von Münchner Löwe | März 9, 2025 | Wintersport, WM
Nordische Ski-WM in Trondheim, in der norwegischen Heimat des Skilanglaufs. Ein Skifest für alle mit der unvergleichlichen Stimmung an den Loipen, wo Kind und Kegel und Opa und Oma stundenlang an der Strecke stehen, um alle Läufer anzufeuern. Die norwegischen euphorisch und mehr als respektvoll alle anderen, sogar die so erfolgreichen Schwedinnen, die alle Rennen gewonnen haben (der 50er steht heute noch aus).. Schaut euch auf youtube eine Staffel an oder auch die 50 Kilometer und genießt die Atmosphäre ganz in Rot. Gänsehaut ist garantiert.
Doch über dem norwegischen Skifest liegt ein ganz großer Schatten, und den hat nicht das ehe übeschaubare Wetter (typisch allerdings für Trondheim nahe des Polarkreises) gelegt, sondern die Skispringer. Vielmehr die unselige Diskussion um die Anzüge.
Material und Medizin – das sind die zwei der großen Feinde des fairen Leistungssport (es gibt noch einige mehr, wie gerade die deutschen Turnerinnen berichten). Doping war (erstaunlicherweise?) in Trondheim kein Thema (anders etwa als in Lahti 2001), umso mehr das Material. Gerade um die Anzüge gibt es schon jahrelang Diskussionen und Beschuldigungen. Laienhaft ausgedrückt: Je mehr sich ein Anzug aufplustern kann, also luftdurchlässiger, desto mehr Luftkissen und Stabilität gibt er dem Springer. Deshalb gibt es klare Normen (Körpermaße,Gewicht), die Anzüge werden vor jedem Wettbewerb von einer Jury abgenommen und erhalten eine Plombe, einen Clip. Ein Problem: Auch nachher veändert sich der Körper und es darf (mit ganzn festen Regeln) noch am Anzug gearbeitet werden.
Und diese engen Regeln scheinen die gastgebenden Norweger extrem ausgereizt und gar überschritten zu haben. Ihre Ergebnisse waren erstaunlich, erst recht angesichts der eher bescheidenen Leistungen im bisherigen Winter. Gerade der Leistungssprung des Weltmeisters Martin Lindvik von der kleinen sorgte für Argwohn, es gab von Beginn an Gerüchte, Verdächtigungen. Sven Hannawald etwa befand, dass niemand ohne „Betrug“ erfolgreich sein könne. Dabei muss man allerdings wie oben geschrieben bedenken, dass es gegen besonders erfolgreiche Teams immer Verdächtigungen gibt; zur Jahreswende auch gegenüber den Österreichern bei der Vierschanzentournee, als sie die gesamte Konkurrenz in Grund und Boden sprangen.
Es wäre wahrscheinlich bei den Gerüchteleien geblieben, wenn nicht ein geheimnisvolles Video aufgetaucht wäre, das die Norweger bei der verbotenen Manipulation von Anzügen zeigt. Die Fenster waren schwarz abgedunkelt, an plombierten Anzügen wurde vebotenerweise ein stützendes, nicht erlaubtes Material eingearbeitet. Die Erklärung der Norweger nimmt es mit jeder Doping-Ausrede auf. „Das waren Arbeiten für die Wettbewerbe nächste Woche in Oslo“, hieß es. Für die es alledings noch keine plombierten Anzüge gibt. Und es ist natürlich auch ganz logisch, das in der größten WM-Hektik der norwegische Bundestrainer nichts Besseres zu tun hat, als bei der Präparierung der Anzüge für nächste Woche live dabei zu sein.
Die FIS reagierte auf den Protest unter anderem von Österreich und Slowenien und disqualifizierte die norwegischen Springer nachträglich für den Großschanzen-Wettbewerb, erst im zweiten Anlauf allerdings. So verlor Marius Lindvik sein Silber. Doch sein Gold von der Kleinen Schanze darf er behalten, wie alle norwegischen Medaillen-Gewinner von der Schanze inklusive die überlegenen Kombinierer ihre Medaillen behalten dürfen. Mag jeder Skisprungfan seine eigenen Schlüsse ziehen, wie rechtmäßig bei den dortigen Wettbewerben die Anzüge waren und wie wertvoll die Medaillen sind.
