Das war die Woche, die war

Die EM bekommt gesonderten Platz. Aber auch so war einiges los auf den Sportplätzen. Wobei ich die Copa America in den USA erst mal außen vor lasse.

Pogacar schon in Gelb
Bei der Wochenvorschau habe ich die Tour schmählich ignoriert (einfach nicht dran gedacht), aber Ehre wem Ehre gebührt. Und schon auf der 2. Etappe noch in Italien mit einigen giftigen Anstiegen durchaus anspruchsvollen Etappe hat sich Mit-Favorit Tadej Pogacar bereits das Gelbe Trikot geschnappt (das er am Montag aber wieder abgab). Er fuhr gegenüber der fast der gesamten Konkurrenz um den Gesamtsieg eine nVorsprung von knapp einer halben Minute heraus. Folgen konnte nur einer, Titelverteidiger Jonas Vingegaard, der offenbar nach seinem schweren Sturz im Frühjahr rechtzeitig in Form gekommen ist. Andere wie Primoz Roglic von RedBull-Bora ließen schon  Federn. Natürlich ist noch viel zu früh zu Spekulatius, aber das war schon mehr als ein Zeichen, das Pogacar da gesetzt hat. Schon morgen gibt es die erste richtig schwere Bergetappe mit dem Co de Galivbier kurz vor Schluss (Höchste Kategorie) und danach nur noch eine Abfahrt nach Valloire.
Grund zum Jubel hatten aber auch die Franzosen, die durch Romain Bardet und Kevin Vauquelin die ersten beiden Etappen gewannen.

Mercedes erbt den Sieg
Es sah nach dem perfekten Wochenende in Spielberg für Max Verstappen aus. Überlegene Pole, Sieg beim Sprint, und beim Grand Prix zog er vom Start weg scheinbar unaufhaltsam davon. Doch der zweite Reifenstopp missglückte völlig, und die Reifen griffen auch nicht richtig. So kam Lando Norris im McLaren näher und näher. Er versuchte zu überholen, es kam zum Crash, und plötlich lag George Russell im Mercedes in Führung, die er dann auch vor Oscar Piastri im zweiten McLaren und Carlos Sainz als bester Ferrari-Fahrer. Max Versappen rettete sich trotz zusätzlicher Zeitstrafe als Fünfter ins Ziel, Nico Hülkenberg wurde starker Sechster im Haas.
Verstappen und Norris gelten als gute Kumpels. Die Freundschaft ist jetzt auf eine Probe gestellt. Norris jedenfalls bezichtigte Verstappen der unfairen Fahrweise, der wehrte sich. Mal schauen, wie sie das handeln. Schon nächsten Sonntag gibt es in Silverstone das nächste Rennen. Spannung scheint gegeben zu sein.

Endlich die 9 vor dem Komma
Wieder und wieder haben es die deutschen Sprinter versucht, die 10,00-Sekunden-Barriere über 100 Meter zu knacken – bis gestern ohne Erfolg. Doch da rannte Owen Ansahaus Hamburg bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig 9,99 Sekunden – und buchte damit gleichzeitig das direkte Ticket nach Paris. Die deutsche Konkurrenz freute sich mit. „Endlich hat das von uns einer geschafft“, bekannte der alte Rekordhalter Julian Reus (10,01). Beste Sprinterin war wie erwartet Gina Lückenkempfer, die 11, 04 Sekunden anschrieb. Das waren wohl die Höhepunkte einer eher mauen Meisterschaft bei allerdings auch ungünstigen Bedingungen.

Die US-SprinterInnen – einfach stark
Bei den gleichzeitig stattfindenden US Trials in Eugene durften dann die Deutschen und letztlich alle Europäer ein Bild machen, wie weit sie im Sprint von der absoluten Weltklasse entfernt sind. Im letzten Rennen überhaupt stellte dieShirley McLaughlin in 50,62 einen neuen Weltrekord über 400 Meter Hürden auf. Mit dieser Leistung wäre sie vor einem Monat bei der EM über 400 Meter locker in den Endlauf gekommen. Es wäre in Europ die siebtbeste zeit des Jahres. Leider kann sie bei Olympia wg des Zeitplans nicht über beide Strecken laufen. Gleiches gilt für die Holländerin Femke Bol, die jetzt überlegen muss, ob sie doch noch auf die flache Strecke wechselt.
Über 100 Meter wäre Lückenkemper nicht einmal ins Finale bei den Trials gekommen, und Ansah belegt in der Jahreswertung mit seinen 9,99 den stolzen 24. Platz.
Auch in der Breite sind die US Girls unglaublich stark. So blieben über 100 Meter gleich 6 Athletinnen unter 12,40. Zum Vergleich: Der deutsche Rekord liegt bei 12,42 und datiert aus dem Jahr 1983 (Bettine Jahn). Mit 12,37 verpasste Nia Ali als Vierte, das Olympia-Ticket. Noch dominanter sind die US-Frauen über 200 Meter, wo gleich neun Läuferinnen die Jahreswertung anführen. Nur 3 von ihnnen dürfen auf dieser Strecke zu Olympia – das wird doch ein Kinderspiel.

