von Münchner Löwe | Apr. 30, 2025 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Zwei weitere Play-off-Serien sind mit dem Weiterkommen des Favoriten beendet, aber die Detroit Pistons erhielten sich mit einem Erfolg in New York die Chance.
EASTERN CONFERENCE
(2) BOSTON CELTICS – Orlando Magic 120:89 (Endstand: 4:1)
Bei diesem klaren Endergebnis kaum zu glauben, aber zur Pause führten die Magic mit 49:47 und durften sich Hoffnungen machen, die Serie noch mal nach Florida zu bringen. Gegen vogelwilde Celtics (insgesamt 11 Ballverluste und 0/6 Dreier) vergaben sie sogar eine noch höhere Führung, weil auch sie von der Dreierlinie unterirdisch trafen (4/18). Franz Wagner überzeugte mit 17 Punkten (das Dreierwerfen ließ er schlauerweise bleiben).
Doch der Celtics-trainer scheint in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben, denn nach dem Wechsel gab es nichts mehr zu erben für die Gäste. Jetzt fielen die Dreier in die Reuse der Magic, wie man es von den Celtics gewohnt ist; 13 von 18 iost sogar für Bostoner TD-Garden-Verhältnisse außergewöhnlich gut. Orlando fand kein Mittel und lag schon nach dem 3. Viertel aussischtslos zurück.
Bester Mann
Einmal mehr Jayson Tatum: Er allein hielt die Celtics in der 1. Halbzeit im Spiel. Am Ende verbuchte er 35 Punkte, 8 Rebounds und 10 Assists.
Stark in der Niederlage
Auch wenn es im 2. Durchgang nicht mehr so gut klappte, auch weil er in Foulnöte geriet: Franz Wagner stemmte sichmit 25 Punkten, je 4 Assists und Rebounds sowie sehr guten Verteidiungsaktionen lange gegen die Niederlage.
Ausblick des Siegers
Die Celtics treffen in der 2. Runde auf die New York Knicks oder Detroit Pistons und sind auf jeden Fall Favorit. Zumindest wenn sie den SAchwung der 2. halbzeit der 4. Magic-Partie mitnehmen. Denn davor war doch einiges sehr rostig beim Titelverteidiger.
Und die Verlierer?
Orlando Magic kann auf ein besseres Jahr hoffen. Voraussetzung, Jalen Suggs und Moe Wagner finden nach ihren schweren Vereltzungen zu alter Form zurück. Vor allem müssen sie sich aber nach einem wirklich guten Distanzschützen umschauen (vielleicht lent es ja der Franz Wagner auch noch). Der könnte das Duo Wagner/Banchero entlasten. Ob sie dann vom Titel träumen dürfen, wie SZ-Reporter Jürgen Schmieder schreibt, sei dann mal dahingestellt.
(3) New York Knicks – (6) Detroit Pistons 103:106 (3:2)
Angesichts der bisher so engen Partien kommt der 2. Sieg der Pistons im Madison Square Garden gar nicht so überraschend daher. Wieder war es eine extrem enge, von durchgehend harter Defensive geprägte Partie, in der sich keine Mannschaft wirklich absetzen konnte. 18-mal wechselte die Führung, und wieder entschied erst der letzte Angriff die Partie, als die Knicks allerdings ziemlich konfus scheiterten.
Bester Mann
Die Pistons zeigten Team-Basketball, aber kein Akteur überragte. Cade Cunningham war zwar mit 28 Punkten, 8 Assists und Rebounds am erfolgreichsten, doch seine Trefferquote aus dem Feld 6/17 war ausbaufähig. Wenigstens war er von der Freiwurflinie treffsicher (11/12) im Gegensatz zum Team, das insgesamt eine Quote von nur 72 Prozent (26/36) bei der vermeintlich einfachsten Übung des Basketballs schaffte.
Stark in der Niederlage
Alle Starter der Knicks punkteten zweistellig. Das Problem: Von der Bank kommt praktisch keine Unterstützung.
🇩🇪 👓
Dennis Schröder hatte vor allem in der 1. Halbzeit einen wichtigen Part, als er in 13 Minuten immerhin 9 Punkte und 2 Assists beisteuerte.
Ausblick
Jetzt geht es wieder nach Detroit, wo in der Nacht zu Freitag Spiel 6 stattfindet. Die Pistons wollen in MotorCity den ersten Play-off-Heimsieg seit 2008 klarmachen. 9 Partien haben sie seitdem in eigener Halle verloren.
(4) INDIANA PACERS – (5) Milwuakee Bucks 119:118 OT (Endstand: 4:1)
Es sind wohl diese Spiele, die Trainer an den Rand des Wahnsinns treiben und die Fans am Sinn ihres Fanlebens zweifeln lassen. Hauptdarsteller und ein tatsächlich tragischer Held: Gary Trent von den Milwaukee Bucks. Der Guard, de nur wegen der schweren Verletzung von Damian Lillard in die Starting Five gerückt war, lieferte die Partie seines Lebens ab. Gerade in der Overtime war er überhaupt nicht mehr zu stoppen und versenkte und versenkte 4 von 5 Dreier.
Das führte dazu, dass die Bucks 118:117 führten, bei noch 17 Sekunden zu spielen und eigenem Ballbesitz. Was konnte da passieren?. Es passierte: ein einfacher Pass auf Trent, klar, dem besten Spieler der Verlängerung. Und der ließ den Ball wie ein Anfänger, der zudem noch Angst vorm Ball hat, durch die Hände ins Aus rutschen. Also doch noch mal die Chance fü+r die Pacers, und Tyrese Haliburton ließ sich gegen reichlich konsternierte Bucks nicht bitten und vollendete per Korbleger. Sieg Indiana, 2. Runde erreicht, Kräfte gespart. Zurück blieb das fassungslose Bucks-Team, das den scheinbar sicheren Sieg im wahrsten Sinn des Wortes weggeworfen hatte.
Bester Mann
Tyrese Haliburton schaffte nicht nur den Game Winning Basket. Er sorgte auch kurz vor Ende der regulären Spielzeit mit seinem Dunk für den Ausgleich und die Verlängerung. Am Ende hatte er 26 Punkte, 9 Assists, 5 Rebounds und je 3 Blocks und Steals – bei nur einem Ballverlust. Erst mal vergessen ist seine eher durchschnittliche Saison, und wenn er jetzt noch den Dreier trifft …(2/10).
