Tischtennis-WM, ein Freiburger Fußball-Märchen, und Barca mit Hasi Flick schafft einen histrischen Coup.

 

Fantastisches Tischtennis, aber am Ende siegt doch China

 

Das Sporteignis, das mich in der vergangenern Woche am meisten geflasht hat: die Mannschafts-WM in London. Mit unfassbar spektakulärem Sport und trotz der letztlich erwarteten Titel für Chinas Frauen und Männer – spannend war es auch. Mein Daumendrücken für die Gegner)innen vor allem aus Frankreich und Japan war letztlich erfolglos.

Seit jeher sind die Chinesen im Tischtennis nahezu unangreifbar. Diesmal waren die anderen Teams so nah dran wie lange nicht, in der Vorrunde kassierten die Männer sogar Niederlagen gegen Südkorea und Schweden. Doch als es drauf ankam, waren sie zur Stelle, obwohl die Männer ihre besten Spieler Fan Zhengdong und Ma Ling ersetzen mussten, die nicht mehr für ihr Land antreten.

Nicht nur mein tragischer Held heißt Alexis Lebrun. 1:1 stand es im Halbfinale zwischen Frankreich und China. Er gewann gegen Liang die ersten beiden Sätze mit 11:3 und 11:1(!), hatte im 3. Satz 2 Matchbälle, die der Chinese kunstvoll abwehrte. Lebrun verlor Satz und Match, und sein Team (darunter sein Bruder Felix Lebrun) waren gebrochen. Aber das ist eine goldene Generation mit den Lebruns und Flavien Coton
Im Finale ein ähnliches Bild. Japan konnte sehr gut mithalten, führte sogar mit 2:1, am Ende hatten die Chinesen die besseren Nerven. Was auffiel: Wenn die Chinesen zurücklagen, änderten sie ihr Spiel, stellten sich auf den Gegner ein, der seinerseits keinen Plan B hatte.

All das auf einem unwahrscheinlich hohen Niveau, grandios eingefangen von Hd-Kameras, als leidlich guter Freizeitsspieler saß ich bei manchem Ballwechsel atemlos, konsterniert und schwerst begeistert vorm Fernseher, egal ob bei den Frauen oder Männern. Letztlich habe ich nur bedauert, dass dann doch zweimal China im Finale gegen Japan gewann. Wie heißt es so schön? Varietas delectat …

 

Hansi Flicks schönster und trauriger Tag

 

Dass der FC Barceona spanischer Fußball-Meister wird, das stand  schon sein mehreren Wochen praktisch fest. Nur rechnerisch fehlte noch was, und am Sonntag sollte der große Tag sein: Im Spiel gegen den Erzrivalen Real Madrid und damit eine Novität. Keinen einzigen seiner jetzt 29 Meistertitel hat Barca mit einem Sieg gegen Real auch rechnerisch fixiert.

Ein großer Tag für Trainer Hansi Flick. Doch am Morgen erhielt er die traurige Nachricht, dass sein Vater gestorben war. Er entschloss sich dennoch, dass er am Abend live dabei sein wollte. Camp Nou und seine Zuschauer dankten es. Vor der Partie eine Schweigeminute, danach „Hansi-Flick-Rufe!“ In Barcelona lieben sie ihren Trainer, der in Deutschland seit der verpatzten WM 2022 nur noch Hohn und Spott erhielt. Googelt mal „Flick“ und „Graugänse“.
Im Spiel selbst begeisterte die junge Barca-Mannschaft gegen ein Real Madrid, das zurzeit sehr schwere Zeiten durchlebt. Das 2:0 gibt nicht ansatzweise die Überlegenheit der Gastgeber wider, allein Madrids Schlussmann Thibault Courtois verhinderte eine höhere Niederlage. Immerhin zeigten sie sich als gute Verlierer und umarmten Hansi Flick mit aller herzlichkeit.

14 Punkte Vorsprung hat Barca jetzt auf Real, vor gerade mal 19 Spieltagen, nach dem 2:1 der Madrilenen im Hinspiel, hatten die Königlichen ihrerseits 5 Punkte Vorsprung – was für eine Umkehr der Verhältnisse. Seitdem ist bei Real allerdings alles schiefgelaufen samt völlig verfrühten und sinnlosem Trainerwechsel von Xabi Alonso zu Arbeloa. Ein zerstrittener Haufen (Schlägerei in dieser Woche zwischen Valverde und Tchouameni als negativer Höhepunkt) voller Egomanen (Vini jr., der mit Jude Bellingam den Trainerwechsel forciert haben sollen, auch Mbappé samt Extratouren nach seiner Verletzung). Bei Real dürfte das große Aufräumen und ein kompletter Neustart anstehen. Den Gerüchten nach mit José Mourinho auf der Bank, na denn viel Glück ….

