von Münchner Löwe | März 2, 2025 | Allgemein
Drei Wettkampftage sind die Nordische Ski-Weltmeisterschaften in Trondheim jetzt alt, höchste Zeit für ein erstes Resümee. Und das lässt sich auf zwei Worte reduzieren: Heja Norge! Die Gastgeber dominieren in einewr Art und Weise, die mich einerseits bewundern, andererseits auch recht skeptisch zurücklässt. 5 der 8 Wettbewerbe haben sie gewonnen und insgesamt bereits 11 (!) Medaillen. Ich drösel das mal auf. Sehr gut schlagen sich die Deutschen, die insgesamt schon viermal Edelmetall holten , je zwei in Kombination und Springen. Dagegen kommen die anderen nordischen Topnationen Schweden und Finnland auf nur je eine Medaille (Gold respektive Bronze).
Langlauf
Männer, Sprint (Freistil)
1. Johannes Klaebo (NOR)
2. Federico Pellegrino (Italien)
3. Lauri Vuorinen (Finnland)
Skiathlon (10km klassisch/10 km Skating)
1. Johannes Klaebo (Norwegen)
2. Martin Nyenget (Norwegen)
3. Harald Oestberg Amundsen (Norwegen)
Frauen, Sprint (Skating)
1. Joanna Sundling
2. Kristine Skistad (Norwegen)
3. Nadine Fähndrich (Schweiz)
Johannes Klaebo, der alles überragende Läufer der vergangenen Jahre, sicherte sich die ersten beiden Entscheidungen. Zunächst im Sprint (klassischer Ziel), gestern im Skiathlon (jeweils 10 km klassisch und skating). Erstaunlich: Das Skiathlon-Gold, das er sich in einem beeindruckenden Ednspurt gegen seine Landsleute Martin Nyenget und Harald Oestberg Amundsen sicherte, war sein erster WM-Triumph in einem Einzel-Distanz-Wettbewerb.
Doch noch viel beeindruckender fand ich die schwedische Sprint-Königin Joana Sundling. Ihre Überlegenheit im eigentlich so knappen Sprint ist frappant, so als übe sie eine andere Sportart aus. Sie kann von vornherein ein Tempo anschlagen, dem der Rest der Welt schlicht nicht folgen kann.
Ausblick
Heute steht der Skiathlon bei den Frauen (je 7,5 km klassisch und skating). Top-Favoritin ist für mich Rückkehrerin Therese Johaug aus, na klar, Norwegen. Die größte Konkurrenz dürfte aus dem eigenen Land kommen. Auf vordere Plätze hoffen die Österreicherin Therese Stadlober und die Deutschinnen Katharina Hennig und Victoria Carl, wobei jeweils auch ein Medaillenträumchen mitläuft).
Nordische Kombination
Frauen (Massenstart 5 km/Normalschanze)
1. Yuna Kasai (Japan)
2. Gyda Weltvold Hansen (Norwegen)
3. Haruka Kasai (Japan)
Mixed (Normalschanze/4x 5 km)
1. Norwegen
2. Deutschland
3. Österreich
Männer (Normalschanze/7,5 km)
1. Jarl-Magnus Riiber (Norwegen)
2. Jens Luraas Öftebro (Norwegen)
3. Vinzenz Geiger (Deutschland)
Was im Landlauf der Klaebo, ist in der Kombi der Riiber, Jarl-Magnus Riiber. Trotz seiner gesundheitlichen Probleme, die ihn nach der Saison zum Karriere-Ende zwingen, gewann er das erste Einzel, (kleine Schanze/7,5 km). Erstaunlich fand ich dabei, welche Fortschritte in der Loipe gemacht hat. So setzte er sich im Endspurt gegen den fulminanten von Platz 16 gestarteten Jens Luraas Oftebro (ein Landsmann, logo) und Vinzenz Geiger aus Oberstdorf durch. Auf den ersten neun Plätze: je 3 Norweger, Deutsche und Österreicher). So lautete fast folgerichtig die Reihenfolge im Mixed. Dort gab es auch den bisher größten Aufreger der WM: Im Sprint um Bronze kam es zu einer grenzwertigen Begegnung zwischen dem Ösi Johannes Lamparter und dem Japaner Ryota Yamamoto. Lamparter hatte am Ende die Nase vorn, doch erst nach einer Stunde Beratung vewarf die Jury den Protest der Japaner wegen Behinderung, weil Lamparter die Spur gekreuzt hatte.
Immerhin hatten sich die japanischen Frauen schadlos gehalten, eroberten im Einzel (erst 5 km Massenstart, dann Springen) Gold und Bronze durch Yuna und Haruka Kasai. Wem der Name Kasai bekannt vorkommt: Die beiden 21-jährigen Zwillingsschwestern sind NICHT verwandt mit der Skisprunglegende Noriaki. Ohne Medaille blieb hier Nathalie Armbruster, die zuvor zwei Weltcup-Wettbewerbe gewonnen hatte. Immerhin kann sie sich über Mixed-Bronze freuen.
Ausblick
Heute findet der zweite reine Frauen-Wettbewerb statt. Zuerst springen sie von der Normalschanze, dann laufen sie in der Gundersen-Methode die 5 Kilometer. Der nächste Kasai-Feiertag?
