von Münchner Löwe | Sep. 10, 2023 | basketball
Es ist vollbracht! Zum ersten Mal überhaupt sicherten sich die deutschen Basketballer den WM-Titel. Wie im Viertelfinale gegen Lettland, als sie nur mit Glück dem Ausscheiden entkamen, und dem Thriller im Halbfinale gegen die USA machten es die Jungs um Trainer Gordon Herbert extrem spannend. Gott sei Dank, dass die WM vorbei ist. Noch so ein Spiel hätten meine Nerven vielleicht nicht mehr mitgemacht. Und wenn sogar Leute, die mit Basketball wenig am Hut haben, vor Aufregung kaum mehr hinschauen können …
Dabei sah es Mitte des letzten Viertels vemeintlich komfortabel aus bei einer Zwölf-Punkte-Führung. Doch die schmolz so schmell dahin wie die Butter in der Sonne, und die Serben, trainiert vom Deutschland-Kenner Svetislav Pesic kamen bis auf drei Punkte heran. Dann übernahm endgültig der Mann das Kommando, der qua Amt dazu prädestiniert ist. Dennis Schröder fasste sich ein Herz, wagte ein Slalom-Dribbling durch die beinharte Serben-Abwehr und legte den Ball souverän zwischen die Reuse. Ein echtes Meisterstück des Kapitäns, der insgesamt 28 Punkte auflegte. Wenn es noch irgendeinen Zweifel an seiner Befähigung gab, dass er auch wichtige Spiele entscheiden kann, wie ihn ein begnadeter Bild-Redakteur vor der USA-Partie hatte, sind diese verschwunden. Völlig zu Recht wurde er zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt – trotz seiner furchtbaren Partie vs Lettland.
Doch wie in den Partien zuvor hatte jeder so seine Verdienste. Franz Wagner schaffte am Ende 19 Punkte, Voigtmann glänzte in der Verteidigung wie das gesamte Team im zweiten Durchgang. Da kam Bojan Bojanovic, der in der ersten Hälfte eine grandiose Partie mit 15 Punkten ablieferte und die Deutschen vor schier unlösbare Probleme stellte, nur noch auf zwei Zähler. Dafür sprang einer ein, der eigentlich für die Verteidigung zuständig ist: Alexsa Avramovic drehte vor allem im Schlussabschnitt auf, erzielte innerhalb kürzester Zeit sechs Punkte (ein Dreier, drei Freiwürfe nach Foul bei Dreierversuch). Der Mann war drauf und dran, Albträume bei den deutschen Basketball-Fans zu verursachen, doch ganz am Schluss gingen auch ihm die Kräfte aus.
Wenig später war Schluss, und die Spieler konnten ihr Glück kaum fassen. Die Jubelszenen wirkten allerdings nicht ganz sooo exstatisch wie nach dem USA-Spiel. Sie waren tatsächlich einfach zu kaputt, nervlich und körperlich. Wie sehr so ein Turnier an die Substanz geht, war auch Gordon Herbert in einer bermerkenswerten Szene anzusehen. Fast apathisch kauerte er am Boden.
Doch er wird sich erholen: Und immer mit diesem Triumph in Verbindung gebracht werden. Wie Pesic, der das deutsche Team 1993 in München zum EM-Triumph führte und sich jetzt als guter Verlierer zeigte.
Ein Extralob gehört dem Team von Magenta Sport, die eine grandiose Übertragung abgelierfert haben – wie schon im gesamten Turnier. Mitreißender und doch auch immer sachlicher Kommentar, und wunderbare Analysen und Interviews nach der Partie. Es gibt doch immer Preise für die beste Sportsendung des Jahres. Der müsste auf auf jeden Fall an die Jungs gehen – wie die Basketballer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Mannschaft des Jahres werden. Fun Fact: Mit keiner Silbe erwähnten sie den Rauswurf von Hansi Flick, auch nicht in der Nachberichterstattung. Peinlich genug, dass die offizielle Meldung darüber mitten in die spannende Schlussphase platzte. Aber vielleicht ist das tatsächlich ein bisschen eng gedacht.
