von Münchner Löwe | Okt. 1, 2024 | MLB
In eigener Sache: Später gibt es noch ein Round Up des 4. Spieltags der NFL. Nur so viel: Absoluter Sehbefehl Detroit Lions vs Seattle Seahawks.
Blick über den Teich, MLB
Die letzten 2 Partien der regulären Saison, die am Montag nachgetragen wurden, brachten das fast zu erwartende Ergebnis. In den zwei Duellen zwischen den Atlanta Braves und den New York Mets konnten beide Teams eines für sich entscheiden. Zunächst siegten die Mets in einer wilden Begegnung mit 8:7. Nach dem 7. Inning führten die Braves noch mit 3:0, auch weil ihr Pitcher Schmellenbach brillierte und nur 4 Hits zuließ. Doch der Braves-Bullpen explodierte im 8. Inning, wie man so schlimm sagt, und ließ 6 Runs zu – 3:6. Die Braves antworteten mit 3 Runs und gingen wiederum mit 7:6 in Führung, doch im 9. Inning schlug Francisco Lindor einen Homerun – die Entscheidung.
Damit waren die Mets schon vor der 2. Partie in den Play-offs und konnten es ruhig angehen und die besten Pitcher sowie Lindor schonen. Das Spiel war zwar lange ausgeglichen, aber angetrieben von den Heimfans waren die Braves nie wirklich in Gefahr zu verlieren, auch weil die Mets (verständlicherweise) den letzten Punch vermissen ließen. Am Ende hieß es 3:0 für die Braves. Leidtragender sind damit die Arizona Diamondbacks, die durch den Split die Play-offs verpassen. Sie haben zwar dieselbe Bilanz wie Braves und Mets, aber in den direkten Duellen scnitten sie halt schlechter ab. Letztlich brach ihnen das schwache Pitching das Genick. Sie erzielten zwar mit 886 mit Abstand die meisten Runs (Dodgers 884), ließen aber von den Spitzenteams mit Abstand die meisen Runs zu (786). Nur mal zum Vergleich: Mets 768/697, Braves: 704/607
Die 12 Teams der Post Season stehen damit fest, jeweils 6 in American und National League. Freilos in der ersten Runde haben einerseits die New York Yankees und Cleveland Guardians (AL), andereseits die Philadelphia Phillies und Los Angeles Dosdgers (NL). Schon heute beginnen die 4 Wild-Card-Serien im Modus Best of 3, jeweils in einem Stadion. Für mich sind alle Serien ziemlich offen, wobei abzuwarten bleibt, wie Mets und Braves ihren montäglichen Double-Header plus späte Anreise überstanden haben.
Alle Spiele gibt es im MLB League Pass. Sport1+ zeigt jeden Tag eine Partie live.
AMERICAN LEAGUE
20.32: Houston Astros – Detroit Tigers (0:0) Sport1+
Beide Teams sind ziemlich schwach in die Saison gestartet, konnten sich abew steigern und noch den Post-Season-Platz ergattern. Die Astros sind aus den vergangenen Play-off-gestählt, die Spieler kennen sich seit Jahren, wissen genau, was zu tun ist. Die Tigers dagegen sind erstmals seit 2013 wieder dabei. Ihr Vorteil: Sie sind das heißeste Team des September. Knackpunkt ist schon die erste Partie, in der Detroit mit Linkshänder Tarik Sloubal den erfolgreichsten auch besten Pitcher der National League ins Rennen schickt.
Tigers
22:08: Baltimore Orioles – Kansas City Royals (0:0)
Beide Teams sind mehr oder weniger in die Post Season gestolpert, haben einen vergleichsweise lausigen September absolviert. Die Os allerdings derappelten sich zuletzt ein wenig, gewannen zweimal bei den New York Yankees. Aber das Pitching bleibt bei ihnen das große Fragezeichen. Die Royals ihrerseits haben mit der Play-off-Teilnahme ihre Saison schon übererfüllt, alles andere ist Zugabe.
Royals
NATIONAL LEAGUE
23:32: Milwaukee Brewers – New York Mets (0:0)
Ein Tag Pause+Heimrecht vs Euphorie des späten Geschaffthabens. Und der Trip von Atlanta nach Milwaukee ist für amerikanische Verhältnisse fast ein Katzensprung, naja. Die Brewers liefen (nicht jur) bei mir ziemlich unter dem Radar, weilscheinlich unverdientermaßen. Ein Team ohne Schwächen, aber ohne großen besonderen Glanz. Die Mets nach einer wilden Aufholjagd zuletzt wieder ein wenig eingebremst.