Zwei Franzosen ganz vorn
Bei der NBA Draft des angeblich schlechtesten Jahrgangs an Talenten seit Jahrzehnten. Die Atlanta Hawks nahmen als Nr-1-Pick Zachariae Risacher, die Washington Wizard  dessen französischen Landsmann Alex Sarr, ein Center. Schon letztes Jahr gab es mit Supertalent Victor Wembanyama eine französische Nummer 1. Insgesamt in den vergangenen beiden Jahren 5 in den Top 6.
Immerhin ein Deutschewr wurde in der 1. Runde genommen. Die Orlando Magic schnappten sich Tristan da Silva. Dort dürften ihn Franz und Moritz Wagne die Integration erleichtern, der die USA allerdings aus dem College bestens kennt.
Außerdem bemerkenswert: Die LA Lakers nahmen als Nummer 55 Bronnie James. Sollte LeBron wie allgemein erwartet bei den Lakers bleiben, wäre es das erste Vater-Sohn-Duo in der NBA-Geschichte. Ich allerdings bin eher Skeptisch, für Bronnie wäre es vielleicht besser gewesen sich weit weg vom Vater eigenständig zu entwickeln

Fans der Atlanta Hawks werden sich nicht lange über den Coup gefreut haben. Als einer der ersten nutzte ihr Bester Dejountay den Beginn der Trading Zeit und heuerte bei den New Orleans Pelicans an. Weitere Super Trades bis jetzt: Paul George geht zu den Sixers und kassiert dort in den nächsten 4 Jahren 212 Millionen Dollar. Gleichzeitig verlängert Tyrese Maxey bei den Sixers für 204 Mio Dollar, allerdings in 5 Jahren – ein echtes Schnäppchen.

Und auch ein Deutscher hat offenbar einen Riesendeal abgeschlossen. Isiah Hartenstein schließt sich den Oklahoma City Thunder an. In 3 jahren soll er 81 Milliionen Dollar verdienn. 27 Mio/Jahr wäre gegenwärtig deutscher Rekord.

Marcel Siem grande in Italien
Der Golfprofi siegte beim Turnier in Ravenna. Er setzte sich im Stechen gegen den Nordiren Tom McCibbin durch, nach dem er auf diesen in einer schwachen Schlussrunde insgesamt sechs Schläge verlor. Es war ein Stechen der Generationen: McCibbin ist 21, Siem 43. Jannik de Bruyn wurde geteilter Dritter. Für Olympia nominiert wurden allerdings von den Deutschen Stephan Jäger und Matti Schmidt. Bei den Frauen sind Alexandra Försterling und Ester Herseleit am Abschlag

Und sonst?
– Englische Weltmeister: Die Darter Luke Humphries und Michael Smith sichertenn sich die Team-WM durch einen Finalsieg gegen die Österreicher Mensur Suljovic und Rowby-John Rodriguez. Luke Littler ist zumindest ranglistenmäßig noch nicht gut genug für die Engländer.
– noch eine Ösi-Finalniederlage. Sebastian Ofner unterlag dem Alejandro Tabilo beim Tennisturnier in Palma di Mallorca. In Wimbledon flog er allerdings jetzt gleich in der ersten Runde raus und verpasste so ein mögliches Spiel gegen Titelverteidiger Carlos Alcaraz
– Weitere Turniersiege

Das war die Woche, die war

Die NBA ist mit den Triuumph der Boston Celticszu Ende, in der NHL wartet heute NachtSpiel 7, und die Europameisterschaft ist in vollem Gange. Siehe die gesonderten Texte. Aber auch sonst hatte der Spot noch einiges zu bieten.

Sinner auch auf Rasen gut

Nämlich beim Turnier in Halle/Westfalen, das der italienische Weltranglistenerste für sich entschied durch einen Finalerfolg gegen Hubert Hurkacz. Zweimal im Tiebreak gewann er das aufschlaglastige Spiel. SpielDamit gehört eer zwangsläufig auch zu den Favoriten fürs Wimbledon-Turnier ab kommender Woche. Sascha Zverev scheiterte im Halbfinale an Hurkacz.
Titelverteidiger in Wimbledon ist Carlos Alcáraz. Der allerdings unterlag in Queens bereits im Viertelfinale dem Briten Jack Draper, vor Wochenfrist Turniersieger in Stuttgart und große Wimbledonhoffnung der Briten, zumal Andy Murray wegen einer Rückenverletzung schon absagen musste. Allerdings unterlag Draper seinerseits dem Amerikaner Tommy Paul, der sich letztlich auch den Turniersieg sicherte.
Bei den Frauen gewann Jessica Pegula das regenbeeinflusste Turnier in Berlin, in Berlin die Kasachin Julia Putinzewa.

Verstappen – wer auch sonst

Der Abstand der Red Bulls zur Konkurrenz ist kleiner geworden, das zeigen schon die mittelmäßigen Ergebnisse des zweiten Fahrers Sergio Perez, der am Sonntag in Barcelona nur Achter wurde. Allerdings ist eben Max Verstappen auch fahrerisch eine Klasse für sich. Er gewann vor Lando Norris im McLaren und Lewis Haamilton, der erstmals in dieser Saison in seinem Mercedes aufs Podium fuhr. Mit Mercedes ist ohnehin wieder zu rechnen, das zeigt auch der 4. Platz von George Russell.

US-Athleten Top

Zumindest im Schwimmen und in der Leichtathletik, wo die Olympiaausscheidungen (Trials) liefen und laufen. Im Schwimmen sind die US Boys und Girls fast in jeder Disziplin zumindest Medaillenkandidat/in. Herausragend Katie Ledecky, die von 200 bis 1500 Meter Freistil um Gold kämpfen dürfte. Und jede Europäerin hätte etwa über 100 Meter Schwierigkeiten gehabt, überhaupt das Finale bei den US Trials zu schaffen.

Erweiterte Copa
Nicht nur Europas Fußballer küren ihren Meister, sondern auch die Amerikas. Die Copa, einst eine rein südamerikanische Angelegenheit, ist endgültig zu einer panamerikanischen Meisterschaft angewachsen mit insgesamt 16 Teams. Parallel zur EM findet diese gerade in den USA statt. Dort ist nicht gerade überbordendes Interesse, manche Spiel finden in halbleeren Stadien statt. Und sportlich war es bisher wenig aufregend, das dürfte sich bis zum Viertelfinale nicht entscheidend ändern. Spannend wird es allerdings, ob Altstars (naja) wie Messi und Suarez noch mal auftrumpfen können und was das brasilianische Team so drauf hat.

