Das war die Woche, die war

Portugal gewinnt die Nations League, Coco Gauff in Paris, und die Füchse Berlin sind deutscher Handball-Meister.
Anmerkung: Zum Männer-Einzel https://blickueberdenteich.de/alcaraz-gewinnt-den-super-thriller/

und den NBA Finals https://blickueberdenteich.de/thunder-gleichen-aus/

gibt es gesonderte Texte

 

Unerwarteter Freudentaumel

 

Etwas überraschend, dafür umso verdienter hat sich Portugal die Nations League gesichert. In einem teilweise hochklassigen Finale setzten sich die Portugiesen im „Iberico“ gegen den großen Nachbarn Spanien nach Elfmeterschießen durch. Zweimal war Espana in Führung gegangen, zweimal glichen die Lusitanier aus. Unter den Torschützen war auch Cristiano Ronaldo, der zum 2:2 traf, kurz vor der Verlängerung allerdings wegen einer Muskel-Verletzung das Spielfeld verlassen musste.
Umso ergriffener war er nach dem letzten Elfer. während die Mitspieler in einem wahren Freudenknäuel versanken, vergoss er Tränen der Freude. Auch ich hab hier ja oft bemäkelt, CR7 schade diesem Team mehr als dass er nutze. Aber zum einen hat er immer noch den genialen Torriecher, zum anderen ist er absolut unangefochtener Volksheld, der hymnisch verehrt wird auch von seinen Mitspielern. Er muss schon von sich selbst sagen, dass es nicht mehr geht, und zurzeit geht es noch sehr gut..

Jedenfalls haben die Portugiesen eine wirklich aufregende Truppe zusammen ohne echte Schwachstelle, dafür mit Mittelfeldmotor Vitinha und Nuno Mendez überragende Einzelkönner, die zumindest am Sonntag auch den spanischen Jungstar Lamine Yamal deutlich in den Schatten stellten. Der hatte einen schwachen Tag und machte einen extrem lustlosen Eindruck.

Im Halbfinale hatten die Portugiesen ebenfalls in München die Deutschen bezwungen, völlig verdient am Ende, auch weil Bundestrainer Julian Nagelsmann mit seinen Wechseln danebengriff. Wie er etwa auf die Idee kommt, dass ein Niclas Füllkrug ohne jede Spielpraxis ein Gewinn wäre. Oder der völlig formlose Serge Gnabry. Klar, einige sehr wichtige Spieler fehlten (Musiala, Rüdiger, Kleindienst), aber der 2. Anzug passt noch gar nicht. Und zumindest Stand heute würde ich das Team nicht zu den engeren WM-Favoriten zählen, zumal das Turnier in Amerika stattfindet.

 

Gauff triumphiert auf der roten Asche

 

Sicher ist Sand nicht der Lieblingsbelag der Amerikanerin. Doch nachdem sie sich irgendwie ins Finale von Roland Garros gespielt hatte mit Erfolgen unter anderem gegen Australian-Open-Siegerin Madison Keys , zeigte sie nach einem Fehlstart gegen Aryna Sabalenka eine hervorragende Leistung. Sie drang vor allem in den Kopf der Weißrussin hinein, die vor allem über ihre eigenen Fehler mehr und mehr verzweifelte. Sympathien bei mir hat sie leider eh wenige: Ihre unerträgliche (!) Schreierei auf dem Platz und ihre Egomanie auf (der entnervte Blick zu ihren Leuten) und  neben dem Platz sind nur schwer erträglich. Hinterher moserte sie fast ausschließlich über ihr Spiel. Was für eine Unsportlichkeit gegenüber Gauff, der sie den Eindruck vermittelte, die Amerikanerin habe  nur wegen Sabalenkas Gnaden gewonnen, was natürlich reiner Blödsinn ist.
Die immer noch erst 21-jährige Gauff hat nun nach den US Open 2023 das 2. Grand-Slam-Turnier gewonnen, ihr Tief im vergangenen Jahr ist überwunden. Attraktives Tennis spielt sie eh, wir werden sehen, wie weit sie das noch führt.

Schöne Erfolge gab es für die deutschsprachigen Juniorinnen und Junioren. Die 17-jährige Österreicherin Lilli Tagger gewann die Mädchen-Konkurrenz. Faszinierend: Sie spielt mit einer einhändigen Rückhand, eine absolute Seltenheit bei den Frauen. Die 1,85 Meter helfen ihr zudem natürlich beim Aufschlag.
Ein rein deutsches Finale gab es bei den jungen Männern: Niels McDonald gewann gegen seinen guten Freund Max Schönhaus. Mehr als ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft, zumal die ebenfalls noch ganz jungen Justin Engel und Diego Dedura am Nachwuchsturnier gar nicht teilnahmen.

 

Berlin endlich Handball-Meister

 

Im letzten Spiel machten es die Füchse noch mal spannend. 3 Tore lagen sie kurz nach der Pause bei den Rhein-Neckar Löwen zurück, der für den Titel notwendige Punkt schien gefährdet. Doch dann rissen sich die Berliner zusammen, und angeführt von Welthandballer Mathias Gidsel siegten sie letztlich ungefährdet mit  38:33. So retteten sie einen Zähler Vorsprung gegenüber  Titelverteidiger SC Magdeburg ins Ziel und holten die erste  für die Hauptstadt  nach der Wende (und die erste für den Westteil der Stadt überhaupt). Gidsel ist natürlich ein absoluter Glücksfall für die Füchse und die Bundesliga. Er hätte weit lukrativere Angebote in Spanien und Frankreich, zieht aber die ihn stets fordernde Bundesliga vor und genießt das für ihn recht ruhige Leben in de Hauptstadt. Und Jahr für Jahr zeigt er dann noch mit den Dänen, dass er der beste Handballer der Welt ist.
Am Ziel der Träume ist auch Bob Hanning, der vor 20 Jahren das Projekt Füchse-Handball in der Hauptstadt begann. Immer streitbar, aber oft mit erstklassigen Ideen. Die von ihm geförderte Jugendarbeit trägt Früchte und bringt viele Klassespieler heraus wie jetzt Fabian Wiede. Erinnert sei auch an den hochbegabten Paul Drux, der leider allzu früh wegen anhaltender Verletzungen seine Karriere beenden musste.

