von Münchner Löwe | Mai 1, 2024 | Fußball
Zurück auf Anfang
Die Champions League hat viele Nachteile. Dass immer dieselbe Handvoll von Teams ausschließlich aus den „großen“ europäischen Ligen den Sieger unter sich ausmachen. Dass die Unsummen an alle Teilnehmer viele nationale Ligen zur Farce machen. Aber eines ist auch klar: Spätestens ab dem Viertelfinale kann man keinen besseren, aufregenderen Fußball sehen als in der Königsklasse.
Die gestrige Partie Bayern gegen Real bestätigte diese meine Einschätzung. Die Partie ist ja schon ein Halbfinal-Klassiker. Die Münchner Arena ein würdiger Rahmen eines fulminanten Spiels, und diesmal herrschte auch Stimmung. Nicht so laut wie im Westfalenstadion oder Metropolitan Arena (Atlético), aber immerhin. Fußball hat die schöne Eigenschaft, dass sich das Spielglück von einer Sekunde auf die andere komplett ändern kann. Drei Tore fielen praktisch aus dem Nichts, als eigentlich jeweils das andere Team die Oberhand zu haben schien.
Nach dem perfekt getimten Steilpass von Toni Kroos überwand Vini jr Manuel Neuer, der sich gegen ein brachiales Herauslaufen entschied, was erstaunlicherweise bei der Analyse überhaupt kein Thema war. Sakrosankter Neuer halt. Kroos ist ein Phänomen, er zeigte mal wieder, mit seiner Ballsicherheit, seiner unerschütterlichen welchen Verlust die Bayern bei seinem Abgang erlitten.
Nicht weniger überraschend kam der Ausgleich vom sehr starken Leroy Sané kurz nach der Pause, als Real am zweiten treffer bastelte. In Robben-Manier zog er von rechts nach innen und überwand mit einem strammen, aber nicht unhaltbar wirkenden Schuss in die kurze Ecke Real-Schlussmann Lunin, der noch in der 1. Minute glänzend gegen Sané gerettet hatte. Jetzt waren die Bayern am Drücker, und fast folgerichtig fiel durch Harry Kanes souverän verwandelten Elfer die Führung. Es gab durchaus Chancen zur Erhöhung, doch langsam befreite sich Real. Der Ausgleich nach Kims unglücklichem Einsteigen gegen Rodrygo und Vinis Elfer fiel trotzdem überraschend..
Da die Auswärtstore nicht mehr doppelt zählen, geht es nächsten Mittwoch im Bernabéu-Stadion wieder bei Null los. Real ist bekannt für die Heimstärke, aber in diesem Jahr blieben sie in den K.-o.-Spielen RB Leipzig (1:1) und ManCity (3:3) sieglos und mussten jeweils über das Unentschieden noch froh sein. Gerade die Leipzig-Partie veranschaulicht bestens, dass Real verwundbar ist. Andererseits wird auch Real aus dieser Partie seine Lehren ziehen. Ich sehe die Chancen weiter 50:50.
Rangnick wirklich ante Portas?
Dem Vernehmen nach hat der Coach mehr als angedeutet, dass er großes Interesse am Trainerposten des FCB hat. Kein geruhsames Leben in Austria, sondern ein täglich fordernder Knochenjob physisch und psychis mit vielen Nebenkriegsschauplätzen. Der Job ist ja erst mal sehr reizvoll und sehr viel besser dotiert als der des österreichischen Teamchefs. Glaube ich den sogenanten Experten bei Sky und Bild und auch SZ, liegt jetzt der Ball beim österreichischen Verband und welche Summe er als Ablöse abruft. Sollte Rangnick auch dem ÖFB gegenüber bekunden, dass er unbedingt das Münchner Abenteuer angehen will, wird dieser kaum ein Veto in Form einer zu hohen Ablöse einlegen. Weniger aus Dankbarkeit, sondern eher dem Umstand geschuldet, dass eine EURO unmittelbar bevorsteht. Am liebsten trotz allem mit Rangnick, der in den zwei Jahren in Österreich viel Grundlegendes angeschoben hat und das Fundament für auch weiter erfolgreiche Zeiten gelegt hat.