Und sonst?
– eine Schwimm-EM ohne nachhaltigen Eindruck. Manche Nationen schickten angesichts von Olympia in zwei Monaten nur ihr B- oder C-Team. Schön für andere Teams, die so zu unverhofften Goldmedaillen kamen wie zB Österreich, das zum Abschluss die 4x-100-Meterstaffel für sich entscheiden konnte. Wer hätte das bei allem Respekt für diese Leistung jemals für möglich gehalten? Wirlich nachhaltige Leistungen blieben deshalb aus, Freistilsprinter wie der Rumäne Popovici und auch der Ösi Felix Auböck über 400 Meter Freistil sind da nur die Ausnahme von der Regel.
– Scottie Scheffler mit nächstem Turniererfolg: Der sechste in diesem Jahr für den Ausnahmegolfer dieser Zeit. Diesmal siegte er Cromwell/Connecticut. Erstaunlich genug, dass er dafür ein Stechen gegen den Koreaner Kim Tom benötigte.

Das war die Woche, die war

Ein Tag Verspätung, man möge ihn mir verzeihen. Die French Open, letzte Tests vor der Fußball-EM und die ersten Entscheidungen in der Leichtathletik, das waren die intenationalen Höhepunkte, aber längst nicht alles. Ich inkludiere übrigens den Montag.

Zverev stark, Alcaraz stärker
Erstmals im Pariser Finale, aber dort fand Alexander Zverev in Carlos Alcaraz seinen Meister. In einer zimelich wechselhaften Partie musste er dem Spanier sich in fünf Sätzen beugen. Aus dem Spie werde ich nicht wirklich schlau, aber mir schienen nach diesen anstrengenden zwei Wochen beide Akteure nicht auf dem Gipfel ihrer Tenniskunst. Wirlich großartig war es selten, beide mit viel Auf und Abs und leider selten beide gleichzeitig im Flow.
Letztlich siegte Alcaraz: Er war der vielseitigere, gewitztere und am Ende auch fittere Akteur. 6:2 im fünften Satz – das ist schon deutlich.
Und da war natürlich die Szene, die gerade in Deutschland Aufsehen erregte, als ein vermeintlicher Ausball von Alcaraz gut gegeben wurde. Er hätte im 5. Satz Das Rebreak  zum 2:2 bedeutet. Sicher sehr ärgerlich, und jetzt darf nett spekuliert werden über das was wäre wenn. Doch dazu ein paar Anmerkungen
– ich finde es äußerst unglücklich, wenn das Hawk Eye offiziell nicht angewendet wird, gleichzeitig aber gezeigt wird. Damit wird eine Schein-Wirlichkeit suggeriert, die, wenn ich es richtig verstehe, gar nicht existiert, weil das System noch nicht hundertprozentig angewendet wird.
– des halb von „Zverevs Wembley-Moment“ oder „Skandal-Entscheidung“ zu schwadronieren, wie es die Bild gemacht hat, ist um Längen übertrieben
– Alcaraz war zu diesem Zeitpunkt schon der klar bessere Spieler. Klar, es gibt die zweite Luft und so und die Pferde/Apotheke.

Alcaraz aber hat mit nur 21 Jahren geschafft, was Tennis-Helden wie Pete Sampras, Ivan Lendl und Boris Becker nie hinkriegten. Grand-Slam-Siege auf allen drei Belägen Sand (Paris), Rasen (Wimbledon 2023) und Hadcourt (New York 2022). Fehlt noch Melbourne, aber man muss kein allzu großer Prophet sein, dass er das auch mal hinbekommt, Sinner hin, Djokovic/Zverev her.

Es gab trotzdem einen deutschen Sieg in Paris. Laura Siegemund siegte an der Seite von Edouard Roger-Vasselin im Mixed. Eine Zufalls-Paarung, die erst zwei Stunden vor Meldeschluss zusammenfand. Schon der dritte Grand-Slam-Sieg vom Schneckle. Eine doppelte Olympia-Hoffnung für die Doppelspezialistin an gleicher Stelle in zwei Monaten.

Igas Machtdemonstration
In der 3. Runde stand Iga Swiatek gegen Naomi Osaka vor dem Aus, als die Japanerin einen Matchball vergab und auch sonst riesige Gewinnmöglichkeiten. Danach war die Polin nicht aufzuhalten, überrollte die Konkurrenz wie Steffi Graf zu ihren besten Zeiten. Mit 23 Jahren hat sie schon viermal in Roland Garros triumphiert.
Endspiel-Verliererin Yasmine Paolini wird trotzdem hochzufrieden Paris verlassen. Sie hat in diesem Jahr den Durchbruch geschafft, ist mittlerweile auf Platz 7 der Weltrangliste zu finden. Quasi zum Drüberstreuen stand sie auch mit Sara Errani im Doppelfinale, wo sie sich allerdings dem Duo Gauff/Siniakova geschlagen geben musste. Erstaunlich genug, dass zwei eher kleine Spielerinnen (Paolini misst 1,63, Errani 1,67) so weit gekommen sind. Siniakova war mit Abstand die beste Volley-Spielerin auf dem Platz.
Und auch bei den Männern stand ein italienisches Doppel im Finale. Simone Bolelli/Andrea Vavassori (was für schöne männliche Vornamen) verloren gegen Mate Pavic (er siegte mit Siegemund 2016 im Mixed) und Marcelo Arévalo aus El Salvador in zwei Sätzen

Eurosport/Discovery+ zeigten jedes Spiel auch relive. Tolle Versorgung mit einem kleinen Haken. Bei den Aufzeichnungen weiß der Zuschauer, wie lange eine Partie dauert, wann sie zuu Ende geht, kann sich also in etwa ausrechnen, wie viele Sätze es gibt.

