Thrillla in Phila

Blick über den Teich, NBA und NHL

Was für ein Spiel in Philadelphia zwischen den 76ers und den Knicks. Unbedingt anschauen. Wer die Spannung erhalten will, möge bitte danach zurückkommen
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INDIANA PACERS* – Milwaukee Bucks 120:98 (4:2)
Die gute Nachricht für die Bucks war, dass Damian Lillard wieder aufs Parkett zurückkehrte. Die Schlechte, dass das trotz seiner am Ende 28 Punkte wenig half.die Bucks fanden gegen das Höllentempo der Pacers kaum ein Mittel, obwohl neben Lillard auch Bobby Portis und Brook Lopez 20+ Punkte auflegten. Den Hauptunterschied machten aber die Bankspieler. Während Bei den Pacers scorten Obi Toppin (21) und TJ McConnell (20) grandios, während alle Ersatzspieler der Bucks gerade mal 10 Punkte zusammenstotterten.

Mann des Spiels
Ich wähle das Duo Obi Toppin/TJMcConnell. Das sind die Rollenspieler, die man in einer solch engen Serie braucht.

Stark trotz der Niederlage
Damian Lillard war gleich wieder ein bestimmender Faktor. Allerdings war seine Dreierquote für seine Verhältnisse weit unterdeurchschnittlich (4 von 12)

Analyse der Serie
Kein Zweifel: Der Ausfall von Giannis Antetokuonpo war für die Bucks auf Dauer nicht zu kompensieren. Er fehlte vor allem als Rammbock vorn und hinten. Bei den Pacers lief auch nicht alles völlig rund, Tyrese Haliburton nahm sich auch verletzungsbedingt einige Pausen. Indiana ist zum ersten Mal seit 10 Jahren in einer 2. Play-off-Runde. Zuletzt waren sie fünfmal in Folge in Runde 1 gescheitert.

Und der Verlierer?
Die Bucks müssen sich jetzt überlegen, wie sie weitermachen wollen. Das Team ist doch ziemlich in die Jahre gekommen. Drei Starter (Giannis nicht gerechnet) sind jenseits der 30, und die Bank ist zu dünn besetzt und war nie ein Faktor.

Philadelphia 76ers – NEW YORK KNICKS 115:118 (2:4)
Was für ein Abschluss einer insgesamt fantastischen Serie, mit Sicherheit die Spannendste der 1. Play-off-Runde. Spiel 6 brachte noch mal alles, was das Basketball-Herz erfreut. Daei schienen die Knicks mit den Sixders kurzen Prozess machen zu wollen, lagen im 1. Viertel schon mit 22 Punkten vorn. Das verwöhnte Publikum in Phillie buhte bereits. Doch die Sixers kamen zurück – und wie. Noch im zweiten Vietel hatten sie den Rückstand egalisiert. Im 3. Viertel lagen sie gar mit bis zu 10 Punkten in Front angetrieben vom jetzt fanatischen Publikum (und der so ungemein nervenden Orgelbegleitung). Doch die Knicks, namentlich durch Jalen Brunson, behielten die Nerven, glichen aus, gingen in Führung, die sie über die Zeit retteten.

Mann des Tages
Letztlich war es wieder jalen Brunson, der eine Monster-Serie gespielt hat. Er sammelte 41 Punkte und behielt vor allem im vierten Viertel im Hexenkessel die Nerven und zog den Sixers mit zwei tollen Dreiern den Zahn.

Stark trotz der Niederlage
Joel Embiid war Turm in der Schlacht, vorne und hinten. 39 Punkte und 13 Rebounds sammelte er, doch zunächst blieb die Hilfe vor allem von Tyrese Maxey aus

🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Isaiah Hartenstein war ein ganz wichtiger Faktor bei den Knicks. Gerade als die Felle davonzuschwimmen drohten für die Knicks, war er mit seiner Ruhe zur Stelle. Am Ende schaffte er 14 Punkte und 9 Rebounds, dabei rieb er sich in der Verteidigung mit Embiid richtiggehend auf, der ihm mehrere Fouls anhing. ein weiteres Bewerbungsschreiben an den deutschen Bundestrainer Gordie Herbert.

