Schweizer Hoch, Österreichs Tief

Die Weltcupsaison der alpinen Skifahrer ist am Donnerstag mit den beiden Slaloms in Sun Valley zuendegegangen. Es gab tolle Rennen, beängstigende Stürze, großartige Alte und aufstrebende Junge. Ich versuche eine Bilanz ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Odermatt – nicht mehr ganz so groß

 

Eigentlich eine Unverschämtheit angesichtsd der Tatsache, dass dere Schweizer sehr überlegen den Gesamtweltcup gelang (zum vierten Mal hintereinander) und sich auch die kleinen Kristallkugeln in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom sicherte. Doch die absolute Überlegenheit fehlte. Zum Beispiel im Riesenslalom, wo er in der Vorsaison ungeschlagen blieb, bevor er im letzten Rennen in Saalbach ausschied. Dieses Jahr wurde er auch auf der Piste geschlagen, so zweimal von seinem Landsmann Lou Meillard. Er selbst erklärte das damit, das er nicht mehr das letzte Risiko gehe. Doch immer wieder blitzte die Ausnahmeklasse Odermatts auf, und niemand dürfte ernsthaft bestreiten, dass der Schweizer der beste Skifahrer auf Erden ist.

 

Überhaupt die starken SchweizerInnen

 

Ein schier unendliches Reservoir an Superfahrern kommt da jedes Jahr nach. Erste Weltcupsiege feierte Franjo von Allmen, Alexis Monney, Stefan Rogentin und Thomas Tumler (mit 35) die ersten Weltcupsiege. Bei den Frauen avancierte plötzlich Camilla Rast im Slalom zur Siegläuferin, und eine Marjorie Blanc triumphierte in St. Moritz..
Be3i den Männern verhinderten nur Henrik Kristoffersen (Slalom) einen Schweizer Durchmarsch auf die Kristallkugeln. Die Überlegenheit vor allem in den schnellen Disziplinen war frappant: Dreifacherfolg im Abfahrstweltcup, drei unter den ersten 4 im Super-G.
Die Schweizerinnen waren nict ganz so dominant: Nur Lara Gut-Behrami sicherte sich im Super-G eine Weltcupkugel, und nur noch Camille Rast kam im Slalom als Dritte aufs Stockerl.

 

Dagegen schwache ÖstereircherInnen

 

Knapp 60 Jahre gibt es jetzt den Weltcup, und nur knapp verfehlten Austrias Skihelden diese Saison mehrere Negativ-Rekorde. Gerade mal 5 Siege feierte Rot-Weiß-Rot, und erst im drittletzten Männerrennen verhinderte ein Super-G-Parforceritt von Lucas Feurstein eine völlig sieglose Männer-Saison, die es noch nie gegeben hat.
Schmachvoll genug bleibt es: Kein Podestplatz überhaupt in den 8 Abfahrtsrennen (so wenige wie allerdings noch nie). Der beste Österreicher in Gesamtweltcup auf Rang 12 (Vincent Kriechmayr). Selbsternannte Skination, halt.
Etwas besser die Frauen, wo Conni Hütter, Katharina Liensberger und Katharina Truppe Siege einfuhren.
Um die Demütigung der Skination Österreich zu illustrieren, eine letzte Zahl: Im Nationencup, wo alle Punkte aller FahrerInnen addiert werden, hatte am Ende die Schweiz mehr als 3000 (!) Punkte Vorsprung

 

Die (lange) Abwesenden

 

Schon vor dem ersten Rennen die erste Hiobsbotschaft: Alexander Aamodt JJKilde würde verletzungsbedingt (immer noch wegen seines Horrorsturzes Sturzes 2024 in Wengen) die gesamte Saison fehlen, ebenso wie die neben Mikaela Shiffrin überragende Slalomartistin Petra Vlhova. Shiffrin selbst stürzte dann schwer im November in Killington und fiel 2 Monate aus. Schwer eerwischte es auch Cyprien Sarrazin, dem Shootingstar 2024. Der Franzose stürzte auf der extrem schwierigen Stelvio in Bormio. Offenbar wird er wieder ganz gesund, doch dass er auf die Piste zurückkehrt, möchte ich bezweifeln.

