von Münchner Löwe | Nov. 21, 2024 | Fußball, sportpolitik
„Wir haben in Katar gesehen, dass zu viele politische Themen eine Mannschaft schon belasten können. Da sollten wir alle draus lernen. Dass nicht alle Dinge top funktionieren in Saudi-Arabien, glaube ich, liegt auf der Hand. Aber das sind nicht unsere Bewertungsgrundlagen. Wir müssen uns sportlich so präparieren … dass wir ein gutes Turnier spielen.“ (Julian Nagelsmann, deutscher Bundestrainer)
Was für ein Armutszeugnis, was für ein Offenbarungseid eines doch intelligenten Mannes (muss ich dieses Attribut aus meinem Hirn löschen?). Deutlicher könnte einer seine Abgehobenheit nicht zum Ausdruck bringen. Da ist ein Mann, der in Deutschland als Bundestrainer durchaus ein Standing hat, dessen Worte Gewicht haben, der mit diesen eine Gesellschaft aufrütteln könnte. Dieser Mann hat sogar erkannt, dass die Menschenrechte und vieles andere mehr in Saudi-Arabien mit Füßen getreten werden. Nicht einmal diesen Umstand will er klar benennen, sondern euphemisiert („nicht alle Dinge top funktionieren“). Und zu was entscheidet er sich? Nichts dazu zu sagen und eben noch schlimmer: Auch noch zu sagen, dass er nichts sagt. Wie schrieb schon Erich Kästner sinngemäß?: „An allem Unrecht sind nicht nur die Schuld, die es begehen, sondern auch diejenigen, die es nicht verhindern.“
Dabei wäre genau jetzt der Zeitpunkt des Fußballs und seinen seinen Funktionären, den Sportdirektoren, den Trainern, dass sie dem vom geldgeilen FIFA-Chef Gianni Infantino ausbaldowerten WM-Teilnehmer 2034 (!) Saudi-Arabien den Stinkefinger zeigen. Denn höchstwahrscheinlich am 11. Dezember wird das Land offiziell gewählt, da es keinen Gegenkandidaten gibt (unter anderem aufgrund der irrsinnigen 3-Kontinente-WM 2030 – ein Trauerspiel für sich -, die am selben Tag kurz zuvor durchgewinkt werden wird. Und das, obwohl in Saudi-Arabien Bauarbeiter für Großprojekte laut Amnesty International noch furchtbarer behandelt werden als in Katar anlässlich zur WM 2022, ich kann es mir kaum vorstellen. Was wäre das für ein Zeichen, wenn der DFB mit seiner sportlichen Führung klar benennen würden, was für eine erbärmliche, indiskutable, menschenverachtende Entscheidung es ist, dieses zutiefst frauenfeindliche Land, das Morde im Ausland an kritischen Menschen beauftragt (Kashoggi), zum WM-Gastgeber zu küren. Warum schaffen es die großen europäischen Verbände nicht, sich gemeinsam gegen den FIFA-Diktator Gianni Infantino zu stellen. Aber nein: Alle kuschen, freuen sich auf die blutgetränkten Milliarden-Einnahmen. Scheiß da doch auf die Menschenrechte, scheiß auch auf die erbärmliche Behandlung der Bauarbeiter, die die Stadien unter unwürdigsten Bedingungen hochziehen müssen, die wie Sklaven behandelt werden.
Natürlich wird ein einzelner Bundestrainer die Entscheidung nicht verhindern können. Aber was wäre das für ein Zeichen: Julian Nagelsmann und der Prädident des größten nationalen Fußball-Verbandes der (okay, bei diesem trostlosen, dafür von der FIFA-Mafia bestens dotierten DFB-Chef Bernd Neuendorff wäre das in etwa so wahrscheinlich, wie wenn die Hölle zufriert) geißeln die Entscheidung, geißeln Saudi-Arabien, geißeln Infantino und all seine geldgierigen Vasallen. Und suchen dafür wichtige Mitstreiter in Europa, in Südamerika, die noch einen Hauch Anstand in ihren Funktionärsseelen haben. Die muss es doch geben!, hoffe ich – noch nicht völlig desillusioniert. Aber nein, hübsch diplomatisch bleiben, kuschen, vielleicht darf Deutschland ja bald wieder Gastgeber eines großen Turniers sein. Final Four der Nations League 2025 etwa. Neues Geld auch für die eigene Funktionärskasse, und die Geltungssucht kann erneut befriedigt werden.