Rangnick wird sich im Klaren sein, dass die Arbeit bei Bayern große Tücken hat. Das geht schon damit los, dass er, weil er mit Österreich die EM offenbar auf jeden Fall bestreitet, frühestens im Juli mit voller Kraft zur Verfügung steht, ohne Urlaub nach einem fordernden Großturnier, versteht sich; in die wichtige Saisonplanung (wer kommt?, wer geht?) er also nur in begrenztem Maß Einfluss haben kann, weil er auch von allen Seiten kritisch beäugt wird, wie viel Zeit er vor allem in der unmittelbaren Turniervorbereitung und EM selbst erübrigt für die Münchner Probleme – und die gibt es mehr als genug.
Hinzu kommt aber vor allem, dass der FCB aus den verschiedensten Gründen zuletzt namhafte Trainer en masse nach relativ kurzer Zeit wieder rausgeschmissen hat, wobei eine echte Linie nie zu erkennen war. Und wenn ein Uli Hoeneß ankündigt, ja androht, sich wieder verstärkt n die Alltagsarbeit mit Wort und Tat einzubringen, bedeutet das mittleweile nichts Gutes, wie die nicht nur vom Zeitpunkt her nicht nur mich mich fassungslos machende Fundamentalkritik an Thomas Tuchel vor dem CL-Halbfinale schlechtestens belegt.
Und die Vorgabe ist für nächstes Jahr klar: das Champions-League-Endspiel in der eigenen Arena, das Finale dahoam II. Ein vorzeitiges Scheitern in der Königsklasse , und spätestens dann gibt es die nächste Trainer-Diskussion. Auf jeden Fall ist viel Popcorn gefragt fürs Münchner Theater.
von Münchner Löwe | Mai 1, 2024 | basketball, Eishockey, NBA, NHL
Blick über den Teich, NBA und NHL
NBA
Drei Spiele im Osten, zweimal Höchsspannung und ein für mich ein überraschend klarer Sieg der Milwaukee Buck, weil denen mit Giannis und Lillard die beiden Superstars fehlten
New York Knicks – Philadelphia 76ers 106:112 OT (3:2)
Die Sixers leben noch – und wie. In einem echten Thriller im Madison Square Garden schafften sie den nicht unbedingt erwarteten Auswärtserfolg, der die Serie zurück nach Philadelpha bringt. Es war eine Partie Spitz auf Knopf mit etlichen Führungswechseln. Niemals betrug der Vorsprung eines Teams mehr als 10 Punkte – im Basketball ist das nichts. Tyrese Maxey brachte die Sixers mit einem spektakularen Wurf weit hinter der Dreierlinie in die Verlängerung, in der sie dann das bessere Ende für sich hatten. Das wird vor allem Joel Embiid schwer beruhigen, der im Schlussabschnitt zur tragischen Figur zu werden drohte. Nur zwei Punkte, dafür aber gleich 4 haarsträubende Ballverluste unterliefen ihm. Immerhin schaffte er ein Triple Double.
Die Knicks haben sich wenig vorzugwerfen im sehr stimmungsvollen Garden, der am Ende allerdings verstummte
Mann der Tages
Tyrese Maxey war überhaupt nicht aufzuhalten. Die Dreier fielen, er kann sich Würfe kreieren und zum Korb ziehen. 46 Punkte sammelte er, dabei versenkte er 7 Dreier bei nur 12 Versuchen. Diesmal ein großer Faktor war auchn Tobias Harris mit 19 Punkten und 8 Rebounds.
Stark trotz der Niederlage
Am Anfang hielt sich Jalen Brunson noch auffallend zurück nur 2 Punkte bei 4 Wurf-Versuchen), davon konnte im Verlauf der Partie keine Rede mehr sein. Am Ende legte er 40 Zähler auf. Unterstützung fand er vor allem in OG Anuoby und Josh Hart
🇩🇪Deutsche Brille👓
Isiah Hartenstein beschränkte sich weitgehend auf die Defensive und verrichtete dort gegen Embiid großartiege Arbeit (im Wechsel mit Mitchell Robinson
Ausblick
In der durch die penetrante Orgelbegleitung extrem nervenden Phillie-Halle gilt es jetzt für alle Beteiligten, die Nerven zu behalten. Ziemlich schwer wiegt für die Knicks der Ausfall von Scharfschütze Bojan Bogdanovic. Und sie warten sehnlichst darauf, dass Donte DiVincenco seinen Wurf findet. Die Sixers müssen auf einen einigermaßen fitten Embiid und einen weiteren Glanztag von Maxey hoffen. Mittlerweile haben sich beide Coaches für eine 7er-Rotation entschieden.