X-Faktoren
Eine Rubrik, die ich hiermit einführe. Also so etwas wie die oft unbesungenen Helden. Bei den Knicks war es Donte DiVicenzo. Bisher trotz seines Siegdreiers in Spiel 2 mit seinen Versuchen eher unglücklich, hatte er endlich sein Visier richtig eingestellt und versenkte 5 von 9 Würfen. Insgesamt kam er auf 23 Punkte, 7 Assists. Eine besondere Bermerkung vedient sein unglaublicher Block gegen Embiid.
Auch die Sixers hatte einen besonderen Trumpf. Bobby Hield erhielt endlich Spielzeit, und in der zeigte er seine große Stärke des Scharfschützen. Seine Dreier erst ermöglichten die fulminante Aufholjagd. Am Ende fanden 6 seiner 9 Versuche das Ziel. Umso erstaunlicher, dass er im 3. Viertel überhaupt nicht zu Einsatz kam und ihm die Spielzüge der Sixers im 4. Viertel nur zwei Würfe gestatteten. Aber auch Nicolas Batum war mit seinen 16 Punkten (3 Dreier) ein Pfund der Sixers.

Analyse der Serie
Von vornereinwar klar, das das die Serie werden würde zwischen zwei erbitterten Rivalen, die in der Vergangenheit schon so manchen Strauß ausgefochten haben. Kleinigkeiten entschieden die einzelnen Partien. Allein die fast unwirklichen Spielenden in Partie 2 (für die Knicks ) und 5 (Sixers) boten viel Gesprächsstoff. Ein Faktor war sicher, dass Embiid nicht völlig fit war, aber das gehört halt leider zum Sport.

Und der Verlierer?
Die Sixers lecken jetzt erst mal ihre Wunden. Das Team ist aber jung genug, um auch in den kommenden Jahren ein ernsthafter Konkurrent zu bleiben. Aber Coach Nick Nurse wird sich mit seiner Spielerauswahl (wo blieb Bobby Hield so lange??)  schon einige Fragen gefallen lassen müssen

Ansetzungen heute
01:00: Orlando Magic – Cleveland Cavaliers (2:3)
03.30: Dallas Mavericks – Los Angeles Clippers (3:2) Kawhi Leonard wird wieder nicht dabei sein.

NHL
Die Toronto Maple Leafs haben gegen die Boston Bruins ein 7. Spiel erzwungen.. In einem von Defensivreihen und tollen Torhütern geprägten Partie gewannen sie äußerst mühevoll mit 2:1. William Nylander war mit seinen beiden Treffern der gefeierte Held, und nur ein Boston-Tor 0,2 Sekunden vor Schluss verhindete einen Shutout für Joseph Woll. In der Nacht zu Samstag fällt dann im TD Garden von Boston die Entscheidung

 

Rangnicks weise Entscheidung

Überraschung, Überraschung: Ralf Rangnick wird auch nicht neuer Bayern-Trainer, obwohl das vermeintlich gut informierte Kreise wie Bild, Sky und SZ schon als praktisch sicher gemeldet haben. Da würde mich schon sehr interessieren, wie sie zu dieser Erkenntnis gelangt sind. Klar, die Bayern gaben sich zumindest zu Wochenanfang sehr optimistisch, sie haben offenbar ja auch ein sehr gutes Angebot vorgelegt. 10 Mio Euro/Jahr. Und dass Rangnick tatsächlich konkretes Interesse hatte und sich die Übernahme des deutschen Vorzeige-Clubs ernsthaft überlegt hat, will ich gerne glauben. Andererseits: eine konkrete Stellungnahme von Rangnick selbst habe ich nicht gefunden. Für mich ist diese Entscheidung also kein abrupter Meinungswechsel, sondern das (weise) Ergebnis einer langen Abwägung Pro und Contra

Denn insgesamt sprach aus objektiver Sicht zu viel gegen einen Wechsel vom österreichischen Nationalteam