Neuer patzt – und bleibt im Tor
Die letzten Tests vor der Fußball-EM, die am Freitag beginnt, aber in allen Nationen gibt es kaum konkrete Antworten, dafür aber offene Fragen. Die Deutschen spielten 0:0 gegen die Ukraine und 2:1 gegen Griechenland und dabei lange nicht so beeindruckend wie im März bei den Siegen in Frankreich und gegen Holland. Kein allzu großer Grund zu echter Besorgnis, dafür aber eine neuentbrannte Torwart-Debatte, weil Manuel Neuer sich in beiden Spielen einen gewaltigen Patzer leistete.
Jetzt ist der in Deutschland bisher zum Heiligen erkorene (Prädikat: unfehlbar, bester Keeper aller Zeiten) im Brennpunkt. Plötzlich gibt es Zweifel (die ich immer schon hatte) seit Nagelsmanns Entscheidung im März pro Neuer. 80% der Stimmen einer Kicker-Umfrage präferieren jetzt Marc-André ter Stegen. Doch so gerne ich den Barca-Schlussmann im deutschen Tor gesehen hätte und sehe, jetzt einen Wechsel vorzunehmen wäre eher irrsinnig, zumal auch ter Stegen sich nach seiner Verletzung sich in diesem Jahr nicht in alles überragender Form zeigte. Deshalb kann ich es nachvollziehen, dass Nageslmann entschieden eine Torwart-Debatte ausschließt, das klare Vertrauen ausspricht und Neuers gute Taten (die es ja in beiden Partien gegeben hat) hervorhebt. Klar ist natürlich auch: Das Schicksal des Bundestrainers ist eng mit den Leistungen Neuers verbunden. Man male sich ein Achtelfinal-Ausscheiden nach einem schweren Neuer-Patzer aus …

Auch die anderen Länder haben ihre Baustellen. England, für viele Experten mindestens Co-Favorit, leistete sich ein peinliches 0:1 gegen Island, der Nemesis 2016. Hier darf jetzt Trainer Gary Southgate erklären, warum er auf einen Klassestürmer wie Jack Grealish verzichtet. Auch die anderen hochgehandelten Teams wie Frankreich, Spanien und Portugal vermochten nicht vollends zu überzeugen, um es noch vornehm . Verspricht viel Spannung in einem für mich vollkommen offenen EM-Rennen

Fulminanter Belgier in Rom
Vier der 6 Tage der Leichtathletik EM sind vorbei, doch knapp zwei Monate vor Olympia ist da doch viel Muster ohne großen Wert. Für mich bisher die beeindruckendste Leistung schaffte gestern der Belgier Alexander Boom, der in 44,15 Sekunden nur knapp am 400-Meter-Europarekord vorbeischrammte. Und vom ZDF-Reporter beschämend wenig gewürdigt wurde
Was sonst noch auffiel
– starke Italiener: bereits 8 Goldene bei der Heim-EM. Sehr breit aufgestellt in vielen Disziplinen
– mäßige Deutsche: noch ohne Goldmedaille. Sehr gut Felicitas Krause mit Silber über 300 Meter Hindernis. Hätte auch Gold sein können, aber (zum Glück?) wurde die Disqualifikation der siegreichen Französin zurückgenommen. Bei den Männern holte Karl Bebendorf auf der gleichen Strecke Bronze. Joshua Hartmann wurde über 200 Meter disqualifiziert, Gina Lückenkämpfer nach verkorkstem Start über 100 Meter immerhin noch Fünfte.
Immerhin: In Eugene stellte Leo Neugebauer bei den US Studentenmeisterschaften mit 8961 Punkten einen fantastischen deutschen Rekord im Zehnkampf auf und ist damit größte deutsche Gold-Hoffnung in Paris
– Goldener Schweiz-Montag: Angelica Moser im Stabhochsprung und Timothé Mumenthaler über 200 Meter. Eine Nation im Aufschwung.

Bayern-Basketballer patzen
Die Finalserie Bayern München gegen Alba Berlin steht nach 2 Spielen überraschend 1:1. Dem klaren Heimsieg der Münchner in Spiel 1 folgte am Montag eine ebenso klare Heimniederlage, wobei dort vor allem die starke Alba-Verteidigung über praktisch die gesamte Spielzeit beeindruckte. Jetzt folgen 2 Spiele in Berlin (Mittwoch und Freitag). Vorhersagen möchte ich da wenig.

Und sonst
– siegte Max Verstappen in Montreal. Hab das Rennen nicht gesehen, muss aber einigermaßen unterhaltsam gewesen sein mit Wetterkapriolen und einigen Führungswechseln Eines scheint klar. Die Dominanz der Red Bull des vergangenen Jahres ist dahin. Zumindest drei weitere Teams (McLaren, Ferrari und auch Mercedes) sind mehr oder weniger in Schlagdistanz. Ob das für alle Strecken gilt, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall wird es spannender als zuletzt.
– hier kurz der Blick über den Teich: In den Finalserien der NHL und der NBA steht es jeweils 2:0. Die Florida Panthers gewannen 3:0  und 4:1 gegen die Edmonton Oilers. Die Boston Celtics 107:89 und 105:98 gegen die Dallas Mavericks. (Viel) mehr dazu in gesonderten Beiträgen.
– Barca wenigstens im Handball vorn: Die Katalanen gewannen das Final 4 in Köln. Im Endspiel gewannen sie ganz knapp gegen Aalborg mit 31:30. Die beiden deutschen Clubs SC Magdeburg und THW Kiel verloren ihre Halbfinals eben gegen Aalborg und Barcelona. Kiel gewann dann das deutsche Spiel um Platz 3.
– Laura Ludwig zum 5. Mal bei Olympia: Die deutsche Olympia-Siegerin von 2016 schaffte die nationale Qualifikation mit Louisa Lippmann. Von der Weltspitze scheint das Paar allerdings noch ein erhebliches Stück entfernt. In Ostrau war im Achtelfinale Schluss.Für das beste deutsche Paar Svenja Müller/Cinja Tillmann im Viertelfinale
– Scottie Sheffler erneut Turniersieger: Der überragende Golfprofi dieses Jahres das Memorial Tournament und damit schon das 5. Turnier in diesem Jahr, drunter das Masters.Der Österreicher Sepp Straka wurde geteilter Fünfter, verhunzte mit einer 76er-Schlussrunde eine Top-3-Platzierung
– Primoz Roglic gewinnt das Criterium du Dauphine: Das Etappenrennen gilt als wichtigster Test für die Tour de France. Nicht dabei war allerdings Roglics slowenischer Landsmann Tadej Pogacar, bisher der überragende Fahrer des Jahres.

