von Münchner Löwe | Apr. 1, 2026 | Fußball, WM
Die WM in Amerika wird ohne Italien stattfinden. Der vierfache Weltmeister scheiterte in der 2. Play-off-Runde an der Großmacht Bosnien-Herzegowina. Im schmucken Stadion von Zenica entschied das Elfmeterschießen, das Geschrei und die Trauer in der Heimat sind groß.
Ebenfalls am letzten Schritt scheiterten Kosovo (gegen die Türkei), Polen (in Schweden) und Dänemark (in Tschechien). Die beiden allerletzten WM-Tickets schnappten sich die DR Kongo (gegen Jamaika) und der Irak (Bolivien).
Bei aller sportlicher Tristesse, die jetzt die Squadra Azzurra umgibt, nachdem sie zum dritten Mal hintereinander nach 2018 und 2022 das Endturnier verpasste: Vielleicht war diese Niederlage die eleganteste Art und Weise, das Trumpel-Turnier zu boykottieren. Es besteht also nicht die Gefahr, dass der Verbandspräsident wie in Deutschland Bernd Neuendorf sich komplett lächerlich macht und den FIFA-Chef Gianni Infantino devot umschmeichelt, auf das er noch ein bisschen mehr vom rech gedeckten Spesentisch abgreifen darf. Kein italienischer Spieler wird sich blamieren, wenn er angesichts der Kriegsnation USA sich allein aufs Sportliche („Krieg?! interessiert mich nicht!“)konzentriert und dabei wie ein Volldepp wirkt, dessen Hirn allein aus Fußball und dem damit verbundenen Geldverdienen besteht; dem der Rest des Weltgeschehens völlig am Allerwertesten vorbei geht.
Aus deutscher Sicht muss ich sagen: Was DFB-Präsident. Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler und Bundestrainer Julian Nagelsmann diesbezüglich an Komplett-Ignoranz und Wurschtigkeit zum Schlechtesten gegeben haben, beschämt mich zutiefst. Entsetzlich fand ich vor allem, wie der Infantino-hörige Bernd Neuendorf auch nur die Idee eines WM-Boykotts der großen europäischen Nationen abgekanzelt hat, den sein Vize Oke Göttlich ins Spiel gebracht hatte.
Entlarvend dazu die Magenta-Werbesendung vor gut einer Woche: Was der alle 104 (!) WM-Partien da an Superlativen und Vorfreude fürs angeblich „beste Turnier aller Zeiten“ von sich gegeben wurde, war schlicht entsetzlich und lässt Entsetzliches erahnen: nämlich dass es allein um Fußball gehen wird, egal welche (Kriegs)-Sauereien sich der WM-Gastgeber USA noch leistet und welche Gräueltaten sich die Drogen-Mafia in Mexiko leistet. Erwachsene und eigentlich respektable Menschen wie Red-Bull-Super-Sport-Koordinator Jürgen Klopp, MLS-Export Thomas Müller und die Reporterin-Geheimwaffe Laura Wontorra überboten sich an Superlativen zum anstehenden Turnier. Zu Trump und sein rechtswidriges Kriegsgemetzel im Iran (immerhin ein WM-Teilnehmer): kein Wort. Ebensowenig zu der unsicheren Sicherheitslage wegen des Drogenkrieges in Mexiko und zu der indiskutablen Hatz auf Migranten in den Staaten. Alles wird super, duper, tralala.
Ach, was beneide ich die Italiener, die dieses unwürdige Spektakel bestenfalls distanziert betrachten, wenn sie es überhaupt interessiert. Unsereiner setzt sich dann halt doch vor den Fernseher (weils halt WM ist).
von Münchner Löwe | März 31, 2026 | Fußball, Nachruf
Nur 2 Jahre war Karsten Wettberg Cheftrainer bei 1860 München, doch kein Löwen-Fan, der zwischen 1990 und 1992 schon dabei war, wird diese Zeit je vergessen. Den knapp verpassten Aufstieg in die 2. Liga 1990, die ungeschlagene Saison 90/91 samt Aufstieg, und das jähe Erwachen samt Rausschmiss, der allerdings den Abstieg nicht vermeiden konnte.
