von Münchner Löwe | Nov. 15, 2024 | Allgemein, basketball
Knapp zwei Monate nach der offiziellen Eröffnung habe ich jetzt also auch Münchens neue Super-Halle live vor Ort besucht. Der erste Eindruck: durchaus positiv. Sehr beeindruckend, aber keineswegs übermächtig. Mit einer Kapazität von etwa 11 000 Zuschauern ist sie für Münchner Liga-Basketball und -Eishockey nicht überdimensioniert. Was allerdings etwas negativ auffiel: Da das Basketball-Parkett kleiner ist als ein Eishockey-Feld in Europa, sind die Zuschauer dort nicht unmittelbar am Spielfeld-Rand. Die automatische Anpassung der Ränge funktioniert offenbar noch nicht. Bauherr ist nun mal der Eishockey-Club Red Bull München, die Bayern sind nur Gäste.
Insgesamt ist alles großzügig bemessen, für mich auch reichlich Bein- und sonstige Freiheit (Sitzriesen oder Leute mit ultralangen Beinen müsste man allerdings selbst fragen). Von allen Plätzen hat man beste Sicht auf die Spielfläche. Wir waren nach dem Spiel auch ganz oben, und auch von dort dürfte man zumindest beim Basketball dem Spiel bestens folgen können. Beim Eishockey den Puck zu erkennen, ist ohnehin eine Kunst für sich. Beim Basketball sollte man bei der Platzauswahl allerdings aufpassen, dass die Korbanlage nicht störend im Sichtfeld liegt.
Alles wirkt sehr funktional, ohne großen architektonischen Schnickschnack, aber technisch auf dem neuesten Stand. Grandios der riesige Videowürfel mit 4 riesigen Bildschirmen, auf dem das Spiel live übertragen wird samt wichtiger Wiederholungen (allerdings auch sinnlosen Einblendungen). Auf anderen Anzeigetafeln sind Spielerstatistiken (vor allem auch die Fouls) gut abzulesen
Zu beachten: An den zahlreichen Ständen kann man nur mit Karte oder Handy bezahlen, Bargeld wird nicht akzeptiert, auch die Pfandbecher werden online rückvergütet. Das hat auch geklappt, das Geld wurde tatsächlich zurücküberwiesen. 😀
Desweiteren dürfen Rücksäcke und Taschen nicht mit in die Halle gebracht werden. Bei mir hat eine Kontrolleurin auch einen sehr kleinen Rucksack per se abgelehnt, ein anderer an einem anderen Eingang winkte ihn nach kurzem Untersuchen durch. Wenn es geht: drauf verzichten.
Zur Stimmung: Es war jetzt nicht die Hölle los, obwohl das Haus nahezu ausverkauft war. Dazu aber war die Euroleague-Partie FC Bayern Basketball gegen ein enorm ersatzgeschwächtes Alba Berlin spätestens ab dem 2. Viertel zu einseitig, Spannung kam beim letztlich klaren Heimsieg der Münchner nicht auf. Und dass bei dem Monsterprogramm im Basketball (Euroleague-Teilnehmer spielen zum Teil im Zweitagesrhythmus von Oktober bis Juni 68 Spiele plus Reisen in der regulären Saison plus Play-offs in Bundesliga und Euroleague) die Teams nicht 40 Minuten volle Power geben, liegt auf der Hand. Zudem ist München keine echte Basketball-Stadt. Es ist gerade schick, dort hinzugehen, zumal die Saison bis dato sehr erfolgreich verläuft. Es regieren die Klatschpappen (wers mag, ich nicht) und ein zumindest mich nervender oft sinnlos brüllender Stadionsprecher. Es wird spannend zu sehen, wenn Gastteams wie Panathinaikos, Fenerbahce und Partizan mit fanatischem Anhang (viele Gastarbeiter!) spielen, die dann die Halle „anzünden“ (nur im übertragendem Sinn, hoffe ich …). Oder wenn es in einer Play-off-Partie Spitz auf Knopf steht. Dann könnte der Garden durchaus ein Tollhaus werden.