  1. das Alter: Ralf Rangnick ist 65 Jahre alt. Da noch mal ein solches Himmelfahrtskommando mit viel Stress praktisch täglich mit erwartbaren Querschlägen vom Tegernsee (Hoeneß!), aufreibender Tagesarbeit zu übernehmen, wäre der Wahnsinn. Nur weil das ein Jupp Heynckes geschafft hat, muss das nicht jeder schaffen.
  2. das Bayern-Problem: Die vergangene Saison hat gezeigt: die Mannschaft braucht frisches Blut, einen Umbruch. Nur ist der Club mittlerweile gar nicht mehr sooo attraktiv, wie eer sich darstellt. Die Spitzenspieler haben allesamt gute Alternativen. Klar, es klingt theoretisch reizvoll, die Bayern wieder auf Vordermann zu bringen, und dass es sogar die jetzigen Spieler in den Beinen haben, zeigen sie ja in der Champions League. Doch das Riesenproblem ist das Umfeld. Vor allem Uli Hoeneß kann nicht loslassen. Die Geduld mit all den nahmhaften Trainern war praktisch nicht vorhanden. Und die Fundamentalkritik etwa an Tuchel von Hoeneß lässt mich mittlerweile zweifeln, ob er wirklich noch weiß, was er tut. Diese Brandrede war vielleicht der letzte Beweggrund für Rangnick, sich dieses Abenteuer icht anzutun.
  3. die äußerst attraktive Alternative: Beim ÖFB hat Rangnick ein für ihn ideales Betätigungsfeld. Er kann einigermaßen in Ruhe arbeiten, nachdem die souveräne EM-Qualifikation die Zweifler erst mal verstummen ließ. Er kann seine Ideen einbringen und relativ freie Hand. Das Volk u+frisst ihm aus der Hand, und er genießt die volle Rückendeckung des Verbandes. Und als Nationaltrainer muss er sich auch nicht den täglichen Trainingsfron antun. Das heißt ja nicht, dass er nur auf der faulen Haut liegt, aber er kann jetzt halt in Ruhe weitere Ideen ausbrüten.
    Außerdem ist er mit Team Austria noch lange nicht am Ende der Entwicklung angelangt. Nicht nur die EM steht bevor, noch dazu in seinem Heimatland, sondern auch die WM in zwei Jahren in Amerika. Ein Wechsel hätte enorme Unruhe ins Team und die EM-Vorbereitung gebracht.

Und letztlich wird er beim ÖFB auch nicht verhungern.

Gibt es also gar kein Risiko? Natürlich schon. Eine völlig vermurkste EM, und die zurzeit stummen Kritiker wie Krankl, Prohaska und Konsorten werden auf den Plan treten. Allerdings ist die Erwartungshaltung zumindest seriöser Experten angesichts der Gruppengegner Frankreich, Holland und Polen nicht allzu hoch. Ein einigermaßen ehrenvolles Ausscheiden sogar schon in der Vorrunde würde hoffentlich keinen Aufstand entfachen. Gefragt ist er dann in der WM-Qualifikation, die allgemein erwartet wird

LA -Teams droht das kollektive Aus

Blick über den Teich, NBA und NHL

Ligaübergreifend: Freude in Dallas, Frust in Los Angeles, so lässt sich der Play-off-Mittwoch (US Zeit) zusammenfassen.

NBA

Spannung geht anders. Zwei klare Siege für die Boston Celtics und die Dallas Mavericks

BOSTON CELTICS* – Miami Heat 118:84 (4:1)
Eine von Anfang bis Ende klare und später sehr klare Angelegenheit. Der Sieg der Celtics stand nie infrage. Die Heat ohne Jimmy Butler chancenlos, zumal auch Jaime Jaquez fehlte und Duncan Robertson seinen Wurf nicht fand.

Mann des Tages
Die Stars der Celtics wurden in der 2. Halbzeit weitgehend geschont für die kommenden Aufgaben. Erneut legte Derrick White sehr gute Zahlen auf.

Stark trotz der Niederlage
Bam Adebayor (fast) auf sich alleine gestellt. Tyler Herro ohne Zielwasser von der Dreierlinie (1 von 8).

Serien-Analyse
Bis auf den zumindest einmal üblichen Ausrutscher war das Ganze wie erwartet eine äußerst klare Angelegenheit der Celtics. Und auch wenn Kristaps Porzingis in der 2. Runde gegen Orlando/Cleveland erst mal ausfällt, sind sie auch hier klar favorisiert.

Und die Verlierer?

Es wird interesant, ob das Team zusammenbleibt. Im Prinzip ist alles da, und ein Jaime Jaquez wird in seinem zweiten Jahr bestimmt noch besser. Jimmy Butler sollte noch ein paar gute Jahre haben, enn er gesund wird und bleibt. Ein Fragezeichen sei hier aber angebracht. Mit Eric Spoelstra haben sie einen der besten Coaches der Liga.

Los Angeles Clippers – Dallas Mavericks 93:123 (2:3)
Einen Kantersieg in dieser Form habe ich wirklich nicht vorausgesehen. Nach ausgeglichenem ersten Vietel brachen die Clippers förmlich auseinander. In der 2. Halbzeit: null Gegenwehr. Da konnten sie es verschmerzen, dass die Stars Luka Doncic (2 von 8) und Kyrie Irving (1 von 7) von der Dreierlinie eher die Lampen ausschossen als den Korb trafen.