Weil ich die Kombinierer angesprochen habe: Die hatten am Freitag ihren eigenen Skandal, weil im Teamwettbewerb der Norweger Jörgen Grabak wegen einer unerlaubten Bindung disqualifiziert wurde. Die Norweger schoben auch hier jegliche Schuld von sich, beschuldigten Fremde, den Ski manipuliert zu haben: eine nicht explizit ausgesprochene aber konkludente Anschuldigung an die direkte Konkurrenz, die zurzeit an der absoluten Spitze nur aus Österreich und Deutschland kommt. Der Streit kommt absolut zur Unzeit, denn der olympische Status der Kombinierer steht extrem auf der Kippe – und da ist Uneinigkeit der führenden Verbände das schlechteste aller Argumente.
Grabaks Sprung zählte also nicht fürs norwegische Team, das damit wertvolle Punkte verlor. Allerdings durften Grabak und das Team den Langlauf in Angriff nehmen, für mich eine sehr seltsame Regelung, denn in anderen Sportarten muss bei jeder Staffel muss jeder Athlet alle Disziplinen sauber absolvieren – ohne Disqualfikation, aus welchen Gründen auch immer. Aber das scheinen die Regeln zu sein, und so holten die Norweger noch Bronze hinter Deutschland und Österreich. Wobei auch hier die Sprung-Anzüge zumindest mal mitgedacht werden dürfen.
All das überschattet die unglaubliche Leistung von Johannes Klaebo, der tatsächlich alle 6 Langlaufwettbewerbe gewann, vom Sprint bis zum 50-Kilometer-Marathon. Natürlich kommt ihm die Massenstart-Regel beim 50er zu Gute (der leider diese Strecke weniger attraktiv macht als der Intervallstart). Dennoch ein einmaliges Kunststück, in seiner Vielfalt vergleichbar höchstens mit Ausnahmeschwimmer Michael Phelps und dem Eisschnelläufer Eric Heiden 1980 in Lake Placid, als dieser ebenfalls alle Strecken von 500 bis 10.000 Meter gewann, heute absolut unvorstellbar.
Klaebo wird sich bedanken, dass sein Triumph verschattet wurde, alle LangläuferInnen werden stocksauer auf die Sprungkollegen sein, die ihr Skifest arg beeinträchtigten. Aber eines wird bleiben: Nordische Ski-WM in Norwegen – das ist das Nonplusultra. gerne möglichst bald wieder.
von Münchner Löwe | März 7, 2025 | Allgemein
Die Hinspiele des Europapokal-Achtelfinals sind passé, und die deutsche Bilanz ist geteilt.
Das direkte Duell zwischen Bayern Mün chen und Bayer Leverkusen wurde zur unerwartet klaren Angelegenheit für die Gastgeber. Das Ergebnis von 3:0 spiegelt die Überlegenheit noch nicht einmal völlig wider. Leverkusen erwischte in allen Mannschaftsteilen einen schwachen Tag: Vorne lief nichts, hinten patzte Schlussmann Kovar schwer vor dem 2:0, eine idiotische GelbRote-Karte für Mukiele (das zweite Gelb für ein überflüssiges Foul in der gegnerischen Hälfte), ein nicht minder idiotisches Elferfoul von Tah nach einer ellenlangen Ringereinlage gegen Kane, der den Strafstoß natürlich verwandelte, rundeten den traurigen Abend ab. Gerade die 2. Halbzeit war desolat, nicht ein Torschuss und die (mit Vorsicht zu genießende) expected Goal-Statistik verzeichnete 0,00%.
Auch der zurecht so gelobte Trainer Xabi Alonso darf sich einen Teil der Pleite zurechnen lassen. So musste Stammtorwart Lukas Hradecky auf der Bank Platz nehmen (weil das in der Königsklasse halt so Brauch ist bei Bayer), die Aufstellung ohne echten Stürmer trotz des so formstarken Patrik Schick (oder Victor Boniface) zahlte sich auch nicht aus.
Da auch Florian Wirtz nichts zustandebrachte gegen den konsequent manndeckenden Upamecano, endete das Ganze im wahrscheinlich schwächsten Auftritt der Bayer-Mannschaft seit Saisonbeginn 2023/24 (sogar noch schwächer als die Finalpleite 2024 gegen Atalanta Bergamo?). Blöder Zeitpunkt, kann ich da nur sagen.