 

Die Comebacker

 

Nach 5 Jahren Pause vm Skisport kamen Lindsey Vonn und Marcel Hirscher zurück in den Weltcup. Gerade Vonns Comeback mit 40 und künstlichem Kniegelenk wurde extrem kritisch gesehen. Doch schnell strafte die Amerikanerin alle Lügen, die das als reine Werbetour abtaten. Sie glänzte schnell mit Top-10-Platzierungen. Nicht alle Ziele der ehrgeizigen Vonn gingen auf, doch in einem sehr schwierigen Abschluss-Super-G zeigte sie ihr einmaliges Gefühl für Tempo auf Schnee. Sie kommt wieder, und sie dürfte auch wieder gewinnen!
Hirscher dagegen enttäuschte letztlich die Erwartungen. In den ersten Rennen fuhr er weit hinterher, und ein Trainingssturz, bei dem er sich einen Kreuzbandriss zuzog, beendete früh die Saison.Ob er wiederkommt?

Sogar einen dritten Comebacker gab es: Lucas Braathen. Der gebürtige Norweger hatte 2023 sein Karriere-Ende bekanntgegeben wegen unlösbarer Differenzen mit dem nationalen Verband. Ein Jahr ohne Skirennsport hielt er aus, dann entschloss er sich, für Brasilien, dem Heimatland seiner Mutter zu starten, als Pinheiro Braathen.
Obwohl er anfangs mit sehr hohen Nummern arg ramponierte Pisten vorfand, hatte er einige exzellente Ergebnisse im Slalom und Riesenslalom. Nur den ersehnten Sieg (es wäre der erste für Brasilien im Wintersport gewesen) schaffte er nicht. Der dürfte dann im nächsten Winter kommen.

 

Die alte Garde

 

Wirklich nicht despektierlich gemeint: Gerade die erfahreren Frauen um Federica Brignone (34), Lara Gut-Behrami (33) und Sofia Goggia (32) waren mit ihren tollen Fahrten eine Bereicherung. Und erfolgreich, denn in dieser Reihenfolge endete der Gesamtweltcup. Brignone holte sich auch die Kugeln in der Abfahrt und im Riesenslalom, wo sie zuletzt unschlagbar schien. Gut-Behrami war die Nummer 1 im Super-G. Goggia siegte wiederum bei der vielleicht schwersten Frauen-Abfahrt in Cortina, der Olympiastrecke von 2026.

 

Die junge Attacke

 

Zdrinka Ljutic hatte schon in der Vorsaison tolle Ergebnisse, jetzt gelang der Kroatin der Durchbruch. Sie siegte im Dezember/Januar in 3 Slaloms hintereinander und holte sich auch die Weltcupkugel. 21 Jahre ist sie erst alt, da wird noch viel kommen.
Das erwarte ich auch von Lauren Macuga. Die Amerikanerin machte den letzten entscheidenden Schritt Richtung Weltspitze. Gerade in der Abfahrt wird die 22-Jährige von immer größerer Erfahrung profitieren.
Das Schweizer Gegenstück ist Franjo von Allmen. Der heizte jetzt schon der Konkurrenz mächtig ein. 3 Weltcupsiege in der Abfahrt und Super-G und die Krönung in Saalbach, als er Weltmeister wurde.
Sehr beachtlich fand nicht nur ich die Albanerin Lara Culturi. Die Tochter der italienischen Ski-Olympiasiegerin Daniela Ceccharelli hatte Traumläufe. Zu einem Weltcupsieg reichte es zwar noch nicht, aber zu mehreren Top-10-Ergebnissen.
Und ohne eine deutsche Brille nutzen zu müssen: Emma Aicher hat die Riesenerwartungen in sie noch übererfüllt. Dass sie schon mit 21 Jahren 2 Weltcup-rennen gewinnen würde, überraschte sie nach eigener Aussage selbst. Noch vermurkst sie sich durch jugendlichen Überschwang so manches Top-Ergebnis. Ein bisschen Enhegen des Draufdrängertums wäre nicht schlecht, aber bitte nicht zu viel. Ich wage eine steile Behauptung: Emma Aicher wird in ein paar Jahren ernsthaft um den Gesamtweltcup mitkämpfen. Warum? Sie selbst wird noch viel besser werden, und die jetzt dominierenden Brignone und Gut-Behrami spätestens in zwei Jahren aufhören oder zumindest ihr Rennpensum drastisch reduzieren.
Wer hier Österreicher vermisst: Ich fahnde noch nach Talenten, sehe sie aber kaum.