Fazit: eine wunderschöne nicht überkandidelte Halle, die München als Sportstadt dringend benötigt hat. Die auch hohen Ansprüchen genügt, wie etwa Partien der Deutschen bei der Handball-WM 2027. Es geistern ja derzeit schon Pläne für Olympia 2036 in München, wo dann diese Halle einen Kernpunkt darstellen würde. Gott bewahre!, kann ich derzeit zu diesem Thema nur sagen.
von Münchner Löwe | Nov. 12, 2024 | Wochenvorschau
Abschluss der Nations League
Zumindest die Vorrunde, denn im Frühjahr/Sommer stehen dann noch Viertelfinale und Final Four an. Deutschland hat sich bereits fürs Viertelfinale qualifiziert und benötigt bei den Spielen gegen Boshien (Samstag) und in Ungarn (Dienstag noch einen Sieg um Platz 1 zu sichern
Beste Chancen aufs weiterkommen haben auch Spanien (sicher), Frankreich, Italien und Portugal. Kroatien, Holland und Dänemark haben zurzeit die Nase vorn. Ermittelt werden auch die 4 direkten Absteiger in Gruppe B.
England ist ja in der zweitstärksten Liga und will den sicheren Aufstieg fixieren. Dazu muss ein Sieg in Griechenland her (Donnerstag, 21.00). De Gruppenzweite bestreitet eine Relegation gegen einen Gruppendritten der 1. Liga. Österreich kämpft gegen Slowenien und Norwegen um Platz 1, ein Sieg in Kasachstan ist dafür Pflicht fürs Rangnick-Team.
Letzter Tennis-Höhepunkt
Der Sieger des ATP-Finals ist ha der inoffizielle Weltmeister des Jahres. Sie werden zurzeit in Turin ausgetragen. Novak Djokovic hat seine Teilnahme abgesagt, annsonsten ist ales mit rang und Namen dabei. Während Jannik Sinner und Alexander Zverev ihre Auftaktspiele souverän gewannen, musste Carlos Alcaraz eine Niederlage gegen Casper Ruud hinnehmen. Wie den gesamten Herbst hat er Schwierigkeiten mit den wieder schnelleren Plätzen in der Halle.
Und sonst?
- Basketball: In der Euroleague kommt es im Münchner SAP Garden zum innerdeutschen Duelle FC Bayern gegen Alba. Unterschiedlicher könnte es für die Clubs kaum laufen. Während die Bayern punktgleich mit dem Ersten ganz vorn dabei sind, ziert Alba mit nur einem Sieg das Tabellenende. Bereits heute sind beide in der Euroleague im Einsatz, Bayern bei Fenerbahce, Alba gegen Milano.
Erstmals werde ich am Donnerstag live vor Ort in der neuen Halle sein. Große Vorfreude, und ein Erlebnisbericht folgt.
- Handball: Wähjrend der Woche steht die 2. Pokalrunde an. Schlager ist am Mittwoch die Partie zwiischen THW Kiel und dem SC Magdeburg (Mi., 20.45). Auch die Begegnungen Flensburg-Handewitt – Hannover (Mi., 18.45) und RN Löwen gegen Füchse Berlin (Do., 20.00) klingen reizvoll.
- Wintersport: Der Skizirkus geht in die zweite Runde, wie immer Mitte November ins finnische Levi, wo am Samstag und Sonntag je ein Slalom für Frauen und Männer ansteht. Zu gewinnen gibt es neben Weltcuppunkten und Preisgeld auch ein lebendes Rentier, das der Sieger allerdings nicht nach Hause nehmen muss. Immer wieder süße und herzerwärmende Bilder in diesen grauen traurigen Zeiten, seuf z …
- NFL: Zwei Schlagerspiele stechen ins Auge: In der Nacht zu Fretag Philadelphia Eagles vs Washington Commanders, zwei der besten Teams der NFC hinter den Detroit Lions. Am Sonntag steht die ungeschlagen-Serie der Kansas City Chiefs bei den Buffalo Bills ernsthaft auf dem Prüfstand. Mal sehen selches Wunde diesmal den Chiefs zum Sieg verhilft.
