Der Fall Sinner – eine stinkende Kloake

Als ob die Welt da draußen mit dem Irrsinn im In- und Ausland, den Kriegen und Terroranschlägen nicht schlimm genug wäre, zerfetzte sich auch die vermeintlich so heile Sportwelt, die natürlich nie sehr heile war, in die Bestandteile. Nein, kein Ergebnis regte mich über die Maßen auf, diese Zeiten sind gottlob vorbei: Sondern die Einigung zwschen Jannik Sinner und dem Sportgerichtshof in der Dopingcausa des italienischen Tennisprofis. Das Strafmaß steht jetzt fest: Drei Monate muss Sinner pausieren, ab jetzt bis zum 4. Mai.

 

Ablasshandel der übelsten Form

 

Was ist passiert (in aller Kürze): Im März und April 2024 wurde Jannik Sinner positiv auf das verbotene Mittel Clostebo, getestet. Davon erfuhr die überraschte Öffentlichkeit im Juli, also gut 3 Monate danach. Sinner hatte als Begründung angeführt, sein Masseur habe ihn mit einer Salbe kontaminiert, die dieser wegen einer Schnittverletzung genommen hatte. Eine Salbe, auf der in großen Buchstaben „Doping“ steht und besagter Masseur massierte den wertvollen Sinner-Körper ohne Pflaster.
Das glaubte offenbar der Tennis-Weltveband und beließ es bei einer ganz kurzen Sperre (4 Tage, die jetzt tatsächlich angerechnet werden!)  plus Geldstrafe und Verlust der Wetranglistenpunkte von Indian Wells, wo der erste positive Test erfolgte). Dagegen legte Weltdoping-Agentur Wada Einspruch beim Sportgerichtshof ein, wo der Fall seit Herbst bis jetzt lag. Unterdessen durfte Sinner sehr erfolgreich Tennis spielen, gewann unter anderem die Grand Slams US Open und Australian Open sowie das ATP Finals und den Daviscup.
Gestern die mit Spannung erwartete Entscheidung, und die besagt: Wada und Sinner haben einen Vergleich geschlossen. Demnach akzeptiert der Italiener eine dreimonatige Sperre, die am 4. Mai abläuft. In dieser Zeit darf er keine Turniere bestreiten und auch nicht in einem Verbandstraining teilnehmen. Im Gegenzug verzichtet die Wada auf weiteres Vorgehen oder gar weitere Strafen.

Ich bin darob gleichermaßen entsetzt wie empört, und dabei habe bzw hatte ich absolut nichts gegen Sinner, wie ich schon oft betonte. Denn das Mindeststrafmaß in vergleichbaren Fällen waren mindestens ein, wenn nicht sogar zwei Jahre. Auch wenn der Sportler keine vorsätzliche Einnahme nachgewiesen werden konnte. Der Grundsatz lautete: Auch das engge Umfeld muss sich der Sportler voll und ganz zurechnen lassen und eben die „Sauberkeit“ seines Körpers. Um eben die findigen Erklärungen, von vornherein abzuschmettern, die erwischte Sportler so haben für ihren dopingverseuchten Körper. Und wer könnte enger bei Sinner sein als sein Masseur.
Jetzt habe ich das Gefühl, dass sich Sinner in einem Ablasshandel der übelsten Form hat freikaufen können. Zumal auch der Zeitraum der Sperre für ihn überaus günstig liegt, die am 4. Mai endet. Er vepasst also nur das Masters-Doppel Indian Wells/Miami und den Anfang der ohnehin von ihm nicht so geliebten Sandplatzsaison. Bei seinem Heimspiel in Rom Mitte Mai darf er ebenso wieder antreten wie in Paris, er verpasst also nicht ein einziges Grand-Slam-Turnier, und nur die sind für Spitzenspieler wirklich von Bedeutung.

Ich hab die Korrespondenz in dieser Causa förmlich vor Augen: Achtung, das ist Fiktion!

WADA: Lieber Jannik. Saubblöd gelaufen, wir müssen Dich (man duzt sich im Sport, d. A.) bestrafen, um uns nicht komplett zum Vollhonk zu machen. Kannst Du uns entgegenkommen?
JS: Porca miseria: Eine Geldstrafe, aber mit großem Bedauern, ich könnte eine 2 Millionen Dollar zahlen und vielleicht noch eine Stiftung für Behinderte unterstützen, das macht sich immer gut. (Anmerkung d. A.: Sinner hat vergangenes Jahr mehr als 10 Millionen Dollar allein an Preisgeld verdient)
WADA: Wir fürchten, eine Sperre muss schon sein. Vielleicht 4 Monate, dann müsstest Du nur auf Paris verzichten.
JS: Kommt nicht in Frage. Aber lass mal überlegen, wie es am besten passt. Wie wäre es moi 3 Monaten, ab Februar. Dann könnte ich in Rom wieder spielen, das würde dem Turnier dort sicher sehr helfen. Schade zwar um Indian Wells und Miami, aber das ist eh nur in diesem blöden Amerika. Und wenn ich richtig rechne, bleibe ich sogar die Nummer 1 der Weltrangliste.
WADA: Gute Idee. Wir können sagen, dass wir mit der ganzen Härte sogar den besten Spieler der Welt sperren, der auf die von ihm heißgeliebten Turniere in Amerika verzichten muss und um seinen Platz in der Weltrangliste bangen muss.
JS: Und ich kann sagen, unter großem Wehklagen der WADA entgegengekommen zu sein. Ich bin mir zwar keinerlei Schuld bewusst, aber ich weiß, dass ich auch für mein Umfeld verantwortlich ist. Lasst uns entsprechende Erklärungen abstimmen.