 

Die Deutschen

 

Ohne Emma Aicher war es dürftig, auch weil das Verletzungspech praktisch das gesamte Männer-Abfahrtsteam au?er gefecht setzte. Linus Straßer war der einzige verlässliche Top-10-Fahrer (im Slalom). Doch auch der Skilöwe blieb hinter den Erwartungen nach seiner Gala-Saison 2024; er blieb ohne Sieg und schaffte auch nur einen Stockerlplatz im Schladminger Nachtslalom. Immerhin dürfte ihn Platz 3 bei der WM trösten, auch wenn das für ihn nur ein dürftiger Trostpreis  ist.
Einige Talentproben gab im Slalom und Riesenslalom Anton Grammel ab. Das macht Hoffnung für eine bessere Saison 2025.

 

Ach ja, Mikaela Shiffrin

 

Im letzten Rennen der Saison zeigte die Amerikanerin ihre Ausnahmeklasse – zumindest im Slalom Da gewann sie im Heimrennen in Sun Valley hochüberlegen vor den Augen ihrer Mutter und vieler Freunde. es war ihr 101. Triumph in einem Weltcup – natürlich Rekord. Doch der hing an einem seidenen Faden nach einem Sturz im Riesenslalom in Killington, als eine Stange sich in ihren Bauch hineinbohrte. Gott sei Dank wurden keine wichtigen Organe getroffen, wohl aber das Selbstvertrauen. Gerade im Riesenslalom war es für die große Shiffrin-Fangemeinde kaum anzusehen, wie verzagt sie um die Tore kurvte und sogar einmal den 2. Durchgang verfehlte, weil sie zu langsam war.
Im Slalom allerdings lief es gut. In Are feierte sie Weltcupsieg Nummer 100, in Schladming wurde sie gemeinsam mit Abfahrtsweltmeisterin Breezy Johnson Teamweltmeisterin.

Und sonst?

  • Clement Noel: Kam der Franzose zwei Slalom-Läufe durch, war er vorne zu finden, gleich viermal sogar auf Platz 1. Das Problem, dass er oft scheiterte. Exemplarisch die WM in Schladming als er als klar Führender des 1. Laufes im 2. relativ früh ausschied
  • Norwegens Slalom-Armada: Die Norge-Disziplin, die folgerichtig auch Henrik Kristoffersen für sich entschied. Hart bedrängt von den Atle McGraths, Timon Haugans. Lucas Braathen ist ja auch ein guter Kumpel.
  • Wieder nix: Erneut wollte FIS-Präsident Johan Eliasch Abfahrtsrennen vom Matterhorn hinab nach Cervinia durchpeitschen, bloderweise auch noch im November, wo es dort sehr ungemütlich windet. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern lief nichts. Es wird einen neuen nVersuch geben, diesmal im März, wenn das Wetter (vielleicht!) günstiger ist.
  • Ester Ledecka: Nicht genug rühmen kann ich dieses sportliche Ausnahmetalent. Die Tschechin fährt hier eine Abfahrt und dort einen Snowboard-Parallelslalom. Beides erstaunlich erfreulich. Ihre diesjährige Bilanz: Sie wurde Dritte beim WM-Super-G in Saalbach und mit dem Snowboard Weltmeisterin im Parallel-RS und Vize im Parallelslalom, beides im Engadin. Wie man sie stoppen kann? In dem man für Olympia den Zeitplan so legt, dass ihre Lieblingsdisziplinen praktisch gleichzeitig laufen.

 

 

 

 

Das war die Woche, die war

Erst souverän, dann chaotisch

 

