von Münchner Löwe | Jan. 29, 2026 | Fußball
LIssabon, Estadio da Luz. Benfica gegen Real, ein Klassiker zweier Traditionsclubs. Es läuft schon die Nachspielzeit, außer in Lissabon sind alle anderen 17 Vorrundenpartien der Champions League an diesem seltsamen letzten Spieltag beendet.
3:2 führt Benfica, doch ein Blick auf die Blitztabelle zeigt, dass dieses Ergebnis nicht reicht für den anvisierten Platz 24 im 36er-Feld, der gerade noch das Weiterkommen bedeuten würde. Das Stadion merkt es, die Zuschauer am Fernseher wissen es eh, nur auf der Benfica-Bank scheint man ahnungslos. Auf dieser sitzt José Mourinho, ruhmüberhäufteTrainer-Legende und unter anderem auch bei Real sehr erfolgreich, jetzt wieder in der portugiesischen Heimat. Verteidigerstratege Mou wechselt sogar Abwehrkräfte ein, das Ergebnis will er halten. Torwart Anatolij Trubin schindet nach einer Parade Sekunden, als er auf dem Rasen liegen bleibt, das Entsetzen auf den Rängen ist groß.
Doch irgendjemand auf der Benfica-Bank hat offenbar noch mal nachgerechnet, jetzt heißt es plötzlich: Nach vorn! Nach vorn! Noch ein Freistoß für Benfica, der baumlange Trubin stürmt mit vor, der großartig getretene Ball fliegt in den Real-Strafraum, direkt auf die Stirn des Schlussmannes und von dort unhaltbar ins Tor.
Da Luz explodiert. Freudentaumel. Aufstieg in die Zwischenrunde statt schnödes Vorrundenaus. Mourinho verliert jegliche Contenance, hüpft vor der Real-Bank auf und ab (er entschuldigt sich später). Die unfassbare Pointe der allerletzten Sekunden der letzten noch laufenden Partie dieser ewig langen Vorrunde. Benfica der Nutznießer der ewig langen Pause in der ersten Halbzeit. Nur deshalb wurde die 2. Halbzeit später angepfiffen, nur deshalb noch gespielt, als es auf allen anderen Plätzen schon vorbei war. Nur deshalb war noch Rechenzeit. Schön für Benfica, blöd gelaufen für Marseille, längst zu Tatenlosigkeit verrteilt.
Weil Sport und Fußball so viele Pointen bereithält: In dieser Zwischenrunde ist einer der zwei möglichen Gegner von Benfica und Mourinho: Real Madrid. Die Königlichen ihrerseits verpassten durch die Niederlage die sicher geglaubte Direkt-Qualifikation fürs Achtelfinale, für sie wird diese Zwischenrunde eher Schmach denn Grund zur Glücksseligkeit – mit der Gefahr der Total-Blamage. Auch der andere potenzielle Gegner hätte zumindest für Mou viel Charme: Es wäre Inter Mailand, auch hier feierte der Trainer große Triumphe, holte 2010 unter anderem die Champions League, welcher Bayern-Fan erinnert sich nicht voller Traurigkeit ans Finale.
Meine Kritik am Format
Die letzten 10, vielleicht sogar 15 Minuten dieser Konferenz waren natürlich fantastisch. Denn nicht nur in Lissabon (letztlich erfolgreich) sondern auch in Limassol und Bilbao (jeweils erfolglos) hätte ein Tor noch viel bewegen können für Paphos und Athletic. Ansonsten war dieser letzte Spieltag mit den 18 gleichzeitigen Partien viel zu unübersichtlich, als dass nur im Entferntesten Spannung hätte aufkommen können jenseits des eigenen Lieblingsclubs. Nicht mal meine Auffassungsgabe und mein Equipment reichten, dass ich immer den Überblick behielt; obwohl ausgestattet mit Fernseher (1 Livespiel), Laptop (Konferenz in Bild), iPad (Live-Tabelle) und iPhone (Live Scores).
Ich befinde mich ja in herzlicher Diskussion mit Befürwortern und Gegnern in diesem neuen CL-Format mit 36 Clubs in EINER Tabelle. Die Partien bis zu diesem letzten Spieltag scheinen mir viel zu belanglos. Niederlagen werden oft achselzuckend hingenommen, auch wenn Top-Gegner aufeinanderprallen. Da in einem 36er-Feld nicht jeder gegen jeden spielen kann, muss es Ungerechtigkeiten geben (wer dieses Jahr gegen die überragenend Teams FC Arsenal und/oder FC Bayern spielen musste, hatte einfach Pach gehabt). Und wenn dann am Ende ein Verein genau weiß, dass er trotz einer Führung noch ein Tor braucht, allein weil Reiner Zufall Regie geführt hat, so ist das nur die geringste Ungerechtigkeit.
Das frühere Formal mit 8 Vierergruppen (bis 2024) hatte natürlich auch Schwächen, weil hier die Fronten um den Aufstieg in die K.o.Runde oft früh geklärt waren. Auch hier gab es Ungerechtigkeiten, weil die einen eine sogenannte hammergruppe, die anderen lauter Jausngegner erwischten. Doch wenigstens war innerhalb der Gruppe alles gleich, alles übersichtlich. Der Fan wusste Bescheid. Und es war auch nicht möglich, trotz einer negativen Bilanz die K.o.Runde zu erreichen, wie zB jetzt ein halbes Dutzend Teams wie Benfica, das seit September 3 Siege und 5 Niederlage sammelte und auch ein negatives Torverhältnis hat (10:12).
Deutsches Abschneiden
Dass die Bayern direkt ins Achtelfinale ziehen würden, war schon vor dem letzten Spieltag klar. Trotzdem gab es beim 2:1 bei PSV einen klaren Gewinner,nämlich Schlussmann Jonas Urbig, der mit einigen starken Paraden bestätigte, dass er für die Neuer-Nachfolge bereit ist. Ausgeschieden, auch das stand schon fest, ist Eintracht Frankfurt, das zum Abschluss mit 0:2 gegen Tottenham verlor.
In die Zwischenrunde müssen (oder dürfen, je nach Anschauung) Bayer Leverkusen (3:0 gegen Villarreal) und Borussia Dortmund (0:2 vs Inter). Die Chancen stehen 50:50, dass die beiden Bundesligisten in dieser Zwischenrunde aufeinandertreffen. Ob es dazu kommt oder nicht, klärt sich in der morgigen Auslosung. Die Alternative wären Olympiakos Piräus (Bayer) und Atalanta Bergamo (BVB). Jetzt kann jeder Fußballfreuned für sich entscheiden, was besser ist für den deutschen Fußball: Direktes Duell, ein Team sicher weiter, eines sicher raus. Internationale Duelle: 2 Teams möglicherweise weiter aber eben auch: beide Teams raus.