Soweit, so schlecht. Für mich ist diese lächerliche Drei-Monats-Sperre sogar noch schlimmer als ein kompletter Freispruch. Wenn die WADA und der CAS sagen: Wir glauben Signore Sinner, dass er nichts gewusst hat, und er ist nicht für sein Umfeld verantwortlich, dann könnte ich damit leben und alle Sportler hätten einen Präzendenzfall. So ist der Wada dem CAS das Kunststück gelungen, ein bisschen schwanger zu werden, und alle Welt weiß: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen, wenn sie nur tricky genug verhandeln mit den teuersten Anwälten, die nur sie sich leisten können. Ähnlich wie das im übrigen schon Ende letzten Jahres im Fall Iga Swiatek lief, die ebenfalls positiv getestet wurde und mit einer (noch) lächerliche(re)n Sperre davonkam.
Jetzt beginnt der Kampf um die Deutungshoheit. Hier das Relativieren, das „ist-doch-nicht-so-schlimm“, dort die Empörung, die hoffentlich nicht nur mich, sondern auch die Kistners und Seppelts dieser Welt packt, für die jeder Radsporter per se ob seiner Leistungen schon suspekt st. Apropos Leistungssteigerung: Dern unglaublichenLeistungssprung, den Sinner gerade letztes Jahr gemacht hat, seine deutlich verbesserten Fitness- und Kraftwerte möchte ich noch anmerken

„Der Fall Sinner stinkt zum Himmel“, schrieb ich im Juli, als die Causa bekannt wurde.
https://blickueberdenteich.de/der-fall-jannik-sinner-stinkt-zum-himmel/Jetzt weiß ich: Zumindest der Tennissport ist mit einer extrem stinkenden Kloake überzogen, die so schnell nicht wegzuwischen ist. Mir ist die Freude an dieser wunderbaren Sportart sehr vergällt.

Schweizerinnen können auch Slalom

Alpine Ski-WM in Saalbach, X

 

Slalom der Frauen

 

Der abschließende Wettbewerb bei den Frauen brachte noch mal ein alpenfreundliches Alpin-Ergebnis. Camille Rast und Wendy Holdener fuhren einen Schweizer Doppelerfolg heraus, Katharina Liensberger rettete für Österreich Bronze und gewann die mittlerweile 6. Medaille für Austria.

 

Das Rennen

 

1. Durchgang

 

Schon nach dem 1. Lauf gab es erstaunlich hohe Abstände. Die fast perfekt fahrende Camille Rast legte gleich 58 Hunderstel zwischen sich und der Zweitplatzierten KLiensberger. Einzig Mikaela Shiffrin, sichtlich nicht in avbsoluter Topform, und Holdener blieben als einzige noch innerhalb einer Sekunde. Lena Dürr, wie viele andere in Saalbach mit einer Erkältung kämpfend, verbremste wie die dreimalige Saisonsiegerin Zrinka Ljutic.

 

2. Durchgang

 

Würde eine de eher schlechplatziertenprominenten Fahrerinnen eine fulminante Aufholjagd starten? Eher nicht, sie fuhren ähnlich passiv wie in Durchgang aus und hatten mit der Entscheidung nichts zu tun. Adreja Slokar durfte sich als sechstletzte Starterin mit vorläufiger Laufbestzeit Hoffnungen machen, die zerstoben jedoch schon bei Paula Moltzan. Diese widerum wurde von Wendy Holdener abgelöst. Mikaela Shiffrin fuhr noch schwächer, als Shiffrin-Fan traue ich mich so etwas bei ihr kaum zu schreiben und fiel mit der am Ende nur zwölftbesten Laufzeit noch hinter ihre Landsfrau Moltzan zurück. Auch Lienberger ruckte und rüttelte, doch sie rettete mit 2 Hundertstelsekunden Vorsprung die Medaille.
Schon vor der letzten Starterin stand fest, dass der Sieg an die Schweiz gehen würde. Camille Rast im Starthäuschenoder die im Ziel Führende Wendy Holdener. Rast begann extrem stark und verwaltete letztlich sicher ihren Vorsprung auf die erfahrenere Landsfrau, die mal wieder auf dem 2. Platz landete.

