Blick über den Teich, NBA

Vorbemerkung. Ich versuche, jedes Spiel kurz zu analysieren. Anhand von Statistiken, Spielverläufen und meine Schlüsselmomente -Stats. Ob mir das wirklich bei jedem Spiel gelingt, bleibt abzuwarten. Und ich glaube nicht, dass ich für meine Leser die Ergebnisse verbergen oder gar auf Spannung machen muss.
Der erste Spieltag der Play-offs brachte keine großen Überraschungen und auch kein Drama. Vier Spiele, vier mehr oder weniger klare Heimsiege, lautet die Bilanz. Auffällig: Es war nicht der Tag der Dreierschützen: Kein Team kam auch nur annähernd auf 40 Prozent.

Cleveland Cavaliers- Orlando Magic 97:83 (Play-off-Stand 1:0)
Insgesamt ein vor allem offensiv ziemlich wildes Spiel mit traurigen Wurfquoten, gerade jenseits der Dreierlinie. Das ist man bei den Magic ja schon die gesamte Saison gewohnt. Aber selbst für sie sind 8 von 37, also 21,6 Prozent, indiskutabel. Dazu kam kaum Unterstützung von der Bank, Cole Anthony traf nicht einen seiner 7 Würfe, nur Mo Wagner punktet zweistellig. Apropos Wagner: Der jüngere Bruder Franz begann sehr stark und konzentriert, brachte aber im 2. und 3. Viertel sehr wenig Produktives zustande. Zeitweise erinnerte das ganze weniger an ein NBA-Spiel, sondern ein übles Klassenspiel ohne Plan hüben wie drüben.
Mann der Partie
Für mich klar Donovan Mitchell, der 30 Punkte auflegte und kaum zu stoppen war. Das kompensierte die ebenfalls ziemlich traurige Dreierquote.
Ausblick: Für die Magic kann es nur besser werden. Wenn sie ihren Dreier nur einigermaßen finden und Mitchell stoppen können, sehe ich noch Chancen.

New York Knicks – Philadelphia 76ers 111:104 (1:0)
So stelle ich mir ein Eastern-Play-off-Spiel zweier Erzrivalen vor. Jeder Angriff umkämpft, wenig freie Punkte. Da entscheiden Kleinigkeiten, und diesmal war es nicht eine Kleinigkeit: Joel Embiid verletzte sich an dem ohnehin schon maladen Knie, er kam zwar zurück, war aber deutlich angeschlagen und weit von seiner Bestform zurück. Sprungwürfe bereiteten ihm große Mühe. Tyrese Maxey legte zwar 31 Punkte auf, konnte den Ausfall allein aber nicht kompensieren.
Bei den Knicks erwischte der zuletzt überragende Jalen Brunson keinen guten Tag. Er traf nur einen seiner 6 Dreier und nur gut 30 Prozent der Würfe überhaupt
Mann der Partie
Josh Hart. Der Forward warf im Schlussabschnitt 3 Dreier und legte insgesamt 22 Punkte auf. Das machte den Unterschied der engen Partie aus.
Außerdem war die starke Bank der Knicks entscheidend. Miles McBride versenkte 5 von 7 Dreier, Bojamn Bogdanovic 3 von 6. McBride kam auf den angesichts der knappen Partie wirklich erstaunlichen Pluswert von 37. Mit ihm auf dem Parkett haben die Knicks also 37 Punkte mehr erzielt als der Gegner. Und Mitchell Robinson war in der Defensive ein Anker und spielte auch vor Embiids Verletzung toll gegen den Olympiastarter, diesmal noch auffälliger als Isiah Hartenstein, der diesmal nicht so glänzen konnte
Ausblick: Offenbar kann Embiid weiterspielen. Aber wenn er seine Beweglichkeit nicht wiedererlangt, sehe ich für die Sixers kaum Chancen. Ein Maxey allein kann es nicht richten. Aber auch gegen einen fitten Embiid sehe ich die Knicks letztlich klar vorn. Zumal gerade ein Brunson Steigerungspotenzial hat.