Skispringen
Frauen, Normalschanze
1. Nika Prevc (Slowenien)
2. Selina Freitag (Deutschland)
3. Anna Odine Ström (Norwegen
Mixed, Normalschanze
1. Norwegen
2. Österreich
3. Deutschland
Nika Prevc ist die zurzeit alles alles überragende Skispringerin, die auch die Weltcupwertung anführt. Jetzt schon ist die kleine Schwester der Prevc-Brüder Peter, Cine und Domen die erfolgreichste der Familien-Dynastie. Schade für sie, dass das so dominante slowenische Team der vergangenen Jahre zuletzt arg hat Federn lassen, aber von der Großschanze ist sie auch klare Favoritin auf Gold.
Seline Freitag kann mit bisher zwei Medaillen bei der WM auch überaus zufrieden sein, auch wenn es zur Titelverteidigung im Mixed nicht gereicht hat.
Ausblick
Heute springen die Männer von der Normalschanze (ab 17 Uhr/ZDF und Eurosport). Ei absoluter Anachronismus, denn im Weltcup-Kalender wird praktisch nur noch von den großen Bakken gesprungen.Das Wetter könnte ziemlich grauslig werden mit Regen und Windböen. In de Qualifikation gestern lief es für die deutschen Starter recht gut mit den Plätzen 2 (Andi Wellinger), 5 (Karl Geiger) und 10 (Philipp Raimund). Die Österreicher sind das Team to beat mit Tourneeseieger Daniel Tschofenig (1. in der Quali) und Routinier Stefan Kraft an der Spitze. Und selbstverständlich mischen auch hier Norweger (Johann Forfang/Quali-Zweiter) mit.
von Münchner Löwe | Feb. 28, 2025 | Allgemein, basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Nach dem Westen befasse ich mich heute mit der Eastern Conference. Wieder werde ich die Teams in Stärke-Gruppen einteilen, wo ich nicht nur die reinen Zahlen, sondern auch die allgemeine Performance (auf mich persönlich einfließen) lasse. Wobei ich natürlich nicht jedes Team gleich intensiv verfolgt habe, den Osten generell etwas weniger.
Eastern Conference
Die Top Teams
Cleveland Cavaliers und Boston Celtics: Auch wenn die Cavs zurzeit mit 6,5 Siegen besser dastehen als die Celtics, würde ich beide Teams auf die gleiche Stufe stellen. Mir gefällt Cleveland subjektiv besser, sie spielen einen wunderbar mannschaftlichen Basketball mit den schönsten Kombinationen, aber die Celtics haben schon unfassbare Qualität um Tatum, Brown und Porzinigs herum und haben das Dreier-Spiel perfektioniert (Pritchard, Hauser). Als einziges Team überhaupt haben die Cavaliers bereits 24 Partien vor Schluss auch rechnerisch die Post Season erreicht. Die heruasragenden Spieler sind Donovan Mitchell und Evan Mobley, der sich enorm gesteigert hat. Mit DeAndre Hunter haben sie einen sehr guten Profi dazubekommen, der Größe und Dreier mitbringt, letztlich noch besser als der abgebenene LeVert. Da allen Beteiligten bekannte Schicksal eines hochbezahlten NBA-Profis (deswegen auch kein allzu großes Mitleid): Ohne eigenes Dazutun wird er von einem absoluten Meisterschafts-Aspirenten zu einem Loser-Team (Brooklyn Nets) abgeschoben.
Die Aussichtsreichen
Schon vor dem letzten Saisonviertel zeichnen sich die Top6 ab, nicht njur iin derTabelle, sondern auch in der Form: NY Knicks, Indiana Pacers, Milwaukee Bucks und die Detroit Pistons dürften die Ränge 3 bis 6 unter sich ausmachen, die ja auch in der 1. Play-off-Runde aufeinandertreffen. Nur die Reihenfolge ist für mich völlig unklar, wobei die Knicks einen kleinen Vorsprung haben.
Das Überraschungsteam der gesamten Liga sind zweifellos die Detroit Piston. In der vergangenen Spielzeit noch eine Lachnummer mit der mit dem Rekord-Pleiten 29 am Stück. Jetzt steigern sie sich von Monat zu Monat. Gegenwärtig haben sie mit 8 Erfolgen die längste Siegesserie der gesamten Liga, beeindruckten gerade mit einem letztlich ungefährdeten Erfolg über die Celtics. Cade Cunningham erfüllt endlich die Ansprüche, die der Hochbegabte schon vorher in Aussicht gestellt hat. Der deutsche Nationalmannschafts-Kapitän Dennis Schröder ist ja nach seiner Irrfahrt quer durch die USA (allein in dieser Saison: New York – San Francisco – Utah – Detroit) bei den Pistons gelandet und kann dem jungen Team mit seiner Erfahrung und vor allem Ballfertigkeit/Ideenreichtum enorm helfen.
Die Knicks sind sicher besser besetzt (Jalen Brunson, Carl-Anthony Towns), aber ihre Grenzen zeigen sich in den desaströsen Niederlagen gegen absolute Spitzenteams. Ich traue ihnen nicht ohne Restzweifel über den Weg. Ähnlich sieht es mit den Pacers aus. Auch die sind zu Großtaten fähig mit den AllStars Tyrese aaliburton und Pascal Siakam, aber die zeigen wie das gesamte Team viel Unbeständigkeit.
Bleibt Milwaukee, das darkest horse überhaupt. Giannis Antetokuonpo, einer der 3 prägensten Spieer der Liga. Zumindest in der Theorie bestens assistiert von Damian Lillard und Marc Lopez, aber auch hier: zu unbeständig und vielleicht ein zu wenig tiefer Kader.