Es steht zwar noch ein Rückspiel nächsten Dienstag in der BayArena an, doch nur Utopisten glauben an ein Bayer-Wunder.
Noch relativ offen ist das Weiterkommen dagegen für den dritten deutschen Champions-League-Vertreter Borussia Dortmund. Das Heim-1:1 gegen OSC Lille nach sehr guter erster und relativ schwacher zweiter Halbzeit ist zwar keine perfekte Ausgangsposition, doch ein Sieg in Lille erscheint mir nicht unmöglich. 50:50, würde ich sagen.
Die 3 englischen Clubs feierten durchweg Auswärtssiege (Arsenal 7:1 in Eindhoven, Aston Villa 3:1 in Brügge, Liverpool 1:0 bei PSG) und können fürs Viertelfinale planen (wo Liverpool und Villa aufeinandertreffen würden).
Echte Aufregung verspricht das Rückspiel zwischen Atlético und Real Madrid. Genug Pfeffer ist nach dem hitzigen 2:1 für Real auf jeden Fall beigefügt für die Partie am Mittwoch im Metropolitano. Die Stimmung im Bernabéu war fantastisch. Es gibt es also noch, dass ein Publikum zum Spiel mitgeht (liebe Grüße an die monotonen Sprechgesänge in D).
Und sonst
- Europa League: Eintracht Frankfurt hat sich durch ein 2:1 bei Ajax Amsterdam eine hervorragende Ausgansposition erarbeitet. Es war erst der 2. Sieg einer deutschen Mannschaft in Amsterdam. Nach dem frühen 0:1 übernahmen die Hessen klar das Kommando, die Tore waren höchst verdient. Erst ganz am Ende ließen sie die Hlländer noch mal gehörig aufkommen und konnten froh sein, dass nicht noch der Ausgleich fiel.
- Basketball: Einen beeindruckenden 100:82-Erfolg feierte der FC Bayern in der Euroleague gegen den Tabellennachbarn RS Belgrad. Die Top 6 und das direkte Viertelfinale sind auch angesichts des Restprogramms durchaus machbar (wenn es optimal läuft, dort sogar Heimvorteil). Herausragend mal wieder Carson Edwards mit 30 Punkten.
- Handball: Nach einem Überraschungssieg bei Tabellenführer Veszprem durften die Füchse Berlin kurze Zeit auf den Gruppenplatz 2 und die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale hoffen. Doch durch 2 späte Tore rettete Sporting Lissabon ein Remis in Plock und fing die Hauptstädter noch ab.
Sie müssen jetzt wie der SC Magdeburg in eine Zwischenrunde. Berlin trifft dabei auf Kielce, Magdeburg auf Bukarest: Der SCM gerät damit in echte Terminnot, weil er in der Bundesliga noch 3 Nachholspiele zu absolvieren hat, die wegen des Anschlags im Dezember ausgefallen waren.
- Schnapsidee oder Genie-Einfall? Was täte ich nur ohne meine Lieblingsfreunde, die Sportfunktionäre? FIFA-Boss Gianni Infantino hat den nächsten grandiosen Einfall und plant fürs WM-Finale 20026 in New York eine Halbzeitshow à la Super Bowl, mit entsprechend prominenter Besetzung (wir werden sehen). Was im Unterhaltungsbetrieb NFL funktioniert, muss im Fußball noch lange nicht funktionieren, Die Pokalfinal-geplagte Helene Fischer weiß, wovon ich schreibe. Und ein WM-Finale, das nur alle 4 Jahre stattfindet und eben weltweit beachtet wird (mit weltweit unterschiedlichem Musikgeschmack) braucht wirklich keinen zusätzlichen Anreiz. Ein weiteres Problem: Aufgrund der Umbau-Maßnahmen müsste die Halbzeitpause auf mindestens eine halbe Stunde verlängert werden. Völlig ungewohnt für alle Profis und ein Testballon in einem WM-Finale? Super-Einfall. Für mich also eher eine Schnapsidee!