Eine Frage bleibt für mich noch offen: Wie ist die Luft im Hause Bastian Schweinsteiger/Ana Ivanovic? Wie der Deutsche und die Serbin das Spiel, zusammen gesehen haben (wenn sie das denn getan haben), das wäre sicher interessant zu sehen sein.
von Münchner Löwe | Sep. 10, 2023 | basketball, Fußball
Größer könnte die Diskrepanz nicht sein: hier die Basketballer, die am Freitag in einer begeisternden Partie die favorisierten USA bezwangen und heute gegen Serbien um WM-Gold kämpfen. Das war individuelle Klasse gepaart mit Mannschaftsgeist, das bis zu Tode strapazierte „Einer für alle, alle für einen“ wurde hier tatsächlich mit Leben erfüllt, man kann die einzelnen Heldentaten gar nicht alle aufzählen. Und dort am gestrigen Samstag? Sahen wir fürchterliche deutsche Fußballer, die völlig verdient auch in dieser Höhe mit 1:4 gegen Japan verloren. Hier gab es Fehler über Fehler, niemand half den anderen. Die Auftritte bei der WM, als man trotz der Niederlage eben jenen Japanern überlegen war und im ersten Halbjahr wurden noch einmal übertroffen in negativer Hinsicht – man möchte es kaum glauben.
Fast noch bizarrer als die Leistung der Mannschaft war hinterher der Auftritt von Hansi Flick. Reichlich konfus analysierte er hinterher bei RTL die Partie, das sei ihm noch zugestanden nach dieser auch für ihn wahrscheinlich nicht zu erwartenden Demontage seiner Elf. Doch auch in der PK mit einigem Abstand behauptete er: „Ich finde, wir machen das gut, und ich bin der richtige Trainer. Wir sind überzeugt, von den, was wir tun, und deshalb geht es mit mir auch weiter.“ Kein Wort der Selbstkritik. Er habe seine Mannschaft gut auf den Gegner vorbereitet. Aha.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll: vielleicht beim Abwehrverbund, in dem sage und schreibe drei der kriselnden Dortmunder ihr Unheil anrichten durften noch dazu auf – wie bei Nico Schlotterbeck links – auf einer für ihn völlig ungewohnten Position. Die Dortmunder haben ja schon Defensiv-Probleme, wenn es gut läuft, aber jetzt … Und warum Flick den völlig überforderten und fehlerhaften Schlotterbeck nicht wenigstens zur Pause von seinen Leiden erlöste – es bleibt Flicks Geheimnis. Aber Schlotterbeck war nur der Schlechteste unter vielen Schlechten
Erschütternd war die mangelnde Kreativität. Wo war eigentlich der spritzige Florian Wirtz, der in den drei Bundesligapartien zuvor mit Lob überhäuft wurde. Einmal, bei der feinen Vorlage vor dem 1:1 durch Leroy Sané blitzte sein außergewöhnliches Können auf. Doch in der 2. Halbzeit, als die Japaner sich zurückzogen, fiel auch ihm nicht das Geringste ein, die Abwehr auszuhebeln. Es war furchtbar, mit anzusehen.
Klar, die Japaner können wunderbar Fußball spielen, vor allem wenn man sie lässt. Sie zeigten die Leichtigkeit und Inspiration, die ich bei den Deutschen vermisste, und nur ter Stegen und ihrem Unvermögen vor dem Tor sei gedankt, dass es ergebnismäßig nicht noch schlimmer wurde.
In einem dreiviertel Jahr steht die Heim-EM an. Mehr denn je ist zweifelhaft, ob dann Flick noch der Trainer ist; ich hoffe nicht, wenn ich das mal so sagen darf. Von Vorfreude kann nicht im Entferntesten die Rede sein eher von Angst, was am Dienstag die Franzosen um Kylian Mbappé mit diesem defensiven Trümmerhaufen anstellen könnten. Aber vielleicht noch schlimmer im Hinblick auf die Zukunft und die EM wäre ein dahingewurschteltes Unentschieden, das den DFB-Verantwortlichen wahrscheinlich mit einem verbandstypischen Weiter so quittieren würden.
