Was vom Tage übrigblieb

Pretty in Pink

Das Schwierigste Spiel nach einer Gala ist das Schwerste. Und nach dem einhelligen Lob für das tolle 2:0 in Frankreich von allen Seiten (über)erfüllte die deutsche Mannschaft mit einem erneut bärenstarken Auftritt die hohen Erwartungen. Das am Ende sogar noch das Siegestor durch den eingewechselten Niclas Füllkrug fiel, war dann die Kirsche auf den Sahnenkuchen. Mit menschlichem Auge war beim besten Willen nicht zu erkennen, ob der Ball drin war oder nicht. Torlinientechnik sei Dank, glauben wir ihr mal, denn auch das Standbild hat mich nicht vollends überzeugt.
Was mir besonders gefiel: Wie gut das Team die frühe Führung der Holländer weggesteckt hat. Oranje war insgesamt ein weit giftigerer Gegner als die Franzosen am Samstag, doch die Deutschen haben glänzend dagegengehalten. Dass dann Mittelstädt mit einem Traumtor den Ausgleich erzielte und seinen Fehler vor dem 0:1 selbst wettmachte, passt ins Bild.
Insgesamt war es ein rassiges Spiel, in der die Holländer nach der Pause ihre stärkste Phase hatten, die die Deutschen aber gut überstanden. Und in der Schlussphase verwaltete das Nagelsmann-Team nicht das Remis, sondern drückte vehement auf die Führung. Keine Brechstange, aber gerade Wirtz und Musiala waren stets eine Gefahr. Gerade Musiala rutschte aber auf dem katastrophalen Rasen des Waldstadions mehrfach aus. Eigentlich eine Unverschämtheit, so etwas zu präsentieren.
Und Toni Kroos: Vielleicht nicht ganz so brillant wie am Samstag, aber ein echter Leader. Einer, den. an immer den Ball geben kann, und er weiß damit, erwas anzufangen.
Die Engewechselten: Egal ob ein Führig, ein Müller oder ein Füllkrug  -es gab keinen Bruch und auch die ganz spät gekommenen wie Henrichs passten sich bestens an. Damit gibt es nicht nur so etwas wie eine Startelf. Es dürfte für die diesmal Weggelassenen sehr schwer werden, überhaupt in den Kader zu kommen. Für Neuer und den noch gesperrten Sané gilt das allerdings nicht, wohl aber für die Münchner Gnabry und Goretzka und die Dortmunder Brand, Hummels, Schlotterbeck und Süle.

Auf jeden Fall ist der Trübsal des Novembers endgültig weg und allenthalben Vorfreude aufs Turnier zu spüren. Fast 12 Millionen haben sich das gestern angeschaut bei RTL, obwohl dessen schier unendlich lange dauernden Werbeunterbrechungen im Vor- und Nachfeld extrem nervten. Und offenbar gar kein Thema sind die Trikots, zumindest kein negativ besetztes. Ich finde sie ziemlich schnieke (sagt wahrscheinlich kein Mensch mehr).

Feier in Georgien

Gestern wurden in 3 Endspielen die 3 letzten EM-Tickets vergeben. Sie gehen an Georgien (nach Elferschießen gegen Griechenland, Ukraine (2:1 vs Island nach 0:1) und Polen (nach Elferschießen in Wales). Allenthalben Emotionen. Immerhin 2 ehemalige Sowjetrepubliken haben das Ticket gelöst und zwar die beiden, die Putin der größte Dorn im Auge sind. Vor allem der Ukraine gönne ich es sehr, dass sie ihr Team und ihr Land zur Schau stellen darf. Inwieweit das Trio eine sportliche Bereicherung sind, bleibt abzuwarten. Aber allein die ausufernde Siegesfeier in Tiflis war sehenswert. Die Griechen dagegen sind 20 Jahre nach dem Triumph von Lissabon wieder im grauen Mittelmaß, wenn überhaupt, angelangt.