Ich nehme es eher kölsch: es kütt, wie es kütt …
von Münchner Löwe | Jan. 20, 2026 | Allgemein, Fußball, ski alpin, Wintersport, Wochenrückschau
Ski-Gott Odermatt, deutsches Handball-Glück und Absurdes vom Afrika-Cup
Brignones wundersames Comeback
Es war die Story des Riesenslaloms von Kronplatz, der am heutigen Dienstag ausgetragen wurde. Italiens Ski-Heroin Federica Brignone war nicht ur erstmals seit ihrem Schien- und Wadenbeinbruch im April wieder am Start, sie überzeugte auch durch zwei mehr als ansprechende Fahrten und wurde am steilsten hand der Saison (Neigung zum Teil 65 Prozent) erstaunliche Sechste, fuhr also als beste Italienein sofort wieder mitten in die Weltelite und landete unter anderem vor den Spezialistinnen Paula Moltzan und Valerie Grenier.
Nur mit dem Sieg und auch mit dem Podest hatte sie nichts zu zun. Den sicherte sich erneut Julia Scheib, mit der Österreich in seiner lange schwächsten Disziplin plötzlich eine absolute Siegläuferin hat und Gold-Favoritin fürs Rennen bei Olympia. Scheib raste von Rang 3 kommend noch an Camille rast und Sara hector vorbei und sicherte sich ihren vierten Saisonsieg.
Odi, Herrscher am Lauberhorn
Wenn es denn eine Abfahrt gibt, die Marco Odermatt auf dem Leib geschneidert ist, dann ist es Lauberhorn in Wengen. Obwohl wegen des Windes stark verkürzt (Start direkt am Hundsschopf), war der Schweizer eine Klasse für sich und triumphierte mit 79 Hunderststelsekunden Vorsprung auf Vincent Kriechmayr und den erstaunlichen Italiener Giovanni Franzoni.
Odermatt triumphierte im Schatten der Bergriesen Eiger, Jungfrau und Mönche zum vierten Mal in Folge und löste Landsmann Beat Feuz als Rekordmann ab. „Ich hab fast ein schlechtes gewissen“, bekannte er im SRF. Schon vor einer Woche hatte er in Adelboden eine Rekordmarke eier Skilegende eingestellt, als er zum fünften Mal den Riesenslalom an diesem traiditonshang für sich entschied. Da Odi noch einige Jahre Skifahren vor sich hat, dürfte er auch hier bald ganz allein ganz oben in der Liste der Sieger stehen.
Wenn ich schreibe, „erstaunlicher Franzoni“, bezieht sich das auf den Super-G. Tags zuvor hatte der Italiener in dieser Disziplin für mich reichlich überraschend gesiegt (trotz guter Trainingsergebnisse). Das Rennen war fast 15 Sekunden länger und mit allen Schweirigkeiten der Strecke gespickt, und Franzoni düpierte mit einer Glanzfahrt die Konkurrenz. Zweiter wurde Stefan Babinsky mit seinem besten Karriere-Ergebnis im Weltcup for Franjo van Allmen, der sich vor Odermatt den letzten Podestplatz sicherte.
Im Slalom dominierte ganz klar die norwegische Schiene: Atle McGrath triumphierte vor seinem besten Freund Lucas Braathen (für Brasilien startend) und Henrik Kristoffersen. Wie herzlich Braathen seinem Kumple gratulierte, so sieht Fairness aus. Best of the Rest wurde der Schweizer Weltmeister Loic Meillard, Linus Strasser klassierte sich als einziger Deutscher in den Weltcuprängen und wurde letztlich Elfter, mit 2,65 Sekunden Rückstand auf den Sieger (ohne eklatanten Fehler, die muss er bis zum Olympiarennen in einem Monat finden).
Aichers Triumphfahrt
Sie kann alles (außer Riesenslalom), das wissen alle. Am Sonntag brachte Emma Aicher im Super-G endlich mal wieder eine fast fehlerfreie Fahrt ins Ziel, und siehe da, die grüne „1“ leuchtete auf, und dies sollte an diesem strahlenden Wintertag keiner anderen Läuferin mehr gelingen. Es ist der zweite Saisonsieg der vielseitigen Deutschen mit schwedischen Wurzeln nach dem Abfahrtssieg Mitte Dezember in St. Moritz. Im Gesamtweltcup katapultierte sie sich auf Platz 3, allerdings mit Respektabstand zur Führenden Mikaela Shiffrin. Die hat zwar beschlossen, dass sie keine Abfahrten (und voererst auch keine Super-Gs) mehr fährt, dafür gewinnt sie (fast) jeden Slalom. Wie am vergangenen Dienstag den Nachtslalom von Flachau, als sie vor Landsfrau Paula Moltzan und der Österreicherin Katharina Truppe triumphierte, zum 7. Mal im 8. Saisonrennen.
Handballer plötzlich mit weißer Weste
Die beste Nachricht ereilte die deutschen Handballer schon vorm abschließenden Vorrundenspiel gegen Spanien. Da nämlich hatten die Österreicher Serbien bezwungen, und damit stand fest, dass die Mannschaft um die überragenden Torhüter Wolff und Späth auch mit einem knappen Sieg die Hauptrunde erreichen würde und dies sogar ohne Punktverlust, weil aufgrund der EM-Arithmetik die Niederlage zuvor gegen Serbien aus den Ergebnissen fallen würde.
Die Partie gegen Spanien war dann die erwartet zähe Angelegenheit. Das deutsche Team lag zwar fast die gesamte zeit in Führung, aber nie mit mehr als drei Toren, was im Handball wahrlich kein geruhsames Polster ist. Doch in den entscheidenden Phasen konnten sich die Deutschen auf ihren Schlussmann verlassen (im Gegensatz zu den Iberern auf ihren Mann zwischen den Pfosten). Diesmal war es vor allem der junge David Späth, der mit ein paar Glanzparaden den spaniern den Zahn zog. Am Ende stand es 34:32, das reichte zum Gruppensieg.
In der Hauptrunde ab Donnerstag warten jetzt allerdings mit Dänemark, Frankreich, Norwegen und Portugal durchweg höher einzuschätzende Kontrahenten. Eine gewaltige Steigerung muss also her, soll das Ziel „Halbfinale“ Wirklichkeit werden, dafür wäre nämlich ein Platz unter den ersten zwei notwendig.