Dagegen steigt meine Vorfreude aufs Basketball-Finale von Minute zu Minute. Bringt den Cup nach Hause! Und sogar wenn nicht, weil die Serben eine extrem gute Mannschaft sind auch ohne Superstar Nicola Jovic: diesen großen Sportmoment vom Freitag kann euch und uns niemand mehr nehmen.
von Münchner Löwe | Sep. 8, 2023 | basketball, NBA
So, eine gute Dreiviertelstunde hatte ich jetzt Zeit, meine Nerven wieder runterzubekommen nach diesem Basketballkrimi der Deutschen im WM-Halbfinale gegen die USA. 113:111 – mit so einem Ergebnis durfte niemand rechnen, weder mit dem Sieger noch mit dieser Punkteflut. Und genau diese Ungewissheit, wie es jetzt wirklich ausgeht, ist das Faszinierende am Sport und eben auch speziell im Basketball in einer spannenden Schlussphase wie heute.
Jetzt es gab aus deutscher Sicht ein Happy End und den Einzug ins WM-Finale. Freut mich wirklich für die Jungs. Und ich bin wahrlich nicht deutschtümelnd in dieser Beziehung, wie jeder, der mich nur ein bisschen kennt, bestätigen wird.
Klar, bei den US-Boys fehlten die absoluten Superstars wie Stephen Curry, Kevin Durant und LeBron James. Aber das war immer noch eine Top-Auswahl der NBA, der besten Liga der Welt. Jeder der eingesetzten Spieler dort ist in seinem Club führend. Dazu ist Trainer Steve Kerr mehrfacher Meistercoach und war außerdem ein brillanter Spieler mit etlichen NBA-Titeln. Und sie haben ja heute keinesfalls enttäuscht, hatten eine grandiose Trefferquote, zeigten wiederholt ihr außergewöhnliches Können.
Nein, die Deutschen brauchen sich diesen Erfolg nicht eine Sekunde miesmachen zu lassen. Was mich am meisten beeindruckte, war, dass sie ihr hochklassiges Spiel praktisch die ganze Zeit durchgehalten haben.
Es war eine tolle Mannschaftsleistung, in der alle eingesetzten Spieler ihren wichtigen Beitrag geleistet haben. Aber es waren drei Spieler neben Franz Wagner, der ist sowieso outstanding, die mich besonders fasziniert haben. Da ist zum einen Andi Obst. Die Bayern-Fans wissen, dass er an einem guten Tag praktisch aus jeder Position treffen kann. Aber das in einem WM-Halbfinale gegen ausgebuffte NBA-Profis zu zeigen, das ist schon grandios. Letztlich war es sein unglaublicher Dreier kurz vor Schluss trotz großer Bedrängnis, der die Partie entschied. Steve Kerr, selbst in seiner aktiven Zeit ein grandioser Distanzschütze, hatte ja vor ihm gewarnt. Jetzt wird er ihn wahrscheinlich gleich mit zu seinen Golden State Warriors mitnehmen 😀.
Zum Zweiten will ich Daniel Theis nennen. Er hatte eine furchtbare Saison, weil er kaum eingesetzt wurde wegen Verletzungen. Jetzt zeigte er vorne und hinten eine überragende Leistung. Kämpfte unermüdlich, trieb immer wieder an, debattierte mit den Schiedsrichtern (nie so weinerlich wie Doncic, wohlgemerkt). Ein echter Leader.
Und last but not least Dennis Schröder. Wie er zurückkam nach dem furchtbaren Spiel gegen Lettland, das er selbst selbst als das schlechteste seiner Karriere bezeichnete, war fantastisch. Kritik, Hohn und Spott – und zwar nicht nur wegen dieses Spiels, sondern, dass er in wichtigen Spieln generell untertauche, musste er sich von manchen Kritikern über sich ergehen lassen. Dabei hatte er zuvor Klasseleistungen gezeigt und wesentlichen Anteil, dass die Deutschen überhaupt so weit kamen. Trainer Gordie Herbert und das Team sagten ihm offenbar die richtigen Worte. Nicht nur traf er diesmal fast ausschließlich die richtigen Entscheidungen. Er übernahm in wichtigen Situationen auch Wurf-Verantwortung. Und für mich fast das Beste: Im Schlussabschnitt, als die Amerikaner ihn beim Ballvortrag hart bedrängten, leistete er sich nicht einen Ballverlust. Das macht einen Spielmacher aus.
Und jetzt? Wartet Serbien. Und eine fast schon jetzt kitschige Geschichte steht damit fest. Denn die Serben werden von Svetislav Pesic trainiert. Und der wiederum führte die Deutschen 1993 bei der EM zum ersten und einzigen Titel.