Brewers
02:38: San Diego Padres – Atlanta Braves (0:0)
Für mich sind die Padres von allen Wildcard-Teams der heißeste Tipps, in den Play-offs weit zu kommen. Und von den 4 Serien wäre für mich ein Erfolg de Braves die größte Überraschung. Angesichts meiner oft (aber auch nicht immer!) nachgewiesenen nach Vorhersehgaben müssten jetzt alle Padres-Fans die Hände über den Kopf zusammenschlagen und das Schlimmste befürchten. Doch Vieles spricht halt objektiv für die Padres: die Form, der Heimvorteil, die Belastung der Braves bis Montag samt langer Reise nach Südkalifornien von Atlanta (knapp 4 Stunden 30). Und doch: Die Braves haben den brillanten Pitcher Chris Sale (den besten der National League) auf dem Mound, wobei noch nicht ganz klar ist, ob er heute oder erst in Spiel 2 wirft.
Padres
von Münchner Löwe | Okt. 1, 2024 | basketball, NBA
Ich bin wirklich sehr traurig über den Tod von Dikembe Mutombo. Er war in den 90er- und Nuller-Jahren ein absoluter Superstar in der NBA. Der beste Verteidiger zu seiner Zeit und für viele der beste aller Zeiten. Ikonisch „seine“ Szene im Jahr 1994, als er in den Play-offs den Superstar der Seattle SuperSonics Shawn Kemp abräumt und nach dem Sieg jubelnd und mit strahlendem Gesicht mit dem Ball in den riesigen Händen auf dem Boden liegt, weil seine Denver Nuggets die hochfavorisierten Sonics mit dem Deutschen Detlef Schrempf ausschalteten. Damals als erstes Nr.8-Team gegen eine Nummer 1, und in den insgesamt 5 Spielen gelangen Mutombo 31 (!) Blocks – unerreicht in eine Play-off-Serie bis heute. Bilder sagen mehr als Worte https://www.youtube.com/watch?v=-twXgxuDBPE
Defensive war die Sache von Dikembe Mutombo. Nach jedem Block erhob er den Zeigefinger in Richtung Gegner. „Not in my House!“, rief er dabei; eine stilbildende Geste, die später andere übernahmen, unter anderen Fußball-Profi Mats Hummels nach gelungenen Verteidiger-Aktionen. Nie despektierlich gegenüber dem Anderen war das gemeint, aber eben respekteinflößend. Und alle hatten Respekt vor der 55, die Nummer, die sowohl die Denver Nuggets als auch die Atlanta Hawks nicht mehr vergeben. Jeder mochte trotz der sportlichen Rivalität den sympathischen 2,15-Meter-Riesen, der so wunderbar lachen konnte
Achtmal wurde er ins All-Star-Team gewählt, viermal war er Defensivspieler des Jahres der Liga. Ein Titel war ihm nicht vergönnt. Zweimal scheiterte er mit seinen Teams in den Finals, 2001 mit den Philadelphia 76ers gegen die LA Lakers und 2003 mit den New Jersey Nets gegen die San Antonio Spurs. Seit 2015 ist er Mitglied der Hall of Fame.
Doch Mutombo war nicht einer dieser Blinky-Blinky-Stars, er vergaß nie seine kongolesischen Wurzeln. Er gründete eine Stiftung, um die Lebensbedingungen in seiner Heimat zu verbessern, baute mit viel eigenem Geld in seiner Heimatstadt Kinshasa ein Krankenhaus. So fand jetzt Bayern-Trainer Vincent Kompany, dessen Vater kongolesische Wurzeln hat, bewegende Abschiedsworte: „Er hat eine ganze Generation inspiriert und ihr Hoffnung gegeben.“
Nur 58 Jahre alt ist Mutombo geworden, vor 2 Jahren war bei ihm ein Hirntumor diagnostiziert worden. Ich sage es jetzt mal ziemlich pathetisch: Gäbe es mehr Menschen vom Schlage eines Dikembe Mutombo – die Welt wäre eine bessere.