Die Füchse und Magdeburg sehen sich schon dieses Wochenende in Köln wieder, wenn die Champions League ihr Final Four austrägt. Der SCM trifft am Samstag im Halbfinale auf den FC Barcelona, Berlin auf Nantes, Handballfeste sind wahrscheinlich.

 

OIlers kassieren Heimpleite

 

Nach den ersten beiden Spielen in Edmonton steht die Finalserie zwischen den heimischen Oilers und Titelverteidiger Florida Panthers 1:1. Auch die 2. Partie ging in die Overtime, in der diesmal Florida das bessere Ende für sich hatte. Marchmant nutzte einen Konter, lief alleine auf Torwart Scottie Skinner zu und überwand diesen mit etwas Glück und viel Mühe.
Leon Draisaitl hatte für seine Oilers erneut ein Tor geschossen, nach brillanter Vorarbeit von Conor McDavid. In de Nacht zu Dienstag findet Spiel 3 in Florida statt

 

Und sonst?

  • BBL: Die Favoriten haben nach dem jeweils dritten Halbfinalspiel die Nase vorn. Der FC Bayern führt gegen Heidelberg genauso mit 2:1 wie ratiopharm Ulm gegen Würzuburg. Die jeweils vierten Partien finden am Dienstag in Würzburg (18:30) und Heidelberg (20:00) statt.
  • Motorrad: Marquez-Festspiele in Aragon. Im Sprint und Hauptrennen gewann jeweils Marc Marquez vor dem jüngeren Bruder Alexis. In der WM-Wertung führt Marc vor Alexis, der Dritte Francisco Bagnaia hat schon großen Rückstand.
  • Rallye: In Sardinien war der französische Altmeister Sebastien Ogier mal wieder eine Klasse für sich. Der achtmalige Weltmeister siegte vor Odd Tanak aus Estland und dem Finnen Kalle Rovenpera.
  • Schwimmen: Einen unglaublichen Weltrekord stellte die dreifache Olympiasiegerin Summer Mcintosh auf. Die Kanadierin siegte bei den nationalen WM-Ausscheidung über 400 Meter in 3:54,18 Minuten und blieb mehr als eine Sekunde unter der alten Bestleistung von Ariane Titmus.
  • Leichtathletik: Einen Uraltrekord verbesserte der deutsche 1500-Meter-Läufer Robert Farken beim Diamond-League-Meeting in Rom. Er lief als Zweiter 3:30,80 und blieb 76 Hundertstel unter der Leistung von Thomas Wessinghage. Der war 3:31,56 im Jahr 1980 (!) in Koblenz gelaufen.

 

Das wasr die Woche, die war

Giro-Entscheidung und der erste Leichtathletik-Höhepunkt des Jahres. Und die deutschen Handball- und Basketball-Ligen nähern sich dem Ende. Ach ja, das Münchner Champions-League-Finale
https://blickueberdenteich.de/psg-zeigt-fussball-zum-verlieben/

 

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Yates

 

In ganz dürren Worten: Simon Yates hat den Giro d´Italia gewonnen. Aber was für ein Drama hat sich da in der vorletzten Etappe abgespielt, die diesen Triumph des Briten erst möglich gemacht hat.
Drei Fahrer hatten vor  diesem Teilstück mit dem brutalen Anstieg um Col de Finestre noch Siegchancen. Die besten naturgemäß der Mann in Rosa, Isaac Del Toro, der mit 32 Sekunden vor Richard Carapaz (Ecuador) und einer Minute auf Yates führte. Am Col di Finestre versuchte Yates sein Glück und sprang vom Duo DelToro/Carapaz weg. Der Vorsprung stieg und stieg, weil das Verfolger-Duo sich in der Verfolgungsarbeit nicht einig war. Das ist nämlich die große Kunst im Radsport, Gemeinschaften auch mit dem härtesten Konkurrenten schmieden. In diesem Fall hätte das geheißen. Beide verrichten gleich viel Führungsarbeit.
Doch gerade Carapaz dachte gar nicht daran. Vielleicht war er wirklich mit den Kräften am Ende, das bezweifle ich. Sein Standpunkt: Ob ich Zweiter oder Dritter werde, ist mit eher gleichgültig, aber für Del Toro geht es um den Sieg. Der aber wollte den Hauptkonkurrenten nicht mitziehen lassen, vielleicht auch aus Angst, er könne ga z am Ende von diesem abgehängt werden. Anders als der
So baute Yates seinen Vorsprung auf mehr als 5 Minuten auf Del Toro/Carapaz aus, die ihn zum Gesamtführenden machten. Auf der Ehrenetappe durch Rom ließ er nichts mehr anbrennen und schnappte sich also den ersten Sieg bei einer großen Länderrundfahrt.
Ausgerechnet der Col de Finestre, als er vor 7 Jahren im Rosa Trikot mehr als 40 Minuten verlor. „Wir waren vielleicht die Stärksten, aber  nicht die Intelligentesten“, räumte Carapaz ein. Wahr gesprochen.

 

Ein Fest des Mehrkampfes

 

Zum wiederholten Mal traf sich ein großer Teil der Weltelite zum Meeting im beschaulichen Götzis und zum wiederholten Mal gab es vor eine Rekordkulisse von 15.000 Zuschauern Top-Leistungen. Bei den Frauen triumphierte Anna Hall mit dem Meeting-Rekord von 7023 Punkten, mit der sie sich auf Platz 2 der All-time-Bestenliste hinter der unglaublichen Jackie Joyner-Kersee (mit 7291 Punkten in einer anderen Welt) schob. Beste Bedingungen (Wetter, Konzentration nur auf Mehrkampf) halfen. Unfassbar ihre 2:01,23 im abschließenden 800-Meter-Lauf, so schnell war noch keine Frau bei einem Siebenkampf.

Bei den Männern „hielt“ die 9000-Punkte-Grenze. Sander Skotheit gewann mit dennoch erstklassigen 8909 Punkten vor dem US-Amerikaner Kyle Garland (8626). Leo Neugebauer, der eigentlich die 9000 Zähler anpeilte, musste sich mit Platz 5 und 8555 Punkten mit Platz 5 begnügen, knackte aber wie sein Landsmann Niklas Kaul (3. mit 8575) die WM-Norm. Die Atmosphäre war mega“, bilanzierte der Olympiazweite sein Götzis-Debüt.