Das Wichtigste wird sein, von diesem emotionalen Höhepunkt wieder runterzukommen. Wie schwer das sein kann, haben die deutschen Fußballer beim WM-Triumph 2014 gezeigt. Nach dem unglaublichen 7:1 gegen Gastgeber Brasilien mühten sie sich zu einem glücklichen 1:0 im Finale gegen Argentinien. Am Sonntag wissen wir mehr. Übrigens überträgt neben Magenta Sport auch das ZDF (14.40 Uhr). Eine entsprechende Pressemitteilung verteilte der Sender übrigens kurz nach 16 Uhr, also bevor das Halbfinale beendet war. Dieser Jinx-Versuch ging schief …
von Münchner Löwe | Sep. 7, 2023 | NFL
Blick über den Teich, NFL
Heute Nacht geht es los. Die NFL, die mit Abstand reichste Liga der Welt eröffnet ihre Pforten. Wie üblich beginnt der Titelverteidiger, also die Kansas City Chiefs (gegen die Detroit Lions mit dem deutschen Wide Receiver Amon Ra St. Brown). Und geht es nach den Wettquoten und vielen Experten, werden sie das auch im nächsten Jahr tun. Wie immer, ermitteln die Ersten der AFC und NFC die beiden Kontrahenten um den Super Bowl, der am 11. Februar in Las Vegas ausgetragen wird.
Die AFC
Eigentlich schade, dass es unmöglich ist, dass zwei AFC-Teams ins Finale kommen können. Die ist zumindest der Papierform nach der NFC haushoch überlegen, zumal jetzt auch noch Aaron Rodgers von den Packers zu den Jets gewechselt ist. Sicher eine Verstärkung, auch wenn seine allerbesten Zeiten wohl vorbei sind. Meine Favoriten, und jede Verletzung kann das zur Makulatur werden lassen.
Die Chiefs muss man erst mal schlagen mit dem zurzeit überragenden Quarterback Patrick Mahomes. Die Offensive hat großartige Waffen mit Travis Kelce, auch wenn der langsam in die Jahre kommt. Allerdings hat er sich offenbar gerade eine Knieveletzung zugezogen und ist zumindest für den Saisonstart fraglich. Ich bin ziemlich gespannt auf die Broncos. Nach dem Trainerdesaster um Nathaniel Hackett, der nicht einmal eine Saison durchhalten durfte, ist jetzt mit Sean Payton ein höchst erfolgreicher Coach an der Linie, der die Saints um Drew Brees zum Super Bowl 2009 führte. Kriegt er vielleicht sogar QB Russell Wilson wieder in die Spur? Man darf nach der Pre Season, auch wenn man die nicht zu hoch hängen sollte, Zweifel bekommen.
Die Chargers machen von sich reden, dass sie, dass sie den monströsesten vieler monströsen Quarterback-Verträge abgeschlossen haben. Sie zahlen Justin Herbert für die nächsten fünf Saisonen 48,4 Millionen Dollares per anno. Das ist so eine Sache, die ich zumindest bei diesen Summen nicht verstehe: Warum verzichtet der Mann nicht auf die eine oder andere oder auch mehrere Millionen und entlastet den Salary Cap für ein besseres Team. So was soll es ja schon gegeben haben.
Hinter den Chiefs sehe ich die Bengals und Bills praktisch gleichauf. Beide haben ihr erfolgreiches Team ziemlich zusammenhalten können. Die hochbegabten Quarterbacks Burrow und Allen sind ein Jahr erfahrener. Und beide können in den Play-offs in einer Partie auch den Chiefs sehr gefährlich werden. Die Bills werden aber noch an der klaren Play-off-Niederlage gegen die Bengals zu knabbern haben und sich in ihrer Division mit den hochambitionierten Jets und Dophins herumschlagen müssen. Und es gibt wohl auch einiges Theater, vor allem um Star-WR Stefon Diggs.