Skandal beim Afrika-Cup
Schon vor dem Finale beim Afrika-Cup zwischen Gastgeber Marokko und Senegal ging es hoch her. hier die Mahgreb-Staaten, dort Zentralfrika – mit gegenseitigen Vorwürfen. Einer lautete: Der afrikanische Verband würde alles tun, dass die Marokkaner auch den Titel holen würden.
Zunächst blieb im Finale am Sonntag in Rabat alles im Rahmen, bis sich in der Nachspielzeit der kongolesische Schiedsrichter zu einem der Hauptdarsteller aufschwang. Zunächst verweigerte er aus eher fadenscheinigen Gründen einen Treffer Senegals, und sein verfrühter Foulpfiff machte auch eine Video-Überprüfung unmöglich. Minuten später entschied er nach einem Zupferchen an Real-Star Brahim Diaz nach minutenlanger VAR-Konsultierung auf Strafstoß, mindestens umstritten, für mich indiskutabel. Die Situation eskalierte. Wutentbrannt verließen mehrere Senegalesen das Feld, angestiftet von ihrem Trainer. Ein Spielabbruch drohte – mit ungeahnten Konsequenzen für alle Beteiligten.
In solchen Fällen ist es notwendig, dass zumindest einige Akteure kühlen Kopf behalten. Hier war es Sadio Mané, der senegalesische Kapitän. Er blieb nicht nur auf dem Feld, sondern signalisierte zunehmend vehement, dass bitte auch seine Mitspieler die Wut runterschlucken sollten und die Partie würdig beenden sollten. Manes* Wort ist in Senegal Gesetz (seitdem er das Land vor 4 jahren als Kapitän zum Afrika-Sieger führte), und tatsächlich bequemten sich die Spieler zurück aufs Feld.
Dort begann das nächste Drama, der Elfmeter. Der marokkanische Superstar Diaz sollte es richten, Torschützenkönig des Turniers und einer der besten Spieler. Diaz lief also an im mittlerweile strömenden Regen zu Rabat, und er entschied sich zu einem „Panenka“. Jener unfassbar frechen Variante also, in dem der Ball nur in die Mitte geschlenzt wird ohne Tempo, in der Hoffnung der Torwart werde schon in eine Ecke fliegen. Der Tscheche Antonin Panenka wurde so berühmt 1976 in Belgrad im EM-Endspiel gegen Deutschlands Sepp Maier im Elfmeterschießen, nicht so aber Diaz. Senegals Schlussmann Fernando Mendy nämlich hatte den Braten gerochen, bleib stehen und hatte nicht die geringste Mühe, den Ball abzufangen.
„Alles abgesprochen“, hieß es später in den aszialen Netzen verdrossen, und das war tatsächlich auch mein erster Gedanke. Bis ich in die verzweifelten Augen von Diaz schaute. Verzweiflung darüber, dass er nicht Marokko zum ersten Afrika-Triumph sein 1975 (1975!) geschossen hatte. Wenn das geschauspielert war, dann herzliche Gratulation zum nächsten Oscar!
Also Verlängerung: Es kam fast, wie es kommen musste. Mit einem Gewaltschuss in den Winkel bezwang Senegals Pape Gueye Marokkos vorzüglichen Schlussmann Bono, und dieses eine Tor sollte reichen. Afrika-Triumph für Senegal, der zweite nach 2022.
Immerhin durfte sich Marokko über den Fairnesspreis freuen, und diese Auszeichnung ist mindestens so absurd wie der FIFA-Friedenspokal für Donald Trump. Mit Fairness hatte es nämlich wenig bis nichts zu tun, wie sich Marokko übers (gut organisierte) Turnier gerierte. Den Vogel schossen am Finaltag die Balljungen ab, die mit Unterstützung von Ersatzspielern immer wieder versuchten, das Handtuch von Senegals Torhüter Mendy zu stehlen, damit dieser sich nicht die regennassen Handschuhe abtrocknen konnte. Es ging so weit, das Senegal seinerseit den Ersatztorwart abstellte, der danach nichts anderes zu tun hatte, als die fortwährenden Angriffe auf Mendys Eigentum abzuwehren. Famos bewältigte er diese Aufgabe.
Das mag afrikanisch-folkoristisch klingen (wie wir diesen Afrika-Cup lieben gelernt haben), ist aber schlicht bodenlos und ein katastrophales Zeichen im Hinblick auf die WM 2030, die ja in Marokko, Spanien und Portugal stattfinden wird. Auf keinen Fall daaarf eine derartige Unverfrotenheit mit einem Fairnesspreis bedacht werden, wenn da nicht mein Freund Gianni Infantino seine widerwärtigen Schleimpfoten im Spiel hatte.
von Münchner Löwe | Jan. 15, 2026 | Fußball, Handball, Tagesrückschau
Si tacuisses
Die Österreicher spielen natürlich absoluten Anti-Handball. Das möchte auch eigentlich keiner sehen.
(Der Deutsche Andreas Wolff vorm EM-Auftakt am Donnerstag gegen Austria)
Keine Frage, Andi Wolff ist ein Weltklassetorwart, er gehört zu den Top 3 der Welt, an guten Tagen ist er schier unüberwindlich. Doch offenbar ist ihm in seiner Karriere der eine oder andere Ball zu viel an den Kopf gerauscht, oder wie soll ich diese Beleiding deuten?.
Hier spricht der Torwart einer Handball-Nation über einen absoluten Außenseiter. Eben nicht respektvoll, wie ich schon in manch Verteidigungsrede lesen konnte, sondern voller Verachtung, voller deutscher Arroganz (ein Piefke im schlimmsten Sinn und eben kein Nachfolger fürs DÖF). Welcher Handballer will sich schon als „absoluten Anti-Handballer“ bschimpfen lassen.