Stark in der Niederlage
Trotz allem natürlich Gary Trent, der sehr starke 33 Punkte auflegte, dazu gleich fünfmal den Ball stibitzte. Daneben wie immer bei den Bucks Giannis Antetokuonpo, der vor allem in der 2. Halbzeit aufdreht und dort 20 seiner 30 Punkte erzielte. Außedem 20 Rebounds und 13 Assists, das ist Allstar-würdig.
Ausblick des Siegers
Die Pacers treffen jetzt auf die Cleveland Cavaliers, die ih+n ihrer ersten Runde die Miami Heat demontierten. Eine schwierige, ja fast unlösbare Aufgabe.
Und die Verlierer?
Auf die Bucks kommen schwere Zeiten vor. Damian Lillard wird wegen seines Achillessehnenerisses villeicht bis Ende des Jahres fehlen, belastet aber das Gehaltskonto extrem. Das Team wirkt alt. Die große Frage: Was macht Giannis, der bestimmt nicht auf Dauer in einem mittelmäßigen und überalterten Team spielen will in den zwei, drei wirklich guten Jahren, die er noch hat. Eine Option der Bucks: Für den Griechen das Maximale herausholen und einen Neuanfang wagen.
WESTERN CONFERENCE
Denver Nuggets – Los Angeles Clippers 131:115 (3:2)
Groß waren meine Erwartungen nach den bisherigen Thrillern der beiden Teams. Doch wie es so ist: Das Ganze wurde zu eine klaren Angelegenheit der Nuggets in eigener Halle. Bereits nach dem 1. Viertel deuteten alle Weichen auf Sieg, weil diesmal die Clippers in der Höhe von Denver überhaupt nicht zurechtkamen.
Konnte das Team aus LA die Partie bis zur Halbzeit wenigstens einigermaßen unentschieden gestalten, brachen sie danach zusammen und die Nuggets zogen auf und davon.
Bester Mann
Lest und staunt! NICHT Nikola Jokic, wie sonst immer bei den Nuggets, sondern Jamal Murray. Ein Spezialist für 5. Spiele in Play-offs, wie ich im Vorfeld vernahm. Und als wollte der Kanadier nach seiner höchst mediokren Saison diesen Ruf bestätigen, legte er grandiose 43 Punkte auf, dazu 7 Assists, 5 Rebounds und 3 Steals. Das war der Murray 2023, als er mit Jokic den Nuggets zu ihrem bisher einzigen Titel verhalf. Jokic selbst begnügte sich mit 13 Punkten, schnappte sich 10 Rebounds und gab 12 Assists. Für ihn unterdurchschnittliche Werte …
Stark in der Niederlage
Ivica Zubac: Machte in der Verteidigung seine Sache gegen Jokic hervorragend und schaffte zudem 27 Punkte. Allerdings für ihn nur 5 Rebounds.
Ausblick
Jetzt geht es wieder nach LA, in die neue Clippers-Halle. Dort werden die Karten wieder neu aufgelegt. Sollte aber Jamal Murray dem suprigen Spiel 5 ein ähnlich starkes Spiel 6 folgen lassen, wird es sehr schwer für LA.
von Münchner Löwe | Apr. 29, 2025 | Wochenvorschau
Kampf um den Fußball-Thron
Der ewige Champions-League-Sieger Real Madrid ist vorm Halbfinale genauso schon ausgeschieden wie die Mitfavoriten Manchester City und Bayern München. Die beiden Partien Arsenal vs PSG und Inter vs Barca versprechen tollen Fußball und viel Spannung. Und hoffentlich nicht so ein unwürdiges Verlieren wie das von Real bei Copa-Finale.
Arsenal und PSG haben die Königsklasse (oder ihren Vorgänger Landesmeiserpokal noch nie gewonnen. Beide Teams begeisterten mit tollen Angriffsfußball gerade in den K.-o.-Spielen. Egal wer sich durchsetzt, dem Sieger gönne ich dann auch den Endspiel-Triumph.
Und das, obwohl mich auch Barca (Sieger zuletzt 2015) und Inter (2010) fasziniert und begeistert haben. Gerade das junge Barca-Team vom deutschen Ex-Bundestrainer Hansi Flick spielt grandiosen Angriffsfußball, der Dreiersturm Yamal-Raphinha-Lewandowski lässt das Herz lachen. Aber dem FC Barcelona bin ich noch wegen der irrsinnigen Finanzpolitik böse und hoffe deswegen, dass er nicht belohnt wird. Meine ganz spezielle Fußball-Logik.
Inter ist wahrscheinlich das abgebrühteste Team der verbleibenden 4 Clubs, sicher das mit der besten Verteidigung. Doch auch deren Doppelspitze Lautaro Martinez/Marcos Thuram genügt höchsten Ansprüchen. Und Ecken können sie auch, wie die Bayern bestätigen werden.
Champions League, Halbfinale
Di., 21:00: FC Arsenal – PSG 0:1(Rückspiel 07/05)
Mi., 21:00: Barca – Inter (Rückspiel 06/05)
Auch in der Europa und Conference League werden die Halfinali gespielt. In der Europa League könnte es sogar ein rein englisches Finale geben. Tottenham Hotspur (vs Bodo Glimt) und Manchester United (Athletic Bilbao) könnten mit einem EL-triumph und der damit verbundenen AQualifikation für die nächste Champions League ihre Katastrophensaison in der Premier League kaschieren. Athletik Bilbao seinerseits kämpft um ein Heimfinale, denn das Endspiel findet in der baskischen Metropole statt.
Bodo Glimt ist das Sensationsteam überhaupt dieser internationalen Saison. Doch Anfang Mai dürfte es sogar in Nord-Norwegen schon einigermaßen erträgliche Temperaturen geben, sodass der größte Vorteil wegfällt.
Fun Fact: Es könnte im Mai drei englisch-spanische Endspiele geben.
Europa League, Halbfinale
Do., 21:00: Athletic Billbao- Manchester United (Rückspiel: 08/05)
Do., 21:00: Tottenham – Bodo Glimt
Conference League, Halbfinale
Do., 21:00: Betis Sevilla – AC Florenz
Do., 21:00: Djurgarden IF – FC Chelsea
Bayern vorm Meisterstück
Die Münchner können am Samstag in der Partie bei RB Leipzig den Titel fixieren. Es wäre die 33. deutsche Meisterschaft und die 12. in den vergangenen 13 Jahren. Eine ausgeglichene Liga schaut irgendwie anders aus. 8 Punkte Vorsprung auf den Zweiten Bayer Leverkusen und gleich 20 auf den Dritten Eintracht Frankfurt belegen diese Überlegenheit, an der sich auch nichts ändern dürfte angesichts der so viel größeren finanziellen Möglichkeiten. Die Sinnfrage, das überhaupt noch verfolgen zu wollen/müssen, darf sich jeder selbst stellen.