Österreich staunt

Wie die Deutschen vs Holland testeten auch weitere EM-Teilnehmer. Den Vogel ab schossen dabei die Österreicher, die in Wien die Türkei gleich mit 6:1 bezwangen. 3 Tore erzielte dabei der Freiburger Michael Gregoritsch. Und nach dem Weltrekordtor von Baumgartner am Samstag nach nur 7 Sekunden dauerte es diesmal auch nur bis zur 2. Minute zum österreichiscen FührungUnd das Ganze ohne die vermeintlich bestenösterreichischen Fußballer David Alaba und Marko Arnautovic. Okay, die Türken waren jetzt nicht der härteste Prüfstand. Die deutschen Gruppengegner waren nicht gerade angsteinflößend. Die Schotten verloren 0:1 im Celtic Park gegen Nordirland, Schweiz und Ungarn kamen zu knappen Siegen in Irland und gegen Kosovo. Hoch her ging es in London beim  2:2 gegen Belgien und in Madrid beim 3:3 zwischen Spanien und Brasilien nach einer turbulenten Schlussphase mit je einem Tor in der Nachspielzeit. Immer wieder schade, dass die Selecao bei der EURO nicht dabei ist.

Zverev souverän

Sascha Zverev steht nach dem klaren 2-Satzsieg gegen Katschanow, immerhin sein Final-Gegner bei Olympia in Peking, im Viertelfinale des Masters-Turnier in Miami und zeigte dabei eine tadellose Leistung. Die Top-Favoriten Sinner, Alcaraz und Medwedew sind nach mehr oder weniger souveränen Auftritten ebenfalls noch dabei. Eine kleine Überraschung gelang dem Ungarn Fabian Marozsan, der den in dieser Saison bisher so starken Alex de Minaur eliminierte. Morgen darf er sich dann mit Zverev messen, der Deutsche dürfte gewarnt sein.
Bei den Frauen ist das Feld nach dem Ausscheiden von Iga Swiatek, Aryna Sabalenka und Coco Gauff ziemlich offen. Elena Rybakina und Viktoria Asarenka stehen schon im Halbfinale. Die bisher so starke Caroline Garcia (vs Danielle Collins) und Jessica Pegula und Swiatek-Bezwingerin Ekatina Alexandrowa können heute Abend/Nacht nachziehen.

Noch zwei Meldungen out of Miami. Novak Djokovic hat sich von seinem Trainer Goran Ivanisevic getrennt. Gründe sind mir nicht bekannt. Und Dominic Thiem, der zunehmend verzweifelt um sein (erfolgreiches) Comeback kämpft, hat wieder Schmerzen an seiner operierten Hand. Angeblich ist es nicht soo schlimm, er will nächste Woche in Estoril  starten, aber das Karriere-Ende wird immer konkreter

Und sonst?

– Weiter erfolgreiche deutsche Handballer im European-League-Halbfinale: Die Füchse Berlin und Rhein-Neckar Löwen gewannen ihre Auswärtspartien in Schaffhausen und Nasice mit 4 bzw 5 Toren Vorsprung. Hannover-burgdorf bezwang zu Hause IK Savehof mit 34:30. Flensburg Handewitt ist im Viertelfinale bereits fix.
– Die Eisbören Berlin stehen im Halbfinale der DEL nach dem umkämpften 3:2 gegen die Adler Mannheim. Straubing gewann gegen die Schwenningen Wild Wings mit 3:2 und fährt mit 3:2 Siegen zum Spiel morgen im Schwarzwald.
– Domantas Sabonis verlängerte seine Double-Double-Rekordserie auf 55. Allerdings gilt das „nur“ nach 1976, dem Zusammenschluss von NBA und ABA. Seine Sacramento Kings gingen allerdings gegen die Dallas Mavericks mit 96:132 unter.
– Und die NY Rangers haben als erstes Team der NHL das Play-off-Ticket fix gebucht, zehn Spieltage vor Saisonende

Einen längeren Blick über den Teich gibt es morgen. Da ist dann auch der offizielle Opening Day der MLB. Mal sehen, ob und was mir daszu Großartiges einfällt.

