Wemby wie erwartet

Blick über den Teich, NBA, NHL und MLB

NBA

Während der Post Season werden traditionell die Saison-Auszeichnungen verkündet, die auserwählte Journalisten vergeben. Rookie des Jahres wurde wie allgemein erwartet der Franzose Victor Wembanyama. Er kam mit tonnenschweren Erwartungen zu den San Antonio Spurs, und auch wenn er nicht wie wie von manchen geglaubt „außerirdisch“ spielte, so hat er mit seinen Zahlen und vor allem den sich stetig verbessernden Leistungen die Erwartungen übererfüllt. Geschenkt, dass die Spurs nie den Hauch einer Chance für mehr als einen der drei letzten Plätze hatte, er also nicht den Druck des Gewinnen-Müssens verspürte.
Wembanyama wurde von allen 99 Abstimmenden auf den 1. Platz gesetzt. Das schafften zuvor 6 Profis, zuletzt Karl-Anthony Towns 2016. Nicht aber Michael Jordan, der aber auch in einem Jahrgang mit Hakeem Olajuwan war. Chad Holmgren erhielt 98-mal den zweiten Platz. Beide sind meiner Meineung nach keine „echten Rookies“. Wemby hatte zuvor in der französischen ersten Liga schon reichlich Profi-Erfahrung gesammelt, Holmgren spielte in der vorvergangenen Saison zwar keine einzige Partie für die Thunder, war aber im Kader, trainierte mit den Profis und atmete schon NBA-Luft. Platz 3 ging an Brandon Miller von den Charlotte Hornets, der den einen zweiten Platz abstaubte, vor Jaime Jaquez von den Miami Heat.

NHL

Nach den New York Rangers (gegen die Carolina Hurricanes) haben auch die Boston Bruins (bei den Florida Panthers) Spiel 1 der 2. Runde in der Eastern Conference gewonnen. Nach dem 0:1 durch Tkachuk drehten sie auf und gewannen mit 5:1. Das sah schon ziemlich geschmeidig aus. In den Conference Finals hoffen sie ja auf einen Doubleheader New York – Boston in NBA und NHL, jeweils im TD Garden zu Boston und im Madison Square Garden. Und ich hab nachgeschaut: New York Yankees und Boston Red Sox bestreiten in der MLB erst ab 14. Juni wieder eine Serie – im Fenway Park.

MLB

Apropos Baseball. Ganze Spiele habe ich bisher kaum gesehen, auch nur einige Zusammenfassungen. Nach gut einem Monat riskiere ich trotzdem mal einen Seitenblick aufs Geschehen. Die Teams haben +/- 35 Spiele absolviert, also gut ein Fünftel. Keine Details, keine tiefschürfenden Divisions-Analysen, aber schon mehr als ein Trend, wohin es laufen könnte.

American League

Divisionsführende
East: Baltimore Orioles (23:11), Middle: Cleveland Guardians (23:12), West: Texas Rangers (20:16)

Vergleich zur vergangenen Saison
Stark verbessert sind vor allem die New York Yankees (21:13) und die Kansas City Royals (21:15) und auch die Boston Red Sox.
Negativ vor allem die Astros, immerhin Finalist in den World Series (verloren gegen die Rangers) sind regelreicht abgestürzt. Es begann ja schon mit 4 Heimpleiten gegen die Yankees. Wird schwer, noch in die Post Season zu kommen.

Sehr gut dabei
Die Minnesota Twins und Seattle Mariners sind den Guarduians respektive Rangers dicht auf den Fersen

Form
Die Twins hatten bis Sonntag einen Lauf von 9 Siegen en suite. Last ten 9:1 Siege.

Bodensatz der Liga
Die Chicago White Socks (8:27)

National League

Divisionsführende
East: Philadelphia Phillies (25:11); Central: Milwaukee Brewers (20:14); West: LA Dodgers (24:13)

Vergleich

Die schwachen Teams 2023 haben sich bisher nicht wesentlich verbessert
Hinter den Erwartungen sind sicher die Arizona Diamondbacks (15:20), die San Francisco Giants (15:21 und die Miami Marlin (10:27)

Sehr gut dabei
Die Atlanta Braves (20:12) und Chicago Cubs (21:15)

Form
Gut die Phillies (9:1) und Dodgers (8:2). Schwach die LA Angels (2:8) und Cincinatti Reds (2:8)

Bodensatz der Liga
Die Colorado Rockies (8:26)

MLB Stats
Shohei Ohtani (Dodgers) liefert für seinen neuen Club. 11 Homeruns in 36 Spielen und ein Schlagdurchsnitt von 0.370

Kepler Watch
Der Berliner hat in seiner kurzen Verletzungspause (bis 24. April) offenbar seinen Schlagrhythmus gefunden. Er steht jetzt bei einem für ihn hervorragenden Schnitt von 0.311 und beförderte den Ball zweimal über den Zaun.