Die deutschen Fußballer haben sich gegen Italien fürs Final Four der Nation League qualifiziert. Nach dem 2:1 in Italien gab es am Sonntag ein spektakuläres 3:3, das ich selbst allerdings nur am Radio live verfolgte. 3:0 führte Deutschland zur Pause, auch dank eines kuriosen Treffers. Ein Balljunge hatte vor einer Ecke den Ball sehr schnell an Jamal Musiala weitergegeben, und der überraschte mit einer schnellen Ausführung die vor sich hindämmenden Italiener und bediente Joshua Kimmich. Ein Bubenstück, cdoch ob am Tag danach die 20-Uhr-Tagesschau wirklich darüber berichten muss, sei mal dahingestellt.
Beobachter der Partie können sich an keine bessere 1. Halbzeit eines deutschen Teams in der jüngsten Vergangeneheit erinnern. Meist blieben sie irgendwann beim unwirklichen 7:1 2014 im WM-Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien hängen, als es zur Pause 5:0 stand.
Doch irgendeetwas geschah in de Paue – hier wie dort. Die Italiener nahmen plätzlich wieder am Spiel teil und brachten die Gastgeber noch ziemlich in Verlegenheit. Moses Kean verkürzte schnell auf 1:3 (49.), und spätestens als er in der 69. Minute zum 2:3 traf, flackerten die Nerven. Ein elfmeterwürdiges Foul von Schlotterbeck nahm der Schiedsrichter nach Konsultation des VAR wieder zurück, da wäre noch eine Viertelstunde zu spielen gewesen und die Nerven noch mehr strapaziert. So schadete der tatsächlich gegebene Elfer für die Azzurri in der Nachspielzeit nicht mehr, den Raspadori (diese namen, seufz) verwandelte. Das 3:3 reichte dem Team, die nun im Halbfinale in München auf Portugal treffen

 

Ach, die Elfmeterschießen

 

Hochspannung in den anderen 3 Viertelfinals, die alle zeitgleich ausgetragen wurden. Dreimal gab es Verlängerung, und zweimal gar Elfmeterschießen. Portugal brauchte diese Lotterie nicht mehr: Nachdem sie das 0:1 aus dem Hinspiel mit dem 3:2 in Lissabon kompensiert hatten, schafften die Lusitanier in der Verlängerung zwei weitereTore, das ihnen das Halbfinale gegen Deutschland sicherte. Zu den Torschützen zählte auch Cristiano Ronaldo, der allerdings ausgewechselt wurde.
Absolute Thriller bei den Elferdramen in Paris (Frankreich vs Kroatien) und Valencia (Spanien vs Holland). Jeweils die Gastgeber setzten sich durch und das, obwohl auch die beiden Gewinner nicht fehlerlos blieben. Besondere Erwähnung verdienten der Franzose Desire Doue und der Spanier Alex Baena. Sie veerwandelten ihre Versuche nervenstark, obwohl ein Fehlschuss das Aus bedeutet hätte. Wo es glückliche Helden gibt, sind auch die tragischen Verlierer nicht weit. Die Fehlschüsse von Donyell Malen (Holland) und Josip Stanisic (Kroatien) bedeuteten letztlich das Aus.
Spanien und Frankreich treffen in Stuttgart zum 2. Halbfinale aufeinander: Im Neckarstadion gibt es also vielleicht ein Wiedersehen mit Marc Cucurella, der eben dort das nicht geahndete Handspiel begangen hatte, das einen Bundestrainer Julian Nagelsmann noch heute schäumen lässt. Ich will nur hoffen, dass die geisteskranken und schandbaren Pfiffe, die Cucurella in den folgenden EM-Spieleen erdulden musste, ausbleiben.

 

Abschied einer Legende

 

Im Schatten des Weltcup-Thrillers der Biathlon-Frauen Franzi Preuß und Lou Jeanmonnot
https://blickueberdenteich.de/warum-ich-sport-so-liebe-2/

nahm Johannes Tignes Boe Abschied. An einem (nicht nur) für norwegische Wintersportler heiligen Ort. Am Holmenkollen nahe Oslo bestritt also der 23-malige Weltmeister und fünffache Olympiasieger seine letzten Rennen. Dass er ohne Sieg blieb und endgültig auch den Gesamtweltcup an Landsmann Sture Lagreid verlor, war nebensächlich. Die Norweger, gebeutelt von ihrem Skispungskandal, feierten ihn und den ebenfalls Abschied nehmenden älgteren Bruder Tarjej Boe; auch der sehr erfolgreich (11 WM-Titel, 3 Olympiagold), aber halt nicht ganz so wie das Brüderchen.