Die Sicheren
Das Trio Orlando Magic, Miami Heat und Atlanta Hawks kann sich jetzt schon auf die Play-Ins einstellen (also auf die Plätze 7 bis 10). Für die beiden, die das überstehen, ist dann in der 1. Play-off-Runde gegen Cavs oder Celtics Schluss). Sie werden nämlich, wenn nicht Außergewöhnliches passiert (immer möglich), weder nach oben angreifen oder nach unten abrutschen können. Orlando ist natürlich aus deutscher Sicht vor allem wegen Franz Wagner, aber auch Rookie Tristan da Silva interessant. Wagner spielt eine formidable Saison und auch seine Verletzungspause hat er gut überwunden (wie auch Co-Star Paulo Banchero). Lassen wir mal seinen furchtbaren Dreier außen vor (nicht mal jeder dritte Versuch rauscht durch die Reuse).
Die Miami Heat werden aufatmen, dass das Vereinsgift Jimmy Butler (bei all seiner Klasse) in Richtung San Francisco abgedampft ist, wo er jetzt seine geforderten Fanstastilliarden (tatsächlich: 55 Mo per annum) erhält. Die Atlanta Hawks haben mit Trae Young einen unglaublich aufregenden Spielmacher (leider ohne Defensive) und insgesamt einen spannenden Kander (der Schweizer Clint Capella sei genannt).
Die Verlierer
Eigentlich müsste ich schreiben: die, die verlieren wollen. 6 Teams haben kaum mehr Ambitionen nach vorne, und de Witz ist, dass eines von diesem Sextett tatsächlich auf Platz 10 landet: Das bedeutet Play Ins und vor allem: raus aus der Verlosung um die Top-Picks. Jede Niederlage ist also günstig, wobei die Spieler selbst natürlich trotzdem gewinnen wollen.
Eine Zwitterstellung haben dabei die Philadelphia 76ers inne: Das Team hatte Großes vor mit einem Top-Trio Joel Embiid, Paul George und Tyrese Maxey: Doch gerade Embiid fehlte lange verletzt, und jetzt droht wegen seines einfach nicht besser werdenden Knies das Saisonende (und schlimmstenfalls sogar eine gut einjährige Pause).
Die Chicago Bulls habe einen ihrer beiden Top-Spieler Zach Levine (geblieben ist Vujevic) von der Gehaltsliste gebracht ohne annähernde Kompensation. Wenn ich tippen müsste, würde ich sie als das traurige Team Nummer 10 tippen. Denn was der Rest zeigt (Brooklyn Nets und vor allem Charlotte Hornets und Washington Wizards), ist zu trostlos. Ich wage mal die nicht zu beweisende Behauptung, dass diese beiden Teams auch in der Euroleague große Schweirigkeiten hätten, an der Spitze mitzuhalten
von Münchner Löwe | Feb. 17, 2025 | Allgemein
Dortmund und Bayern im Schongang?
Diese Woche stehen die Rückspiele der Zwischenrunde in den europäischen Fußball-Wettbewerben an. Borussia Dortmund (3:0 bei Sporting Lissabon) und Bayern (2:1 bei Celtic) haben für ihre Heimspiele gute Ausgangspositionen. Al sehen, wie sie es angehen.
Auch Real Madrid geht mit dem Bonus eines 3:2-Auswärtssieges ins Rückspiel gegen Manchester City.
Das Programm im einzelnen. In Klammern: Hinspiel
Dienstag
18:45: AC Mailand – Feyenoord (0:1)
21:00: FC Bayern – Celtic (2:1)
21:00: Atalanta – FC Brügge (1:2)
21:00: Benfica – AS Monaco (1:0)
Mittwoch
18:45: BVB – Sporting (3:0)
21:00: PSG -Stade Brest (3:0)
21:00: Eindhoven – Juventus (1:2)
21:00: Real Madrid – ManCity. (3:2)
Am Donnerstag darauf spielen Europa und Conference League. Der 1. FC Heidenheim hat das Hinspiel in Kopenhagen nach 0:1-Rückstand mit 2:1 gewonnen.
Franzi Preuß bleibt auf Medaillenjagd
Bisher läuft es glänzend für die Deutsche bei der Biathlon WM in Lenzerheide. Nach Bronze in der Mixed-Staffel wurde sie im Sprint Zweite und triumphierte am Sonntag in der Verfolgung, als sie bei 20 Schüssen ohne Fehler blieb und auch in der Loipe gut zrechtkam. Am Dienstag steht das Einzel an, am Donnerstag die Single-Mixed-Staffel und am Wochenende die Staffeln sowie die Massenstarts. So toll es für Preuß läuft, so enttäuschend ist bisher das Abschneiden der deutschen Männer. Johannes Tignes Boe dürfte weiter das Maß aller Dinge sein, den es zu schlagen gilt.
Und sonst?
- Bundesliga: Im Titelrennen ist die größte Spannung raus nach dem glücklich ermauerten 0:0 der Bayern bei Bayer Leverkusen. Am Sonntag erwarten die Münchner Eintracht Frankfurt, das Platz 3 festigte (So., 17:30).
Im Abstiegskampf punktet der VfL Bochum weiter fleißig, jetzt geht es zum VfL Wolfsburg. Etwas für Unfall-Glotzer wird das sogenannte Topspiel am Samstagabend zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Union.
