Das war die Woche, die war

Aichers Premierensieg lässt Großes erwarten

 

Vor einer Woche habe ich meine Lieblingsskifahrerin Mikaela Shiffrin für ihren 100. Weltcupsieg gefeiet. Davon ist Emma Aicher noch ein gewaltiges Stück entfernt (und sollte auch nicht Ziel der Bayerin sein), aber bei der 2. Abfahrt in Kvitfjell gelang ihr ihr Premierenerfolg. Der kam nicht mehr überraschend, nachdem sie tags zuvor auf gleicher Strecke bereits auf Platz 2 gerast war.
Offenbar hat Aicher bei der WM in Saalbach einen Schalter umgelegt. Dort belegte sie in Super-G und Abfahrt mit zwei blitzsauberen Fahrten jeweils Platz 6, und nicht nur deutsch-bebrillte befanden hinterher, dass sie mit einer jeweils besseren  Startnummer noch weiter vorne, wenn. icht sogar in den Medaillenrängen gelandet wäre. Bei diesen Fahrten fiel mir auf, wie fantastisch gechmeidig sie die Wellen nahm. Und fast in Perfektion gelang ihr in Sestriere veilleicht das Schlüsselstück, als sie sich von einer Welle nicht wie so viele andere weit hinaustragen ließ, sondern eine viel engere Linie fahren konnte.
Emma aicher gilt schon länger als größtes deutsches Skitalent, sehr vielseitig, und eigentlich ist sie ja eher Slalomspezialistin. Doch irgendwas fehlte ihren Fahrten; vielleicht das letzte Risiko, vielleicht wieder ein Flüchtigkeitsfehler. Davon war jetzt nichts mehr zu sehen, und daran ändert auch das Ausscheiden im Super-G nichts nach all den berechtigten Feiern und Presse-Herumreichen nach dem Abfahrtssieg.
Emma Aicher ist nun die deutsche Hoffnungsträgerin. Wenn sie sich nicht verheddert in ihrer Vielseitigkeit und darüberhinaus noch an ihrer Schwachstelle Riesenslalom arbeitet (erstaunlich genug), könnte sie in zwei, drei Jahren sogar um den Gesamtweltcup mitfahren, zumal die jetzigen Herrscherinnen Federica Brignone (die Kvitfjell-Siegerin im Super-G) und Lara Gut-Behrami ihre Karriere spätesten 2027 beenden dürften.

Gar nicht gut lief es für Linus Straßer. Der Münchner schied im Slalom von Kranjskar Gora aus, schon zum dritten Mal in diesem Weltcup-Winter. Großer Sieger in Slowenien war der Norweger Henrik Kriostoffersen, der sowohl im Riesenslalom als auch im Slalom triumphierte und die für ihn enttäuschende WM ein bisschen vergessen machte.

 

Bayern und Bayer souverän

 

Schwere Auswärtsaufgaben in Stuttgart und Frankfurt? Zumindest ergebnismäßig waren diese kein Problem für die Münchner respektive Leverkusener. Die bayern gewannen trotz 0:1-Rückstands mit 3:1, freundlich unterstützt vom VfB, der ihnen durch Fehler in der eigenen Haälfte zwei Tore schenkte. Leverkusen brauchte derlei Mithilfe nicht beim sehr überzeugenden 4:1 bei der Eintracht, wobei Florian Wirtz erstaunlicherweise an keinem Treffer per Tor oder Assist beteiligt war.
Apropos Wirtz: Jetzt haben die Bayern auch öffentlich ihr großes Interesse bekundet, dass sie ihn unbedingt verpflichten wollen. Sie werden sehr tief in die Tassche greifen müssen, und selbst dann ist nicht klar, ob und wann Wirtz dem Werben erliegt. Meines Erachtens würde ihn ein innerdeutscher Schritt fußballerisch kaum weiterbringen, viel ehe kann ich mir vorstellen, dass er seinem Trainer Xavi Alonso zu Real Madrid folgt, wenn dieser denn in absehbarer Zeit den Schritt zu seinem Stammverein wagt.
Zurzeit ist Wirtz jedenfalls in Leverkusen bestens aufgehoben (wobei er in München mit Sicherheit sehr viel mehr verdienen würde). Ein Fingerzeit könnte das Champions-League-Duell Bayern geben Bayer geben (oder eben auch gar nicht). Also viel Spekulatius rund ums internationale-nationale treffen.

 

Und sonst?