 

Die Fuchsjagd ist eröffnet

 

Aber das ist sehr schön für die Berliner Füchse, denn erstmals erklommen sie nach dem beeindruckendem Auswärtssieg gegen Handballmeister SC Magdeburg die Tabellenspitze der HBL. Jetzt sind sie die Gejagten, und die Meute ist noch nahe dran. Aber das Team um Welthandballer Gisdel hat es jetzt in der eigenen Hand. Sicher gibt es in den letzten 11 Spielen noch die eine oder andere Klippe (insbesondere die beim Rekordmeister THW Kiel am 16. April und zum Saisonabschluss bei den Rhein-Neckar Löwen, aber so nah am Titel waren die Füchse noch nie, zumal die Konkurrenten sich gegenseitig Punkte wegnehmen. Allerdings sind sie auch noch in der Champions League gefordert (wie auch der SCM), die doch wesentlich anspruchsvoller ist als der EHF-Cup.

 

Piastri macht McLaren froh

 

Nachdem im 1. Rennen Lando Norris in Melbourne für McLaren erfolgreich war, schlug im Großen Preis von Schanghai die Stunde des Teamkollegen. Erstmals hatte er sich die Poleposition geschnappt, und diesen Vorteil. nutzte er souverän zum Rennsieg. Der die bereits aufkommenden Gerüchte einer etwaigen Teamorder verstummen ließ. Eine solche wäre zu diesem frühen Stadium auch absolut lächerlich und demotivierend. Die McLaren-Teamleitung dachte also nicht mal daran, am Ende unsportlich einzugreifen. Mag sein, dass sich Piastri und Norris gegenseitig Punkte wegnehmen, aber das ist immer noch sehr viel besser, als nur ein Eisen im Feuer zu haben, wie es bei Red Bull mit Weltmeister Max Verstappen (er rettete Platz 4) der Fall ist. Dort zahlt Neuling Liam Lawson viel Lehrgeld; immerhin kam der Neuseeländer dieses Mal ins Ziel, verpasste allerdings als Zwölfter die Punkteränge (wichtig für die Konstrukteurswertung).
Ein Desaster erlebten am Sonntag die Ferraris. Nachdem Lewis Hamilton tags zuvor mit dem Sprintsieg aufgezeigt hatte, zockelten die Charles LeClerc und Hamilton recht chancenlos hinterher und wurden zu allem Überfluss später wegen Unregelmäßigkeiten am Auto disqualifziert. Schon jetzt ist der Abstand zur Spitze bedenklich.

Und sonst?

  • Internationaler Fußball: Erfolgreich, aber nicht sonderlich berauschend verliefen die beiden ersten England-Länderspiele unter Teamchef Thomas Tuchel. Die Three Lions gewannen zwar gegen Albanien 2:0 und am Montag gegen Lettland 3:0, aber daswar zum Teil recht bieder, was die Mannschaft zeigte. Immerhin: Harry Kane ist auch unter Nationalteam-Tuchel treffsicher und erzielte in beiden Begegnungen jeweils das 2:0.
    Im Schatten der A-Gruppe der Nations League gab es auch diverse Relegationsspiele. Dort scheiterte Österreich an Serbien, obwohl sie in den beiden Spielen insgesamt das bessere Team waren und verbleiben in der B-Gruppe (mit weniger attraktiven Gegnern). Auch Belgien (vs Ukraine), die Türkei (Ungarn) und Griechenland (Schottland) setzten sich in der Relegation durch.
    Japan und Weltmeister Argentinien sind die ersten Teams, sich sich neben den Gastgebernfür die WM in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert hat. Somit hat der Südamerika-Schlager Argentinien gegen Brasilien heute Nacht einiges an Brisanz verloren, denn auch die Selecao wird früher oder später mit Sicherheit das Ticket lösen.
  • Wintersport: Österreich atmet spät auf. Beim Weltcup-Finale in Sun Valley schaffte Lukas Feurstein mit einem wildem Ritt auf einem extrem anspruchsvollen und zum Teil sehr steilen Kurs seinen ersten Sieg und damit den ersten Triumph bei den Männern in dieser Saison. Die Abfahrtsschmach bleibt jedoch für Austria: Weil das letzte Rennen dem Wetter zum Opfer blieb, gab es in der Königsdisziplin nicht einen einzigen Stockerlplatz, das hätte der größte Pessimist nicht für möglich gehalten.
    Lindsey Vonn schaffte in ihrem letzten Saisonrennen das mit Abstand beste Resultat seit ihrem Comeback. Als Zweite im Super-G (ganz ähnlich gesteckt wie der der Männer) musste sie sich nur der Schweizerin Lara Gut-Behrami geschlagen geben, der ein absoluter Traumlauf gelang. Mit ihrer Zeit wäre sie bei den Männern Zehnte geworden. Die 50-jährige Vonn aber hat damit ihren Kritikern (Wasmeier!) ein weiteres Mal das Maul gestopft, und sie wird voller Elan in die Olympaisaison gehen, wo auf ihrer Lieblingsstrecke Tofana Abfahrt und Super-G entschieden werden.
    Heute und morgen stehen noch bei Frauen und Männern ein Riesenslalom an, bevor am Donnerstag je ein Slalom die Saison endgültig beendet.
  • Motorsport: Die Rallye Safari ist mit ihren tollen Wüstenbildern beeindruckend, doch bei den Fahrern berüchtigt, weil gefährlich. Denn auf der freien Strecke kann schon mal ein Zebra oder eine Antilope unverhofft im Weg stehen, vielleicht sogar ein Löwe ode Elefant?  was dem ohnehin anstrengenden WM-Lauf einen zusätzlichen Kick gibt. Offenbar haben es alle Fahrer gut überstanden (über Tierunfälle wurde nichts berichtet). Der Brite Elfy Ellis im Toyota hatte die Nase vorn und siegte vor den beiden Hyundais von Ott Tanak (Estland) Weltmeister Thierry Neuville aus Belgien.