- 2. Bundesliga: Der HSV bleibt eine besondere Wundertüte und der Wundertüten-Liga. Am Freitag wartet das Heimspiel gegen den erstaunlichen 1. FC Kaiselsautern, der Zweite spielt gegen den also den Dritten.
- Internationaler Fußball: In England kommt es zum Schlager zwischen Meister ManCity und dem Tabellenführer FC Liverpool. Bei den Reds ist ein wenig die Leichtigkeit verlorengegangen, aber die Ergebnisse stimmen noch einigermaßen. City geht es in der Meisterschaft nur noch um einen Champions-League-Platz. Sollte das Pep-Team am Mittwoch in der Königsklasse bei scheitern, geht es den Rest der Saison eh nur noch um Schadensbegrenzung.
- Handball: Die HBL ist eng wie noch selten. Derzeit trennen die ersten 6 gerade mal vier Minuspunkte. Nächster Schlager am Sonntag, wenn die Füchse Belin die SG Flensburg-Handewitt erwarten.
Während der Woche internationale Spiel in Champions League und EHF-Cup.
- Basketball: Atempause in Liga und Pokal, denn die nächsten EM-Qualifikationsspiele stehen an. Die deutschen Weltmeister (ohne die NBA-Weltmeister) müssen am Donnerstag in Montenegro und am Sonntag gegen Bulgarien antreten. Zwei Siege – und die Qualifikation wäre perfekt.
- Eishockey: Acht Spiele sind es in der DEL noch im Grunddurchgang. Zurzeit am besten drauf ist RB München. Seitdem dort Don Jackson wieder an der Bande steht, eilen die Roten Bullen von Sieg zu Sieg. Der direkte Play-off-Platz ist damit gesichert, den auch Ingolstadt, Berlin und Mannheim (praktisch) fix buchen können.
- Wintersport: Nicht mal eine Woche nach dem Ende der WM geht es für die Alpinen weiter. Die Frauen bestreiten ab Freitag in Sestriere 2 Riesenslaloms und einen Slalom. Die Männer am Samstag und Sonntag in Crans Montana Abfahrt und Super-G.
Langläufer und Skispringer pausieren hingegen im Hinblick auf die Nordische Ski-WM ab nächster Woche in Trondheim.
- US Sport: Nach der Unterbrechung für All-Star-Wettbewerbe geht es in NBA und NHL ab der Wochenmitte weiter. Knapp zwei Monate sind es noch jeweils bis zu den Play-offs, da kann noch einiges passieren.
- Tennis: Die Südamerika-Serie bei den Männern wird in Rio fortgesetzt. Besonderes Augenmerk gilt natürlich dem brasilianischen Jungstar Joao Fonseca, der gerade in Buenos Aires sein erstes ATP-Turnier gewonnen hat. Alexander Zverev ist an Nummer 1 gesetzt. Außerdem spielen die Männer in Doha (u. a. mit Alcáraz, De Minaur, Djokovic) und die Frauen in Dubai, wo praktisch die gesamte Weltelite am Start ist.
von Münchner Löwe | Feb. 15, 2025 | Allgemein, ski alpin
Alpine Ski-WM in Saalbach, X
Slalom der Frauen
Der abschließende Wettbewerb bei den Frauen brachte noch mal ein alpenfreundliches Alpin-Ergebnis. Camille Rast und Wendy Holdener fuhren einen Schweizer Doppelerfolg heraus, Katharina Liensberger rettete für Österreich Bronze und gewann die mittlerweile 6. Medaille für Austria.
Das Rennen
1. Durchgang
Schon nach dem 1. Lauf gab es erstaunlich hohe Abstände. Die fast perfekt fahrende Camille Rast legte gleich 58 Hunderstel zwischen sich und der Zweitplatzierten KLiensberger. Einzig Mikaela Shiffrin, sichtlich nicht in avbsoluter Topform, und Holdener blieben als einzige noch innerhalb einer Sekunde. Lena Dürr, wie viele andere in Saalbach mit einer Erkältung kämpfend, verbremste wie die dreimalige Saisonsiegerin Zrinka Ljutic.
2. Durchgang
Würde eine de eher schlechplatziertenprominenten Fahrerinnen eine fulminante Aufholjagd starten? Eher nicht, sie fuhren ähnlich passiv wie in Durchgang aus und hatten mit der Entscheidung nichts zu tun. Adreja Slokar durfte sich als sechstletzte Starterin mit vorläufiger Laufbestzeit Hoffnungen machen, die zerstoben jedoch schon bei Paula Moltzan. Diese widerum wurde von Wendy Holdener abgelöst. Mikaela Shiffrin fuhr noch schwächer, als Shiffrin-Fan traue ich mich so etwas bei ihr kaum zu schreiben und fiel mit der am Ende nur zwölftbesten Laufzeit noch hinter ihre Landsfrau Moltzan zurück. Auch Lienberger ruckte und rüttelte, doch sie rettete mit 2 Hundertstelsekunden Vorsprung die Medaille.
Schon vor der letzten Starterin stand fest, dass der Sieg an die Schweiz gehen würde. Camille Rast im Starthäuschenoder die im Ziel Führende Wendy Holdener. Rast begann extrem stark und verwaltete letztlich sicher ihren Vorsprung auf die erfahrenere Landsfrau, die mal wieder auf dem 2. Platz landete.