  • Bundesliga: Die schrammte in ihrem 62. Jahr an einem Rekord vorbei. Acht Auswärtssiege gab es vor der letzten Partie, einen „Sweep“ der gastteams hat es noch nie gegeben. Doch der SC Freiburg kam beim FC Augsburg nicht über ein 0:0 hinaus und musste sich den Groll der Fußball-Gemeinde anhören. Denn so wurde der Rekord „nur“ eingestellt.
    Durch den ersten Auswärtssieg überhaupt beim 1. FC Union verließ Holstein Kiel und schöpft Hoffnung im Abstiegskampf.
  • 2. Bundesliga: Die bleibt „verrückt“. Denn kaum haben sich der HSV und der 1. FC Köln ein wenig abgesetzt, mussten die beiden Großclubs Federn lassen und verloren mit 0:2 in Paderborn und 0:1 in Karlsruhe: Damit trennt die ersten 5 des Unterhauses gerade mal ein Punkt, und bis Rang 8 sind es auch nur 4 Zähler. Den Wetter, der heute die 2 Direkt-Aufsteiger und den Dritten (Relegation) ohne zu zögern tippt und dann auch noch recht behält, möchte ich sehen. Hier weiß man wirklich nicht, wie es ausgeht, um den alten Sepp Herberger-Spruch zu zitieren
  • Internationaler Fußball: Die Saison für Manchester United geht traurig weiter: Im FA Cup verlor der einstige Topclub zu Hause dem FC Fulham nach Elfmeterschießen. Der Deutsche Bernd Leno im Fulham-Kasten war der Held der Londoner. Vielleicht schaut Bundestrainer Julian Nagelsmann doch noch genauer hin.
    In Italien endete das Spitzenduell SSC Neapel gegen Inter Mailand Remis. Verfolger Atalanta konnte die Gunst der Stunde nicht nutzen, kamm seinerseits gegen Venedig nicht übe ein torloses Unentschieden hinaus.
    In Spanien grüßt prötzlich wieder Barca (4:0 vs San Sebastian) von der Tabellenspitze, da Real Madrid bei Betis Sevilla mit 1:2 verlor. Siegtorschütze der Andalusier war Isco aus der Real-Jugend, der ja für ganz kurze Zeit als Neuzugang beim 1. FC Union gehandelt wurde.
  • Handball: Die Bundesliga rückt an der Spitze noch enger zusammen nach der Niederlage von Tabellenführer MT Melsungen bei der SG Flensburg-Handewitt. Ein halbes Dutzend Teams kann sich noch mehr ode weniger große Hoffnungen auf den meistertitel machen.
  • Motorrad: Einen WM-Start nach Maß erwischte der Spanier Marc Marquez. Endlich nicht mehr gehandicapt raste der sechsmalige MotoGP-Weltmeister zum Auftakt in Thailand sowohl im Sprint als auch im regulären Rennen zum Sieg – jeweils vor seinem jüngeren Burde Alex. Auch in den anderen Klassen gab es durchweg spanische Erfolge.
  • Tennis: Auch in seinem 3. Turnier auf seiner Süd/Mittelamerika-Tournee schied Alexander Zverev früh aus. In Acapulco unterlag er, von Montezumas Rache geplagt (vulgo Darmbeschwerden) dem US-Top-Talent Learner Tien. Turniersiege feierten der Tscheche Tomas Machac (Finale vs Davidovic Fokina) in Acapulco, der Serbe Laslo Djere (Sebastian Baez), Stefanos Tsitsipas aus Griechenland (Felix Auger-Alliasime) sowie bei den Frauen die beiden Amerikanerinnen Jessica Pegula und Emma Navarro in Austin und Mérida/Kolumbien.

Das wird die Woche, die wird

Im Blickpunkt stehen: Nordische Ski-WM, Achtelfinale im Europapokal, Hallen-Leichtathletik-EM und Bob/Skeleton-WM (wers mag)

 

Ab auf die Großschanze

 

Die zweite Woche der Nordischen Ski-WM in Trondheim beginnt heute, und jetzt kommt die umgebaute Großschanze zu ihrem Recht, nachdem sich die Skispringer am kleinen Bakken abgearbeitet haben. Gleich 4 Wettbewerbe gibt es noch, das Mixed morgen (je 2 Frauen und Männer), das Einzel bei Frauen und Männern (Freitag und Samstag) sowie das Team der Männer am Donnerstag.
Nachdem es für die deutschen Springerinnen und etwas überraschend auch für Andreas Wellinger Medaillen gab, sind die Erwartungen hoch. Im Mixed könnte (wie von der Normalschanze erneut Bronze herausschauen hinter den Favoriten Österreich und Norwegen. Im Einzel hat vor allem Selina Freitag gute Chancen, ihre Medaillenbilanz aufzuhübschen, hier ist das Feld ziemlich offen.
Bei den Männern führt der Titel im Team nur über Österreich (alles andere wäre nach dieser Saison auch eher ein Witz). Die Deutschen um Andi Wellinger haben im Medaillenkampf mit Norwegen (eher weniger) und Slowenigen (schon mehr) durchaus Potenzial, allerdings nur mit einem verbesserten Pius Paschke, der seine Form völlig verloren hat und auch noch gesundheitlich angeschlagen war.

Bei den Langläufern gehen die norwegischen Festspiele aller Voraussicht nach weiter. Es gibt heute die beiden Einzel über 10 km klassisch, die in Intervallstarts vor sich gehen (so wie es früher gang und gäbe war). Das hat durchaus seinen Reiz. Hier könnte auch die größte Chance der Deutschinnen auf eine Einzelmedaille (Victoria Carl, Katharina Hennig) liegen.
Spektakel ist bei den Staffeln zu erwarten, jeweils 4x 7,5 Kilometer. Die Streckenlänge ist jeweils Premiere, bisher liefen die Frauen 4×5 und die Männer 4×10 Kilometer.
Abschluss sind dann bei den Langläufern die beiden 50er diesmal im Freien Stil, die die Frauen erstmals bei einer WM in Angriff nehmen (bisher 30 km). Hier sehe ich niemanden, der Therese Johaug das Wasser reichen könnte, aber die Streckenlänge ist doch ziemliches Neuland, und die Frage ist natürlich auch, wer am Ende der Titelkämpfe noch die meisten Körner hat.

Schließlich noch die Kombinierer. Die Frauen haben ihr Programm schon beendet, die Männer bestreiten noch Team und Einzel von der Großschanze/4x5km bzw 10 km je nach Gundersen). Wieder werden aller Wahrscheinlichkeit nach Norweger, Deutsche und Österreicher sämtliche Medaillen unter sich ausmachen, wobei ich Jarl Magnus Riiber herausheben würde.