- Verlegung: Eigentlich sollte am Wochenende in Valencia der krönende Abschluss der Motorrad-WM. Doch die Regenkatastrophe, die in die spanische Stadt am Mittelmeer lässt keine Rennen zu, wie sogar die veranstaltende DORNA nach tagelangem Zögern endlich befand. Weil jede Arbeitskraft viel wichtiger wo anders gebraucht hat. Mit Barcelona fand sich nur 300 Kilometer nördlich ein Ersatzort.Es wird dort trotzdem eine zweispätlige Stimmung sein, zumal einige Frage in Valencia leben oder dort enge Verwandte haben.
von Münchner Löwe | Nov. 11, 2024 | Fußball, NFL, Tennis
Es waren entsetzliche Tage für mich mit der Trump-Wahl, den Nachwirkungen in den Staaten, dem Regierungsknall, dem Knatsch um den Zeitpunkt der Vertrauensfrafge. Das ganze Elend bündelte sich dann gestern im Gespräch Miosga – Scholz. Jetzt weiß jeder, was nichtssagender Scholzismus ist
Gut, dass es den Sport gibt, dass gibt schöne Ablenkung. So glaubte ich, bis mich die entsetzlichen Bilder aus Amsterdam erreichten, als junge Araber eine regelrechte Hetzjagd auf Fans von Hapoel Tel Aviv veranstalteten, die ganz friedlich das Europa-League-Spiel bei Ajax anschauen wollten. Asugerechnet Amsterdam, wo sich Israeli im Herzen Europas normalerweise sehr wohl fühlen. Dass dann Hapoel-Schlachtenbummler per von der israelischen Regierung gecharterten Flugzeuge heimgebracht werden müssen, das passt zu diesen grauenhaften grauen Novembertagen. In denen eine in Kalifornien wohnendeBekannte berichtet, dass sie kaum noch atmen kann bei schlechten Wind angesichts der Waldbrände dort.
Aber damit wende ich mich jetzt tatsächlich zum Sport, der mich allerdings auch nicht vor Freude vom Hocker gehauen hat diese Woche.
Musialas Show
Zweimal siegte der FC Bayern diese Woche mit 1:0, in der Champions League gegen Benfica, in der Bundesliga bei St. Pauli. Zweimal war Jamal Musiala der Goldtorschütze. Ein wunderbarer Spieler, dem ich auch als Nicht-Bayern-Fan gerne zuschaue mit seinen Kunststücken und plötzlich entdeckter Torgefählichkeit. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Bayern dank ihres Zauberers ein Spiel nach dem anderen gewinnen und in der Bundesliga bereits mit 5 Zählern Vorsprung grüßen. Weil die Titel-Konkurrenz immer wieder Punkte lässt wie Bayer Leverkusen beim 1:1 beim VfL Bochum. Spiele, die der Meister in der vergangenen mit Sicherheit gewonnen hätte.
Und Borussia Dortmund? Gewinnt zwar zu Hause, verliert aber auswärts wie jetzt beim FSV Mainz 05. Als Erklärung reichte der Teamspitze, dass der BVB nach Emre Cans Brutal-Foul-Rot gut eine Stunde zu zehnt spielen musste. Als ob es noch die eine Mannschaft gegeben hätte, die sich auch in Unterzahl zu wehren weiß.
Das Spiel des Tages fand ohne Zweifel in Stuttgart statt, das Eintracht Frankfurt nach einer wilden Schlussphase mit 3:2 für sich entschied. 3:0 führten die Hessen bis zur 85. Minute, als deren Trainer Dino Toppmöllerim Glauben an den vermeintlich sicheren Sieg taktisch wechselte. Es folgte das 1:3, das 2:3 in de Nachspielzeit, und tatsächlich lag der Ball noch einmal im Tor der Frankfurter. Nur eine ganz knappe Abseitsstellung, die erst der VAR feststellte, vehinderte den Ausgleich und eine veritable Diskussion über Toppmöller.
Gauffs Tennisjahr endet versöhnlich
Die immer noch erst 20-jährige Amerikanerin hat eine durchwachsene Saison hinter sich. Gerade bei den Grand Slams enttäuschte sich weitgehend, weshalb sie sich im Herbst von ihrem Trainer Brad Gilbet trennte. Mit Matt Daly als neuen Coach ging es schnell aufwärts. Sie siegte baim Masters-Turnier in Peking und sicherte sich jetzt die WTA Finals in Riad durch einen Dreisatzsieg gegen die chinesische Olympiasiegerin Qinwen Zheng. 4.8 Millionen Dollar erhält sie für ihren Coup in Saudi-Arabien, das höchste Preisgeld, das je eine Tennisspielerin bei einem Event einstrich. Die Scheich-Milliarden machen es möglich, wen interesssieren da noch die Menschenrechte und gerade die der Frauen.