Und ein heutiger Aufruhr würde wohl kaum das sportliche Abschneiden von 2034 belasten wie das unselige Binden-Theater 2022. Zumal es höchst unwahrscheinlich ist, das Julian Nagelmann bis dahin noch Bundestrainer ist. Und deswegen könnten mutige Menschen einen Aufstand anzetteln. Schade, dass ein Julian Nagelsmann diesen Mut, der ihm persönlich gar nicht viel abfordern würde, nicht aufbringen will.
von Münchner Löwe | Nov. 18, 2024 | Fußball, NFL, ski alpin, Tennis, Wochenrückschau
Traumtrio in der Nation League
Um es gleich zu sagen: Ich habe die 7:0-Gala der Deutschen vs Bosnien-Herzegowina nicht gesehen, sondern nur Ausschnitte. Doch auch dort war klar, was für eine exquisite Offensive das Team von Julian Nagelsmann hat. Kai Havertz, Jamal Musiala und Florian Wirtz können sicher auch bessere Abwehrreihen durcheinanderwirbeln. Und ganz vorne mit Tim Kleindienst eienr der prima mitspielt und mitspielen kann. Wer war noch mal Niclas Füllkrug?
Einen katastrophalen Abend erlebte hingegen der bosnische Schlussmann Nikola Vasilj. Da muss Paulis Trainer, dort ist er hauptamtlich tätig, Aufbauarbeit haben. Die Bezeichnung „haltbares“ Tor bekommt einen Namen.
Mit dem klaren Erfolg haben die Deutschen den Gruppensieg in ihrer Nations-League-Gruppe geschafft und stehen neben Holland im Viertelfinale. Dort treffen sie auf einen anderen Gruppenzweiten, der allerdings auf keinen Fall Holland heißt. In Betracht kommen Italien, Dänemark/Serbien und Kroatien/Schottland. Die jeweiligen Sieger bestreiten in einem noch zu benennenden Land das Final Four.
England wieder erstklassig
Mit überzeugenden Siegen in Griechenland (4:1) und gegen Irland (5:0) haben die Thee Lions den Gruppensieg in ihrer B-Liga-Gruppe geschafft. So torhungrig hätte ich sie gerne bei der EURO gesehen (verschüttete Milch, seufz). Dagegen verpasste Österreich durch das 1:1 gegen Slowenien trotz großer Überlegenheit die Gruppensieg und musste Norwegen den Vortritt lassen.. Das frühe 1:0 und viele gute Chancen reichten nicht, in solchen Spielen fällt dann der Ausgleich fast zwangsläufig. Als Gruppezweiter haben die Rangnick-Männer gegen einen Gruppendritten der A-Liga (das wären: Polen/Schottland/Kroatien, Serbien/Dänemark, Ungarn und Belgien) eine weitere Chance zum Aufstieg.
Jannik Sinner demontiert die Konkurrenz
Das ATP-Finalein Turin wurde eine klare Angelegenheit des italienischen Lokalmatadoren. Ohne Satzverlust sicherte sich die Nummer 1 der Tenniswelt das Abschlussturnier des Jahres. Auch das Endspiel gegend Taylor Fritz war beim 6:4, 6:4 eine klare Angelgenheit. Der Amerikaner wiederum ist ein echter Angstgegner von Zverev und eliminierte den Deutschen im Halbfinale. Zuvor schon war Fritz für Zverev Endstation in Wibledon, Flushing Meadows und in Paris bei Olympia.
Auch ohne Grand-Slam-Sieg beendete Zverev das Jahr als Weltranglistenzweiter. Sollte der Sportgerichtshof Sinner doch noch wegen dessen Doping-Verstoßes sperren, wofür es meines Erachtens gute Gründe gäbe, würde de Hamburger zur Nummer 1 aufsteigen – als zweiter Deutscher nach Boris Becker.