Das sind ja nur die kargen Fakten. Unvergessen bleiben 2 epochale Spiele. Wie das am 11. Mai 1990, ein Freitagabend, vor 30.000 Zuschauern im völlig verregneten Grünwalder im Aufstiegsendspiel gegen Schweinfurt 05. Das Auf und Ab der Gefühle der 90+ Minuten im Dauerregen, 2 tobende Trainer an der Seitenlinie: hier Wettberg, der Löwenfan von Kindesbeinen an, der 1965 mit nach Wembley zum Europapokal-Endspiel gegen West Ham mitgereist war; auf der anderen Seite ein gewisser Werner Lorant, damals schon extrem bärbeißig. Die Löwen brauchten einen Sieg, es wurde ein 3:3, auch weil für Schweinfurt ein gewisser Bernhard Winkler die Sechzig-Abwehr vor unlösbare Probleme stellte und 2 Tore erzielte. Das Remis war zuwenig, um die Schweinfurter noch von Platz 1 zu verdrängen, und natürlich herrschte extreme Enttäuschung bei den Anhängern. Aber kein Vorwurf an Trainer oder Spieler, nirgends. Danach zog es mich (wie wahrscheinlich jeden Fan) in eine Kneipe mit einem Referendars-Kollegen, das Bier floss mindestens so stark wie zuvor der Regen (an alle, die auf mich aufpassen! Das ist fast 36 Jahre her!). Irgendwie kam ich heim …
Wer weiß, wozu diese Enttäuschung gut war. Denn es folgte die märchenhafte Saison der Löwen ohne jede Niederlage. Da der Bayernliga-Meister damals noch in eine Aufstiegsrunde ging, nutzte das wenig. Doch Wunder über Wunder, auch dort reüssierten die Löwen, sodass es im Juni zu einem nächsten Aufstiegs-Endspiel kam. Wieder im Grünwalder, diesmal gegen Borussia Neunkirchen. Wieder prasselte der Regen, wieder echauffierte sich Wettberg an der Außenlinie; unter anderem drosch er einen unschuldigen Regenschirm zu Glump. Diesmal war das Glück und Können mit den Löwen, und sie gewannen mit 2:1. Die begeisterten Fans stürmten den Rasen und zogen Wettberg im Wortsinne bis auf die Unterhose aus. Heute wahrscheinlich undenkbar, aber Wettberg gab tatsächlich praktisch im Adamsgewand dem Bayerischen Rundfunk ein Interview, live und in Farbe im Fernsehen war der eher schmächtige Wettberg zu bewundern. Bei der Aufstiegsfeier tags darauf im Münchner Rathaus erhob OB Christian Ude den wieder formell bekleideten Karsten Wettberg zum „König von Giesing“. Wirklich niemand, der ihm widersprochen hätte.
In der 2. Liga stießen die Löwen dann schnell auf die Realität, und die hieß Abstiegskampf. Branchenüblich wurde der Trainer, also Wettberg gefeuert (trotz Königs-Status), aber auch mit dem Nachfolger Edi Stöhr (ich musste nachschauen) stiegen die Löwen ab. Wettberg kritisierte während und nach seiner Zeit die Vereinsspitze, erhielt von der damaligen Präsidentin Lilo Knecht sogar Platzverbot fürs Vereinsgelände. Angeblich wurde dieses offiziell nie aufgehoben, sogar als er Vizepräsident des Clubs wurde und dort ein- und ausging.
Jetzt ist Karsten Wettberg im Alter von 84 Jahren gestorben und im Löwen-Himmel. Auf einer Wolke wird er sich mit seinem Nach-Nachfolger Werner Lorant unterhalten, der vor einem Jahr von uns gegangen ist. Jener Lorant, der 1992 die Löwen als Cheftrainer übernahm, den gewissen Bernhard Winkler nach München lotste und den Club 2000 fast bis in die Champions League führte samt Derbysiegen gegen die Bayern. Lorants Erfolge mögen größer und strahlender als die von Wettberg gewesen sein, aber dieser hat wie kaum ein anderer in jetzt mehr als 50 Jahren Fan-Dasein mein Löwen-Herz erobert. Möge er in Frieden ruhen. Danke, Karsten Wettberg!
von Münchner Löwe | März 30, 2026 | Fußball, Radsport, Wochenvorschau
Es ist die Osterwoche und damit wieder ein stader Freitag mit nur ganz wenig Sport. Wie überhaupt der Sportfan zumindest etwas Zeit zum Luftholen hat, bevor Mitte April zB die Play-offs in der NBA und NHL starten.
6 Endspiele um die WM-Teilnahme
12 Länder dürfen noch auf ein Amerika-Ticket hoffen, am Dienstag werden vier Teams aus Europa und zwei weitere aus der übrigen Welt glücklich sein. Der Modus ist klar: Ein Spiel, eine Entscheidung, notfalls im Elfmeterschießen. Während es in Europa vier Partien mit Heimrecht gibt, gibt es in Mexiko 2 interkontinentale Ausscheidungsspiele.
Die FIFA hat für Europa alle 4 Endspielke für Dienstag, 20:45 terminiert. Das Heimrecht unterliegt einem für mich nicht nicht zu durchschauenden Mix aus Weltrangliste, bisherige Qualfikation und Losglück. Ich sehe in keiner Partie einen klaren Favoriten, alles kann passieren, alles hätte gute und schlechte Seiten.
Bosnien-Herzegowina – Italien
Spötter sagen ja, dass es für die Azzurri die eleganteste Möglichkeit wäre, sich diesem entsetzlichen Turnier in der kreigstreibenden Fascho-USA zu entsagen. Eine Niederlage in Zenica, und man ist diese Sorge los. Aber natürlich wollen die Fußballer dabei sein, die Aufgabe bei den Bosniern mit Alt-Torjäger Edin Dzeko ist heikel genug, denn in Zenica ist das Gewinnen schwer.
Für Italien wäre ein erneutes Scheitern fatal, denn schon 2018 und 2022 war der viermalige Weltmeister nicht dabei.
Kosovo – Türkei
Die Kosovaren waren noch nie bei einer WM-Endrunde dabei. Schon ihr Sieg im ersten Play-off-Spiel in Bratislava war eine Riesen-Überraschung, denn die Slowaken hatten im Oktober dort immerhin die Deutschen klar beherrscht und mit 2:0 bezwungen. Jetzt scheint alles möglich, die Hoffnungen der Türken rhen vor allem auf Real-Star Güler.