von Münchner Löwe | Sep. 30, 2024 | bundesliga, Fußball, Radsport, Tennis, Wochenrückschau
Spitzenspiel war wenig Spitze
Rekordmeister gegen Meister, Tabellenerster gegen die Unschlagbaren. Viel hab ich mir versprochen, vergleichsweise wenig ist herausgekommen, aber zwei fantastische Tore, die allerdings fast folgerichtig mit Robert Andrich und Alexander Pavlovic zwei defensive Mittelfeldspieler erzielten und nicht die jeweis unsichtbaren Stürmer Harry Kane und Victor Boniface. Immerhin live vor Ort. Das ist doch eine ganz andere Perspektive als nur am Bildschirm. Mehr dazu hier
Erstmals in einer Bayern-Loge – was dort wirklich passiert
Marmoush – einfach klasse
Die Bayern sind nach dem Remis Spitzenreiter geblieben. Härtester Verfolger ist Eintracht Frankfurt, das mit 4:2 bei Holstein Kiel gewann und den vierten Sieg in Folge schaffte. Maßgeblich daran Anteil hatte Stürmer Omar Marmoush, der zwei Tore selbst erzielte und zwei auflegte für Igor Matanovic und Tuta. Der Ägypter führt die Torschützenliste mit 6 Treffer an vor Kane.
Pogacar krönt grandiose Saison
Nach Giro und tour gewann der Slowene auch das Straßenrennen bei der Rad-WM in Zürich. Standesgemäß im Alleingang von Ben O´Connor aus Australien. Zeitfahr-Weltmeister und Doppelolympiasieger Remco Evenepoel blieb nur der 6. Platz, auch weil seine Verfolgungsgruppe sich nicht immer einig in der Nachführarbeit war. Die Übelegenheit von Pogacar ist frappierend.
Bei den Frauen siegte am Samstag die Belgierin Lote Kopecky, die den Sprint einer Sechsergruppe für sich entschied. Knapp an einer Medaille fuhr die Deutsche Liane Lippert auf Platz 4.
Überschattet wurde die WM vom tödlichen Sturz der Schweizer Nachwuchsfahrerin Muriel Furrer, dessen Umstände und Hergang noch ungeklärt sind. Ich habe mir dazu schon ein paar Gedanken gemacht
Was so übrigblieb
Radsport ist und bleibt gefährlich, Stürze sind leider unvermeidbar, aber Veranstalter können gerade bei den allein schon wegen des enormen Tempos gefährlichen Abfahrten die heikelsten Abschnitte besser schützen.
Berufung im Fall Sinner
Die Welt-Antidoping-Agentur WADA hat Berufung gegen den Quali-Freispruch gegen den des Dopings überführten Jannik Sinner eingelegt. Beim Weltranglistenersten waren im Frühjahr in zwei Proben Spuren des verbotenen Mitels Clostebol gefunden worden. Der Italiener begründete das mit verschmutzten Händen seines Masseurs, der für eine eigene Wunde eine Salbe mit diesem Wirkstoff aufgetan habe. Eine unabhängige Kommission folgte dieser Begründung, sah von einer Sperre ab. Einzig das Preisgeld und die Punkte fürs Turnier in Indian Wells, wo die erste positive Probe gezogen wurde, wurden dem Tennisprofi wieder abgezogen. Es regte sich zwar hier und da Unmut über die praktisch nicht vorhandene Strafe, aber größtenteils folgten auch viele Experten der Einlassung. Sinner ist mit seiner offenen Art ein echter Sympathie-Träger und dazu einer der großen Hoffnungen für die Zukunft, wenn die Großen 3 abgetreten sind.
Jetzt also der Einspruch der Wada, der vorm CAS, der obersten Instanz der Sportgerichtsbarkeit. Nicht nur ist die Frage zu klären, ob man der Begründung von Sinner weiter folgt (ich stell mir immer vor, das hätte ein chinesischer Schwimmer von sich gegeben). Aber sogar wenn ich das glaube:Muss sich Sinner nicht das grobe Fehlverhalten eines Mitglieds des allernächsten Umfelds nicht zurechnen lassen? So wie ich glaubte, dass das gängige Praxis ist. Ein Glaube allerdings, von dem ich langsam abfalle, wenn ich sehe, wie auch die haarsträubendsten Begründungen durchgewinkt werden. 23 gedopte Chinesen, die leider, leider alle kontaminiertes Kantinenessen zu sich genommen haben sollen. Obwohl bei einigen von denen große Zweifel bestehen, ob sie im besagten Trainingscamp überhaupt waren.
Es wird eine wegweisende Entscheidung: Urteilt der CAS im Sinne von Sinner, können wir das Doping gleich völlig freigeben. So was wie den Masseur findet wohl jeder Spitzensportler, und ein Pflaster, das die Wunde beweisen soll, kann auch jeder tragen.