 

Füchse unaufhaltsam

 

Zum Endspiel um die Meisterschaft erkoren die Experten die Handballpartie Füchse Berlin gegen MT Melsungen. Das Duell der beiden punktgleichen Teams an der Tabellenspitze entschieden die Hauptstädter klar mit 37:29 für sich. Auch am Sonntag in Stuttgart ließen sie mit einem souveränen 35:20-Erfolg nichts anbrennen. Härtester Verfolger ist jetzt der SC Magdeburg einen Zähler und dem nicht mehr einholbar schlechteren Torverhältnis hinter Berlin. 2 Spieltage stehen noch aus, die Füchse spielen am Donnerstag gegen Gummersbach und am Sonntag bei den extrem schwächelnden Rhein-Neckar Löwen. Der erste Titel scheint also ganz nahe.

Und sonst?

  • Conference League: Der FC Chelsea gewann in einer unterhaltsamen Partie das Finale in Wroclav gegen Betis Sevilla. In der 1. Halbzeit waren die Andalusier klar das bessere Team und führten auch mit 1:0, doch im 2. Durchgang hatten sie dem effizienten Spiel der Londoner nichts mehr entgegenzusetzen. Chelsea gewann 4:1 und ist das erste Team, das jetzt alle vier europäischen Pokale in der Vereinsvitrine stehen hat
  • BBL: Überraschung im 1. Halbfinale: Der FC Bayern verlor die erste von maximal 5 Halbfinal-Partien zu Hause gegen Heidelberg mit 90:95. Ein gewisser Druck für die Müncher besteht also vor dem 2. Spiel am Mittwoch in Heidelberg. Mit etwas Mühe wurde dagegen ratiopharm Ulm gegen Würzburg seiner Favoritenstellung gerecht.
  • Golf: Der nächste Triumph von Scottie Sheffler nach den PGA Championships. Gleich mit 4 Schlägen Vorsprung sicherte er sich das Memorial Tournament vor US-Landsmann Benjamin Griffin und dem erneut sehr starken Sepp Straka aus Österreich.
    Bei den Austrian Open feierte der Deutsche Nico von Dellinghausen einen feinen Sieg, der ihm die europäische Tourkarte für 2026 sicherte, das Wichtigste für einen aufstrebenden Golfprofi.
  • Verletzungspech: Die deutsche Basketball-Kapitänin Marie Gülich zog sich einen Kreuzbandriss zu und wird bei der Heim-EM fehlen. Ein schwerer Rückschlag fürs Team, zumal auch WNBA-Legionärin Satou Sabally ihre Teilnahme abgesagt hat.

 

Das war die Woche, die war

Stuttgart rettet mit Pokalsieg die Saison

 

Ende gut, fast alles gut, werden sie im Ländle sagen. Der neutrale Fußballfreund dagegen wird sich fragen, was passiert wäre, wenn denn der Arminen-Schuss nicht an die Querlatte gedonnert wäre, sondern ins Tor und zur Führung der Bielefelder.
Danach konterten die Stuttgarter die Arminia genauso gnadenlos wie gekonnt aus. Beim Stand von 4:0 musste man schon das Schlimmste für den Zweitliga-Aufseiger befürchten, als zwei schnelle Treffer in der Endphase zum einen das Ergebnis verschönten und zum anderen die Schwaben noch mal gehörig ins Schwitzen brachten.
Übrig bleibentrotz der Niederlage euphorische Arminen-Anhänger, die ihr „Once-in-the-Lifetime“-Finale in der Hauptstadt feierten, wobei es offenbar weitestgehend friedlich bleibt.
Erschreckend allerdings die chaotischen Zustände am Einlass, wo die Fans mehr als 2 Stunden warten mussten und zum Teil den Anpfiff (und die tolle Show davor) versäumten. Eine organisatorische Panne ersten Grades, die Gott sei Dank nicht in einer Katastrophe endete. Hier sind DFB und Veranstalter und Stadt gefragt, das minutiös aufzuarbeiten. Immerhin will sichu Berlin für Olympia bewerben.

 

Anachronismus bleibt Anachronismus

 

Jeder Formel-1-Fan und -Experte weiß: Die Königsklasse des Motorsports hat in Monte Carlo nichts mehr zu suchen. Sie ist dem engen Stadtkurs entwachsen. Und doch: Der Formel-1-Kalender ist ohne den Abstecher ins Fürstentum schlicht undenkbar. Hier ist der Glamour echt und auch sichtbar (im Gegensatz zum Beispiel von Las Vegas).
Nur das Rennen stört, könnte ich frei nach Udo Lattek über den Kölner Fußball im Kölner Stadion lästern. Überholen ist schlicht und ergreifend nicht möglich. Die brillante Idee der Veranstalter, dass das Rennen durch zwei obligatorische Boxenstopps aufgehübscht und spannender gemacht werden könnte, erwies sich als Rohkrepierer, wie hinterher viele Fahrer recht unverhohlen kundtaten. Im Gegenteil: Es wurde noch schlimmer, weil manche Fahrer mit Absicht langsam fuhren, damit der Teamkollege durch den Boxenstopp besser dran sein könnte.
Im Rennen ohne gelungenes Überholmanöver siegte Lando Norris im McLaren vor Charles LeClerc (Ferrari) und Oscar Piasti (ebenfalls McLaren), der seine WM-Führung verteidigte. Weltmeister Max Verstappen zeigte die Absurdidät der neuen Regelung und bog erst in der vorletzten Runde zu seinem 2. Boxenstopp ab. Als wolle er alle, die diese großartige Boxenidee hatten und durchsetzten,  verhöhnen und Norris nicht mehrere Führungsrunden zum Sieg gönnen

 

Meister-Jubel in Neapel und Graz

 

Erst am letzten Spieltag wurden die Meisterschaften in Italien und Österreich entschieden. Während Napoli mit dem ungefährdeten 2:0 früh alles klar machte im Fernduelle mit Inter, musste Sturm Graz bis zur letzten Sekunde zittern in einem außergewöhnlichen Herzschlagfinale. Am Ende reichte Sturm ein 1:1 gegen den Wolfsberger AC zur Titelverteidigung. Hätten die Steirer verloren, wären sie auf Platz 3 abgestürzt und der WAC Meister geworden. Am Ende trennten die ersten 4 lediglich 3 Punkte, da schaut der deutsche Fan sehr neidisch hin (sofern er den österreichischen Fußball denn überhaupt wahrnimmt).