Cleveland Cavaliers – Orlando Magic 104:103 (3:2)
Nach den 4 klaren Heimsiegen war es diesmal praktisch bis zu letzten Sekunde spannend. Franz Wagner hatte 3 Sekunden vor Schluss den Ausgleich in der Hand, doch der spektakuläre Block von Evan Mobley verhginderte vermeintlich sichere 2 Punkte. Dank eines im 1. Viertel unglaublichen Darius Garland (17 Punkte, 6 von 8 Dreiern) führten die Cavs 33:23, doch die Magic verkürzten nach und nach und gingen ihrerseits im 4. Viertel in Führung. Mal wieder blieb allerdings ihre Dreierquote unter 30 Prozent, und gegen Ende ließen sie zwei reichlich überflüssige Offensiv-Tebounds von Cleveland zu.
Mann des Tages
Letztlich war Donovan Mitchell mal wieder die Versicherung für Cleveland. 14 seiner 28 Punkte sammelte er im Schlussabschnitt, also als es drauf ankam. Mobley leistete in der Defensive wertvollen Beitrag, nicht nur wegen seines letztlich spielentscheidenden Blocks
Stark trotz der Niederlage
Paolo Banchero spielte herausragend, davon 16 im 4. Viertel sprechen für sich und den Nr-1-Pick der vergangenen Saison. Insgesamt allerdings trafen nur 3 Spieler der Magic zweistellig
🇩🇪Deutsche Brille👓
Nach der Gala von Spiel 4 war es diesmal nicht die Partie von Franz Wagner. Nur 3 von 11 Würfen fanden das Ziel und nur einer von 6 Dreiern. Auch Mo Wagner konnte sich nicht so einbringen wie sonst. Er erhielt aber auch nur 14 Minuten Einsatzzeit.
Ausblick
Wer schafft den Auswärtssieg, das ist die große Frage. Die Magic haben jetzt nur noch eine Chance und müssen in Orlando erst mal dafür sorgen, dass es zum Showdown kommt.
Milwaukee Bucks – Indiana Pacers 115:92 (2:3)
Viel habe ich erwartet, aber keinen Kantersieg der Bucks, dafür schien das Handicap der fehlenden Antetokuonpo und Lillard zu groß. Doch der Rest zeigte eine tolle Mannschaftsleistung, die gesamte erste Fünf punktete zweistellig.
Mann des Tages
Bobby Portis: In Spiel 4 noch im ersten Viertel ausgeschlossen, trumpfte er groß auf mit 29 Punkten und 10 Rebounds sowie extremen Kampfeswillen. Da hatte jemand etwas gutzumachen – und das gelang glänzend. Auch Khris Middleton legte 29 Zähler auf, und Patrick Beverley führte klug Regie und glänzte mit 12 Assists.
Stark trotz der Niederlage
Letztlich erreichte kein Spieler Normalform. Gerade Pascal Siakam und Tyrese Haliburton gingen in der 2. halbzeit regelrecht unter.
Ausblick
Ohne Chance bei Matchball Nummer 1, und spätestens jetzt wissen die Pacers, dass die Bucks auch ohne ihre beiden Topstars brandgefährlich sind. Zumindest bei Lillard scheint eine Rückkehr in Spiel 6 nicht ausgeschlossen, das würde den ohnehin großen Druck auf Indiana vergrößern.
NHL
Matchball auswärts abgewehrt, das eint die Toronto Maple Leafs (in Boston) und Nashville Predators (in Vancouver). Sie gewannen jeweils mit 2:1 und bringen damit ihre Serie zurück nach Hause. Matthew Knees (für die Leafs in der Overtime) und Alexandre Carrier (für die Predators im 3. Drittel) waren die umjubelten Siegtorschützen.