Und sonst?
- Fußball-Bundesliga: Erstaunliches in Hoffenheim, wo die heimische TSG bereits nach 13 Minuten 3:0 führte gegen Werder Bremen führte und doch noch verlor. Knackpunkt war die Rote Karte gegen Hoffenheims Stanley N´Soki wegen einer Notbremse. In Unterzahl wirkten die Gastgeber regelrecht hilflos, was ihn dieser Form nicht zwingend ist. Die Karten für Trainer Pellegrino Mattarazzo werden nicht unbedingt besser. Bis jetzt steht der Rauswurf allerdings aus. Für Werder traf der dänische Mittelfeldmann Jens Stage gleich dreimal. So viele Treffer waren ihm jeweils in den beiden vergangenen Spieilzeiten insgesamt für die Werderaner gelungen.
Die Überraschung des Spieltags war der 3:0-Sieg von Neuling St. Pauli beim bis dato so starken SC Freiburg.
Besonderheit: Die Torhüter hielten am Samstag 3 von 3. Deutsche Wertarbeit? Denkste, es waren der Leipziger Gulacsi aus Ungarn, der Wolfsburger Gabara aus Holland und der Paulianer Vasilj aus Bosh´nien-Herzegowina.
Die White Sox stellten mit ihrer Pleite einen traurigen Rekord auf, verloren ihr 121. Spiel, so viele wie noch nie ein MLB-Team.
- Internationaler Fußball: In England hat der FC Liverpool nach einemharterkämpften 2:1 bei Wolverhampton die Tabellenführung übernommen. ManCity kam ohne Rodri und Kevin de Bruyne nicht über ein 1:1 bei Newcastle United hinaus.
Ein Kunststück der besonderen Art schaffte Chelseas Cole Palmer, der beim 4:2 gegen Brighton gleich 4 Tore in der 1. Halbzeit gelang, das gab es noch nie in der Premier League.
Das nächste Desaster erlebte Manchester United. Das Team verlor zu Hause mit 0:3 gegen die Tottenham Hotspur und war mit dem Ergebnis noch gut bedient. Wie lange noch, Teamchef Erik ten Hag?
In Spanien kassierte der FC Barcelona beim 2:4 bei Osasuna Pamplona die erste Saisonniederlage in der Primera Division. Einen ganz starken Auftritt bei den Gastgebern legte der vom FC Bayern ausgeliehene Bryan Zaragoza hin, der ein Tor erzielteund eines vorbereitete. Das Madrider Derby Atlético vs Real endete 1:1 durch den Atleti-Ausgleich in der 7. Minute der Nachspielzeit und VAR. Die Party wurde gut 20 Minuten unterbrochen, weil sogenannte Fans von Atlético den Real-Schlussmann Thibault Courtois (ehemals auch bei Atlético zwischen den Pfosten) mit Wurfgeschossen eindeckten. Trainer Diego Simeone sah eine Mitschuld von Courtois, der zuvor schon übelst beleidigt wurde, wiel er die Fans nach der Real-Führung provoziert habe.
- Tennis: Ein französisches Finale gibt es morgen beim Turnier in Tokio. Die ungesetzten Ugo Humbert und Arthur Fils, Sieger in Halle/Westfalen) treffen aufeinander.
- Deutsche Ligen: Im Handball hat der THW Kiel nach dem beeindruckenden Auswärtssieg beim Meister SC Magdeburg eine herbe Heimklatsche gegen dMT Melsungen kassiert. Allein der diesjährige Titel-Kandidat SG Fensburg-Handewitt ist nach dem 4. Spieltag noch ohne Punktverlust, da die Rhein-Neckar Löwen in Leipzig verloren.
Im Basketball schaffte Meister Bayern München mit Müh und viel Not einen hauchzarten 81:80-Erfolg gegen die Hamburg Towers, den Devin Booker 12 Sekunden vor Schluss mit einem Wurf übers Brett sicherstellte. An der Spitze stehen mit 2 Siegen in 2 Spielen Ex-Meister ratiopharm Ulm und die Rostock Sea Wolves.