Minnesota Timberwolves – Phoenix Suns 120:95 (1:0)
Nach ausgeglichenem ersten Viertel übernahmen die Timberwolves das Kommando. Rudy Gobert räumte hinten auf und war am Brett bärenstark (16 Rebounds, sechs OR), vorne kam Anthony Edwards immer besser in die Partie. Ein Faktor war auch Karl-Anthony Towns, der nach langer Verletzngspause immer besser seinen Rhythmus fand. Die Suns hatten dagegen nur Kevin Durant (31 Punkte). Von der Bank kam kaum Input, nur Royce O´Neale überzeugte mit 4 Dreiern bei acht Versuchen. Bei den Wolves dagegen glänzte Nickeil Alexander-Walker mit 13 Punkten bei 13:44 Minuten Einsatzzeit. Ein zumindest offensiv Totalausfall war bei den Suns Scharfschütze Grayson Allen. Er nahm überhaupt nur 3 Würfe und traf davon keinen einzigen
Mann der Partie
Anthony Edwards: Er kam zwar schwer in die Partie (1. Halbzeit nur 10 Punkte), war dann aber kaum mehr zu stoppen und legte am Ende 31 Punkte auf.
Doch spielentscheidend war die für mich von Gobert angeführte Defensive der Wolves, die die Suns mit ihrer Beweglichkeit die gesamte Spielzeit extrem forderte.
Ausblick: Sollte Kevin Durant nicht mehr Hilfe gerade von seinen Co-Stars Devin Booker und Bradley Beal erhalten, sehe ich schwarz für das Team aus Arizona. Doch wenn etwa ein Allen seine Dreier wie schon so oft in Serie verwandelt, kann das eine sehr enge und unterhaltsame Serie werden. Entscheidend wird sein, ob die Wolves-Defense ihre tolle Vorstellung wiederholen kann.

Denver Nuggets – Los Angeles Lakers 114:103 (1:0)
Es kam, wie es die Lakers-Fans fast befürchten mussten. Am Ende ging dem 39-jährigen LeBron James schlicht die Kraft aus, und auch ein Anthony Davis hatte nichts mehr zuzusetzen.
Die erste Halbzeit gehörte den Lakers. Angeführt von James (19) und Davis (18) führten sie mit bis zu 10 Punkten. Doch in der zweiten Halbzeit hatten sie nichts zuzusetzen gegen die ausgeglichenen Nuggets, bei denen (natürlich) Nikola Jokic und Jamal Murray herausragten. Bei beiden Teams war auffällig, wie wenig von der Bank kam, Nuggets 17 Zähler, Lakers 11 (alle von taurean Prince.
Mann der Partie
Langweilig zu schreiben, aber an Nikola Jokic komme ich nicht vorbei. 32 Punkte, 15 von 23 aus dem Feld, 12 Rebounds und eine allgegenwärtige Präsenz.
Ausblick: Sofern die Regeln nicht geändert werden und die Spielzeit nicht halbiert wird, sehe ich wenig Chancen für die Lakers. Sie haben eine Halbzeit gezeigt, dass sie mit dem Titelverteidiger mithalten können. Zu mehr reicht es nur, wenn Leute wie Hachimura, Austin Reaves und DÁngelo Russell sich sehr viel bessereinbringen und die beiden Topstars wirklich entlasten.