Spannung dagegen gibt es im Kampf um die internationalen Plätze. Die Eintracht dürfte sicher in die Champions League kommen, doch um den letzten Platz in der Königsklasse gibt es noch ein wüstes Gerangel. Rang 4 hält zurzeit der SC Freiburg, doch die Breisgauer haben ein schwieriges Restprogramm und zudem ein negatives Torverhältnis (eine absurde Leistung für sich angesichts des Tabellenstandes). So könnte es tatsächlich noch Borussia Dortmund schaffen, was die insgesamt missratene Saison retten würde.
Im Abstiegskampf dürfte im Kampf um die Relegation eine Vorentscheidung fallen, wenn am Freitag der 16. Heidenheim den Letzten Bochum empfängt. Ein Restbangen bleibt bei Hoffenheim, St. Pauli, doch normalerwweise sind diese beiden Clubs gerettet.
Wer wird Sandmann/frau von Madrid
Das Masters von Madrid geht in die entscheidende Phase. Doch schon vor den Viertelfinali der Männer hat sich das Favoritenfeld gelichtet. Carlos Alcáraz hat die Teilnahme abgesagt, Alexander Zverev und Novak Djokovic sind früh gescheitert. Nominell der Beste ist mittlerweile der Brite Jack Draper, bisher nicht als Sandspezialist aufgefallen. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass der Sieger der heutigen Partie Lorenzo usetti vs Alex de Minaur sehr gute Chancen hat. Oder doch der bis dato in diesem Jahr so erratische Daniil Medwedew?
Bei den Frauen sind dagegen die beiden Top-Gesetzten Aryna Sabalenka und Iga Swiatek noch dabei. Gerade Sabalenka wirkt extrem stark und in sich ruhend; sie wird sich wahrscheinlich nur selber schlagen können.
Snooker-Theater im Crucible
Die WM in Sheffield im hiesigen Theater ist mittlerweile im Viertelfinale angelangt. Dort gibt es unter anderem den Klassiker John Higgins gegen Mark Williams, die schon vor gut 20 Jahre eine Hauptrolle spielten. Auch noch dabei ist Ronny O´Sullivan, mit 8 Titeln der Rekordweltmeister. Traditionsgemäß endet das Turnier am ersten Montag im Mai.
Und sonst?
- 2. Bundesliga: Das Schneckenrennen um den Aufstieg biegt in die Zielgerade ein. Trotz extrem durchwachsener Leistungen scheinen der 1. FC Köln und HSV unaufhaltsam in Richtung Oberhaus zu streben, weil die Verfolger ihrerseits die Schwächen nicht zu nutzen vermögen. Der FC hat mit dem Letzten Jahn Regensburg vermeintlich eine leichte Aufgabe, schwerer wird es schon für die Hamburger bei Darmstadt 98. Dahinter lauert der 1. FC Magdeburg (vs Preußen Münster) auf einen Ausrutscher, um vielleicht doch noch direkt aufzusteigen. Ein punktgleiches Quartet zwischen Rang 4 und 7 hofft wiederum auf Fehler der Magdeburger.
- Internationaler Fußball: In England ist praktisch alles entschieden: Der FC Liverpool ist bereits Meister, absteigen werden der FC Southampton, Leicester City und Ipswich Town.
In der Serie A hat die SSC Neapel beste Titelchancen bei 3 Punkten Vorsprung auf Inter. Die Auswärtshürde beim abstiegsgefährdeten Lecce ist allerdings nicht zu unterschätzen.
In Spanien wiederum hat sich der Pulverdampf nach dem wüsten Ende des Cupfinales zwischen Barca und Real etwas verzogen. So wurde der total ausgerastete Antonio Rüdiger mit 6 Spielen Sperre bestraft. Die Pause nutzt der Nationalspieler für eine dringend notwendige Operation am Knie. Der FC Barcelona könnte mit einem Sieg in Valladolid einen weiteren großen Schritt Richtung Titel machen.
- Handball: Viertelfinal-Rückspiele in der Champions League der Männer: Die Füchse Berlin verteidigen heute (18:45) in Aalborg einen 8-Tore-Vorsprung. Ungleich schwerer wird es tags darauf (18:45) für den SC Magdeburg in Vezprem, denn im Hinspiel kam der Meister nicht über ein 26:26 hinaus.
- Basketball: Im Euroleague-Viertelfinale (ohne deutsche Beteiligung) gibt es diese Woche die Spiele 3 bis (wenn nötig) 5. Fenerbahce ist bereits qualifiziert.
- Formel 1: Die Königsklasse mach nach einer Woche Pause in Miami Station. An der Überlegenheit der McLarens dürfte sich erst mal nicht viel geändert haben. Der dreifache Saisonsieger Oscar Piastri und Lando Norris sind weiter das Maß aller Dinge.
- US Sport: Die ersten Play-off-runden in NBA und NHL gehen in die entscheidende Phase. In der NBA sind die eventuell notwendigen 7. Spiele für Samstag und Sonntag terminiert. In der NHL wird 2 Tage länger brauchen.
- Leichtathletik: Die Diamond League macht am Samstag in Schanghai Station. Sciher einige spannende Wettbewerbe, aber in Deutschland nur hinter einer zusätzlichen Bezahlschranke bei sprtdeutschland.tv zu verfolgen Oder auch das Thema: Wie schaffe ich es, eine olympische Kernsportart zu zerstören? Für findige Sucher findet sich aber irgendwo ein kostenfreier Stream, notfalls per VPN (England?).
von Münchner Löwe | Apr. 29, 2025 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Mein (extrem windiger, aber wunderbarer) Lanzarote-Urlaub ist vorbei. Höchste Zeit, dass ich mich hier wieder melde. Wie es sich für mich gehört, schaue ich erst mal zu den Play-offs der NBA.
Jeweils 4 Spiele sind in den Serien absolviert. Zwei sind bereits entschieden (Cleveland vs Miami und OKC vs Memphis), Fünfmal steht es 3:1, wobei die Timberwolves (vs die LA Lakers) und die GS Warriors (Houton) als schlechter gesetzte Teams führen. Am spannendsten geht es zwischen den Denver Nuggets und den LA Clippers zu. Nicht nur, dass beide Teams je zweimal gewonnen haben, die Begegnungen waren auch extrem eng.
Anmerkung: Die jeweils ersten 3 Partien habe ich nur in Zusammenfassungen gesehen.
