Und da war auch noch …

Zwei ziemlich amüsante Nachrichten geisterten dieser Tage durch die Medien. Endlich mal was eher Lustiges bei all dem Ernst

Eingesperrt im stillen Örtchen

Einen Protestgrund der ganz besonderen Art fand der Bezirksligist VfB Fichte nach dem 1:4 gegen den FC Gütersloh II. Die Mannschaft musste in der 2. Halbzeit ohne ihren Trainer Jan Kubovic auskommen. Den war nach der in der Toilette eingesperrt, und niemand fühlte sich bemüßigt, den Coach aus seiner misslichen Lage zu befreien. Obwohl er schrie und klopfte und das eigentlich doch so stille Örtchen in ein lauten Ort verwandelte.Es kam sogar ein Hausmeister, der nach einer halben Stunde endlich reagierte, doch der hatte nicht das passende Werkzeug parat und musste erst mal unverrichteter Dinge abrücken. Immerhin war der Mann so gnädig und informierte weitere Menschen von des Trainers Pein. Endlich hatte einer den Geistesblitz wie einst Alexander, der Große, der den Gordischen Knoten einfach mit seinem Schwert durchtrennte. Ein solches brauchte ein offenbar fußstarker Mann gar nicht und trat die Tür kurzerhand ein – leider erst nach Spielschluss.

Die Manschaft sei ohne ihren Trainer völlig kopflos gewesen, beharrte Fichtes Fußball-Abteilungsleiter Jobst Hölzenbein. Und ein bis dato „ergebnisoffenes“ Spiuelk sei gekippt. Keiner des FC Gütersloh habe reagiert, bemängelte Hölzenbein, was für ein Fußball-Name, denn sofort denke ich an Bernd, WM-Finale 1974, Schwalbe, Elfmeter, Ausgleich, Weltmeister.Ach Bernd … Und der Schiri habe darauf bestanden, das Spiel fortzusetzen, vielleicht hatte er ein Date mit einer Frau.

Tja, so eine Abwesenheit des Cheftrainers kann schon zutiefst veunsichern. Andererseits: Ich denke gerade an Joshua Kimmich, wie er befreit wäre, wenn er die mürrische Miene von Thomas Tuchel nicht mehr sehen müsste. Oder die Spieler von Pep Guardiola, wenn sie nicht ihren ständig mit den Armen rudernden Trainer an der Seitenlinie ertragen müssten. Oder gar einst die Spieler von Dynamo Kiew, die angesichts der zur Salzsäure erstarrten Valeri Lobanowski auf der Trainerbank sich immer fragen mussten, der er jetzt wirklich noch am Leben sei. Vor allem die Neuen im Verein mussten sich an dessen völlige Bewegungslosigkeit, egal ob bei 30 Grad plus oder minus, erst gewöhnen.

Und doch: Dem Protest muss stattgegeben werden. Ich fordere ein Wiederholungsspiel, und notfalls kann Jan Kubovic ja den nächsten Baum suchen.

https://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/23786316_Zweite-Halbzeit-findet-ohne-ihn-statt-Bielefelder-Fussballtrainer-auf-der-Toilette-eingesperrt.html

„Das ist meine Kabine“

Auf Trainerentlassungen reagieren die Coaches höchst unterschiedlich. So lobten Galdbachs Verantwortliche, dass Jupp Heynckes seinen Dienstwagen schlüsselferig, vollgetankt und bestens gewartet übergeben hätte. Viele Trainer packen ihr Zeug zusammen, stopfen den Krempel ins eigene Luxusgefährt und brausen mit durchdrehenden Rädern auf erst mal Nimmerwiedersehen davon. Manche lassen sich dazu herab, bei meist offener Seitenscheibe noch mehr oder weniger freundliche/sinnvolle Worte zur Entlassung zu äußern, immer eingedenkt der Abfindung, die den Abschied vesüßt.

