Die Show der Gabby Williams
Spiel 7 in Best-of-7-Serien, erst recht im Finale, da werden Sporthelden geboren. Und Sportheldinnen. Wie die Basketballspielerin Gabby Williams von den Golden State Valkyries: Die ihr Team eben in diesem 7. Spiel, besser gesagt in der 2. Halbzeit dieser Partie, fast im Alleingang zum Sieg gegen Atlanta Dream und damit zum ersten Titel der Teamgeschichte führte.
28 Punkte gelangen der überragenden französischen Vizeweltmeisterin allein in der 2. Hälfte. Noch nie in der Play-off-Geschichte der WNBA hat einer Spielerin in einer Halbzeit so viele Punkte erzielt. Dabei war ihr im ersten Durchgang so gut wie nichts gelungen, 2 magere Pünktchen standen da auf der Habenseite, weswegen die Valkyries in der ausverkauften Halle in San Francisco mit 24:30 zurücklag. Weil auf der anderen Seite Jordin Canada endlich aufdrehte. Endlich, weil die Spielmacherin bis dato in der Serie nicht so zur Geltung kam. Gleich 13 Punkte legte sie auf, allerdings kam im zweiten Durchgang nur noch ein Dreier hinzu.
Es waren die 20 Minuten der Gabby Williams, die jetzt ihre körperliche und spielerische Überlegenheit gnadenlos ins Feld führte. Und ihr Händchen aus der Ferne bewies. 4 von 6 Dreier fanden das Ziel, außerdem verwandelte sie alle 6 Freiwürfe. Auch in der Verteidigung leistete sie ihren Beitrag mit 2 Blocks und 1 Steal. Auch wenn im Basketball nie eine einzige Spielerin gewinnen kann, ohne Williams wäre es nie im Leben etwas mit dem Sieg der Valkyries geworden. Ihren 28 Punkten in der 2. halbzeit standen nur 16 Zähler der Mannschaftskolleginnen gegenüber. Die wiederum im ersten Durchgang den Rückstand in Grenzen hielten, als Williams sich noch zurückhielt (netter Euphemismus).
Titel in der 2. Saison
Erst zur Saison 2025 waren die Valkyries zur WNBA dazugestoßen. Schon im 2. Jahr der Titel, so früh wie noch nie im US Sport. Es gibt Mannschaften, die warten schon Jahrzehnte darauf, und gerade in den ersten Jahren hagelt es Niederlagen zu hauf. Die Valkyries setzten auf Internationalität. Begonnen bei der japanischen Trainerin Natalie Nakase.
Natürlich ist dass in der WNBA leichter möglich, gerade in Zeiten, in denen sich ihrneue Dimensionen eröffnen. Frauen-Basketball hat sich voll etabliert, die Hallen in den Play-offs waren sehr gut gefüllt bis ausverkauft, die Stimmung auf den Rängen so leidenschaftlich wie noch nie. Endlich vedienen die Frauen auch ordentliches Geld, natürlich weit entfernt von den unfassbaren 50-Millionen+-Verträgen der NBA-Männer, aber wahrscheinlich so viel wie in keiner anderen Frauen-Liga. Durchschnittlich verdient eine NBA-Spielerin knapp 600.000 Dollar, die Stars der Szene erhalten bis zu 1,5 Millionen, die Tendenz ist stark steigend.
Sagte ich voll etabliert? Dann muss ich das einschränken. Unzumutbar für beide Teams war zumindest, dass sie ztu Spiel 6 in Atlanta schon um 12:30 Uhr Ortszeit (an einem Donnerstag) atreten mussten, weil die Halle am Abend von den Atlanta-Hawks-Männern belegt war. Die ihre Partie aber immerhin um eine Stunde nach hinten rückten, sodass die Doppelbelegung überhaupt möglich war. Viele WNBA-Tams kooperieren mittlerweile offiziell mit dem NBA-Team der Stadt. Wie die Valkyries in San Francisco mit den Warriors.
Kimi Antonelli jüngster Weltmeister
Es war nur noch eine Formsache, aber als der Titel auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen war, öffneten sich bei Kimi Antonelli alle Schleusen. Noch während der Auslaufrunde nach seinem dritten Platz in Mexiko heulte der Italiener hemmungslos, und das sollte den ganzen Abend fortdauern. „Ich habe viel zu viel geweint“, bekannte der mit 20 Jahren jüngte Formel-1-Weltmeister aller Zeiten.
So mancher Italiener wird auch die eine oder andere Träne verdrückt haben. Die motorsport-verrückten Tifosi warteten ja eine Ewigkeit auf einen einheimischen Weltmeister, genauer seit 1953 (Ascari). Zwar trösten sie sich mit Ferrari, aber gerade der Schumi-glanz der Nuller-Jahreist eben auch schon etwas verblasst. Der letzte Titel für die Scuderia datiert auch schon aus dem Jahr 2007, als Kimi Raikkönen triumphierte.