Mein Herz habe ich schon lange an die Bengals verloren, und das in sportlich furchtbaren Zeiten. Wegen der Münchner Partnerstadt Cincinatti oder dem hübschen Tigertrikot oder was auch immer? Das weiß ich nicht mehr. Allerdings sind sie in der wohl stärksten Division der gesamten NFL, müssen sich also bei jeder Partie reinhauen. So sind die Ravens, die Lamar Jackson für fünf Jahre an sich banden, kreuzgefährlich, wie schon die vergangene Saison gezeigt hat, als sie nur ganz knapp an den Bengals scheiterten. Mit Jackson ist das Laufspiel noch effektiver. Gespannt bin ich Odell Beckham, vor ein paar Jahren einer der heißesten Receiver, aber dann auch von vielen Verletzungen geplagt. Und auch die Steelers, für die eine negative Saison ein Fremdwort ist, sind jederzeit zu beachten.
Trotz der Verpflichtung von Rodgers sehe ich die Jets nicht ganz so stark, aber natürlich besser als zuletzt. Alles verlernt haben wird Rodgers nicht, und Tom Brady hat gezeigt, dass man auch im Alter noch vernünftig spielen kann. Kommt halt auch drauf an, wie er sich in der fremden Umgebung zurechtfindet. Immerhin trifft er mit WR Randall Cobb und Allen Lazard auf gute Bekannte. Aber insgesamt werden sie schon Mühe bekommen, in der Division East sich die Dolphins vom Leib zu halten. Die haben vielleicht das beste WR-Duo mit den pfeilschnellen Tyreek Hill und Jaylen Waddle. Die Frage wird halt sein, in welcher Form QB Tua Togavailoa nach seinen diversen Gehirnerschütterungen zurückkommt und ob er diese künftig vermeiden kann.
Die schwächste Division ist die AFC South. Da müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn die nicht die Jaguars um QB Trevor Lawrence für sich entscheiden würden. Vor allem, wenn sie konstanter werden als die vergangene Saison, als sie schwach starteten und dennoch die Play-offs erreichten. Die Titans trotz Running Back Derrick Henry habe ich weniger auf der Rechnung. Überraschen könnten am ehesten die Colts mit ihrem Rookie-QB Anthony Richardson. Allerdings ist die Offensive trotz eines Michael Pittman eher durchschnittlich. Aber für die mittlere Zukunft sieht es für die Colts nach düsteren Jahren wieder besser aus. Gespannt bin ich auf den Österreicher Bernhard Raimann in seiner zweiten Saison, der viel an Muskelmasse zugelegt hat und seinen Stammplatz erst mal sicher haben dürfte. Für die Texans kann es nach drei desaströsen Saisonen mit insgesamt 11 Siegen eh nur besser werden
Meine Divisionssieger
East: Bills
North: Bengals
South: Jaguars
West: Chiefs
Wahnsinnig originell, ich weiß
Wild Cards gehen an Ravens, Jets und Dolphins
NFC
Wer außer die Eagles? möchte man fast verschämt fragen. Die erreichten vergangenes Jahr den Super Bowl, wo sie sich nur unglücklich den Chiefs geschlagen geben mussten. Die Frage ist halt, ob Jalen Hurts seine grandiose Saison wiederholen kann. Sie mussten außerdem personellen Aderlass hinnehmen und haben ein weit schwierigeres Programm als in der vergangenen Saison. Also Haus und Hof würde ich nicht verwetten auf einen erneuten Super-Bowl-Einzug.
Denn da sind schon mal die Cowboys. Offensiv und defensiv ohne echte Schwäche, sieht man mal von den zig Ballverlusten ab. Wenn sie ihre PS auf die Straße bekommen und scheinbar sichere Siege nicht wie zuletzt verhühnern, müssten die Play-offs und vielleicht sogar der Divisionssieg sicher sein. Und noch ein Faustpfand haben sie mit Trey Lance in der Hinterhand, wenn Zak Prescott wieder mehr zum Gegner als zum Mitspieler wirft.
Der Divisionssieg dürfte für die Giants außer Reichweite sein. Vielleicht reicht es wieder zu einem Wild-Card-Platz, aber nur wegen der weitaus schlechteren Conference. In der AFC hätten sie nicht die geringste Chance.
Ziemlich gehypt werden ja die Lions, die Fans träumen von besseren Zeiten, ja vielleicht sogar ein Play-off-Sieg. Dazu ein schöner Beitrag von Lions-Fan und dem aus der SZ bekannten Jürgen Schmieder im aktuellen sports illustrated. Ob sie dann wirklich so gut sind, wird sich zeigen, wobei das Spiel bei den Chiefs nicht der Maßstab sein kann. Aber insgesamt scheinen sie auf einem guten Weg. Viel hängt natürlich von WR Jared Goff ab. Der fand in der vergangenen Saison vermehrt den Deutschen Amon-Ra St.Brown, der mit zahlreichen Catches und 6 Touchdowns den Durchbruch schaffte und weitere Großtaten ankündigte.