Ein Rentier für den Weihnachtsmann
Für Ski-Olympiasieger Clemens Noel verlief der Saisonstart perfekt. Beim Slalom in Levi sicherte er sich überlegen den Sieg vor dem im 2. Durchgang furiosen Henrik Kristoffersen und Luc Meillard. Als Lohn gab es für den Franzosen nebst 100 Weltcup-Punkten und Preisgeld auch die Patenschaft für ein lebendes Rentier, sein erstes. Lisus Strasser vebremste den zweiten Lauf und wurde letztlich Sechster. Marcel Hirscher kam bei seinem ersten Slalom nach 5 Jahren Pause nicht in den 2. Lauf.
Mikaela Shiffrin dagegen hat schon eine ganze Sammlung Rentier-Patenschaften, darunter für einen Rudolph und einen Ingemar. Am Samstag gewann sie bereits zum achten Mal ein Rennen in Levi, wie sie ihreneueste Errungenschaft nennt, wird sie diese Woche bekanntgeben. Insgesamt war es für die Amerikanerin Weltcupsieg Nummer 98, der 100er ist nur noch eine Frage der Zeit.
Die Chiefs verlieren – endlich
Jetzt hat das 1972er-Team der Miami Dolphins wieder Grund zur Freude und zu einem fröhlichem Zusammenkommen. Ihre perfekte NFL-Saison bleibt einzigartig. Als letztes Team erwischte es dieses Jahr die Kansas City Chiefs in ihrem 10. Spiel, denn sie unterlagen bei den Buffalo Bills 21:30. Die Niederlage war überfällig, denn bei mancher Partie fragen sich die Leute noch heute, wie sie das haben gewinnen können. Bills-Quarterback schaffte mit einem fulminanten Touchdown-Lauf, bei dem er sich von nichts und niemanden aufhalten ließ, die letztlich entscheidenden Punkte. Danach konnte auch „Houdini“ Mahomes nicht mehr helfen, statdessen warf er Zauberkünstler den ganz schnöde Ball in die Hände eines Bills-Verteidigers.
Trotz der Niederlage bleiben die Chiefs das beste Team der AFC, ein Spiel vor den Bills und den Steelers, die mit ihrem 18:10 gegen die Baltimore Ravens einen großen Schritt in Richtung Divisionssieg AFC North machten.
In der NFC sind die Detroit Lions das Maß aller Dinge. Sie deklassierten die völlig überforderten Jacksonville Jaguars mit 52:6. Aron-Ra St. Brown fing zwei Touchdown-Pässe und insgesamt 11 Bälle für 161 Yards.
Bagnaia siegt, Martin jubelt
Jorge Martin ist neuer MotoGP-Weltmeister. Dem Spanier reichte zum Saisonabschluss in Barcelona ein dritter Platz, um sich den Titel zu holen. Sein einzig noch verbliebener Rivale Francisco Bagnaia gewann am Sonntag zwar auf dem Circuit de Catalunya, konnte den Rückstand allerdings nicht mehr aufholen. Die beiden hatten die gesamte Saison einen begeisternden Zweikampf geführt. Dabei ging es immer fair zu, sie sind befreundet, waren einst auch Teamkollegen und Zimmerpartner.
Und sonst?
- Basketball: Bayern München erfolgreich. Am Donnerstag verlängerten sie im SAP Garden ihre Heimsiegserie in der Euroleague durch einen klaren Erfolg gege ein sehr ersatzgeschwächtes Alba Berlin. Auch in der Bundesliga kommen sie ins Rollen und feierten gegen die Telekom Baskets Bonn den 5. Sieg in Folge.
- Handball: Ernüchterung in Magdeburg. Im Pokal schieden sie am Mittwoch gegen den THW Kiel aus, am Samstag setzte es in der HBL bei MT Melsungen eine 23:31-Niederlage. Der THW seinerseits verlor durch die heimpleite am Sonntag gegen die SG Flensburg-Handewitt schon den Kontakt zur Spitze.
- Zahltag für Rory McIlroy: Der Nordire gewann nicht nur das Abschlussturnier der DP Tour in Dubai, sondern auch zum sechsten mal die Saison-Gesamtwertung. Somit strich er insgesamt fast 5 Millionen Dollar ein.