Die Medaillengewinnerinnen
Camille Rast gelang diese Saison der Durchbruch, gewann zwei Slaloms und führt die Disziplinenwertung im Weltcup an. Endlich bestätigt sie den Vorschusslorbeer, den sie seit ihrem Juniioren-WM-Titel 2017 hat.
Wendy Holdener: die ewige Zweite, die so oft aufs Podest fuhr, ehe ihr 2023 in Levi der erste Weltcupsieg gelang. 2 Siege stehen zurzeit zu Buche, dazu 19 zweite und 17 dritte Plätze. Immerhin hielt sie sich mit WM-Gold in der Kombination 2017 und 2019 sowie der Mannschaft 2017. Ihre Saalbacher Bilanz: Dreimal Silber (Slalom, Teamkombi und Mannschaft).
Katharina Liensberger ist seit Jahren die beste Slalomfahrerin Österreichs, obwohl sie so manchen Irrweg nahm mit Privattrainer (was 2023 gar nicht klappte. Mit Platz 3 dürfte sie hochzufrieden sein, es ist ihre 5. WM-Medaille, 2021 holte sie gar Slalom-Gold in Cortina. Bei Olympia holte sie mit der Mannschaft Gold und Silber sowie Silber im Slalom 2022 in Peking.
Das Ergebnis
Gold: Camille Rast (SUI) 1:58,00
Silber: Wendy Holdener +0,46
Bronze: Katharina Liensberger (AUT) 1,32
4. Paula Moltzan (USA) 1,34, 5. Mikaela Shiffrin (USA) 1,37, 6Andreja Slokar (SLO) 1,53, 7. Katharina Truppe (AUT) 2,03, 8. Lena Dürr (GER) 2,45
Slalom der Männer, Sonntag, 09:45/13.15 Uhr, ZDF, ORF1, Eurosport1
Favoriten
Im letzten WM-Wettbewerb ist die Zahl der Sieganwärter am größten, auch weil hier eben sehr viel passieren kann und ein Ausscheiden praktisch eingepreist ist. Clement Noel ist mit 4 Saisonsiegen das Maß aller Dinge und könnte die bisher so ernüchternde französische Bilanz retten. Gleiches gilt für Linus Straßer, die letzte deutsche Medaillen-Hoffnung. Von den starken Norwegern sehe ich Timon Haugan als stärksten. Und schließlich Manuel Feller, der das österreichische Hoch mit der 7. Medaille krönen will und sehr gut in Form ist. Wenn er denn das Ziel sieht …
Aussichtsreiche Außenseiter
Der Rest der Norweger, insbesondere Henrik Kristoffersen und Atle McGrath. Nicht zu vergessen der gebürtige Norweger Lucas Pinheiro Braathen, der für das das Geburtsland seiner Mutter Brasilien startet. Die erste WM-Medaille für Südamerika?
Außerdem habe ich Loic Mellard auf der Rechnung, den Schweizer Teamkombi-Weltmeister.
Sehr zu beachten
Albert Popov: ich mag den verwegenen Stil des eher kleingewachsenen Bulgaren (auch deshalb meine Sympathie). Diese Saisond er erste Welcupsieg, 37 Jahre nach dem Triumph seines Landsmannes Petar Popangelov in Lenggries.
Kristofer Jacobssen: Wegen seiner unglaublichen Laufbestzeit in der Teamkombi, als er die gesamte Konkurrenz um mehr als anderthalb Sekunden distanzierte
WM 2023 in Courchevel
- Henrik Kristoffersen (Norwegen)
- AJ Ginnis (Griechenland)
- Alex Vinatzer (Italien)
Henrik Kristoffersen war jahrelang der schärfste Kontrahent von Österreichs Weltcup-Dauersieger Marcel Hirscher. Jetzt fährt er (wie auch Haugan) ein Skiprodukt, an dem Hirscher maßgeblich mitgearbeitet hat.
AJ Ginnis schaffte die erste Wintersport-Medaille für Griechenland überhaupt. Diese Saison konnte er wegen einer Verletzung noch gar nicht starten.
Alx Vinatzer gehört immer noch der erweiterten Weltspitze an, allerdings eher im Riesenslalom
WM 1991 in Saalbach
- Marc Girardelli (Luxemburg)
- Thomas Stangassinger (Österreich)
- Ole Gunnar Furuseth (Norwegen)
Drei ganz große Namen, die hier nur ganz kurz angerissen werden: Marc Girardelli war in den 80ern und 90ern der vielseitigste Skifahrer der Welt, konnte in allen Disziplinen Weltcuprennen gewinnen. Dreimal sicherte er sich den WM-Titel in der Kombination, dazu den Slalom in seinem Geburtsland, das er in den 80ern nach großen Streit mit dem österreichischen Skiverband verließ, woran auch Papa Helmut gehörigen Anteil hatte. Estaunlicherweise ohne Olympiasieg, nur zweimal Silber 1992 im Riesenslalom und Super-G.
Girardelli gewann 46 Weltcuprennen, fünfmal den Gesamtweltcup, dreimal Slalomweltcup, zweimal Abfahrt und einmal RS sowie viermal Kombination.
Thomas Stangassinger gehörte zu den stärksten Fahrern eines starken österreichischen Slalomteams. Sein Höhe´punkt sollte 1994 folgen, als er in Lillehammer Olympiagold im Slalom eroberte.Er gewaann zehn Weltcuprennen (alle im Slalom) und sicherte sich einmal den Slalomweltcup.