Die Serien im Einzelnen
EASTERN CONFERENCE
(1) CLEVELAND CAVALIERS – (8) Miami Heat (Endstand: 4:0)
Ich hatte a ganz leichte Zweifel, wie es um die Cavs bestellt ist in der Post Season. Diese Zweifel haben sie mit einem beeindruckenden sweep gegen die Miami Heat weggefegt. Das 138:83 in Spiel 4 war dann der Statement Sieg, den die Konkurrenz vor allem aus Boston registriert haben dürfte. Allenfalls in Spiel 2 hatten die Cavaliers ganz leichte Probleme, aber am Einzug ins Viertelfinale gab es nie einen vernünftigen Zweifel.
Miami seinerzeit konnte nie ihre „Heat Culture“ zeigen, also die besondere Stärke in den Play-offs, auch weil die Anführer Tyler Herro und Bam Adebayo unter den Erwartungen blieben.
Bester Mann
Jemanden bei den Cavs herauszuheben, wäre angesichts der Ausgeglichenheit und Tiefe des Teams unfair. Aber Donovan Mitchell würde ich als Coach in jeder heiklen Situation gerne den Ball in die Hand geben.
(2) Boston Celtics – (7) Orlando Magic (Stand: 3:1)
Die klaren Favoriten aus Boston führen zwar, aber bisher finde ich das nicht wirklich überzeugend, was sie da zeigen. Fernvergleiche gerade im Basketball sind zwar widersinnig, aber Celveland fand ich sehr viel stärker.. Für die Serie gegen die Orlando Magic dürfte es reichen (wahrscheinlich schon mit einem Heimsieg heute Nacht im TD Garden), aber eine klare Steigerung muss her.
Die Magic gefallen zwar wie gehabt mit einer starken Defense, aber offensiv ist das manchmal schwer anzuschauen. Wenig Team-Basketball, oft nur Einzelleistungen und die bekannte Schwäche von der Dreierlinie; das Fehlen von Jalen Suggs und auch Moe Wagner wirkt sich extrem aus.
Bester Mann
Jayson Tatum ist der klare Führungsspieler der Celtics. Ohne ihn in Spiel 2 hat der Titelverteidiger extrem gewankt und sich nur dank der Routine gerettet. Erstaunlich für mich, dass auch die Celtics von der Dreierlinie für ihre Verhältnisse schwächeln.
🇩🇪 👓
Franz Wagner spielt ordentliche bis sehr gute Play-offs. In Spiel 3 war er mit 32 Punkten Matchwinner. Doch leider klappt das Zusammenspiel mit Co-Star Paulo Banchero weiter nicht optimal. Hier wird man sich für die nächsten Jahre etwas einfallen lassen müssen
Ausblick
Alles andere als ein Weiterkommen der Celtics wäre eine Sensation: Aber sie werden sich danach gehörig steigern müssen für ihr Un ternehmen Titelverteidigung.
(3) New York Knicks – (6) Detroit Pistons (3:1)
Mit ein bisschen mehr Glück in der Schlussphase in ihren beiden Heimpartien könnten auch die Pistons mit 3:1 Spielen führen. Ein Mix aus fehlender Erfahrung und Zauberwürfen der Knicks (Brunson, Towns) und eine zumindest strittige Schiri-Entscheidung verhinderten zumindest einen Heimerfolg in Detroit.
So kann New York ebenfalls heute Nacht im Garden die Serie beenden, die zum Teil besten Eastern-Conference-Playoff-Basketball zeigt mit harter Defense.
Bester Spieler
It´s Play-off-time und damit auch Zeit für Jalen Brunson. Der knüpft fast nahtlos an die tollen Partien des vergangenen Jahres an. 33 Punkte hat er im Schnitt aufgelegt.
Bei den Pistons, wo fast alle Spieler Play-off-Neulinge sind, gefällt Cade Cunningham am meisten. Allerdings leistet er sich schlicht zu viele Ballverluste (6/Spiel). In so engen Partien kann das ausschlaggebend sein.
🇩🇪 👓
Dennis Schröder gehört zu den erfahrensten Pistons. Er kann sehr gut auf den Ball aufpassen. Allerdings blieb er gerade in Spiel 4 arg zurückhaltend, verweigerte einige Würfe aus aussichtsreicher Position.
Ausblick
3 Matchbälle für die Knicks, da sollte sich einer ausgehen. Abschreiben würde ich die Pistons allerdings keineswegs. Ihnen gehört auf jeden Fall die Zukunft.
(4) Indiana Pacers – (5) Milwaukee Bucks
Auf dem Papier war das die offenste Serie im Osten. Doch jetzt spricht alles für die Pacers nach dem klaren Auswärtssieg in Milwaukee in Spiel 4. Zumal die Bucks jetzt auf Damian Lillard verzichten müssen, der sich früh in Spiel 4 die Achillessehne riss – vielleicht sogar sein Karriere-Ende. Somit fehlt der Co-Star von Giannis Antetukuonpo, der ihn mit seinen Dreiern und Zug zum Korb entlastet.
Bester Mann
Tyrese Haliburton hat mir ausnehmend gut gefallen in dem sehr ausgeglichenen Pacers-Team (gleich 6 Spieler punkten zweistellig im Schnitt). 12,5 Assist stehen nur 2,5 Ballverlusten gegenüber, ein herausragender Wert. In der Verteidigung auffallend: Miles Turner mit 2,8 Bocks/Spiel.
Giannis allein auf weiter Flur mit Monsterstats (33,8 Punkten, 14 Rebounds). Leider zu wenig.
Ausblick
Die Pacers werden es klar richten. Wichtig für sie wäre es allerdings, alles schon in Spiel 5 klarzumachen, umd Kräfte zu sparen für das Unterfangenen Cleveland.
WESTERN CONFERENCE
(1) OKLAHOMA CITY THUNDER – (8) Memphis Grizzlies (Endstand: 4:0)
Letztlich eine klare Sache für die Thunder, dem klar besten Team der Hauptrunde. Nur in Spiel 3 bei den Grizzlies leisteten sie sich eine sehr schwache erst3 Hälfte, lagen mit 26 Punkten zurück. Doch es gelang das Comeback, dem größten der Play-off-Geschichte. Der Rest war letztlich Formsache, obwohl auch das zweite Spiel in Memphis umkämpft war. So konnten die Thunder Kräfte sparen für die nächsten Runden, doch diesbezüglich mache ich mir angesichts des ausgeglichenen Kaders keine Sorgen.