In der DEL gewann Red Bull München mit 6:2 bei den Straubing Tigers und schafften im 3. Spiel den 3. vollen Erfolg (ohne Verländerung oder Penaltyschießen). Sie haben offenbar die Eröffnungsfeierlichkeiten ihrer neuen Halle SAP Garden und der folgenden 0:5-Klatsche gegen die Buffalo Sabres am Freitag gut überstanden.
von Münchner Löwe | Sep. 30, 2024 | MLB
Blick über den Teich, MLB
Die Profiliga hatte am Sonntag ihren letzten regulären Spieltag, doch „Helene“ fordert eine Verlängerung ein. Die Ausläufer des verheerenden Hurrikans im Südwesten der USA machten zwei Spiele der Atlanta Braves gegen die New York Mets unmöglich. Sie werden heute in einem Double-Header nachgeholt. Und wie es der Teufel oder das Schicksal (oder ist doch alles scripted reality?) will: Auf BEIDE Ergebnisse kommt es entscheidendan, welche Teams in der National League die beiden letzten Wild-Card-Plätze ergattern.
Die Konstellation ist einfach und doch so schwer zu prognostizieren. Die Arizona Diamondbacks haben je nach Sichtweise die dankbarste oder undankbarste Rolle. Sie sind mit ihrer regulären Saison fertig und müssen darauf hoffen, dass die Mets ODER die Braves beide Spiele für sich entscheiden. Mit anderen Worten: Das erste der beiden Spiele können die Backs-Fans relativ gelassen betrachten, um sich dann für die zweite Begegnung voll auf die Seite des Siegers der ersten Partie zu stellen.
Die Mets und Braves wissen, dass ihnen jeweils ein Sieg reicht. Gott sei Dank gibt es keine Unentschieden, auf die man sich schiedlich friedlich einigen könnte. Und auch wenn der Sieger des ersten Spiels für die zweite Partie wichtige Spiele schonen sollte im Hinblick auf die bereits am Dienstag beginnenden Wild-Card-Spiele, die Ersatzleute werden auf sich aufmerksam machen wollen.
Für die Braves spricht der Heimvorteil und dass sie sich in den letzten Spielen aus einer verdammt ungünstigen Situation noch die Play-off-Chance erarbeitet haben. Die Mets dagegen haben ihre eher komfortable Lage verspielt.
Mit Blick auf die WildCards lassen beide Teams für das erste der beiden Spiele ihren vermeintlich besten Pitcher pausieren. Das ist bei den Braves Chris Sale, einer der Top-3-Starting Picher der Liga, und bei den Mets Luis Severino. Der jeweilige Sieger wird das zweite Spiel mit einem Ersatz-Pitcher starten und das vermeintliche Ass für Spiel 1 der Wild Cards aufheben. Der Verlierer muss das Pitching-Ass aufbieten, das dann für die Wilkd Cards ausfällt. Beiden Teams kann es auch relativ egal sein, ob sie Fünfter oder Sechster werden. Sie müssen auf jeden Fall auswärts antreten. Auch wenn der Trip von Atlanta nach San Diego zu den Padres beschwerlicher ist als der nach Milwaukee zu den Brewers, aber das ist irrelevant und auch die potenziellen Gegner Brewers und Padres sind mehr oder weniger glich gut und wahrscheinlich auch zu gut.
Nur der Vollständigkeit halber: Bei einem Split hätten die Braves den direkten Vegleich gegen die Mets wegen der bisherigen Spiele gegeneinander gewonnen und damit Platz 5 vor den Mets belegen. Die Arizona Diamondbacks werden bestenfalls Sechster und haben sich im Zweifel schon nach Milwaukee aufgemacht. Das erste Spiel beginnt um 19.10 unserer Zeit, also Prime Time in Germany, das zweite dann im Anschluss. Ob Sport1+ kurzfristig überträgt, kann ich nicht sagen, der League Pass ist natürlich live dabei.
Disclaimer: Ich drücke den Diamondbacks die Daumen (dabei hab ich panische Angst vor (Klapper)schlangen, aber ich fürchte, es wird auf einen Split hinauslaufen eben wegen der Pitcher-Situation.