 

 

Das war die Woche, die war

Vertane Chance(n)

Ach Borussia. So eine gute erste Halbzeit, und dann steht sie doch mit leeren Händen da. Real Madrid in einem Endspiel zu bezwingen, das ist eine besondere Aufgabe, die besonderer Leistung bedarf. Die war grundsätzlich da, vor allem in der ersten Halbzeit, aber außerdem müssen die Chancen halt genutzt werden, und da hat halt der Karim Adeyemi frei vor Thibaut Courtois nicht geknipst. Man musste kein Prophet sein, um zu ahnen, das sich das rächen würde. Real war viel besser im zweiten Durchgang, ließ weniger zu – und traf halt dann nach einem Standard und einem schlimmen Abwehrfehler.
Niemand weiß, wie die Partie mit einer Dortmunder Führung gelaufen werden. „völlig unverdient“, wie der Boulevard in Richtung Real pöbelt, war der Sieg natürlich nicht, dafür haben die Madrilenen sich schon aus ganz anderen Situationnen befreit.
Folge-Effekt: Eintracht Frankfurt spielt Europa League, und nicht Champions League, schade ums Geld, das die Verantwortlichen hoffentlich noch nicht erwartungsfroh ausgegeben haben.

Magdeburg Meister

Die Handballer des SCM haben auch die Aufgaben Rhein-Neckar Löwen und Wetzlar mehr oder weniger souverän siegreich gelöst. 30 Siege, je 2 Unentschieden und Niederlagen lautet die beeindruckende Bilanz. Zuletzt 14 Siege in 15 Partien sind Beleg der Ausnahmestellung in der Bundesliga. Das Double ist dank des Pokalsiegs schon sicher, nächstes Wochenende wird das Triple im Final Four der Champions League angegangen.

Bayern-Basketballer in der Endspielserie

Drei souveräne Siege gegen extrem ersatzgeschwächte, aber sich dennoch tafer wehrende Würzburger stellten kein echtes Problem dar. Jetzt warten sie entspannt auf den Finalgegner. Die Niners Chemnitz führen mit 2:1 Siegen gegen Alba Belin und haben morgen in eigener Halle einen Matchball. Eindrucksvoll war ihr Sieg gestern gegen die Berliner. Nach dem 3. Vietel lagen sie noch mit 8 Punkten zurück, um sich dann mit einem sagenhaften 31:11-Lauf den Sieg zu sichern. Und das, obwohl ihr bester Spieler Yebo früh ausgeschlossen wurde.

US-Finalserien stehen

Nur kurz hier zu NBA und NHL: An anderer Stelle ausführlich genug. In der NBA haben sich in den Conference Finals die Boston Celtics im Osten (4:0 gegen die Indiana Pacers) und die Dallas Mavericks im Westen (4:1 gegen die Minnesota Timberwolves) recht klar (überraschend?) durchgesetzt. Die Finalserie beginnt in der Nacht zu Freitag in Boston.
NHL: Hier setzten sich in den Conference Finals die Florida Panthers (4:2 gegen die New York Rangers) und Edmonton Oilers (4:2 gegen die Dallas Stars durch: zweimal das schlechter klassierte Team. Hier beginnt die Endspielserie in der Nacht zum Sonntag in Sunrise/Florida.

Favoritinnen souverän
Spannungslos verlief das Achtelfinale der Frauen bei den French Open gestern . In acht Partien gab es nur ein Dreisatzspiel. Die Top 4 sind allesamt noch dabei. Bisher mit Abstand die aufregendste Partie bei den Frauen war der Thriller in der 2. Runde zwischen Titelverteidigerin Iga Swiatek und der nach Babypause zurückgekehrten Naomi Osaka, in der die Japanerin einen Matchball vergab und vor allem einen vermeintlich ganz leichten Volley, der ihr bei eigenem Aufschlag zwei weitere Matchbälle gebracht hätte. Im Achtelfinale gewann die fast schon ausgeschiedene Polin 6:0, 6:0 und gab bei 58 gespielten Punkten nur 10 ab, das heißt kein einziges Game führte über Einstand. Eine verkürzte Trainerstunde, die nur 40 Minuten dauerte.

Houdini Djokovic

Ganz anders bei den Männern.Novak Djokovic entpuppt sich als Entfesselungskünstler. Nach dem nächtlichen Thriller am Samstag brauchte er heute wieder 5 Sätze, um sich gegen den Argentinier Francisco Cherundolo durchzusetzen. Wieder lag er 1:1 Sätze zurück, und diesmal sogar im 5. Satz 2:4. Stört ihn nicht. Er bewahrte wieder die Nerven und gewann mit 6;3.
Erwischt hat es dagegen Daniil Medwedew. Er unterlag in vier Sätzen dem Australier Alex de Minaur, der eine Runde zuvor Jan-Lennard Struff ausgeschaltet hatte.
Heute Abend spielt noch Sascha Zverev gegen Holger Rune. Auf ihn würde im Viertelfinale Di Minaur warten. In der anderen Tableau-Hälfteläuft alles auf ein Halbfinale Jannik Sinner vs Carlos Alcaraz hinaus, die bisher sehr souverän auftraten.