 

Djokovic im Club der Hunderter

 

Ehre, wem Ehre gebührt. Der (von mir nicht geliebte) Serbe Novak Djokovic feierte in Genf seinen 100. Turniersieg. Es wird ihm egal sein, dass dieses Turnier nicht das Schillerndste seiner großen Sammlung ist – eher im Gegenteil. Aber nachdem ihm Jakob Mensik in Miami den Titel im Finale wegschnappte und er danach kein Match mehr gewann, dürfte der Erfolg Balsam für die geschundene Seele sein. Im Finale siegte er in drei Sätzen hartumkämpfen gegen Hubert Hurcacz, nicht gerade als Sandmann bekannt.
Und schon gibt es einige Experten, die ihm für die French Open viel zutrauen. Im vergangenem Jahr musste er im Viertelfinale kampflos aufgeben.

 

Schweizer Märchen ohne Happy End

 

Was war das für eine fantastische Eishockey-WM der Eidgenossen. Nach de Auftaktniederlage gegen Tschechien übefuhren die Schweizer die Konkurrenz, beendeten in der K.o.Runde die ebenfalls wundersamen Erfolgsreisen erst gegen Österreich, dann gegen die unglaublichen Dänen, die ihrerseits Rekordweltmeister Kanada eliminiert hatten.
Doch im Finale war Schluss mit der Herrlichkeit gegen die USA. Die hatten sich für ihr erstes WM-Finale seit 1960 (!) qualifiziert und waren letztlich das glücklichere Team. Nach torlosen 60 Minuten entschied die Verlängerung und das reichlich unwüdige 3 vs 3, das mit normalen Eishockey in etwa so viel zu tun hat wie Hallenfußball mit Fußball. Tage Thompson erzielte letztlich den entscheidnnden Treffer nach 2:02 Minuten in der Overtime. Insgesamt sicher nicht unverdient und doch so traurig für die Schweizer, die jetzt 4 WM-Finalis in den vergangenen 12 Jahren verloren haben.

 

Und sonst?

  • Relegation: Im „Dorfico“, wie die Relegation zwischen Heidenheim und Elversberg spöttisch wie letztlich zutreffend genannt wurde, setzte sich der Bundesliga-16. von de Ostalb durch. Dramatischer hätte es nicht sein können, denn der Siegtreffer fiel erst in der letzten Minute der Nachspielzeit. Es waren dem Vernehmen nach zwei höchst vergnügliche und unterhaltsame Fußball-Spiele.
  • England: Am letzten Spieltag ging es „nur“ noch um die 3 verbliebenen Champions-League-Plätze nach Meister Liverpool und dem Zweiten FC Arsenal. Die höchst profitablen Tickets sicherten sich Manchester City, Newastle United und der FC Chelsea. Aston Villa vergab alle Chancen mit einer desaströsen Vorstellung bei Manchester United, darf sich aber mit einem Europa-League-Platz trösten. Nottingham Forest bleibt schließlich nur die Conferece League, aber wär hätte das dem Team vor der Saison zugetraut?
  • Handball: Die SG Flensburg-Handewitt sicherte sich die European League, den zweitwichtigsten internationalen Wettbewerb. Im Finale in Hamburg gewannen die Norddeutschen souverän gegen Montpellier, nachdem sie im Halbfinale gegen die MT Melsungen eine Verlängerung gebraucht hatten

 

Das war die Woche, die war

Paolini die Triumphatorin von Rom, Verstappen düpiertdie McLarens, der BVB feiert den Sprung in die Geldtöpfe, der 1. FC Köln den Aufstieg.

 

Ende gut, (fast) alles gut

 

Mit einem großartigen Endspuret hat sich Borussia Dortmund noch den 4. Platz geschnappt, der die Qualfikaion für die geldige Champions League bedeutet. Ihre Pflichtaufgabe gegen Hlstein Kiel erfüllte die Mannschat mit einem letztlich ungefährdeten 3:0 gegen Absteiger Holstein Kiel, zumal die Norddeutschen nach einem frühen Platzverweis mehr als 80 Minuten zu zehnt agieren mussten.
Alle Ehren sind die 8 Siege in den vergangenen 7 Partien wert, aber natürlich spielte auch viel Glück und vor allem die schwächelnde Konkurrenz mit, die zuletzt fast maßgeschneiderte Ergebnisse ablieferte. Prinzipiell hat das Team Potenzial, der neu gekommene Trainer Niko Kovac hat die Ur-Tugenden und die offenbar fehlende Fitness erweckt. dass Leute wie Julian Brand und _Serhou Guirassy außerordentliche Fähigkeiten haben, steht außer Zweifel.
Die Frage lautet jetzt, ob mehr drin ist als eine CL-Quali auf dem letzten Drücker wie in den vergangenen beiden Jahren.

 

Der FC feiert

 

Keine Selbstverständlichkeit, dass einem prominenten Absteiger der sofortige Wiederaufstieg gelingt. Da kann der HSV ein Lied dvon singen, den der Aufstieg jetzt im 7. Jahr gelang.Der 1. FC Köln schaffte es, in einer absurden Zweitligasaison, in der kein Team herausstach. Mit ganzen 61 Punkten wurden die Kölner gar Erster, zum Vergleich, Meiser Bayern München hatte 82 Zähler, also ganze 7 Siege mehr. Apropos Bayern und Köln. Torwart Jonas Urbig gelang das einzigartige Kunststück und darf sich sowohl Zweitliga- als auch Erstliga-Meister nennen. Er wecvhselte ja in der Winterpause vom FC zu Bayern.
In die Relegation muss, eher darf,  der Dritte SV Elversberg nach dem 2:1 auf Schalke. Dort kommt es zum Treffen mit dem 1. FC Heidenheim. Beides sympathische Außenseiter, viel Spaß beim Findes eines Favoriten des Herzens.