 

Meisterhafte Minnesota-Verteidigung

Blick über den Teich, NBA

Mein derzeitiger Titelfavorit hat geliefert beim Titelverteidiger – und wie!

New York Knicks – Indiana Pacers 121:117 (1:0)

Ein Duell vollkommen auf Augenhöhe, doch das Ende war ziemlich unbefriedigend. Die Knicks mit einem wilden, etwas unbefriedigenden Ende. Die Pacers haben den Ball beim Stand von 117:118. Letztes Play. Offensives Foul gepfiffen, hält aber dem Instant Replay nicht. Einwurf Seite. Wieder offensiv Foul und insgesamt 3 Freiwürfe für Jalen Brunson , die die Partie entscheiden. Für mich unbefriedigend, weil ein regulärer Angriff der Pacers durch einen falschen Pfiff zerhackt wurde.
Egal: Die Knicks haben sich den ersten Sieg de Serie schon verdient. Brunson mal wieder überragend, Hart mit großartigen 4 Offensiv-Rebounds und ein Jalen Brunson, der weiter in Überform spielt. Die Pacers mit einem sehr ausgeglichenem Team Alle 9 eingesetzten Spieler hatten mindestens 6 Punkte. Sehr starke Bank (am Ende 46:3 Punkte). Tyrese Haliburton allerdings auf Formsuche. Insgesamt nur 6 Wurfversuche, von denen gerade mal 2 Dreier das Ziel fanden. Holte nicht einen einzigen Freiwurf heraus, und auch 8 Assists sind für ihn unterdurchschnittlich. Letztlich entscheidend waren aber die 32:40 Rebounds aus Pacers-Sicht.

Mann der Partie
Jalen Brunson. 43 Punkte legte er diesmal auf, sein 4. 40+Spiel in den Play-offs in Serie. Wurfquote 14 von 26 und 14 von 14 Freiwürfe. Der uneingeschränkte Leader. In der Form seines Lebens.

Stark trotz der Niederlage
Aus einem sehr starken Kollektiv der Pacers stach Myles Turner mit seinen 23 Punkten (8 von 16) heraus. Von der Bank steuerte TJ McDonnell mit18 Punkten bei.

X-Faktor
Donte DiVicenzo: In der 2. Halbzeit wachte er auf und machte 21 seiner 25 Punkte, verwandelte dabei 5 seiner 7 Dreier und hielt die Knicks im Spiel neben Brunson.

🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Isaiah Hartenstein. Eine mehr als solide Leistung vorne und hinten. Er ist ja der einzige echte Big Man bei den Knicks. 13 Punkte, 6 Rebound und 4 Assists lautet zahlenmäßig die Bilanz. Darüber hinaus prägt er die Partie quais als Defensiv-Quarterback. Er muss nur seine Fouls in Grenzen halten., weil er gegen wendige Spieler oft zu spät kommt. Und dann natürlich sein Magic Moment von der Mittellinie
https://twitter.com/NBA/status/1787643311240421499

Ausblick
Die Serie ist gespielt, doch viele Fragen bleiben. Was ist eigentlich mit Tyrese Haliburton los. Offiziell hört man ja nichts, aber er wirkt nach seiner Verletzung kurz nach dem All-Star-Break gehemmt, nicht so schnell. Das konnten die Pacers bisher gut kompensieren, aber sie bräuchten mehr Input ihres Spielmachers. Außerdem müssen die Pacers es schaffen, Jalen Brunson irgendwie zu zähmen vielleicht auf nur 30 Punkte. Die Knicks wiederum bräuchten unbededingt mehr Hilfe von der Bank. Was fehlt hier Bojan Bogdanovic.

Denver Nuggets – Minnesota Timberwolves 80:106 (0:2)