Football-Fest in München
Zum zweiten Mal nach 2022 gastierte die NFL in der WM-Arena, und auch wenn mit den New York Giants und Carolina Panthers unterdurchscnittliche Teams ohne große Namen aufkreuzten, der Begeisterung tat das keinen Abbruch. München war vier Tage lang Football-Stadt. Beste Stimmung in der Arena, aber auch zahlreichen Kneipen in der Innenstadt, wo friedliche Menschen feierten. Am Ende siegten die Panthers durch ein Field Goal in der Overtime, sweet Carolin(a) halt.
Die Kansas City Chiefs blieben auch in ihrem 10. Spiel ungeschlagen, und langsam wird es lächerlich, wie sie ihre Partien gewinnen. Die Denver Broncos hatten Sekunden vor Schluss mit einem sehr machbaren Fieldgoal die Chance auf dem Sieg, der Versuch von Will Lutz aus 43 Yard (eine Routineübung in der NFL) wurde geblockt. Der eigentlich zuverlässige Kicker hatte zuvor schon ein Fieldgoal vergeben.
Eine ziemlich absurde Partie gewannen die Detroit Lions bei den Houston Texans. Ihr Quarterback Jared Gauff leistete sich gleich 5 Interceptions. dennoch holten die Lions einen 6:23-Rückstand auf, wiel die Texans-Offense in der 2. Halbzeit praktisch nichts mehr zu Stande brachte (und ebenfalls ein Field Goal verschoss. Besser machte es bei den Lions Kicker Bates, der in der Schlussphase aus 58 respektive 52 Yards erfolgreich war. Amon-Ra St. Brown fing einen Touchdown-Pass und war damit auch im 7. Spiel hintereinander erfolgreich. Die Lions bleiben damit mit 8:1 Siegen das beste Team der NFC.
Und sonst?
- Fußball-Bundesliga: Gerade mal 19 Tore fielen am 10. Spieltag. Gleich 3 Partien endeten 0:0, darunter auch die Begegnung FC Augsburg vs 1899 Hoffenheim. Zuwenig für die Kraichgauer Veranwortlichen, die Trainer Pellegrino Materazzo am Montag an die frische Luft setzten. Dabei hatten die Hoffenheimer während der Woche eine durchaus ansprechende Leistung in der Europ League gegen den französischen Spitzenclub Olympique Lyon gezeigt und beim 2:2 auch viel Charakter gezeigt, als sie nach dem 1:2 in der Nachspielzeit noch einmal zurückschlugen. Ein heißer Kandidat auf die Nachfolge ist Christian Ilzer. Der ist gerade Trainer beim österreichischen Meister und jetzigen Tabellenführer Sturm Graz. Wie es der Zufall läuft. Der neue Geschäftsführer Andreas Schicker war bis Herst ebenfalls beim steirischen Champions-League-Teilnehmer tätig.
- Internationaler Fußball: Der FC Barcelona kassierte in der Primera Division die 2. Saison-Niederlage. Den Siegtreffer gegen enttäuschende Katalanen erzeilte der ehemalige Union-Stürmer Sheraldo Becker.
Formkrise bei Manchester City: Der englische Meister verlor nach 1:0-Führung mit 1:2 beim von Fabian Hürzeler trainierten Brigthon an Hove Albion. Es war wettbewerbs-übergreifend die vierte Pflichtspiel-Pleite hintereinander, was es in der Ära Pep Guardiola seit 2017 noch nie gegeben hat. Auch in der Champions League bei Sporting lag das Team 1:0 in Führung – und ging mit 1:4 unter..
- Mannschaftssport: Das deutsche Eishockey-Team belegte beim Deutschland-Cup in Landshut den 2. Platz hinter der Slowakei. Das 2:6 am Samstag gegen die Slowaken wird vor allem wegen des miserablen Eises in Erinnerung bleiben.Mehr als eine halbe versuchten die Eismeister, die völlig ramponierte Spielfläche von den schlimmsten Löchern zu befreien.