Apropos Schnapsidee: Es war ja zu erwarten, doch die erste Stimme (aus Uruguay) hat eine WM-Endrunde mit 64 Teams ins Gespräch gebracht. Wie ernst dieser Vorschlag gemeint ist, kann ich noch nicht absehen, aber die FIFA-Irren werden ihn wohlwollend prüfen, denn 48 Teams wie 2026 in Amerika sind wirklich viel zu wenig …
Apropos WM: Für die Club-WM im Sommer in den USA wird die FIFA 1 Milliarde (!) Dollar Prämien ausschütten, das ist mehr als das doppelte, was bei der Weltmeisterschaft 2022 verteilt wurde. Die Verteilung ist noch offen, geplant ist eine Staffelung nach Konföderation. Eins ist klar: Alle Teilnehmer (aus Deutschland der FC Bayern und Dortmund) werden saftigst entlohnt mit Aber-Millionen Euronen aus Amerika heimfliegen. Naja, in Deutschland sind das angesichts der herumgeisternden Billionen-Summen nur Peanuts.
von Münchner Löwe | März 5, 2025 | Allgemein
Und sonst?
- Eishockey: Fernduell gegen den Abstieg: Vor dem letzten Spieltag der DEL sind die Augsburger Panther und die Düsseldorfer EG punktgleich. Die Augsburger wahrten die Chance auf den Klassenerhalt am Dienstagabend durch ein 5:1 gegen die DEG. Sie haben das klar bessere Torverhältnis (und auch den direkten Vergleich). Gewinnen sie am Freitag in Iserlohn nach regulärer Spielzeit, sind sie gerettet. Düsseldorf (zu Hause vs die Wolfsburg Grizzlys) muss mehr Punkte ergattern als die bayerischen Schwaben, sonst geht es erstmals in die 2. Liga. Letzte Hoffnung: dass es keinen Aufsteiger gibt.
- Basketball: 7 Spieltage stehen in der Euroleague noch an: Der FC Bayern empfängt morgen im SAP Garden das sieggleiche RS Belgrad. Noch ist ein Top-6-Platz und die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale möglich. Mit einem Sieg würden sie zumindest die Top 10 weiter absichern.
In der BBL sind die Bayern Tabellenführer. Sie erwarten am Sonntag das Überraschungsteam aus Heidelberg.
- Handball: In der HBL haben die Top 6, die noch Meisterchancen haben, durchweg zumindest auf dem Papier lösbare Aufgaben.Doch in der Bundesliga gibt es immer wieder Stolpersteine, über die man besser nicht fallen sollte.
Auch hier sind die Topclubs international gefragt: In der Champions League erwartet der SC Magdeburg heute Abend Szeged, ungleich schwerer ist morgen die Aufgabe der Fücse Berlin bei Vezprem.
- Wintersport: Nach den Frauen sind dieses Wochenende die Männer mit Speedrennen in Kvitfjell dran (ab Freitag: 2 Abfahrten, ein Super-G). Die Frauen bestreiten Riesenslalom (Samstag) und Slalom (Sonntag) in Are.
Nach kurzer Pause geht es für die Biathleten weiter: Das tschechische Nove Mesto war in den vergangenen Jahren der stimmungsvolle Höhepunkt, sogar noch besser als Oberhof und Ruhpolding. Bei Männer und Frauen gibt es ab morgen Sprint, Verfolgung und Staffel.
- Tennis: Zum ersten Mal seit Melbourne treten Frauen und Männer bei einem gemeinsamen Turnier an. beim Masters in Indian Wells schlägt praktisch die gesamte Weltelite auf, nur Jannik Sinner fehlt wegen seiner lächerlich kurzen Dopingsperre. Spannend aus deutscher Sicht ist der Auftritt von Alexande Zverev nach seiner insgesamt doch enttäuschenden Süd/Mittelamerika-Tour. Bei den Frauen stehen Tatjana Maria und Jule Niemeier im Hauptfeld. Letztere bezwang Eva Lys in de Qualfikation, die ihrerseits auf einen Lucky-Loser-Platz hoffen muss. Titelverteidiger sind Iga Swiatek und Carlos Alcáraz.
von Münchner Löwe | März 4, 2025 | Allgemein
Aichers Premierensieg lässt Großes erwarten
Vor einer Woche habe ich meine Lieblingsskifahrerin Mikaela Shiffrin für ihren 100. Weltcupsieg gefeiet. Davon ist Emma Aicher noch ein gewaltiges Stück entfernt (und sollte auch nicht Ziel der Bayerin sein), aber bei der 2. Abfahrt in Kvitfjell gelang ihr ihr Premierenerfolg. Der kam nicht mehr überraschend, nachdem sie tags zuvor auf gleicher Strecke bereits auf Platz 2 gerast war.