 

Paolinis Lächeln

 

Als der Matchball vollendet war, löste sich bei Paolini die Anspannung, die ihr Lächeln etwas vertrieben hatte. Turniersieg zu Hause in Rom im ausverkauften Foro Italico, mehr geht nicht, wenn ich die Grand Slams weglasse. Mit teilweise perfektem Tennis hatte die Italienerin die leicht favorisierte Coco Gauff entnervt. 6:4, 6:2 lautete das überraschend klare Ergebnis, und danach strahlte und hüpfte über den Court, als könne und wolle sie die ganze Welt umarmen. Die Fans auf dem Center Court feierten sie frenetisch. Spätestens jetzt muss sie als eine der Favoritinnen für die French Open in eine Woche gelten, bei denen sie im Vorjahr erst im finale chancenlos an Iga Swiatek scheitete. Die Polin ihrerseits ist völlig außer Form, also …

Mit ihrem Triumph überstrahlte Paolini sogar die erfolgreichen Männer. Nicht dass diese nicht auch sehr erfolgreich abgeschnitten hätten. Jannik Sinner kam nach dreimonatiger Dopingsperre fit und tennisbereit zurück, als wäre nichts gewesen. Erst im Finale musste er sich dem an diesem Tag etwas besseren Carlos Alcáraz beugen. Die beiden sind eine Klasse für sich. Doch dahinter wartet mit Lorenzo Musetti ein weiterer Italiener, der ins Halbfinale vorstieß und dabei Alexander Zverev im Viertelfinale besiegte.

 

Verstappens Blitzstart

 

Beim ersten Rennen in Europa schlug die Stunde des Hlländers. Von Platz 2 war er in Imola gestartet, mit einem brachialen und halsbrecherischen Manöver düpierte er den Pole-Inhaber Oscar Piastri auf McLaren. Dieser Coup sollte dem holländischen Red-Bull-Fahrer schon zum Triumph reichen. Denn Piastri konnte völlig überraschend zunächst dem Tempo nicht folgen. Mit eher unglücklich getimten, weil relativ frühen  Boxenstopps handelte er sich zu viel Rückstand ein, die er mit am Ende maladen Reifen nicht mehr aufholen konnte.
So siegte Vestappen vor Piastris Teamkollege Lando Norris und eben Piastri.
Der Australier führt dennoch die WM-Wertung an, hat derzeit 13 Punkte Vorsprung auf Norris und 24 auf Verstappen.

 

Crystal Palace größter Triumph

 

Die Londoner gewannen im Wembleystadion das Cupfinale, diesen so unfassbar angesehenen und traditionellen Wettbewerb vor einem Teil der Königsfamilie und naürlich auch sonst viel Prominenz. Im Fianle besiegte sie Manchester City mit Trainer Pep Guardiola, de erstmals seit seiner City-Ägide ab 2016 ohne Titel blieb in einer Saison. Ein frühes Tor brachte die Emtschediung, weil City trotz großer Überlegenheit nichts Zählbares zustandebrachte. Die größte Chance hatte der Ex-Frankfurter Omar Marmoush, doch dieser vergab einen Foulelfmeter.

Im Mittelpunkt stand der Trainer von Palace Oliver Glasner, ebenfalls ein Ex-Frankfurter. Und ein ausgewiesener Pokal-Spezialist, denn mit der Eintracht triumphierte er 2022 in der Euopa League. belohnt wurde damit die Geduld der Palace-Verantwortlichen, die trotz des Katastrophenstartes in der Liga am Österreicher festhielten. Pokalsieg, sicherer Klassenerhalt und nächste Saison in der Europa League dabei – kein Wunder dass viele Topclubs ein Auge auf Glasner geworfen haben.

 

Endspiel ums Viertelfinale

 

Mit 3 Siegen sind die Deutschen in die Eishockey-WM gestartet, es folgten 3 Niederlagen gegen die Schweiz, die USA und heute unverdient deutlich mit 0:5 gegen Tschechien. Genau umgekehrt lief es bei den Dänen, die zuerst gegen die Eishockey-Großmächte antraten und verloren. So kommt es morgen zum Endspiel ums Viertelfinale. Wer gewinnt, kommt weiter, und sei es nach Verlängerung.

 

Und sonst?

  • Bundesliga: RB Leipzig wird nächstes Jahr nicht international spielen. Ein Desaster für den Brauseclub, der doch mit dem Head of Soccer Jürgen Klopp angreifen wollte..
  • 3. Liga: Im Fernduell um Platz 3 verlor der FC Energie Cottbus Nerven und Spiel. 1:4 unterlag das Team im heimischen Stadion der Freundschaft dem FC Ingolstadt. So bleibt nur platz 4 hinter dem 1. FC Saarbrücken und der Trost einer 1. Pokalrunde.
  • Internationaler Fußball, Italien: Was für ein Fernduell war das am Sonntagabend. Die virtuelle Tabellenführung zwischen Napoli und Inter wechselte mehrfach. Am Ende ist die SSC trotz des 0:0 beim FC Parma der große Gewinner, denn Inter verspielte zweimal einen Vorsprung. Vor dem letzten Spiel bleibt es also beim 1-Punkte-Vorsprung. Mit einem Sieg zu Hause gegen Calgiari sichert sich Neapel den ncäshten Titel nach 2023.
    Spanien: Alles klar ist in der Primera Division. Schon am Mittwoch stand die Meisterschaft für den FC Barcelona auch rechnerisch fest. Da macht auch die 2:3-Heimniederlage am Sonntag gegen Villarreal nichts.
  • Radsport: Primoz Roglic heißt der Verlierer der ersten vollen Giro-Woche. Auf der staubigen Etappe nach Siena am Sonntag verlor er nach einem Sturz mehr als 2 Minuten auf den Sieger Wout van Aert. Gesamtführender ist der 21-jährige Isaac del Toro, als erster Mexikaner überhaupt bei einer großen Rundfahrt. Er gilt als einer der großen Talente im Radsport. Doch stehen die ganz schweren Etappen in Alpen und Dolomiten noch bevor, in denenn auch Roglic noch zurückschlagen kann.
  • Golf: Am Ende ungefährdet sicherte sich Scottie Scheffler die PGA Championships in South Carolina. Fünf Schläge Vorsprung hatte er letztlich auf drei weitere US Amerikaner. Es war noch mal spannend geworden auf de Schlussrunde, doch der aufkommende Jon Rahm verlor auf den 3 Schlussbahnen gleich 5 Schläge auf Par und damit alle Hoffnungen.
  • Leichtathletik: Eine persönliche Bestleistung schaffte Speerwerfe Julian Weber in Doha. De Deutsche warf das Gerät auf 91,06 Meter und führt die Jahreswertung an.