Zwei Pflichtsiege schafften die deutschen Handballer zum Start der EM-Qualifikation gegen die Schweiz und in der Türkei.
Der FC Bayern München Basketball trumpft in der Euroleague weiter auf. Am Donnerstag gewannen die Münchner im neuen SAP Garden auch ihr 4.Heimspiel und sind gleichauf mit 3 Teams mit 6:2 Siegen Tabellenführer. Auch in der BBL führen sie das Klassement an – mit 5:2 Siegen gleichauf mit ratiopharm Ulm und den Niners Chemnitz.
- Weltsport: Mit Siegen von Jannik Sinner (vs Alex de Minaur) und Taylor Fritz (Daniil Medwedew) begann das ATP Finale in Turin, bei dem heute Carlos Alcáraz (Casper Ruud) und Alexander Zverev (Alexande Rublew) eingreifen. Medwedew verlor völlig die Nerven, fabrizierte im 1. Satz gleich 3 Doppelfehler zum Satzverlust, warf wiederholt mit Schlägern um sich. Er sei „sauer auf sich selbst“, befand der offenbar mehr als urlaubsreife Russe.
Auch Rublew hat eine zweifelhafte Aktion hinter sich. Erst beantragte er eine Wildcard fürs Turnier in Metz. Als dann feststand, dass seine Punkte fürs Turiner Finale reichen wüden, zog er seine Teilnahme zurück. Den Sieg in Frankreichsicherte sich Lokalmatador Benajamin Bonzi, während in Begrad Denis Shapavalov erfolgreich war.
von Münchner Löwe | Nov. 9, 2024 | basketball, NBA
Blick über den Teich
Noch immer fällt es mir nach dem Wahl-Desaster schwer, unbefangen in Richtung US Sport zu schauen, aber ich will mich schlicht nicht entmutigen lassen. Deshalb ein Blick in die Staaten, und hier vor allem nach Ohio
Bengals in Not
Die Cincinatti Bengals sind ja das Team, das ich mir auserkoren habe. Und diese Saison läuft absolut nicht so, wie ich mir es wünsche. Zumindest ergebnismäßig, denn nach 10 Partien lautet die Bilanz 4:6. Wobei mit einer etwas glücklicheren Spielführung genausogut 3, 4 Siege mehr auf dem Konto stehen konnten. Ich denke an das kaum noch zu verlierende Spiel bei den Kansas City Chiefs, das völlig unverständliche Heimdebakel zum Start gegen die New England Patriots und auch das erste Spiel gegen die Baltimore Ravens, wo Kicker Evan McPherson den Sieg aus 53 Yards vergab.
Das „Rückspiel“ am Donnerstag in Baltimore passte da wie die fAust aufs Auge dazu. Es war ein fantastisches Offensiv-Spektakel, das beide TEams boten. Der brillante Bengals-Wide Receiver Jamal Chase fing Bälle für 264 Yards und 3 Touchdownpässe, darunter zwei für 60+ Yards. Quarterback Joe Burrow hatte am Ende 4 Td-Pässe und 428 yards in der Statistik. Doch was nutzt die beste Offensive, wenn die Verteidigung nicht mitspielt. So hatte auf der anderen Seite Ravens-Spielmacher Lamar Jackson auch 4 Td-Pässe auf dem Konto. Bezeichnend das Ende der Partie. Burrow führte sein Team in der Schlussminute übers Feld, erzielte einen Touchdown zum 34:35. 38 Sekunden vor Schluss wagten die Bengals eine 2-Point-Conversion, die aber völlig missglückte. Dennoch fand ich es richtig, hier das Risiko zu nehmen, um sich die Lotterie der Overtime zu ersparen.
Um doch noch wenigstens die Wildcard-Spiele zu erreichen, müssen die Bengals in den vebleibenden 7 Spielen, darunter zweimal gegen die Pittsburgh Steelers mindestens 5, wahrscheinlich sogar 6 oder 7 gewinnen. Da muss ich schon meinen ganzen Optimismus hernehmen, um daran zu glauben.