Bester Mann
Shai Gilgeous-Alexander sammelte wie erwaretet die meisten Punkte. Doch er hielt sich mit 27,8/Spiel sogar noch zurück. Co-Star Jaylen Williams war klar zweite Option.
🇩🇪👓
Isaiah Hartenstein war in seiner ersten Play-off-Serie für die Thunder gleich der beste Rebounder. Vor allem die 3,3 am offensiven Brett sind ein starker Wert. Wurftechnisch hielt er sich zurück.
(2) Houston Rockets – (7) Golden State Warriors (1:3)
Schreibe nie die Warriors ab in den Play-offs. Gleich das erste Spiel in Houston klauten sie, und in zwei aufreibenden Partien zu Hause in San Francisco verteidigten sie den Heimvorteil. Gerade Spiel 4 gestern Nacht war ein echter Genickschlag für die Rockets, die teilweise schon mit 10 Punkten führten. Mann des Abends war Brandon Podziemski mit 26 Punkten, davon 6/11 Dreier.
Letztlich waren die Rockets bisher zu unbeständig, es gibt Phasen, da geht gar nichts beim jungen Team, und das ist auch völlig normal. Nur leider desaströs gegen die abgezockte Truppe der Warriors um Steph Curry, Draymond Green und Play-off-Jimmy Butler.
Bester Mann
Steph Curry, obwohl er in Spiel 4 nicht den besten Tag hatte. aber der Mann trifft immer noch brillant von der Dreierlinie und bindet immer einen Verteidiger.
Ausblick
Es wird extrem schwer für die Rockets, aber auch hier: Es ist nicht unmöglich. Vor allem wenn Big Men der Texaner noch besser dem Spiel ihren Stempel aufdrücken können, weil die Warriors größenmäßig unterlegen sind. Aber dreimal in Folge – puh.
(3) Los Angeles Lakers – (6) Minnesota Timberwolves (1:3)
4 kribbelnde Spiele. Perfekt natürlich für die Wolves, dass sie gleich die erste Partie in LA gewannen. Dass sie den Heimvorteil mit 2 knappen Siegen im Target Center transportieren würden, war nicht unbedingt zu erwarten.
Hauptproblem der Lakers: die schwache Bank, der Traine JJ Reddick auch überhaupt nicht mehr vertraut. So ließ er in Spiel 4 die Starting Five die komplette 2. Halbzeit durchspielen mit der Folge, dass Luka Doncic und Co am Ende die Kräfte ausgingen und nichts mehr trafen.
Bester Mann
Anthony Edwards: Er steigert sich von Partie zu Partie, was Punkte und Trefferquote betrifft. Die 43 Zähler in Spiel 4 waren ein Statement. Er wird aber auch bestens assistiert von Julius Randle und den starken Bankspielern Naz Reed und Donte DeVincenzo.
Bei den Lakers legt Luka Doncic grandiose Zahlen auf und ist schon der Teamleader. Doch wie LeBron James hat auch der Slowene nur endliche Kräfte, auch wenn ich mir da beim 40-jöhrigen James gar nicht so sicher bin, so stark spielt er immer noch.
Ausblick
Alles spricht für die Wolves, vor allem natürlich der 3:1-Vorsprung. Wenn die Lakers nicht irgendwen von der Bank finden oder einen Jungbrunnen, wird es verdammt schwer, zumal 3 Spiele in nur 5 Tagen angesetzt sind. Aber ich mach bestimmt nicht den Fehler, die Lakers abzuschreiben.
(4) Denver Nuggets – (5) Los Angeles Clippers (2:2)
Die am meisten elektrisierende Serie. 3 der 4 Partien wurden praktisch mit der Schlussekunde entschieden. Der Buzzerbeater-Dunk von Aaron Gordon nach pass von Nikola Jokic zum Sieg in Spiel 4 war der erste dieser Art in der Play-off-Geschichte. Genauso Thilling waren die anderen Partien zweier absolut ebenbürtiger Teams.
Bester Mann
Nikola Jokic: Wer sonst als der Superstar der Nuggets. Seine Monsterstats der 4 Partien im Schnitt lauten 28,5 Punkte, 13,5 Rebounds und 10,5 Assists. Praktisch jeder Angriff von Denver läuft über ihn.
Die Clippers haben dem sehr guten Team-Basketball entgegenzusetzen. Kawhi Leonard wirkt fit wie noch nie seit dem Triumph mit den Raptors 2019. Sie haben wenig bis nichts falsch gemacht (außer diesen Jokic zu vergiften oder so …).
Ausblick
Für mich ist nicht vorherzusagen, wer weiterkommt. Für Denver spricht der Heimvorteil und Nikola Jokic. Gegen Denver spricht die totale Abhängigkeit von Nikola Jokic. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber sogar der Serbe kann ja mal einen schwächeren Tag erwischen. Ohne ihn läuft absolut nichts, da würden die Nuggets wahrscheinlich nicht mal gegen ein BBL-Team gewinnen.
Die Clippers haben mir insgesamt ein bisschen besser gefallen (und auch den einzigen klaren Sieg der Serie gelandet). Wenn ich wetten müsste, würde ich die Nuggets nehmen.
von Münchner Löwe | Apr. 16, 2025 | Allgemein, basketball
Blick über den Teich, NBA
Die Play-offs in NBA und NHL beginnen am Wochenende, und was macht der Münchner Löwe? Fährt in den Urlaub, genauer gesagt auf die wunderschöne Insel Lanzarote. Mal sehen was das Unwetter dort am Sonntag übriggelassen hat, aber ich bin guter Dinge.
Das bedeutet allerdings, dass ich den Beginn der Play-offs nicht so intensiv verfolgen werde wie noch im vergangenen Jahr. Und dementsprechend mich auch hier weniger bis kaum dazu äußern werde: auf keinen Fall in der epischen Breite wie 2024. Ich hoffe trotzdem auf vernünftiges WLAN. Spätestens Mitte Mai bin ich dann wieder vollständig n München. Dann werde ich mich auch um die NHL kümmern. .
Die reguläre Saison endete mit einem echten Thriller. Die Golden State Warriors und LA Clippers brauchten eine Overtime, um einen direkten Play-off-Platz auszuspielen. Den sicherten sich die Clippers, während die Warriors den Umweg über PlayIns nehmen mussten. Hier setzten sie sich gestern Nacht gegen die Memphis Grizzlies durch. Diese haben ihrerseits noch die Chance, mit einem Heimsieg gegen die Sacramento Kings oder Dallas Mavericks den letzten Play-off-Platz zu schnappen, der ihnen eine Serie gegen die Oklahoma City Thunder bescheren würde. Diese schnappten sich den letzten Play-off-Platz.