Und Niko Laukötter von der 2. Vertretung des FC Bocholt. Der baute die von ihm in freundlicheren (Corona)-Zeiten mit eigenen Händen errichtete Kabine, mit Discokugel (!) wieder ab. „Das ist ja meine“, sagte er sich, und seine Ex-Spieler unterstützten ihn bei seinem Tun. Dem Coach wurde ja auch übel mitgespielt, wurde ihm doch mitgeteilt, dass er zur kommenden Saison nicht mehr Trainer sein würde. Offenbar auch gegen den Willen seiner Spieler, die ob dieser Entscheidung kurzerhand zu einem Pflichtspiel nicht antraten, es wird kampflos zu Gunsten des Gegners SV Brünen gewertet. Und bis Mittwoch ließ sich auch niemand mehr blicken.Wohlgemerkt: Es geht um wichtige Zähler in der Kreisliga A Rees-Bocholt. Ich stelle mir geradeThomas Tuchel vor, wie er den hochmodernen Kabinentrakt der Bayern …, ach nein, er hat ihn ja nicht selbst gebaut.

Einen wunderbaren Kommentar schrieb dazu ein gewisser Linksaußen (12:03) bei aaas.de.

https://www.allesausseraas.de/mittwoch-21-02-2024/#comment-767906

„Wenigstens zeigt ich damit, dass ich  nicht die Kabine verloren habe.“ Danke dafür.

https://www.focus.de/sport/fussball/irre-szenen-beim-1-fc-bochholt-nach-seinem-rauswurf-baut-dieser-kreisliga-trainer-die-ganze-kabine-ab_id_259691046.html

Während ich das schreibe, bricht die DFL die Suche nach einem Investor ab. Muss ich erst mal sacken lassen.

So viel mehr als Elfer links unten

Eine sehr traurige und für mich völlig überraschende Meldung ereilte uns diese Nacht. Andy Brehme ist im Alter von nur 63 Jahren gestorben, offenbar wegen akuten Herzversagens. Nichts hatte sich angekündigt, noch vor einem Monat fand er ergreifende Worte für Franz Beckenbauer, der sein Teamchef war, als Deutschland 1990 den Weltmeister-Titel errang. Brehme ist der erste deutsche Weltmeister, der von uns gegangen ist.

Und dieses Endspiel in Rom, ein ziemliches Gewürge gegen ein ultra-defensives Argentinien, wird immer mit dem Namen Andi Brehme verbunden bleiben. Als es nach einem, nunja, Foul an Rudi Völler Elfmeter gab, schritt er zur Tat, weil er sich im Gegensatz zu Kapitän Lothar Matthäus sicher fühlte. Und gegen den Strafstoßkiller Sergio Goygochea vewandelte er ganz sicher: hart, platziert ins linke untere Eck.

Doch Andy Brehme täte jeder bitter Unrecht, reduzierte er ihn auf diesen Elfmeter. Das ganze Turnier in Italien war das Seine, es war ja auch quasi ein Heimspiel für ihn, der gerade seine beste Fußballzeit bei Inter Mailand in der Serie A erlebte. Im Achtelfinale gegen Holland in „seinem“ Mailänder San-Siro, diesem fulminanten Spiel mit Rijkaards Spuckattacke gegen Rudi Völler und dem folgenden Doppel-Rot, war es sein grandioser Schlenzer etwa zehn Minuten vor Schluss ins lange Eck, der die Vorentscheidung brachte. Und im Halbfinale gingen die Deutschen durch seinen grotesk grotesk abgefälschten Freistoß gegen England in Führung, der sich per unhaltbarer Bogenlampe hinter Keeper Peter Shilton ins Tor senkte. Und es versteht sich, dass er im notwendigen Elfmeterschießen seinen Versuch sicher verwandelte.

Brehme war so etwas wie das Lieblingskind von Beckenbauer, von allen Abwehrspielern kam er mit seiner fantastischen Technik der Leichtigkeit des Kaisers am nächsten. Mir fällt auch nach längerem Überlegen kein (nicht nur) deutscher Spieler ein, der mit beiden Füßen gleichermaßen so begabt war.