 

Die Medaillengewinnerinnen

 

Camille Rast gelang diese Saison der Durchbruch, gewann zwei Slaloms und führt die Disziplinenwertung im Weltcup an. Endlich bestätigt sie den Vorschusslorbeer, den sie seit ihrem Juniioren-WM-Titel 2017 hat.
Wendy Holdener: die ewige Zweite, die so oft aufs Podest fuhr, ehe ihr 2023 in Levi der erste Weltcupsieg gelang. 2 Siege stehen zurzeit zu Buche, dazu 19 zweite und 17 dritte Plätze. Immerhin hielt sie sich mit WM-Gold in der Kombination 2017 und 2019 sowie der Mannschaft 2017. Ihre Saalbacher Bilanz: Dreimal Silber (Slalom, Teamkombi und Mannschaft).
Katharina Liensberger ist seit Jahren die beste Slalomfahrerin Österreichs, obwohl sie so manchen Irrweg nahm mit Privattrainer (was 2023 gar nicht klappte. Mit Platz 3 dürfte sie hochzufrieden sein, es ist ihre 5. WM-Medaille, 2021 holte sie gar Slalom-Gold in Cortina. Bei Olympia holte sie mit der Mannschaft Gold und Silber sowie Silber im Slalom 2022 in Peking.

 

Das Ergebnis

 

Gold: Camille Rast (SUI)                        1:58,00
Silber: Wendy Holdener                            +0,46
Bronze: Katharina Liensberger (AUT)        1,32

4. Paula Moltzan (USA) 1,34, 5. Mikaela Shiffrin (USA) 1,37, 6Andreja Slokar (SLO) 1,53, 7. Katharina Truppe (AUT) 2,03, 8. Lena Dürr (GER) 2,45

 

Slalom der Männer, Sonntag, 09:45/13.15 Uhr, ZDF, ORF1, Eurosport1

 

Favoriten

 

Im letzten WM-Wettbewerb ist die Zahl der Sieganwärter am größten, auch weil hier eben sehr viel passieren kann und ein Ausscheiden praktisch eingepreist ist. Clement Noel ist mit 4 Saisonsiegen das Maß aller Dinge und könnte die bisher so ernüchternde französische Bilanz retten. Gleiches gilt für Linus Straßer, die letzte deutsche Medaillen-Hoffnung. Von den starken Norwegern sehe ich Timon Haugan als stärksten. Und schließlich Manuel Feller, der das österreichische Hoch mit der 7. Medaille krönen will und sehr gut in Form ist. Wenn er denn das Ziel sieht …

 

Aussichtsreiche Außenseiter

 

Der Rest der Norweger, insbesondere Henrik Kristoffersen und Atle McGrath. Nicht zu vergessen der gebürtige Norweger Lucas Pinheiro Braathen, der für das das Geburtsland seiner Mutter Brasilien startet. Die erste WM-Medaille für Südamerika?
Außerdem habe ich Loic Mellard auf der Rechnung, den Schweizer Teamkombi-Weltmeister.

 

Sehr zu beachten

 

Albert Popov: ich mag den verwegenen Stil des eher kleingewachsenen Bulgaren (auch deshalb meine Sympathie). Diese Saisond er erste Welcupsieg, 37 Jahre nach dem Triumph seines Landsmannes Petar Popangelov in Lenggries.
Kristofer Jacobssen: Wegen seiner unglaublichen Laufbestzeit in der Teamkombi, als er die gesamte Konkurrenz um mehr als anderthalb Sekunden distanzierte

 

WM 2023 in Courchevel

 

  1. Henrik Kristoffersen (Norwegen)
  2. AJ Ginnis (Griechenland)
  3. Alex Vinatzer (Italien)

Henrik Kristoffersen war jahrelang der schärfste Kontrahent von Österreichs Weltcup-Dauersieger Marcel Hirscher. Jetzt fährt er (wie auch Haugan) ein Skiprodukt, an dem Hirscher maßgeblich mitgearbeitet hat.
AJ Ginnis schaffte die erste Wintersport-Medaille für Griechenland überhaupt. Diese Saison konnte er wegen einer Verletzung noch gar nicht starten.
Alx Vinatzer gehört immer noch der erweiterten Weltspitze an, allerdings eher im Riesenslalom

 

WM 1991 in Saalbach

 