 

Bayern vs Bayer – Kampf um die deutsche Machtposition

 

Sorry für den etwas martialischen Titel, aber im innerdeutschen Duell geht es schon um sehr viel. Gerade für die Münchner: Nachdem sie die 2024 (an Bayer Leverkusen) verlorene Meisterschaft aller Wahrscheinlichkeit wieder zurückerobern (die Pflicht), steht jetzt die Kür an. Die dieses Jahr allerdings schon fast zur Pflicht ausgerufen wurde, weil das Endspiel in der heimischen Arena ausgetragen wird. Ein Scheitern im Achtelfinale ist da eigentlich verboten, erst recht gegen Bayer Leverkusen. Aus dem Finale dahoam könnte gar ein Albtraumfinale dahoam werden, wenn Bayer (oder gar Borussia Dortmund) dort den Titel holen würde. Man frage Bayern-Fans, wie es ihnennach dem Münchner Finale 1997 (damals noch im Olympiastadion) erging, als der BVB gegen Juve triumphierte.
Das Endspiel ist natürlich noch Ziukunftsmusik, aber das Kräftemessen Bayern vs Bayer macht schon (auf beiden Seiten) den Unterschied zwischen okayer und guter Saison aus. Einen Favoriten kann ich nicht erkennen, auch wenn Bayer mit Trainer Xavi Alonso in bisher 5 Treffen mit den Münchnern noch ungeschlagen ist. Die Leverkusener wirken mannschaftlich geschossener, doch die Münchner haben insgesamt die besseren Einzelspieler.
Was den Deutschen Bayern vs Bayer, ist den Madridern das Stadtderby Real vs Atlético. Real ist in der Champions League so etwas wie die Nemesis für Atlético. Zweimal verloren die Mannen von Trainer Diego Simeone bereits im Endspiel gegen den ohnehin viel prominenteren Kontrahenten. Auch hier sehe ich beide Teams mehr oder weniger auf Augenhöhe, die Formschwäche, die die Königlichen zuletzt in der Liga zeigte, ignoriere ich und verweise auf den imposanten Auftritt in der Zwischenrunde gegen Manchester City, vor allem im heimischen Bernabéu.
Ziemlich im Schatten darf auch Borussia Dortmund sein Glück versuchen, gegen das immer noch relativ unbeschriebene Blatt OSC Lille (ich unterdrücke mit schwerem Herzen Wortspiel des Städtenamens mit dem Olympiaort von 1994). Deer OSC ist in der Vorrunde immerhin Siebter geworden, unter anderem mit Siegen gegen die beiden Madrider Clubs.

Die Ansetzungen im Einzelnen

Di., 18.45: FC Brügge – Aston Villa (Rückspiel:12/03)
Di., 21:00: Borussia Dortmund – OSC Lille (12/03)
Di., 21:00: Real Madrid – Atletico Madrid (12/03)
Di., 21:00: PSV Einhoven – FC Arsenal (12/03)
Mi., 18:45: Feyenoord – Inter (11/03)
Mi., 21:00: FC Bayern – B. Leverkusen (11/03)
Mi., 21:00: Benfica – FC Barcelona (11/03)
Mi., 21:00: PSG – FC Liverpool (11/03)

 

Im Schatten der Königsklasse gehen aber auch Europa und Conference League ins Achtelfinale. Eintracht Frankfuert hat in der EL die interessante und machbare Aufgabe Ajax Amsterdam vor der Brust. Außerdem ist vor allem die PartieReal Sociedad vs Manchester United zu beachten. Für United die letzte Chance, eine ansonsten katastrophale Saison noch zu retten, nachdem das Team auch im FA Cup zu Hause gegen Fulham (und dem deutschen Elfertöter Bernd Leno) ausgeschieden ist.
Die Conference League ohne deutsche Beteiligung, dafür mit österreichischer. Rapid Wien als letzter internationaler Austria-Vertretergekommt es (zunächst auswärts) mit Banja Luca zu tun, das klingt machbar.

 

Ogunleye will nächsten Titel

 

Gleich 37 StarterInnen entsendet der deutsche Leichtathletik-Verband zu den am Freitag beginnenden Halleneuropameisterschaften in Apeldoorn, bisher eher bekannt für seine Rad-Wettbewerbe. Eine der größten Gold-Hoffnungen ist Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Oguleye, die zuletzt mit der persönlichen Bestweite von 20,27 Metern aufwartete und sich an die europäische Spitze setzte. Als weitere Medaillenkandidaten gelten Weitspringerin Maleike Mihambo und Dreispringer Max Heß, die beide sogar die Weltjahresbestenliste anführen. Im Weitsprung geht es übrigens wieder nach konventionellen Regeln, es muss also der Balken möglichst genau getroffen werden.
Die holländischen Gastgeber hoffen auch die fantastische 400-Meter-Läuferin Fenmke Bol, in der Halle notgedrungen ohne Hürden unterwegs. Aus internationaler Sicht wird der Doppel-Auftritt von Jakob Ingebrigtsen und der ewartbare Höhenflug der Ukrainerin Jaroslawa Mahutitsch bemerkenswert – sowie natürlich die Flugshow von Mondo Duplantis, der den Weltrekord mit dem Stab kürzlich in Clermont-Ferrond auf 6,27 verbessert hat. Der Schwede hat noch einige Luft nach oben im Wortsinn.
Wer das Ganze im Fernsehen oder Stream verfolgen will, den verweise ich auf eurovisionsport.com. Eurosport selbst oder gar die deutschen Sender planen offenbar keine Live-Übertragungen, ist ja nur die olympische Kernsportart. Wer allerdings den ORF empfangen kann (über simplitv oder VPN,der ist ist orf on repektive orfsport+ die richtige Adresse mit österreichischem Kommentar, großer und etwas neidischer deutscher Seufzer