Sein Herzensverein neben Barmbek Uhlenhorst war für den Hamburger Jung der 1. FC Kaiseslautern, wo er als Profi durchstartete. Unvergessen sind für mich die Bilder nach dem Abstieg der Roten Teufel 1996 (er war nach seiner Erfolgskarriere in München und Mailand in die Pfalzzurückgekehrt), als er nach dem entscheidenden Spiel gegen Bayer Leverkusen wie ein Schlosshund heulend in den Armen von Bayer-Stürmer Rudi Völler lag. Da zeigte einer in der Niederlage echte Trauer und einer im Erfolg keinerlei Triumphgeste, sondern echtes Mitgefühl. Echte Freude blieben Brehme und Völler – bis zuletzt.

Umso schöner für Brehme, dass er mit den Lauterern noch die bisher einmalige Erfolgsgeschichte schreiben durfte. Sofortiger Wiederaufstieg und dann als Aufsteiger die Meisterschaft. Er war da nicht mehr der Hauptakteur, aber immer mit all seiner Klasse ein wichtiger Helfer, wenn ihn Trainer Otto Rehagel brauchte.

Ruhe in Frieden, Andy Brehme. Schöne Worte fand Walter Zenga, der Torwart der so erfolgreichen Inter-Mannschaft. „Ciao amico mio, das hättest du mir nicht antun dürfen, das hättest du uns allen nicht antun dürfen“, schrieb er auf Instagram: „Du bist zu früh weggegangen, mein Freund, aber ich weiß, dass du uns von oben beschützen wirst. Und wie immer wirst du dort stehen und die Elfmeter schießen, einen mit dem Rechten und einen mit dem Linken…“

https://www.sport1.de/news/fussball/champions-league/2024/02/inter-trauert-um-brehme-emotionale-worte-von-zenga

 

 

 

Das war die Woche, die war

Mut zu Lücke heißt meine Devise, sonst komme ich zu überhaupt keinem Ende mehr angesichts der Vielfalt der Geschehnisse.

Ach Tuchel

Eine Woche zum Vergessen der Bayern mit der Niederlage beim VfL Bochum gestern fast als negativen Höhepunkt. Okay, sie hatten diesmal sogar Torchancen und haben sogar 2 Tore erzielt und mit ein bisschen mehr Spielglück auch einen Punkt oder gar einen Sieg schaffen können. Aber insgesamt war das wieder extrem wenig nach der guten Anfangsviertelstunde. Und einige Spieler sind halt in einer veritablen Formkrise wie zB Harry Kane, der in der Verfassung der Hinrunde gestern mindestens 3 Tore geschossen hätte.Undfassbar sein Fehlschuss frei vor Riemann, der jedem Football-Kicker Ehre gebracht hätte. Er liebäugelt angeblich ja mit einer NFL-Karriere nach dem Fußball.  Dazu die üblichen Tuchelschen Fehler. Warum um Himmelswillen kam Tel erst in der 79. Mnute. Der hat in seiner kurzen Eissatzzeit für extrem viel Alarm gesorgt genauso übrigens wie auch Sané, der ebenfalls viel zu spät zum Einsatz kam.

Thomas Müller und Joshua Kimmich bestätigten allerdings mit ihrer mehr als mauen Leistung nachträglich Tuchels Entscheidung vor einer Woche, sie bei Bayer nicht von Anfang an zu bringen.

Schaut man rein auf die Zahlen, stehen die Münchner mit 50 Punkte, einem zumindest zurzeit sicheren Platz 2 und einem tollen Torverhältnis gar nicht so schlecht da. Aber Bayer Leverkusen spielt halt eine fast unwirklich gute Saison. Aber jetzt geht halt gerade gar nicht mehr, und keiner symbolisiert das wohl mehr als Upamecano, der in 2 Spielen in Rom und Bochum durch völlig unsinnige Aktionen im eigenen Strafraum zwei Elfmeter verursachte und jeweils Gelb-Rot sah. Vielleicht ganz gut für ihn und die Münchner, dass er jetzt gegen RB Leipzig und später im Rückspiel gegen Lazio pausieren muss.