Ole Gunnar Furuseth war der erste Norweger in. de alpinen Weltklasse (nochvor Kjetil Andre Aamodt und Lasse Kjus).9 Weltcuprennen gewann er (3 RS, 6 Slalom), zweimal holte er den Riesenslalomweltcup.
Vierter wurde übrigens Alberto Tomba. Das passte zu der lange eher schwachen Bilanz des italienischen Dauersiegers zu dieser Zeit (3-mal Olympiagold). Erst 1996 in der Sierra Nevada sollte Albertone WM-Gold in Slalom und Rieseslalom gewinnen
von Münchner Löwe | Feb. 14, 2025 | Allgemein
Alpine Ski-WM in Saalbach IX
Riesenslalom der Männer
So viel sind also meine Tipps wert … Aber Raphael Haaser hat bei seinem Heimspiel die Gunst der Stunde genutzt. Seine glänzende Form, die er mit seinem Silberim Superritt-G schon zeigte. Und zwei auf ihn wie maßgeschneiderte schnell gesteckte Läufe, vor allem jeweils im unteren Teil, wo er mit perfekten Fahrten den Erfolg ebnete.
Und wer gewettet hätte, dass Marco Odi Odermatt, ohne Medaille bleibt – Respekt oder Hasardeur.
Das Rennen
1. Durchgang
Die Überrasdhcung war, dass Marco Odermatt, nicht nur mein klarer Titel-Favorit, sich nicht an die Spitze setzte, sondern hinter den Zeiten von Loic Meillard und Timon Haugen blieb. Raphael Haaser blieb bis zur Mitte des Rennens eher durchschnittlich, bevor er im Schlussteil aufdrehte und den Rückstand auf erträgliche 62 Hundertstel reduzierte.
2. Durchgang
Die erste Richtzeit setzte der Deutsche Anton Tremmel. Als Neunter gestartet, legte er eine klare Laufbestzeit hin, die auch nachher selbst die Topleute und späteren Medaillengewinner klar verfehlten. Am Ende sprang Rang 12 heraus, ein großartiges, bisher noch ie erreichtes Ergebnis.
Als Erster der Medaillen-Aspiranten startete der nach dem 1. Durchgang Sechste Thomas Tumler. Der 35-jährige Schweizer kämpfte, schwankte zeitweise zwischen den Toren wie ein Ertrinkender, doch setzte er sich erst mal an die Spitze. Unmittelbar danach Raphael Haaser büßte zwar im oberen Teil seinen minimalen Vorsprung von 1 Hunderstel ein, doch ein rasanter Schlussspurt katapultierte ihn auf Platz 1, 23 Hunderstel vor Tumler. Nur große Österreich-Optimisten hofften da auf eine Medaille, von Gold ganz zu schweigen.
Doch danach: Alexander Steen Olsen, patzte, zu weit von den Toren weg und dann auch noch ausgeschieden. Marco Odermatt: eine mit Fehlern durchsetzte Fahrt, die ich so von ihm noch selten gesehen habe, vorläufig Platz 3. Loic Meillard. Oben souverän, doch ab der 2. Zwischenzeit verlor er kontinuierlich Zeit und blieb gar 51 Hundertstel hinter Haaser.
Nur Timon Hauge konnte also den Triumph des Österreichers verhindern. Normalerweise besser im Slalom, und dort hat er schon einige Male als Führender nach dem ersten Durchgang gepatzt. So auch diesmal, obwohl er gerade im oberen Teil seinen Vorsprung hielt. Danach jedoch erging es ihm die den fAhrern zuvor. Permanenter Zeitverlust, lag es vielleicht auch an der nachlassenen Piste? Am Ende gar nur Platz 7 – und keine Medaille für Norwegen.
Das Ergebnis
Gold: Raphael Haaser (AUT) 2:39,71
Silber: Thomas Tumler (SUI) +0,23
Bronze: Loic Meillard (SUI) 0,51
4. Marco Odermatt (SUI) 0,58, 5. Marco Schwarz (AUT) 0,78, 6. Tibaut Favrot (FRA) 0.86, … 12. Anton Grammel (GER) 1,30, 18. Fabian Gratz 1,95
Die Medaillengewinner
Noch nie hat Raphael Haaser ein Weltcup-Rennen gewonnen, ganze viermal erreichte er einen Podestplatz, aber nie im Riesenslalom. Seine Karriere war aber auch von zahlreichen Verletzungen geprägt, auch zum Anfang dieser Saison musste er einige Zeit passen. Warum ihm gerade jetzt der Knopf aufging? „Wenn ich das wüsste, wäre ich schon früher ganz oben gestanen“, befand er.
Hochzufrieden war auch Thomas Tumler, der erst in dieser Saison im reifen Sport-Alter von 35 den Durchbruch an die Weltspitze schaffte und im Dezember sein erstes Weltcuprennen gewann.„Schon mein Weltcup-Sieg war sensationell. Und heute in meinem wichtigsten Rennen der Saison auf dem Podium, sensationell.“
Loic Meillard wiederholte seinen Silber-Coup bei der WM 2023, und doch haderte er ein wenig. „Hier ist es immer gut gelaufen, und heute wieder. Es war ein sehr guter erster Lauf. Im Moment bin ich enttäuscht, es war mehr möglich. Aber nach dem Rennen bin ich sicher zufrieden.“ Kann er auch sein, denn immerhin hat er ja schon WM-Gold in der Team-Kombi gewonnen.