  1. Marc Girardelli (Luxemburg)
  2. Thomas Stangassinger (Österreich)
  3. Ole Gunnar Furuseth (Norwegen)

Drei ganz große Namen, die hier nur ganz kurz angerissen werden: Marc Girardelli war in den 80ern und 90ern der vielseitigste Skifahrer der Welt, konnte in allen Disziplinen Weltcuprennen gewinnen. Dreimal sicherte er sich den WM-Titel in der Kombination, dazu den Slalom in seinem Geburtsland, das er in den 80ern nach großen Streit mit dem österreichischen Skiverband verließ, woran auch Papa Helmut gehörigen Anteil hatte. Estaunlicherweise ohne Olympiasieg, nur zweimal Silber 1992 im Riesenslalom und Super-G.
Girardelli gewann 46 Weltcuprennen, fünfmal den Gesamtweltcup, dreimal Slalomweltcup, zweimal Abfahrt und einmal RS sowie viermal Kombination.
Thomas Stangassinger gehörte zu den stärksten Fahrern eines starken österreichischen Slalomteams. Sein Höhe´punkt sollte 1994 folgen, als er in Lillehammer Olympiagold im Slalom eroberte.Er gewaann zehn Weltcuprennen (alle im Slalom) und sicherte sich einmal den Slalomweltcup.
Ole Gunnar Furuseth war der erste Norweger in. de alpinen Weltklasse (nochvor Kjetil Andre Aamodt und Lasse Kjus).9 Weltcuprennen gewann er (3 RS, 6 Slalom), zweimal holte er den Riesenslalomweltcup.
Vierter wurde übrigens Alberto Tomba. Das passte zu der lange eher schwachen Bilanz des italienischen Dauersiegers zu dieser Zeit (3-mal Olympiagold). Erst 1996 in der Sierra Nevada sollte Albertone WM-Gold in Slalom und Rieseslalom gewinnen

Raphael Haaser – der unwahrscheinliche Weltmeister

Alpine Ski-WM in Saalbach IX

 

Riesenslalom der Männer

 

So viel sind also meine Tipps wert … Aber Raphael Haaser hat bei seinem Heimspiel die Gunst der Stunde genutzt. Seine glänzende Form, die er mit seinem Silberim Superritt-G schon zeigte. Und zwei auf ihn wie maßgeschneiderte schnell gesteckte Läufe, vor allem jeweils im unteren Teil, wo er mit perfekten Fahrten den Erfolg ebnete.
Und wer gewettet hätte, dass Marco Odi Odermatt, ohne Medaille bleibt – Respekt oder Hasardeur.

 

Das Rennen

 

1. Durchgang

 

Die Überrasdhcung war, dass Marco Odermatt, nicht nur mein klarer Titel-Favorit, sich nicht an die Spitze setzte, sondern hinter den Zeiten von Loic Meillard und Timon Haugen blieb. Raphael Haaser blieb bis zur Mitte des Rennens eher durchschnittlich, bevor er im Schlussteil aufdrehte und den Rückstand auf erträgliche 62 Hundertstel reduzierte.

 

2. Durchgang

 

Die erste Richtzeit setzte der Deutsche Anton Tremmel. Als Neunter gestartet, legte er eine klare Laufbestzeit hin, die auch nachher selbst die Topleute und späteren Medaillengewinner klar verfehlten. Am Ende sprang Rang 12 heraus, ein großartiges, bisher noch ie erreichtes Ergebnis.

Als Erster der Medaillen-Aspiranten startete der nach dem 1. Durchgang Sechste Thomas Tumler. Der 35-jährige Schweizer kämpfte, schwankte zeitweise zwischen den Toren wie ein Ertrinkender, doch setzte er sich erst mal an die Spitze. Unmittelbar danach Raphael Haaser büßte zwar im oberen Teil seinen minimalen Vorsprung von 1 Hunderstel ein, doch ein rasanter Schlussspurt katapultierte ihn auf Platz 1, 23 Hunderstel vor Tumler. Nur große Österreich-Optimisten hofften da auf eine Medaille, von Gold ganz zu schweigen.
Doch danach: Alexander Steen Olsen, patzte, zu weit von den Toren weg und dann auch noch ausgeschieden. Marco Odermatt: eine mit Fehlern durchsetzte Fahrt, die ich so von ihm noch selten gesehen habe, vorläufig Platz 3. Loic Meillard. Oben souverän, doch ab der 2. Zwischenzeit verlor er kontinuierlich Zeit und blieb gar 51 Hundertstel hinter Haaser.
Nur Timon Hauge konnte also den Triumph des Österreichers verhindern. Normalerweise besser im Slalom, und dort hat er schon einige Male als Führender nach dem ersten Durchgang gepatzt. So auch diesmal, obwohl er gerade im oberen Teil seinen Vorsprung hielt. Danach jedoch erging es ihm die den fAhrern zuvor. Permanenter Zeitverlust, lag es vielleicht auch an der nachlassenen Piste? Am Ende gar nur Platz 7 – und keine Medaille für Norwegen.