Barca dagegen hat gute Zeiten vor sich (ich denke trotzdem immer an die gut 1 Milliarde Schulden oder mehr? Wer zählt schon …). Das komplett renovierte Stadion wird tatsächlich irgendwann vollständig fertig, das Team ist jung und kommt zu großen Teilen aus der eigenen Jugend (der vermeintlich beste Lamine Yamal war gegen Real gar nicht dabei), und Flick ist der richtige Anleiter. Hier hat er endlich sportliches Glück gefunden, obwohl längst nicht alles nach Wunsch verlief in dieser Saison. Das Ausscheiden jeweils gegen Atlético Madrid in Champions League und Pokal schmerzt, zumindest die Königsklasse ist nächste Saison ein Muss!

 

Freiburg erobert Europa

 

Wer hätte das gedacht? Die Breisgauer stehen im Finale um die Europa Leagu, dem zweitwichtigsten Wettbewerb des Kontinents. Im Rückspiel gewannen sie mit 3:1 gegen Sporting Braga und kompensierten die 1:2-Hinspiel-Niederlage. am 20. Mai treffen sie in Istanbul auf Aston Villa und müssen dann gegen royale Unetstützung ankommen. Prinz William, der Thronfolger, ist nämlich glühende Villa-Fan, er dürfte live vor Ort dabei sein – auch als Chef des englischen Fußball-Verbandes.
Was die Freiburger aus ihren vergleichsweise geringen Möglichkeiten machen, erstaunt schon länger Fußball-Deutschland. In der wärmsten Stadt des Landes kann Fußball gedeihen, ein Eldorado auch für die Trainer, die ruhig arbeiten können. Volker Finke war in den 90ern 16 jahre lang der Vorreiter, Christian Streich setzte von 2011 bis 2024 das Werk fort; beide waren also weit mehr als 10 Jahre verantwortlich, wo gibt es das noch in der Bundesliga außer  in Heidenheim. Julian Schuster, als aktiver Spieler Kapitän der Mannschat, wirkt jetzt seit fast 2 Jahren. Vielleicht ist das Spiel nicht mehr so spektakulär, erfolgreich allemal. Jetzt die Krönung vorm designierten König?

 

Und sonst?

 

  • Bundesliga: Der VfB Stuttgart hat nun die besten Karten um den letzten verbliebenen Champions-League-Platz. Im direkten Duell gewannen die Schwaben mit 3:1 gegen ein auf der ganzen Linie enttäuschendes Bayer Leverkusen, das nächsten Samstag auf  Ausrutscher hoffen muss. Nicht nur von Stuttgart (bei Eintracht frankfurt), sondern auch von 1899 Hoffenheim (in Mönchengladbach)
    Im Abstiegskampf wahrte der 1. FC heidenheim die Chance mit einem 3:1 in Köln, auch weil die beiden Konkurrenten St. pauli (1:2 in Leipzig) und VfL Wolfsburg (0:1 gegen Bayern) verloren. Das Trio ist jetzt punktgleich, nächsten Samstag treffen Pauli und wolfsburg am Millerntor aufeinander, eidenheim erwartet Mainz 05. Es geht allerdings nur noch um Platz 16 und die Relegation gegen den Dritten der 2. Liga.
  • England: Der VAR hat vielleicht die Meisterschaft entschieden – zu Gunsten des FC Arsenal. 1:0 führten die Guners bei West ham, als nach eine Ecke und Getümmel im Torraum der Ball plötzlich im lag. Doch ging alles mit rechten Dingen zu? Der Schiri konsultierte die Fernsehbilder und siehe da, es lag eine klare Behinderung des Arsenal-Torhüters vor. Es gibt allerdings den äußerst faden Beigeschmack, dass gerade Arsenal auf ähnliche Art und Weise nach Eckbällen und Torhüterbehinderung viele Treffer erzielte in dieser Saison. Sie haben diese Art der Eckbällle erst hoffähig gemacht.
    Seis drum: Jetzt können die Londoner mit 2 Siegen gegen Absteiger Fulham und bei Crystal Palace den Titel perfekt machen. Es wäre de erste seit 2004, als die sogenannten Invincibles die Meisterschaft sicherten. Zudem steht Arsenal noch im Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain (30. Mai in Budapest)
  • Handball: Der SC magdeburg und die Füchse Berlin stehen im Final 4 der Champions League. Sie setzten sich im Viertelfinale jeweils gegen ungarische Clubs durch. Dabei benötigten die Füchse gegen Vezprem ein Siebenmeterschießen.Außerdem beim Viererturnier in Köln in einem Monat dabei: Handbold Aalborg und der FC Barcelona.