Marco Odermatt blieb letztlich nur Blech, und der beste Skifahrer der Welt war dementsprechend angefressen. „Oben ist es super gegangen, aber vor dem flachen Teil habe ich mit Fehlern zu viel Zeit eingebüßt. Besonders ärgerlich für den Schweizer, dass er extra auf einen Team-Kombi-Start verzichtet hatte, um sich auf den Riesenslalom zu konzentrieren. Jetzt bleibt ihm bei dieser WM nur das Gold im Super-G, für den Ehrgeizling sicher nicht das, was er sich vorgestellt hat.
Slalom der Frauen, Samstag, 09:45/13.00, ZDF, ORF1, Eurosport
Favoritinnen
Da Mikaela Shiffrin am Start ist, müsste die Sache klar sein. Doch zum einen ist sie nach ihrer Verletzung Ende November noch nicht bei hundert Prozent, zum anderen hat sich mit der Kroatin Zrinka Ljutic eine brillante Gegnerin herauskristallisiert, die diese 3 Weltcup-Slaloms teils sehr überlegen gewonnen hat und die Disziplinwertung anführt.
Mindestens medaillenreif
Camilla Rast: Die Schweizerin ist dieses Jahr zur Siegläuferin avanciert
Wendy Holdener: Rasts Landsfrau,mit beeindruckender Konstanz ist sie dieses jahr unterwegs und kann auch ganz vorne enden.
Lena Dürr: Kann alles, ist enorm schnell, nur leider verbremst sie manchmal den zweiten Durchgang
Katarina Liensberger: Österreichs größte (und normalerweise auch einzige) Medaillenhoffnung
Sehr zu beachten
Lara Culturi: Die Albanerin enttäuschte im Riesenslalom als 7. keineswegs und ist im Slalom noch stärker einzuschätzen.
Sara Hector: Mit Wut im Bauch, nachdem sie im Riesenslalom ohne Medaille blieb. Enorm verbessert im Slalom
🇩🇪 👓
Emma Aicher hat in den Speedrennen mehr als eine Talentprobe abgeliefert. Im Slalom ist sie etwa gleich gut einzuschätzen, aber hier scheint die Konkurrenz doch zu groß für einen absoluten Top-Platz.
Startliste (folgt am Abend)
WM 2023 in Courchevel
1. Laurence St. Germain (Kanada)
2. Mikaela Shiffrin (USA)
3. Lena Dürr (Deutschland)
Ohne despektierlich zu sein: Die Kanadierin Laurence St. Germain ist einer der vielen One-Hit-Wonder bei Großereignissen. Vorher und nachher ohne Sieg, ja nicht einmal mit einem Podestplatz. Und doch gönne ich ihr den Titel vom Herzen angesichts der finanziellen Schweirigkeiten ihres Verbandes.
WM 1991 in Saalbach
1. Vreni Schneider (Schweiz)
2. Natasa Bokal (Jugoslawien)
3. Ingrid Salvenmoser (Österreich)
Vreni Schneider, eine de erfolgreichsten Skifahrerinnen aller Zeiten. Von 1987 bis 1994 in technischen Disziplinen kaum zu bezwingen. Sie gewann bei Olympia und Weltmeisterschaften je drei Goldmedaillen und je dreimal in Slalom und Riesenslalom, dazu insgesamt 5 Medaillen.
Bei 55 Weltcuprennen triumphierte sie, nur Mikaela Shiffrin (99), Lindsey Vonn (82) und Annemarie Moser-Pröll (62) haben mehr auf dem Konto.
Dreimal sicherte sie sich zwischen 1988 und 1995 den Gesamtweltcup, sechsmal die kleine Kristallkugel im Slalom und fünfmal im Riesenslalom, wo sie zu Beginn ihrer Karriere sogar besser war.
Sie wurde zur Schweizer Schneesportlerin des 20. Jahrhunderts gewählt, mehr geht nicht in dieser Skination.
Ganz anders Natasa Bokal und Ingrid Salvenmoser, die die Gunst der Stunde nutzten. Bokal gewann immerhin 1 Weltcuprennen (1991), Salvenmoser fuhr je dreimal bei Weltcups aufs Stockerl
von Münchner Löwe | Feb. 13, 2025 | Allgemein
Alpine Ski-WM in Saalbach, VIII
Riesenslalom der Frauen
Was für klare Abstände, zumindest auf den ersten beiden Plätzen: Federica Brinonie hatte am Ende 0,90 Sekunden Vorsprung auf Alice Robinson, die Neuseeländerin ihrerseits 1,67 Sekunden auf die Driotte Paula Moltzan. Danach ging es dafür umso enger zu. Hinter Moltzan fehlten der Norwegerin Thea Stjenesund eine Hundertsel auf Bronze und Lara Gut-Behrami sechs Hundertstel.
Das Rennen
1. Durchgang
Meine persönliche Favoritin Sara Hector legte mit einer sauberen, allerdings nicht perfekten Fahrt vor. Fahrt. Dies verdeutlichte die fulminante Federica Brignone, die gleich um 1,43 Sekunden besser war als die Schwedin und am Ende klare Laufbestzeit hinlegte. Allein Alice Robinson blieb mit 67 Hundertstel in der Sekunden-Distanz.
