Blick über den Teich, WNBA

 

Nach den Yankees in der MLB (0:3 gegen Tampa Bay) hat es in den Play-offs auch die Basketball-Spielerinnen der New York Liberty erwischt. Gegen Atlanta Dream verlor das Team um die deutsche Nationalspielerin Leonie Fiebich auch die dritte Partie der Best-of-5-Serie und muss die Titelhoffnungen begraben.

 

Werbung für Frauen-Basketball im Barclays Center

 

Es war eine extrem rassige und umkämpfte Partie im Barclays Center, wo auch die NBA-Männer der Brooklyn Nets zuhause sind. So stimmungsvolle, ja aufgeheizte Zuschauer habe ich Frauen-Mannschafts-Sport noch selten gesehen. Das übertrug sich aufs Parkett, wo die Akteurinnen immer wieder aneinandergerieten. Oft im Brennpunkt stand die bärenstarke Angel Reese von den Gästinnen, die in mehrere  Scharmützel verwickelt war. Vor allem aber mit ihrer Leistung überzeugte, am Ende hatte sie 22 Punkte gesammelt und war damit Top-Scorerin ihres Teams.
Bei Liberty kam Superstar Breanna Steward nur schwer in die Gänge. Die wertvollste WM-Spielerin verwandelte in der 1. Hälfte gerade mal einen ihrer (nur) 6 Würfe. Einzig zwei Zirkus-Dreier von Sabrina Ionescu und die unermüdlich ackernde Center-Spielerin Jonquel Jones und deren Offensiv-Rebounds hielten die Gastgeberinnen in der Partie.

Die 2. Hälfte war ein einziges Auf und Ab, kein Team konnte sich absetzen. Jeder Ball umkämpft, jeder Wurf musste erarbeitet werden. Steward fand in die Partie (am Ende standen wie bei Jones 26 Punkte zu Buche), allerdings auch auf der anderen Seite Jordin Kanada, die in den zweiten 20 Minuten 16 Zähler erzielte. Beide Trainer, es sind tatsächlich Männer, vertrauten im 2. Durchgang fast ausschließlich denselben zehn Spielerinnen, am Ende war der Kräfte-Verschleiß gerade bei den Leistungsträgerinnen unverkennbar, Ballverluste prägten die Begegnung.
Der letzte von Atlanta hätte Dream (tatsächlich auch wegen der berühmten Rede von Martin Luther King in Atlanta) beinahe noch den Sieg gekostet. Leonie Fiebich klaute 17 Sekunden vor dem Ende den Ball, als sie einen Pass abfing. Beim Stand von 83:85 aus New Yorker Sicht hätten die Gastgeberinnen mit einem Zweier ausgleichen und mit einem Dreier sogar gewinnen können. Doch der Angriff versandete,weil Breana Steward einen ihrer Meinung nach „leichten Korbleger“ verpasste. So rettete Atlanta den Sieg über die Zeit und sicherte sich die Serie mit 3:0 Siegen. Das klingt viel deutlicher, als es die knappe Auseinandersetzung dieser beiden Teams war. Die letztlich Werbung für den Frauen-Basketball waren.

Damit ist auch die letzte deutsche Nationalspielerin (ein halbes Dutzend versucht derzeit sein Glück) aus den Play-offs ausgeschieden. Fiebich rackerte mehr fast 37 (von 40 möglichen) Minuten und war in der Verteidigung ein wichtiger Faktor (siehe der Steal). In der Offensive allerdings blieb sie äußerst zurückhaltend (8 Punkte, 1 Assist), das war in der Runde zuvor beim Ligaprimus Minnesota Lynx noch anders. Dennoch kann Fiebich auch in dieser Saison mit ihrem Auftritt in der stärksten Basketball-Liga der Welt generell zufrieden sein, auch wenn es nicht wie 2024 zum Titel reichte.

 

Auch Golden State im Finale

 

Der Kontrahent für die Atlanta Dream in der Endspielserie steht schon fest. Die Golden State Valkyries gewannen ebenfalls in drei Partien über Las Vegas Aces. Auch hier stand die dritte Begegnung Spitz auf Knopf, ging sogar in die Verlängerung. In den zusätzlichen fünf Minuten erwies sich Golden State als klar besser und abgezockter, auch weil die bis dato zurückhaltende  französische Ausnahmespielerin Gabby Williams endlich aufwachte und alleine in dieser Zeit 8 ihrer 16 Punkte auflegte.

Da beide Halbfinalserien vorzeitig beendet wurden, haben die Teams jetzt eine längere Pause. Die sie auch dringend brauchen können, denn erstmals in der WNBA-Geschichte wird das Finale im Format Best of 7 ausgespielt. Die erste Partie findet erst in der Nacht zum nächsten Samstag in San Francisco (Golden State) statt. Die Valkyries hätten augrund der besseren Platzierung im Grunddurchgang auch in einem 7. und entscheidenden Spiel den Heimvorteil – in de Nacht zum 31. Oktober, wer so weit vorausplanen will.