Schweden – Polen
Nur über den Umweg Nations League sind die Schweden überhaupt in den Play-offs, wo sie mit einem überzeugenden 3:0 gegen die Ukraine die erste Hürde übersprangen. Polen mühte sich zu einem 2:1 gegen Albanien, einmal mehr hieß der Retter Robert Lewandowski.
Tschechien – Dänemark
Erst im Elferschießen setzten sich die Tschechen gegen Irland in der 1. Runde durch. Dänemark erscheint sehr viel stärker und kompakter. Wenn überhaupt, hilft den Tschechen der Hemvorteil in Prag.
Ab 23:00 werden in Mexiko die zwei letzten Tickets verteilt. Zunächst spielen Jamaika gegen DR Kongo, ab 05:00 trifft der Irak auf Bolivien. Sollte der Irak verlieren: Es gäbe noch die Chance, für den Iran nachzurücken, für den aus naheliegenden Gründen eine WM-Teilnahme in den USA nicht in Frage kommt.
Tests in Freundschaft
Die meisten Teams nutzen die Pause, um in Freundschaftsspielen ihre Formation zu finden resepektive die Form zu überprüfen. Schon am heutigen Montag empfängt das deutsche Team in Stuttgart Ghana. Die Afrikaner bezogen am Freitag eine herbe 1:5-Klatsche gegen Österreich.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat bereits angekündigt, dass der Stuttgarter Alexander Nübel das Tor hütet. Hüchstwahrscheinlich wird auch der Vereinskollege Denis Undav im Sturm eine Chance erhalten, und wie es aussieht, bekommt das große Münchner Talent Lennart Karl einen Startelf-Einsatz.
Aus deutscher Sicht interessant könnte die Partie Holland gegen Ecuador werden (Di., 20:45). Die Südamerikaner sind einer der drei Gruppengegner in Nordamerika.
Pogacar auf Monumentenjagd
Die Flandern-Rundfahrt ist vielleicht das wichtigste Rennen in der Radsportnation Belgien (oder doch Lüttich-Bastogne-Lüttich). 278,5 Kilometer von Antwerpen bis Oudenagemit giftigen Anstiegen und kniffligen KpfsteinpflasterPassagen warten auf die Fahrer. Die gesamte Klassiker-Elite ist beim 2. Monument des jahres dabei, von San-Remo-Tadej Pogacar über Matthew van der Poel bis Wout van Aert. Oder schlägt die Stunde eines Sprinters, der irgendwie über die Steigungen gekommen ist?
Tag zuvor sind die Frauen am Start, allerdings ist ihre Strecke nur knapp 170 Kilometer lang.
Wer fordert Weltmeister Gukesh
Acht Weltklasse-Schachspieler haben sich fürs Kandidatenturnier auf Zypern qualfiziert. Im sogenannten Kandidatenturnier ermitteln sie bis zum 16. April den Profi, der Wletmeister Gunesh aus Indien fordern darf. Jeder spielt gegen jeden, jeweils einmal mit den weißen Steinen, einmal mit Schwarz. Für den Sieg gibt es einen vollen Punkt, für ein Remis einen halben für jeden. Wer am Ende die meisten Zähler hat, darf gegen Gunesh antreten.
Erstmals seit 35 (!) Jahren (Robert Hübner) ist wieder ein deutscher Schachprofi dabei. Allerdings nicht der recht bekannte Vincent Keymer, sondern Überraschungsmann Matthias Blübaum. Er hat allerdings bestenfalls Außenseitenchancen; sein ELO-Wert (mit diesem wird die Spielstärke gemessen) ist der niedrigste der acht verbliebenen Spieler.
Als Favorit gilt Fabiano Caruano aus den USA, der 2018 schon einmal ein WM-Finale bestritt, damals aber gegen Magnus Carlssen den Kürzeren zog. Apropos Carlsen. Der bleibt bei seinem WM-Boykott und der Veranstaltung aus Protest gegen den Weltverband und dessen Führung fern. Wer nicht will, der hat schon, es tut dem Wert der Veranmstaltung keinerlei Abbruch.
Und sonst?
- Bundesliga: Keine Karfreitagspartie am siebtletzten Spieltag. Nominelles Topspiel ist die Partie VfB Stuttgart – Borussia Dortmund (Sa., 18:30). Die Dortmunder sind schon sicher in der nächsten Champions-League-Saison dabei, der VfB benötigt dafür noch reichlich Punkte.
Im Mittelpunkt steht der Abstiegskampf und die Frage, wer Heidenheim in de 2. Liga begleitet. Schlehct sieht es für den VfL Wolfsburg aus, bei Bayer Leverkusen müssen dringend Punkte her.
- FA-Cup: Das Viertelfinale steht an unter anderem mit dem Top-Schlager Manchester City gegen FC Liverpool (Sa., 13:45). Der FC Arsenal ist beim FC Southampton klarer Favorit (Sa., 21:00) wie Chelsea gegen Vale (Sa., 18:15). Die Partie der beiden abstiegsgefähredeten Premier-League-Clubs West Ham und Leeds United (So., 17:30) beschließt die Runde der besgten Acht.
