Der große und so bedeutende Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas ist am gestrigen Samstag im Alter von 96 Jahren gestorben. Ich hatte das Vergnügen und die Ehre, diesen tollen Menschen in den 80er-Jahren anlässlich einer Geburtstagsfeier meines Vaters kennenzulernen.
Da ich wusste, dass Jürgen Habermas in Gummersbach aufgewachsen ist und lange Zeit dort gelebt hat, sprach ich ihn als Sitznachbar bei Wein und Krautwickeln (oder waren es Maultaschen?) auf den hiesigen Handball-Club VfL Gummersbach an (was man halt so redet mit dem größten deutschen Philosophen der damaligen Zeit). Der VfL war zu dieser Zeit das absolute Um und Auf im deutschen und auch europäischen Vereinshandball. Zu meiner hellen Freude erwies sich Habermas als Freund des Handballs (wie konnte es auch anders sein, wenn er in dieser Handball-Stadt aufgewachsen war?, dachte ich wohl großspurig-naiv), und wir fachsimpelten einige Zeit über den VfL und dem damaligen bayerischen Erzrivalen TV Großwallstadt. Er wusste sehr gut Bescheid über die damaligen Stars Heiner Brand (VfL) und Knut Klühspies (TVG), und am Ende wetteten wir sogar, wer denn am Saisonende Meister werden würde.
Das war im Dezember (höchstwahrscheinlich 1982, wie meine jetzige Nach-Recherche ergab), und im folgenden Mai stand tatsächlich fest, dass Gummersbach sich den Titel geholt hat. Um was wir gewettet haben, weiß ich nicht mehr, aber zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich meine Wettschuld nie eingelöst habe. Das will ich nachholen, und so werde ich dem VfL Gummersbach in memoriam ihres berühmten Fans Jürgen Habermas eine Spende zukommen lassen.