Tuchel fand die Niederlage sehr ungerecht. Witzig, dass er diesmal die expected Goals und so bemühte. Von denen war gerade bei der Bayer-Partie, als sie knapp über 0 lagen von ihm weniger die Rede … Offenbar darf er jetzt sogar im Amt bleiben auch mangels Alternativen und weil die Bayern nicht jedes Frühjahr den Trainer rausschmeißen wollen. Aber es knirscht schon gewaltig und die Tuchelsche Art, seine Spieler zu kritisieren wie zuletzt Tel trägt nicht gerade zur Verbesserung des Binnenklimas bei. Und dabei schließe ich Tuchels abgeblichen Satz „ihr seid nicht so gut, wie ihr denkt“ ausdrücklich gar nicht mit ein, weil der mir doch reiclich unbestätigt scheint

Bayer hat auch die hohe Hürde Heidenheim, zuletzt acht Spiele in Folge unbesiegt, genommen. Acht Punkte Vorsprung hat das Team, alle Trümpfe für den ersten Meistertitel in der Hand. Sie müssen nur bei ihrer Maxime Spiel-für-Spiel bleiben. Gerade das gerade aufploppende Thema „keine Niederlage in der Saison?“ darf für die Truppe überhaupt kein Thema sein. Da habe ich bei Trainer Alonso aber auch wenig Bedenken.

Mainz, wie es siegt und bangt

Ein sehr lebhaftes Lebenszeichen haben die Rheinhessen im Abstiegskampf von sich gegeben mit dem erkämpften 1:0 gegen den FC Augsburg. Trainereffekt mit dem gerade geholten Bo Hendrickson. Mal sehen, wie nachhaltig der ist. Jetzt geht es am Freitag nach Leverkusen. Erwähnenswert ist die Partie noch leider wegen dem attentat-mäßigen Foul von Augsburgs Pedersen, für das er vollkommen zu recht Rot sah und hoffentlich für lange Zeit aus dem Verkehr gezogen wird. Will niemand sehen.

Union und Bochum haben sich erst mal aus der größten Gefahrzone entfernt mit ihren Siegen in Hoffenheim und gegen Bayern. Köln, Mainz und Darmstadt kämpfen realistisch gesehen nur noch um den Relegationsplatz. Gladbach sollte aber mal wieder punkten, möglichst dreifach, um din den Strudel gar nicht erst zu geraten

Zu den Protesten mit Tennisbällen habe ich bereits gestern einen Text fabriziert.

https://blickueberdenteich.de/ein-versuch-ueber-tennisbaelle/

Hübscher Rekord, aber wen kümmert es?

All-Star-Weekend jetzt auch in der NBA, nämlich in Indiana aber in aller gebotenen Kürze. Am unterhaltsamsten war noch der Dreier-Wettstreit zwischen Steve Curry und Sabrina Ionescu von der WNBA, das Curry mit 29:26 für sich entschied. Ionescu sammelte dafür genau so viele Punkte wie der spätere Sieger Damian Lillard beim eigentlichen Dreier-Contest. Geradezu erbärmlich war der Dunk-Wettbewerb. Bezeichnend, das diesen mit Mac McClung ein Spieler gewann, der in der Saison in der NBA keine Rolle spielt.

Das eigentliche All-Star-Spiel Ost gegen West entschied der Osten mit 211:189 für sich. Erstes Mal über 200 Punkte, Verliererteam mit den meisten Punkten so viele Dreier wie noch sowie weitere Rekordeund und … Kurz reingeschaut, natürlich nur relive, sogar beifällig über Lokalmatador Tyrese Haliburtons Dreierserie und am Ende noch mal geschaut, wer denn gewonnen hat und MvP wurde. Damian Lillard und nicht Haliburton, was einige der Indiana-Pacers-Fans mit Pfiffen quittierten. So geht Fairness.