Offenbar hat Aicher bei der WM in Saalbach einen Schalter umgelegt. Dort belegte sie in Super-G und Abfahrt mit zwei blitzsauberen Fahrten jeweils Platz 6, und nicht nur deutsch-bebrillte befanden hinterher, dass sie mit einer jeweils besseren Startnummer noch weiter vorne, wenn. icht sogar in den Medaillenrängen gelandet wäre. Bei diesen Fahrten fiel mir auf, wie fantastisch gechmeidig sie die Wellen nahm. Und fast in Perfektion gelang ihr in Sestriere veilleicht das Schlüsselstück, als sie sich von einer Welle nicht wie so viele andere weit hinaustragen ließ, sondern eine viel engere Linie fahren konnte.
Emma aicher gilt schon länger als größtes deutsches Skitalent, sehr vielseitig, und eigentlich ist sie ja eher Slalomspezialistin. Doch irgendwas fehlte ihren Fahrten; vielleicht das letzte Risiko, vielleicht wieder ein Flüchtigkeitsfehler. Davon war jetzt nichts mehr zu sehen, und daran ändert auch das Ausscheiden im Super-G nichts nach all den berechtigten Feiern und Presse-Herumreichen nach dem Abfahrtssieg.
Emma Aicher ist nun die deutsche Hoffnungsträgerin. Wenn sie sich nicht verheddert in ihrer Vielseitigkeit und darüberhinaus noch an ihrer Schwachstelle Riesenslalom arbeitet (erstaunlich genug), könnte sie in zwei, drei Jahren sogar um den Gesamtweltcup mitfahren, zumal die jetzigen Herrscherinnen Federica Brignone (die Kvitfjell-Siegerin im Super-G) und Lara Gut-Behrami ihre Karriere spätesten 2027 beenden dürften.
Gar nicht gut lief es für Linus Straßer. Der Münchner schied im Slalom von Kranjskar Gora aus, schon zum dritten Mal in diesem Weltcup-Winter. Großer Sieger in Slowenien war der Norweger Henrik Kriostoffersen, der sowohl im Riesenslalom als auch im Slalom triumphierte und die für ihn enttäuschende WM ein bisschen vergessen machte.
Bayern und Bayer souverän
Schwere Auswärtsaufgaben in Stuttgart und Frankfurt? Zumindest ergebnismäßig waren diese kein Problem für die Münchner respektive Leverkusener. Die bayern gewannen trotz 0:1-Rückstands mit 3:1, freundlich unterstützt vom VfB, der ihnen durch Fehler in der eigenen Haälfte zwei Tore schenkte. Leverkusen brauchte derlei Mithilfe nicht beim sehr überzeugenden 4:1 bei der Eintracht, wobei Florian Wirtz erstaunlicherweise an keinem Treffer per Tor oder Assist beteiligt war.
Apropos Wirtz: Jetzt haben die Bayern auch öffentlich ihr großes Interesse bekundet, dass sie ihn unbedingt verpflichten wollen. Sie werden sehr tief in die Tassche greifen müssen, und selbst dann ist nicht klar, ob und wann Wirtz dem Werben erliegt. Meines Erachtens würde ihn ein innerdeutscher Schritt fußballerisch kaum weiterbringen, viel ehe kann ich mir vorstellen, dass er seinem Trainer Xavi Alonso zu Real Madrid folgt, wenn dieser denn in absehbarer Zeit den Schritt zu seinem Stammverein wagt.
Zurzeit ist Wirtz jedenfalls in Leverkusen bestens aufgehoben (wobei er in München mit Sicherheit sehr viel mehr verdienen würde). Ein Fingerzeit könnte das Champions-League-Duell Bayern geben Bayer geben (oder eben auch gar nicht). Also viel Spekulatius rund ums internationale-nationale treffen.
Und sonst?
- Bundesliga: Die schrammte in ihrem 62. Jahr an einem Rekord vorbei. Acht Auswärtssiege gab es vor der letzten Partie, einen „Sweep“ der gastteams hat es noch nie gegeben. Doch der SC Freiburg kam beim FC Augsburg nicht über ein 0:0 hinaus und musste sich den Groll der Fußball-Gemeinde anhören. Denn so wurde der Rekord „nur“ eingestellt.
Durch den ersten Auswärtssieg überhaupt beim 1. FC Union verließ Holstein Kiel und schöpft Hoffnung im Abstiegskampf.