Alles gerichtet für die Play-offs

Vorbemerkung: Ich weiß natürlich, dass heute auch die Play-offs in der NHL starten, aber das werde ich höchstens in Aufzeichnungen verfolgen, trotzdem natürlich einen besonderen Blick auf die Edmonton Oilers und Leon Draisaitl werfen. Aber mein Hauptaugenmerk gilt der NBA

Blick über den Teich, NBA

Heute beginnen sie also, die von mir mit so viel Spannung erwarteten NBA-Play-offs. Die entscheidenden Spiele gestern in den Play-Ins gingen ziemlich unspektakulär zu Ende. Mit den Heat und den Pelicans setzte sich jeweils das Heimteam durch. Für „meine“ Sacramento Kings ist damit die Saison beendet. Hach ausgeglichenen anderthalb Viewteln hatten sie nichts mehr zuzusetzen. Gerade von der Bank kam wenig, der Ausfall von Malik Monk und Kevin Huerter war für sie viel schlechter zu kompenieren als der von Zion Williamson für New Orleans. Letztlich war es absehbar nach dem All-Star-Break. Aber jetzt volle Konzentration für die Play-offs. Am Ende des Textes gibt es ein von mir durchgetipptes Bracket. Das wird im Zweifel so nicht passieren.

Eastern Conference

(1) Boston Celtics – (8) Miami Heat
Auf dem Papier ist das eine klare Sache. Die klar bessere Bilanz für die Celtics, und bei den Heat fehlt auch noch Jimmy Butler. Doch es sind halt Play-offs. Und so sehr dort die Celtics oft ihre PS nicht aufs Parkett bringen, so sehr leben die Heat auf. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Miami einnes der beiden ersten Spiele in Boston klaut, letztlich aber ist die Klasse der Celtics doch zu groß. Celtics in 6

(2) New York Knicks – (7) Philadelphia 76ers
Das im Osten wohl am meisten beachtete Matchup. Die große Frage, die uns die gesamte Serie begleiten wird. Wie fit ist Phillies Joel Embbiid, der MvP der vergangenen Saison. Die Sixers ohne ihn, das haben die zwei vergangenen Woche gezeigt, sind eine Klasse schlechter und wären meines Erachtens völlig chancenlos. Wenn er dagegen sein volles Können abrufen kann und das auch alle zwei Tage, sehe ich große Chancen für Philadelphia, zumal die Knicks auf Julian Randle, vielleicht ihren wichtigsten Spieler, vezichten müssen. Trotzdem haben sie genug Power, um auch gegen Philadelphia mit einem fitten Embiid bestehen zu können, vor allem wenn Brunson so grandios spielt wie zuletzt. Aus deutscher Sicht gerät Isiah Harttenstein in den Fokus, den ich ja gerne im Nationalteam sähe. Bin gespannt, wie er sich gegen Embiid aus der Affäre zieht. Mit Bauchweh: die Knicks in 7

(3) Milwaukee Bucks (3) – Indiana Pacers (6)
Auch hier dreht sich die große Frage um einen angeschlagenen Superstar: Wird Giannis Antetukuonpo nach seiner Wadenzerrung fit und wie fit ist er dann wirklich. Zumindest der Start in Spiel 1 ist fraglich, und das wäre für die Bucks ein herber Verlust. Die Hürde Indiana mit ihrem irre schnellen Angriffsspiel ist ohnehin sehr hoch. Die machen ihren Namen alle Ehre und bieten äußerst unterhaltsamen Basketball. Wie weit sie damit kommen, ist allerdings eine andere Frage, weil in den Play-offs meist doch ganz anders gespielt wird. Doch ich lehne mich jetzt einfach mal aus dem Fenster und winke die Pacers in 6 Spielen weiter.

(4) Cleveland Cavaliers – (5) Orlando Magic
Die gute Nachricht für Orlando: Franz Wagner ist offenbar fit. Und auch ansonsten das Team. Die Cavs haben mir zuletzt nicht besonders gefallen. Für mich ist das eine Serie auf Augenhöhe. Die Cavs haben zwar mehr Play-off-Erfahrung als die Magic, die erstmalsseit Jahren wieder in der Post Season dabei sind, aber mit ihrer guten Verteidigung können sie den Cavs um Garland durchaus die Suppe versalzen. Wichtig wäre allerdings, dass sie ihre Dreier einigermaßen treffen, da ist auch bei den Wagner-Brüdern enormer Nachholbedarf. Auch aus Sympathie: Magic in 6.