 

Bob und Skeleton gut

 

Sehr spät im Winter findet dieses Jahr die Bob- und Skeleton-WM statt. Die Wettbewerbe auf der Olympiabahn in Lake Placid starten am Donnerstag. Insgesamt stehen dieses und nächstes März-Wochenende 7 Entscheidungen an. Bis auf das Skeleton Mixed werden alle Wettbewerbe in 4 Läufen entschieden.
Bob: Frauen Mono (8./9.) und Zweier (15./16.), Männer Zweier (8./9.) und Vierer (15./16. März)
Skeleton: Frauen und Männer (je 6./7.) und Mixed-Staffel (8.).

Im Bob sind in allen Wettbewerben die Deutschen sowie di amerikanischen Gastgeber Favorit, dito im Skeleton. Auch hier sei auf orfsportplus verwiesen, ard und zdf planen zumindest live streams.

 

Und sonst wird jetzt erst mal entfallen und wird vielleicht am Donnerstag/Freitag aktualisiert

 

 

 

 

 

 

Norweger dominieren die Heim-WM

Drei Wettkampftage sind die Nordische Ski-Weltmeisterschaften in Trondheim jetzt alt, höchste Zeit für ein erstes Resümee. Und das lässt sich auf zwei Worte reduzieren: Heja Norge! Die Gastgeber dominieren in einewr Art und Weise, die mich einerseits bewundern, andererseits auch recht skeptisch zurücklässt. 5 der 8 Wettbewerbe haben sie gewonnen und insgesamt bereits 11 (!) Medaillen. Ich drösel das mal auf. Sehr gut schlagen sich die Deutschen, die insgesamt schon viermal Edelmetall holten , je zwei in Kombination und Springen. Dagegen kommen die anderen nordischen Topnationen Schweden und Finnland auf nur je eine Medaille (Gold respektive Bronze).

 

Langlauf

 

Männer, Sprint (Freistil)

1. Johannes Klaebo (NOR)
2. Federico Pellegrino (Italien)
3. Lauri Vuorinen (Finnland)

Skiathlon (10km klassisch/10 km Skating)

1. Johannes Klaebo (Norwegen)
2. Martin Nyenget (Norwegen)
3. Harald Oestberg Amundsen (Norwegen)

Frauen, Sprint (Skating)

1. Joanna Sundling
2. Kristine Skistad (Norwegen)
3. Nadine Fähndrich (Schweiz)

 

Johannes Klaebo, der alles überragende Läufer der vergangenen Jahre, sicherte sich die ersten beiden Entscheidungen. Zunächst im Sprint (klassischer Ziel), gestern im Skiathlon (jeweils 10 km klassisch und skating). Erstaunlich: Das Skiathlon-Gold, das er sich in einem beeindruckenden Ednspurt gegen seine Landsleute Martin Nyenget und Harald Oestberg Amundsen sicherte, war sein erster WM-Triumph in einem Einzel-Distanz-Wettbewerb.
Doch noch viel beeindruckender fand ich die schwedische Sprint-Königin Joana Sundling. Ihre Überlegenheit im eigentlich so knappen Sprint ist frappant, so als übe sie eine andere Sportart aus. Sie kann von vornherein ein Tempo anschlagen, dem der Rest der Welt schlicht nicht folgen kann.

Ausblick

Heute steht der Skiathlon bei den Frauen (je 7,5 km klassisch und skating). Top-Favoritin ist für mich Rückkehrerin Therese Johaug aus, na klar, Norwegen. Die größte Konkurrenz dürfte aus dem eigenen Land kommen. Auf vordere Plätze hoffen die Österreicherin Therese Stadlober und die Deutschinnen Katharina Hennig und Victoria Carl, wobei jeweils auch ein Medaillenträumchen mitläuft).

 

Nordische Kombination

 

Frauen (Massenstart 5 km/Normalschanze)

1. Yuna Kasai (Japan)
2. Gyda Weltvold Hansen (Norwegen)
3. Haruka Kasai (Japan)

Mixed (Normalschanze/4x 5 km)

1. Norwegen
2. Deutschland
3. Österreich

Männer (Normalschanze/7,5 km)

1. Jarl-Magnus Riiber (Norwegen)
2. Jens Luraas Öftebro (Norwegen)
3. Vinzenz Geiger (Deutschland)

 

Was im Landlauf der Klaebo, ist in der Kombi der Riiber, Jarl-Magnus Riiber. Trotz seiner gesundheitlichen Probleme, die ihn nach der Saison zum Karriere-Ende zwingen, gewann er das erste Einzel, (kleine Schanze/7,5 km). Erstaunlich fand ich dabei, welche Fortschritte in der Loipe gemacht hat. So setzte er sich im Endspurt gegen den fulminanten von Platz 16 gestarteten Jens Luraas Oftebro (ein Landsmann, logo) und Vinzenz Geiger aus Oberstdorf durch. Auf den ersten neun Plätze: je 3 Norweger, Deutsche und Österreicher). So lautete fast folgerichtig die Reihenfolge im Mixed. Dort gab es auch den bisher größten Aufreger der WM: Im Sprint um Bronze kam es zu einer grenzwertigen Begegnung zwischen dem Ösi Johannes Lamparter und dem Japaner Ryota Yamamoto. Lamparter hatte am Ende die Nase vorn, doch erst nach einer Stunde Beratung vewarf die Jury den Protest der Japaner wegen Behinderung, weil Lamparter die Spur gekreuzt hatte.
Immerhin hatten sich die japanischen Frauen schadlos gehalten, eroberten im Einzel (erst 5 km Massenstart, dann Springen) Gold und Bronze durch Yuna und Haruka Kasai. Wem der Name Kasai bekannt vorkommt: Die beiden 21-jährigen Zwillingsschwestern sind NICHT verwandt mit der Skisprunglegende Noriaki. Ohne Medaille blieb hier Nathalie Armbruster, die zuvor zwei Weltcup-Wettbewerbe gewonnen hatte. Immerhin kann sie sich über Mixed-Bronze freuen.