Mann des Tages
Trotz der Dreierschwäche Luka Doncic, den angeschlagenes Knie offenbar wenig behinderte. 35 Punkte sammelte er, dazu 10 Assists und 6 Rebounds. Zieht man die Dreier ab, traf er aus dem Feld  12 von 18 Würfen, ein Spitzenwert

Stark trotz der Niederlage
Auch hier am ehesten noch der Center: Ivica Zubac, der zumindest am Anfang seine Größenvorteile ausnutzte. Allein auf weiter Flur konnte er wenig ausrichten.

🇩🇪Deutsche Brille👓
Maxi Kleber erhielt diesmal knapp 20 Minuten. Und in denen zeigte er, dass er mit seinem Wurf durchaus eine Alternative sein kann. 5 von 7 Dreierversuchen fanden das Ziel. Abwehrstark ist er ohnehin.
Wunder geschehen: Daniel Theis durfte tatsächlich 3 Minuten ran. Zur völligen Überraschung konnte er die Wende nicht herbeiführen für die Clippers. Ernsthaft: Eine gebrauchte Serie für den Center.

Ausblick
Die Serie mit ihren Wendungen lässt mich ziemlich ratlos zurück. Eines scheint allerdings klar. Ohne Kawhi Leonard wird es für die Clippers sehr schwer, jetzt 2 Spiele zu gewinnen. Andererseits habenhat LA auch ohne Leonard genug Waffen, um den Mavs wehzutun, sie müssen halt scharf sein und nicht so unterirdisch stumpf wie etwa James Harden in Spiel 5.

Ansetzungen heute

00.30: Indiana Pacers – Milwaukee Bucks (3:2)
03:00 Philadelphia 76ers – New York Knicks (2:3)

NHL
Die Edmonton Oilers haben die immer heikle Hürde Los Angeles Kings  letztlich souverän überwunden. In Spiel 5 gewannen sie mit 4:3. Leon Draisaitl erzielte 2 Tore, Evan Bouchard legte 3 Assists auf. Goalie Skinner nicht so überragend wie in Spiel 4, aber doch ein guter Rückhhalt. In der 2. Play-off-Runde treffen die Oilers auf den Sieger Canucks/Predator. Deren Spiel 6 ist heuteNacht in Nashville.
Im zweiten Spiel gewannen die Dallas Stars nach großem Kampf gegen Titelverteidiger Las Vegas Knights mit 3:2 und liegen in der Serie nach 0:2-Rückstand jetzt 3:2 vorn.. Erneut eine überaus umkämpfte Partie, die Dallas letztlich durch zwei Powerplay-Tore für sich entschied.

Mein größter Held

Der Unfall, der meine Welt veränderte

Es war ein wunderschöner Sonntag, der 1. im Mai 1994, als meine Welt zusmmenbrach. Damals war ich glühender Formel-1-Fan, schon seit den späten 70ern, also lange vor dem Boom, den Michael Schumacher in Deutschland ausgelöst hatte. Geprägt wurde ich als Süddeutscher ohnehin vom ORF, dem Programm, zu dem wir immer ein bisschen neidisch schauten und Gott sei Dank auch schauen konntn . Legendäre Sendungen wie Club 2 oder Trailer, die Zeit im Bild war so viel besser als Tagesschau und heute – und eben Sport, viel Sport aus österreichischer Sicht, viel Kenntnis, Charme und Nationalismus, der den Deutschen so fremd war. Ewige Analysen, warum der Klammer Franz ausnahmsweise mal nicht gewonnen hat. Sport am Montag war praktisch Pflichtprogramm.

Die ORF-Formel-1-Legende hieß lange natürlich Niki Lauda, aber für mich mindestens so wichtig war der Mann am Mikrofon. Heinz Prüller, lange vor Internetzeiten eine wandelnde Enzyklopädie, voller Wissen über Geschichten und Geschichtchen über die Königsklasse des Motorsports. Manchmal natürlich viel zu viel des Guten, es gab und gibt eine Seite pruellereien.at. Ich weiß noch genau:; Wegen Olympia war er anderweitig beschäftigt, ein Schweizer (!) sprang im ORF ein, es war eine Tragödie. Jährlich gab Prüller seine „Grand Prix Story“ heraus, ein umfassender Rückblick auf die Saison. Alle ERennen, alle Zahlen, alle Geschichten.