Das war die Woche, die war

Eine Sportwoche voller Höhepunkte, auch voller Drama und 2 unerwartete Weltrekord

 

Bayern kriecht zum Titel

 

Immer noch haben die Münchne 6 Punkte Vorsprung auf Bayer Leverkusen. So gesehen stellt sogar ein Heim-2:2 gegen den BVB Clubführung und sportliche Spitze zufreden, zumal angesichts der personellen Misere um 7 verletzte Stammspieler. Bayer Leverkusen nämlich verlängert seine formidable Formkrise und kam gegen den 1. FC Union nicht über ein enttäuschendes 0:0 hinaus. Da stimmt einiges nicht mehr, spätestens nach dem Pokalaus bei Arminia Bielefeld haben die Werkskicker die Saison wohl innerlich abgehakt.
Jetzt beschäftigt am Rhein fast nur noch die Frage, ob Trainer Xabi Alonso und Starspieler Florian Wirtz am Rhein bleiben oder abwandern in Richtung Real Madrid (Alonso, Wirtz?) oder München (Wirtz) Gerade die Real-Frage dürfte mit einem Ausscheiden der Königlichen diese Woche gegen Arsenal an Fahrt aufnehmen

Jetzt ist es fast schon offiziell: Die drei Abstiegsplätze machen drei Vereine unter sich aus, von denen dann einer Relegatjion spielen darf gegen den Drittligazweiten. Heidenheim hat mit 2 Punkten Vorsprung auf den VfL Bochum und gar 4 die besten Chancen dafür.

Ein Kuriosum hat es am 29. Spieltag gegeben. Viermal gewann ein Auswärtsteam 2:12, viermal erzielte es den Siegtreffer in de 90. Minute oder gar Nachspielzeit. Ich wüsste nicht, ob es so etwas schon mal gegeben hat. Insgesamt wieder kein Tag der Heimteams. Einzig Eintracht Frankfurt konnte gegen Heidenheim vor eigener Kulisse gewinnen.

 

Die unglaublichen 2 auf dem Fahrrad

 

Was Matthew van der Poel und Tadej Pogacar derzeit bei den Monumenten des Radsports abliefern, ist outstanding. Drei gab es bisher in diesem Jahr, und dreimal standen der Holländer und der Slowene auf dem Treppchen. Auch den Sieg bei Paris-Roubaix, vielleicht der bedeutsamste Eintages-Klassiker, machten die beiden Ausnahmefahrer unter sich aus. Ein simpler Fahrwehrer von Pogacar entschied das Duell etwa 40 Kilometer vor Schluss, als er zu schnell in eine Kurve furh und im Graben landete. Die 20 Sekunden, die er dabei verlor, reichten van der Poel. Etwa 10 Kilometer lieferten sie sich in einem atemberaubenden Verfolgungsrennen ein Sekundenduell, doch letztlich erwies sich van der Poel als der Stärkere.
Er gewann damit zum dritten Mal in Folge den Klassiker auf den fürchterlichen Kopfsteinpflastern, das schaffte bisher nur der große Italiener Francesco Moser. Pogacar, der Sieger der Flandern-Rundfahrt vor einer Woche, hat in 14 Tagen bei Lüttich-Gastogne-Lüttich die nächste Chance (wahrscheinlich im nächsten Superduell).

 

Die Haie fordern die Eisbären

 

Es geht natürlich nicht um ein tierisches Drama in der Arktis, sondern um die Finalserie der DEL. Nach den Eisbären Berlin, die sich souverän in nurn 4 Spielengegen die Adler Mannheim durchsetzten, lösten auch die Kölner Haie das Endspiele-Ticket. Durchaus überraschend in 6 Partien gegen den Ligaprimus EHC Ingolstadt. Die Oberbayern waren zwar insgesamt die überlegene Mannschaft, sofern ich das im Eishockey überhaupt zu beurteilen vermag, aber im Abschluss schlicht zu ineffizient. Das lag an den eigenen Schüssen, vor allem aber am überragenden Kölner Goalie Julius Hudacek. Der Slowake trieb die Ingolstädeter Angreifer schier zu Verzweiflung und wehrte allein bei den 4 Siegen 156 von 151 Versuchen ab.
Die Entscheidung fiel am Montagabend in der Overtime. Nach einer abermaligen Glanzparade von Hudacek beförderte Grenier die Scheibe gedankenschnell nach vorne zum enteilten Schütz, der frei vorm Ingolstädeter Kasten die Nerven behielt. Ausgerechnet Schütz, der bis dato in den gesamten Play-offs ohne Scorerpunkt geblieben war.
Jetzt akso Eisbären gegen Haie. Die Berliner sind klare Favoriten. Allein ihre erste Sturmreihe mit Tiffels, Pföderl und Ronning, die bisher alles kurz und klein geschossen hat. Schon Gründonnerstag gehte es in der Beliner Halle am Ostbahnhof los.

 

Märtens und Alekna mit unfassbarem Saisonauftakt

 

Der 400-Meter-Freistil-Weltrekord von Paul Bidermann galt schon als fast uneinnehmbar. Noch im danach verbotenen Ganzkörperanzug schaffte er bei der WM 2009 in Rom 3:40,07 Minuten. Danach, in konventionellen Schwimmhosen, scheiterten die besten der besten an dieser Marke. Ausgerechnet bei einem ansonsten fast unbeachteten Meeting in Stockholm verbesserte Lukas Märtens die zeit auf 3:40,96. Der Olympiasieger über diese Strecke ist natürlich kein unbeschriebenes Blatt; aber er kam direkt aus dem Training in einem Höhenlager, und der eigentliche Saisohöhepunkt, die WM in Singapur Anfang August,  ist noch fern. „Ich fühlte mich zwar gut in Form, aber mit dieser Zeit habe ich nicht gerechnet“, bekannte der Magdeburger. Für Biedermann bleibt allerdings sein Weltrekord über 200 Meter, ebenfalls aufgestellt 2009 in Rom, ebenso vermeintlich unknackbar. Schaun mer mal.