- Spanien: Atlético Madrid empfängt den Tabellenführer FC Barcelona. Quasi als Generalprobe für die Champions League, wo am folgenden Dienstag ebenfalls im Metropolitano die beiden Teams aufeinandertreffen. Real Madrid spielt auf Mallorca und hofft natürlich auf Schützenhilfe des eigentlich ungeliebten Lokalrivalen.
- Eishockey: Am Dienstag stehen die jeweils 4. Partgien der 1. Play-off-Runde an. Dabei können die Kölner haie (gegen Schwenningen) und Adler Mannheim (Bremerhaven) schon den Einzug ins Halbfinale perfekt machen. RB München ist in Ingolstadt gefordert, die Esbären Berlin empfangen die Straubing Tigers.
- Handball: Zwischenrunde in der Champions League der Männer, wo vier Viertelfinalisten ermittelt werden. Die deutschen Vertreter SC Magdeburg und Füchse Berlin haben die Runde der besten Acht bereits direkt erreicht.
- Basketball: Die Vorrunde der Euroleague geht in die entscheidende Phase. Der FC Bayern hat nicht einmal mehr theretische Chancen auf einen Play-In-Platz. Dennoch könnte die Heimpartie gegen Fenerbahce Istanbuls spannend werden, denn die Türken spielen als Tabellenführer noch um den Heimvorteil in den Play-offs.
von Münchner Löwe | März 24, 2026 | Biathlon, Fußball, Radsport, Wintersport, Wochenrückschau
Pogacars Husarenstück trotz Sturz
Der Monumenten-Klassiker Mailand-San Remo gehörte zu den ganz wenigen wichtigen Radrennen, die Tadej Pogacar noch nicht gewonnen hatte. Auch am Samstag sah es nicht gut aus für den Slowenen, denn nur 30 Kilometer vor dem Ziel kam er zu Sturz. Doch er bestätigte seine Ausnahmeklasse, holte den Rückstand fast spielend auf und bezwang mit zerrissenem Trikot und beschädigtem Rad gemeinsam mit dem Briten Thomas Pidcock den Anstieg um Poggio als Erster. Nach der rasenden Abfahrt hinunter nach San Remo erwies er sich im Schlussspurt als der Stärkere. Wie sehr ihm der Triumph bei der „Primavera“ am Herzen lag, zeigte sein ausgelassener Jubel, andere Siege nimmt er mittlerweile ja fast gleichgültig zur Kenntnis.
Von den ganz großen Rennen, egal ob Rundfahrt oder Eingtagesklassiker, fehlt Pogacar jetzt nur noch Paris-Roubaix in der Siegessammlung. Jenes Monument in der Hölle des Nordens mit den unberechenbaren Kopfsteinpflaster. Wer den wild entschlossenen Slowenen bei seiner Aufholjagd nach dem Sturz und dem unwiderstehlichen Anstieg zum Poggio gesehen hat, zweifelt nicht daran, dass Tadej Pogacar auch dieses Rennen für sich entscheiden wird, vielleicht schon am 13. April.
Englands Armada – ziemlich gebeutet
Gleich mit sechs Teams waren ins Achtelfinale der Fußball-Champions-League gestürmt, nur zwei haben diese Runde überstanden, der FC Liverpool gegen Galatasaray und der FC Arsenal gegen Bayer Leverkusen. Der Rest erlitt Schiffbruch. Vor allem die Auswärtsschwäche in Spanien war eklatant. Ob Manchester City bei Real Madrid (0:3), Tottenham bei Atlético (2:5) oder Newcastle bei Barca (2:7), es hagelte regelrecht Gegentore, was auch die Heimspiele nicht kompensieren konnten. Die Schadenfreude der Konkurrenz kam dann noch hinzu, die schon einen Durchmarsch der Premier League befürchtete angesichts der finanziellen Dominanz.
Sehr souverän löste der FC Bayern die Aufgabe Atalanta Bergamo. Dem 6:1 im HInspiel ließen die Münchner in der heimischen Arena ein 4:1 folgen. In der Form sehe ich den Deutschen Meister als (Mit)Favorit auf den Henkelpott, allerdings wartet jetzt die schwere Aufgabe Real Madrid, wo gerade im Santiago Bernabeu schon so manches Fußball-Wunder (oder überhaupt wunderliches Geschehen?) geschah, wie auch die Bayern leidvoll bestätigen können.
Außerdem habe ich ganz groß den Titelverteidiger auf dem Zettel: Paris St. Germain nahm die Hürde FC Chelsea sehr souverän. In einer Wiederholung des Club-WM-Finals setzten sich die Franzosen mit einem Gesamtscore von 8:2 durch. Offenbar pflegt PSG die Erfolgstaktik von 2025: sich bis zum Frühjahr irgendwie durchschlagen und dann fast unwiderstehlich auftrumpfen.