Schon vor dem Tip-off der vemeintlich spielentscheidende Nachteil für die Timberwolves, denn ihr Verteidigungsmonster Rudy Gobert musste wegen persönlichen Gründenpassen. Wer sollte jetzt bitte Nikola Jokic stoppen. Die Antwort war für die Nuggets niederschmetternd. Alle zusammen und vor allem Karl-Anthony Towns und Naz Reid.
Und von Beginn an tangierten die Wolves, als tangierte sie der Ausfall von Gobert gar  nicht. Hochkonzentriert spielten sie ihre Angriffe, und selbst brachten sie die Nuggets mit ihrer rasend schnellen und flexiblen Verteidigung die Nuggets schnell zur Verzweiflung. Allein Aaron Gordon ließ sich nicht beeindrucken und sammelte im 1. Viertel stolze 13 der insgesamt nur 20 Punkte.
Hielt sich da der Rückstand mit -6 noch in Grenzen, erlebten die Nuggets in Durchgang 2 ein Desaster. Die Offense blieb weiterhin nahezu chancenlos, und bei Minnesota drehte nun auch Anthony Edwards auf, legte 12 Punkte auf. Die Bankspieler Naz Reid und Nickell Alexander Walker verwandelten dazu noch je 2 Dreier. Halbzeitergebnis 61:35, der höchste Halbzeitrückstand der Nuggets zu hause in ihrer Play-off-Geschichte.
Längst war die Entscheidung gefallen. Im 3. Viertel führten die Wolves teilweise mit mehr als 30 Punkten. Zumindest die Garbage Time gestalteten die Nuggets ausgeglichen.

Mann des Tages
Karl-Anthony Towns: Von Beginn an hellwach und mit 11 Punkten im ersten, noch einigermaßen ausgeglichenem Viertel und 9 im 2. Abschnitt. Dazu großartige Verteidigung gegen Jokic im Verbund mit den anderen Wölfen.

Stark trotz der Niederlage
Aaron Gordon erreichte als einziger Nuggets-Profi so etwas wie Normalform, obwohl er im Verlauf der Partie mehrklich abkühlte. Christian Braun verdient Erwähnung, weil er es geschafft hat, in seinen 10 Minuten Einsatzzeit mit 2 Punkten + mit einer positiven Bilanz abzuschließen. Einen furchtbaren Abend verlebte Jamal Murray (3 von 18). Nicht viel besser erging es Michael Porter mit 4 von 12 aus dem Feld. Und auch Jokic wird über seine nur 16 Punkte und (immerhin!) 13 Rebounds und 8 Assists nicht wirklich zfrieden sein

X-Faktor
Nikeil Alexander Walker: Eine blitzsaubere Vorstellung in seinen fast 30 Minuten: 14 Punkte bei nur 9 Würfen, dazu tolle Defense mit 6 Rebounds und gleich 4 Blocks.

Ausblick

2 Auswärtssiege in der Höhe von Denver, das ist jetzt schon ein echtes Pfund, mit dem die Timberwolves wuchern können. Sie dürfen jetzt nur nicht übermütig werden und die Nuggets möglichst nicht in die Serie zurückkommen lassen. Aber nur einen Heimsieg sollten sie jetzt schaffen.
Den Nuggets bleibt nur die Hoffnung
– dass es nur noch besser werden kann
– dass ein Murray wieder zu seiner Form kommt
– dass ein Towns sich wieder blöde Fouls leistet
– dass Rudy Gobert auch zumindest in Spiel 3 fehlt
– dass Meistercoach Maloney etwas einfällt
– dass die Timberwolves plötzlich daran glauben, dass sie als so unerfahrenes Team doch gar nicht gewinnen können, schon gar nicht  bei einem erfahrenen Titelverteidiger
– dass sie in einer Crunchtime nichts zu melden haben (dazu muss es allerdings erst mal zu einer engen Crunchtime kommen)
– dass erst am Freitag (Nacht zu Samstag MESZ) wieder gespielt wird.

Prüft selbst die Wahrscheinlichkeit

Ansetzungen heute
01:00: Boston Celtics – Cleveland Cavaliers (0:0)
03.30: Oklahoma City Thunder – Dallas Mavericks (0:0/DAZN)

Götterdämmerung der Wagners

Blick über den Teich, NBA und NHL

CLEVELAND CAVALIERS* – Orlando Magic 106:94 (4:3)

Es bleibt dabei, die Serie ohne Auswärtssiege. Dabei sah es20 Minuten hervorragend aus für die Magic, führten sie doch mit 18 Punkten. Das Publikum murrte, Pauolo Banchero traf, wie er wollte, und sogar die Dreier fielen für Orlando-Verhältnisse richtig gut. Da konnen sie es sogar verschmerzen, dass sich Franz Wagner am Punkten nur unwesentlich beteiligte. Doch noch vor der Pause fanden die Cavs den Schalter und konnten den Rückstand auf 10 senken – ein Witz angesichts der Überlegenheit der Magic.
Das gab Selbstvertrauen, das Orlando völlig flöten ging. Franz Wagner traf auch die einfachsten Würfe nicht, die Cavs rissen die Initiative an sich und Donovan Mitchell war überhaupt nicht mehr zu stoppen. Fast wehrlos ergingen sich die Magic in ihrer Niederlage und dem Ausscheiden. Das Erreichen ist der Play-offs ist für sie sicher schon ein Erfolg, aber sie müssen unbedingt ihre Lehren aus dieser fulminanten Auswärtsschwäche ziehen.