Und das ist mein Bracket East
1. Runde:
Celtics – Heat
Cavs – Magic
Bucks – Pacers
Knicks – 76ers

2. Runde
Celtics – Magic
Knicks – Pacers

Conf. Final
Celtics – Pacers

Western Conference

Insgesamt ist hier alles noch enger und auch attraktiver mit den größeren Stars: mit den jungen Himmelsstürmern aus Oklahoma und Minnesota und den Arrivierten wie Denver, Lakers  und Phoenix sowie den großen Unbekannten Clippers und Dallas. Nun denn

(1) Oklahoma City Thunder – (8) New Orleans Pelicans
Für die eher kleine und reboundschwache Truppe aus Oklahoma wird es eine große Erleichterung sein, dass Zion Williamson wohl die gesamte Serie ausfällt. So sind die Pelicans leichter auszurechnen, haben aber mit dem immer stärker werdenden Brandon Ingram oder McCallum Waffen, die den Thunder wehtun können. Die allerdings haben mit Shay Gilgeous-Alexander den meiner Meinung nach besten Offensivspieler der Liga (ds wäre eine hübsche Diskussion für sich) in ihren Reihen. Mit Rookie Chad Holmgren sind sie viel stärker als vergangenens Jahr, auch deswegen: Thunder in 5

(2) Denver Nuggets – (7) Los Angeles Lakers
Es gab ja Spekulanten, die darauf setzten, die Lakers würden freiwillig das erste Spiel der Play-Ins verlieren, um dem Titelverteidger aus Denver aus dem Weg zu gehen. Was irre genug gewesen wäre und auch so gar nicht Lakers-Stil. Klar sind die Nuggets klarer Favorit, aber die Lakers können gerade mit LeBron James und Anthony Davis gut dagegenhalten. Und wenn Mr. Russell oder ein Reaves und Hajimura Feuer fangen, kann es für Denver brenzlig werden, die mir nicht unverwundbar scheinen, siehe das vorletzte Spiel in San Antonio, wo sie mit ihrer Niederlage Platz 1 verspielten. Für sie wird es drauf ankommen, das ihr neben dem überragenden Jovic zweiter Star Murray abliefert. Dann dürfte es für die Lakers schwer werden, zumal in einer langen Serie gerade LeBron James kräftemäßig über die Grenzen gehen muss, die für sein Alter ohnehin schon jenseits des bisher Gesehenen sind.Also Nuggets in 6

(3) Minnesota Timberwolves – (6) Phoenix Suns
Am Ende dieser merkwüdigen Spielzeit wissen die Suns wohl selbst nicht, wie sie Platz 6 und damit die direkte Play-off-Teilnahme geschafft haben. Denn sie spielen weit unter ihren theoretisch großen Möglichkeiten. Vielleicht haben sie nominell mit Kevin Durant, Kevin Booker und Bradley Beal sogar das beste Trio, bestens unterstützt von Scharfschütze Grayson Allen und Center Jusuf Nurkic. Doch die Timberwolves stehen verdient dort, wo sie stehen. Mit einem überragendem Anthony Edwards, dem besten Liga-Verteidiger Rudy Gobert und einem hoffentlich fitten Karl-Anthony Towns. Ich sag mal so: Wenn Phoenix immer so gut spielt, wie sie es können, würde ich sie favorisieren. Da das aber oft nicht der Fall ist, sehe ich die Wolves in 6 Spielen vorn und das wäre mir auch sehr recht.