Kehl muss gehen
Borussia Dortmund wird den Vertrag mit ihrem langjährigen Spieler und jetzigen Sportdirektor nicht verlängern. Nachfolger wird Nils Ole Book, der aus dem völlig unbedeutenden Viertligisten SV Elversberg einen seriösen Aufstiegskandidaten zur Bundesliga formte (nicht allein, versteht sich!). Damit kappte der BVB seinen fast ehernen Grundsatz, nur altgediente Profis in die Teamführung zu integrieren. Frische Luft von außen soll den club-internen Mief und Muff vertreiben. Kehl wurde als Schuldiger einer insgesamt verfehlten Transfer-Politik ausgemacht. So fehlt zurzeit derzeit der Spieler im Kader, den man zu exorbitante Summen verkaufen könnte wie früher Dembélé, Bellingham, Haaland und Aubameyang. Angesichts der vielen Verantwortlichen, die bei den Dortmunder bei Transfers so mitmischen (neben Kehl: Ricken, Sammer, der geschasste Mislintat, vielleicht auch noch Vereins-Chef Watzke), vermag ich nicht zu urteilen, ob gerade Sebastian Kehl der Hauptschuldige ist. Zumal die Saison als ungefährdeter Bundesligazweiter auch nicht als Komplett-Desaster gelten kann.
Und sonst?
- Bundesliga: Für den VfL Wolfsburg wird es im Abstiegskampf enger und enger. Die Niedersachsen verloren zu Hause das direkte Duell gegen Werder Bremen mit 0:1 – nach einer wenig mutmachenden Vorstellung. Der Rückjstand auf den Relegations-Platz 16 (St. Pauli) beträgt schon 3 Punkte und 13 Tore in der Differenz, Rang 15 (1. FC Köln) ist schon fünf Zähler entfernt.
Apropos Köln: Die Rheinländer entschlossen sich vor der Pause wegen Länderspielen zum handelsüblichen Schritt in der Ergebniskrise und feuerten Trainer Lukas Kwasniok. Der trotz Tragens des Kölschen Spielertrikots offebar nie beim sehr eigenen FC angekommen schien. Nachfolger wird zumindest vorläufig der bisherige Assistent René Wagner, bisher noch ohne jede Erfahrung als Chefcoach. Mich würde also nicht wundern, wenn der FC bei einem Feuerwehrmann wie Friedhelm Funkel anfragt …
- 3. Liga: Ein zartes Aufstiegsfünkchen flackerte bei mir als Löwen-Fan, es wurde durch eine Niederlage des TSV 1860 beim MSV in der Nachspielzeit jäh ausgetreten. Während der VfL Osnabrück als klar Erster schon die Aufstiegsfeier planen kann, gibt es dahinter zwischen 5 fast gleichaufen Teams ein wüstes Gerangel um den zweiten direkten Aufstiegsplatz und den Relegationsrang 3.
- Wintersport: Auch beim Saisonfinale am Holmenkollen gab es keinen deutschen Sieg. Philipp Nawrath musste sich im Massenstart nur um 3,7 Sekunden dem Norweger Johan Botn beugen. Erstmals überhaupt blieb die Mannschaft komplett ohne Rang 1 bei einem Rennen. Norweger, Franzosen und Schwede sind bei Männern und Frauen in Quanitität, aber auch Qualität klar enteilt. Daran ändern auch vereizelte Siege einer Lisa Vitozzi (so am Sonntag im Massenstart nichts.
2 prägende Österreicher bestritten am Holmenkollen ihre letzten Rennen. Lisa-Maria Hauser und Simon Eder, mit 43 Jahren eh schon in einem gesegneten Sportleralter. Hausers Rücktritt kam doch etwas überraschend, immerhin konnte sie in diesem Jahr noch einen Verfolger gewinnen. Aber sie sah nach dem eher enttäuschenden Olympia keine echte Motivation mehr.Während bei den Frauen junge Österreicherinnen wie Anna Gandler und Anna Andexer bereitstehen, schaut es bei den Männern für Austria zappenduster aus.
von Münchner Löwe | März 19, 2026 | Fußball
Es ist das unwürdige Ende (zumindest vorläufig) eines insgesamt unwürdigen Fußball-Turniers. Gut 2 Monaten nach dem denkwürdigen Finale des Afrika-Cups meinte der Kontinental-Verband, dass er noch einmal entscheidend eingreifen müsste. Ein Berufungsgericht disqualifizierte den Sieger Senegal und schusterte dem unterlegenen Finalisten den Titel zu.
Zur Erinnerung in aller Kürze: Als in der Nachspielzeit des Finales in Rabat Marokko gegen Senegal der Schiedsrichter einen absurden Elfmeter für die marokkanischen Gastgeber verhängte, verließen die senegalesischen Spieler aus Protest das Feld; zumal derselbe Schiedsrichter Minuten zuvor ein reguläres Tor für sie aus unerfindlichen Gründen annullierte. Erst nach langem Zuredens ihres Kapitäns Sadio Mané kamen sie nach gut 20 Minuten zurück, und die Partie wurde fortgesetzt. Der Marokkaner Brahim verschoss den Strafstoß, und in der folgenden Verlängerung erzielten die Senegalesen den Treffer zum entscheidenden 1:0. So weit, so unschön. Näheres hier (bis zum Ende scrollen).
https://blickueberdenteich.de/das-war-die-woche-die-war-102/
Anstatt die sportlich klar entschiedene Sache auf sich beruhen zu lassen und sich mit dem Vize-Titel zu begnügen, legte der marokkanische Verband Protest ein. In der ersten Instanz wurde dieser in der Hauptsache abgeschmettert, allerdings befand die Disziplinarkommission, dass es Regelverstöße gegeben hat. Unter anderem wurde der senegalesische Trainer als „Rädelsführer“ mit 5 Spielen Sperren bestraft, die Gastgeber ihrerseits müssen eine Geldbuße zahlen unter anderem, weil während der gesamten Partie die Balljungen versucht hatten, das Handtuch des senegalesischen Torhüters zu entwenden, das bei strömendem Regen bitter notwendig war.
