und Co fast wie das Messer durch warme Butter durch die SF-Defense. Und Quarterback Jared Goff fand auch seine Ballempfänger wie Amon Ra St. Brown. Der Defense gelang es darüberhinaus, die 49ers einigermaßen in Zaum zu halten, gerade auch Christian McCaffrey.

Allen Beteiligten musste klar sein, dass die Partie zwar auf einem guten Detroiter Weg war, aber noch längst nicht entschieden. Die 49ers begannen mit einem Fieldgoal, die Lions brachten in ihrem ersten Drive den Ball bis zur 28-Yards-Linie – und es folgte die folgenschwere Entscheung von Headcoach Campbell, nicht auf das (durchaus machbare) 45-Yards-Fieldgoal zu setzen, das wieder einen Drei-Score-Abstand hergestellt und überdies die Partie wieder beruhigt hätte, sondern den 4. Down und2 auszuspielen. Das ging schief, und danach für die Lions erst mal alles. Zunächst gelang 49ers QB ein langer Wurf, der mit mehr Glück als Verstand kurz vor der Endzone Brandon Aiyuk fand anstatt intercepted wurde, weil er vom Helm eines Detroiter Verteidiger abprallte. Es folgten Touchdown und unmittelbar danach ein Fumble von RB Gibbs und ein weiterer Touchdown der 49ers zum 24:24 und relativ kurz danach ein Fieldgoal von San Francisco zum 27:24.

Doch noch war natürlich nichts verloren für die Lions, und sie kamen bis zur gegnerischen 30-Yards-Linie. Wieder klare Field-Goal-Range (zum möglichen Ausgleich), doch wieder ließ Campbell den 4. Versuch ausspielen, und wieder ging es schief. Im Gegenzug dann ein TD der 49ers und die Entscheiung.

Danach wurde natürlich über die ausgespielten 4. Downs diskutiert. Zumindest die erste Entscheidung habe ich überhaupt nicht verstanden, einfach weil sich ein 3-Score-Abstand sehr gut anhört und die Nerven beruhigt. Klar, Campbell hat schon die gesamte Saison mit unerwarteten Plays Erfolg gehabt. Und dass danach bei zwei Plays alles schiefgeht, was schiefgehen kann (aber das ist halt auch part of the game), kann man dem Coach nicht anlasten. Aber das was wäre wenn bleibt, wie bei so vielen Teams, die es letztlich nicht geschafft haben, siehe Bills, siehe Packers, siehe, siehe, siehe …

Jetzt also Chiefs vs 49ers. Für mich sind die Teams  ziemlich gleichwertig und leider für mich ist es letztlich egal, wer gewinnt. Ich kann mit beiden Siegern gut leben und leide mit keinem Team über Gebühr. Vielleicht setze ich ein kleines Sümmchen, damit ich ein bisschen mehr fiebere … Ein bisschen mehr wünsche ich es den 49ers, weil sie insgesamt die klar bessere Saison gespielt haben. Mehr dazu in zwei Wochen. Den Pro Bowl in einer Woche werde ich wenn überhaupt nur sehr marginal verfolgen, wie immer in den vergangenen Jahren.

 

Eine Überraschung, aber welche?

Blick über den Teich, NFL und NBA

NFL

Nach einem bisher ohnehin fantastischen Sporttag mit einem großartigen Finale der Australian Open, stehen ab 21 Uhr noich die beiden Conference Finals istatt. Zweimal empfängt die Nummer 1 der Conference League die Nummer 3. Ich tippe mal, dass es einen Auzswärtssieg gibt. Aber beide Spiele können mE so oder so ausgehen.