Bei näherer Betrachtung vielleicht nicht ganz so überraschend kam der erneute Weltrekord von Diskuswerfer Mykolas Alekna. Denn die Anlage in Ramona/Alabama gilt als sogenannte Segelwiese, wo eben ein leichter ohne Behinderung von Tribünen Wind die 2-Kilo-Scheibe wie ein Tragkissen auf unglaubliche Weiten trägt. Und doch: Die 75,56 Meter hätten die wenigsten erwartet. Zum ersten Mal beförderte ein Mann den Diskus über die 75er-Marke. Damit übertraf Alekna seinen eigenen Weltrekord, aufgestellt vor fast genau einem Jahr ebenfalls in Ramona, um satte 1,21 Meter.
Gleich 6 Werfer blieben über den 70 Metern, so etwas wie die Trennung zwischen gut und sehr gut bei den Diskusriesen. So steigerte sich der Australier Matt Denney auf 74,78. Der Deutsche clemens Prüfer kam auf 71,01 Meter.
Und doch: Den weitesten (gemessenen Diskuswurf!) aller Zeiten hat immer noch eine Frau geschafft. Gabriele Reinsch schleuderte das Gerät auf 76,80 Meter, einer dieser Weltrekorde aus unseligen Anabolia-Zeiten. Wer jetzt aufmerkt, den darf ich beruhigen. Der Diskus bei den Frauen wiegt nur 1 Kilo.

 

Und sonst?

  • Formel 1: Der Australier Oscar di piastri schaffte im Mc Laren den 2. Saisonsieg und übernahm die Führung in der Fahrer-WM. „Oscar-Reif“ finde ich einen wunderbaren, weil auch vieldeutigen Titel.
  • Tennis: Carlos Alcáraz hat das Masters-Turnier in Monte Carlo gewonnen, das erste auf Sand in diesem Jahr. Es war eine merkwürdige Woche in Monte, nicht nur wegen ungewöhnlich kühlen Temperaturen. Die Mitfavoriten (Titelverteidiger Tsitsipas, Djokovic, Zverev, naja) scheiterten früh. Eine tolle Woche hatte der Italiener Lorenzo Musetti, der gleich 4 Spiele gewann, obwohl er den ersten Satz verloren hatte. Im Finale holte er sich dann den ersten Durchgang, ehe er gegen Alcáraz völlig chancenlos blieb. Die Kräfte waren ihm ausgegangen …
  • Handball: Der THW Kiel holt sich den Pokal: Selbst habe ich kaum etwas gesehen, aber sowohl im Halbfinale (gegen die Rhein-Neckar Löwen) als auch Finale (gegen Melsungen) war Torwart Andi Wolff der Matchwinner. Für den THW gibt es damit doch noch einen nationalen Titel, nachdem der Meisterschaftszug längst abgedampft ist.

 

Das war die Woche, die war

Erst souverän, dann chaotisch

 

Die deutschen Fußballer haben sich gegen Italien fürs Final Four der Nation League qualifiziert. Nach dem 2:1 in Italien gab es am Sonntag ein spektakuläres 3:3, das ich selbst allerdings nur am Radio live verfolgte. 3:0 führte Deutschland zur Pause, auch dank eines kuriosen Treffers. Ein Balljunge hatte vor einer Ecke den Ball sehr schnell an Jamal Musiala weitergegeben, und der überraschte mit einer schnellen Ausführung die vor sich hindämmenden Italiener und bediente Joshua Kimmich. Ein Bubenstück, cdoch ob am Tag danach die 20-Uhr-Tagesschau wirklich darüber berichten muss, sei mal dahingestellt.
Beobachter der Partie können sich an keine bessere 1. Halbzeit eines deutschen Teams in der jüngsten Vergangeneheit erinnern. Meist blieben sie irgendwann beim unwirklichen 7:1 2014 im WM-Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien hängen, als es zur Pause 5:0 stand.
Doch irgendeetwas geschah in de Paue – hier wie dort. Die Italiener nahmen plätzlich wieder am Spiel teil und brachten die Gastgeber noch ziemlich in Verlegenheit. Moses Kean verkürzte schnell auf 1:3 (49.), und spätestens als er in der 69. Minute zum 2:3 traf, flackerten die Nerven. Ein elfmeterwürdiges Foul von Schlotterbeck nahm der Schiedsrichter nach Konsultation des VAR wieder zurück, da wäre noch eine Viertelstunde zu spielen gewesen und die Nerven noch mehr strapaziert. So schadete der tatsächlich gegebene Elfer für die Azzurri in der Nachspielzeit nicht mehr, den Raspadori (diese namen, seufz) verwandelte. Das 3:3 reichte dem Team, die nun im Halbfinale in München auf Portugal treffen

 

Ach, die Elfmeterschießen

 

Hochspannung in den anderen 3 Viertelfinals, die alle zeitgleich ausgetragen wurden. Dreimal gab es Verlängerung, und zweimal gar Elfmeterschießen. Portugal brauchte diese Lotterie nicht mehr: Nachdem sie das 0:1 aus dem Hinspiel mit dem 3:2 in Lissabon kompensiert hatten, schafften die Lusitanier in der Verlängerung zwei weitereTore, das ihnen das Halbfinale gegen Deutschland sicherte. Zu den Torschützen zählte auch Cristiano Ronaldo, der allerdings ausgewechselt wurde.
Absolute Thriller bei den Elferdramen in Paris (Frankreich vs Kroatien) und Valencia (Spanien vs Holland). Jeweils die Gastgeber setzten sich durch und das, obwohl auch die beiden Gewinner nicht fehlerlos blieben. Besondere Erwähnung verdienten der Franzose Desire Doue und der Spanier Alex Baena. Sie veerwandelten ihre Versuche nervenstark, obwohl ein Fehlschuss das Aus bedeutet hätte. Wo es glückliche Helden gibt, sind auch die tragischen Verlierer nicht weit. Die Fehlschüsse von Donyell Malen (Holland) und Josip Stanisic (Kroatien) bedeuteten letztlich das Aus.
Spanien und Frankreich treffen in Stuttgart zum 2. Halbfinale aufeinander: Im Neckarstadion gibt es also vielleicht ein Wiedersehen mit Marc Cucurella, der eben dort das nicht geahndete Handspiel begangen hatte, das einen Bundestrainer Julian Nagelsmann noch heute schäumen lässt. Ich will nur hoffen, dass die geisteskranken und schandbaren Pfiffe, die Cucurella in den folgenden EM-Spieleen erdulden musste, ausbleiben.

 

Abschied einer Legende

 

Im Schatten des Weltcup-Thrillers der Biathlon-Frauen Franzi Preuß und Lou Jeanmonnot
https://blickueberdenteich.de/warum-ich-sport-so-liebe-2/

nahm Johannes Tignes Boe Abschied. An einem (nicht nur) für norwegische Wintersportler heiligen Ort. Am Holmenkollen nahe Oslo bestritt also der 23-malige Weltmeister und fünffache Olympiasieger seine letzten Rennen. Dass er ohne Sieg blieb und endgültig auch den Gesamtweltcup an Landsmann Sture Lagreid verlor, war nebensächlich. Die Norweger, gebeutelt von ihrem Skispungskandal, feierten ihn und den ebenfalls Abschied nehmenden älgteren Bruder Tarjej Boe; auch der sehr erfolgreich (11 WM-Titel, 3 Olympiagold), aber halt nicht ganz so wie das Brüderchen.