Die (klaren) Favoriten
Ich sehe 3 außergewöhnliche Mannschaften (und bin mit dieser Meinung wahrlich nicht allein): die Thunder im Westen (mit Abstand die beste Bilanz) sowie die Ost-Teams Cleveland Cavaliers und Boston Celtics. Es würde mich schon sehr wundern, wenn der nächste Meister nicht eines dieser Teams wäre (möglicherweise verheerendes Verletzungspech lasse ich mal außen vor).
Ein kleines Fragezeichen bleibt bei den Thunder und Cavs, die beide noch sehr jung sind mit wenig Play-off-Erfahrung. Play-off-Basketball ist doch ein ganz anderer Schnack: zum einen, weil die Schiris mehr durchgehen lassen, vor allem abe, weil es eben lange Serien gibt, man also auf Stärken und Schwächen des Gegners reagieren kann.
Das wäre ein kleiner Bonus des Titelverteidigers aus Boston, die all das im vergangenen jahr schon durchlebt haben bis zum glücklichen Ende. Das relativ junge Team ist seitdem wahrlich nicht schlechter geworden, aber eben noch erfahrener.
Gefährliche Außenseiter
2 Teams im Westen traue ich fast alles zu: den Los Angeles Lakers und eben den Warriors. Warum? Weil beide vielleicht nicht den ausgeglichensten Kader haben, dafür aber absloute Ausnahmekönner. Luka Doncic bei den Lakers hat die ohnehin schon hohen Erwartungen nach dem Wechsel im Januar von den Mavericks übererfüllt. Er wirkt fit, ist ofensiv kaum zu halten, über die Defensive breite ich den Mantel des Schweigens. Im Verbund mit dem offenbar alterslosen LeBron James und dem Aufsteiger des Jahres Austin Reaves, kann er jedes Team vor unlösbare Aufgaben stellen. Das ist allerdings kein Garant für Erfolg, denn die Defensivschwäche, auch bedingt durch das Fehlen eines wirklich guten Centers/Big Man, ist doch bedenklich
Bei den Warriors gibt es halt den Curry-Faktor. Wenn der beste Dreierschütze heiß läuft, gibt es kein Halten mehr. Dazu noch ein Jimmy Butler, der bei den Miami Heat seine außergewöhlichen Play-off-Qualitäten hinreichend bewiesen hat und wieder voller Spielfreude ist. Auch hier gibt es allerdings Unwägbarkeiten: Kann Steph Curry wirklich in jedem Spiel Außergewöhnliches leisten? Und wie bei den Lakers stellt sich die Frage nach der Defensive undob die Kräfte reichen für bestenfalls zwei brutale Play-off-Monate.
Im Osten habe ich die Indiana Pacers auf dem Zettel. Nach dem verhhunzten Sasionstart, bedingt auch durch viele Verletzungen sind sie immer besser in Form gekommen, vor allem Spielmacher Tyrese Haliburton, der durch Pascal Siakam bestens ergänzt wird.
West
Oklahoma City Thunder (1) – Memphis Grizzlies/Sacramento Kings/Dallas Mavericks (8)
Egal, wer sich aus dem Trio letztlich durchsetzt, in der 1. Runde ist OKC auf jeden Fall eine Nummer zu groß (wenn es nur einigermaßen nach Plan läuft). Die Thunder haben die beste Verteidigung und mit Shai Gilgeous Alexander einen der beiden Ausnahmespieler (der andere ist Nikola Jokic von den Denver Nuggets) der Saison. Oklahoma war schon im vergangenm Jahr das beste Team der Hauptrunde. Mit dem deutschen Centerriesen Isaiah Hartenstein haben sie offenbar das fehlende Puzzlestück gefunden. Die einzig offene Frage lautet: Gelingt den Thunder der Sweep (also keine Niederlage)?
🧠 Thunder ❤️ Thunder
Houston Rockets (2) – Golden State Warriors (7)
Oder auch: jung gegen alt. Die Rockets sind ein extrem aufregendes Team, dem auch die Zukunft gehört. Amen Thompson einer der kommenden Stars, dazu ein Scharfschütze wie Dillon Brooks. Doch ich habe Zweifel, ob das allein gegen die abgezockten Veteranen (Curry, Draymond Green) reicht, dessen Kader sehr breit aufgestellt wirkt. Dem haben die Rockts allerdings einen Fred van Vleet entgegenzusetzen, der 2019 mit den Toronto Raptors den Titel holte.
🧠 Warriors ❤️Rockets
LA Lakers (3) – MInnesota Timberwolves (6)
Laut Experten konnte den Lakers im Wilden Westen kein besserer Gegner in der 1. Runde zufallen als die Wolves. Weil diese nicht so schnell spiele würde, damit die LA-Verteidigung in Verlegenheit gerät. Und die Defense kein Mittel gegen Doncic findet wie im vegangenen Jahr, als Luka noch für die Mavs spielte. Schwierig genug wird es allemal. Die große Frage: Wie weit dreht Anthony Edwards von Minnesota auf? Die Wolves haben schon einige Waffen, gerade auch Naz Reed und Donte DiVincenco, wenn diese von der Bank kommen
🧠 Lakers ❤️ Timberwolves
Denver Nuggets (4.) – Los Angeles Clippers (5)
Für mich sind die Nuggets kaum einzuschätzen. Jokic allein kann sie zu fast jeden Triumph helfen, aber ganz ohne Hilfe wird es nicht gehen, und da fangen die Probleme an. Und da ist noch der immer noch unfassbare Trainerwecsel so kurz vor Schluss, als Meistercoach Mike Maloney gefeuert und durch den Assistenten Adelman ersetzt wurde. Vielleicht findet der ja einige Stellschrauben, und vielleicht kommt Jamal Murray top aus seiner Verletzung heraus. Allein, mir fehlt der Glaube.
Die Clippers dagegen sind für mich die ganz große Überraschung. Kawhi Leonard spielt hervorragend, seitdem er wieder fit ist (allerdings bleibt diesbezüglich ein Fragezeichen), James Harden hat wieder richtig Bock, und Center Ivica Zubac eine großartige Saison hinter sich.