Leichtathleten in Fahrt
Ein grandioses Duell schon im Hinblick auf Olympia zeichnet sich über 400 Meter Hürden der Frauen ab. Sydney McLaughlin legte in Atlanta 52, 70 Sekunden vor, Femke Bol antwortete am Sonntag in Stockholm mit 53,07. Beide haben noch Potenzail nach oben.
Der Brite Matthew Hudson-Smith vebesserte in Oslo seinen eigenen Europarekord auf 44,07 Sekunden, der Äthopier Hagos Gebrhiwet lief über 5000 Meter mit 12:36,73 Minuten die zweitbeste je gelaufene Zeit. Insgesamt schafften in diesem Rennen 13 der ersten 16 eine pewrsönliche Bestzeit.
In Stockholm riss Stabhochspringer Armand Duplantis die neue Weltrekordmarke von 6,25 Meter dreimal nur ganz knapp.

Was war mit Nelli los?
Die Ausnahmegolferin Nelli Korda verpasste den Cut bei den US Open: Eine 80er-Runde zum Auftakt ließ sich auch von ihr nicht mehr korrigieren. Den Sieg sicherte sich letztlich die Japanerin Yuka Saso. Schon 2021 hatte sie die Open gewonnen, damals startete sie noch für die Philippinen.
Apropos Golf: Bei den European Open in Hamburg gewann der Engländer Canter 2 Schläge vor Lawrence und Wiesberger. Und in Toronto siegte der Schotte MacIntrye.

Das war die Woche, die war

Wochenende der Endspiele

Was für ein Überangebot an Sport, und das auch noch bei schönem Wetter. Ich versuche einen Überblick mit Mut zur Lücke. Und Trainerspekulatius (Kompany zu Bayern, Flick zu Barca etc) beleuchte ich dann ab mrgen wieder ausführlicher.b

Bayer Doublekusen

Nach der ernüchternden 0:3-Niederlage im Europa-League-Finale gegen ein in allen Belangen überlegendes Atalanta Bergamo, schaffte Leverkusen wenigstens das Double und bleibt damit national die gesamte Saison ungeschlagen. 1:0 hieß es am Samstag im Beliner Olympiastadion, und kaum ein Pokalsieg der vergangenen 30 Jahre verdient das Wort „glanzlos“ mehr als dieses. Ein relativ frühes, sehr sehenswertes Tor von Granit Xhaka, danach vergab Bayer einige Chancen , das Ergebnis zu erhöhen. So etwas wie Spannung kam deshalb auf, weil kurz vor der Pause Okilon Kossunou die Gelb-Rote Karte sah und Bayer eine ganze Halbzeit zu zehnt spielen musste nach dieser anstrengenen Saison. Doch die hoffnungslos überforderten Lauterer kamen niemals wirklich gefährlich das von Lukas Hradecky gehütete Tor, und so durfte der Kapitän den zweiten Pokal innerhalb einer Woche in die Luft stemmen. Es war der zweite Pokalsieg der Leverkusener, auch beim ersten Mal siegten sie 1:0 im Finale, 1993 gegen die Hertha-Bubis. Nebeneffekt. Neuling Heidenheim darf in die Qualifikation für die Conference League, Hoffenheim direkt in die Europa League.

United rettet die Saison
In der Premier League am Ende nur Achter, bescherte Manchester United seinen Fans einen mehr als versöhnlichen Saison-Abschluss. Im Cupfinale zu Wembley gewann United etwas überaschend mit 2:1 gegen den Lokalrivalen und Meister City. Garnacho und nach einem schrecklichen City-Manchester, in das auch der deutsche Torwart Stefan Ortega seine Aktien drin hatte, und Mainoo trafen für United, ehe Doku in der 87. Minute die Partie noch mal spannend machte.

Barca obenauf
Zumindest bei den Frauen. In einem extrem stimmungsvollen Finale der Champions League in Bilbao setzte sich Barcelona gegen Angstgegner Olympique Lyon mit 2:0 durch, der erste Sieg über die französinnen überhaupt. Aitana Bonmati, wer sonst?, und die eingewechselte frühere Weltmußballerin Alexia Putellas erzielten die Tore in einer äuperst unterhaltsamen Partie.

Tschechien schafft Heimtriumph
Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft siegte die Auswahl in einem aufregenden, von Abwehr geprägten Finale gegen die Schweiz mit 2:0. Es war der insgesamt 13. Titel für Tschechien/CSSR, während die tapferen Eidgenossen auch ihr drittes WM-Finale verloren. David Pastrnak mit einem sehenswerten Schuss aus der Drehung sorgte für die Entscheidung. Er war erst nach dem Play-off-Aus seiner Boston Bruins zum letzten Vorrundenspiel und die K.-o.-Runde zu den Tschechen gestoßen; es war sein erster Scorerpunkt der WM. Ein Schuss ins leere Tor zum 2>:0 gegen nie aufgebende Schweizer, die durchaus ihre Chancen noch hatten, machte dann alles klar.
Die Deutschen scheiterten etwas unglücklich im Viewrtelfinale an der Schweiz. Ausfälle wie Tim Stützle, Moritz Seider und Leon Draisaitl waren nicht zu kompensieren. Aber insgesamt war es ein äußerst achtbares Turnier mit 5 zum Teil sehr klaren Siegen. Die Zitterei um den Klassenerhalt scheint erst mal der Vergangenheit anzugehören.