Mann des Tages
Donovan Mitchell hat schon die gesamte Serie gezeigt, dass er der beste Spieler dieser Serie ist, vielleicht sogar mit Abstand. Es gab für Orlando gerade in de 2. Halbzeit kein Abwehrmittel gegen ihn. Am Ende standen 39 Punkte und 9 Rebounds für ihn zu Buche.

Stark trotz der Niederlage
In der ersten Halbzeit schien Paolo Banchero im Alleingang bezwingen zu können. 24 Punkte sammelte er, Aber gerade im entscheidenden 3. Viertel blieb er blass und kam nur auf 4 Zähler. Und da von den Teamkollegen keine Hilfe kam, nahm das Unheil seinen Lauf.

🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Ein extrem ernüchternder Abend gerade für Franz Wagner. Genau einen Wurf aus dem Feld verwandelte er, keinen einzigen in der zweiten Halbzeit bei 9 Versuchen. Seine Bemühungen mit Gewalt das Steuer herumzureißen, waren bedauernswert. Die Cavs luden ihn geradezu zum Werfen ein. Ein desaströses Spiel, vielleicht das schlechteste in 3 Jahren bei Orlando, vor allem weil er ja der zweitbeste Punktesammler des Teams ist. Auch sein Bruder Moritz hatte nicht den besten Tag. Er verwandelte wenigstens einen Dreier. Ansonsten kaum ein Faktor. Aber das Team ist in der 2. Halbzeit kollektiv untergegangen. Eine Wurfquote von 25 Prozent ist indiskutabel.

Analyse der Serie
7 Spiele, 7 Heimsiege, und das, obwohl die Hallen in Cleveland und Orlando jetzt nicht als besonders gefürchtet gelten. Letztlich entschied der beste Mann die Serie, der grandiose Donovan Mitchell.
Die Magic werden wiederkommen, um ein Jahr älter, erfahrener. Mit klugen Verstärkungen, gerade auf der Spielmacher-Position, haben sie die Zukunft vor sich.

Eastern Conference, Ausblick 2. Runde

Boston Celtics (1) – Cleveland Cavaliers (4)
Die vermeintlich klarste Serie. Hier die Celtics, die bis auf den einen Ausrutschter nahezu mühelos sich gegen die Miami Heat durchsetzten. Keiner ihrer 4 Siege war auch nur im Entferntesten gefährdet. Dort die Cleveland Cavaliers, die die Magic nur mit Mühen niederrangen. Ihre Heimstärke dürfte gegen die Celtics nicht helfen, bestenfalls zu einem einzelnen Erfolgserlebnis. Kristiam Porziongis fehlt den Celtics zwar, doch sie können diesen einen Ausfall locker verkraften
Celtics in 4

New York Knicks (2) – Indiana Pacers (6)
Hier wird es schon deutlich knapper zugehen. Die Knicks haben bei der aufregenden Serie gegen die Philadelphia 76ers vielleicht mehr Kräfte und auch Nerven gelassen, aber auch enorm viel Selbstvertrauen bekommen. Und jetzt hatten sie ja wenigstens eine kleine Pause. Für die Knicks wird wichtig sein, neben Jalen Brunson noch einen zweiten verlässlichen Schützen zu haben, vielleicht Donte DiVicenco? Interessant wird sein, wie  Isaiah Hartenstein mit de viel höheren Tempo de Knicks zurechtkommtDie Pacers konnten gegen die Milwaukee Bucks sich letztlich mit ihrem Tempospiel durchsetzen, profitierten aber sehr vom fehlenden Giannis Antetokunpo und dem am Ende nicht mehr voll-fitten Damian Lillard. Allerdings wird sich ein Tyrese Haliburton insgesamt steigern müssen und ein Pascal Siakam mehrere Sahnetage haben wie in Spiel 1 gegen die Bucks. Die Pacers scheinen mir zwar den breiteren Kader zu haben, dennoch auch aufgrund des Heimvorteils
Knicks in 7 Spielen.

Ansetzungen heute:
01:00: New York Knicks – Indiana Pacers (0:0)
04:00: Denver Nuggets – Minnesota Timberwolves (0:1)

NHL
Die Dallas Stars habe als letztes Team die 2. Play-off-Runde erreicht. Das beste Team der Saison brauchte im 7. Spiel eine weitere Energie-Leistung um Titelverteidiger Las Vegas Knights auszuschalten. Immerhin schafften sie das Kunststück, 2 Heimniederlagen zu Beginn zu kompensierenRadek Faksa traf in der 1. Minute des 3. Dritels zum entscheidenden 2:1. In der 2. Runde treffen die Stars auf die Colorado Avalanche.