Das wird die Woche, die wird

Noch eine Gala?

Nach der Gala gegen Frankreich spielt die deutsche Nationalmannschaft morgen in Franfurt/Main gegen Holland. Jetzt sind die Erwartungen natürlich ganz andere, denn nicht mehr das Desaster gegen Österreich im November ist der Gradmesser, sondern die tolle Vorstellung am Samstag in Lyon. Und die Oranjes sind gewarnt, die Rivalität groß. Also ein echter Gradmesser auch für Rückkehrer Toni Kroos, dem völlig zu Recht ware Kränze geflochten wurden.

Auch viele andere EM-Teilnehmer proben und probieren morgen ein letztes Mal richtig ernsthaft. Es sticht die Partie Spanien vs Brasilien in Bernabeu heraus. Die Brasilianer haben beim 1:0 in England überzeugt, und der 17-jährige Endrick, der das Tor in Wembley erzielte, darf im Bernabeu bei seinem neuen Club Real vorspielen. Welchen Part er dort spielen wird, ist mir angesichts des offensiven Übeangebots schleierhaft, es kommt ja auch noch ein gewisser Mbappé. Eine Ausleihe bietet sich da an, denn nur wer spielt, kann sich fortbilden.

3 EM-Tickets zu vergeben

Teil 2 der EM-Qualifikation über die Nations League. Es kommt zu folgenden 3 Endspielen: Ukraine gegen Island. Nichts gegen die Huunatiker, aber mein Herz schlägt für das gebeutelte Land. Außerdem Wales vs Polen sowie Georgien vs. Griechenland. DAZN oder nationale TV-Sender via VPN sind dabei.

DEL-Halbfinale wird komplettiert

Red Bull München (vs Wolfsburg) und Fischtown Bremerhaven sind schon im Viertelfinale. Diese Woche werden die beiden anderen Semifinalisten ermittelt. Morgen haben die Eisbären zu Hause gegen die Adler Mannheim beim Stand von 3:1 Matchball. Praktisch gleichzeitig kommt es zu Spiel 5 der Serie zwischen den Straubing Tigers und Schwenningen Wild Wings. Spiel ´6 am Donnerstag in Schwenningen.
In der DEL2 gibt es morgen gleich 4 Entscheidende 7. Spiele. Für mich weckt gerade EVL vs Kaufbeuren Erinnerungen an tolle bayerische Derbys in den 80er-Jahren. Hegen, Englbrecht, ich muss das mal auf youtube suchen.

Baseballer bereit für die Mammutsaison

Nach dem Appetithappen und den 2 Spielen in Seoul zwischen den LA Dodgers und den San Diego Padres geht es jetzt in der MLB richtig los. Auf jedes Team warten bis Anfang Oktober 162 Partien, und dann fängt es mit den Play-offs erst richtig an. Bei den Anfangszeiten beachtet bitte die Sommerzeit hierzulande ab Sonntagfrüh. Ich sehe nicht, was sich im Vergleich zur vergangenen Saison großartig verschoben hätte, außer dass Superstar Shohei Ohtani jetzt für die Dodgers zumindest schlägt (und nächste Saison vielleicht auch pitcht?), was die Line Up mit dem Dreier-Punch Mookie Betts, Ohtani und Freddy Freeman zumindest der Papierform nach ziemlich furchterregend macht. Allerdings werden erst im September richtig einsteigen, davor ist einfach zu viel anderer Sport los. Aber hin und wieder reinschauen, warum nicht. Sport1+ zeigt eine Reihe von Spielen, und jeder Baseball-Fan hat eh den MLB-Pass, oder?

Und sonst?