Vieles spricht also für die Clippers: Und doch könnte alles zur Makulatur werden, weil die Nuggets eben diesen überragenden Nikola Jokic in ihren Reihen haben. Und doch:
🧠 Clippers ❤️ Clippers
Eastern Conference
Alles andere als ein Conference Finale zwischen den Cleveland Cavaliers und den Boston Celtics wäre eine faustdicke Überraschung: Doch gerade auf die Cavs warten unangenehme Stolpersteine
Cleveland Cavaliers (1) – Atlanta Hawks/Chicago Bulls/Miami Heat
Die Heat haben sich als Nummer 10 in zwei Auswärtsspielen. Dann wäre das für die Cleveland Cavaliers ein tückisch die Serie gegen die Cavs verdient. Heat Culture auch ohne Jimmy Butler. Miami hat schon Waffen wie Andrew Wiggins Tyler Herro und Bam Adebayo. Ein Dark horse ist Davion Mitchell, nicht verwandt mit Cavs Superstar Donovan Mitchell, aber ebenso mit der Nummer 45.
Doch insgesamt müsste sich die höhere Klasse der Cavaliers drchsetzen, mit dem tollen Dreigestirn Donovan Mitchel, Evan Mobley und Darius Garland. Die bestens assistiert werden von einem großartig zusammengefügten Team. Mannschafts-Basketball at its Best.
🧠 Cavaliers ❤️ Cavaliers
Boston Celtics (2) – Orlando Magic (7)
Schön für die Magic um Franz Wagner, dass sie es in die Play-offs geschafft haben. Mehr dürfte nach Lage der Dinge nicht drin sein. Wegen der eigenen Offensiv-Schwäche vor allem von der Dreierlinie, vor allem aber wegen der bärenstarken Celtics. Der Titelverteidiger leistete sich zwar manch überraschende Niederlage, doch wen es ernst wird, zeigte er immer seine Klasse. Jeder Spieler der Starting Five (und auch fast alle von der Bank, Pritchard!) kann jederzeit von der Dreierlinie treffen. Unterschiedsspieler wie Jayson Tatum und Jaylen Brown übernehmen Verantwortung, wenn es kritisch wird. Die Magic können froh sein, wenn sie einen Sieg landen. Vielleicht hilft Orlando ja ein Dishney-Wunder unweit de heimischen Spielstätte.
🧠 Celtics ❤️ Magic (ohne große Hoffnung)
New York Knicks (3) – Detroit Pistons (6)
Eine große Frage: Wie halten bei den Knicks die Kräfte der Starting Five: Denn Coach Tim Thibedeau hat die Hart, Brunson und Co. schon in der regulären Saison länger auf dem Parkett gelassen als irgendein anderer Trainer seine Stars. Für die Knicks spricht die Play-off-erfahrung, die sie im vergangenen Jahr esammelt haben (damals allerdings noch mit den ganz starken, Isaiah Hartenstein und Donte DiVicenco. Dafür haben sie jetzt Karl-Anthony Towns in ihren Reihen.
Die Detroit Pistons sind für mich die größte Überraschung der Saison. Dass sie sich gegenüber dem Horrorjahr zuvor steigern würden, war klar. Aber gleich 30 Siege mehr – das ist schon ein Statment. Praktisch jeder Spieler hat sich erheblich gesteigert. Jetzt haben Cade Cunningham und Co. null Druck. Und der erfahrene deutsche Nationalmannschafts-Kapitän Dennis Schröder kann von der Bank kommend sicher viel helfen. Dennoch:
🧠 Knicks ❤️ Pistons (allerdings nicht wg. Dennis)
Indiana Pacers (4) – Milwaukee Bucks (5)
Pberspitzt gesagt: Teambasketball (Indiana) gegen Giannis Antetokuonpo (Milwaukee). Der Grieche hat ein tolles Jahr hinter sich, ihn plagen diesmal keine Veletzungen (soweit möglich nach so einer Saison). Allein kann er Spiele entscheiden. Aber für eine vielleichr lange Serie gegen die sich zuletzt sehr verbesserten Pacers wird es nicht reichen, da braucht er Verstärkung. Die ihm leider aus Bucks-Sicht Scharfschütze Damian Lillard (verletzt) nicht geben kann. Villeicht aber Kyle Kuzma oder der erfahrene Center Brook Lopez.
Da haben die Pacers mehr aufzubieten neben dem Starduo RTTyrese haliburton und Pascal Siakam Andrew Nemhard zum Beispiel und der junge Bennedict Mathurin in seinem zweiten Profijahr.
🧠 Pacers ❤️ Pacers
von Münchner Löwe | Apr. 15, 2025 | Eishockey, Frauen-WM, Leichtathletik, Schwimmen, Wochenrückschau
Eine Sportwoche voller Höhepunkte, auch voller Drama und 2 unerwartete Weltrekord
Bayern kriecht zum Titel
Immer noch haben die Münchne 6 Punkte Vorsprung auf Bayer Leverkusen. So gesehen stellt sogar ein Heim-2:2 gegen den BVB Clubführung und sportliche Spitze zufreden, zumal angesichts der personellen Misere um 7 verletzte Stammspieler. Bayer Leverkusen nämlich verlängert seine formidable Formkrise und kam gegen den 1. FC Union nicht über ein enttäuschendes 0:0 hinaus. Da stimmt einiges nicht mehr, spätestens nach dem Pokalaus bei Arminia Bielefeld haben die Werkskicker die Saison wohl innerlich abgehakt.
Jetzt beschäftigt am Rhein fast nur noch die Frage, ob Trainer Xabi Alonso und Starspieler Florian Wirtz am Rhein bleiben oder abwandern in Richtung Real Madrid (Alonso, Wirtz?) oder München (Wirtz) Gerade die Real-Frage dürfte mit einem Ausscheiden der Königlichen diese Woche gegen Arsenal an Fahrt aufnehmen
Jetzt ist es fast schon offiziell: Die drei Abstiegsplätze machen drei Vereine unter sich aus, von denen dann einer Relegatjion spielen darf gegen den Drittligazweiten. Heidenheim hat mit 2 Punkten Vorsprung auf den VfL Bochum und gar 4 die besten Chancen dafür.
Ein Kuriosum hat es am 29. Spieltag gegeben. Viermal gewann ein Auswärtsteam 2:12, viermal erzielte es den Siegtreffer in de 90. Minute oder gar Nachspielzeit. Ich wüsste nicht, ob es so etwas schon mal gegeben hat. Insgesamt wieder kein Tag der Heimteams. Einzig Eintracht Frankfurt konnte gegen Heidenheim vor eigener Kulisse gewinnen.
