Blick über den Teich, NBA
Die jeweils zweiten Spiele der vier Serien brachten 4 Siege für die Gastgeber. Und doch sehe ich fast überall Spannungspotenzial, wenn jetzt das heimrecht wechselt.
New York Knicks – Philadelphia 76ers 108:102 (2:0)
Im Gegensatz zur ersten Partie war es diesmal fast bis zuletzt spannend. Die Sixers haben sich offensichtlich erholt, zeigten sich klar allerdings mussten sie auf ihren Star-Center Hoel Embiid auskommen, was letztlich vielleicht den Ausschlag gab.
Bis weit ins vierte Viertel (99:99/4:30 Minuten zu spielen) gestalteten die Gäste die Partie ausgeglichen. Dann allerdings ging vorne überhaupt nichts mehr, und ein 6:0-Lauf der Knicks entschied die Partie.
Mut macht alledings den Sixers, dass sie ansatzweise Lösungen in der Defensive gegen Jalen Brunson gefunden haben, und dass ain ihrer Offensive Tyrese Maxey und Paul George ins Laufen gekommen sind.
Beste der Sieger
OJ Amunoby: Offensiv stark und vielseitig wie eh und je, und in der Verteidigung lästig wie eine Wespe beim Marmeladenfrühstück. Unter anderem klaute er 4 Bälle und schaffte sogar einen Block.
Jalen Brunson: Nicht ganz so spielprägend wie in Partie 1, aberr letztlich mit 26 Punkten (9/21) Topscorer seines Teams.
Stark beim Verlierer
Tyrese Maxey: Eine extrem starke 1. Halbzeit (19 Punkte). Danach konnte er sich gegen die stärke werdende Knicks-Abwehr nicht mehr durchsetzen. Paul George gefiel anfangs mit enormer Trefferquote aus der Distanz (3 schnelle Dreier), dass er diese nicht halten konnte, war letztlich ausschlaggebend füt die Niederlage.
🇩🇪👓
Ariel Hukporti kam gut 6 Minuten zum Einsatz, weil die Knicks auf ihren Reboundspezialisten Mitchell Robinson verzichten mussten. Der Deutsche konnte die Chance nicht nutzen, die vier Fouls in dieser kurzen Zeit scheinen rekordverdächtig.
Ausblick
Die Knicks also mit Rückenwind nach Philadelphia. Doch dort werden die Sixsers sich nicht von vornherein geschlagen geben. Viel hänt davon ab, ob die medizinische Abteilung Joel Embiid wieder hinbekommt.
Detroit Pistons – Cleveland Cavaliers 107:97 (2:0)
Die Cavs blieben sich treu und verloren auch die fünfte Play-off-Partie in dieser Saison (bei 4 Heimerfolgen). Wieder konnten sie die Partie lange offen halten (anfangs des 4. Viertels ergatterten sie sogar eine Führung/81:79), wieder ging ihnen am Ende ein wenig die Luft aus. Letztlich eine überflüssige Niederlage.
Bester der Sieger
Cade Cunningham: Der Starspieler übernahm im 4. Abschnitt und schaffte hie 12 seiner insgesamt 25 Punkte. Das macht einen großen Spieler aus, dass er sich von eher bescheidenen Leistungen nicht abhalten lässt.
Stark beim Verlierer
Donovan Mitchell: Von Beginn an sehr präsent. Wollte seine eher dürftige leistung aus Spiel 1 vergessen machen – das gelang mit 31 Punkten. Haderte dabei mit den Schiedsrichtern, die seiner Meinung nach mehrere Fouls an ihn nicht ahndeten. Am Ende verließ ihn sein Distanzwurf (0/3 Dreier im Schlussabschnitt).
x-Faktoren
Die Dreier: Diese galt (und gilt?) als Schwäche bei den Pistons (außer bei Duncan Robinson). Am Donnerstag trafen sie 14 von 28 Vesuche, also exakt zur Hälfte. Besonders hervor tat sich natürlich Robinson (5 von 8), aber eben auch ein Tobias Harris sowie sogar der bisherige Nicht-Faktor und Ex-Cavs-Profi Caris LaVert (je 2 von 3)
Anders die Cavs: Nur 7 von 32 Würfen (22 Prozent) fanden das Ziel. Da braucht sich niemand zu wundern über die Niederlage, höchstens, dass sie noch relativ knapp ausgefallen ist.
James Harden: In negativer Hinsicht. Ein gebrauchter Tag für den vermeintlich zweiten Topmann, und im Gegensatz zu Cunningham konnte er eben nicht wenigstens im 4. Viertel Akzente setzen. 10 Pünktchen sammelte er, traf keinen seiner 4 Dreier, produzierte dafür 4 Ballverluste.Teilweise wirkte das fast lustlos, was „The Beard“ ablieferte). Erstaunlich, dass er trotzdem fast 37 Minuten Spielzeit bekam.
🇩🇪👓
Dennis Schröder: 20 Minuten stand er auf dem Parkett und sorgte durchaus für Betrieb (5 Assists) Allerdings ohne Wurfglück (1 von 5), zu WM- und EM-form fehlt doch einiges. Dabei könnten die Cavs ihn bster Verfassung so gut brauchen.