Weitergekommen im jeweils 5. Spiel sind dagegen die Colorado Avalanche (6:3 bei den Winnipeg Jets) und die Carolina Hurricans (6:3 gegen die New York Islanders). Schade vor allem für die eishockey-verrückten Fans in Winnipeg, die die Partie nicht nur in der Halle, sondern auch an öffentlichen Leinwänden verfolgten und wie erstarrt die Entscheidung für Colorado im letzten Drittel waren.
von Münchner Löwe | Apr. 30, 2024 | basketball, Eishockey, NBA, NHL
Blick über den Teich, NBA und NHL
NBA
Das Tableau der 2. Play-off-Runde nimmt Formen an. Im Westen haben nach den Minnesota Timberwolves auch die Denver Nuggets und Oklahoma City Thunder das Ticket gelöst. Im Osten haben die Boston Celtics die Verhältnisse sehr zu ihren Gunsten geradegerückt.
Miami Heat – Boston Celtics 88:102 (1:3)
Die Anzeichen verdichten sich, dass für die das verlorene zweite Spiel ein Ausrutscher war, der gerade bei ihnen so gerne mal vorkommt. Letztlich gab es am Sieg von Boston nie vernünftige Zweifel, obwohl sie für ihre Verhältnisse eine schwache Wurfausbeute (gerade von der Dreierlinie) hatten.Nur Derrick White traf mehr als ein Drittel der Versuche
Mann des Tages
Folgerichtig Derrick White, der am Ende 38 Punkte auf dem Konto hate. 8 der 15 Dreier fanden das Ziel, insgesamt 15 der 26 Würfe. Dazu gewohnt eklig in der Verteidigung.
Stark trotz der Niederlage
Wieder mal Bam Adebayo mit 25 Punkten und 17 Rebounds, davon 4 am offensiven Brett. Doch er fand nur durch Tyler Herro und Caleb Martin echte Unterstützung.
Ausblick
Alles andere als ein Sieg im 5. Spiel im Bostoner TD Garden wäre höchst erstaunlich. zwar dürfte Kristaps Porzingis ausfallen, doch auch ohne ihn sind die Celtics klar favorisiert. Dann darf sich das Publikum von Miami ganz auf das Formel-1-Wochenende freuen und konzentrieren.
New Orleans Pelicans – OKLAHOMA CITY THUNDER* 89:97 (0:4)
Mit einem Sweep sind die Thunder über die Pelicans hinweggefegt, das war so nicht unbedingt zu erwarten. Zumindest die 4. Partie konnten die Pelicans ausgeglichen gestalten und durften im 4. Viertel beim Stand von 80:75 auf einen Sieg hoffen. Gerade in der 1. Hälfte war es ein reichlich zerfahrenes Spiel mit fürchterlichen Dreierquoten hüben wie drüben.
Die Qualität besserte sich zunehmend, und letztich entschied die Variabilität und bessere Breite die Partie für Thunder.
Mann des Tages
Wieder sehr beeindruckend war Jalen Williams mit einer Feldwurfquote von 52 Prozent. 24 Punkte und 8 Rebounds sammelte er für die Thunder. Und Shai Gileous Alexander? Hielt sich zurück mit „nur“ 24 Punkten. Aber er wird da sein, wenn es wirklich auf ihn ankommt.
Stark trotz der Niederlage
Endlich hatte CJ McCullum, den ich seit seiner Blazers-Zeit sehr schätze, ein bisschen seine Wurfseuche abgelegt und traf 9 der 16 Feldwurf-Versuche (allerdings auch nur 2 von 7 Dreiern). Er und Jonas Valenciunas allein, das war letztlich zu wenig.
Analyse der Serie
Wie befürchtet, war für die Pelicans der Ausfall von Zion Williamson nicht zu kompensieren. Gerade er hätte gegen die körperlich nicht allzu großen Thunder viel Unheil ausrichten können. Ob es dann zum Weiterkommen gereicht hätte, sei dahingestellt. Die Thunder haben keineswegs alles abrufen müssen. Jetzt können sie in Ruhe abwarten, wie sich ihr nächster Gegner, die LA Clippers und Dallas Mavericks, im direkten Duell aufs Blut bekämpfen. Das Hauptproblem wird sein, den Fokus aufrechtzuerhalten.
Und der Verlierer?