– Das Masters-Turnier in Miami geht in die entscheidende Woche. Zverev nach dem Sieg über Eubanks im Achtelfinale, Struff hat gerade den 1. Satz vs Alex de Minaur verloren. Die ganz großen Favoriten sind alle noch an Bord. Bei den Frauen hat es Aryna Sabalenka erwischt, aber die war mit ihren Gedanken wahrscheinlich noch bei ihrem Ex-Freund, der sich vergangene Woche offenbar das Leben genommen hat.
– Läuten NHL und NBA die heiße Phase vor den Play-offs ein. Es gibt hier wie dort noch ein Gerangel um die Platzierungen, aber die meisten Teilnehmer dürften schon feststehen. Mehr dazu morgen
– Internationaler Handball: Die Achtelfinal-Hinspiele im Europa League (morgen) und Champions League (Mittwoch) stehen an. Qualifiziert fürs Viertelfinale sind bereits Flensburg (EL) sowie Magdeburg und Kiel (CL). In der Europa League sind die Füchse Berlin, Hannover-Burgdorf sowie die Rhein-Neckar Löwen am Start. DAZN zeigt die Spiele. Am Sonntag geht dann das nationale Fernduell zwischen Mageburg (in Eisenach) und den Füchsen (vs Wetzlar)
– Basketball naitonal und international

Ach ja, die Fußball-Bundesliga

Wie immer in der Osterwoche kein Freitagsspiel. Dafür am Samstag Bayern vs Dortmund, das Topspiel, bei dem die Münchner haushoher Favorit sind. Bayer Leverkusen spielt ausnahmsweise mal an einem Samstag und kann vs Hoffenheim weiter vorlegen.
Ansonsten internationale Ligen. Am Sonntag ManCity vs Arsenal, das wird der Knaller der Woche. und die 2. Liga nicht zu vergessen, aber ebenfalls nicht am Karfreitag. Stiller Feiertag und so.

Das war die Woche, die war

Zum Auftritt der deutschen Fußballler habe ich mich ja schon gestern sehr lobend geäußert.

https://blickueberdenteich.deDamit soll es hier zum gut sein.

Der Tag des Carlos Sainz

Erstaunliches geschah beim Großen Preis von Australien in der Formel 1 in Melbourne. Max Verstappen schied aus, bereits nach 3 Runden war Schluss für den Holländer. Zuletzt war ihm das vor 2 Jahren passiert. Und so schlug die Stunde von Carlos Sainz, der bisher auf ein, vorsichtig ausgedrückt, unglückliches Jahr zurückschau. Im Januar erfuhr er, dass Ferrari ab der kommenden Saison nicht mehr plant, sondern lieber mit Lewis Hamilton. Kurz vorm zweiten Rennen in Saudi-Arabien musste er mit einer akuten Blinddarm-Operation ins Krankenhaus statt auf die Piste. Jetzt der letztlich souveräne Sieg, obwohl er offenbar noch an den Nachwirkungen litt, wen wundert es. Auf jeden Fall ein starkes Zeichen, und dieses wird auch nicht geringer, weil Charles LeClerc im zweiten Ferrari auf Weisung der Scuderia keine Angriffe fuhr, sondern sich mit Platz 2 begnügte.

Die allgemeine Ehrerbietung ist dem Spanier, Sohn des zweifachen Rallye-Weltmeisters Carlos Sainz sr, gewiss. Bei Ferrari werden sie sich frgen, ob es nicht vorschnell war, Sainz nicht weiter zu vertrauen, denn

– zum einen mag Leclerc der schnellere Fahrer sien, baut aber mehr Fehler in seine Qualifyings und Rennen

– zum anderen mehren sich die Zweifel, ob Nachfolger Hamilton sich wirklich noch mal aufraffen kann zu einstigen Spitzenleistungen. Zurzeit kurvt er reichlich unambitioniert in seinem Mercedes herum. Anderererseits ist die Rote Göttin noch mal ein echter Motivationsschub.

Sainz selber hat sich eindrücklich für ein Cockpit eines Spitzenteams empfohlen. Mercedes, Red Bull und auch das kommende Audi-Team sind  Kandidaten

Zumindest den Zahlen nach ist jetzt die Formel 1 wieder spannend. Die ersten 4 Verstappen (51), Leclerc (47), Perez ((46) und Sainz (40) trennen gerade mal 11 Punkte.