Also saß ich an jedem schönen Nachmittag 94 auf dem heimischen Sofa und wartete etwas beklommen auf das Rennen, war doch tags zuvor der Österreicher Rudolf Ratzenberger im Training tödlich verunglückt, hatte Rubens Barrichello im Freitagstraining einen schweren Unfall gehabt. Michael Schumacher hatte im Benneton die ersten rein Rwnnen gewonnen, Senna hatte also viel aufzuholen und startete furios. Und dann der Albtraum: In Führung liegend verlor Senna die Kontrolle über seinen Williams und raste in der berüchtigten Tamburello-Kurve nahezu ungebremst in die Mauer. Lähmendes Entsetzen auf der Tribüne, bei Heinz Prüller, und lähmendes Entsetzen auch bei mir zu Hause in Deggendorf., wo ich damals arbeitete, Und doch die kleine Hoffnung, Senna, der Übermensch, könnte überlebt haben. Mein Senna, der mir zum ersten Mal zehn Jahre vorher aufgefallen war, als er sich im unterlegenen Toleman lange vehement gegen alle Überholversuche von Niki Lauda wehrte, der die Punkte doch so dringend für den WM-Titel brauchte. Lauda schaffte es dann doch und holte seinen 3. Titel, einen halben Punkt vor Alain Prost.

Es dauerte und dauerte, aber die spärlichen Informationen verhießen nichts Gutes, bevor dann am späten Nachmittag Sennas Tod offiziell bestätigt wurde, ein abgebrochenes Teil hatte seinen Helm zerschlagen. Heute, da sind sich alle einig, hätte er bei der extrem verbesserten Sicherheit der Boliden, den Unfall bestimmt überlebt. Es war dann genau dieser tödliche Unfall der damaligen Herrschers der Formel , der die Verbesserung dieser Sicherheit extrem beschleunigte.

Am Abend telefonierte ich mit einem Freund. Wir konnten es wie so viele einfach nicht glauben. Mit Senna ist für auch ein Teil der Formel 1 gestorben. Ich verfolgte die Rennen weiter, aber es machte die Sache wahrlich nicht besser, dass plötzlich der mir nie besonders sympathische Michael Schumacher die Szene beherrschte. Spätestens aber, seit ich beruflich nach Frankfurt (Oder) umzog und damit außerhalb von Heinz Prüllers Reichweite, schalte ich lange nicht mehr so regelmäßig ein.

Für mich wird immer Ayrton Senna der Größte bleiben, auch wenn später Schumacher und Lewis Hamilton viel erfolgreicher waren. In seiner Sportart sowieso, aber auch einer der größten Sportler überhaupt. Charismatisch, sicher nicht immer freundlich, beinharter Kämpfer. Die Beisetzung in Brasilien vor einer unübersehbaren Menschenmenge, live im ORF übertragen, war mein Abschiednehmen von meinenmir damals liebsten Sportler.

Heute ist es also genau 30 Jahre her. Er fehlt mir immer noch. Und nicht nur ich frage mich, was Senna noch alles hätte erreichen können. sportlich, fürs Land Brasilien villeicht gar als Präsident, für die ganze Welt