(4) LA Clippers – (5) Dallas Mavericks
Auch hier ein Stelldichein der Stars, zumindest dem Namen nach. Aber gerade bei den Clippers sehe ich einige Fragezeichen. Wie steht es wirklich um die Gesundheit von Kawih Leonard. Sind Paul George und James Harden auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft. Das sind mir ein paar zu viele Unwägbarkeiten. Aber auch die Mavericks haben so ihre Verletzungsprobleme, der halbe Kader inklusive Luka Doncic ist nicht hundertprozentig fit. Und doch: Ich sehe sie leicht vorn wegen des überragenden Doncic, einen Kyrie Irving in Glanzform und vor alem auf ihren Wintertransfers Gafford und Washington. Und einer wie Tim Hardaway kann auch jederzeit heißlaufen. Es wird wohl sehr eng: Mavericks in 6

Bracket West
1. Runde
Thunder – Pelicans
Clippers – Mavericks
Timberwolves – Suns
Nuggets – Lakers

2. Runde
Thunder – Mavericks
Nuggets – Timberwolves

Conference Final

Thunder – Timberwolves

NBA Final

Thunder – Celtics

Eigentlich alles klar. Dann muss ja gar nicht mehr gespielt werden …

 

Zwei Endspiele um die Play-offs

Blick über den Teich, NBA und NHL

NBA

Heut Nacht werden die letzten beiden Teilnehmer für die Play-offs ermittelt. In der „1. Runde“ setzten sich die LA Lakers gegen die New Orleans sowie die Philadelphia 76ers gegen die Miami Heat durch. Beide Partien wurden durch die Verletzung absoluter Schlüsselspieler beeinflusst. In New Orleans musste der bis dato überragende und alles beherrschende Zion Williamson das Parkett bei ausgeglichenem Spielstand velassen. Ohne ihn brachten die Pels kaum mehr etwas zu Stande. Ebenso war Jimmy Butler von den Miami Heat in der Schlussphase kein Faktor mehr, nachdem er im dritten viertel böse umgeknickt war. So konnten sich die Sixers ebenfalls im Endspurt durchsetzen.

Sowohl die Heat als auch die Pelicans haben heute Nacht die zweite Chance. Zunächst empfängt Miami die Chicago Bulls, die sich ihrerseits gegen die Atlanta Hawks recht locker durchsetzten und überhaupt zuletzt einen guten Eindruck machten. Und da Jimmy Butler und auch Terry Rozier den Heat fehlen, sehe ich gute Chancen für die Bulls.
Im Anschluss treffen die Pelicans auf die Sacramento Kings. Die bezwangen die Golden State Warriors überraschend klar, auch weil einerseits Keegan Murray einen grandiosen Tag mit 7 Dreiern erwischte, auf der anderen Seite Klay Thompson einen rabenschwarzen. Keinen Punkt brachte er auf die Anzeigentafel bei 10 Wurfversuchen. Gerade seine Dreier machten zuletzt in San Francisco Hoffnung, am Dienstag warf er 0 von 7, deprimierend. Bei Golden State wird man sich jetzt überlegen, wie es nach dem Saisonaus weitergeht. Für mich war schon die teure Verpflichtung von Chris Paul ein Riesenfehler.

Williamson wird bei den Pelicans fehlen wie bei den Kings weiterhin Malik Monk und Kevin Huerter. Die Chancen sehe ich bei 50 zu 50, mein Herz schlägt bekanntlich für die Sacramento Kings.

NHL

Gestern war der letzte Spieltag der regulären Saison, der aber keine großen Erkenntnisse brachte. Die Edmonton Oilers verloren klar ohne Conor McDavid und Leon Draisaitl bei den Colorado Avalanche.
Aufgrund des für mich absurden Modus, bleiben die Divisionen (!) in der 1. Play-off-Runde unter sich mit der Folge, dass die Oilers als fünftbestes Team Heimrecht gegen den Siebten (LA Kings) haben und die Avalanche als viertbestes Team (3 Punkte vor den Oilers) auswärts beim zweitbesten Team (Winnipeg Jets) antreten müssen. Hochgradig ungerecht und mE nicht mehr zeitgemäß.