Als letztes Team in die Play-offs gerutscht, da durfte man in New Orleans realistischerweise nicht mehr erwarten, zumal ohne den besten Mann, den sie in Glanzform verloren und so vermissten. Mit Williamson sieht es für die nächsten gar nicht so schlecht aus.
DENVER NUGGETS* – Los Angeles Lakers 108:106 (4:1)
Und wieder war Murmeltiertag. Erneut hatten die Lakers lange geführt, und wieder haben sie das Spiel noch aus der Hand gegeben. Ein Treppenwitz, dass sie in 5 Spielen aus dem Titelrennen rausgegangen sind.
Knackpunkt dieser Partie war ohne Zweifel die Schulterverletzung von Anthony Davis im 3. Viertel, die ihn sichtlich behinderte, gerade beim Wurf, aber auch beim Rebounding. Damit fehlte der außerordentliche Imput eines der beiden Superstars der Lakers. LeBron James tat alles, vielleicht zu viel, auch zu viel Einsatzzeit, weil die Körner am Ende schwanden. Aber bei der Bank vertraute Chefcoach Ham leiber seiner Starting Five, die durchgehend zweistellig traf.Trotzdem waren sie drauf und dran, die Partie zu gewinnen, aber in der Schlussphase hatten die Nuggets zwei ganz wichtige Offensiv-Rebounds. Die Schulter von Davis?
Auch die Nuggets mussten sich allerdings hauptsächlich auf die Starformation verlassen. Jokik, Murray und Porter sammelten alle 25+ Punkte. Und erneut war es Jamal Murray mit dem entscheidenden Wurf.
Mann des Tages
Ich würfele, und die Augen zeigen auf Michael Porter jr. Imponierend, wie er seine Dreier versenkte. So einen 3. Mann, wenn ich ihn so bezeichnen darf, wünscht sich jedes Superstar-Duo (hier Jokic und Murray)
Stark trotz der Niederlage
Letztlich doch LeBron James. Er wollte nicht verlieren, und vielleicht wollte er manchmal ein bisschen zu viel des Guten. Aber was er immer noch leistet, nötigt mir höchsten Respekt ab, obwohl ich ihn nicht besonders gut leiden kann (diese finster Miene!). Mein Problem.
Analyse de Serie
In so gut wie allen fünf Spielen hätten die Lakers gewinnen können. Sie lagen insgesamt weitaus länger in Führung als die Nuggets. Doch viermal erwischte sie es im letzten Viertel. Zu Viel Last auf den Schultern von James und Davis. Zu wenig Entlastung gerade in den ersten Spielen von Rui hachimura und auch Austin Reaves.
Und die Nuggets? Meine leichten Zweifel an ihnen sind nicht verflogen. Natürlich ist ein Nikola Jokic praktisch nicht aufzuhalten, hat ein Jamal Murray keine Nerven, wenn es drauf ankommt und kann ein Michael Porter Junior allen Gegnern das Licht ausblasen. Aber reicht das gegen die Timberwolves? In meinem Play-off-Bracket tippte ich ja auf die Timberwolves. Der Verlauf der 1. Runde hat diesen Tipp eher verstärkt.
Und der Verlierer?
Die Lakers lecken erst mal ihre Wunden. Und die Off-Season wird äußerst spannend in LA. Bleibt James, was wird mit Anthony Davis, kommt ein dritter Star und wenn ja wer (Trae Young, Donovan Mitchell) und für welchen Preis bzw welche Spieler. Und darf Ham weitermachen? Nix Bestimmtes weiß man nicht. Wird auf jeden Fall aber luschtig.
Ansetzungen heute
01:00: New York Knicks – Philadelphia 76ers (3:1) Die stete Frage der Serie: Wie fit wird Joel Embiid sein
08:00: Cleveland Cavaliers – Orlando Magic (2:2). Wird Zeit für einen Auswärtssieg, sagen die Wagner-Brüder.
03:30: Milwaukee Bucks – Indiana Pacers (1:3). Die Bucks höchstwahrscheinlich ohne Giannis und Lillard. Fast ein Ding der Unmöglichkeit, die Serie zu drehen.
NHL
In ziemlicher Kürze. Den Dallas Stars ist das Kunststück gelungen, zwei Heimniederlagen gegen die Las Vegas Knights wettzumachen. Wieder war es sauknapp in Vegas, und erst der Schuss von Roope Hintz ins leere Tor entschied die Partie für Dallas.