Damit hat Wolff vorm ersten EM-Spiel am Donnerstag gegen Österreich ein völlig unnötiges Fass aufgemacht. Gerade im Handball können durchgebrannte Sicherungen (etwa ein mit voller Absicht gegen den Kopf von Wolff gefeuerter Ball) schwere Verletzungen nach sich ziehen. Man kennt sich ja gut, ein Großteil der Ösis spielt in der deutschen Bundesliga. Der von Wolff besonders kritisierte Mykola Bylyk ist sogar dessen Kieler Teamkollege, da wird sich nach der EM die Vereinsführung freuen …
Es ist für mich auch nicht der übliche Trashtalk, eben weil Deutschland in allen Belangen überlegen ist. Zumal Wolff mit seinen Deutschen in einem gefährlich engen Glashaus sitzt. Der ganze EM-Kader ist nämlich eher auf Zerstörung und harte Verteidigung (basierend auf den überragenden Torhütern Wolff und Späth) ausgelegt. Bundestrainer Alfred Gislasson nahm lieber gute und harte Verteidiger als eher filigrane Angriffsspezialisten mit (Dahmke statt Freihöfer), was im Vorfeld für gehörigen Ärger sorgte. Mal sehen, wie sich Wolff äußerst, wenn die Deutschen in der Zwischenrunde gegen Top-Favorit Dänemark den österreichischn „Anti-Handball“ zeigen.
Zu hoch hängen möchte ich das Ganze allerdings auch nicht. Vielleicht gehört dieses Klappern wirklich zum unschönen Handwerk. Aber wers Maul derartig unflätig aufmacht wie Wolff, der darf sich über entsprechende Antworten nicht wundern.
Trainereffekt bei Real
Nur als Nachtrag des Rauswurfs von Xabi Alonso. Das stolze Real Madrid hat sich ruhmlos aus dem spanischen Pokal verabschiedet. Beim abstiegsgefährdeten Zweitligisten Albacete Balompie verloren die Königlichen durch ein Gegentor in letzter Minute mit 2:3 und zeigte eine insgesamt indiskutable Leistung. Nein, Schadenfreude lieggt mir völlig fern, ich bin nur der Chronist …
Und sonst?
- Bundesliga: Hinrundenrekord des FC Bayern: Die Münchner gewannen nach 0:1-Rückstand noch mit 3.1 beim 1. FC Köln. Sie beendeten damit die Hinrunde mit 15 Siegen, 2 Remis und 0 Niederlagen (47 von 51 möglichen Punkten). Das unfassbare Torverhältnis lautet nun 66:14; das wären hochgerechnet 132 erzielte Treffer, der bisherige Bestwert, natürlich von den Bayern aufgestellt (1973), liegt bei 101 erzielten Toren.
Ansonsten war der Mittwoch ein Fest für die Plastikclubs und somit ein Graus der Traditionalisten. Es siegten Leipzig (2:0 vs Freiburg), Hoffenheim (mit 5:1 gegen Gladbach) und Wolfsburg (2:1 vs St. Pauli). Bayer Leverkusen verpasste am Dienstag den Sieg, die Partie beim HSV fiel wegen Tauwetters aus.
- Biathlon: Dramatische Frauenstaffel zum Auftakt der Rennen in Ruhpolding. Zum abschließenden Schießen kamen fast gleichzeitig gleich 5 Schlussläuferinnen. Die Italienerin Lisa Vitozzi veließ en Schießstand zwar als Erste, wurde aber noch von der Norwegerin Maren Kirkeeide auf der Zielgeraden noch überholt, auch dank eines rüden Manövers offenbar noch haarscharf innerhalb der Regeln. Dritte wurde Schweden vor Frankreich. Das deutsche Team mit Schlussläuferin Franziska Preuß hatte bis zum letzten Schießen noch alle Chancen, doch die Weltcupsiegerin 2025 musste gar in die Strafrunde und musste sich letztlich mit Platz 6 zufriedengeben.
- Afrika-Cup: Marokko und der Senegal stehen im Finale in Rabat. Die Gastgeber gewannen im Elfmeterschießen gegen Nigeria durch, Senegal setzte sich 1:0 gegen Ägypten durch. Den entscheidenden Treffer erzielte ein alter, aber dort nicht guter Bayern-Bekannter. Sadio Mané (mittlerweile 33 und in Riad aktiv) war mit einem schönen 14-Meter-Flachschuss erfolgreich. Das Endspiel findet am Sonntag (20 Uhr) in Rabat statt.
von Münchner Löwe | Jan. 14, 2026 | Fußball
Als hätte Reals Clubchef Florentino Perez nur drauf gewartet: Nach dem 2:3 im Supercupfinale gegen Erzrivale FC Barcelona gab Real Madrid die Trennung von Trainer Xabi Alonso bekannt. Angeblich erfolgte sie im gegenseitigen Einvernehmen, noch angeblicher war es sogar Alonso, der um Freistellung aus seinem Vertrag gebeten hatte.
Gerade sieben Monate dauerte die Ära Real-Alonso. Was gab es für Hoffnungen, als der Spanier im Sommer bei einem seiner drei Herzensvereine (neben FC Bayern und Liverpool) als Trainer anheuerte; bei dem er als Spieler 5 höchst erfolgreiche Jahre ( Meister, Champions-League-Sieger) gefeiert hatte. Bei Bayer Leverkusen hatte er schon sein Gesellenstück vollbracht (wenn ich eine deutsche Meisterschaft so abwertend bezeichnen darf), jetzt erfolgte der nächste Schritt zum ach so tollen Star-Ensemble der Königlichen (davon später mehr).
Es begann auch verheißungsvoll: 13 der ersten 14 Saison-Partien gewann Real, darunter ein beeindruckendes 2:1 in der Liga gegen Barca, das sogar noch höher hätte ausfallen können. (*) Und doch war vielleicht dieser Triumph schon der Anfang vom Ende. Alonso hatte es nämlich gewagt, Vini jr. vorzeitig vom Feld zu nehmen, nicht zufrieden mit dessen Defensiv-Verhalten. Vini zeterte und moserte und vergoss dann beim Vereinspräsidenten Perez heiße Tränen des Wehklagens.
Dazu muss man zweierlei wissen: Vini ist ein unfassbar begabter Fußballspieler, leider mit einem genauso unfassbaren Ego ausgestattet (warum solche Egomanen Mannschaftssportarten betreiben und nicht Tennis oder Golf spiuelen, ein unlösbares Geheimnis). Und leider bei aller Angriffskunst (es ist mitunter wirklich großartige KUNST) selten gewillt, auch Abwehrarbeit zu verrichten, die im modernen Fußball nach Auffassung fast aller Trainer aber elementar wichtig ist.
Zum anderen ist Perez, ein milliardenschwerer Bau-Unternehmen (nicht fragen, wie das geht und ging) nicht minder egozentrisch. Und Vini jr. ist sein erklärter Lieblingsspieler. Unvegessen ist, als er per ordre e mufti vor gut einem Jahr dem gesamten Team die Reise zur Ehrung des Ballon d’Or verweigerte, weil sein Lieblingsspieler Vini nicht mit dem 1. Platz, sondern dem 2. Rang ausgezeichnet wurde (wohl aber der damalige Trainer Carlo Ancelotti in einer anderen Kategorie und das Team selbst).