- 2. Bundesliga: Die bleibt „verrückt“. Denn kaum haben sich der HSV und der 1. FC Köln ein wenig abgesetzt, mussten die beiden Großclubs Federn lassen und verloren mit 0:2 in Paderborn und 0:1 in Karlsruhe: Damit trennt die ersten 5 des Unterhauses gerade mal ein Punkt, und bis Rang 8 sind es auch nur 4 Zähler. Den Wetter, der heute die 2 Direkt-Aufsteiger und den Dritten (Relegation) ohne zu zögern tippt und dann auch noch recht behält, möchte ich sehen. Hier weiß man wirklich nicht, wie es ausgeht, um den alten Sepp Herberger-Spruch zu zitieren
- Internationaler Fußball: Die Saison für Manchester United geht traurig weiter: Im FA Cup verlor der einstige Topclub zu Hause dem FC Fulham nach Elfmeterschießen. Der Deutsche Bernd Leno im Fulham-Kasten war der Held der Londoner. Vielleicht schaut Bundestrainer Julian Nagelsmann doch noch genauer hin.
In Italien endete das Spitzenduell SSC Neapel gegen Inter Mailand Remis. Verfolger Atalanta konnte die Gunst der Stunde nicht nutzen, kamm seinerseits gegen Venedig nicht übe ein torloses Unentschieden hinaus.
In Spanien grüßt prötzlich wieder Barca (4:0 vs San Sebastian) von der Tabellenspitze, da Real Madrid bei Betis Sevilla mit 1:2 verlor. Siegtorschütze der Andalusier war Isco aus der Real-Jugend, der ja für ganz kurze Zeit als Neuzugang beim 1. FC Union gehandelt wurde.
- Handball: Die Bundesliga rückt an der Spitze noch enger zusammen nach der Niederlage von Tabellenführer MT Melsungen bei der SG Flensburg-Handewitt. Ein halbes Dutzend Teams kann sich noch mehr ode weniger große Hoffnungen auf den meistertitel machen.
- Motorrad: Einen WM-Start nach Maß erwischte der Spanier Marc Marquez. Endlich nicht mehr gehandicapt raste der sechsmalige MotoGP-Weltmeister zum Auftakt in Thailand sowohl im Sprint als auch im regulären Rennen zum Sieg – jeweils vor seinem jüngeren Burde Alex. Auch in den anderen Klassen gab es durchweg spanische Erfolge.
- Tennis: Auch in seinem 3. Turnier auf seiner Süd/Mittelamerika-Tournee schied Alexander Zverev früh aus. In Acapulco unterlag er, von Montezumas Rache geplagt (vulgo Darmbeschwerden) dem US-Top-Talent Learner Tien. Turniersiege feierten der Tscheche Tomas Machac (Finale vs Davidovic Fokina) in Acapulco, der Serbe Laslo Djere (Sebastian Baez), Stefanos Tsitsipas aus Griechenland (Felix Auger-Alliasime) sowie bei den Frauen die beiden Amerikanerinnen Jessica Pegula und Emma Navarro in Austin und Mérida/Kolumbien.
von Münchner Löwe | März 4, 2025 | EM, Fußball, Leichtathletik, Wintersport, WM, Wochenvorschau
Im Blickpunkt stehen: Nordische Ski-WM, Achtelfinale im Europapokal, Hallen-Leichtathletik-EM und Bob/Skeleton-WM (wers mag)
Ab auf die Großschanze
Die zweite Woche der Nordischen Ski-WM in Trondheim beginnt heute, und jetzt kommt die umgebaute Großschanze zu ihrem Recht, nachdem sich die Skispringer am kleinen Bakken abgearbeitet haben. Gleich 4 Wettbewerbe gibt es noch, das Mixed morgen (je 2 Frauen und Männer), das Einzel bei Frauen und Männern (Freitag und Samstag) sowie das Team der Männer am Donnerstag.
Nachdem es für die deutschen Springerinnen und etwas überraschend auch für Andreas Wellinger Medaillen gab, sind die Erwartungen hoch. Im Mixed könnte (wie von der Normalschanze erneut Bronze herausschauen hinter den Favoriten Österreich und Norwegen. Im Einzel hat vor allem Selina Freitag gute Chancen, ihre Medaillenbilanz aufzuhübschen, hier ist das Feld ziemlich offen.