 

Das wird die Woche, die wird

Liga-Alltag im Fußball, Skifliegen in Planica, Tennis in Miami und der „richtige“ Beginn der MLB, das sind nur einige der Höhepunkte der Woche.

 

Meisterfernduell gegen Kellerkinder

 

Nachdem die Bayern etwas überraschend zuletzt Punkte gelassen haben, gibt es im Titelrennen noch so etwas wie Restspannung. 6 Punkte  Vorsprung haben die Münchner auf Bayer Leverkusen (und das erheblich bessere Torverhältnis). Am Wochenende haben die Teams lösbare Heimaufgaben, Bayer empfängt schon am Freitag den VfL Bochumn, der FCB tags darauf St. Pauli. Das sogenannte Topspielk findet Samstagabend in Frankfurt statt, wenn die Eintracht den VfB Stuttgart empfängt. Am Sonntag (17:30)dann käömpft Borussia Dortmund gegen Mainz 05 vielleicht wirklich um die „allerletzte“ Chance, noch ins Rennen um die CL-Plätze einzugreifen.

 

Zverev noch mit Chancen

 

Ein wenig verbessert, aber doch noch weit von Topform zeigte sich Alexander Zverev beim Masters in Miami mit zwei letztlich sicheren Erfolgen gegen den Briten Fearnley und den Australier Thompson. Jetzt wartet auf ihn mit Fils ein sehr harter Brocken. Der Franzose setzte sich diese Nacht in einem aufsehenerregenden und nervenberaubenden Match gegen Francis Tiafoe aus den USA durch (beide Spieler zertrümmerten aus Frust ihre Schläger).
Immerhin: Das Feld ist schon ziemlich ausgedünnt: Alcáraz, Medwedew und Indian-Wells-Sieger Draper sind schon nicht mehr dabei (wie übrigens alle, die in Kalifornien das Halbfianle erreicht haben). Auch das 18-jährige Top-Talent Joao Fonseca ist nach einem 3-Satz-Triller gegen Alex De Minaur nicht mehr dabei.
Bei den Frauen läuft vieles mal wieder auf ein Finale Aryna Sabalenka – Iga Swiatek hinaus. Ein kleines Tennismärchen schreibt die Philippinin Alexandra Eala. Die Nummer 140 der Weltrangliste, mit einer Wildcard ausgestattet, steht im Viertelfinale, wo sie auf Swiatek trifft und wahrscheinlich überfordert sein dürfte.

 

Weitenjagd unter Argwohn

 

Die Konkurrenz auf der mächtigen Flugschanze ist traditionell der Abschluss der Skisprung-Saison. Eine Saison letztlich zum Vergessen wegen des alles überschattenden Anzug-Skandals der Norweger und letztlich meiner Erkenntnis, dass jede einigermaßen wettbewerbsfähige Nation das Reglement bis ins Letzte ausreizt und gerne auch sämtliche Betrügeleien versucht. Die Kontrollen scheinen wenig zu bewirken. Manchmal werden die Aktiven halt erwischt, dann reden sie und ihr Verband sich raus. Erinnert sei an die Farce das olympischen Frauen-Teamspringens, als jede Nation mit einen unstatthaften Anzug erwischt wurde.