Frankreich und Norwegen top – die Deutschen ordentlich.

Gestern ging die extrem stimmungsvolle Biathlon-WM in Nove Mesto zu Ende mit den Massenstarts, die fast planmäßig eine Französin (Justin Braisaz Bouchet und ein Norweger (Johannes Tignes Boe) gewannen. Am Ende holten die Franzosen 6 Titel und die Norweger 4. Nur die Italienerin Lisa Vitozzi im Einzel bei den Frauen und die schwedische Männerstaffel brachen in die französisch-norwegische Titelphalanx ein. Boe hält nun bei 20 WM-Goldmedaillen, soviele wie sein Landsmann Ole Einar Björndalen. Julia Simon holte gleich 4 Titel

Die Deutschen gewannen am Ende 3 Medaillen, nicht schlecht aber angesichts der Vorleistungen dann doch enttäuschend. Das Gemurre über schlecht laufende Ski wollte die ganze Zeit nicht verstummen, aber auch am Schießstand lief keineswegs alles rund. Fantastisch ist natürlich die Geschichte der Sophia Schneider, die am Samstag schon im Bus nach Hause saß, ehe sie davon erfuhr, dass sie die kurzfristig erkrankte Franzi Preuß bersetzen müsste. Sie tat das sogar als verantwortungsvolle Schlussläuferin und sicherte ihrem Team die Bronzemedaille.

Kasai punktet

Der Skisprung-Weltcup in Sapporo brachte ein schier unglaubliches Ergebnis. Der 51-Jährige Noriaki Kasai schaffte es nicht nur ins nationale Kontingent. Er überstand beim 2. Springen auch die Quali sowie den 1. Durchgang und sammelte als 30. einen Punkt, immerhin vor Leuten wie den slowenischen Mansnchafts-Weltmeister Timi Zajc und dem Deutschen Pius Paschke. Es siegten die Österreicher Stefan Kraft am Freitag und Manuel Fettner am Samstag.

Und sonst?

1. Eine Schwimm-WM in Katar. Allerdings fehlte wegen Olympia im Sommer ein Großteil der Weltelite, sodass sie ein ziemliches Muster ohne Wert ist. Isabell Gose gewann drei Medaillen. Ihr faszinierendes 1500-Meter-Rennen mit einem Zweikampf gegen die am Ende knapp siegreiche Italienerin Quagliarella war nicht nur aus deutscher Sicht ein Höhepunkt. Gose ärgerte sich sehr über den verpassten Titel, denn bei Olympia kommt die vermeintlich unschlagbare Katie Ledecky wieder zurück. Der Chinese Pan Zhanle schaffte als Startschwimmer der 100-m-Staffel den einzigen Weltrekord der Veranstaltung. Zumindest ich kann die Leistungen und was sie für Paris bedeuten nicht wirklich einordnen.

2. Eine Eisschnelllauf-WM auf dem „Sahneeis“ von Calgary, mittlerweile auch schon 36 Jahre alt. Naja nicht das Eis, aber die Halle wurde für Olympia 1988 errichtet. Lief bei mir völlig unter dem Radar. Jordan Stolz aus den USA sammelte gleich 3 Titel über 500, 1000 und 1500 Meter, ein bemerkenswertes Triple. Und der Kerl ist erst 19 Jahre alt.