Die Florida Panters stehen in der 2. Play-off-Runde. Im Florida-Duell gewannen sie gleich mit 6:1 gegen Tampa Bay Lightning. Allerdings stand es nach dem 2. Drittel nur 2:1, und am Ende erzielten die Panthers zwei Tore ins vom Torwart verlassene Gehäuse.
von Münchner Löwe | Apr. 30, 2024 | Wochenvorschau
Europapokal in der Endphase
Diese Woche stehen die Halbfinal-Hinspiele an, dreimal mit deutscher Beteiligung
Champions League
Di., 21.00: Bayern – Real
Mi., 21.00: BVB – PSG
Europa League
Do., 21.00: Roma – Bayer
Do., 21.00: Olympique – Atalanta
Conference League:
Do., 21.00: AC Florenz – FC Brügge
Do., 21.00: Aston Villa – Olympiakos
Die jeweils beiden Halbfinals in Champions League und Europa League sehe ich ziemlich ausgeglichen. Höchstwahrscheinlich werden die Hinspiele auch keine Vorentscheidung bringen. Bei Leverkusen ist natürlich spannend, ob die ungeschlagene Serie auch in Rom Bestand hat, vielleicht der größte Stolperstein auf dem Weg zu einer perfekten Saison. Seit statt Mourinho die Clublegende Daniele de Rossi auf der Trainerbank sitzt, zeigt die Formkurbe erheblich nach oben. Und sie spielen auch attraktiven Fußball.
Bayern mit der völlig überflüssigen Hoeneß-Tirade gegen Tuchel. Wenn er sich etwas dabei gedacht hat, so viel Unruhe vor der wichtigsten Wocheder Saison hereinzubringen, so hat er uns an seinen Überlegungen nicht teilhaben lassen.
Die Conference League ist vor allem auch deshalb spannend, weil Olympiakos umn ein Finale dahoam in Athen spielt.
Nadals Erfolgs-Comeback?
Das Fragezeichen ist schon einigermaßen groß, aber er spielt bisher in Paris durchaus ansprechend. Das Achtelfinal-Los Lehecka scheint auch nicht unüberwindbar. Jan-Lennard Struff hat seine glänzende München-Form nach Madrid hinübergebracht. Ich sehe ihn heute gegen Carlos Alcaraz zwar als Außenseiter, aber bestimmt nicht chancenlos. Stefanos Tsitsipas hat sich ja schon verabschiedet, ansonsten sind die großen Namen alle noch dabei. Heute Großkampftag im Achtelfinale.
Bei den Frauen hat Danielle Collins tatsächlich mal wieder ein Spiel verloren. Nach gewonnenem ersten Satz unterlag sie Aryna Sabalenka. Hier ist heute und morgen schon Viertelfinale.
THW im Aufhol-Stress
In der Champions League müssen sie im Viertelfinal-Rückspiel gegen Montpellier einen 9-Tore-Rückstand aufholen, eine schwierige, aber nicht total unlösbare Aufgabe. Kommt halt drauf an, ob der Montpellier-Torwart wieder so einen überragenden Tag wie im Hinspiel hat. Auch der SC Magdeburg muss einen Rückstand gegen Kielce wettmachen, aber daheim nur ein Tor – das erscheint lösbar.
Blick über den Teich
Sowohl in NBA und NHL wird die 1. Play-off-Runde komplettiert. Gestern Nacht haben die Denver Nuggets (NBA) und Florida Panthers (NHL) ihr Ticket gelöst. Näheres später in einem gesonderten Beitrag.
Die alten lochen mmer noch glänzend
Ab heute stehen die Viertelfinals bei der Snooker-WM im Crucible Theatre in Sheffield an. Mit Ronnie o´Sullivan (vs Stuart Bingham), John Higgins (Kyrie Wilson), Judd trump (Jak Jones) und Steven Maguire (David Gilbert) sind noch einige der alten Garde dabei. 5 Engländer, 2 Schotten, ein Waliser – bunt ist anders.