Die Vikings waren der Divisionssieger North der vergangenen Saison und haben jetzt den Umbruch eingeleitet. Alternde Stars wie Adam Thelen sind nicht mehr dabei. Ob da Star-Receiver Richard Jefferson glücklich wird, sei mal dahingestellt. In der Divisions-Wundertüte könnte es trotzdem zum ersten Platz reichen.
Packers ohne Aaron Rodgers – daran muss man sich auch erst mal gewöhnen. Schon die vergangene Saison war für seine Verhältnisse nicht berüht. Wunderbar seine Motzereien, wenn seine Anspielstationen den Ball verfehlten, und war er noch so ungenau gezielt Jetzt also Jordan Love, vor drei Jahren ein Nr.-1-Pick. Überragende Anspielstationen hat er nicht, dafür eine gut schützende O-Line. Ein Neuanfang ohne große Ambitionen für diese Saison. Gleiches gilt für die Bears. Man vertraut auf Justin Fields, warum auch immer und tauschte deshalb den Nr.1.Pick, der ihnen zugestanden war mit den Panthers gegen zwei First-Round-Picks und einen weiteren Top-Mann. Das werden schwere Zeiten
Eines steht für mich fest: Aus der South wird kein Team auch nur das Conference Finale sehen. Vier reichlich mausgraue Teams – trotz klingender Namen wie Buccaneers (mit ihrem wunderschönen Seeräuber-Stadion), Vielleicht steigern sie sich im Vergleich zur vergangenen Saison. Und wie alle in der South haben sie bei idealem Verlauf Chancen auf den Divisionssieg.
Auch die Saints haben weit bessere Zeiten (mit Drew Brees) hinter sich wie der neu verpflichtete QB Carr. Es gibt ein paar Lichtblicke wie Chris Olave, aber noch mehr Fragezeichen und viel Mittelmaß.
Den Panthers war also der Nr.1.Pick viel Tafelsilber wert. QB Bryce ist eigentlich zu klein und auch zu leicht, hat aber alles, was ein guter QB braucht heutzutage. Leider fehlen ihm kongeniale Anspielstationen, die Adam Thelen wohl eher mehr von früheren Zeiten her wäre.
Die Falcons setzen wohl wieder aufs Laufspiel, wo sie letztes Jahr überzeeugt haben. Die haben die Anspielstationen, aber wohl keinen Quarterback, der sie einzusetzen vemag. Oder straft mich Dennis Ridder Lügen? Vielleicht sind die Falcons der Enäugige unter Blinden.
Anders die Lage im Westen, allen Anschein nach die zweitstärkste Division, was aber allein an den Seahawks und 49ers liegt, während die Cardinals, zumal ohne Kyler Murray, und Rams, deren All-in-Saison vor zwei Jahren weiter bezahlt werden muss und extremes Verletzungspech dazukommt. Doch die 49ers und Seahawks sehe ich in den Play-offs, günstigenfalls noch mehr. Die 49ers haben vielleicht die beste Angriffsformation mit Anspielstationen wie George Kittle und Kyle Jusczyk, wo sogar ein Brock Purdy, der vielzitierte Mr. Irelevant als letzter Draftpick 2022, glänzen konnte. Jetzt kennt man ihn. Mal sehen, ob er es wieder hinkriegt und wie er seine Verletzung überwunden hat. Aber diegroßartige Anleitung von Trainerlegende Kyle Shannahan ist ihm gewiss. Erstaunlich, aber letztlich absehbar: QB Trey Lance, Nr.-3-Pick 2021, wurde an die Cowboys verhökert. Die NFL ist halt was anderes als College Football.