 

Ausblick

Heute findet der zweite reine Frauen-Wettbewerb statt. Zuerst springen sie von der Normalschanze, dann laufen sie in der Gundersen-Methode die 5 Kilometer. Der nächste Kasai-Feiertag?

 

Skispringen

 

Frauen, Normalschanze

1. Nika Prevc (Slowenien)
2. Selina Freitag (Deutschland)
3. Anna Odine Ström (Norwegen

Mixed, Normalschanze

1. Norwegen
2. Österreich
3. Deutschland

Nika Prevc ist die zurzeit alles alles überragende Skispringerin, die auch die Weltcupwertung anführt. Jetzt schon ist die kleine Schwester der Prevc-Brüder Peter, Cine und Domen die erfolgreichste der Familien-Dynastie. Schade für sie, dass das so dominante slowenische Team der vergangenen Jahre zuletzt arg hat Federn lassen, aber von der Großschanze ist sie auch klare Favoritin auf Gold.
Seline Freitag kann mit bisher zwei Medaillen bei der WM auch überaus zufrieden sein, auch wenn es zur Titelverteidigung im Mixed nicht gereicht hat.

Ausblick

Heute springen die Männer von der Normalschanze (ab 17 Uhr/ZDF und Eurosport). Ei absoluter Anachronismus, denn im Weltcup-Kalender wird  praktisch nur noch von den großen Bakken gesprungen.Das Wetter könnte ziemlich grauslig werden mit Regen und Windböen. In de Qualifikation gestern lief es für die deutschen Starter recht gut mit den Plätzen 2 (Andi Wellinger), 5 (Karl Geiger) und 10 (Philipp Raimund). Die Österreicher sind das Team to beat mit Tourneeseieger Daniel Tschofenig (1. in der Quali) und Routinier Stefan Kraft an der Spitze. Und selbstverständlich mischen auch hier Norweger (Johann Forfang/Quali-Zweiter) mit.

Die Detroit Pistons überraschen sich wahrscheinlich selbst

Blick über den Teich, NBA

 

Nach dem Westen befasse ich mich heute mit der Eastern Conference. Wieder werde ich die Teams in Stärke-Gruppen einteilen, wo ich nicht nur die reinen Zahlen, sondern auch die allgemeine Performance (auf mich persönlich einfließen) lasse. Wobei ich natürlich nicht jedes Team gleich intensiv verfolgt habe, den Osten generell etwas weniger.

 

Eastern Conference

Die Top Teams

 

Cleveland Cavaliers und Boston Celtics: Auch wenn die Cavs zurzeit mit 6,5 Siegen besser dastehen als die Celtics, würde ich beide Teams auf die gleiche Stufe stellen. Mir gefällt Cleveland subjektiv besser, sie spielen einen wunderbar mannschaftlichen Basketball mit den schönsten Kombinationen, aber die Celtics haben schon unfassbare Qualität um Tatum, Brown und Porzinigs herum und haben das Dreier-Spiel perfektioniert (Pritchard, Hauser). Als einziges Team überhaupt haben die Cavaliers bereits 24 Partien vor Schluss auch rechnerisch die Post Season erreicht. Die heruasragenden Spieler sind Donovan Mitchell und Evan Mobley, der sich enorm gesteigert hat. Mit DeAndre Hunter haben sie einen sehr guten Profi dazubekommen, der Größe und Dreier mitbringt, letztlich noch besser als der abgebenene LeVert. Da allen Beteiligten bekannte Schicksal eines hochbezahlten NBA-Profis (deswegen auch kein allzu großes Mitleid): Ohne eigenes Dazutun wird er von einem absoluten Meisterschafts-Aspirenten zu einem Loser-Team (Brooklyn Nets) abgeschoben.

 

Die Aussichtsreichen

 