Planica ist dennoch sehenswert mit einer großartigen Stimmung der slowenischen Fans (und ihrer Nachbarn vor allem aus Österreich). Slowenien ist Fliegerland: Toll wäre es, wenn die Weltrekordlerin und mit Abstand beste Springerin Nina Prevc außer Konkurrenz starten könnte.
Das „Planica-Lied“, das nach jeder großen Weite (230+ Meter waren es zuletzt) gespielt wird, geht einem allerdings nach dem Wochenende (eigentlich schon nach dem ersten Wettkampftag am Freitag) gepflegt auf die Nerven.

 

MLB mit Irrsinnsprogramm (wie jedes Jahr)

 

Nach dem 2-Partien-Auftakt in Tokio (zweimal gewann Titelverteidiger LA Dodgers gegen die Chicago Cubs) startet am Donnerstag die Saison mit vollem Programm. Jedes der 30 Teams, je 15 der National League und American League bestreitet bis Ende September 162 Partien, das sind also insgesamt 2430.
Um diesen mörderischen Spielplan auch nur ansatzweise zu bewältigen und die Fahrten/Flüge im Riesenland zu minimieren, gibt es meist Dreier- oder Vierer Spielserien, diese Woche etwa treffen die New York Yankees und Milwaukee Brewers ab Donnerstag bis Sonntag im Yankee Stadium dreimal aufeinander.
Eine große Vorschau erspare ich mir. Wie ich letzte Woche schon schrieb, werde ich erst nach dem Ende von NHL und NBA mich näher damit beschäftigen. Wers wirklich wissen will, den verweise ich gerne auf den deutschen Podcast
baseball.de (von denen ich auch viele meiner Weisheiten habe). Aber generelle Übersichten und ein bisschen Kepler-Watch (bei den Philadelphia Phillies) werden auch hier schon drin sein.

 

Höchstspannung in de DEL

 

Jeweils 4 Partien sind jetzt in den 4 Viertelfinals gespielt, und entschieden ist noch nicht in den Best-of-7-Serien. Wobei die Eisbären Berlin gegen die Straubing Tigers sehr gute Chancen haben, die Serie heute schon zu beenden. Gespielt wird meist im Rhythmus Di. (Mi), Freitag, Sonntag. Und so steht es

Di., 19:00: Eisbären Berlin – Straubing Tigers (3:1).
Die Berliner machten am Sonntag durch einemn Sieg in der 2. Overtime am Straubinger Pulverturm einen Riesenschritt in Richtung Halbfianle
Di., 19:30: Adler Mannheim – Red Bull München (2:2)
Zum Live-Erlebnis am Sonntag im SAP Garden gibt es hoffentlich heute noch einen gesondeten Bericht. Die Abfahrt, seufz.
Mi., 19:00: Fischtown Bremerhaven – Kölner Haie (1:3)
Bremerhaven hat mit einem 5:2 in Köln (nach 0:2-Rückstand) das vorzeitige Ausscheiden abgewendet.
Mi., 19:30: EHC Ingolstadt – Nürnberg Ice Tigers (2:2)
Die bisher elektrisierendste Serie der beiden Nachbarstädte (naja). Nürnberg glich die Serie durch 2 Overtime-Siege in Folge aus, nachdem sie zweimal recht unglücklich verloren hatten.

 

Und sonst?