Jetzt also der italienische Kimi (laut der Mama hat die Namensgebung nichts mit dem schweigsamen Finnen zu tun). Mit einer für einen 20-Jahren furcheinflößenden Abgeklärtheit fuhr er rasend schnell und nahezu fehlerlos durch die Saison, legte gerade in der ersten Hälfte mit einem Erfolg nach dem anderen den Grundstein zum Titel. Dabei profitierte er sicher auch vom überlegenen Mercedes, aber gerade wie er den höher eingeschätzten Team-Kollegen George Russell in die Grenzen wies, das nötigte jedem in der Branche allerhöchsten Respekt ab. Auf den Schultern des Mexiko-Siegers Max Verstappen (vierfacher Weltmeister) und Lewis Hamilton (siebenmal Chmapion, davon sechsmal mit Mercedes) wurde er durchs Fahrerlage getragen – ehrliche Ehrerbietung. Aber gerade wer den überehrgeizigen Verstappen kennt weiß, dass dieser sich 2027 nicht kampflos ergeben lassen will. Der Red Bull, zu Beginn des Jahres noch absolut nicht konkurrenzfähig, ist zurzeit das Maß aller Dinge, wie der dritte Sieg des Holländers in den vergangenen vier Rennen beweist.
Zverev die Nummer 1
Seit Montag ist es offiziell. Da spuckte der Computer Alexander Zverev als neue Nummer 1 de Welt aus. Möglich machte dies ein schnöder Zweitrunden–Erfolg gegen den Holländer Tallon Griekspor in Wien, mit dem er den zurzeit pausierenden Jannik Sinner vorzeitig überflügelte (es war seit Wochen klar, dass Zverev den Italiener spätenstens zum Jahresende ablösen würde). Mit einem Turniersieg allerdings konnte Zverev seine historische Woche nicht krönen. Im Halbfinale unterlag er dem Australier Alex de Minuar im Tiebreak des 3. Satzes. Allzu traurig schien der hamburger nicht zu sein.
Vielleicht war es ihm sogar ganz recht, dass aus dem anvisierten Traumfinale gegen Carlos Alcáraz nichts werden würde. Der Spanier gewann das Finale klar gegen De Minaur und zeigte sich in Bestform. Da hätte es Zverev sehr schwer gehabt, und eine klare Niederlage hätte die eh zermürbenden Diskussionen neu entfacht. Diskussionen, ob Zverev eine „verdiente“ Nummer 1 sei, weil Sinner und auch Alcáraz sehr lange verletzungsbedingt fehlten und fehlen. Alcáraz selbst brach eine Lanze für Zverev. „Beim Tennis geht es nicht nur darum, den Platz zu betreten und an diesem einen Tag sein bestes Tennis zu spielen. Es geht auch um die Konstanz, die man während des gesamten Jahres zeigt.“
Und sonst?
- Bundesliga: Remis im Spitzenspiel. 2:2 trennten sich der FC Bayern und Borussia Dortmund. Die Bayern vergaben zahlreiche Chancen (so traf Harry Kane mit einem Elfmeter absurderweise nur die Latte). Das rächte sich, als kurz vor Schluss Flavio Silva mit einem platzierten Flachschuss Jonas Urbig im Bayern-Tor überwand.
- England: Der FC Arsenal hat eine betrübliche Serie beendet. Das 1:0 beim FC Livberpool war der erste Sieg der Londoner an der Anfield Road seit 14 Jahren. Der deutsche Nationalspieler Kai havertz traf schon in der 16. Minute nach einer herausragenden Kombination. Arsenal führt die Premier League mit 3 Punkten auf Manchester City an, das zuhause gegen Brghton mit 0:1 verlor.
- Tennis: Turniersiege feierten Harriet Dart in Guangzhou (Finalsieg über Lilli Tagger), Diana Shnaider in Tokio (Leyla Fernandez) und Valentin Vacherot (Jiri Lehecka). Jan-Lennard Struff zeigte erneut ein starkes Turnier, bezwang im Viertelfinale Novak Djokovic, unterlag aber im Halbfinale ganz knapp gegen Lehecka und vegab dabei im 2. Satz einen Matchball.
Das österreichische Doppel Lukas Miedler/Neil Oberleitner feierte in Wien einen umjubelten Heimsieg. - Basketball: Zwei Niederlagen für den FC Bayern in der Euroleague: Dem knappen 84:88 zu Hause gegen den FC Barcelona folte am Donnerstag ein deprimierend deutliches 73:103 bei Roter Stern Belgrad. In der BBL setzte es dann am Sonntag mit 67:69 die erste Saisonpleite. Eine Woche zum Vergessen.
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