Es spielen (Best of 7) ab Samstag
Eastern Conference
NY Rangers – Washington Capitals
Carolina Hurricanes – NY Islanders
Florida Panthers – Tampa Bay Lightning (hübsches Florida-Duell)
Boston Bruins – Toronto Maple Leafs (Duell zweier original Six)

Western Conference
Dallas Stars – Vegas Golden Knights
Winnipeg Jets – Colorado Avalanche
Vancouver Canucks -Nashville Predators
Edmonton Oilers – LA Kings (immer eine sehr umkämpfte Serie)

Für die Deutschen im Hinblick auf die WM im Mai eine bittere Nachricht. Tim Stützle hat seine Teilnahme abgesagt, weil er seine Verletzungen auskurieren will.

 

Nagelsmann bleibt beim DFB

Nachdem Experten wie Didi Hamann und die Bild sich „ganz sicher“ waren und „viele Anzeichen“ sahen, dass Julian Nagelsmann der neue Trainer beim FC Bayern wird, kam Gott sei Dank jetzt schon die Klarstellung. Nagelsmann bleibt Coach beim DFB, der Vertrag wird bis 2026 verlängert. Soweit kommuniziert ohne Ausstiegsklausel oder ein vorzeitiges Kündigungsrecht des DFB im Falle eines frühen Ausscheidens bei der Heim-EM.

Für mich ist das die einzig logische Entscheidung. Nagelsmann ist ja erst seit September Bundestrainer. Und nach einem nur dreiviertel Jahr freiwillig wieder zu gehen, wäre arg früh. Vor allem, weil die Entwicklung des Teams noch nicht abgeschlossen ist. Vor allem die Jungen Florian Wirtz und Jamal Musiala kommen erst noch ins beste Fußballer-Alter, können ihre ohnehin schon fast einzigartige Klasse weiter ausbauen. Und auch sonst gibt es gerade Talente zu Hauf gepaart mit einigen Etablierten. Beim DFB kennt er jetzt alle Abläufe, er hat nach dem tollen Spielen in Frankreich und gegen Holland ein großartiges Standing.

Und die Alternative? In Deutschland wäre das wohl nur der FC Bayern gewesen und ganz vielleicht auch Borussia Dortmund. Bleiben wir bei Bayern: Das wäre für beide Seiten ein extremes Wagnis. Zum einen ist es schon mal schiefgelaufen, und auch wenn die damaligen Hauptakteure des Rauswurfs Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic nicht mehr dabei sind: Niemand kann mir erzählen, dass die Granden Hoeneß und Rummenigge nicht ihren Segen zu diesem Schritt gegeben haben.

Viel entscheidender ist jedoch, dass die Bayern laut eigener Aussage einen Umbruch starten wollen, mit offenbar radikalen Änderungen im Kader. Da wäre es schon extrem hilfreich, den künftigen Trainer bei der Kaderplanung mit einzubeziehen. Doch Nagelsmann hat dieser Tage hoffentlich den Kopf voll mit der EM-Vorbereitung, und spätestens nach Saisonschluss gibt es für ihn sowieso kein anderes Thema. Und wie man sich verzetteln kann, wenn zu viele Themen auf einen einprasseln, durften wir ja bei der WM bewundern, wo es so viele Nebenkriegsschauplätze gab, die je nach dem, wen man fragt, mindestens eine Rolle wenn nicht gar der vielleicht entscheidende Grund am Vorrundenaus war, so hehr die Gedanken auch waren.
Es wird ohnehin mehr als genug auf Nagelsmann einprasseln, da kann er Fragen zum neuen Verein absolut nicht brauchen und ergäben nur eine zweite Angriffsfläche. Außerdem endet die EM erst Mitte Juli, also lange nach Beginn der Vorbereitung der Clubs. Und ein normaler Mensch braucht nach dieser enormen vor allem auch psychischen Anspannung mindestens zwei Wochen komülett fußballfreien Urlaub.
Sollte die EM dagegen schieflaufen, käme Nagelsmann schon angezählt zu den Bayern.