Die Seahawks haben einen großen Vorteil. Ihr Stadion. Es ist wahrscheinlich das lauteste nach Arrowhead in Kansas, und spätestens ab Oktober ist es im windigen und regnerischen Nordwesten der USA extrem ungemütlich. Das garantiert den einen oder anderen Sieg. Sie waren vielleicht die größte Überraschung, allerdings hat Geno Smith nach großartigem Beginn doch etwas abgebaut. Mal sehen, welchen Smith wir jetzt sehen. Und ob seine weiten Würfe nach vorne wieder so oft beim anvisierten Empfänger landen. Die sind mit Metcalf und Lockett sehr prominent. Für die Play-offs reicht es, und es gibt einen netten Zweikampf mit den Niners um den Divisionssieg.
Meine Divisionssieger
East: Cowboys
South: Falcons
North: Lions
West: Seahawks
Wild Cards: Eagles, 49ers, Giants
von Münchner Löwe | Sep. 6, 2023 | MLB
Blick über den Teich, MLB
Die Teams haben jetzt knapp 140 Spiele absolviert, also noch gut 20 bis zu den Play-offs zu absolvieren. Theoretisch kann da immer noch viel passieren, aber der Play-off-Schedule nimmt langsam Konturen an
American League
East
Die Orioles führen die Division weiter an mit 4 Spielen Vorsprung auf die Rays. Sie sind außerdem weiterhin das beste Team der AL, hätten also bis zu den World Series Heimrecht (wenn sie denn durchkommen). Die Blue Jays haben schon 10,5 Spiele Rückstand.
Central
Die Twins vergrößern weiter ihren Vorsprung auf die Guardians, der jetzt 7 Spiele beträgt. Der Rest ist abgeschlagen. Für die direkten Play-offs wird es nicht reichen, also in die Wild Card.
West
Hier gibt es einen spannenden Dreikampf zwischen den Astros, Mariners und Texans, die gerade mal zwei Spiele auseinanderliegen. Da es hier noch zu direkten Duellen kommt, ist für alle drei Teams alles drin. Der Divisionssieger ist fast sicher direkt in den Play-offs. Die Astros haben zuletzt 7:3 Siege, die Mariners 5:5 und die Texans. Angels und Athletics sind abgeschlagen. Athletics mit gerade 42 Siegen das schlechteste Team der gesamten Liga.
Wild Card
Drei Plätze gibt es: Die Rays haben die besten Chancen und 7,5 Spiele Vorsprung auf den Vierten. Dahinter gibt es einen engen Dreikampf des Zweiten und Dritten der West und den Blue Jays. Red Sox mit 5 Spielen Rückstand. Die Yankees haben zwar die vergangenen vier Spiele gewonnen, der Endspurt dürfte aber bei 7,5 Spielen Rückstand kaum mehr aufzuholen sein. Immerhin ist die Bilanz jetzt ausgeglichen.
National League
East
Die Braves führen mit 14,5 Spielen Vorsprung vor den Phillies und 19,5 vor den Marlins. Sie haben auch den besten Rekord der NL. Mets und Nationals abgeschlagen.
Central
Die Brewers 2,5 vor den Cubs und 5,5 vor den Reds, die doch ziemlich Federn lassen. Mantel des Schweigens über Pirates und Cardinals. Der Divisionssieger muss höchstwahrscheinlich in die Wild Cards.
West
Dodgers 14 vor den Diamondbacks und 15 vor den Giants. Praktisch sichere Play-off-Qualfikation, aber die Braves sind weit vorn.
Wild Card
Die Phillies haben einigermaßen komfortable aber noch längst nicht sichere 4,5 Spiele Vorsprung auf Platz 4, das sind gegenwärtig die Marlins. Cubs mit den besten Chancen auf den zweiten Sport. Dahinter ein enger Vierkampf zwischen den Reds, Marlins, Diamondbacks und Giants.
Stats
Jose Altuve von den Astros ist das Kunststück gelungen, in zwei aufeinanderfolgenden Partien gegen die Rangers insgesamt fünf Homeruns zu schlagen. Dabei schlug er im zweiten Spiel 4 HRs in 4 Innings (1, 2, 3 und 9). das hat es laut mlb.com noch nie in der sog. Expansion Era, also einer Liga-Erweiterung (seit 1961) noch nie gegeben
Insgesamt führt Matt Olsen von den Braves mit 45 HRs vor Shohei Ohtani (44). Auch bei den RBIs ist Ohtani vorn mit 114. Luiz Arraez hat den besten Schlagdurchschnitt mit .355.
Kepler Watch
21 HRs und 52 RBIs stehen zu Buche. Schlagdurchschnitt ist bei .250.
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