Alonso war also trotz des Clasico-Sieges angezählt (musst du auch erst mal hinbekommen), und als danach einige Spiele verloren gingen oder gegen Abstiegskandidaten schnöde unentschieden endeten, da sah es schon ganz schlecht aus für den Trainer: der angeblich die Kabine verloren hatte. Doch eine erneute Siegesserie und immer bessere Auftritte schienen Alonso zu retten, bis eben das Finale gegen Barca doch den Kopf kostete (sportlich martialisch ausgedrückt). In diesem Finale wehrte sich die Truppe übrigens nach Kräften, holte zweimal einen Rückstand auf (auch dank eines Zaubertreffers von Vini).
Jetzt stehen sie bereit, die Gscheidhaferl, die schon immer wussten, dass das mit dem jungen (sic) unerfahrenen (sic, sic) Alonso und Real nicht gut gehen konnten. In der „ZEIT“ stand was von „Zwischenschritt“, den der Spanier unbedingt hätte gehen müssen vor der ultimativen Aufgabe Real. Leider vergaß der Autor, uns Lesern mitzuteilen, welcher Club in diesem Sommer diese „Zwischenstation“ hätte sein können. Auch nach näherem Durchforsten in Europa fällt mir kein Team ein, das diesbezügliche Kriterien erfüllt, erst recht keines, das im Sommer auf Trainersuche war.
Es war schlicht die Ergebniskrise, der Feind jeden Trainers. Wobei ich anmerken will, dass ich das Real dieser Tage nicht für titelreif halte: eine überalterte und verletzungsanfällige Abwehr (Alaba, Rüdiger), ein nach dem Karriere-Ende der Ballvirtuosen Kroos und Modric reichlich fantasieloses Mittelfeld, nur mit dem überforderten Jude Bellingham. Und vorne eben zwei Superstürmer (Vini, Mbappé, dazu Rodrygo) ohne Verteidigungswillen. Einen Vorwurf muss ich Alonso dann doch machen, dass er nicht auf die eine oder andere echte defensive und kreative Verstärkung gepocht hat. Wenn ich übrigens schreibe „nicht titelreif“ für die Champions League, schließt das nicht die eine oder andere wundersame „Remontada“ (Aufholjagd) im heimischen Bernabéu aus.
Jetzt soll es erst mal Alvaro Arbeloa richten, bisher der Cheftrainer der 2. Mannschaft Castilla. Arbeloa hat zusammen mit Alonso gespielt, beim FC Liverpool waren sie die Mittelfeldstrategen. Er hat bisher (außer Castilla) null Trainererfahrung. Vielleicht genügt es schon, vor Vini und Mbappé zu kuschen. Gewinnt Real halt ohne Stürmer-Abwehr.
Und Alonso? „Gescheitert“ habe ich getitelt, „chancenlos zerschellt“ wäre vielleicht treffender gewesen. Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass wir ihn bald auf der Trainerbank eines renommierten Clubs sehen werden. Denn er hat Fußball-Verstand und -Verständnis wie nur ganz wenige.
* zu Flick: So ist das im Fußball (im Sport überhaupt): Nach dem 1:2 im Oktober gegen Real forderten viele seinen Rauswurf, weil er völlig überfordert sei. Jetzt gilt er als unbezwingbarer Finaltrainer.
von Münchner Löwe | Jan. 13, 2026 | basketball, Biathlon, Fußball, Handball, NBA, ski alpin, Wintersport, Wochenvorschau
Sport satt, nämlich Fußball, Handball-EM und Wintersport
Bundesligisten im Doppeleinsatz
Der kurze Zeit sehr strenge Winter ist offenbar wieder dabei, der Englischen Woche in der Fußball-Bundesliga steht nichts mehr entgegen – außer Tauwetter, siehe Hamburg. Der 17. Spieltag m Dienstag/Mittwoch – nicht zu vergessen das Topspiel zwischen Augsburg und Union am Donnerstag, komplettiert die Hinrunde, die Rückrunde startet am Wochenende. Partien, die es sich vielleicht lohnt zu gucken, sind während der Woche Stuttgart vs Frankfurt (Di., 18:30), eine Art Best of the Rest neben den Großen, HSV – Leverkusen (Di., 20:30, abgesagt wg. Tauwetters) und Köln vs Bayern (Mi., 20:30). Letztere Partie nur unter dem Gesichtspunkt, ob Rib und Rob (Ribéry und Robben) mit Oliseh und Diaz tatsächllich Zauber-Nachfolger gefunden haben und wie hoch letztlich tatsächlich die Hinrunden-Rekordtormarke (zurzeit 63) der Bundesliga-Geschichte gesetzt wird.
Am Samstag zum Topsiel des Tages müssen die Münchner dann nach Leißzig (Sa., 18:30). Mit dabei ist dann wieder aif Leipziger Seite der ivorische Star Yan Diamonde, nachdem die Elfenbeinküste im Viertelfinale des Afrika-Cups gescheitert ist.
Am Wochenende startet dann auch die 2. Bundesliga, und die Jagd auf Schalke beginnt. Der Tabellenführer handelte sich zum Jahresabschluss eine Pleite bei Eintracht Braunschweig ein, der Vorsprung auf Platz 3 (Darmstadt) beträgt immer noch 4 Punkte. Fast standesgemäß geht es für die Knappen mit einem echten Schlager los, denn sie sind am Samstagabend (20:30) im Berliner Olympiastadion bei Hertha BSC zu Gast.
Mit Knallhart-Handball zur Medaille?
Die Männer-EM beginnt am Mittwoch, und das Ziel des deutschen Teams lautet Edelmetall, vielleicht sogar Gold. Doch die Auslosung hat einen sehr harten Weg beschert. Weniger in der Vorrunde, wenn Österreich, Spanien und Serbien die Gegner sind, das klingt schon knackig genug. Aber wenn die Truppe ersten Zwei erreicht, trifft sie in der Hauptrunde höchstwahrscheinlich auf Dänemark und Frankreich, dazu vielleicht Aufstreber wie Portugal und Norwegen.
Richten soll es eine Knallhart-Abwehr und vor allem die Torhüter Andi Wolff (Europameister vor 10 Jahren) und David Späth, die weltweit zu den besten ihres Fachs zählen.