Bereits ein Stück weiter sind die New York Rangers, die im ersten Zweitrundenspiel gegen die Carolina Hurricanes mit 4:3 gewannen. Mika Zibanejad war mit 2 Toren und 1 Assist gefeierter Mann des Tages

Ansetzung heute
02:00: Florida Panthers – Boston Bruins (0:0)

 

Statement der Wölfe

Blick über den Teich, NBA und NHL
Ein aufregendes Spiel 1 in Denver und ein Overtime Thriller in Spiel 7 zwischen den Boston Bruins und den Toronto Maple Leafs. So kann man relive den Sonntagvormittag verbringen …

NBA

Denver Nuggets – Minnesota Timberwolves 99:106 (0:1)

Die Wolves begannen, als wollten sie die Halle in Denver ganz einreißen. Anthony Edwards traf, wie er wollte, die Veteidigung nervte Nikola Jokic. 16:4 stand es. Doch die Nuggets sind halt nicht umsonst der Titelverteidiger, und aus der ersten Serie gegen die Lakers sind sie Rückstände gewohnt, die sie dann ja meist aufgeholt haben. So auch jetzt, wobei ich schon bedenklich fand, wie schnell der Rückstand schmolz. Schon im ersten Viertel war er dahin, doch die Wolves hatten genug Klasse, um nicht völlig einzubrechen, was bei so einem jungen und play-off-unerfahrenen Team Team durchaus möglich ist. Sie profitierten allerdings auch davon, dass die Schützen der Nuggets im 2. Viertel wie sie selbst ziemlich kalt waren.
Im 3. Viertel übernahm dann Karl-Anthony Towns das Kommando, und bei den Timberwolves tauten Spieler auf, die bis dato praktisch keine Rolle spielten. Mike Conley etwa gelangen zwei wichtige Dreier.
Im Schlussabschnitt wogte das Geschehen hin und her, bis Edwards wieder in der Erste-Hälfte-Modus zurückfand. Außerdem brillierte Gobert als Verteidiger gegen Jokic. Aber die Entscheidung brachte einer, der bis dahin kaum in Erscheinung getreten war. Naz Reeds Dreier und ein Monsterdunk.

Mann des Tages
Anthony Edwards: Der Hype um ihn ist groß, und er wäre unermesslich, würde er für ein Medien-Team wie die Lakers spielen. Er ist ja der einzige US-amerikanische, WM-Teilnehmer, der auch füs Olympia-Team nominiert wurde (Jalen Brunson anywhere?). 43 Punkte legte er auf, 14 davon im vierten Viertel. Der Mann, auf dem Verlass ist, vielleicht manchmal fast zu sehr, wenn die anderen abtauchen.

Stark trotz der Niederlage
Nikola Jokic: Trotz der starken Wolves-Verteidigung schaffte er 32 Punkte, 9 Assists und 8 Rebounds, Wurfquote 44 Prozent. Doch wie es ausieht, muss er noch gewaltigere Zahlen auflegen

X-Faktor
Naz Reed: Als Kings-Anhänger war ich ja nicht sehr erbaut davon, dass er und nicht Malik Monk zum besten 6. Mann der Saison gewählt wurde. Drei Viertel blieb er blass (2 Punkte), im vierten, also als es darauf ankam „explodierte“ er mit 14 Punkten. Vor allem sein Dreier übers Brett und ein brachialer Offensiv-Rebound-Dunk ließen die Partie in Richtung Wolves kippen. Außerdem war großartig, wie Rudy Gobert gegen Jokic verteidigte.

Ausblick
Die Wolves haben also schon beim ersten Versuch in Denver sich den Heimvorteil geschnappt. Sie haben eine schwere Phase überstanden, als sie innerhalb kürzester Zeit einen Zwölf-Punkte-Vorsprung einbüßten. Beim Titelverteidiger, in einer fanatischen Stimmung. Und sie haben gezeigt, dass ihre mangelnde Erfahrung nicht der große Nachteil sein muss.
Aber es war halt auch nur ein Sieg von vier notwendigen, und die Nuggets werden ihre Lehren ziehen. Spiel 2 in der Nacht zu Dienstag ist allerdings für sie jetzt schon fast ein Muss. Der Druck liegt klar bei ihnen. Doch wenn es ein Team gibt, das dem standhalten kann, dann die Nuggets.