So., 21.00: Baltimore Ravens – Kansas City Chiefs

Die für mich beeidnruckendste Leistung der Divisional Finals vor einer Woche lieferte die Defense der Ravens gegen die Houston Texans ab. In der 2. Haslbzeit ließ sie gegen die vorher so starke Offense der Texans gar nichts mehr zu. Es ist nicht zu erwarten, dass die Ravens heute defensiv sehr viel schlechter sind. Aber es ist halt Patrick Mahomes auf der Gegenseite mit manchmal brillanten Spielzügen. Wichtig wird wieder sein, dass seine Ballempfänger seine Würfe auch fangen, gerade auch bei Big Plays über 20 Yards. Dann sehe ich die Chiefs, deren Defense der der Ravens kaum nachsteht, durchaus chancenreich. Wichtig wird ihr Laufspiel und hier vor allem der bisher in den Play-offs so starke RB Pacheco.

Die Ravens können ihrerseits auf Quarterback Lamar Jackson vertrauen, der überzeugend gezeigt hat,d ass er nicht nur toll laufen kann, sondern auch präzise werfen. Wenn er das wieder so zusammenkriegt wie gegen die Texans, sehe ich die Ravens auch dank des Heimvorteils knapp vorn

Vorteil Ravens

Mo., 00.30: San Francisco 49ers – Detroit Lions

Ich fand die 49ers nicht so überzeugend wie die Ravens, wenn dieser Quervergleich gestattet sei. Wenn die Packers es in San Francisco ein bisschen effizienter gestaltet hätten, wären sie in CF eingezogen. Aber dafür haben die 49ers Christian McCaffrey, der mit seinen Läufen und Fängen eine ganze Abwehr auseinandernehmen kann. Und QB Brock Purdy hat jetzt auch in einem Play-off-Spiel gezeigt, dass er wenig Fehler macht. Die Lions dagegen sind auf eine Mission: Den ersten Super Bowl ihrer Geschichte zu erreichen. Die Offense produziert regelmäßig 24+ Punkte und dürfte der SF-Defense einiges Kopfzerbrechen bereiten. Quarterback Jared Goff hat seine Fehlerquote minimiert und einige Anspielstationen für mittellange und auch ganz lange Würfe.

Ich halte es gerne mit Außenseitern, und die Lions sind sicher der größte Außenseiter der verbliebenen vier Teams (die Chiefs als Außenseiter zu benennen, sit angesichts ihrer Erfolgsgeschichte schwierig). Und dann ist da noch der deutsch-amerikanische Wide Receiver Amon Ra St. Brown. Er wäre der erste deutsche Skill-Spieler, der einen Super Bowl erreicht. Die deutsche Keule ist mir eigentlich fremd, aber das wäre schon eine gewaltige Sache und würde vielleicht Football heirzulande einen weiteren Push geben. Deshalb mit viel Herz und (hoffentlich) ein bisschen Hirn tippe ich

Vorteil Lions

Noch kurz zur NBA

Die Partie GS Warriors gegen LA Lakers ist echt sehenswert. Wer wich die Spannung erhalten will, möge aufhören zu lesen

f

f

f

f

Zweifache Overtime und erst zwei Freiwürfe von LeBron James entscheiden 1,2 Sekunden vor Schluss die Partie. Es ging hin und her: Steph Curry mit ein paar grandiosen Dreiern. LeBron immer noch unglaublich für seine 38 Jahre. Das hat schon viel Spaß gemacht, obwohl ich eher keines der beiden Teams im Conference Final sehe und auch nicht sehen will. Mehr zur NBA-Woche morgen oder übermorgen

Was vom Freitag übrigblieb

Zwei wichtige Halbfinals mit deutscher Beteiligung, zwei Niederlage. Sowohl Sascha Zverev bei den Australian Open als auch die Handballer bei der Heim-EM in Köln haben den Kürzeren gezogen.

Beide schnupperten am Sieg. Zverev war gegen Andrihj Medwedew mit 2:0 Sätzen vorn. Im Tiebreak des 3. Satzes lag er bei eigenem Aufschlag mit 5:4 vorn, doch mit zwei magische Returns wehrte der Russe diese grandios ab und holte sich kurze Zeit später den Durchgang. Einer war ein Returnstop, der so wahrscheinlich nicht geplant war,

Danach war der Tank bei ziemlich leer vielleicht auch wg des Fiebers, das ihn in der Nacht zuvor heimsuchte. Medwedew dagegen servierte jetzt bärenstark und ließ praktisch keine Chancen mehr zu.