 

Das Ergebnis

 

Gold: Raphael Haaser (AUT)        2:39,71
Silber: Thomas Tumler (SUI)           +0,23
Bronze: Loic Meillard (SUI)               0,51

4. Marco Odermatt (SUI) 0,58, 5. Marco Schwarz (AUT) 0,78, 6. Tibaut Favrot (FRA) 0.86, … 12. Anton Grammel (GER) 1,30, 18. Fabian Gratz 1,95

 

Die Medaillengewinner

 

Noch nie hat Raphael Haaser ein Weltcup-Rennen gewonnen, ganze viermal erreichte er einen Podestplatz, aber nie im Riesenslalom. Seine Karriere war aber auch von zahlreichen Verletzungen geprägt, auch zum Anfang dieser Saison musste er einige Zeit passen. Warum ihm gerade jetzt der Knopf aufging? „Wenn ich das wüsste, wäre ich schon früher ganz oben gestanen“, befand er.
Hochzufrieden war auch Thomas Tumler, der erst in dieser Saison im reifen Sport-Alter von 35 den Durchbruch an die Weltspitze schaffte und im Dezember sein erstes Weltcuprennen gewann.„Schon mein Weltcup-Sieg war sensationell. Und heute in meinem wichtigsten Rennen der Saison auf dem Podium, sensationell.“
Loic Meillard wiederholte seinen Silber-Coup bei der WM 2023, und doch haderte er ein wenig. „Hier ist es immer gut gelaufen, und heute wieder. Es war ein sehr guter erster Lauf. Im Moment bin ich enttäuscht, es war mehr möglich. Aber nach dem Rennen bin ich sicher zufrieden.“ Kann er auch sein, denn immerhin hat er ja schon WM-Gold in der Team-Kombi gewonnen.

Marco Odermatt blieb letztlich nur Blech, und der beste Skifahrer der Welt war dementsprechend angefressen. „Oben ist es super gegangen, aber vor dem flachen Teil habe ich mit Fehlern zu viel Zeit eingebüßt. Besonders ärgerlich für den Schweizer, dass er extra auf einen Team-Kombi-Start verzichtet hatte, um sich auf den Riesenslalom zu konzentrieren. Jetzt bleibt ihm bei dieser WM nur das Gold im Super-G, für den Ehrgeizling sicher nicht das, was er sich vorgestellt hat.

 

Slalom der Frauen, Samstag, 09:45/13.00, ZDF, ORF1, Eurosport

 

Favoritinnen

 

Da Mikaela Shiffrin am Start ist, müsste die Sache klar sein. Doch zum einen ist sie nach ihrer Verletzung Ende November noch nicht bei hundert Prozent, zum anderen hat sich mit der Kroatin Zrinka Ljutic eine brillante Gegnerin herauskristallisiert, die diese 3 Weltcup-Slaloms teils sehr überlegen gewonnen hat und die Disziplinwertung anführt.

 

Mindestens medaillenreif

 

Camilla Rast: Die Schweizerin ist dieses Jahr zur Siegläuferin avanciert
Wendy Holdener: Rasts Landsfrau,mit beeindruckender Konstanz ist sie dieses jahr unterwegs und kann auch ganz vorne enden.
Lena Dürr: Kann alles, ist enorm schnell, nur leider verbremst sie manchmal den zweiten Durchgang
Katarina Liensberger: Österreichs größte (und normalerweise auch einzige) Medaillenhoffnung

 

Sehr zu beachten

 

Lara Culturi: Die Albanerin enttäuschte im Riesenslalom als 7. keineswegs und ist im Slalom  noch stärker einzuschätzen.
Sara Hector: Mit Wut im Bauch, nachdem sie im Riesenslalom ohne Medaille blieb. Enorm verbessert im Slalom

 

🇩🇪 👓

 

Emma Aicher hat in den Speedrennen mehr als eine Talentprobe abgeliefert. Im Slalom ist sie etwa gleich gut einzuschätzen, aber hier scheint die Konkurrenz doch zu groß für einen absoluten Top-Platz.

 

Startliste (folgt am Abend)

 

 

WM 2023 in Courchevel

 

1. Laurence St. Germain (Kanada)
2. Mikaela Shiffrin (USA)
3. Lena Dürr (Deutschland)

Ohne despektierlich zu sein: Die Kanadierin Laurence St. Germain ist einer der vielen One-Hit-Wonder bei Großereignissen. Vorher und nachher ohne Sieg, ja nicht einmal mit einem Podestplatz. Und doch gönne ich ihr den Titel vom Herzen angesichts der finanziellen Schweirigkeiten ihres Verbandes.

 

WM 1991 in Saalbach

 

1. Vreni Schneider (Schweiz)
2. Natasa Bokal (Jugoslawien)
3. Ingrid Salvenmoser (Österreich)

Vreni Schneider, eine de erfolgreichsten Skifahrerinnen aller Zeiten. Von 1987 bis 1994 in technischen Disziplinen kaum zu bezwingen. Sie gewann bei Olympia und Weltmeisterschaften je drei Goldmedaillen und je dreimal in Slalom und Riesenslalom, dazu insgesamt 5 Medaillen.
Bei 55 Weltcuprennen triumphierte sie, nur Mikaela Shiffrin (99), Lindsey Vonn (82) und Annemarie Moser-Pröll (62) haben mehr auf dem Konto.
Dreimal sicherte sie sich zwischen 1988 und 1995 den Gesamtweltcup, sechsmal die kleine Kristallkugel im Slalom und fünfmal im Riesenslalom, wo sie zu Beginn ihrer Karriere sogar besser war.
Sie wurde zur Schweizer Schneesportlerin des 20. Jahrhunderts gewählt, mehr geht nicht in dieser Skination.
Ganz anders Natasa Bokal und Ingrid Salvenmoser, die die Gunst der Stunde nutzten. Bokal gewann immerhin 1 Weltcuprennen (1991), Salvenmoser fuhr je dreimal bei Weltcups aufs Stockerl