Natürlich wäre auch das Verhältnis Nagelsmann/Medien/DFB belastet, wenn es ein frühes EM-Aus gibt und der Fußball nicht den Erwartungen entspricht. Aber dann können sich die Verantwortlichen in Ruhe zusammensetzen und analysieren, was schiefgelaufen ist. Und ich finde es auch komplett richtig, dass es jetzt kein wie auch immer formuliertes WM-Ziel gibt als Voraussetzung für eine Weiterbeschäftigung. Das haben die Handballer ja gerade praktiziert, als sie mit Gislason verlängert haben, diese Verlängerung aber hinfällig gewesen wäre, wenn die Olympia-Qualifikation nicht geschafft worden wäre. Das hat allen Beteiligten nicht gut getan und noch zusätzlichen Druck aufgebaut, der auch spürbar war.

Nagelsmanns jetzige Entscheidung ist auch gut für die Bayern, die Nagelsmann wie Alonso und Rangnick (kleines Fragmichzeichen) als Trainer-Kandidat streichen müssen. Einfach wird die Suche allerdings nicht. Mir würde die Variante Zidane/Ribéry am besten gefallen. Die Sprache sollte nicht das große Problem sein. Die Frage ist natürlich, ob Zizou das überhaupt in Betracht zieht und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Juve ist für ihn natürlich eher der Herzensverein. Ansonsten wünsche ich den Verantwortlichen viel Glück bei der Suche. Wird schwer genug.

Deutsches Wembley reloaded?

Lange war es eher Spielerei, vielleicht sogar Spinnerei. Aber jetzt ist ein deutsch-deutsches Champions-League-Finale nicht mehr unwahrscheinlich. Wie 2013. Wieder in Wembley. Und wieder Bayern gegen Dortmund. Hier ein kleiner Überblick über die Viertelfinals und danach ein Ausblick auf die Halbfinals

Bayern – Arsenal 1:0 (Hinspiel 2:2)
Es war schon ziemlich beeindruckend, wie abgeklärt die Münchner die Hürde Arsenal genommen haben. Ohne unnötiges Risiko, dafür mit sehr starken Außen rechts wie links. Der für die Londoner offenbar ziemlich überraschende Kniff von Trainer Thomas Tuchel mit Mazraoui und Guerreiro auf der linken Seite ist voll aufgegangen. Und rechts zeigte Joshua Kimmich vielleicht seine beste Saisonleistung und sein brachialer Kopfball brachte dann auch die Entscheidung.
Die Londoner enttäuschten mich auf der ganzen Linie, als wollten sie unbedingt ihren Ruf bestätigen, dass sie auf dem Festland nur halb so gut spielen. Sie hatten letztlich keine echte Torchance, ein Kai Havertz hing völlig in der Luft. Und es gab kein Aufbäumen. Es war insgesamt bei nasskaltem Wetter kein Fußballfest, aber ein hochverdienter Sieg der Münchner.

Manchester City – Real Madrid i. E. 2:4 (3:3)
Es war kein Fußballspektakel wie im Hinspiel, aber jederzeit hochklassig mit insgesamt großartigen Verteidigern. Da passt es irgendwie dazu, dass ein verteidiger, der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger, den entscheidenden Elfmeter für Real verwandelte. Die Madrilenen beschränkten sich darauf, ihr Tor sauber zu halten, erst recht nach ihrer ziemlich überraschenden Führung. Das gelang insgesamt vorzüglich; ganz ausschalten kann man eine Surm-Maschine wie City natürlich nicht. 34:8 lautete letztlich das Torschussverhältnis, aber Reals ukrainischer Torwart Luninbrauchte keine wirklichen Heldentaten, um weitere Gegentreffer zu verhindern.
Der zuletzt so kritisierte Erling Haaland spielte nur etwas besser als im HInspiel, er wurde vor der Verlängerung gegen Alvarez ausgewechselt. Im Elferschießen fehlte also ein sicherer Schütze, aber als solcher galt Bernardo Silva auch, bevor er in jämmerlicher Art und Weise scheiterte. Also darf mal wieder Real jubeln.