Die unglaublichen 2 auf dem Fahrrad
Was Matthew van der Poel und Tadej Pogacar derzeit bei den Monumenten des Radsports abliefern, ist outstanding. Drei gab es bisher in diesem Jahr, und dreimal standen der Holländer und der Slowene auf dem Treppchen. Auch den Sieg bei Paris-Roubaix, vielleicht der bedeutsamste Eintages-Klassiker, machten die beiden Ausnahmefahrer unter sich aus. Ein simpler Fahrwehrer von Pogacar entschied das Duell etwa 40 Kilometer vor Schluss, als er zu schnell in eine Kurve furh und im Graben landete. Die 20 Sekunden, die er dabei verlor, reichten van der Poel. Etwa 10 Kilometer lieferten sie sich in einem atemberaubenden Verfolgungsrennen ein Sekundenduell, doch letztlich erwies sich van der Poel als der Stärkere.
Er gewann damit zum dritten Mal in Folge den Klassiker auf den fürchterlichen Kopfsteinpflastern, das schaffte bisher nur der große Italiener Francesco Moser. Pogacar, der Sieger der Flandern-Rundfahrt vor einer Woche, hat in 14 Tagen bei Lüttich-Gastogne-Lüttich die nächste Chance (wahrscheinlich im nächsten Superduell).
Die Haie fordern die Eisbären
Es geht natürlich nicht um ein tierisches Drama in der Arktis, sondern um die Finalserie der DEL. Nach den Eisbären Berlin, die sich souverän in nurn 4 Spielengegen die Adler Mannheim durchsetzten, lösten auch die Kölner Haie das Endspiele-Ticket. Durchaus überraschend in 6 Partien gegen den Ligaprimus EHC Ingolstadt. Die Oberbayern waren zwar insgesamt die überlegene Mannschaft, sofern ich das im Eishockey überhaupt zu beurteilen vermag, aber im Abschluss schlicht zu ineffizient. Das lag an den eigenen Schüssen, vor allem aber am überragenden Kölner Goalie Julius Hudacek. Der Slowake trieb die Ingolstädeter Angreifer schier zu Verzweiflung und wehrte allein bei den 4 Siegen 156 von 151 Versuchen ab.
Die Entscheidung fiel am Montagabend in der Overtime. Nach einer abermaligen Glanzparade von Hudacek beförderte Grenier die Scheibe gedankenschnell nach vorne zum enteilten Schütz, der frei vorm Ingolstädeter Kasten die Nerven behielt. Ausgerechnet Schütz, der bis dato in den gesamten Play-offs ohne Scorerpunkt geblieben war.
Jetzt akso Eisbären gegen Haie. Die Berliner sind klare Favoriten. Allein ihre erste Sturmreihe mit Tiffels, Pföderl und Ronning, die bisher alles kurz und klein geschossen hat. Schon Gründonnerstag gehte es in der Beliner Halle am Ostbahnhof los.
Märtens und Alekna mit unfassbarem Saisonauftakt
Der 400-Meter-Freistil-Weltrekord von Paul Bidermann galt schon als fast uneinnehmbar. Noch im danach verbotenen Ganzkörperanzug schaffte er bei der WM 2009 in Rom 3:40,07 Minuten. Danach, in konventionellen Schwimmhosen, scheiterten die besten der besten an dieser Marke. Ausgerechnet bei einem ansonsten fast unbeachteten Meeting in Stockholm verbesserte Lukas Märtens die zeit auf 3:40,96. Der Olympiasieger über diese Strecke ist natürlich kein unbeschriebenes Blatt; aber er kam direkt aus dem Training in einem Höhenlager, und der eigentliche Saisohöhepunkt, die WM in Singapur Anfang August, ist noch fern. „Ich fühlte mich zwar gut in Form, aber mit dieser Zeit habe ich nicht gerechnet“, bekannte der Magdeburger. Für Biedermann bleibt allerdings sein Weltrekord über 200 Meter, ebenfalls aufgestellt 2009 in Rom, ebenso vermeintlich unknackbar. Schaun mer mal.
Bei näherer Betrachtung vielleicht nicht ganz so überraschend kam der erneute Weltrekord von Diskuswerfer Mykolas Alekna. Denn die Anlage in Ramona/Alabama gilt als sogenannte Segelwiese, wo eben ein leichter ohne Behinderung von Tribünen Wind die 2-Kilo-Scheibe wie ein Tragkissen auf unglaubliche Weiten trägt. Und doch: Die 75,56 Meter hätten die wenigsten erwartet. Zum ersten Mal beförderte ein Mann den Diskus über die 75er-Marke. Damit übertraf Alekna seinen eigenen Weltrekord, aufgestellt vor fast genau einem Jahr ebenfalls in Ramona, um satte 1,21 Meter.
Gleich 6 Werfer blieben über den 70 Metern, so etwas wie die Trennung zwischen gut und sehr gut bei den Diskusriesen. So steigerte sich der Australier Matt Denney auf 74,78. Der Deutsche clemens Prüfer kam auf 71,01 Meter.
Und doch: Den weitesten (gemessenen Diskuswurf!) aller Zeiten hat immer noch eine Frau geschafft. Gabriele Reinsch schleuderte das Gerät auf 76,80 Meter, einer dieser Weltrekorde aus unseligen Anabolia-Zeiten. Wer jetzt aufmerkt, den darf ich beruhigen. Der Diskus bei den Frauen wiegt nur 1 Kilo.
Und sonst?
- Formel 1: Der Australier Oscar di piastri schaffte im Mc Laren den 2. Saisonsieg und übernahm die Führung in der Fahrer-WM. „Oscar-Reif“ finde ich einen wunderbaren, weil auch vieldeutigen Titel.
- Tennis: Carlos Alcáraz hat das Masters-Turnier in Monte Carlo gewonnen, das erste auf Sand in diesem Jahr. Es war eine merkwürdige Woche in Monte, nicht nur wegen ungewöhnlich kühlen Temperaturen. Die Mitfavoriten (Titelverteidiger Tsitsipas, Djokovic, Zverev, naja) scheiterten früh. Eine tolle Woche hatte der Italiener Lorenzo Musetti, der gleich 4 Spiele gewann, obwohl er den ersten Satz verloren hatte. Im Finale holte er sich dann den ersten Durchgang, ehe er gegen Alcáraz völlig chancenlos blieb. Die Kräfte waren ihm ausgegangen …
- Handball: Der THW Kiel holt sich den Pokal: Selbst habe ich kaum etwas gesehen, aber sowohl im Halbfinale (gegen die Rhein-Neckar Löwen) als auch Finale (gegen Melsungen) war Torwart Andi Wolff der Matchwinner. Für den THW gibt es damit doch noch einen nationalen Titel, nachdem der Meisterschaftszug längst abgedampft ist.
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