Top-Spiel ohne Sieger

Zurück auf Anfang

Die Champions League hat viele Nachteile. Dass immer dieselbe Handvoll von Teams ausschließlich aus den „großen“ europäischen Ligen den Sieger unter sich ausmachen. Dass die Unsummen an alle Teilnehmer viele nationale Ligen zur Farce machen. Aber eines ist auch klar: Spätestens ab dem Viertelfinale kann man keinen besseren, aufregenderen Fußball sehen als in der Königsklasse.
Die gestrige Partie Bayern gegen Real bestätigte diese meine Einschätzung. Die Partie ist ja schon ein Halbfinal-Klassiker. Die Münchner Arena ein würdiger Rahmen eines fulminanten Spiels, und diesmal herrschte auch Stimmung. Nicht so laut wie im Westfalenstadion oder Metropolitan Arena (Atlético), aber immerhin. Fußball hat die schöne Eigenschaft, dass sich das Spielglück von einer Sekunde auf die andere komplett ändern kann. Drei Tore fielen praktisch aus dem Nichts, als eigentlich jeweils das andere Team die Oberhand zu haben schien.
Nach dem perfekt getimten Steilpass von Toni Kroos überwand Vini jr Manuel Neuer, der sich gegen ein brachiales Herauslaufen entschied, was erstaunlicherweise bei der Analyse überhaupt kein Thema war. Sakrosankter Neuer halt. Kroos ist ein Phänomen, er zeigte mal wieder, mit seiner Ballsicherheit, seiner unerschütterlichen  welchen Verlust die Bayern bei seinem Abgang erlitten.
Nicht weniger überraschend kam der Ausgleich vom sehr starken Leroy Sané kurz nach der Pause, als Real am zweiten treffer bastelte. In Robben-Manier zog er von rechts nach innen und überwand mit einem strammen, aber nicht unhaltbar wirkenden Schuss in die kurze Ecke Real-Schlussmann Lunin, der noch in der 1. Minute glänzend gegen Sané gerettet hatte. Jetzt waren die Bayern am Drücker, und fast folgerichtig fiel durch Harry Kanes souverän verwandelten Elfer die Führung. Es gab durchaus Chancen zur Erhöhung, doch langsam befreite sich Real. Der Ausgleich nach Kims unglücklichem Einsteigen gegen Rodrygo und Vinis Elfer fiel trotzdem überraschend..
Da die Auswärtstore nicht mehr doppelt zählen, geht es nächsten Mittwoch im Bernabéu-Stadion wieder bei Null los. Real ist bekannt für die Heimstärke, aber in diesem Jahr blieben sie in den K.-o.-Spielen RB Leipzig (1:1) und ManCity (3:3) sieglos und mussten jeweils über das Unentschieden noch froh sein. Gerade die Leipzig-Partie veranschaulicht bestens, dass Real verwundbar ist. Andererseits wird auch Real aus dieser Partie seine Lehren ziehen. Ich sehe die Chancen weiter 50:50.

Rangnick wirklich ante Portas?

Dem Vernehmen nach hat der Coach mehr als angedeutet, dass er großes Interesse am Trainerposten des FCB hat. Kein geruhsames Leben in Austria, sondern ein täglich fordernder Knochenjob physisch und psychis mit vielen Nebenkriegsschauplätzen. Der Job ist ja erst mal sehr reizvoll und sehr viel besser dotiert als der des österreichischen Teamchefs. Glaube ich den sogenanten Experten bei Sky und Bild und auch SZ, liegt jetzt der Ball beim österreichischen Verband und welche Summe er als Ablöse abruft. Sollte Rangnick auch dem ÖFB gegenüber bekunden, dass er unbedingt das Münchner Abenteuer angehen will, wird dieser kaum ein Veto in Form einer zu hohen Ablöse einlegen. Weniger aus Dankbarkeit, sondern eher dem Umstand geschuldet, dass eine EURO unmittelbar bevorsteht. Am liebsten trotz allem mit Rangnick, der in den zwei Jahren in Österreich viel Grundlegendes angeschoben hat und das Fundament für auch weiter erfolgreiche Zeiten gelegt hat.
Rangnick wird sich im Klaren sein, dass die Arbeit bei Bayern große Tücken hat. Das geht schon damit los, dass er, weil er mit Österreich die EM offenbar auf jeden Fall bestreitet, frühestens im Juli mit voller Kraft zur Verfügung steht, ohne Urlaub nach einem fordernden Großturnier, versteht sich; in die wichtige Saisonplanung (wer kommt?, wer geht?) er also nur in begrenztem Maß Einfluss haben kann, weil er auch von allen Seiten kritisch beäugt wird, wie viel Zeit er vor allem in der unmittelbaren Turniervorbereitung und EM selbst erübrigt für die Münchner Probleme – und die gibt es mehr als genug.
Hinzu kommt aber vor allem, dass der FCB aus den verschiedensten Gründen zuletzt namhafte Trainer en masse nach relativ kurzer Zeit wieder rausgeschmissen hat, wobei eine echte Linie nie zu erkennen war. Und wenn ein Uli Hoeneß ankündigt, ja androht, sich wieder verstärkt n die Alltagsarbeit mit Wort und Tat einzubringen, bedeutet das mittleweile nichts Gutes, wie die nicht nur vom Zeitpunkt her nicht nur mich mich fassungslos machende Fundamentalkritik an Thomas Tuchel vor dem CL-Halbfinale schlechtestens belegt.
Und die Vorgabe ist für nächstes Jahr klar: das Champions-League-Endspiel in der eigenen Arena, das Finale dahoam II. Ein vorzeitiges Scheitern in der Königsklasse , und spätestens dann gibt es die nächste Trainer-Diskussion. Auf jeden Fall ist viel Popcorn gefragt fürs Münchner Theater.