Los geht es am Donnerstag (20:30) gegen Österreich (mit vielen Bundesliga-Akteuren), es folgen die Partien gegen Serbien (Sa., 20:30) und Spanien nächsten Montag.
Klarer Titelfavorit ist Dänemark, der souveräne Olympiasieger von 2024 (auch dank einer Finalgala gegen Deutschland). Frankreich hat vielleicht einen besseren Ruf als Team, das vermag ich nicht einzuschätzen.
Winter-Klassiker, wohin man schaut
Männer-Abfahrt am samstag in Wengen, klassischer gehts nicht . das 4,2-Kilometer-Rennen mit Hundsschopf, Minschg-Kante, Österreicher-Loch und Schluss-S vor malerischer Postkarten-Kulisse (leider nicht für Dänen mehr) mit den Bergriesen Eiger, Mönch und Jungfrau. Bei Sonnenschein gibt es nicht Schöneres für die Augen im Ski-Winter. Tags zuvor steht ein Super-G an gleicher Stelle an (stark verkürrzte Strecke), am Sonntag der Spezialslalom.
In den Speedrennen geht der Sieg jeweils nur über marco Odermatt, schon ein Wengen-Spezialist, im Slalom gibt es ein gutes Dutzend Sieganwärter.
Die Frauen lassen diesmal Cortina aus, weil dort in einem Monat die Olympia-Wettbewerbe stattfinden. Stattdessen geht es nach Tarvisio, wo Abfahrt und Super-G angesetzt sind. Chance für Lindsey Vonn, an ihrem Legendenstatus zu basteln, Chance aber auch für Emma Aicher, mit einem Platz ganz vorne Selbstvertrauen für die olympischen Tage zu tanken.
Die Biathleten machen bei der zweiten deutschen Traditionsstrecke Station. Nach Oberhof stehen die Rennen in Ruhpolding an mit Staffeln, Sprint und Verfolger. Norweger und Französinnen sind das Maß aller Dinge, SchwedInnen, etwa die Öberg-Schwestern und Samuelson haben auch schon aufgezeigt.
Dem deutschen Team fehlt noch ein Sieg in diesem Winter: Kommt es zu Durchbruch für Weltcup-Titelverteidigerin Franzi Preuß oder gar ein Debüt ganz oben auf dem Stockerl für Philipp Nawrath?
Berlin Game der NBA
Am Donnerstag ist es so weit. In der Halle am Ostbahnhof gibt es das erste reguläre Match der NBA in Deutschland, wenn die Orlando Magic auf die Memphis Grizzlies treffen. Die Magic sind das „deutsche“ Team der US-Basketball-Liga mit den Nationalspielern Franz und Moritz Wagner sowie Tristan da Silva. Ob Franz nach seine Knöchwelverletzung rechtzeitig fit wird, bleibt abzuwarten, er macht zwar den Trip mit, doch die Teamführung machte deutlich, dass er auf keinen Fall verheiuzt werden soll, dafür haben die Magic mit ihrem besten Mann noch zu viel vor in dieser Saison. Moritz jedenfalls gab am Sonntag sein Debüt nach mehr als einjähriger Pause wegen Krezbandriss, noch etwas rostig, aber voller Einsatz. Bei da Silva schwankt im zweiten NBA-Jahr die Form, gute und schwache Partien wechseln sich unregelmäßig ab, genauso die Frage, ob sein Dreier fällt oder nicht.
Auch die Grizzlies haben Deutschland-Bezug. Der finnische Trainer Tommy Iisalo coachte lange in der BBL und führte 2023 die Telekom Baskets Bonn in die Finalserie, in der allerdings sich Ulm als besser erwies. Seit Mai ist der Chefcoach bei Memphis und hat sich mit seinem kompromisslosen Verhalten gegen Starspieler Ja Morant zwar nicht dessen Frendschaft, wohl aber Respekt in der Liga verschafft. Amit Orlando und Memphis nicht nurfür ein Spiel nach Europa fliegen, kommt es am Samstag in London zu einer weiteren Partie zwischen diesen beiden Kontrahenten.
Und sonst?
- Internationale Ligen, England: Im Blickpunkt steht das Mancester-Stadtderby zwischen City und United (Sa., 13:30). United nach vergleichsweise ansprechendem Start in der Krise. Teammanager Roben Amorim wurde schon gefeuert, aber auch mit neuen Coach flog man im FA-Cup schon in der 1. Runde raus (mit der Folfge, das in dieser Saison nur noch Ligaspiele anstehen). City hat mit 3 zum teil überflüssigen Remis den Abstand zu Arsenal nicht verkürzen können, er beträgt immer noch 6 Punkte. Die Abhängigkeit von den Toren Erling Haalands ist frappierend.
Spanien: Real trifft auf Levante (Sa., 14:00): Das wäre nicht weiter erwähnenswert, aber die Madrilenen haben nach der Niederlage im Supercup-Endspiel in Dschidda Trainer Xabi Alonso nach einem knappen halben Jahr schon gefeuert (angeboten hätte sich: in der Wüste gelassen …). Jetzt soll es der Coach der 2. Mannschaft, Arbeloa, richten. Wie Alonso war auch Arbeloa ein großartiger Mittelfeldspieler, die beiden haben sogar bei Liverpool gemeinsam gespielt.
- Basketball: Stimmungsvoll wird es am Donnerstag im SAP Garden, wenn der FC Bayern das griechische Team Panathinaikos Athen empfängt, dessen fans mit Sicherheit für viel Radau sorgen. Die Münchner haben nur noch theoretische Chancen auf die K.-o.-Runde, Panathinaikos kämpf als 7. sogar um einen Top-6-Rang und die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale.
- Tennis: Die Australian Open werfen ihre Schatten voraus. Im Form des Qualifiationsturniers. Drei Runden gilt es zu überstehen, dann haben die Profis die 1. Runde erreicht, und allein das dortige Preisgeld sichet einen Großteil des (Reise)-Budgets fürs Jahr.
Der junge Deutsche Justin Engel ist schon in der 1. Runde gescheitert. Yannick Hanfmann hatte Glück: Da der Finne Emil Ruusovuori die Teilnahme absagte, rückte er ohne Quali-Müh(l)e ins Hauptfeld nach.
- Snooker: Das Masters in London ist nach der WM vielleicht das wichtigste Turnier im Jahr und gehört zur „Triple Crown“. Die komplette Weltelite ist folgerichtig am Start. Gespielt wird im Ally Pally, allerdings ist es sehr, sehr, sehr viel ruhiger als vor zwei Wochen bei der Darts-WM an gleicher Stelle.