Schon vor dem letzten Saisonviertel zeichnen sich die Top6 ab, nicht njur iin derTabelle, sondern auch in der Form: NY Knicks, Indiana Pacers, Milwaukee Bucks und die Detroit Pistons dürften die Ränge 3 bis 6 unter sich ausmachen, die ja auch in der 1. Play-off-Runde aufeinandertreffen. Nur die Reihenfolge ist für mich völlig unklar, wobei die Knicks einen kleinen Vorsprung haben.
Das Überraschungsteam der gesamten Liga sind zweifellos die Detroit Piston. In der vergangenen Spielzeit noch eine Lachnummer mit der mit dem Rekord-Pleiten 29 am Stück. Jetzt steigern sie sich von Monat zu Monat. Gegenwärtig haben sie mit 8 Erfolgen die längste Siegesserie der gesamten Liga, beeindruckten gerade mit einem letztlich ungefährdeten Erfolg über die Celtics. Cade Cunningham erfüllt endlich die Ansprüche, die der Hochbegabte schon vorher in Aussicht gestellt hat. Der deutsche Nationalmannschafts-Kapitän Dennis Schröder ist ja nach seiner Irrfahrt quer durch die USA (allein in dieser Saison: New York – San Francisco – Utah – Detroit) bei den Pistons gelandet und kann dem jungen Team mit seiner Erfahrung und vor allem Ballfertigkeit/Ideenreichtum enorm helfen.
Die Knicks sind sicher besser besetzt (Jalen Brunson, Carl-Anthony Towns), aber ihre Grenzen zeigen sich in den desaströsen Niederlagen gegen absolute Spitzenteams. Ich traue ihnen nicht ohne Restzweifel über den Weg. Ähnlich sieht es mit den Pacers aus. Auch die sind zu Großtaten fähig mit den AllStars Tyrese aaliburton und Pascal Siakam, aber die zeigen wie das gesamte Team viel Unbeständigkeit.
Bleibt Milwaukee, das darkest horse überhaupt. Giannis Antetokuonpo, einer der 3 prägensten Spieer der Liga. Zumindest in der Theorie bestens assistiert von Damian Lillard und Marc Lopez, aber auch hier: zu unbeständig und vielleicht ein zu wenig tiefer Kader.

 

Die Sicheren

 

Das Trio Orlando Magic, Miami Heat und Atlanta Hawks kann sich jetzt schon auf die Play-Ins einstellen (also auf die Plätze 7 bis 10). Für die beiden, die das überstehen, ist dann in der 1. Play-off-Runde gegen Cavs oder Celtics Schluss). Sie werden nämlich, wenn nicht Außergewöhnliches passiert (immer möglich), weder nach oben angreifen oder nach unten abrutschen können. Orlando ist natürlich aus deutscher Sicht vor allem wegen Franz Wagner, aber auch Rookie Tristan da Silva  interessant. Wagner spielt eine formidable Saison und auch seine Verletzungspause hat er gut überwunden (wie auch Co-Star Paulo Banchero). Lassen wir mal seinen furchtbaren Dreier außen vor (nicht mal jeder dritte Versuch rauscht durch die Reuse).
Die Miami Heat werden aufatmen, dass das Vereinsgift Jimmy Butler (bei all seiner Klasse) in Richtung San Francisco abgedampft ist, wo er jetzt seine geforderten Fanstastilliarden (tatsächlich: 55 Mo per annum) erhält. Die Atlanta Hawks haben mit Trae Young einen unglaublich aufregenden Spielmacher (leider ohne Defensive) und insgesamt einen spannenden Kander (der Schweizer Clint Capella sei genannt).

 

Die Verlierer

 

Eigentlich müsste ich schreiben: die, die verlieren wollen. 6 Teams haben kaum mehr Ambitionen nach vorne, und de Witz ist, dass eines von diesem Sextett tatsächlich auf Platz 10 landet: Das bedeutet Play Ins und vor allem: raus aus der Verlosung um die Top-Picks. Jede Niederlage ist also günstig, wobei die Spieler selbst natürlich trotzdem gewinnen wollen.
Eine Zwitterstellung haben dabei die Philadelphia 76ers inne: Das Team hatte Großes vor mit einem Top-Trio Joel Embiid, Paul George und Tyrese Maxey: Doch gerade Embiid fehlte lange verletzt, und jetzt droht wegen seines einfach nicht besser werdenden Knies das Saisonende (und schlimmstenfalls sogar eine gut einjährige Pause).
Die Chicago Bulls habe einen ihrer beiden Top-Spieler Zach Levine (geblieben ist Vujevic) von der Gehaltsliste gebracht ohne annähernde Kompensation. Wenn ich tippen müsste, würde ich sie als das traurige Team Nummer 10 tippen. Denn was der Rest zeigt (Brooklyn Nets und vor allem Charlotte Hornets und Washington Wizards), ist zu trostlos. Ich wage mal die nicht zu beweisende Behauptung, dass diese beiden Teams auch in der Euroleague große Schweirigkeiten hätten, an der Spitze mitzuhalten

Ovetschkin jagt den Rekord für die Ewigkeit

Blick über den Teich, NHL und NBA

 

Nach dem ganzen Allstar-Getöse samt USA vs Kanada-Wahnsinn (auch dank DTs Übernahme-Fantasien) in der NHL möchte ich mal wieder einen Blick auf das NBA-Standing werfen. Zuvor allerdings ist eine Stats-Watch in der NHL angesagt, in der vielleicht sogar noch dieses Jahr Historisches passieren kann.

 

Gretzky „bangt“ wegen Owetschkins Toren

 