 

Brignone in der eigenen Riesenslalom-Welt

Alpine Ski-WM in Saalbach, VIII

 

Riesenslalom der Frauen

 

Was für klare Abstände, zumindest auf den ersten beiden Plätzen: Federica Brinonie hatte am Ende 0,90 Sekunden Vorsprung auf Alice Robinson, die Neuseeländerin ihrerseits 1,67 Sekunden auf die Driotte Paula Moltzan. Danach ging es dafür umso enger zu. Hinter Moltzan fehlten der Norwegerin Thea Stjenesund eine Hundertsel auf Bronze und Lara Gut-Behrami sechs Hundertstel.

 

Das Rennen

 

1. Durchgang

 

Meine persönliche Favoritin Sara Hector legte mit einer sauberen, allerdings nicht perfekten Fahrt vor. Fahrt. Dies verdeutlichte die fulminante Federica Brignone, die gleich um 1,43 Sekunden besser war als die Schwedin und am Ende klare Laufbestzeit hinlegte. Allein Alice Robinson blieb mit 67 Hundertstel in der Sekunden-Distanz.
Hervorragend schlug sich Slalom-Spezialistin Lena Dürr mit der Startnummer 20, die bis auf Platz 7 vorfuhr.

 

2. Durchgang

 

Zunächst ein Hunderstelduell zwischen Lara Culturi, Zrinka Ljutic und Lena Dürr, die am Ende gerade mal 6 Hundertel trennten. Klar war allerdings, dass das für die Medaillen nicht reichen würde. Bronze war noch frei, und die sicherte sich am Ende Paula Moltzan hauchdünn vor Stjernesund und Gut-Behrami. Als Alice Robinson im zweiten Durchgang mit Laufbestzeit die ganz klare Führung übernahm, glaubte ich kurz sogar an den Sieg der Neuseeländerin. Doch Brignone zerstreute alle Zweifel und war noch einmal 23 Hundertstel schneller. Der erste WM-Titel der Italienerin, und dementsprechend groß war der Jubel auch bei der Mutter: Rosa Maria Quario war in den frühen 80ern eine der besten Slalomfahrerin der Welt und schaffte zwischen 1979 und 1983 4 Weltcupsiege im Slalom.

 

Ergebnis

 

Gold: Federica Brignone (ITA).   2:22,71
Silber: Alice Robinson (NZL)        + 0,90
Bronze: Paula Moltzan (USA).         2,62

4. Thea Stjernesund (NOR) 2,63, 5. Lara Gut-Behrami (2,68), 6. Sara Hector (SWE) 2,88, … 9. Lena Dürr (GER) 3,56

 

Riesenslalom der Männer, Freitag, 10/13 Uhr

 

Favorit

 

Alles Odi oder was, Odermatt. Der Schweizer ist auf jeden Fall der top-Favorit auf die Titelverteidigung: Wenn Marco Odematt nur einigermaßen runterkommt, da muss auch er erst mal schaffen, dürfte er nicht zu bezwingen sein.

 

Medaillenkandidaten

 

Im Schatten von Odermatt hat sich sein Landsmann Loic Meillard noch einmal gesteigert. Wenn alles wirklich top, top, tiop läuft kann er sogar Odermatt gefährlich werden. Ich habe auch die Norweger Alexander Steen-Olsen und Henrik Kristoffersen auf dem Zettel. Un d warum soll sich Luca Alipandrini nicht von seiner Landsfrau Brignone inspirieren lassen?

 

Sehr zu beachten

 

Lucas Braaten: der gebürtige Norweger, der nun nach einem Jahr Pause für Brasilien startet, dem Heimatland seiner Mutter. Im Slalom vielleicht noch stärker, aber auch im RS mit zwei guten Läufen für eine Medaille gut. Insgesamt scheint das Feld eh viel offener zu sein als das der Frauen: warum also nicht die Krances oder Zubcics dieser Welt.
Thomas Tumler: 35 Jahre musste der Schweizer alt werden für den ersten Weltcupsieg. Erstaunlich, dass ihn die Skigroßmacht Schweiz so lange eine Chance gegeben hat.

 

Die Gastgeber

 

Riesenslalom ist eine eher traurige Disziplin der Österreicher. Lucas Feurstein und Stefan Brennsteiner verdanken ihre beiden Podestplätze in Kransjgar Gora nur den irregulären Bedingungen gerade im 2. Durchgang. Top 5 wäre schon ein tolles Ergebnis.