Quai im Windschatten fuhr Nico Hülkenberg auf Platz 9 und schon zum zweiten Mal in die Punkte.

Zwei weitere Kugeln für Odermatt

Gut, besser Odermatt. Der Schweizer Skiprofi holte zum Saisonabschluss in Saalbach-Hinterglemm zwei kleine Kristallkugeln in der Abfahrt und Super-G. Am Freitag genügte hm ein 5. Platz, um sich die Wertung zu sichern. Luc Meillard führte dabei einen Schweizer Dreifach-Erfolg an. Und wie es zu dieser Saison mit Wetterkapriolen bestens passt, fiel am sonntag die Abfahrt, also das letzte Rennen, aus. Somit hatte der Franzose Cyprien Sarrazin keine Chance mehr, den Schweizer abzufangen

https://www.bluewin.ch/de/sport/ski/von-kleinen-etwas-groesseren-und-grossen-kristallkugeln-2136575.html

Dass im letzten Rennen sich noch was dreht, musste tags zuvor Odermatts Landsfrau Lara Gut-Behrami erfahren. Auf der technisch wenig anspruchsvollen Piste kam die Schweizerin als 17. nicht einmal in die Punkteränge der besten 15. Und Conni Hütter nutzte mit einer verwegenen Fahrt die Gunst der Stunde und fing die Schweizerin mit ihrem Sieg noch ab.

Lara Gut-Behrami wird es verschmerzen, denn am Freitag gewann sie mit dem 7. Platz die Super-G-Wertung. Allerdings wurde es auch hier spannender als erwartet, denn bei einem Sieg von Federica Brignone hätte sie sie nicht mehr viele Plätze verlieren können.

Einen tollen Job machten die Veranstalter, die trotz Warmwetters eine gute Piste hinzauberten, die allerdings gerade zu Mittagszeit unter der Wärme litt. Dass dann ausgerechnet Schneefall und Wind das letzte Rennen unmöglich machten, ist ungerecht. Aber die WM 2025 dort kann kommen.

Ein Sieg-Flug zum Abschied

Der Slowene Peter Prevc hat schon vor einiger Zeit sein Karriere-Ende angekündigt, und seitdem fliegt er wie beflügelt. Dieses Wochenende standen  in Planicka also seine letzten Wettkämpfe an, also zu Hause vor seinen Fans. Und Prevc verabschiedete sich stzandesgemäß am Freitag mit seinem insgesamt 24. Weltcupsieg. Gut er sprang am Sonntag noch mal, und wurde 6. aber ich will das mal nicht so eng sehen. Prevc gewann einmal Olympa-Gold im Mixed, im Einzel Silber und Bronze in Sotschi. Dreimal wurde er Skiflugweltmeister, einmal gewann er den Gesamtweltcup und einmal die 4-Schanzentournee. Der Name Prevc bleibt der Skiwelt erhalten. Sein jüngerer Bruder Domen (wurde am Sonntag Zweiter hinter dem überragenden Daniel Huber) und die Schwester Nika, die sich mit 18 schon den Gesamtweltcup holte, halten die Familienfahne offen.
Die Deutschen, so glänzend in die Saison gestartet, werden froh sein, dass es jetzt vorbei ist.

Deutsche zeigen in Miami auf

Zumindest die Tennis-Männer. Dominik Köpfer steht beim zweiten Masters der Saison im Achtelfinale, wo er morgen auf Daniil Medwedew trifft. Sascha Zverev, Yannick Hanfmann und Jan-Lennard Struff sind auch noch im Rennen. Die deutschen frauen sind alle schon draußen – genau wie Holger Rune, der gegen Fabian Marozsan 1:6, 1:6 unterging.