- US Sport: In der NFL stehen am Wochenende 4 Partien der Divisional Round auf dem Programm. Mehr dazu in einem gesonderten Text.
von Münchner Löwe | Jan. 12, 2026 | Allgemein, basketball, bundesliga, Fußball, ski alpin, Tennis, Wintersport, Wochenrückschau
Viel Wintersport, wieder oder weiterhin Fußball und die ersten Zuckungen des Tennisjahres.
Lindsey Vonn – königlich gut
Speedqueen wurde die Amerikanerin in ihren besten Zeiten genannt. Doch was heißt beste Zeiten, wenn ich mir diese Saison so anschaue. Am Samstag in Zauchensee feierte sie bereits den zweiten Sieg, und es tat ihrer Leistung keinerlei Abbruch, dass wegen des Schneefalls (der große Feind aller Wintersport-Organisatoren) die Strecke verkürzt wurde und die Siegerinnen-Zeit nur etwa 65 Sekunden betrug. Keine vermag die schnellen Kurven so gewagt und doch gekonnt zu nehmen. Die US-Amerikanerin behauptet sogar, dass sie gar nicht das letzte Risiko nimmt (das wird erst bei der Olympia-Abfahrt in Cortina am 8. Februar der Fall sein, dann heißt es Sieg oder Akkia …)). Was sie zeigt, das genügt, um die gesamte Weltelite in Schach zu halten. In 4 der 5 Abfahrten diese Saison schaffte sie einen Podestrang, in der Abfahrts-Weltcupwertung führt sie klar mit 340 Punkten vor der Deutschen Emma Aicher (211), die in Österreich den sechsten Platz schaffte. Da winkt die nächste Kristallkugel für die 41-Jährige Vonn, deren Comeback niemand mehr belächeln würde, wie es vor gut einem jahr so viele machten.
Ein bitteres Aus ereilte die junge Österreicherin Magdalena Egger. Die 22-Jährige zog sich bei einem Sturz einen Kreuzbandriss zu und muss ihre Olympiaträume zumindest für 2026 begraben. So erlebte Austria ein Abfahrtsdebakel. Cornelia Hütter landete als Beste auf dem 20. Platz.
Während Zauchensee unter den Bedingungen litt (der für Sonntag geplante Super-G musste abgesagt werden), erlebte Adelboden ein Skifest auf dem berühmt-berüchtigten Kuenichsbärgli. Im Riesenslalom triumphierte der Schweizer Lokalmatador Marco Odermatt. Er gewann zum fünften Mal auf dem Traditionskurs mit dem fantastisch steilen Schlusshang mitten in ein stadion-ähnliches Zuschauermeer und egalisierte die Bestmarke von Ingemar Stenmark, der in der 70ern und 80ern das Maß aller Riesenslalom-Spezialisten war.
Am Sonntag war im Slalombei strahlendem Sonnenschein der Aufsteiger der Saison, Paco Rassat, erfolgreich. Der nach dem 1. Lauf viertplatzierte Franzose fing mit einem fulminanten zweiten Durchgang Henrik Kristoffersen noch ab und landete den zweiten Saisonsieg vor . Linus Straßer kommt einfach nicht in Form, schied diesmal sogar aus und verschlechterte weiter seine Ausgangsposition im Kampf um günstige Startnummern.
Giacomel und die große Geste an den toten Biathlon-Freund
Noch immer steht die Biathlonblase unter dem Schock des Todes vom Norweger Sivert Bakken, der vor zwei Wochen leblos in seinem Hotelzimmer aufgefunden wurde, mit einer Maske für Höhenluft überm Kopf. Sein vielleicht bester Freund im Weltcup ist der Italiener Tommasso Giacomel. Vielleicht höhere Mächte wollten es wohl, dass dieser Giacomel am Donnerstag den Sprint in Oberhof gewann. Als er mit Bestzeit durchs Ziel stürmte, brach es aus ihm heraus. Er grüßte mit dem Trauerflor-umschossenen rechten Arm in den Himmel. „Es ist einer meiner besten Tage im Biathlon und gleichzeitig einer meiner schlechtesten, weil Sivert nicht mehr hier ist. Das macht mich extrem traurig.“ Giacomel gewann dann auch am Samstag den Verfolger nach abstrusen Rennen, wo die Spitzenläufer reihenweise die Scheiben verfehlten. 6 Strafrunden leistete sich Giacomel, und trotzdem reichte es zum Sieg, so ein Kunststück schaffte zuletzt der große Ole Einar Björndalen 2001, wenn ich der menschgewordenen Datenbank Sigi Heinrich Glauben schenekn darf.
Eine faszinierende Männer-Staffel war der sportliche Höhepunkt der tollen Biathlontage im endlich mal wieder verschneiten Oberhof – und das bei Kaiserwetter. Vorm letzten Schießen hatten gleich 5 Staffeln die Möglichkeit zum Sieg. Am Ende hatten mal wieder die Norweger die Nase vorn und setzten sich gegen Frankreich und Schweden durch. Die Deutschen mit Schlussläufer David Zobel schnupperten ebenfalls am Sieg: Am Ende reichte es zwar nur zu Platz 5 noch hinter Italien (und dem furiosen Schlussläufer Giacomel); der insgesamt stark verbesserte Auftritt macht aber durchaus Hoffnungen.
Für die Norweger und Giacomel wird es jetzt stressig. Am Dienstag findet in Norwegen die Beisetzung für Bakken statt, das komplette Team und eben auch der Italiener werden dabei sein, danach geht es umgehend nach Ruhpolding, wo in dieser Woche die nächsten Traditionsrennen stattfinden – hoffentlich in einer ähnlich schönen Winterlandschaft.
Harziger Start ins Bundesliga-Jahr
Schon bevor es am Freitag losging, standen die ersten Hiobsbotschaften fest. Aufgrund des heftigen Wintereinbruchs gerade im Norden mussten die Partien St. Pauli vs Leipzig und Bremen vs Hoffenheim abgesagt werden. Wer ansonsten tatsächlich noch auf eine spannende Meisterschaft gehofft haben sollte, wurde am Sonntag eines Besseren belegt. Der souveräne Tabellenführer FC Bayern fertigte nach 6 Tore in de 2. Halbzeit den inferioren VfL Wolfburg mit 8:1 ab. Wer auf Rost in der Winterpause (und auf Nachwirkungen aufgrund der Club-WM im Sommer) gehofft hatte, sah sich enttäusch. Extrem spielfreudig waren die Münchner mit einem überragenden Michael Olise, dazu wie gewohnt enrom lauffreudig (127 Kilometer).