Ausblick
So auswärtsschwach die Cavs sind, so stark sind sie in eigener Halle (4 Siege gegen die Raptors in der 1. Runde). Cleveland hat gezeigt, dass es mithalten kann, Mitchell und zeitweise auch Jarrett Allen können zum Faktor werden. Und ein James Harden wird nicht immer so schwach spielen wie am Donnerstag.
San Antonio Spurs – Minnesota Timberwolves 133:95 (1:1)
Von Beginn an eine klare Angelegenheit. Die Wolves trotz eines Anthony Edwards ohne jede Chance.
Beste der Sieger
Keiner war wirklich herausragend (das war auch nich nötig. Stephon Castle war mit 21 Punkten Top-Scorer, Victor Wembanyama Top-Rebounder (15). Im 4. Viertel saßen die Stars auf beiden Seiten weitestgehend auf der Bank.
Zahlereien
22 Ballverluste (19 in den ersten 3 Vierteln) leisteten sich die Timberwolves, 5 allein Julian Randle.
Ausblick
Keine Frage, die Spurs haben die Heimniederlage aus Spiel 1 utweggesteckt. Doch der Kantersieg sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wolves in eigener Halle sich ganz anders wehren dürften. Ob Heimvorteil alleine sich jetzt in 2 Siegen auszahlt, das scheint angesichts der Überlegenheit de Spurs doch recht fraglich.
Oklahoma City Thunder – Los Angeles Lakers 125:107 (2:0)
Mitte des 3. Viertels durften die Lakers tatsächlich an eine Überraschung glauben. Mit 5 Punkten führten sie, und Thunder-Topstar Shai Gilgeous-Alexander hatte sich gerade sein 4. Foul eingehandelt und musste erst mal von außen zuschauen. Fast schien es, als wüssten die Thunder gar nicht wohin mit ihren zahllosen Möglichkeiten.
Doch als es drauf ankam zeigten sie, dass sie sich längst von Shai emanzipiert haben, dass sie von seiner Stärke nicht abhängig sind (im Gegensatz etwa zu den Denver Nuggets und Nikola Jokic). In SGAs Abwesenheit übernahmen dann halt Ajaj Mitchell und Jared McCain, und aus dem kleinen Vorsprung wurde für die Lakes ein vorentscheidender 11-Punkte-Rückstand.
Auch wenn sich die Lakers noch mal ranrobbten, letztlich hatten sie gegen OKC (und dann auch wieder SGA) keine Chance.
Bester der Sieger
Chet Holmgren: In der Offensive gut (22 Punkte), in der Defensive mit seiner Wendigkeit und den langen Armen überragend, unter anderem mit 4 Steals und 2 Blocks.
Stark beim Verlierer
Austin Reaves: Klar das beste Spiel seit seiner Rückkehr nach Verletzung. 31 Punkte sammelte er, dabei erwies er sich als zielsicher (10 von 16 meist recht schwierige Versuche).
LeBron James zeigte diesmal eine bestenfalls durchschnittliche Leistung (für seine Verhältnisse). Dafür fiel er durch fortwährendes Meckern auf (würdige Vertretung des verletzten Luka Doncic), ohne dass ihn die Refs mit einem technischen Foul bestraften. Superstar-Bonus vom Feinsten.
X-Faktoren
Jared McCain: Für mich immer noch ein völliges Rätsel, wie die Sixers diesen Top-Rookie der vergangenen Saison (bis zur Verletzung) haben ziehen lassen. Dass ausgerechnet der Liga-Primus zuschlagen konnte, ist ein trauriges Trade-kapitel für sich). McCain zegte von der Bank kommend keinerlei scheut, am Ende hatte er 18 Punkte auf dem Konto bei vier von 5 verwandelten Dreier.
Ajaj Mitchell stand gar in der Starting Five: Seine Vorstellung war wieder bärenstark (20 Punkte, 6 Assists). Fast lässt e den verletzten Jaylen Williams vergessen.
🇩🇪👓
Isaiah Hartenstein zeigte sich von seinr besten Seite. Gerade im 1. Viertel trug er mit zahlreichen guten Aktionen (6 Punkte, 2 Blocks, 4 Rebounds zum gelungenen Start von OKC bei.
Ausblick
Auch wenn sich die Lakes bei Kräften bemühen: Gegen die Thunder scheint kein Kraut gewachsen. Vielleicht gelingt es ihnen, dass sie wengstens eines der beiden anstehenden heimspiele für sich entscheiden, dass sie die Serie umbiegen, halte ich für ausgeschlossen, wenn nicht den OKC-Kader en massiver Virus oder ähnliches befällt.
Ansetzungen
Sa., 01:00: Sixers – Knicks (0:2)
Sa., 03:30: Wolves – Spurs (1:1)
Sa., 21:00: Cavs – Pistons (0:2)
So., 02:30: Lakers – Thunder (1:1)
So., 21:30: Sixers – Pistons
Mo., 01:30: Wolves – Spurs
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