… und in Montreal
Dort gewann das Eiskunstlaufpaar Minerva Fabienne (was für ein schöner Vorname) Hase/Nikita Wolodin Bronze hinter den Lokalmatadoren Stellato-Dukek/Deschamps und Miura/Kihara aus Japan. Die übrigen Weltmeister: Ilia Malinin (USA) mit 6 Vierfachsprüngen, Kamaro Sakomoto (ohne Vierfachsprung, aber sehr ausdrucksstark) sowie das Tanzpaar Madison Chock und Evan Bates (USA).

Hier Malinins Kür
https://www.ardmediathek.de/video/sportschau-wintersport/die-rekordkuer-von-ilia-malinin-in-voller-laenge/das-erste/Y3JpZDovL3Nwb3J0c2NoYXUuZGUvOTlhYTBiM2EtOWFiNS00NTM2LTg5YzItY2I0NDM2YmNlZmY0
und die von Sakomoto
https://www.sportschau.de/wintersport/eiskunstlauf/kuer-damen-wm-montreal-sakamoto-gold-100.html

Und sonst
– Die DEL-Play-offs sind voll im Gange. Fischtown Bremerhaven und RB München stehen nach 4:0-Sweeps gegen Ingolstadt und Wolsburg bereits im Viertelfinale. Die Eisbären Berlin führen 3:1 gegen die Adler Mannheim, und zwischen den Straubing Tigers und den Schwenninger Wild Wings steht es 2:2.
– chancenlose Bayern: die Basketballer zumindest in der Euroleague, wo sie die Partien in Valencia knapp (68:70 mit der Chance des letzten Wurfs vergeben) und gegen TelAviv klar (74:89) verloren. Die Chance aufs Play-In ist damit noch noch theoretischer Art. Wenigstens in der BBL hielte sich die Münchner schadlos und gewannen bei den Hamburg Towers vor mehr als 11 000 Zuschauern mit 81:80 nach Verlängerung. Damit sind sie jetzt alleiniger Tabellenführer einen Sieg vor Chemnitz und Alba Berlin.

Die Wochenvorschau folgt

Ein ganz starker Auftritt

Enbdlcih Vorfreude auf die EM

Dem ersten Auftritt der deutschen Fußballer 2024 habe ich schon mit einiger Skepsis erwartet. Das schwache Jahr 23 und vor allem der desaströse Auftritt zum Abschluss beim 0:2 in Österreich ließen Schlimmes befürchten. Und dann? Folgte das  beste Länderspiel seit Langem. Ich überlege gerade wie lange, und lande im H´Jahr 2014 bei einem gewissen 7:1 gegen Braslien. Begünstigt natürlich durch das 8-Sekunden-Tor von Florian Wirtz. Ist an Scnhelligkeit deutscher Natiomalmannschaft-Rekord und nur deshalb nicht Weltrekord, weil nur einige Stunden vorher der Österreicher Baumgartner gegen die Slowakei schon nach 7 Sekunden erfolgreich war. Dieses frühe Tor-Doppel hätte ich mal wetten sollen …

Insgesamt war das gegen einen der EM-Favoriten eine herausragende Leistung ohne Schwachstelle. Es stimmte vorne, was zu erwarten war angesichts von Ausnahmekönnern wie Wirtz, Musiala und Havertz. Und es stimmte überraschenderweise auch hinten mit den beiden hünenhaften Innenverteidigern Tah und Rüdiger und vor allem auch auf den Außenbahnen, wo Kimmich gegen Mbappé und mit etwas Mühe auch Mittelstädt gegen Dembele einen tollen Job verrichteten. Gerade in der 2. Halbzeit hatte das Team den Vizeweltmeister im Griff, und wenn doch etwas aufs Tor kam, was gegen diese tollen angreifer nicht zu vermeiden ist, war Schlussmann ter Stegen zur Stelle.