- Vize-Weltmeister in Form: Luke Littler gewann den Grand Slam of Darts in Wolverhampton, das wohl zweitwichtigste Turnier nach der WM im Ally Pally. Der 17-Jährige gewann damit seinen ersten Ranking-Major-Titel und ist einer derTop- Favoriten für die WM zum Jahreswechsel.
von Münchner Löwe | Nov. 17, 2024 | bundesliga, Formel 1, Tennis, Wochenvorschau
Entscheidung in der Nations League
Bis Dienstag stehen die letzten Gruppenspiele in den verschiedenen Klassen und Ligen an. Erstmals gibt es in der besten Spielgruppe auch ein Viertelfinale, das heißt: jeweils die ersten beiden kjeder der vier Gruppen kommen in die K-o.-Runde, die dann im März ausgespielt wird. Deutschland steht vor der letzten Partie in Ungrn bereits als Gruppensieger fest, was wiederum für die WM-Qualifikation eine günstigere Setzung bedeutet. Ebenfalls sicher in der Runde der besten Acht stehen Portuzgal, Italien, Frankreich, Holland und Spanien. Ein Endspiel um Platz 2 gibt es am Montag in Belgrad zwischen Serbien und Dänemark.
Parallel dazu gibt es auch in den Ligen B bis D den Abschluss. Die 4 Gruppensieger steigen auf: Unter anderem England und Österreich können bereits heute mit heimsiegen gegen Irland und Norwegen Platz 1 perfekt machen.
Verstappen vorm WM-Titel
Nach 3 Wochen Pause kehrt nächstes Wochenende die Formel 1 wieder zurück, mit dem Rennen im Spielparadies Las Vegas. Dort könnte Max Verstappen sich vorzeitig zum Weltmeister krönen, wenn er vor seinem Verfolger Lando Norris bleibt. Sein Sieg zuletzt in Rio hat die Aufholjagd des Briten jäh beendet. Dafür sieht es in der Konstrukteurswertung ganz nach einem Sieg von Norris´Rennstall McLaren aus. Der Vorsprung auf Ferrari und Red Bull ist komfortabel, doch Punkten müssen Norris und Oscar Piastri schon noch.
Tennis-Einzelkämpfer als Mannshaftsspieler gefragt
Die Frauen ermitteln im Billie-Jean-King-Cup die Team-Weltmeisterin. Am Montag und Dienstag stehen in Malaga die Halbfinali an. Dort trifft Polen um Iga Swiatek auf talien mit Paolini und Errani. Die Slowakei wartet noch auf den Halbfinal-Gegner, der gerade in der Partie zwischen Großbritannien und Kanada ermittelt wird.Gespielt wird nach dem Format 2 Einzel, ein Doppel.
Das Final-Eight-Turnier im Daviscup beginnt am Dienstag ebenfalls in Malaga. Im Viertelfinale kommt es zu folgenden Begegnungen: Spanien vs Holland (Di.).Deutschland vs Kanada (Mi.), Italien vs Argentinien sowie USA vs Australien.
Es wird das große Abschiedsturnier von Rafael Nadal, der seine unfassbare Karriere mit 22-Grand-Sla-Siegen, darunter 14-mal in Paris, beendet. Elogen allübeall au den Spanier. Bei den Deutschen hat Alexander Zverev nach seiner sehr kröftezehrenden Saison samt einiger Erkrankungen die Teilnahme abgesagt. Jan-Lennard Struff, Daniel Altmaier sowie das Top-Doppel Krwiez/Pütz bilden das Team. Für die Italiener ist der Weltranglistenerste Jannik Sinner neben Lorenzo Musetti dabei, genau wie sein heutiger ATP-Finalgegner Taylor Fritz für die USA.
Und sonst?