 

🇩🇪 👓

 

Immerhin: 3 Fahrer kann der DSV auf die Piste bringen. Anton Grammel, Jonas Stockinger und Fabian Gratz können ohne Erwartungsdruck an den Start gehen. Top 15 ist für alle Drei drin. Seids mutig, Burschen!

 

Startliste

 

1 Alexander Steen Olsen (NOR)
2 Loic Meillard (SUI)
5 Marco Odermatt (SUI)
Henrik Kristoffersen (NOR)
7 Thomas Tumler (SUI)
10 Luca De Alipandrini (ITA)
18 Lucas Pinheiro Braathen (BRA)
24 Anton Grammel (GER)
26 Jonas Stockinger (GER)
27 Fabian Gratz (GER)

 

WM 2023 in Courchevel

1. Marco Odermatt (SUI)
2. Loic Meillard (SUI)
3. Marco Schwarz (AUT)

 

WM 1991 in Saalbach

1. Rudi Nierlich (AUT)
2. Urs Kaelin (SUI)
3. Johan Wallner (SWE)

Rudi Nierlich war in dieser Zeit mit Abstand der beste Techniker im österreichischen Team. 2 Jahre zuvor hatte er in Vail die WM-Titel in Slalom und Riesenslalom gewonnen, in Saalbach verteidigte er sein Gold. Doch im Mai desselben Jahres hatte er einen tödlichen Auto-Unfall, als er bei nasser Strecke von der Fahrbahn abkam und gegen eine Hausmauer prallte. Nierlich wurde nur 25 Jahre alt.
Urs Kaelin sollte 1996 eine weitere WM-Silbemedaille gewinnen. Auch bei Olympia in Lillehammer wurde er Zweiter im RS, gerade mal 2 Hundertstelsekunden hinter dem Deutschen Markus Wasmeier.
Johan Wallner: Ich gebe zu, den Namen habe ich völlig verdrängt. Dabei holte er auch in Morioka 1993 (die schauderhaften Wind-und-RegenTitelkämpfe) WM-Bronze. Einen Weltcupsieg errang der Schwede, 1986 berim Slalom in Berchtesgaden.

 

 

Schweiz I vor Schweiz II vor Schweiz IV – wer hats erfunden?

Alpine Ski-WM in Saalbach, VII

 

Team-Kombination der Männer

 

Mit dem totalen Triumph der Eidgenossen endete die Team-Kombi der Männer. Nur die beiden Jugendfreunde Jules Murisier und Daniel Yule schieden aus und trübten ein wenig die Laune. Abfahrtsweltweister Franjo van Allmen durfte über seinen zweiten Titel jubeln – gemeinsam mit Loic Mellard.

 

Die Abfahrt (Slalompartner)

 

Wenig zu gewinen, viel zu verlieren hieß es auf der Spezialstrecke. Hier legten die Schweizer schon den Grundstein als der WM-Dritte Alexis Monney (Tungay Nef) vor Franjo van Allmen (Mellaiard) einkam. Der WM-Zweite Vincent Kriechmayr (Manuel Feller) kam dagegen diesmal mit der Strecke nicht zurecht und landete nur auf Platz 13. Noch schlechter erging es dem Norweger Fredrik Möller (Atle McGrath), der mit Startnummer 30 gut unterwegs war, allerdings am Ende einen Reisenbock einbaute.
Der Deutsche Simon Jocher (Linus Straßer) hatte einen beherzten Anfang, dann verlor er zeitweise völlig die Idealinie und gut 2 Sekunden auf den Spitzenreiter.

 

Slalom (Abfahrtspartner)

 

Großangriff der hinteren Reihe war erst mal angesagt, und die endete in vielen Einfädlewrn. Ob Manuel Feller, Daniel Yule (Murisier) oder Clement Noel (Nils Allegre) – sie alle erreichten das Ziel nicht. Einen tollen Lauf erwischte Linus Straßer (Simon Jocher), der sein Team mit der zweitbesten Laufzeit immerhin auf Platz 8 brachte. Außer Konkurrenz brillant war der nach der Abfgahrt von Felix Monsén aussichtslos zurückliegende Schwede Kristoffer Jakobssen, der sage und schreibe noch mal 1,63 Sekunden schneller war als Straßer.
ERstaunlich war der US-Amerikaner Benjamin Ritchie ((Ryan Cochran Siegle) mit einem fast tehrlerlosen Lauf. Das reichte zu Platz 4 oder positiv ausgedrückt: zum besten Rang eines Nicht-Schweizers, die letztlich die Entschedung unter sich ausmachten.
Gar nicht auf dem Zettel hatte ich dabei Schweiz IV. Aber Slalomartins Marc Rochat fuhr wahrscheinlich sein bestes Rennen seit Jahren, rückte von Platz 8 kommend Rang für Rang vor, sodass schon vor den beiden letzten Fahrern feststand, dass der Titel an die Schweiz ginge.
Der Kampf um Gold auaf der nicht mehr perfekten Piste war dann hpchst spannend. Luc Meillard legte vor, aber jeder sah, dass da noch einiges drin wäre, zumindest in der Theorie. In der Praxis wechselte beim Schlussläufer Nungay Nef (Alelix Monney) die Führung von Zwischenzeit zu Zwischenzeit, am Ende fehlten Nef, Bruder der viel bekannteren Sonja Nef, 27 Hunderststel. Am Ende feierten die sechs sechs Schweizer Medaillengewinner gemeinsam und ausgelassen; die Männer siegten auch im dritten Wettbewerb nach Abfahrt (van Allmen) und Super-G (Marco Odermatt) führen mittlerweile den Medaillenspiegel klar an.