Beim Lob für die ganze Mannschaft – einer stach noch hinaus, und das war Toni Kroos, der Rückkehrer, das Metronom im Mittelfeld. Vom ersten Ballbesitz an (wörtlich zu nehmen, denn sein (Steil!)-Pass auf Wirtz läutete nach acht Sekunden die Führung ein, war er der Mittelpunkt des deutschen Spiels. Mit der ihm eigenen Bierruhe, die ihn schon immer auszeichnet. Und wer wie er mit Real so viele Schlachten geschlagen hat, den kann auch ein Freundschaftsspiel in Lyon nicht beunruhigen, obwohl alle Augen auf ihn gerichtet waren. Offenbar ist er tatsächlich der Spieler, der die hochbegabten jungenAngreifer mit der Abwehr, die so oft gescholten wurde, kittet. Das gemeinsam mit Andrich und Gündogan. Diese 4-3-2-1-Ausrichtung dürfte jetzt erst mal de Stein des Weisen sein. Die Erwartungshaltung an Kroos ist jetzt allerdings auch in unermessliche Höhen gestiegen, und immer wird er nicht so brillieren. A

Bei allem Optimismus, die diese Vorstellung das deutsche Team und ihre Fans im Hinblick auf die Heim-EM versprühen darf: Es war nur ein Freundschaftskick gegen erstaunlich leblose Franzosen. Schon nach dem 4:1 im Oktober gegen denselben Gegner kam ja die Euphorie auf, die dann mit den Niederlagen igegen die Tpürkei und Österreich jäh ihr Ende fand. Und doch: Das Nagelsmannsche Wagnis „Form statt Namen“ hat endlich den neuen Schwung gebracht, den das Team nach den zuletzt verhunzten Großereignissen dringend braucht. Die insgesamt 6 neuen im Aufgebot, eigentlich ein Irrsinn 3 Monate vor dem ersten EM-Spiel, haben alle aufgerüttelt. Und wenn jetzt das Spiel gegen Holland auch gut über die Runden geht, dann ist tatsächlich Vorfreude im ganzen Fußball-Land, die bis dato schmerzlich abging.

Noch ein Wort zur Torwartfrage: Ich finde es völlig richtig, dass sich Nagelsmann jetzt schon entschieden hat. Jetzt weiß jeder, woran er ist. Wobei ich persönlich ter Stegen dem Neuer vorgezogen hätte.Er ist der (sogar noch) bessere Fußballer. Das wäre das letzte Zeichen von Mut gewesen, aber hier hatte Nagelsmann vielleicht auch Angst vor der eigenen Courage. Nicht falsch verstehen: Neuer hat nach seinem Comeback sehr ordentliche Spiele gezeigt, allerdings mE nicht sooo herausragend wie die Neur-hörige Presse und Experten finden, und er war viel besser als im halben Jahr vor seiner Verletzung und seiner schwachen WM in Katar. Und seine Präsenz auf dem Feld auch gegenüber den Gegnern ist schon eine Klasse für sich, das ist nicht zu unterschätzen.

Insgesamt sehe ich die Mannschaft auf einem sehr guten Weg. Die 10 Feldspieler, die begonnen haben, dürften jetzt erst mal einen kleinen Vorsprung haben. Wobei Nagelsmann genug Alternativen hat, wenn es taktisch notwendig ist.

DFB: Marktwirtschaft oder Vaterlandsverrat

Nike statt Adidas

Die Meldung ploppte gestern relativ unscheinbar per Pressemitteilung auf: Der DFB wird ab 2027 nicht mehr wie bisher von Adidas ausgestattet, sondern von Nike. Wohlgemerkt, nur Trikots, Hosen und Stutzen, also keine Schuhe, und die sind doch eigentlich das wichtigste Utensil. Dem Vernehmen nach hat Nike mit 100 Millionen Euro etwas das Doppelte geboten, wie Adidas zuletzt an den größten Sprtverband der Welt gezahlt hat. Nach Schockstarre (?) gibt es Reaktionen, und die fallen nicht sehr schmeichelhaft aus. Vor allem die große Politik kriegt sich gar nicht mehr ein in ihrer selten einhelligen Kritik, ja Verdammung. Ein Auszug.