- Fußball-Bundesliga: Nach der Länderspielwoche steht der 11. Spieltag auf dem Programm. Am Freitag empfängt der FC Bayern den FC Augsburg zum Nachbarschaftsduell. Bayer Leverkusen empfängt tags darauf den 1. FC Heidenheim. Topspiel am Samstagabend ist die Partie Eintracht Frankfurt vs Werder Bremen. Die beiden Neulinge Hlstein Kiel (vs Mainz) und St. Pauli (in Gladbach) wollen den Aufwärtstrend am Sonntag fortsetzen
- Fußball international: In Südamerika und Asien wird die WM-Qualifikation fortgesetzt. Argentinien (vs Peru) und Brasilien (vs Uruguay) sind zu Hause gefordert. Australien schwächelt bisher erstaunlich, sollte in Bahrain unbedingt gewinnen. Verloren ist aber noch nichts, auch angesichts von insgesamt 9 Plätzen, die es 2026 für den asiatischen Verband gibt.
- Europäische Ligen: Nach wettbewerbsübergreifend 4 Niederlagen in Folge steht ManCity in der Pflicht. Auch für den Gegner am Samstagabend Tottenham Hotspur läuft die Saison bisher mehr als durchwachsen. Zumindest tabellarisch ein Topspiel ist die Begegnung des 4. der Premier League FC Arsenal gegen den Fünften Nottingham Forest.
In Italien versucht es die AS Rom zum dritten Mal mit Trainer Claudoio Ranieri. Die Auswärtsaufgabe beim Ersten der Serie A SSC Neapel könnte kaum schwieriger sein.
- Mannschaftssport: Im Basketball finden gleichzeitig die EM-Qualifikation und die Euroleague statt, weswegen etwa das deutsche Team in schweden neben den NBA-Spielern auch auf die Profis von Bayern München und Alba Berlin verzichten muss. Indiskutabel, dass die betreffenden verbände sich nicht einigen können, die Spieler müssen es ausbaden. Alba spielt bei real Madrid, die Münchner empfangen den FC Barcelona.
In der HBL hat Überraschungs-Tabellenführer MT Melsungen ein machbares Auswärtsspiel in Eisenach vor der Brust. Zum Spitzenspiel empfängt Hannover-Burgdorg den SC Magdeburg, das diesen Samstag eben in Melsungen klar verlor.
- Wintersport: Die Skifahrer bestreiten Slaloms in Gurgl. Die Frauen um Mikaela Shiffrin am Samstag, die Männer am Sonntag.
In Lillehammer beginnt der Skisprung-Weltcup mit einem Mannschaftswettbewerb am Samstag und einem Einzel am Sonntag.
- Motorsport: In Japan wird die Ralyye-WM forgesetzt. Thierry Neuville führt das Klassement mit 25 Punkten Vorsprung auf Odd Tänäk an.
von Münchner Löwe | Nov. 16, 2024 | Tagesrückschau
McDavid knackt den Tausender
Conor McDavid ist ohne Zweifel zurzeit der beste Eishockey-Spieler der Welt. Am Mittwoch knackte der Kanadier bereits die 1000-Punkte-Marke in der NHL. Für dieses Kunststück benötigte er gerade 659 Partien in der stärksten Liga der Welt. Nur Wayne Gretzky (424(, Mario Lemieux (513) und Mike Bossy (656) waren schneller. Seinen 1000. Scorerpunkt erzielte er mit seinem Tor gegen die Nashville Predators nach Assist von Leon Draisaitl. Der Kölner selbst hält bei 872 Punkten in 736 Spielen, auch ein sehr, sehr starker Wert.
Punktehamster in der NBA
Gleich dreimal erzielten die NBA-Cracks in den vergangenen Tagen 50+ Punkte, immer noch ein Ausnahmewert in der NBA. Victor Wembanyama schaffte beim Sieg seiner San Antonio Spurs gegen die Washington Wizards 50 Punkte. Mit 20 Jahren ist er der viertjüngste Spieler, der das geschafft hat, jüngster war, natürlich, LeBron James. Giannis Antetokuonpo (Milwaukee Bucks) legtebeim Erfolg gegen die Detroit Pistons gar 59 Punkte auf. Auch diese Saison-Bestmarke hatte nicht lange Bestand: De´Aaron Fox schaffte gegen die Minnesota Timberwolves 60 Zähler – Franchise-Rekord für die Sacramento Kings. Die Overtime-Niederlage konnte diese Glanzleistung allerdings nicht verhindern.