3. Ein Ösi-Sonntag bei den Alpinen. Die so gebeutelte Skination, noch kein (!) Abfahrtssieg bei den Männern diese Saison, schaffte 2 Erfolge durch Vincent Kriechmayr im Super-G in Kvitfjell und und Stephanie Venier im Super-G von Crans Montana. Kriechmayr holte am Samstag mit Platz 2 in der Abfahrt den ersten Podestrang in dieser Disziplin für Rot-Weiß-Rot. Die deutschen Männer praktisch inexistent. Beim Saisonfinale der besten 25 fehlen sie sowohl in der Abfahrt als auch bei den Männern. Und die Frauen haben auch nur eine Kira Weidle. Wenn die nicht nach vorn fährt wie am Sonntag mit Platz 9, sieht es zappenduster aus. Emma Aicher ist ja ein sehr hoffnungsvolles Talent, aber grade mal wieder nicht in Form

In Abwesenheit von Mikaela Shiffrin konnte sich Lara Gut-Behrami mit einem Sieg und einem 3. Platz in 2 Abfahrten sowie einem 6. Platz im Super-G absetzen. Premierenerfolg in der 2. Abfahrt für Marta Bassino. Und beim Super-G der Männer blieben die ersten 31 innerhalb von einer Sekunde. Der 31. blieb also mit nur 0,99 Sekunden ohne Punkt, das hat es im Weltcup noch nie gegeben.

4.In einem dramatischen Spiel verlor der SC Magdeburg mit 27:28 bei Hannover Burgdorf und kassierte in der Handball-Bundesliga die erste Niederlage. Spitzenreiter sind damit die Füchse Berlin mit 2 Punkten Vorsprung. Jetzt können sie ernsthaft von der Meisterschaft träumen, jetzt aber eine schwere Auswärtshürde bei Flensburg-Handewitt.

5. Und doch was zu feiern bei Bayern: nämlich den Pokalsieg der Basketballer mit zwei letztlich ungefährdeten Siegen im Final Four in München gegen Brose Bamberg und ratiopharm Ulm. In der Form auch klarer Meisterschafts-Favorit.

Ganz am Ende noch eine sehr traurige Nachricht: Der Kenianer Kelvin Kiptum, Weltrekordler im Marathonlauf, ist im Alter von nur 24 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Er hätte dieses Jahr höchstwahrscheinlich die 2-Stunde-Marke geknackt. Verdammtes Autofahren in Kenia, ja ganz Afrika.

Die Wochenvorschau folgt …

 

Ein Versuch über Tennisbälle

Die gute Nachricht zuerst. Auch heute (Stand 18.30 Uhr) sind alle Spiele in der 1. und 2. Bundesliga beendet worden. Doch wieder flogen Tennisbälle, fuhren ferngesteuerte Autos sogar mit Pyrotechniküber den Rasen. Wieder standen einige Partien vor dem Abbruch, aber eben nur kurz davor, weil die Schiris Geduld zeigen und es auch von den Fans nicht zum Äußersten geht. 20 bis 25 Minuten scheinen gerade eine Schmerzgrenze zu sein. Für mich war das heute in einer ansonsten mal wieder recht lahmen Konferenz ein neuer Spannungsmoment. Der Übersicht allerdings ist es nicht dienlich, wenn die Spiele zu einem so großen Zeitunterschied abgepfiffen werden.

Und noch eine gute Nachricht: Widerliche Fadenkreuzplakate, in denen eine bestimmte Person abgebildet wurde wie vergangene Woche Martin Kind von den eigenen 96er-„Fns“, hab ich nicht gesehen. So eine entwürdigende Entgleisung gibt es auch gar nichts zu beschönigen, wie das in der vergangenen Woche ein Fanvertreter im Doppelpass versucht hat. Auch wenn das kein Aufruf zum Mord ist, wie die Bild etwa geifert, eine strafwürdige schwere Beleidigung ist das allemal. Und das Gefasel, das Fadenkreuz sei nunmal das Kennzeichen des Protestes allgemein gegen die Professionalisierung des Fußballs, finde ich niur noch hanebüchen. Warum nicht zugeben, dass man damit weit übers Ziel hinausschießt und es zudem der Sachen absolut nicht dienlich ist.

Ansonsten kann ich die Proteste gut verstehen. Die Art und Weise, wie die DFL ihren Investor an Land ziehen will, ist immer noch sehr intransparent. Sie hat keine offene und nachvollziehbare Abstimmung gemacht, sondern eine Geheimabstimmung abgehalten. Doch diejenigen, die abgestimmt haben, hatten eigentlich jeweils einen klaren Stimmauftrag ihrer Vereine, und jetzt weiß niemand (zumindest offiziell nicht), wer wie abgestimmt hat und ob alle ihren Vereinsvoten gefolgt sind.