Fahrt durch Bella Italia
Ams Samstag beginnt der Giro. Die erste Woche hat viele Etappen mit welligem Profil. Chancen für Ausreißer, aber auch Möglichkeit von Massensprints. Großer Ärger bei Emanuel Buchmann, der vom Bora-Team nicht nominiert wurde, angeblich entgegen der urspränglichen Planung.. Tadej Pogacar ist der Top-Favorit. Er will ja das Doube Giro/Tour dieses Jahr gewinnen und ist in glä nzender Form (u. a. Sieg bei Lüttich-Bastogne-Lüttich)
Und sonst?
– ein brisantes Hamburger Derby am Freitag in der 2. Fußball-Bundesliga. Mit einem Sieg kann der St. Pauli ausgerechnet im Volksparkstadion den Aufstieg fixieren. Der HSV braucht unbedingt einen Sieg, um seine kleinen Chancen auf die Relegation zu wahren.
– in der Bundesliga gibt es das direkte Duell um Platz 2 zwischen dem VfB Stuttgart und den Bayern. Für die Münchner eher zweitrangig zwischen den beiden Champions-League-Partien. Wichtige Partien am Sonntag im Abstiegskampf zwischen Union Berlin und Bochum sowie Heidenheim gegen Mainz
– Basketball: Wem die NBA nicht genug ist: EuroLeague-Viertelfinale satt mit Spiel 3 und 4. Alles bei Magenta
– Die Formel 1 macht den 1. Abstecher in die USA und startet in Miami. Wird neben dem Sportlichen wieder ein Stelldichein von Stars und Sternchen.
von Münchner Löwe | Apr. 29, 2024 | Wochenrückschau
Glücklich ungeschlagen
Erneut in der Nachspielzeit schaffte Bayer Leverkusen noch den Ausgleic h gegen einen großartigen VfB Stuttgart. Sie bleiben damit in der Saison ohne Pflichtspielniederlage, 46 Partien – and counting? Der Ausgleich war mehr als glücklich. Ein vollkommen überflüssiges Foul von Stenzel, man ahnte das Tor fürmlich, das letztlich Robert Andrich erzielte. Heftige Proteste beim VfB, das ein Foulspiel von Boniface und darüberhinaus auch noch ein Handspiel vor der Torerzielung monierte. Aber mein absoluter Schiri-Liebling (Achtung!Ironie) hatte bei bester Sicht nichts regelwidriges erkannt. Offenbar der VAR auch nichts und zwar so eindeutig, dass er Zwayer nicht zum Videostudium schickte. Mindestens unglücklich, dass er sich nicht selbst ein Fernsebild machte. Doch Schiri-Boss Fröhlich gab Zwayer die Absolution „alles richtig gemacht“. Kicker Note: 5,5) und „Bild (6) sahen es geringfügig anders. Und immer wieder stellt sich mir die Frage, was Zwayer gegen die Schiri-Verantwortlichen in der Hand hat, dass er solche Topspiele leiten darf (meist mit großem Ärger verbunden) und auch noch als einer von zwei Deutschen die Heim-EM (ver)pfeifen.
Wer Bayern Hoeneß-Absurdistan vermisst, sei auf die morgige Wochenvorschau oder sogar einen eigenen Beitrag vertröstet
Darmstadt abgestiegen, Köln fast
Nach einem fußballerisch insgesamt trostlosem Sonntag steht fest, dass Aufsteiger Darmstadt 98 durch das 0:0 gegen Heidenheim die Liga wieder verlassen muss. Der FC verpasste den Sieg bei Mainz 05 (lange hätte es für die Rheinhessen nicht mehr dauern dürfen) und hat 3 Spieltage vor Schluss fünf Punkte Rückstand sowie das schlechtere Torverhältnis. Zumindest die Gladbacher und Unioner werden nach ihrem unterirdischen 0:0 aufatmen, dass die Mainzer nicht gewonnen haben.
Muss Kiel zittern?
Zumindest beruhigt die Heimniederlage gegen Kaiselsautern nicht die Nerven. Andererseits ist der Vorsprung auf Fortuna Düsseldorf mit 5 Punkten nicht wirklich besorniserregend. st. Pauli machte es besserbeim hauchzarten 1:0 gegen Rostock und ist praktisch durch. Der HSV klammert sich an den Strohhalm Relegation, aber bei 4 Punkten Rückstand (und weit schlechterem Torverhältnis) muss da schon viel zusammenkommen.