Gestern war der 2. Spieltag des Emirates Cup, dem Turnier während der NBA-Saison. Die 30 Teams werden dabei in 6 Gruppen aufgeteilt, je 3 im Osten und Westen. Die Gruppensieger kommen ins Viertelfinale, dazu jeweils der beste Zweite in Ost und West. Dabei kommt es unter Umständen auch aufs Punkteverhältnis an, weshalb es gerade am letzten Spieltag zu skurillen Shout-Outs kommen könnte, wie das vergangene Jahr gezeigt hat.
Die Spurs gaben in dieser Woche bekannt, dass ihr Coach Gregg Popovic einen leichten Schlaganfall erlitten habe und deshalb zurzeit nicht auf der Bank sitzen kann. Der 75-Jährige werde vollständig genesen. Popovic ist eine Trainer-Legende, seit 1996 (!) ununterbrochen Headcoach der Spurs, die er zu insgesamt 5 NBA-Titeln führte. Und außerhalb des Parketts einer der wichtigsten Stimmen, wenn es um die Rechte von Minderheiten geht. Alles Gute, Pop.
Wenn die Bundesliga lockt …
… verlässt ein Meistercoach den heimeligen Fußball-Standort Österreich. So musste Trainer Christian Ilzer nicht lange überlegen und heuerte bei 1899 Hoffenheim an. In der vergangenen Saison hatte er Sturm Graz zum nationalen Double geführt und die Herrschaft von RedBull Salzburg beendet. Hoffenheim ist damit eine Sturm-Abteilung. Denn schon vor Ilzer wechselte Sportdirektor Andreas Schicker zu den Kraichgauern, der wohl hauptsächlichen Anteil an der Personalie Ilzer hat. Und nicht nur das: Dieser bringt den gesamten Trainerstab aus Austria mit.
Dieser fast fluchtartige Abgang aus de schönen Steiermark gefällt mir überhaupt nicht – bei allem Verständnis für den (vermeintlichen?) Karriere-Sprung: Plötzlich steht Sturm ohne jegliche sportliche Führung da. Hatte wirklich niemand Zeit und Muse bis Weihnachten? Der Profisport lässt solche Sentimentalitäten nicht zu. Es wird spannend zu sehen, ob sich das Grazer Erfolgsmodell so ohne Weiteres auf die Bundesliga übertragen lässt. Meine Zwickmühle: Ich mag Schicker und Ilzer, aber Hoffenheim nervt mich nur noch und sollte absteigen. Kaum einer würde sie vermissen.
Sascha Zverev brilliert
Der deutsche Tennisspieler erreichte beim ATP-Finale in Turin mit drei Siegen ohne Satzverlust das Halbfinale. Vor allem sein Erfolg gegen Carlos Alcáraz beeindruckte; der Spanier dagegen schaffte nicht den Einzug der besten Vier. Heute trifft Zverev auf Taylor Fritz, gegen den er zuletzt in Wimbleon, bei Ol,ympia und den US Open drei bittere Niederlagen erlitten hatte. Die zweite Partie bestreiten Lokalmatador Jannik Sinner und Christian Ruud aus Norwegen.
Und sonst?
- Pokalaus für den Meister:Der SC Magdeburg verlor das Achtelfinale beim THW Kiel hauchzart mit 27:28. Auch de Vorjahres-Zweite Füchse Berlin (bei den Rhein-Neckar Löwen) und der derzeitige Bundesliga-Tabellenführer Hannover-Burgdorf (zu Hause gegen die SC Flensburg-Handewitt) scheiterten frühzeitig.Schlager des Viertelfinals ist die Partie MT Melsungen – Flensburg-Handewitt.
- Weltmeister verliert: Eine unerwartete 1:2-Niederlage setzte es für Argentinien in der WM-Quali in Paraguay. Auch Brasilien enttäuschte beim 1:1 in Venezuela. Beide Fußball-Großmächte müssten dennoch locker den Sprung ins 48er-Turnier 2026 in Nordamerika schaffen.
von Münchner Löwe | Nov. 15, 2024 | Allgemein, basketball
Knapp zwei Monate nach der offiziellen Eröffnung habe ich jetzt also auch Münchens neue Super-Halle live vor Ort besucht. Der erste Eindruck: durchaus positiv. Sehr beeindruckend, aber keineswegs übermächtig. Mit einer Kapazität von etwa 11 000 Zuschauern ist sie für Münchner Liga-Basketball und -Eishockey nicht überdimensioniert. Was allerdings etwas negativ auffiel: Da das Basketball-Parkett kleiner ist als ein Eishockey-Feld in Europa, sind die Zuschauer dort nicht unmittelbar am Spielfeld-Rand. Die automatische Anpassung der Ränge funktioniert offenbar noch nicht. Bauherr ist nun mal der Eishockey-Club Red Bull München, die Bayern sind nur Gäste.