  • Wirtschaftsminister Robert Habeck hätte sich mehr Standortpatriotismus (sehr schönes Wort von einen Grünen) seitens des Verbandes gewünscht
  • Gesundheitsminister Karl Lauterbach: „Kommerz hat Tradition und ein Stück Heimat vernichtet.
  • Markus Söder: entscheidung ist falsch, schade und unverständlich. Deutscher Fußball ist Heimat pur – und kein Spielplatz internationaler Konkurrenzkämpfe

Man möchte meinen, das Ende des Vaterlandes sei eingeläutet. Naja, gab auch aus deren Sicht sonst nichts Wichtiges. Cannabis-Freigabe, so what? Den Vogel abgeschossen an Trauer- und Unmutsbekundungen hat aber der hessische Ministerpräsident Boris Rhein. Wörtlich sagte er: „Der Weltmeister trägt Adidas und nicht irgendeine amerikanische Fantasiemarke.“ Er ergänzte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der DFB das am Ende durchhalten kann. „Dazu ist dreierlei anzumerken. Den Marktführer in Sachen Sportbekleidung als Fantasiemarke zu bezeichnen – darauf muss man erst mal kommen als MP eines Bundeslandes, das den wichtigsten Börsenplatz in Deutschland beherbergt. Allerdings hat er Recht, wenn er sagt, dass der Weltmeister Adidas trägt. Blöd halt, dass er blau-weiß gestreifte Trikots hat und kein schwarz-rot-goldenes. Ach ja, Eintracht Frankfurt (Hessen!) ist in Nike-Ausrüstung 2022 EL-Sieger geworden. War in den Jubelarien kein Thema, warum auch?

So gerne ich den DFB kritisiere. Wenn die Zahlen stimmen, ist das die einzig richtige Entscheidung. Es geht ja nicht um ein paar Millionen hin oder her, wo vielleicht die Empathie ausschlaggebend ist, sondern um einen Unterschied von insgesamt 400 Millionen Euro (10 Jahre Laufzeit). Der DFB ist (aus eigenem Verschulden, Akademie!) klamm, das Geld kann er bestens gebrauchen für seine Einrichtungen, mehr Personal für den Nachwuchsfußball. Die Profis selbst dürften wenig bis gar nicht von dem Deal profitieren (hoffe ich zumindest). Wäre daa eine öffentlich-rechtliche Ausschreibung, wäre der DFB quasi vepflichtet gewesen, dieses Angebot anzunehmen.

Und wenn die Vaterlandskeule schon so heftig geschwungen wird, darf ich schon die Frage stellen, warum die beiden Milliardenkonzerne Adidas und Puma nicht mehr geboten haben für des Deutschen liebstes Kind. Sie werden gerechnet haben. Nike geht es offenbar darum, seine Position weiter auszubauen. Mit Trikotverkauf wird diese Summe nicht erwirtschaftet werden. Die Anleger sehen das Ganze erst mal kritisch. Der Kurs von Nike brach ein, sicher nicht nur wg dieser Entscheidung, sondern weil das insgesamt Ergebnis nicht gefiel

Aber der Zeitpunkt – ein Desaster

Nur wäre der DFB nicht der DFB, wenn er nicht den Zeitpunkt der Bekanntgabe Bekanntgabe völlig verhunzt hätte. Eine Woche nach der Vorstellung der neuen (Auswärts)-Trikots für die Heim-EM, in der Woche vor zwei ganz wichtigen Länderspielen so ein Fass aufzumachen, ist absolut indiskutabel. Größer und gereckter kötte der Stinkefinger gegenüber dem bis dahin doch sehr treuen Vertragspartner nicht sein. Aber für die katastrophalen Zeitpunkte von wichtigen Bekanntgaben ist der DFB berüchtigt, man denke an die Vertragsauflösung mit dem damaligen Bundestrainer Hansi Flick punktgenau zu dem Zeitpunkt, als die deutschen Basketballer im Finale gegen Serbien drauf und dran waren den Titel zu holen