Ansetzung heute
19.00: Cleveland Cavaliers – Orlando Magic (3:3) Pro7Maxx, DAZN und NBA-Pass. Die Wagner-Brüderzur Prime Time in Deutschland, was will man mehr.

NHL
Spiel 7 und dann auch noch Overtime, nichts für schwache Nerven. Allerdings war der Spuk schnell vorbei. David Pastrnak traf schon nach 1:54 Minuten, als die Scheibe von der Bande zu ihm zurückprallte. Hampus Lindholm als Assistgeber hatte das angeblich genauso geplant. Der 30-jährige Schwede hatte schon den 1:1-Ausgleich Mitte des dritten Drittels erzielt, nachdem sein Landsmann William Nylander die Leafs in Führung gebracht hatte.
Damit kein kanadisches Team mehr im Osten. Großer Seufzer

4 Teams, 4 Hoffnungen

Blick über den Teich, NBA

Die 1. Play-off-Runde im Westen ist abgeschlussen, und was soll ich sagen: Meine 4 Tipps haben sich allesamt durchgesetzt, cih kann das selbst kaum glauben. Nach der Setzung gab es allerdings auch nur eine kleine Überraschung durch die Mavericks gegen die Los Angeles Clippers, mit der sich LA sowohl in NBA als auch NHL komplett aus dem Titelrennen verabschiedet hat Bereits heute beginnt geht es im Conference-Halbfinale los mit der Partie Denver Nuggets – Minnesota Timberwolves. Meine Vorschau und Tipps

Denver Nuggets (2) – Minnesota Timberwolves (3)

In meinem Bracket vor den Play-offs habe ich schon getippt, dass sich die Wolves gegen die Nuggets durchsetzen würden, und der Verlauf der 1. Runde hat mich in dieser Annhame eher bestärkt. Einerseits sehr souveräne Timberwolves gegen die gefährlichen Phoenix Suns, mit einer blitzsauberen 4:0-Bilanz, bei der eigentlich kein Sieg wirklich gefährdet war. Andererseits nicht besonders souveräne Nuggets, die sich gegen die LA Lakers zwar zahlenmäßig deutlich mit 4:1 Siegen durchsetzten, aber in allen fünf Spielen große Probleme mit den Lakers hatten, die ihrerseits mindestens zweimal es verabsäumten, den möglichen Sieg auch heimzubringen, was ihrem Cheftrainer Darvin Ham letztlich den Job kostete.
Was die Timberwolves auszeichnet: Sie haben keine echte Schwäche, sind in der Defensive einerseits schnell und bissig und haben mit Rudy Gobert einen Turm in der Schlacht. Auf ihn und Karl-Anthony Towns wird es vor allem ankommen, dass Denvers Nikola Jokic nicht allzusehr ins Punkten und Bälleverteilen kommt.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es braucht schon eine enorme Leistung, die Nuggets in einer Best-of-7-Serie zu eliminieren, aber wenn es ein Team schafft, dann die Timberwolves. Zumal sie mit Anthony Edwards herausragenden Spieler haben, der den Nuggets viel Kopfzerbrechen bereiten könnte.. Was hingegen für die Nuggets spricht: Sie haben durch den Titel 2023 enorm viel Selbstvertrauen, mit Jokic den zurzeit vielleicht besten Spieler in der NBA, viel Erfahrung und noch den Heimvorteil zu Hause in 1600 Metern Höhe. Und doch: Ich bleibe dabei

Tipp: Minnesota Timberwolves in 6.

Oklahoma City Thunder (1) – Dallas Mavericks (5)

Wie die Timberwolves brauchten auch die Thunder nur 4 Spiele, um sich gegen die New Orleans Pelicans durchzusetzen. Wohlgemerkt allerdings gegen Pelicans, denen ihr bester Spieler Zion Williamson, der gerade in Top-Form spielte, verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stand (sein großes, wahrscheinlich die ganze Karriere begleitendes Problem). Gerade mit seiner Größe und Präsenz unter beiden Körben hätte er viel Unheil anrichten können gegen die Thunder, die eben gerade bei Rebounds wegen ihrer eher geringen Größe ihre größte Schwäche haben.