Schnell, schneller Cavaliers
Was für ein Basketball-Spektakel, was die Cleveland Cavaliers derzeit in der NBA abfeuern. Mit dem Höhepunkt gestern Nacht gegen die Golden State Warriors. Zur Halbzeit stand es sage und schreibe 83(!):42. Die Warriors umd Steph Curry sind nun beileibe kein Jausengegner, aber gingen im Offensiv-Wirbel regelrecht unter. 83 Punkte in einer Halbzeit haben die Cavs in ihrer Geschichte noch nie geschafft. Brillante Dreierquaote (14 von 22), aber auch fliegende Kombinationen – das machte höllischen Spaß zuzusehen, und die Warriors konnten von Glück sprechen, dass es die Cavaliers nach dem Seitenwechsel sehr viel ruhiger angehen ließen, so dass das Endergebnis von 117:136 aus ihrer Sicht noch einigermaßen erträglich war.
Cleveland baute den makellosen Start auf 10:0 aus, das haben in der Historie erst 15 Teams überhaupt geschafft. Die nächsten fünf Partien (vs Nets, @Bulls, @76ers, vs Bulls, vs Hornets) klingen jetzt auch nicht furchterregend, bevor es dann am 19. November im Bostoner TD Garden zum Ost-Gipfel gegen die Celtics kommt.
NBA-Splitter
- Maxey verletzt: Der 76ers-Forward Tyrese Maxey fehlt wegen einer Zerrung mehrere Wochen. Das passt zum Fehlstart des Teams aus Philadelphia, das mit einer Bilanz von 1:7 das schwächste Team haben im ohnehin schwachen Gutmeindende sagen: ausgeglichenen) Osten (nur die Cavs und Celtics haben eine positive Bilanz).
- Wagners glänzen: Der jüngere Bruder Franz war mit 27 Punkten bester Werfer seines Orlando Magic beim 115:87 gegegn die New Orleans Pelicans. 21 Zähler hatte er schon in der 1. Hälfte gesammelt. Moritz übernahm dann im 2. Durchgang und steuete dort 17 Punkte bei.
- Starker Westen: Hier haben gleich 11 Teams eine positive Bilanz nach 8 bis 10 absolvierten Partien. Da erwartete Hauen und Stechen um die Play-off-Plätze ist also bereits vollem Gang. Besonders gut gefallen mir neben den allseits genannten Favoriten Oklahoma City Thunder die Phoenix Suns, die nach dem harterkämpften Sieg bei den Dallas Maverkicks 8:1 Siege haben.
- Popovic erkrankt: Die Trainerlegende der Spurs fehlt auf unbestimmte Zeit wegen einer nicht näher bezeichneten Krankheit. Der 75-Jährige ist einer der ganz großen Persönlichkeiten in der NBA, der auch außerhalb des Sports seine Meinung nicht verbirgt
von Münchner Löwe | Nov. 8, 2024 | Fußball
Der 4. Spieltag und damit die Hälfte der Vorrunde in der Champions League ist passé, Zeit für ein Fazit des neuen Formats mit einer 36-Club-Monster-Tabelle.
Ich war von Anfang an skeptisch. Zu groß, zu unübersichtlich, (viel) zu viele Spiele. Klar, beim Format 8 Gruppen à 4 Teams war oft am Ende das Problem, das alles entschieden war, aber zumindest war es klar, wer wann gegen wen spielen kann. Und jedes Jahr gab es mindestens drei oder vier Gruppen, wo bis zum Schluss alles offen blieb. Jetzt ist es ein großes Ganzes (um nicht zu schreiben: ein furchtb ares Kuddelmuddel) Wie die Gaußsche Kurve (dass ausgerechnet ich mal Mathematik bemühe …) eine kleine Spitze, ein riesiges Mittelfeld und ein kleines Ende. Und wer hat schon den Spielplan im Kopf? Außerdem verliert das direkte Duell erst mal völlig an Wert.
Ich will nicht bestreiten, dass es einige überraschende Ergebnisse gibt wie zuletzt das 1:4-Debakel von Manchester City bei Sporting Lissabon oder die zwei Niederlagen von Real Madrid. Doch ich habe das Gefühl, dass das vor allem daran liegt, dass der echte Druck fehlt, dass Spitzenteams bei zwei Partien mehr (8 statt 6) einen Aussetzer leicht kompensieren können. Weil sich eben 24 der 36 Teams für die nächste Runde qualifizieren. Natürlich ist es auch amüsant, wenn der FC Bayern sich plötzlich auf Platz 25 (!) wiederfindet wie am Mittwoch vor dem Benfica-Spiel („noch nie dagewesen!“). Dieses Aha-Erlebnis wird in den nächsten Jahren dann auch noch wegfallen.