Dann ist es natürlich ultrablöd für die DFL gelaufen, dass die erforderliche 2/3-Mehrheit auf die Stimme gerade so erreicht wurde mit 24 Ja-Stimmen und zumindest sehr große Indizien dafür sprechen, dass zumindest Martin Kind nicht im Sinne seines Vereins Hannover 96 mit Ja gestimmt hat: Das wäre aber ein klarer Verstoß zumindest intern gegen die von der DFL angeblich so heilige 50+1-Regel (kein Investor oder Einzelperson oder Werbe-Gremien dürfen eine Mehrheit haben), diese bleibt dem Mutterverein.

Die Proteste zeitigen Wirkung. Einige Clubs drängen auf eine neue, dann transparentere Abstimmung. Juristisch scheint die DFL sogar auf sicherem Boden, weil sich das Innenverhältnis Kind/Hannover nicht aufs Außenrhältnis, also die Gültigkeit der Abstimmung, haben soll. Schon das finde ich offen gesagt zumindest strittig, denn im allgemeinen Vertretungsrecht, remember meine 1. Jura-Hausarbeit im Frühjahr 1985 (seufz) ist zumindest dann der Makel dann von Belang, wenn die andere Vertragspartei davon Kenntnis hatte. Und 1. wusste die DFL, also der Vertragspartner, wie die Meinung der 96-Mitglieder ist, sie wusste, dass ihr Vertreter Martin Kind ein Befürworter des Inverstors ist. Was sie nicht positiv weiß und offensichtlich auch nicht wissen wollte ist, wie letztlich Kind tatsächlich gestimmt hat. was ich nicht weiß, ob sich das so 1 zu 1 aufs Vertrags- oder Stimmrecht übertragen lässt

Klar muss doch jeden sein, dass der Investor, es ist ja nur noch ein Kandidat übriggeblieben, mit dieser Bürde ein riesiges Handicap hat, weil das Mandat nicht eindeutig ist. Und auch wenn es juristisch vielleicht sogar schwierig ist:  Angesichts der immensen Bedeutung dieser Abstimmung, sie wirkt 20 Jahre nach, muss doch doch alles getan werden, damit nicht der Hauch eines Zweifels am richtigen Zustandekommen der Entscheidung dazu besteht, und damit meine ich nicht nur juristisch sattelfest, sondern auch moralisch. Und die habe nicht nur ich extrem große Zweifel.

Noch ein Nebengeräusch

Sky, dem derzeitigen Rechteinhaber der Konferenz, können diese zeitversetzt endenden Spiele überhaupt nicht gefallen. Bisher konnte man in der Pause vor und nach der Analyse, die aufgrund ihrer erbärmlich kurzen Dauer von höchstens 2 Minuten diesen Namen eh nicht verdient hat, einige Werbesports zeigen. Kann man ja immer noch, aber die Zuschauer können jetzt zu einem noch laufenden Spiel indie Einzeloption wechseln. Das werden sich die Werbepartner nicht mehr lang anschauen.

Interessant wird das vor allem deshalb, weil im Frühjahr die die Fernsehrechte ab 2025 vergeben werden. Da könnte ich mir vorstellen, dass, wenn nicht sogar schon geschehen, die Werbepausen ohne Konkurrenz zu laufenden Spielen zu geschehen haben. Zumindest ich als Firmen-Verantwortlicher würde mir das in den Vertrag einschreiben lassen.

Es bleibt also spannend. Vielleicht kann man ja wetten, wann die Proteste aufhören, ob die DFL einknickt, ob de letzte vebliebene Interessent auch noch abspringt ode ob es gar zu einem Spielabbruch kommt.