Im Abstiegskampf ist Osnabrück so gut wie erledigt, 4 Mannschaften (Braunschweig, Lautern, Wehen-Wiesbaden und Hansa) machen wohl den 2. Fixabsteiger und den Relegationsplatz unter sich aus.
Zwei Titel für Berlin – aber einer ist höchstwahrscheinlich dahin
Die Eisbären haben den notwendigen 4. Sieg im DEL-Finale gegen Fischtown Bremerhaven geschafft und ihren 9. DEL-Titel eingesammelt. Da hat sich das ruhige Arbeiten nach dem Verpüassen der Play-offs vergangene Saison mal sehr ausgezahlt. Bremerhaven hat sich nach Kräften gewehrt in seinem ersten DEL-Finale überhaupt. Die ganze Stadt hat vom Erfolgslauf profitiert.
Im Volleyball geht der Titel doch noch an Abonnement-Meister Berlin Volleys. Nach 0:2-Rückstand und einem Krimi in Friedrichshafen gewannen sie das entscheidende 5. Spiel klar mit 3:0. Bei den Frauen dagegen sichete sich Stuttgart mit dem 3:0 in Schwerin auswärts die dritte Meisterschaft in Folge.
Im Handball dagegen müssen die Füchse Berlin jetzt den Titel mit einiger Sicherheit abschreiben. Sie verloren mit bei MT Melsungen mit 28:30. Zurzeit sind sie zwar noch punktgleich mit SC Magdeburg, doch die haben zwei Spiele weniger und jetzt schon das klar bessere Torverhältnis. Zumindest Platz 2 und die CL-Quali scheint für Berlin aber abgesichert.
Blick über den Teich, NHL
Mit den NY Rangers steht das erste Team in der 2. Play-off-Runde nach einem Sweep gegen die Washington Capitals. 6 Serien stehen 3:1, darunter auch die der Edmonton Oilers bei den LA Kings. Die 4. Partie gewannen sie hauchzart mit 1:0 – der 1. Play-off-Shutout des vielgescholtenen Goalies Skinner.
Hirscher will wieder fahren
Nach 5 Jahren plant der Ausnahme-Skifahrer sein Comeback. Und zwar will er für Holland, dem Geburtsland seine Mutter, antreten, um keinem Österreicher einen Platz wegzunehmen. Zumindest der Weltcup wird kompliziert, weil er sich dafür erst qualifizieren muss in kleineren Rennen Wild Cards gibt es nicht. Das große Ziel ist die Heim-WM in Saalbach nächsten Winter. Es kann dort zu einem „Länderkampf“ Holland gegen Brasilien kommen, weil Lucas Braaten bei seinem Comeback für das Geburtland seiner Mutter antreten will.
Und sonst?
- Nadal schlägt sich durch. Bei seinem Comeback nach langer Pause in Madrid hat der Spanier das Achtelfinale erreicht und immerhin Alex de Minaur bezwungen, gegen den er in Monte Carlo noch chancenlos war. Bei den Männern sind alle Favoriten noch dabei, auch Sascha Zverev und Jan-Lennard Struff. Der muss morgen in einer Neuauflage des Madrider Finales vergangenes Jahr gegen Carlos Alcaraz antreten. Für mich ist er dabei nicht chancenlos.
- Francesco Bagnaia gewann die MotoGP in Jerez vor Spaniens Volkshelden Mark Marquez.
- Toller Auftritt der Hindernisläuferin Gesa-Felicitas Krause bei ihrer Rückkehr nach der Geburt ihrer Tochter. In China löste sie mit glänzenden 9:16 Minuten das Olympia-Ticket.
- Turniersieg der Beachvolleyballerinnen Sandra Ittlinger und Karla BorgerXiamen. Damit haben sie in der nationen-internen Olympia-Quali viele Punkte gemacht.
- Brillanter Auftritt von Schwimmer Lukas Märtens bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin. Er kratzte am Weltrekord über 400 Meter von Paul Biedermann (zu seligen Ganzkörperanzugs Zeiten aufgestellt. Auch über 200 Meter Freistiil schwamm er Weltjahresbestleistung. Ein echter Hoffnungsträger für Paris
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