Es gibt natürlich auch mehr Vorrundenpartien von (vermeintlichen) Top-Mannschaften gegeneinander, aber mal ehrlich, es fehlt der Thrill. Eher ist es ein Overkill, wenn gleichzeitig wie am Mittwoch Bayern vs Benfica, Inter vs Arsenal und PSG vs Atlético anstehen (na, weiß noch jeder, wie die Spiele ausgegangen sind oder gar den Verlauf?). Noch nicht einmal die zwei Auswärtsniederlagen der Bayern bei Aston Villa und Barca haben auch nur die geringste Panik verursacht. Und es trafen eben nicht nur Top-Teams aufeinander sondern es spielten (zumindest für mich) völlig belanglose Mannschaften gegeneinander, dessen Ausgang mir völlig wumpe war. Ich nenne jetzt keine Namen.
Und zur (vermeintlichen?) Spannung: Es wird sicher aufregend am Ende, wer in die Top Acht kommt und sich die Zwischenrunde erspart. Aber alle Teams, die vor dem letzten Spieltag darum noch kämpfen werden, haben die mathematische Gewissheit, dass sie noch das Sicherheitsnetz der Zwischenrunde auffängt, ein echtes Ausscheiden für sie also nicht mehr möglich ist. Echtes do or die (um es martialisch zu benennen) gibt es nur im Rangeln um Platz 24, und dieses Rangeln betrifft dann nur noch etwa 10, 12 Clubs, die höchstwahrscheinlich nur der (gehobenen) Mittelklasse angehören. Der letzte Spieltag wird zudem aus Angst vor Wettbewerbsverzerrung zur selben Zeit ausgetragen; viel Spaß wünsche ich (mir) jetzt schon, bei 18 Spielen gleichzeitig den Überblick zu behalten. Ein weiterer Nachteil: Die letzten beiden Vorrunden-Partien werden im Januar ausgetragen, wenn Teams sich also unter Umständen noch verstärken können oder wichtige Spieler verlieren – ist das nicht auch Wettbewerbsverzerrung?
Was jetzt schon (praktisch) klar ist. Für die Top 8 werden 18 Punkte auf jeden Fall, wahrscheinlich sogar 15 oder 16 reichen. Die hat naturgemäß jetzt noch keiner erreicht. Aber da 10 Zähler fix für die Top 24 genurg sind, vielleicht auch 8 oder 9, können die ersten sieben Teams mit jetzt 9+ Punkten praktisch sicher für die K.-o.-Runde planen. Wir werden sehen, wie sich das dann auf die ausstehenden Begegnungen auswirkt.
Zum Sportlichen
Den Überblick bei den jetzt schon 72 Partien zu behalten, war nicht einfach. Der FC Liverpool hat als einziges Team alle 4 Partien gewonnen und dabei einen bärenstarken Eindruck hinterlassen. Aufregend ist Sporting, das einen wunderbaren Fußball spielt. Schade, dass Erfolgstrainer Ruben Amorim jetzt zu Manchester United wechselt. Dort hilft ihm der Kantersieg zuletzt gegen Lokalrivale Manchester City enorm für die Anfangszeit. Ach ja, viel Spaß in der Conference League, Senhor Amroim. Ansonsten haben mich auch die beiden französischen Clubs Monaco und Stade Brest überzeugt
Die größte negative Überraschung ist RB Leipzig mit 4 Niederlagen. Da hilft nur noch ein mittleres Wunder zum Weiterkommen angesichts der kommenden Gegner Inter (A), Aston Villa (H), Sporting (H) und Sturm Graz (A). Wahrscheinlich haben die Sachsen insgesamt das schwerste Gegner-Tableau aller 36 Teams erwischt. Erstaunlich auch die Schwierigkeiten vor allem von PSG. Die CL-Neulinge aus starken nationalen Ligen VfB Stuttgart, Bologna und Girona haben auch ihre Probleme; für sie ist aber noch nichts verloren auch dank des neuen Formats.
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