Ich versuche ja, hier mit dem Begriff „historisch“ sparsam umzugehen. Aber bei Alexander Owetschkin von den Washington Capitals bin ich geneigt, eine Ausnahme zu machen. Gestern Nacht erzielte er beim 1:3 der Hauptstädter gegen die Calgary Flames einen Treffer (natürlich für sich allein gesehen nicht historisch). Es war sein 30.Saisontor, damit hat er in der 19. NHL-Saison in Folge 30+ Treffer erzielt, das hat es noch nie gegeben. Und mehr und mehr rückt sogar ein Rekord in Reichweite, den fast jeder für unerreichbar hielt. Nämlich 895 Treffer, die „The Great One“ Wayne Gretzky in seiner fabulösen Karriere in den 80ern und frühen 90ern erzielt hat.
Alex Owetschkin war bisher 883-mal erfolgreich, es fehlen ihm also noch 12 (13) Tore, um gleichzuziehen (zu übefholen). Dafür hat er allein in dieser Spielzeit noch 24 Partien: Wenn der Russe also gesund bleibt und seinen bisherigen Schnitt beibehält (diese Saison 30 Tore in 42 Partien) dürfte sich das bis März oder spätestens April ausgehen. Und diese Tore sind auch nicht nur für die Galerie oder persönliche Statistik: Vielmehr führen die Capitals trotz der jüngsten Niederlage souverän mit 10 Punkten Vorsprung die Eastern Conference und sind auch nur einen Zähler hinter dem Ligabesten Winnipeg Jets. Am Sonntag etwa traf Alexander Owetschkin dreimal gegen die Edmonton Oilers.
Ich habe ja „Gretzky bangt“ getitelt. Ich bin felsenfest überzeugt, dass der große kanadische Sportsmann als Erster gratulieren würde und es vielleicht sogar versuchen wird, live vor Ort zu sein, wenn Owetschkin Treffer Nummer 895 (896) markiert. Samt dem ganzen Ehrungs-Quatsch, der dann unweigerlich folgen dürfte.

 

Wembys Drama – und ein Blick aufs NBA-Standing

 

So schnell geht das im Sport: Da schauen die San Antonio Spurs recht zuversichtlich in die (nähere) Zukunft, auch dank des Transfers vo DeAaron Fox nach Texas, und eine Verletzung lassen alle Hoffnungen  zumindest für diese Saison platzen wie eine Seifenblase. Betroffen ist nämlich Victor Wembanyama, der „Außerirdische“, der schon in seinem zweiten NBA-Jahr unvergessliche Eindrücke in der stärksten Basketball-Liga der Welt hinterlassen hat. Mit Abstand ist er der beste Verteidiger der NBA, sorry Monsieur Rudy Gobert: Jetzt schon gilt der 2,23-Meter-Riese mit den ewig langen Armen als bester Schuss-Blocker der Geschichte (auch weil er so geschickt Würfe abblockt, dass die Abpraller im Feld bleiben und damit oft in die Händen der eigenen Mannschaft. geraten. Doch jetzt die Hiobsbotschaft:  Den Franzosen plagt eine schwere Venen-Entzündung in der Schulter, die eine lange Reha braucht ohne nennenswerte Belastung. Und gerade bei so einem langgliedrigen Menschen bleibt dann natürlich die Furcht, dass das immer wieder auftreten kann. Ich bin kein Mediziner, aber ich kann mir auch vorstellen, dass bei so jemandem das dauernde Sitzen bei den ständigen Flugreisen kreuz und quer durch Amerika bei allem Komfort nicht wirklich gesundheitsfördern ist, um es sehr positiv auszudrücken.
Wemby (und damit aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Spurs) sind also raus aus dem Play-off-Rennen. Wie aber sieht es für die restlichen Teams aus. Ich werde jetzt nicht jedes Team beleuchten, aber die Teams, die mir subjektiv wichtig sind und jede, die mit objektiv wichtig erscheinen; eher aufgeteilt nach „Stärkegruppe“. Subjektiv eingefärbt natürlich, aber ohne „Team-Brille“, wie ich zumindest hoffe. Und noch etwas: Anders als einige Spezial-Blogs und -Podcasts versuche ich, hier möglichst wenig mit Statistiken um mich zu werfen (ich weiß, das klingt in dieser von Statistik besessenen Sportart verrückt). Eher so der allgemeine Eindruck, den die Teams auf mich machen, der dann wiederum mit den Zahlen abgedeckt wird.

 

Western Conference

 

Die Spitze

Ganz vorn und nahezu unbehelligt kreisen die Oklahoma City Thunder in ihrer eigenen Umlaufbahn. Hier stimmt praktisch alles. Eine unglaublich nervige Verteidigung, die es jeder Offensive verdammt schwer macht, gute Würfe zu finden. Kreativität selbst im Angriffsspiel, und mit dem Kanadier Shai Gilgeous-Alexander ein Ausnahmekönner, der jederzeit den Unterschied ausmachen kann und auf dem besten Weg zu seinem ersten MvP. Mit Center Isaiah Hartenstein, de eine tolle Saison spielt, haben sie im Vergleich zum letzten Jahr offensichtlich das fehlende Puzzleteil gefunden (nämlich Größe und Verteidigung des Rings)

Die Verfolger

Die großen Überraschungen (besser gesagt: noch nicht so Etablierten da vorne) sind die Houston Rockets und Memphis Grizzlies. Beide Teams sind noch sehr jung, haben also noch Zeit, sich zu entwickeln, doch bisher klappt das außergewöhnlich gut auch dank Ausnahme-Könnern wie Jaren Jackson jr (Grizzlies) und Alpery Sengun (Rockets), aber auch bestem und sehr attraktivem (Ja Morant!) Basketball.
Mehr und mehr in Fahrt kommen die Denver Nuggets, salopp gesagt, das Team der Altgedienten. Nicola Jokic ist mit Abstand der beste Center (und wahrscheinlich auch beste Spieler) der Liga. Unglaublich präsent unter beiden Körben mit Spielübersicht, einem mehr als vernünftigen Wurf. Der Aufschwung der Nuggets hat viel mit der Top-Form des Co-Stars Jamal Murray zu tun, der sein Tief zu Saisonstart überwunden zu haben scheint. Der Rest ist vielleicht tatsächlich nur (guter) Durchschnitt, aber das reicht halt schon, erst recht wenn es in die Play-offs geht, wo in der Verteidigung ein viel intensiverer Basketball gespielt wird und wo Erfahrung ein hohes Gut ist.