Doch noch immer wollte sich der marokkanische Verband nicht zufriedengeben und legte Berufung ein. Und tatsächlich entschied jetzt das Berufungsgericht, dass der Protest zulässig sei. Das Ergebnis wurde aufgehoben, die Partie mit 3:0 für Marokko gewertet, die sich damit Afrika-Meister nennen dürfen. Sogar den entsprechenden Paragraphen fand man: Durch das widerrechtliche Verlassen des Spielfeldes habe Senegal die Partie aufgegeben, die 3:0-Wertung sei also zwingend. Kein Wort dazu, dass das Team wieder zurückgekehrt war, dass (sogar dieser parteiische) Schiedsrichter und auch der Gegner Marokko mit einer Fortsetzung einverstanden waren, dass die Begegnung also ihr reguläres Ende fand. Der Sinn der angeführten Regelung, dass nie und unter keinen Umständen ein Team profitieren soll, wenn es ohne Grund vorzeitig die Partie beendet, wurde hier bis ins Lächerliche ausgedehnt. Natürlich war das Verhalten der senegalesischen Spieler grenzwertig, manche werden sagen komplett falsch: Doch mit der gesamten Vorgeschichte, nämlich dass von vornherein Marokko unter allen Umständen triumphieren sollte, unter Umgehung auch der geringsten Maßstäbe an Fairness und Achtung sportlicher Kontrahenten, mit nicht nur in diesem Marokko-Spiel erkennbar einseitigen „Unparteiischen“, war dieses Verhalten zumindest erklärbar. Spätestens nach der Rückkehr war der Verstoß auch „geheilt“, niemand hatte einen echten Nachteil. Und niemand hat den Elferschützen Brahim Diaz befohlen, einen lächerlichen „Panenka“ zu probieren, anstatt dass er den Ball unerreichbar in eine Toreck gedroschen hätte. So schwach war der Versuch, dass manche ihn sogar des absichtlichen Verschießens wegen beschimpften.
Warum jetzt die schwerst mögliche Entscheidung gefällt wurde (nämlich das Aberkennen des regulär zustandegekommenem Ergebnisses), darüber kann ich natürlich nur spekulieren. Tatsache ist, dass der afrikanische Verbandspräsident ein ganz enger Gefährte von FIFA-Boss Gianni Infantino ist. Dass dem Schweizer ein Triumphator Marokko um vieles lieber gewesen wäre als Senegal, konnte jeder unschwer bei der Siegerehrung sehen. Marokko ist nämlich Co-Gastgeber der WM 2030, und wenn einer weiß, wie man sich bei WM-Gastgebern einschleimt und ihnen in den Hintern kriecht jenseits aller Schamgrenzen, dann ist es der erbärmliche Infantino (remember Trump im Dezember). Außerdem hat Infantino ebenfalls schon öfter gezeigt, dass ihm der Sport und auch der Fußballsport völlig gleichgültig sind, Hauptsache der Dollar rollt. Dass ein sportlicher höchst traditioneller Wettbewerb wie der Afrika-Cup katastrophal entwertet wird (allein durch die Tatsache, dass erst nach 2 Gerichtsinstanzen der Sieger feststeht), ist diesem Mann völlig egal .
Und es ist noch nicht vorbei: Der völlig zurecht wutschnaubende Senegal wird Berufung gegen dieses skandalöse Urteil bei CAS einlegen. Ob allerdings der nicht minder skandalumwitterte Sportsgerichtshof diesem stattgeben wird, das bezweifle ich. Zu Fifa-hörig haben sich die Herrschaften bisher erwiesen. Sie folgen auch gerne dem Geld, wie die immer noch geradezu unfassbaren Fast-Freisprüche der dopenden Tennis-Stars Iga Swiatek und Jannik Sinner zeigten, während man die sog. kleinen Fische drakonisch bestraft (kein Fall ist wie der andere, ich weiß).
Letztlich ist es fast egal, wie es ausgeht: Katastrophaler Verlierer ist vor allem der afrikanische Fußball. Mögen die Marokkaner zu Hause mit Hupkonzerten jubeln, mögen die marokkanischen Spieler Jubel-Posts veteilen. Jeder weiß, dass sie sportlich verloren haben. Jeder weiß nun auch, dass sie erbärmlich-abscheuliche Verlierer sind, nicht nur bei mir werden sie jeglichen Respekt verloren haben. Europäer schauen eh mit einer Mischung aus Verachtung und Belustigung und Respektlosigkeit auf dieses afrikanische Fußballfest. Wer wird nach dieser absoluten Farce schon noch gerne (und vor allem erfolgreich) Argumente suchen, dass dies tatsächlich ein wichtiger Wettstreit ist, der sportlich fair auf dem Spielfeld entschieden wird.
von Münchner Löwe | März 9, 2026 | Biathlon, Formel 1, Fußball, ski alpin, Wochenrückschau
Trainer-Rauswurf in Wolfsburg, Aicher-Blackout im Fassa-Tal, Mercedes-Triumph in Australien.