Alles Pana, oder was?
Nicht nur die Fußballer hatten ein großes Endspiel in Berlin, sondern auch die Basketballer, die in einem Final-4-Turnier den Euro-League-Sieger ermittelten. Der kommt dieses Jahr aus Griechenland, besser gesagt Athen. Panathinaikos entschied das Finale gegen Real Madrid am Ende klar für sich. Real traf zwar im ersten Viertel zu 36 Punkten (wohlgemerkt: in nur 10 und nicht wie in der NBA 12 Minuten), danach trafen sie platt gesagt keinen Lieferwagen mehr. Bei den Griechen schwang sich im 4. Viertel Kostas Slukas mit 4 getroffenen Dreiern (insgesamt 24 Punkte und Topscorer) zum Matchwinner auf, unter den Augens seines Landsmannes Giannis Antetokuonpo und Scottie Pippen, der Chicago-Bulls-Legende, tags zuvor übrigens auch beim Pokalfinale.

Flensburg jubelt
Über seine Handballer, die sich die European League, den zweitwichtigsten Titel in Europa, durch einen 36:31 im deutschen Duell gegen die Füchse Berlin. Für die SG Flensburg-Handewitt war es der erste Titel seit 5 Jahren und ein Trost für die eher enttäuschende Bundesliga-Saison, wo man die Qualifikation zur Champions League oder gar den Meistertitel klar verpasste.

Und sonst?
– Steht Fortuna Düsseldorf vorm Aufstieg in die Bundesliga. Ins Relegationsrückspiel heute Abend gehen die Düsseldorfer mit einem 3:0-Vorsprung. 3 Assists gab der überragende Christos Tsolis. In der Relegation zur 2. Liga trennten sich Jahn Regensburg und Wehen-Wiesbaden 2<.2.
– Bereits sicher aufgestiegen ist der FC Southampton in die Premier League. Im „Lukrativsten Endspiel Europas“ (der Sieger darf mit einem Umsatzplus von 160 Millionen Euro rechnen) gewannen die Südengländer mit 2:0 gegen das von Daniel Farke betreute Leeds United.
– Charles LeClercs verbannt sein Monte-Trauma: Der Monegasse gewinnt im Ferrari zum ersten Mal den Großen Preis von Monaco vor David Piastri und Carlos Sainz jr.. Das Rennen war zumindest im zweiten Anlauf äußerst unspektakulär ohne Überhol-Manöver. Beim ersten Mal gab es einen Massenchrash mit den beiden Haas von Hülkenberg und Magnusson und Perez, dessen Red Bull sich in seine Bestandteile zerlegte. Der Mexikaner selbst blieb ungeschoren. Weltmeister Max Verstappen wurde nur Sechster und schimpfte wie andere Fahrer auch über das extrem langweilige Rennen. Weil alle Fahrer Reifen schonen mussten, waren die Rundenzeiten 4 Sekunden langsamer als üblich.
– Altmaier zur Geisterstunde: Lange zu tun hatte der deutsche Tennis-Profi in der 1. Runde der French Open, ehe er gestern Nacht nach mehr als 5 Stunden im Matchtiebreak des 5. Satzes sich gegen den Serben Laslo Djere durchsetzte. Gleich sechs Matchbälle benötigte er dabei. Für die Deutschinnen Tatjana Maria, Laura Siegemund, Eva Lys und Jule Niemeier ist das Turnier bereits beendet.
Heutiges Highlight: Gerade spielt Sascha Zverev gegen Rafael Nadal.

Das war die Woche, die war

Koan Titel

Erstmals seit 2012, als die Bayern in Champions League, DFB-Pokal und Meisterschaft jeweils Zweite wurden, schaut dieses Jahr also keine Trophäe heraus. Die letzte Chance vergaben die Münchner durch das 1:2 bei Real Madrid am Mittwoch. Ausgerechnet mit die beiden besten Akteure auf dem Platz patzten entscheidend. In der 89. Minute ließ der bis dato überragende Manuel Neuer, der zwei sog. „Unhaltbare“ entschärft hatte, einen harmlosen Ball nach vorne prallen, und Joselu verwertete. Sekunden vor Schluss, pfiff der bis dato gute Schiri Machiniak eine verheißungsvolle Aktion der Münchner wegen vermeintlichen Abseits ab, die den Ausgleich hätte bedeuten können. Der Ball landete tatsächlich im Tor, allerdings machte vor allem Real-Torwart Lunin keinerlei Abwehrgestalten nach dem Pfiff. Der absolut vorschnell war, denn in Zeiten des VAR sind die Unparteiischen strikt angehalten, in kniffligen Szenen mit Pfiffen abzuwarten, damit die Situation notfalls am Bildschirm kontorlliert werden kann. Die Geschrei vor allem in München ist riesig. Bei allem verständlichem Ärger: Gerade Überschriften „Schiri-Versager“, „Skandal-Schiri“ „Größter Torraub seit Wembley 66“ schießen doch weit übers Ziel hinaus. Den Vogel schoss die tz ab, die 4 vermeintliche Fehlentscheidungen jeweils zu Ungunsten des FCB fand, um dann scheinheilig zu konstatierenman wisse, ob diese Fehler auch spielentscheidend waren. Erbärmlich, bei aller auch von mir zugestandenen Parteilichkeit.

Besser als die Münchner machten es die Dortmunder, die auch in Paris mit 1:0 gewannen. Mats Hummels köpfte das Goldtor, das den BVB ins Endspiel von Wembley am 1. Juni gegen Real brachte. Und der neben Hummels überragende Abwehrmann Nico Schlotterbeck erhält zur Belohnung ein EM-Ticket, wie die 20 Uhr-Tagesschau, offenbar händeringend nach relevanten Themen suchend, exklusiv vermeldete. Gibt in dieser vollkommen heilen Welt ja keine Krisenherde, gibt es doch?

Und auch in der Europa League ist ein deutsches Team beteiligt. Bayer Leverkusen rettete in letzter Minute gegen die Roma die niederlaglose Saison mit Stanisics Tor und trifft im Endspiel in 2 Wochen auf Atalanta Bergamo.

Nordclubs steigen auf.