Dorussia Dortmund – Atlético Madrid 4:2 (1:2)
Mit einem spektakulären 4:2 haben sich die Borussen für die Runde der besten 4 qualifiziert, wer hätte das vor der Saison gernsthaft geglaubt auch angesichts der Todesgruppe“ mit PSG, AC Mailand und Newcastle United. Die Partie war ein Auf und Ab. 2:0-Führung der Dortmunder durch Brand und Maatsen, schneller Ausgleic h von Atlético nach der Pause und ein fulminanter Endspurt der Borussen, der durch Tore von Nilas Füllkrug per unnachahmlichen Kopfball und dem wieder überragenden Marcel Sabitzer belohnt wurde. Am Ende war dannn auch die wirklich tolle Stimmung zu hören, die ich vorher bei Dauergesängen arg vermisst habe

FC Barcelona – PSG 1:4 (2:1)
Die entscheidende Szene geschah bereits nach 28 Minuten, als Barcas Verteidiger Araujo nach Notbremse die Rote Karte sah. Bis dahin hatte der FCB die Partie beherrscht und lag mit 1:0 in Führung. Die Pariser sahen ihre Chance und drehten die Partie. Demélé traf noch vor der Pause zum Ausgleich, nach dem Wechsel trafen Vitinha und zweimal Mbappé gegen ein sich auflösendes Barca. Es bleibt müßig zu spekulieren, was ohne den Platzverweis geschehen wäre, und es hat ja auch schon Vereine gegeben, die mit einer Unterzahl umgehen konnten. Für Trainer Xavi wirds ein trauriger Abschied nach der Saison wohl ohne Titel. Am Samstag steht der Clasico gegen Real an, die letzte Chance im Meisterschaftskampf

Ausblick aufs Halbfinale
Die Partien und Termine stehen bereits fest.
30.4./08.5.: Bayern – Real
01.5./07.5.: BVB – PSG

Ich kann bei beiden Partien keinen echten Favoritn erkennen. Vielleicht ist es der kleine entscheidende Nachteil für Bayern und Dortmund, dass sie zu Hause das erste Spiel haben. Gerade Real kann in einem Rückspiel im Bernabeu schon ein nettes Feuerwerk entfachen. Und der BVB  hat sicher davon profitiert, die entscheidenden Minuten im Dortmunder Hexenkessel und nicht in dem von Atlético bestreiten zu dürfen. Andererseits kann man auswärts auch ein eher ungünstiges Ergebnis drehen wie Real in Manchester und vor allem PSG in Barcelona. Wobei hier anzumerken ist, dass Barca sich im Olympiastadion (das Nou Camp wird umgebaut) nicht wirklich heimisch fühlt.

Es kann also alles passieren: Jedes Team kann den Henkelpott gewinnen, aber auch im Halbfinale ausscheiden. Ein rein deutsches Finale ist genauso möglich wie eines ohne deutsche Beteiligung.

Eines aber zeichnet sich auf jeden Fall ab durch das englische Doppel-Aus. Deutschland wird ziemlich wahrscheinlich den zweiten Platz der Nationenwertung hinter Italien belegen, weshalb auch der 5. Platz in der Bundesliga für die Champions League startbechtigt wäre. Dortmund kann die Bundesliga also etwas entspannter angehen. Übrigens: Gewinnt der BVB die CL und wird Fünfter, würde dann auch der 6. Platz der Bundesliga reichen. ME dem Guten einiges zu viel, so sehr ich den Geldsegen dem betreffenden Verein gönnen würde.

Und noch ein Letztes: Durch das Aus von Arsenal steht jetzt schon fest, das RB Salzburg nächstes Jahr an der hochdotierten Club-WM teilnehmen darf.