Den Wölfen bleibt nur Heulen und Zähneklappern
Der fast unaufhaltsame Abstieg des VfL Wolfsburg geht weiter. Nach dem eher erbärmlichen 1:2 gegen den Hambuger SV zogen die VW-Verantwortlichen (naja in Wirklichkeit sinds hoffentlich doch noch die Club-Oberen) erneut die Notbremse und feuerten Trainer Daniel Bauer. Außerdem schic kten sie den komplett überforderten Peter Christensen in die Wüste – ein Schritt, den Wohlmeinende mit dem Club (die gibts tatsächlich) schon viel früher getan hätten. Wenn nämlich jemand den durch und durch missratenen Kader (trotz der VW-Fantastilliarden) zu verantworten hat, dann der Sportdirektor.
Jetzt soll ein guter Bekannter helfen: Dieter Hecking, der erklärte Feuerwehrmann der Liga. Den VfL führte er 2015 zum Pokalsieg, ich war damals live vor Ort im Berliner Olympiastadion und später bei der Pk, als er stolz die „King“-Kappe aufsetzte, die seine Kinder für ihn gebastelt/gekauft hatten. Die Kinder sind jetzt junge Erwachsene, und die Situation beim VfL nicht mehr annähernd fröhlich-heiter, sondern vielleicht so bedrohlich wie noch nie in mittlerweile 29 Jahren Bundesliga-Zeit. Ich gönne ja niemanden den Abstieg (als leidgeprüfter Löwen-Fan weiß ich, wie weh dann noch Häme tut), aber wenn der VfL nicht mehr in der Bundesliga wäre, ihr würde wenig bis nix fehlen.
4 Punkte Rückstand sind es jetzt schon auf den Relegationsplatz 16, das Unterfangen wird extrem knackig.
Aicher top – Aicher nachlässig
3 Speedrennen waren fürs Wochenende im Val d Fassa angesetzt. Für Emma Aicher begann es fast perfekt, als sie sie in der 1. Abfahrt Zweite wurde, nur um eine Hundertstelsekunde geschlagen von der Italienerin Laura Pirovano, die ihren ersten Weltcupsieg überhaupt landete.
Doch Aichers Aufhol- und Punktejagd wurde jäh aufgehalten, vielmehr stoppte sie selbst. Nämlich durch einen eklatanten Fehler in der 2 Abfahrt, durch den sie nur Rang 12 belegte. Noch ärger erging es ihr im Super-G am Sonntag. Ein Tor offenbar hatte sie (mal wieder) offenbar völlig falsch besichtigt, und die 22-Jährige schied aus. Ein typischer Aicher-Fehler. So nonchalant-lässig und trotzdem schnell sie die Pisten herunterfährt, als würde sie einen besseren Trainingslauf absolvieren, so täppisch wirken ihre Torfehler. In drei Super-Gs ereilte sie in diesem Jahr dieses Schicksal; Dreimal dachte ich: Das kann doch gar nicht wahr sein, hier rauszufliegen.
Die durchaus vorhandenen Chancen auf den Gesamtweltcup haben sich damit so gut wie zerschlagen. Niemand wird darob glücklicher sein als Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin war schon sichtlich nervös geworden, traute sich mit zittrigen Knien auf die Super-G-Strecke und belegte Rang 23 (wir reden von der mit Abstand besten Skifahrerin der Welt). Wenn nicht alles verrückt spielt (und sie nächste Woche in einem Slalom rausfliegt), bleibt ihr diese Mutprobe beim Weltcup-Finale in zwei Wochen erspart.
Noch ein Wort zu Pirovano. Sie gewann auch die 2. Abfahrt am Samstag, wieder mit nur einem Hunderstel Vrorsprung – diesmal auf die Österreicherin Conni Hütter. 2 Siege auf derselben Abfahrt an 2 nachfolgenden Tagen mit jeweils nur einem Hundertstel Vorsprung: Ich wüsste nicht, dass es so etwas schon mal gegeben hat. Die italienischen Festspiele im Val di Fassa rundete dann Elena Curtoni mit ihrem Sieg beim Super-G ab.
Bei den Männern beschloss das Schicksal, Atle McGrath für den verpasssten Olympiasieg zu entschädigen. Der Norweger, noch einsam im Wald irgendwo bei Bormio nach dem Aus im 2. Duchgang, gewann den Slalom von Kranjska Gora. Zu sagen, es sei ein Hundertstelkrimi gewesen, wäre die Untertreibung des Jahres. McGrath siegte also mit einem Hundertstel vor Landsmann Henrik Kristoffersen. Sein Vorsprung auf den Dritten Lucas Braathen betrug 4/100 Sekunden. Es folgten der Vierte Michael Mat (0.06) und der Münchner Skilöwe Linus Straßer, der als Fünfter gerade mal 9/100 Sekunden Rückstand hatte. Nicht einmal ein Zehntel fehlte also zum Sieg, und deswegen war Straßer auch trotz des verpassten Podestplatzes zufrieden. McGrath aber führt jetzt relativ klar im Slalom-Weltcup; der wäre mehr als ein Ersatz für den verpassten Olympiasieg.