Die Ambitionierten

Da sehe ich die LA Lakers, die Minnesota Timberwolves und (mit viel Bauchschmerzen) die Dallas Mavericks.
Die Lakers haben mit Luka Doncic einen Ausnahmespieler, zumindest in der Offensive. Er zeigt jetzt schon, also kurz nach seinem aufsehenerregenden Wechsel von den Mavericks, großartige Leistungen, obwohl er alles andere als fit aussieht (bös gesagt: er schaut aus wie ein wandelndes Fass). Wenn er das bis zu den Play-offs wenigstens ein bisschen regelt (und nur noch einem Fässchen gleicht), könnte er gemeinsam mit dem offenbar nicht alternden LeBron James (fast) jeden Gegner extrem ärgern. Schwachpunkt bleibt die Centerposition nach dem Abgang von Anthony Davis und die gesamte Defense, die mit dem eher Verteidigungs-Verweigerer Doncic anstatt Davis viel schwächer geworden ist: das muss eher kreativ als wirklich gekonnt gelöst werden und wird der Knackpunkt sein.
Die Wolves habe ich sehr auf dem Zettel, weil sie mit Anthony Edwards vielleicht den aufregendsten Spiueler zumindest in der Western Conference haben. Sie haben sich nach schwachem Saisonstart klar verbessert. Voraussetzung, dass es noch weiter nach oben geht, ist natürlich, dass die derzeit noch Verletzten Julius Randle,Rudy. Gobert und Donte DiVicenzo bald zurückkehren. Dann sehe ich sie kaum schlechter als vergangenes Jahr, als sie ins Conference Final kamen, wenngleich ein Karl-Anthony Towns natürlich sehr abgeht..
Dort scheiterten sie an den Dallas Mavericks, meiner großen Unbekannten. Wobei das „Groß“ hier wörtlich zu nehmen ist, denn gerade die Centerpostion dürfte über Wohl und Wehe entscheiden. Derzeit fehlen alle Big Men, also vor allem Anthony Davis und Dereck Lively. Die Mavs müssen also schauen, wie sie irgendwie auch ohne die zu den erforderlichen Siegen kommen, um wenigstens die Play-Ins zu erreichen. Wird im starken Westen schwierig genug (trotz des „Ausfalls“ der Spurs), könnte aber machbar sein. Wenn (!) dann alle fit sind, traue ich den Mavs auch ohne Doncic einen ähnlichen Run wie 2024 zu. „Ähnlich“ auch nur wegen der Thunder.

Die Hoffenden (mehr oder weniger)

4 Teams haben berechtigte Hoffnungen auf die verbleibenden 3 Play-In-Plätze und zumindest die 1. Play-off-runde.
Golden State Warriors: Ich neige fast dazu, sie noch eine Kategorie nach oben zu schieben. Für sie spricht auch der relativ leichte Spielplan (auch da gibt es natürlich eine ligaweite Statistik). Die Integration von Jimmy Butler scheint zu funktionieren, der nach seinem erzwungenen Wechsel von Miami wieder Spielfreude hat) – und ein Steph Curry kann jederzeit „explodieren“ und einen Dreier nach den anderen versenken. Vielleicht nicht mehr ganz so oft, und das könnte dann ein Problem werden.
Die LA Clippers schlagen sich bisher viel besser, als ich es erwartet hätte. Kawhi Leonard ist die große Unbekannte. Wenn er fit ist, dürfte das Team mindestens Platz 9 erreichen (auch dank des kleinen Vorsprungs).
– Bleibt also ein „Zweikampf um Platz 10 (und den letzten verbleibenen Play-In-Rang) zwischen „meinen“ Sacramento Kings und den Phoenix Suns. Ich hab ja immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass die Kings einen Siegesrun starten, zumal sie sich in der Verteidigung mit Center Jonas Valenciunas wesentlich verstärkt haben, aber irgendwie funzt es nicht, und das Restprogramm ist schon heftig. Die Suns ihrerseits sind die ganz große Enttäuschung, die mit ihrem Top-Trio Kevin Durant, Devin Booker und Bradley Beal ganz andere Ambitionen hatten als vielleicht gerade noch so in die Post Season zu rutschen. Letztlich fast egal, wer dann den 10. Platz erreicht. Selbst wenn man mirakulös noch die zwei Spiel bis zu den richtigen Play-offs überleben würde, dann würden die Thunder und das unvermeidliche Saisonende warten.

Die Hoffnungslosen, die auf bessere Zeiten warten

Bessere Zeiten, die ein möglichst frühes Auswählen im laut Experten so starken 2025er-Draft-Jahrgang sehr beschleunigt würde. Die Devise heißt: Je schlechter die Bilanz, desto größer die Wahrscheinlichkeit, einen Top-Pick zu bekommen (wo man dann „nur“ noch den Richtigen erwischen muss, was oft schon desaströs endete). Die Spurs lasse ich jetzt mal außen vor wg der Wemby-Gründen (siehe oben), bleiben also die Portland TrailBlazers, Utah Jazz und New Orleans Pelicans. Das mit dem Verlieren scheint gar nicht so einfach, weil auch diese Teams Klassespieler haben, die entgegen der Vereins-Maxime Gewinn-Ehrgeiz entwickeln. Das gilt für einen Lauri Markkanen (Jazz) genauso wie für einen Zion Williamson (Pelicans). Und die Blazers spitzen sogar ein wenig auf den 10. Platz, der noch nicht ganz außer Reichweite scheint.

Der Osten folgt dann morgen