Was vom Tage übrigblieb

Rehabilitation für die Biathletinnen bei der WM in Nove Mesto

Bis gestern lief es für die deutschen Biathleten und Biathletinnen wahrlich nicht nach Plan. Doch das Einzel der Frauen entschädigte für die bisherigen Enttäuschungen und brachte ein Ergebnis, das die Erwartungen weit übertraf. Platz 2, 3, 5 und 15 standen am Ende in der Ergebnisliste. Ausgerechnet Franziska Preuss war konnte nicht zufrieden sein mit ihrem 15. Platz und schoss als Einzige überhaupt zwei Fahrkarten. Umso glücklicher war das übrige Trio. Janina Hettich-Walz sicherte sich gar Silber, ihr bestes Ergebnis überhaupt nicht nur bei einer WM, sondern das hat sie auch noch nie bei einem Weltcup geschafft. Selina Grotian konnte es letztlich ziemlich egal sein, dass sie als Vierte an den Medaillen vorbeilief. Eine gradiose WM-Premiere. Und Vanessa Vigt, für sie als exzellente Schützin stand natürlich auch die Null. Allerdings verliert sie am Schießstand im Vergleich zur Konkurrenz enorm viel Zeit.

Der Titel ging an Lisa Vitozzi, die schon in der Vefolgung Silber geholt hatte. Ihr Skiteam hat ihr perfekte Bretter unter die Füße geschnallt. Doppelweltmeisterin Julia Simon gewann noch Bronze, das bisher überaus erfolgreiche Team wird es verkraften. Justine braizaz-Bouchet war zwar die Schnellste in der Loipe, doch gleich 3 Schießfehler ware an diesem Tag mit fast Laborbedingungen schlicht zu viel. So kam sie nur auf Platz 7 hiter ihrer LandsfrauLou Jeanmonnot-Laurent.

Gose nutzt die Gunst der Stunde

Die Top-Schwimmerinnen über 1500 Meter Katie Ledecky, Ariarnse Titmus und Summer McIntosh waren nicht am Start bei der WM in Katar. Das nutzte die Deutschte Isabell Gose und holte mit Bronze hinter Simona Quadarella und Li Bingjie ihre 2. Medaille nach Bronze üüber 400 Meter. Als 4. und 5. schrammten Lukas Märtens und Rafael Miroslav an den Medaillen vorbei.

Real im Glück und starkem Dritt-Torwart

Zwei Auswärtssiege gab es beim ersten von 4 Turns der Achtelfinal-Hinspile. Während der 3:1-Sieg von Manchester City in Kopenhagen mehr als verdient war, benötigte Real Madrid beim 1:0 viel Glück, ein wenig die Hilfe des Schiri-Teams und einen grandiosen Torwart. Dabei ist der Ukrainer Lunin nominell nur die Nummer 3 hinter dem verletzten Thibault Courtois und dem als Ersatz verpflichteten Kepa, der aber nur auf der Bank saß.

Die Leipziger erzielten ein frühes Tor, das allerdings wegen vermeintlichem aktiven Abseits aberkannt wurde, eine mehr als zweifelhafte, für mich auch falsche Entscheidung, was auch der deutsche Schiri Lutz Wagner so sah. Die Leipziger hatten durchaus Chancen, scheierten aber wiederholt am Abschluss und an Lunin. Grandios war allerdings das Siegestor von Brahim Diaz, der den angeschlagenen Jude Bellingham ersetzte. Ein herrliches Solo, bei dem er einigen Foul-Versuche wiederstand und auf den Füßen blieb, krönte er mit einem unhaltbaren Schuss ins linke Kreuzeck.

McDavid mit 6 Assists

Beim 8:4 seiner Edmonton Oilers gegen die Detroit Red Wings mit Moritz Seider zeigte der beste Eishockeyspieler der Welt eine außergewöhnliche Leistung. Gleich sechs Assists schrieb er in seine Spielerstatistik; einen davon verwertete Leon Draisaitl, dem ein zweiter Scorerpunkt mit einem Assist gelang.