Die „Verfolger“ patzten dagegen: Borussia Dortmund kam in eine wüsten Partie mit haarsträubenden Abwehrpatzern nicht über ein 3:3 bei Eintracht Frankfurt hinaus. Bayer Leverkusen erlebte daheim gegen den VfB Stuttgart gar ein Desaster: 1:4 verlor der Werksclub, gerade in der 1. Halbzeit wurde der Meister von 2024 geradezu vorgeführt (0:4).
Um die Überlegenheit der Münchner darzustellen: Der Vorsperung auf den zweiten Dortmund beträgt 11 Punkte, das Torverhältnis lautet 63:11 (nach 16 Partien). Die Tordifferenz von +51 ist besser als die aller anderen mit einem ositiven Torverhältnis). Am Mittwoch gehts zum 1. FC Köln, seit 7 Spielen sieglos – noch Fragen?
Polen holt den United-Cup
Dass unser östlicher Nachbar bei der inoffiziellen Tennis-Club-WM in Perth und Sydney ein Wort mitreden würden war angesichts ihrer Einzelbesetzung Iga Swiatek und Hubert Hurkacz zu erwarten gewesen. Nicht allerdings, dass ihr zusammengewürfeltes Mixed-Doppel Katarzyna Zawa/Jan Zielinski die Kastanien aus dem Feue reißen würde oft die Kastanien aus dem Feuer reißen würde. So geschehen im Finale gegen die USA (vs Bencic/Paul), davor aber auch im Halbfinale gegen die USA (Gauff/Harrison). Zweimal musste das Mixed entscheiden, da zuvor Topspielerin Swiatek gegen Bencic und Gauff den Kürzeren gezogen hatte.
An Polen war das deutsche Team schon in der Vorrunde gescheitert (ohne dass das Doppel entscheidn musste). Ein schimpfender Zverev (vs Hurkacz) und eine sich tapfer wehrende Eva Lys (Swiatek, erstmals aber mit Satzgewinn)) hatten ihre Einzel schon verloren.
Sechstligist schmeißt Titelverteidiger raus
Im Mai war Crystal Palace noch strahlender FACup-Sieger nach dem Übverraschungserfolg gegen Manchester City, jetzt musste das Team von Teammanager Oliver Glasner in diesem Wettbewerb eine unglaubliche Schmach erleben. Die Londoner verloren in de 1. Runde beim Sechstligisten Maccelesfield mit 1:2. Seit 1909 war die ein Titelverteidiger an derart unterkassigen Team gescheitert, damals hieß die Überraschungsmannschaft übrigens Crystal Palace … Zwischen Maccelsfield und Crystal Palace liege 117 Plätze, noch nie in der Geschichte des ältesten Fußball-Wettbewerbs der Welt (seit 1863) hat es laut BBC eine gößere Sensation gegeben.
Das frühe Aus im FA-Cup ereilte unter anderem auch Manchester United und Tottenham Hotspur. Wenigstens erfolgen die Heimniederlagen gegen Erstligisten (West Ham und Aston Villa).
Erfolgreiches Comeback von Moe Wagner
Mehr als ein Jahr musste der Berliner im Dress der Orlando Magic nach seinem Kreuzbandriss im Dezember 2024 pausieren. In der Nacht zu Montag kam er in der NBA wieder zum Einsatz. 10 Minuten agierte er beim 128:118-Erfolg über die New Orleans Pelicans, den sich die Magic im Endspurt sicherten, sammelte trotz nervöser Anfangsphase ansprechende 8 Punkte und je 2 Rebounds und Assists. Groß war der Jubel in der Orlando-Halle, als Wagner kurz vor Ende des 1. Viertels das Parkett betrat. Sein jüngerer Bruder Franz fieberte von der Bank aus mit.
Damit ist Wagner rechtzeitig fürs Berlin Game am Donnerstag gegen die Memphis Grizzlies fit, ob das auch für Franz gilt, bleibt abzuwarten. Glänzend in Form zeigte sich de dritte Deutsche im Orlando-Team: Tristan da Silva sammelte 16 Punkte und verwandelte alle 4 Versuche jenseits der Dreierlinie.
Und sonst?
- Super-Cup an Barca: Im Finale siegten die Katalanen mit 3:2 gegen Real Madrid. Der abwechslungsreiche Clasico fand in Dschidah/Saudi-Arabien statt – wo halt die meisten
Peseten Euronen Perodollars gezahlt werden. Für Barca-Trainer Hansi Flick war es der achte Finalsieg in seinem achten Finale – bemerkenswert.
- Serie A: Das Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Inter und Meister Napoli endete 2:2. zweimal waren die Mailänder in Führung gegangen, zweimal glichen die Gäste durch den Schotten McTominay aus. 4 Punkte beträgt nun der Vorspung von Inter auf Neapel, dazwischen liegt noch der AC Mailand, das bei Letzten Florentina nicht über 1:1 hinauskam.
- Skispringen: Nach dem souveränen Sieg von Domen Prevc trat beim Weltcup in Zakopane ein anderer Slowene in Erscheinung: Anti Lanisek war im Einzel vom großen Bakken nicht zu schlagen und schaffte vor den Österreichern Jan Hörl (endlich mal wieder Zweiter wie schon in der Tournee-Gesamtwertung 25 und 26) und Manuel Fettner den ersten Saisonerfolg. Prevc landete nur auf Rang 27.
Im Teamspringen (Zweiermannschaften) hatte der Slowene eine Pause erhalten. Weine Landsleute Timi Zajc (endlich mal mit regelkonformen Anzug) und Ante Lanisek kamen hinter Österreich (Jan Hörl/Stephan Embacher) auf dem zweiten Platz.
- Hockey: Österreichs Männer gewannen die Hallen-EM in Heidelberg: Im Finale setzte sich Austria nach Siebenmeterschießen gegen Polen durch. Rekordeuropameister Deutschland war schon im Halbfinale an den Polen gescheitert.
- Tennis: Turniersiege holten sich die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka aus Weißrussland in Adelaide, die Ukrainerin Lena Switolina in Auckland sowie bei den Männern der Russe Daniil Medwedew in Brisbane und Alexander Bublikin aus Kasachstan in Hongkong. Der Osten lebt auf.
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