Dafür sind sie in der Offensive gesegnet mit Shai Gilgeous Alexander, der jede Verteidigung alleine in den Wahnsinn treiben kann. Er kann Würfe kreieren, trifft aus allen Lagen, kann zum Korb ziehen. Und er weiß einen ganzen Haufen erstklassiger Spieler um sich. Rookie Chad Holmgren, den unberechenbaren Josh Giddey und den bisher fulminant aufspielenden Jaylen Williams. Und den Mavs fehlt der ganz große Typ, der die Schwächen der Thunder ausnutzen kann.
Dafür hat Dallas ein kaum zu verteidigendes Top-Duo. Meines Erachtens ist das Luka Doncic und Kyrie Irving das beste der Liga. Es wird halt sehr drauf ankommen, ob die beiden genug Unterstützung erfahren. Ein PJ Washington käme dafür in Frage, auch Center Daniel Gafford. Hinter den zuletzt angeschlagenen Tim Hardaway und Maxi Kleber würde ich dagegen ein kleines Fragezeichen setzen, so sie überhaupt einsatzfähig sind.
Oklahoma hat alle Trümpfe in de Hand, alle sind fit (sofern man zu diesem Zeitpunkt der Saison völlig fit sein kann). Die mangelnde Play-off-Erfahrung sehe ich nicht als das große Problem. Deshalb

Tipp: Oklahoma City Thunder in 5.

Ansetzung heute:
01.00: Denver Nuggets – Minnesota Timberwolves (0:0)

 

 

Showdown in Cleveland und Dallas

Blick über den Teich, NBA und NHL

Insgesamt 4 sechste Spiele standen diese Nach an, je zwei in NBA und NHL. In der NBA sicherten sich die Dallas Mavericks die Serie, während im Osten die Orlando Magic gegen die Cleveland Cavaliers ein Spiel 7 erzwangen.
Das schafften auch die Las Vegas Knights in der NHL gegen die Dallas Stars. Hier sicherten sich die Vancouver Canucks bei den Nashville Predators den Einzug in die 2. Play-off-Runde.

NBA

Orlando Magic – Cleveland Cavaliers 103:96 (3:3)
Es bleibt die Serie der Heimsiege. 6 von 6. Dabei mussten die Magic dieses Mal wirklich hart kämpfen und lagen noch im 3. Viertel mit zeitweise bis zu 9 Punkten zurück. Doch das Publikum wollte nicht aufgeben und zwang die heimische Mannschaft zu einer Energieleistung und den Gegner in die Knie.

Mann des Tages
Zweigeteil. Im ersten Viertel war Franz Wagner unstoppable, wie man so hässlich sagt mit 14 Punkten. Doch als es drauf ankam war mal wieder vor allem auf Paulo Banchero Verlass, der am Ende 27 Punkte auflegte, davon 10 im Schlussabschnitt.

Stark trotz der Niederlage
Donovan Mitchell bot die nächste Galavorstellung und blieb für die Magic.Verteidung ein nicht zu verteidigendes Monstrum. 50 Punkte sammelte er am Ende. davon alle (!) 18 der Cavs im 4. Viertel. Absolut outstanding, dieser Vortrag.

🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Wie gesagt: Im ersten Viertel schien Franz Wagner alles einzureißen. Doch er beruhigte sich schnell wieder und fügte seinen 14 Punkten „nur“ noch 12 dazu. Im ersten  traf er 5 von 8 Würfe, danach nur noch 2 von 8. Und sein Dreier (1 von 5) bleibt die große Achillesferse. Sein Bruder Mo schaffte nur 2 Punkte, sammelte aber immerhin 5 Offensiv-Rebounds.

X-Faktor
Das war auf Magic-Seite sicher Jalen Suggs. der unter anderem gleich 6 Dreier verwandelte für insgesamt 22 Punkte.

Ausblick
Jetzt also Schowdown in Cleveland. Der Heimvorteil spricht eindeutig für die Cavs. In keiner Serie waren die Unterschiede zwischen Heim- und Auswärtsvorstellungen der beiden Teams dermaßen eklatant. Wenn die Magic überhaupt eine Chance haben wollen, müssen sie den brillanten Donobvan Mitchell irgendwie aufhalten. So recht will ich nicht dran glauben, so sehr ich es den Wagner-Boys wünschen würde.

DALLAS MAVERICKS* – Los Angeles Clippers Clippers 114:101 (4:2)
Den ersten Matchball für die 2. Runde ließen sich die Mavs nicht mehr nehmen. Auch wenn die Clippers in einigen Phasen ihr enormes Können zeigten, insgesamt machten sie nicht den Eindruck, sich mit allen Kräften gegen das Ausscheiden zu wehren. Zeitweise richtig lustlos agierten sie gegen die durchgehend aggressive Verteidigung der Texaner. Auch wenn ein Kawhi Leonard fehlte, von Superstars wie Paul George und James Harden muss einfach mehr kommen und nicht nur (allerhöchstens)) Durchschnitt.