 

Riesenslalom der Frauen, Donnerstag, 10/13 Uhr (ZDF, ORF1, Eurosport)

 

Favoritinnen

 

Die Schwedin Sara Hector ist die Frau, die es meines Erachtens zu schlagen gilt. Sie gewann 2 der 5 Saisonrennen und wurde einmal Zweite. Sehr zu beachten ist auch die Neuseeländerin Alice Robinson, die nach eher durchwachsenen Jahren diese Saison an allerbeste Zeiten anknüpft und die Weltcupwertung vor Hector anführt. Federica Brignone und Lara Gut-Behrami haben schon oft gezeigt, auch in dieser Saison, dass sie im Riesenslalom top sind, aber gerade Gut-Behrami hat bisher eine eher enttäuschende WM hinter sich, terotz Silber in der Team-Kombi.

 

Außenseiterinnen

 

Zrinka Ljutic: Zwar ist die Kroatin im Slalom noch viel stärke einzuschätzen, aber genau deshalb kann sie es morgen ohne den ganz großen Nervendruck angehen. Auf dem Zettel habe ich auch Julia Scheib, wenn denn die Österreicherin wie schon so oft den ersten Durchgang nicht verschläft. Die Schweizerin Camille Rast hat eine geradezu unwirklich erfolgreiche Saison hinter sich, warum soll es dann nicht auch im RS flutschen?

 

Spannend zu sehen

 

Lara Culturi: Die 18-Jährige fuhr diese Saison Albanien auf die Ski-Landkarte, schaffte erste Podiumsplätze für dieses Land im Wintersport überhaupt. Ihre Mutter ist die frühere Olympiasiegerin Daniela Checharelli. Im Slalom sogar noch stärker einzustufen.

 

🇩🇪 👓

 

Lena Dürr nimmt den RS quasi als Test unter Wettbewerbsbedingungen für den Slalom in Angriff. Mehr als ein Top-10-Platz ist beim besten Willen nicht drin. Allrounderin Emma Aicher kann erneut zeigen, dass der Zwölferkogel ihr Lieblingsberg ist, fabiana Rodigo ist nur zum Lernen da und zum Atmosphäre-Schnuppern in einem ausverkauften Ski-Stadion.

 

Startfolge

 

1 Thea Louise Stjenesund (NOT)
2 Sara Hector (SWE)
3 Zrinka Ljutic (CRO)
4 Federica Brignone (ITA)
5 Alice Robinson (NZL)
6 Lara Gut-Behrami (SUI)
9 Julia Scheib (AUT)
11 Lara Culturi (ALB)
12 Camille Rast (SUI)
20 Lena Dürr (GER)
35 Emma Aicher (GER)

 

WM 2023 in Courchevel

 

1. Mikaela Shiffrin (USA)
2. Federica Brignone (ITA)
3. Ragnhild Mowinckel (NOR)

Shiffrin wird im Riesenslalom nicht starten, da sie nach ihrer Verletzung vor jnapp zwei Monaten sich noch nicht fit genug für RS-Schwünge fühlt (mit Kombi-Gold hat sie glänzenden Ersatz gefunden. Mowinckel hat nach der vergangenen Saison irhe Karriere beendet.

 

WM 1991 in Saalbach

  1. Pernilla Wiberg (SWE)
  2. Ulrike Maier (AUT)
  3. Traudl Hächer (GER)

Pernilla Wiberg war zu ihrer Zeit eine der besten Slalom- und Riesenslalomfahrerinnen der Welt. Drei weitere WM-Titel sollten folgen. Auch bei Olympia war sie äußerst erfolgreich, holte Gold 1992 im Riesenslalom und 1994 in der Kombination.
Ulli Maier krönte ihre tolle WM (vorher Sieg im Super-G). Ihr Tod 1994 bei der Abfahrt ist unvergessen.
Traudl Hächer gehörte in den 80er-Jahren zu den deutschen Top-Fahrerinnen, stand allerdings immer ein wenig im Schatten von Marina Kiehl und Michaela Gerg. Umso erstaunlicher ihr Ritt zu Bronze, fast fünf Jahre nach ihrem vierten und letzten Weltcupsieg und nach fast einem Jahr ohne Top-Ten-Platz im weltucp in dieser Disziplin.