Jetzt trifft der auf Jannik Sinner, der den zehnfachen Melbourne-Sieger Novak Djokovic aus dem Turnier nahm. Mit einer fulminanten Leistung. Der djoker hatte nicht einen einzigen Breakball, was ihm in einer Grand-Slam-Begegnung anscheinend noch nie passiert ist. Er selbst sprach von seiner schlechtesten Leistung ever bei einem GS-Turnier. Maßlos übertrieben, finde ich. Und auch ein bisschen abwertend gegenüber Sinner. Aber in einem Halbfinale von Melbourne hat er bestimmt schon sehr viel besser gespielt.Diesmal war das ganze Turnier ein ziemlicher Kampf und Krampl.

Ich favorisiere jetzt Sinner. Aber ich persönlich mag auch Medwedew und seine ganze Art sehr. In dem Sinn hoffe ich einfach auf ein tolles Spiel und hoffentlich sehr viel spannender als das Frauenfinale, das Sabalenka ohne viel Gegenwehr gegen die zwar bemühte, aber überforderte Zheng für sich entschied. Keinen Satz hat die Weißrussin während des gesamten Turniers abgegeben, während die Mitfavoritinnen wie Swiatek und Pegula früh scheiterten.

Gestern Abend konnten die Handballer gegen den haushohen Favoriten Dänemark von einer Sensation träumen, führten sie doch zur Pause mit zwei Toren Vorsprung. Doch die Dänen ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, glchen schnell aus und übernahmen die Führung. Zu viele Unkonzentriertheiten im Angriff, (viele Stürmerfouls), und nach der Pause war der vorher überragende Keeper Andi Wolff zwar noch stark, aber halt nicht mehr außerirdisch. Letztlch war der dänische Sieg klar und verdient.

Im zweiten Halbfinale stand Schweden praktisch schon im Finale. Nach schwacher erster Halbzeit dreihten sie die Partie und führten bei abgelaufener Uhnr mit einem Tor Vorsprung. Es gab noch einen Freiwurf für die Franzosen, aber der bringt normalerweise (wir reden hier von mehr als 99 Prozent) nichts ein. Diesmal schon. Elohim Prandi drischt den Ball direkt an der Mauer vorbei via Unterkante ins Tor. Also Verlängerung, in der Frankreich sich die sichtlich konsternierten Schweden klar durchsetzt.

Doch es gibt noch ein Nachspiel. Weil Prandi vor seinem Zauberwurf angeblich einen (verbotenen) Seitwärtsschritt gemacht hat, um an der Mauer überhaupt vorbeiwerfen zu können, haben die Schweden offiziell Protest eingelegt. Dieser wurde heute Morgen mit Verweis auf eine Tatsachenentscheidung abgewiesen. Letztlich die richtige Entscheiung, denn ein erfolgreicher Protest würde eine Protestflut nach sich ziehen. Trotzdem habe ich einen blöden Beigeschmack, denn die Fernsehbilder bestätigen eher die Schweden-Version. Warum die Schiris nicht den Videobeweis anforderten, wird ihr Geheimnis bleiben. Sonst gibts den bei dieser EM bei jedem strittigen Blödsinn.

Und noch kurz zu den Alpininnen nach Cortina. Eine Schlüsselstelle hat sogar die unvergleichliche Mikaela Shiffrin abgeworfen. Sie landete im Netz und musste mit dem Heli abtransportiert werden. Leichte Entwarnu8ng bei de ersten Stellungnahme. Offenbar keine schwere Knieverletzung oder Ähnliches und damit kein vorzeitiges Saisonaus. Es waren eh viele Stürze, vor allem an dieser Stelle, weil der Sprung zuvor sehr nahe vorm Netz erst endete.

Mehr zum Skifahren heute Abend. Jetzt muss ich raus in die Sonne, warm eingepackt allerdings.