Insgesamt ist alles großzügig bemessen, für mich auch reichlich Bein- und sonstige Freiheit (Sitzriesen oder Leute mit ultralangen Beinen müsste man allerdings selbst fragen). Von allen Plätzen hat man beste Sicht auf die Spielfläche. Wir waren nach dem Spiel auch ganz oben, und auch von dort dürfte man zumindest beim Basketball dem Spiel bestens folgen können. Beim Eishockey den Puck zu erkennen, ist ohnehin eine Kunst für sich. Beim Basketball sollte man bei der Platzauswahl allerdings aufpassen, dass die Korbanlage nicht störend im Sichtfeld liegt.
Alles wirkt sehr funktional, ohne großen architektonischen Schnickschnack, aber technisch auf dem neuesten Stand. Grandios der riesige Videowürfel mit 4 riesigen Bildschirmen, auf dem das Spiel live übertragen wird samt wichtiger Wiederholungen (allerdings auch sinnlosen Einblendungen). Auf anderen Anzeigetafeln sind Spielerstatistiken (vor allem auch die Fouls) gut abzulesen
Zu beachten: An den zahlreichen Ständen kann man nur mit Karte oder Handy bezahlen, Bargeld wird nicht akzeptiert, auch die Pfandbecher werden online rückvergütet. Das hat auch geklappt, das Geld wurde tatsächlich zurücküberwiesen. 😀
Desweiteren dürfen Rücksäcke und Taschen nicht mit in die Halle gebracht werden. Bei mir hat eine Kontrolleurin auch einen sehr kleinen Rucksack per se abgelehnt, ein anderer an einem anderen Eingang winkte ihn nach kurzem Untersuchen durch. Wenn es geht: drauf verzichten.
Zur Stimmung: Es war jetzt nicht die Hölle los, obwohl das Haus nahezu ausverkauft war. Dazu aber war die Euroleague-Partie FC Bayern Basketball gegen ein enorm ersatzgeschwächtes Alba Berlin spätestens ab dem 2. Viertel zu einseitig, Spannung kam beim letztlich klaren Heimsieg der Münchner nicht auf. Und dass bei dem Monsterprogramm im Basketball (Euroleague-Teilnehmer spielen zum Teil im Zweitagesrhythmus von Oktober bis Juni 68 Spiele plus Reisen in der regulären Saison plus Play-offs in Bundesliga und Euroleague) die Teams nicht 40 Minuten volle Power geben, liegt auf der Hand. Zudem ist München keine echte Basketball-Stadt. Es ist gerade schick, dort hinzugehen, zumal die Saison bis dato sehr erfolgreich verläuft. Es regieren die Klatschpappen (wers mag, ich nicht) und ein zumindest mich nervender oft sinnlos brüllender Stadionsprecher. Es wird spannend zu sehen, wenn Gastteams wie Panathinaikos, Fenerbahce und Partizan mit fanatischem Anhang (viele Gastarbeiter!) spielen, die dann die Halle „anzünden“ (nur im übertragendem Sinn, hoffe ich …). Oder wenn es in einer Play-off-Partie Spitz auf Knopf steht. Dann könnte der Garden durchaus ein Tollhaus werden.
Fazit: eine wunderschöne nicht überkandidelte Halle, die München als Sportstadt dringend benötigt hat. Die auch hohen Ansprüchen genügt, wie etwa Partien der Deutschen bei der Handball-WM 2027. Es geistern ja derzeit schon Pläne für Olympia 2036 in München, wo dann diese Halle einen Kernpunkt darstellen würde. Gott bewahre!, kann ich derzeit zu diesem Thema nur sagen.
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