Bei den Männern führt der Titel im Team nur über Österreich (alles andere wäre nach dieser Saison auch eher ein Witz). Die Deutschen um Andi Wellinger haben im Medaillenkampf mit Norwegen (eher weniger) und Slowenigen (schon mehr) durchaus Potenzial, allerdings nur mit einem verbesserten Pius Paschke, der seine Form völlig verloren hat und auch noch gesundheitlich angeschlagen war.
Bei den Langläufern gehen die norwegischen Festspiele aller Voraussicht nach weiter. Es gibt heute die beiden Einzel über 10 km klassisch, die in Intervallstarts vor sich gehen (so wie es früher gang und gäbe war). Das hat durchaus seinen Reiz. Hier könnte auch die größte Chance der Deutschinnen auf eine Einzelmedaille (Victoria Carl, Katharina Hennig) liegen.
Spektakel ist bei den Staffeln zu erwarten, jeweils 4x 7,5 Kilometer. Die Streckenlänge ist jeweils Premiere, bisher liefen die Frauen 4×5 und die Männer 4×10 Kilometer.
Abschluss sind dann bei den Langläufern die beiden 50er diesmal im Freien Stil, die die Frauen erstmals bei einer WM in Angriff nehmen (bisher 30 km). Hier sehe ich niemanden, der Therese Johaug das Wasser reichen könnte, aber die Streckenlänge ist doch ziemliches Neuland, und die Frage ist natürlich auch, wer am Ende der Titelkämpfe noch die meisten Körner hat.
Schließlich noch die Kombinierer. Die Frauen haben ihr Programm schon beendet, die Männer bestreiten noch Team und Einzel von der Großschanze/4x5km bzw 10 km je nach Gundersen). Wieder werden aller Wahrscheinlichkeit nach Norweger, Deutsche und Österreicher sämtliche Medaillen unter sich ausmachen, wobei ich Jarl Magnus Riiber herausheben würde.
Bayern vs Bayer – Kampf um die deutsche Machtposition
Sorry für den etwas martialischen Titel, aber im innerdeutschen Duell geht es schon um sehr viel. Gerade für die Münchner: Nachdem sie die 2024 (an Bayer Leverkusen) verlorene Meisterschaft aller Wahrscheinlichkeit wieder zurückerobern (die Pflicht), steht jetzt die Kür an. Die dieses Jahr allerdings schon fast zur Pflicht ausgerufen wurde, weil das Endspiel in der heimischen Arena ausgetragen wird. Ein Scheitern im Achtelfinale ist da eigentlich verboten, erst recht gegen Bayer Leverkusen. Aus dem Finale dahoam könnte gar ein Albtraumfinale dahoam werden, wenn Bayer (oder gar Borussia Dortmund) dort den Titel holen würde. Man frage Bayern-Fans, wie es ihnennach dem Münchner Finale 1997 (damals noch im Olympiastadion) erging, als der BVB gegen Juve triumphierte.
Das Endspiel ist natürlich noch Ziukunftsmusik, aber das Kräftemessen Bayern vs Bayer macht schon (auf beiden Seiten) den Unterschied zwischen okayer und guter Saison aus. Einen Favoriten kann ich nicht erkennen, auch wenn Bayer mit Trainer Xavi Alonso in bisher 5 Treffen mit den Münchnern noch ungeschlagen ist. Die Leverkusener wirken mannschaftlich geschossener, doch die Münchner haben insgesamt die besseren Einzelspieler.
Was den Deutschen Bayern vs Bayer, ist den Madridern das Stadtderby Real vs Atlético. Real ist in der Champions League so etwas wie die Nemesis für Atlético. Zweimal verloren die Mannen von Trainer Diego Simeone bereits im Endspiel gegen den ohnehin viel prominenteren Kontrahenten. Auch hier sehe ich beide Teams mehr oder weniger auf Augenhöhe, die Formschwäche, die die Königlichen zuletzt in der Liga zeigte, ignoriere ich und verweise auf den imposanten Auftritt in der Zwischenrunde gegen Manchester City, vor allem im heimischen Bernabéu.
Ziemlich im Schatten darf auch Borussia Dortmund sein Glück versuchen, gegen das immer noch relativ unbeschriebene Blatt OSC Lille (ich unterdrücke mit schwerem Herzen Wortspiel des Städtenamens mit dem Olympiaort von 1994). Deer OSC ist in der Vorrunde immerhin Siebter geworden, unter anderem mit Siegen gegen die beiden Madrider Clubs.