 

Die Fuchsjagd ist eröffnet

 

Aber das ist sehr schön für die Berliner Füchse, denn erstmals erklommen sie nach dem beeindruckendem Auswärtssieg gegen Handballmeister SC Magdeburg die Tabellenspitze der HBL. Jetzt sind sie die Gejagten, und die Meute ist noch nahe dran. Aber das Team um Welthandballer Gisdel hat es jetzt in der eigenen Hand. Sicher gibt es in den letzten 11 Spielen noch die eine oder andere Klippe (insbesondere die beim Rekordmeister THW Kiel am 16. April und zum Saisonabschluss bei den Rhein-Neckar Löwen, aber so nah am Titel waren die Füchse noch nie, zumal die Konkurrenten sich gegenseitig Punkte wegnehmen. Allerdings sind sie auch noch in der Champions League gefordert (wie auch der SCM), die doch wesentlich anspruchsvoller ist als der EHF-Cup.

 

Piastri macht McLaren froh

 

Nachdem im 1. Rennen Lando Norris in Melbourne für McLaren erfolgreich war, schlug im Großen Preis von Schanghai die Stunde des Teamkollegen. Erstmals hatte er sich die Poleposition geschnappt, und diesen Vorteil. nutzte er souverän zum Rennsieg. Der die bereits aufkommenden Gerüchte einer etwaigen Teamorder verstummen ließ. Eine solche wäre zu diesem frühen Stadium auch absolut lächerlich und demotivierend. Die McLaren-Teamleitung dachte also nicht mal daran, am Ende unsportlich einzugreifen. Mag sein, dass sich Piastri und Norris gegenseitig Punkte wegnehmen, aber das ist immer noch sehr viel besser, als nur ein Eisen im Feuer zu haben, wie es bei Red Bull mit Weltmeister Max Verstappen (er rettete Platz 4) der Fall ist. Dort zahlt Neuling Liam Lawson viel Lehrgeld; immerhin kam der Neuseeländer dieses Mal ins Ziel, verpasste allerdings als Zwölfter die Punkteränge (wichtig für die Konstrukteurswertung).
Ein Desaster erlebten am Sonntag die Ferraris. Nachdem Lewis Hamilton tags zuvor mit dem Sprintsieg aufgezeigt hatte, zockelten die Charles LeClerc und Hamilton recht chancenlos hinterher und wurden zu allem Überfluss später wegen Unregelmäßigkeiten am Auto disqualifziert. Schon jetzt ist der Abstand zur Spitze bedenklich.

Und sonst?

  • Internationaler Fußball: Erfolgreich, aber nicht sonderlich berauschend verliefen die beiden ersten England-Länderspiele unter Teamchef Thomas Tuchel. Die Three Lions gewannen zwar gegen Albanien 2:0 und am Montag gegen Lettland 3:0, aber daswar zum Teil recht bieder, was die Mannschaft zeigte. Immerhin: Harry Kane ist auch unter Nationalteam-Tuchel treffsicher und erzielte in beiden Begegnungen jeweils das 2:0.
    Im Schatten der A-Gruppe der Nations League gab es auch diverse Relegationsspiele. Dort scheiterte Österreich an Serbien, obwohl sie in den beiden Spielen insgesamt das bessere Team waren und verbleiben in der B-Gruppe (mit weniger attraktiven Gegnern). Auch Belgien (vs Ukraine), die Türkei (Ungarn) und Griechenland (Schottland) setzten sich in der Relegation durch.
    Japan und Weltmeister Argentinien sind die ersten Teams, sich sich neben den Gastgebernfür die WM in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert hat. Somit hat der Südamerika-Schlager Argentinien gegen Brasilien heute Nacht einiges an Brisanz verloren, denn auch die Selecao wird früher oder später mit Sicherheit das Ticket lösen.
  • Wintersport: Österreich atmet spät auf. Beim Weltcup-Finale in Sun Valley schaffte Lukas Feurstein mit einem wildem Ritt auf einem extrem anspruchsvollen und zum Teil sehr steilen Kurs seinen ersten Sieg und damit den ersten Triumph bei den Männern in dieser Saison. Die Abfahrtsschmach bleibt jedoch für Austria: Weil das letzte Rennen dem Wetter zum Opfer blieb, gab es in der Königsdisziplin nicht einen einzigen Stockerlplatz, das hätte der größte Pessimist nicht für möglich gehalten.
    Lindsey Vonn schaffte in ihrem letzten Saisonrennen das mit Abstand beste Resultat seit ihrem Comeback. Als Zweite im Super-G (ganz ähnlich gesteckt wie der der Männer) musste sie sich nur der Schweizerin Lara Gut-Behrami geschlagen geben, der ein absoluter Traumlauf gelang. Mit ihrer Zeit wäre sie bei den Männern Zehnte geworden. Die 50-jährige Vonn aber hat damit ihren Kritikern (Wasmeier!) ein weiteres Mal das Maul gestopft, und sie wird voller Elan in die Olympaisaison gehen, wo auf ihrer Lieblingsstrecke Tofana Abfahrt und Super-G entschieden werden.
    Heute und morgen stehen noch bei Frauen und Männern ein Riesenslalom an, bevor am Donnerstag je ein Slalom die Saison endgültig beendet.
  • Motorsport: Die Rallye Safari ist mit ihren tollen Wüstenbildern beeindruckend, doch bei den Fahrern berüchtigt, weil gefährlich. Denn auf der freien Strecke kann schon mal ein Zebra oder eine Antilope unverhofft im Weg stehen, vielleicht sogar ein Löwe ode Elefant?  was dem ohnehin anstrengenden WM-Lauf einen zusätzlichen Kick gibt. Offenbar haben es alle Fahrer gut überstanden (über Tierunfälle wurde nichts berichtet). Der Brite Elfy Ellis im Toyota hatte die Nase vorn und siegte vor den beiden Hyundais von Ott Tanak (Estland) Weltmeister Thierry Neuville aus Belgien.