Hervorragend schlug sich Slalom-Spezialistin Lena Dürr mit der Startnummer 20, die bis auf Platz 7 vorfuhr.
2. Durchgang
Zunächst ein Hunderstelduell zwischen Lara Culturi, Zrinka Ljutic und Lena Dürr, die am Ende gerade mal 6 Hundertel trennten. Klar war allerdings, dass das für die Medaillen nicht reichen würde. Bronze war noch frei, und die sicherte sich am Ende Paula Moltzan hauchdünn vor Stjernesund und Gut-Behrami. Als Alice Robinson im zweiten Durchgang mit Laufbestzeit die ganz klare Führung übernahm, glaubte ich kurz sogar an den Sieg der Neuseeländerin. Doch Brignone zerstreute alle Zweifel und war noch einmal 23 Hundertstel schneller. Der erste WM-Titel der Italienerin, und dementsprechend groß war der Jubel auch bei der Mutter: Rosa Maria Quario war in den frühen 80ern eine der besten Slalomfahrerin der Welt und schaffte zwischen 1979 und 1983 4 Weltcupsiege im Slalom.
Ergebnis
Gold: Federica Brignone (ITA). 2:22,71
Silber: Alice Robinson (NZL) + 0,90
Bronze: Paula Moltzan (USA). 2,62
4. Thea Stjernesund (NOR) 2,63, 5. Lara Gut-Behrami (2,68), 6. Sara Hector (SWE) 2,88, … 9. Lena Dürr (GER) 3,56
Riesenslalom der Männer, Freitag, 10/13 Uhr
Favorit
Alles Odi oder was, Odermatt. Der Schweizer ist auf jeden Fall der top-Favorit auf die Titelverteidigung: Wenn Marco Odematt nur einigermaßen runterkommt, da muss auch er erst mal schaffen, dürfte er nicht zu bezwingen sein.
Medaillenkandidaten
Im Schatten von Odermatt hat sich sein Landsmann Loic Meillard noch einmal gesteigert. Wenn alles wirklich top, top, tiop läuft kann er sogar Odermatt gefährlich werden. Ich habe auch die Norweger Alexander Steen-Olsen und Henrik Kristoffersen auf dem Zettel. Un d warum soll sich Luca Alipandrini nicht von seiner Landsfrau Brignone inspirieren lassen?
Sehr zu beachten
Lucas Braaten: der gebürtige Norweger, der nun nach einem Jahr Pause für Brasilien startet, dem Heimatland seiner Mutter. Im Slalom vielleicht noch stärker, aber auch im RS mit zwei guten Läufen für eine Medaille gut. Insgesamt scheint das Feld eh viel offener zu sein als das der Frauen: warum also nicht die Krances oder Zubcics dieser Welt.
Thomas Tumler: 35 Jahre musste der Schweizer alt werden für den ersten Weltcupsieg. Erstaunlich, dass ihn die Skigroßmacht Schweiz so lange eine Chance gegeben hat.
Die Gastgeber
Riesenslalom ist eine eher traurige Disziplin der Österreicher. Lucas Feurstein und Stefan Brennsteiner verdanken ihre beiden Podestplätze in Kransjgar Gora nur den irregulären Bedingungen gerade im 2. Durchgang. Top 5 wäre schon ein tolles Ergebnis.
🇩🇪 👓
Immerhin: 3 Fahrer kann der DSV auf die Piste bringen. Anton Grammel, Jonas Stockinger und Fabian Gratz können ohne Erwartungsdruck an den Start gehen. Top 15 ist für alle Drei drin. Seids mutig, Burschen!
Startliste
1 Alexander Steen Olsen (NOR)
2 Loic Meillard (SUI)
5 Marco Odermatt (SUI)
Henrik Kristoffersen (NOR)
7 Thomas Tumler (SUI)
10 Luca De Alipandrini (ITA)
18 Lucas Pinheiro Braathen (BRA)
24 Anton Grammel (GER)
26 Jonas Stockinger (GER)
27 Fabian Gratz (GER)
WM 2023 in Courchevel
1. Marco Odermatt (SUI)
2. Loic Meillard (SUI)
3. Marco Schwarz (AUT)
WM 1991 in Saalbach
1. Rudi Nierlich (AUT)
2. Urs Kaelin (SUI)
3. Johan Wallner (SWE)
Rudi Nierlich war in dieser Zeit mit Abstand der beste Techniker im österreichischen Team. 2 Jahre zuvor hatte er in Vail die WM-Titel in Slalom und Riesenslalom gewonnen, in Saalbach verteidigte er sein Gold. Doch im Mai desselben Jahres hatte er einen tödlichen Auto-Unfall, als er bei nasser Strecke von der Fahrbahn abkam und gegen eine Hausmauer prallte. Nierlich wurde nur 25 Jahre alt.
Urs Kaelin sollte 1996 eine weitere WM-Silbemedaille gewinnen. Auch bei Olympia in Lillehammer wurde er Zweiter im RS, gerade mal 2 Hundertstelsekunden hinter dem Deutschen Markus Wasmeier.
Johan Wallner: Ich gebe zu, den Namen habe ich völlig verdrängt. Dabei holte er auch in Morioka 1993 (die schauderhaften Wind-und-RegenTitelkämpfe) WM-Bronze. Einen Weltcupsieg errang der Schwede, 1986 berim Slalom in Berchtesgaden.
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