Mercedesse bestätigen Favoritenrolle
Es herrschte viel Spannung vor dem ersten Formel-1-Lauf in Melbourne. Würde das neue Reglement auch im Rennen klappen? Können die Fahrer überholen? Können sie vielleicht zu leicht überholen? Halten die Boliden? Funktioniert das Energie-Management?
Nach dem ersten Rennen ist es für ein abschließendes Urteil natürlich noch viel zu früh, aber ich denke, er gibt Grund zum vorsichtigen Optimismus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gerade die ersten Runden, als sich George Russel im Mercedes und Charles Leclerc (Ferrari) mehrmals einander überholten, waren sehr unterhaltsam und eine gute Show. Nachdenklich stimmt allerdings die derzeitige Überlegenheit von Mercedes. Am Ende hatte der Brite Russell die Nase klar vorn vor seinem Teamgefährten Kimi Antonelli, den auch ein total verpatzter Start nicht aus der Bahn warf.
Zweite Kraft scheint tatsächlich Ferrari zu sein. Inwieweit außerdem der Ausnahmefahrer Max Verstappen eine ermeinltiche oder tatsächliche Unterlegenheit seines Red Bulls kompensieren kann, ist eine der vielen Unwägbarkeiten. Nachdem er sein Auto im Qualifying nach einem Defekt an die Wand geworfen hat (im Wortsinn), startete er im Rennen von ganz hinten eine Aufholjagd. Doch diese endete schon auf Rang 6, konnte oder wollte Verstappen nicht mehr, lautete eine der großen Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt.
Ein mehr als solides Debüt feierte Audi. Gabriel Bortolotto ergatterte gleich im ersten Rennen als Neunter Punkte für die Ingolstädter. Die Basis von Sauber, dessen Rennstall Audi übernommen hat, scheint gut genug (fast hätte ich geschrieben: sauber genug, aber wer braucht schon Wortwitze?) für weitere Punktefahrten, dann auch für Nico Hülkenberg.
Der 2. Lauf findet schon am kommenden Sonntag in China statt.
Und sonst?
- Aufruhr in Köln. Nämlich durch den Stadionsprecher Michael Trippel, der mehrmals unangenehm auffiel, als er vermeintliche Fehlentscheidungen abfällig kommentierte gegen den heimischen FC und für Borussia Dortmund (Pfui! Widerlich!“). Ein absolutes NoGo! Extrem parteiische Stadionsprecher, die sich eher als Heim-Einpeitscher denn als seriöse Informierer verstehen, sind ohnehin zunehmend eine Plage, aber Trippel hat den Bogen eindeutig überspannt. Das fanden auch die zumindest nach außen hin peinlich-berührten Kölner Vereins-Oberen. Niemand verlangt absolute Neutraltät, aber den ohnehin sehr geforderten Schiri derart in den Senkel zu stellen nach zwar umstrittenen, aber keineswegs komplett falschen Entscheidungen, das geht überhaupt nicht.
- Biathlon: Was war das denn? Sonne in Kontiolahti? Schöner, weiß-glitzernder Schnee und auch noch Zuschauem? Wo war die uns vertraute finnische Trostlosigkeit, wenn der Biathlon-Weltcup im Dezember im grauen, nassen Nebel auf einer notdürftig präparierten Kunstschee-Loipe vor einem Zuschauer-Nirwana die Rennen absolvierte?
Inspiriert von diesen herrlichen Bedingungen waren jedenfalls die Sportler, die sich beim ersten Treff nach Olympia engagiert ins Zeug legten. Mit Ergebnissen, die einem irgendwie bekannt vorkamen, denn vorne waren wie gehabt hauptsächlich ausschließllich Franzosen, Norweger und Schweden, „Innen“ inkludiert, so viel Frauentag muss sein.
Um genau zu sein: Bei den Männern siegten Eric Perrot (Frankreich/Einzel), die norwegische Staffel und Sture Lagreid (Norwegen/Massenstart/), bei den Frauen die schwedische Staffel, Julia Simon (Frankreich/Massenstart) und Elvira Öberg (Schweden/Einzel). Wenn ichs richtig sehe, sprengte nur die slowakische Dritte Paulina Fialkova im Einzel die Podest-Bastion der drei großen Nationen, und diese wird nach der Saison die Karriere beenden …
- Hoffen mit Sechzig: Aufstieg? Ernsthafte Chancen?? Noch im März??? Nach dieser Saison???? Das Schicksal treibt ein böses Spiel mit mir, lässt mich Löwen-Fan vom Aufstieg träumen (so sweet dreams). Nach 5 Siegen in Folge nur noch 3 Punkte Rückstand auf Rang 3 und die Relegation. Schön ist es nicht, wie die Löwen spielen, aber erfolgreich. Nächsten Samstag folgt ein Heimspiel gegen Wehen-Wiesbaden, ich schreib nix dazu, Angst vorm Jinx … (und dem erfahrungsgemäßen Rückschlag).
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