Die Ansetzungen im Einzelnen
Di., 18.45: FC Brügge – Aston Villa (Rückspiel:12/03)
Di., 21:00: Borussia Dortmund – OSC Lille (12/03)
Di., 21:00: Real Madrid – Atletico Madrid (12/03)
Di., 21:00: PSV Einhoven – FC Arsenal (12/03)
Mi., 18:45: Feyenoord – Inter (11/03)
Mi., 21:00: FC Bayern – B. Leverkusen (11/03)
Mi., 21:00: Benfica – FC Barcelona (11/03)
Mi., 21:00: PSG – FC Liverpool (11/03)
Im Schatten der Königsklasse gehen aber auch Europa und Conference League ins Achtelfinale. Eintracht Frankfuert hat in der EL die interessante und machbare Aufgabe Ajax Amsterdam vor der Brust. Außerdem ist vor allem die PartieReal Sociedad vs Manchester United zu beachten. Für United die letzte Chance, eine ansonsten katastrophale Saison noch zu retten, nachdem das Team auch im FA Cup zu Hause gegen Fulham (und dem deutschen Elfertöter Bernd Leno) ausgeschieden ist.
Die Conference League ohne deutsche Beteiligung, dafür mit österreichischer. Rapid Wien als letzter internationaler Austria-Vertretergekommt es (zunächst auswärts) mit Banja Luca zu tun, das klingt machbar.
Ogunleye will nächsten Titel
Gleich 37 StarterInnen entsendet der deutsche Leichtathletik-Verband zu den am Freitag beginnenden Halleneuropameisterschaften in Apeldoorn, bisher eher bekannt für seine Rad-Wettbewerbe. Eine der größten Gold-Hoffnungen ist Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Oguleye, die zuletzt mit der persönlichen Bestweite von 20,27 Metern aufwartete und sich an die europäische Spitze setzte. Als weitere Medaillenkandidaten gelten Weitspringerin Maleike Mihambo und Dreispringer Max Heß, die beide sogar die Weltjahresbestenliste anführen. Im Weitsprung geht es übrigens wieder nach konventionellen Regeln, es muss also der Balken möglichst genau getroffen werden.
Die holländischen Gastgeber hoffen auch die fantastische 400-Meter-Läuferin Fenmke Bol, in der Halle notgedrungen ohne Hürden unterwegs. Aus internationaler Sicht wird der Doppel-Auftritt von Jakob Ingebrigtsen und der ewartbare Höhenflug der Ukrainerin Jaroslawa Mahutitsch bemerkenswert – sowie natürlich die Flugshow von Mondo Duplantis, der den Weltrekord mit dem Stab kürzlich in Clermont-Ferrond auf 6,27 verbessert hat. Der Schwede hat noch einige Luft nach oben im Wortsinn.
Wer das Ganze im Fernsehen oder Stream verfolgen will, den verweise ich auf eurovisionsport.com. Eurosport selbst oder gar die deutschen Sender planen offenbar keine Live-Übertragungen, ist ja nur die olympische Kernsportart. Wer allerdings den ORF empfangen kann (über simplitv oder VPN,der ist ist orf on repektive orfsport+ die richtige Adresse mit österreichischem Kommentar, großer und etwas neidischer deutscher Seufzer
Bob und Skeleton gut
Sehr spät im Winter findet dieses Jahr die Bob- und Skeleton-WM statt. Die Wettbewerbe auf der Olympiabahn in Lake Placid starten am Donnerstag. Insgesamt stehen dieses und nächstes März-Wochenende 7 Entscheidungen an. Bis auf das Skeleton Mixed werden alle Wettbewerbe in 4 Läufen entschieden.
Bob: Frauen Mono (8./9.) und Zweier (15./16.), Männer Zweier (8./9.) und Vierer (15./16. März)
Skeleton: Frauen und Männer (je 6./7.) und Mixed-Staffel (8.).
Im Bob sind in allen Wettbewerben die Deutschen sowie di amerikanischen Gastgeber Favorit, dito im Skeleton. Auch hier sei auf orfsportplus verwiesen, ard und zdf planen zumindest live streams.
Und sonst wird jetzt erst mal entfallen und wird vielleicht am Donnerstag/Freitag aktualisiert
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