von Münchner Löwe | Sep. 29, 2024 | Fußball, Gesellschaft
Nicht nur war ich gestern beim Spitzenspiel Bayern gegen Bayer in der Münchner Arena, sondern durfte die Partie erstmals aus einer der 106 Logen verfolgen. Unfassbares ist von dort zu vermelden. *
Begin at the beginning, wie mein erster Englischlehrer Adamczyk mantramäßig zu sagen pflegte. Am Freitag rief mich meine Bankberaterin R. an, ob ich nicht Lust hätte, sie am Samstag zum Fußballspiel Bayern München gegen Bayer Leverkusen zu begleiten. Ja, sehr kurzfristig, entschuldigte sie sich, aber sie habe gerade Karten bekommen für die Loge der HypoVereinsbank und wisse aus unseren Gesprächen , dass ich Fußballfan sei. Sie weiß auch von der Existenz dieses Blogs, auch wenn sie sich hier noch nicht geäußert ist. Ich sagte freudig zu, und es flimmerten Bilder von den sagenumwobenen Logen mit Hummer, Kaviar und Champagner satt vor meinem geistigen Auge, wo sich fußballfremde Menschen zu millionenschweren Deals treffen und nebenher ein bisschen Fußball gucken.
Die Wahrheit war sehr viel profaner. Ein länglicher Raum mit Bildern von Joshua Kimmich, Manuel Neuer und Robert Lewandowski an der Wand und tatsächlich ein Buffet mit schmackhaften, aber wahrlich nicht luxuriösen Speisen und Getränken, Gott sei Dank auch welche ohne Alkohol. Serviert von einer äußerst freundlichen Bedienung, die höchstverdient einiges an Trinkgeld einheimsen durfte. Und etwa 20 Personen mehr oder weniger fußball-affin, durchaus sympathisch (ich weiß jetzt zum Beispiel sehr viel über Einlagen in Sportschuhen), die aus ganz Deutschland (Cuxhaven!) zusammenkamen (es st auch Wiesn-Zeit), um ein tolles Fußballspiel zu sehen (na ja). Frau R. war auch da, meine persönliche Gastgeberin und Betreuerin. Sie hatte tatsächlich einen Bayern-Schal umhängen („Ich bin leidenschaftlicher Fußball-Fan“), und gerierte sich auch als Bayern-Anhängerin.
Die Gastgeber von der Hypo präsentierten Roy Makaay live vor Ort, ein fantastische und sogar mir als Löwen-Anhänger sehr sympathischer Stürmer der Münchner in den Nuller-Jahren. Der mir noch sympathischer wurde, als er auf die Frage antwortete, was sein größter Erfolg gewesen wäre: „Meine Meisterschaft mit Deportivo La Coruna“ und diese Worte auf die entgeisterte Nachfrage „Wirklich???“ bekräftigte und auch begründete, weil Depor eben als kleienr Verein in die Phalanx von Real und Barca eindrang. Makaay übrigens hat 2002 in der Champions League in einer Partie beim FC Bayern mit drei Toren erst die ganz große Aufmerksamkeit der Münchner auf sich gezogen.Jetzt ist der Holländer Bayern-Repräsentant und war Wiesn-stilecht in reichlich kuzen Lederhosen gewandet.
Einen längeren Spielbericht zum 1:1 erspare mir und Euch. Ich war von Bayer extrem enttäuscht, das von der 1. Minute an wie ein Abstiegskandidat das eigne Tor verrammelten und irgendwie einen Punkt ergatterten wollten. Ihr finnischer Torwart Lukas Hradecky zum Beispiel ließ sich von Beginn an aufreizend viel Zeit bei seinen Abschlägen.Die Bayern machten durchaus Druck, scheuten aber auch das letzte Risiko, hätten sich letztlich aber den Sieg verdient gehabt. Immerhin gab es zwei wirklich schöne Tore zu bewundern, die Robert Andrich zur Bayer-Führung und Alexander Pavlovic zum Ausgleich erzielten. Zwei Sonntagsschüsse am Samstagabend, fantastisch getroffen, wenngleich nicht absolut unhaltbar (kann man unhaltbar steigern?) wirkten. Die Doppel-Szene des Abends: Serge Gnabry traf mit einer herrlichen Direktabnahme den rechten Innenpfosten und drosch den Nachschuss an die Latte.
Die Stimmung war ausbaufähig, um es noch freundlich zu formulieren. Monotoner Sprechgesang über die gesamten 90+x Minuten aus dem Bayern-Fanblock, auf das Spiel in keiner Weise eingehend. Ich hab mal die Augen zugemacht, und es war mir unmöglich zu deuten, wo der Ball ist und wer ihn hat.
Insgesamt aber ein sehr erfreulicher Ausflug in die Arena. Vielen Dank, Frau R, für die Einladung und gerne auf eine Wiederholung.
* Wer sich die Spannung versauen will: Niemand tanzte auf den Tischen und es gab keine (Alkohol)-Exzesse oder andere Ausschweifungen.
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