Mann des Tages
Mal wieder das Duo Kyrie Irving und Luka Doncic, das in der gesamten Serie mehr gemeinsa als 56 Punkte pro Partie auflegte.Und wie sich die Bilder gleichen: Irving brauchte mal wieder enorm lange Anlaufszeit, bevor er auf Touren kam. In der 1. Halbzeit standen für ihn 2 Punkte zu Buche, in der 2. gleich 28. Luka Doncic glänzte mal wieder als Ballverteiler (13 Assists), doch diesmal verließ ihn sein Distanzwurf (1 von 10 Dreiern, indiskutabel). 28 Punkte legte er dennoch auf

Stark trotz der Niederlage.
Norman Powell und Ivica Zubac wehrten sich mit all ihren Möglichkeiten. Powell, Die Stars blieben vergleichsweise blass. Und bis auf seinen sehr kurzfristigen Energie-Anfall im 3. Viertel blieb ein Russell Westbrook quasi unsichtbar.

🇩🇪 Deutsche Brille 👓

Maxi Kleber hatte nur einen Kurzauftritt mit einem Dreier, ehe er nach einem ungestümen Angriff aufs Parkett knallte und dieses verletzt für den Rest der Partie verlassen musste. Wirklich schlimm scheint er sich aber nicht verletzt zu haben, sein Status wird zuzeit noch täglich abgefragt.. Daniel Theis erlebte die komplette Partie von der Bank aus.

X-Faktoren
Bei den Mavs die beiden im Februar gekommenen PJ Washington und Daniel Gafford. Gerade Washington mit seinen 3 Dreiern im 1. Viertel zeigte den Clippers, dass sie sich nicht alleine auf Doncic/Irving konzentrieren durften.
Bei den Clippers war es Norman Powell, der überraschende Top-Scorer.

Analyse der Serie
Mit Doncic und Irving haben die Mavs meines Erachtens das beste Duo in den Play-offs, das jede Verteidigung kirre machen kann. Die Verteidigung macht einen starken Eindruck. Ob das gegen die Oklahoma City Thunder reicht, bleibt abzuwarten. Die Rollenspieler sind gefragtals Entlastung. Ein gesunder Tim Hardaway, der die gesamte Serie ausfiel, wäre da ein wichtiges Plus.

Und die Verlierer?
3 Topstars (Leonard, George, Harden) und eine vermeintlich starke Bank – das schien das Patentrezept für erfolgreiche Play-offs, das krachend gescheitert ist. Erneut ist ein Dreigestirn mit Harden gescheitert (zuvor bei den New Jersey Nets mit Kevin Durant und Kyrie Irving). Das lag natürlich nicht nur am Bärtigen, muss aber doch zu denken geben. Dafür haben die Clippers jetzt Zeit. Zeit auch, um für die neue Halle ab nächster Saison ein schlagkräftiges Team aufzubauen. Ob Trainer Tyrene Lue der richtige Mann dafür ist, scheint mir ehrlich gesagt fraglich anhand seiner seltsamen Aufstellungen (wo war Powell eigentlich so lange). Angeblich sind die Lakers an ihm dran, wo LeBron James als großer Fürsprecher gilt.

NHL
2 Partien, insgesamt 110 Schüsse, aber nur 3 Tore und 2 Shutouts, das war die verteidigungslastige Bilanz der beiden Spiele der 1. Runde mit je einem Auswärts- und einem Heimsieg.
Durch das Tor des Schweizers Pius Suter nach 58:21 erkämpften sich die Vancouver Canucks gegen die Nashville Predators das Ticket für die 2. Runde. Die beiden Goalies Juuse Saros (Nashville) und Arturs Silovs (ein Finne und ein Lette) hielten herausragend mit ein paar schier unglaublichen Paraden.
Jetzt kommt es in der 2. Runde zum rein-kanadischen Duell der Canucks gegen die Edmonton Oilers. Ein kanadisches Team steht also sicher im Conference Finale

Wer dort der Gegner sein wird, steht noch in den Sternen. Noch in der ersten Runde kommt es in Dallas zu Spiel 7 zwischen den heimischen Stars und den Las Vegas Knights, die sich dieses 7. Spiel durch ein extrem umkämpftes 2:0 zu Hause verdienten. Erst der Schuss ins leere Tor von Mark Stone sicherte den Sieg, nachdem Noah Hanfin Vegas Mitte des dritten Drittels in Führung gebracht hatte. Auch hier verdienes sich die beiden Goalies Adin Hill (erst seine 2. Partie der Serie) und Jake Oettinger ein Sonderlob. Auf den Sieger dieser Serie warten die vegnügt zuschauenden Colorado Avalanche