Der FC St. Pauli und Holstein Kiel machten am vorletzten Spieltag den Bundesliga-Aufstieg auch rechnerisch perfekt. Pauli kehrt nach 2011 ins Oberhaus zurück, Holstein ist Bundesliga-Neuling und erstes Team aus Schleswig-Holstein. Den Kielern genügte ein 1:1 zu Hause gegen Düsseldorf, das eine für norddeutsche untypisch ausgelassene Feier zur Folge hatte. Eine schier unglaubliche Leistung, weil die Mannschaft vor der Saison einen enormen personellen Aderlass vekraften musste. Pauli dagegen war nach dem im letzten Jahr verpatzten Aufstieg Mitfavorit und schaffte es letztlich souverän trotz unerklärlicher Aussetzer.
Fortuna Düsseldorf haderte mit den Unparteiischen, die ihnen einen klaren Handelfmeter versagten. Darf sich aber mit der Relegation täuschen

Kölner Wunder

Auf wen die Fortuna dort trifft, ist völlig ungewiss. Die Abstiegsfrage ist der letzte richtige Spannungsmoment in der 1. Liga. In die der 1. FC Köln sogarnoch eingreifen kann. Mausetod schien das Team nach dem frühen 0:2 zu Hause gegen Union. Doch ein völlig überflüssiger Foulelfer und zwei nicht mehr für möglich gehaltene Treffer in der Schlussphase erhielten die Chancen am Leben. Ein echtes Wunder. Ein zweites werden sie allerdings brauchen, nämlich einerseits einen Sieg beim souverän geretteten Aufsteiger 1. FC Heidenheim und gleichzeitig eine Niederlage des 1. FC Union zu Hause gegen den SC Freiburg. Die Breisgauer ihrerseits brauchen einen Sieg fürs internationale Geschäft und wollen ihre scheidende Trainerlegende Christian Streich nicht mit einer Niederlage in den vorläufigen (?) Ruhestand schicken.

Richtig aufregend wird der Kampf um den Relegationsplatz 16, besser gesagt, ihn zu vermeiden. Durch das klare 3:0  gegen unterirdische Dortmunder hat der FSV Mainz plötzlich gute Karten auf den sicheren Klassenerhalt. Ein Punkt n Wolfsburg reicht. Den braucht auch der VfL Bochum, um sicherzugehen. Union kann sich nur noch direkt retten, wenn sie gewinnen und Mainz und Bochum verlieren. Durchaus möglich, dass das Torvehältnis entscheidet, doch die Höhe der Ergebnisse bächsten Samstag sind irrelevant.

Verdammtes Handgelenk

Dies behindert Dominic Thiem seit 3 Jahren so stark, dass er jetzt entschied: am Ende der Saison ist Schluss, und zwar beim Heimturnier im Oktober in Wien. Drei jahre ist es her, als er bei einem Rasenturnier auf Mallorca so große Schmerzen in der rechten Hand hatte, dass er sich operieren lassen musste. Knapp ein Jahr später kehrte er zurück, aber er fand nie wieder in seine grandiose Form zurück, die ihn zum zweitbeten Sandplatzspieler der Welt hinter Rafael Nadal werden ließ. Der Spanier war es auch, der einen Triumph des Österreichers bei seinem Lieblingsturnier in Roland Garros verhinderte, zweimal im Endspiel. Dafür schaffte er den Erfolg bei den US Open 2020, allerdings wegen Corona vor leeren Rängen. Im Endspiel rang er Alexander Zverev nieder, der immer noch auf einen Grand-Slam-Erfolg wartet.
17 Turniere hat er gewonnen, und gerade gegen die Großen Drei Federer, Nadal und Djokovic hat er eine tolle Bilanz, konnte jeden der Drei mindestens fünfmal bezwingen. Schade um einen großartigen Sportler, vielleicht nicht immer optimal betreut, weil er wohl zu sehr an seiner Familie hing, die ihn für meine Begriffe zu sehr einschränkte.

Der Djoker sucht die Form

Ein frühes Aus ereilte Novak Djokovic am Sonntag in Rom. Dort unterlag er völlig überraschend dem Chilenen Alejandro Tabilo mit 2:6 und 3:6. Nochnie hatte der Djoker in Rom gegen einen schlechter platzierten Spieler (32) verloren. Für Rafa Nadal geht die Abschiedstournee relativ erfolglos weiter. Gegen Hubert Hurkacz sah er in der 2. Runde beim 1:6 und 3:6 kein Land.

Kepler trifft und trifft

Der einzige Deutsche in der Major League Baseball schaffte die zweite komplette Woche mit mindestens einem Hit pro Spiel. Insgesamt jetzt 14 Partien hintereinander, persönlicher Bestwert. Sein Durchschnitt beträgt in dieser zurzeit 0.325, das ist schon echte Klasse und um Längen besser als das, was er bisher produzierte (ca 0.250). Seine Minnesota Twins haben sich nach durchwachsenem Start bis auf einen halben Siege an Divisionsanführer Cleveland Guardians herangekämpft.

Und sonst

– Ein Turniersieg für Golfprofi Rory McIroy in Charlotte. Er siegte mit 5 Schlägen Vorsprung auf Xander Schauffele. Gelungene generalprobe fürs PGA Championships, dem 2. Major des Jahres.
– (erst mal?) vepasste Meisterschaft. Sturm Graz vergab den Mattchball in Österreich durch ein 2:2 beim Linzer ASK. Nächsten Sonntag haben die Steirer allerdings zu Hause gegen Austria Klagenfurt die zweite (und viel) bessere Chance, brauchen aber einen Sieg.
– Tadej Pogacar auf dem Weg zum Giro-Sieg. Bester am Berg, Bester im Zeitfahren. Der Slowene ist in seiner eigenen Liga. Nur großes Pech (Sturz, Krankheit) kann den Sieg bei der Italien-Rundfahrt und damit Teil 1 des Doubles /Giro/Tour verhindern.