  • Handball: Der spannende Titelkampf (immer noch haben ein halbes Dutzend Team mehr oder wenige gute Chancen) geht ins letzte Saisondrittel. Am Samstag treffen die MT Melsungen und der THW Kiel aufeinander, die beide zuletzt empfindliche Niederlagen gegen HSV Hamburg und der SG Flensburg-Handewitt erlitten haben.
    Spitzenreiter Füchse Berlin (dank des mit Abstand besten Torverhältnissesaller Mannschaften) sollte am Sonntag gegen Hamburg wenig Probleme haben, ist aber sicher gewarnt
  • Basketball: Wieder mal einen Doppelspieltag gibt es in der Euroleague, in der es im Kampf um die Play-offs extrem eng zugeht. Zwischen Rang 5 und 12 sind es gerade mal 2 Siege Unterschied bei noch 4 ausstehenden Partien. Der FC Bayern (17:13 Siege) spielt heute beim FC Barcelona (17:13) und empfängt am Donnerstag Partizan Belgrad (15:15). Der deutschen Vollständigkeit halber: Alba Berlin, abgeschlagen Letzter, spielt heute bei Partizan und am Freitag gegen Bologna.
    Und damit es Basketball-Profis nicht langweilig wird, gibt es am Wochenende noch Bundesliga. Tabellenführer FC Bayern am Samstag in Würzburg, Alba, nur noch mit kleinen Play-off-Chancen, gnädigerweise erst am Montag in Heidelberg
  • Motorsport: Die Motorrad-WM zieht nach Austin/Texas weiter. In der MotoGP vielleicht die Fortsetzung der Marquez-Festspiele. In den 2 Rennen bisher siegte jeweils Marc (der achtmalige Champion) vor seinem jüngegren Bruder Alex.
  • Wintersport: Ab heute finden in Bostoner TD Garden die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften statt. Eine Sportart, die ich praktisch nicht mehr verfolge. Doch das deutsche Paar Minerva Hase/Nikita Volodin gehört als Europameister zu den Top-Favoriten.
    Letztlich ist die WM wie in den Jahren zuvor ein Muster ohne Wert, weil die klar führende Nation aus bekannten Gründen nicht dabei sein darf. Wer es trotzdem sehen will, die ARD spendiert wenigstens Live Streams, zB die Paarlaufkür am Donnerstag ab 23.15 Uhr).

 

 

 

 

Warum ich Sport so liebe

Zwei ganz großartige Wettkämpfe hatte das Wochenende zu bieten, weswegen ich diese besonders und gesondert außerhalb des Wochenrückblicks würdigen will. Mailand – San Remo, das erste Monument des Radsport im Jahr zum einen, das unglaublich spannende Finale um den Biathlon-Weltcup zwischen Franziska Preuß und Lou Jeanmonnot. Beide Wettbewerbe waren bis zum gücklichen/bitteren Ende absolut nicht vorherzusagen. Sport in seiner spannendsten, schönsten, aber auch grausamsten Form. Um bei einem dieser kostbaren Momente live dabei zu sein, ohne dass ich das Ergebnis kenne, deshalb tue ich mr das überhaupt an.

 

Tadej Pogacar bleibt unvollendet – vorerst

 

Auch der missgünstigste Konkurrent, der übellaunigste Radsportreporter und kritischste Fan wird nicht bestreiten, dass Tadej Pogacar der zurzeit mit Abstand beste Radsportler der Welt ist. Im vergangenen Jahr gewann er Giro und Tour hochüberlegen mit je 6 Etappensieger, wurde quasi nebenher Weltmeister und sicherte sich mit zum teil abenteuerlichen Alleinfahrten die Flandern-Rundfahrt und im Herbst die Lombardei-Rundfahrt. So überlegen war er teilweise, als ob er einen Motor im Rad hätte: hatte er nicht, und auch die bei derlei Ausnahmeleistungennicht verstummenden Dopinggerüchte versandeten in stets negativen Proben. Lege ich diesbezüglich meine Hände ins Feue? Gewiss nicht.

Und doch: Auch der stets angriffslustige Slowene hat noch einen Sehnsuchtstitel und der heißt: Mailand – San Remo, die Primavera im März, wenn sie aus de oft grauen und diesmal gar regnerischen Milano zur Mittelmeerküste fahren, wo dann die Sonne scheint. Mit 280 Kilometer die längste Eintagesfahrt, das erste Radmonument des Jahres. Mit dem ganz speziellen Profil, denn stets entscheidte sich das Rennen erst spät, an den steilen, giftigen Anstiegen zur Cipressa und vor allem ganz zum Schluss zum Poggio, wo vom Gipfel es nur noch 9 Kilometer hinab ins Ziel geht.
Pogacar, der als einziger der sogenannten Klassementfahrer auch die Klassiker richtig ernst nimmt, hat schon einige Versuche getan. Vergebens. Auch in de Ausgabe 2025 zählte er zu den Favoriten. An der Cipressa sprengte sein Antritt das Feld, allerdings konnten der bärenstarke Matthew van der Poel, Sieger 2023, und der italienische Zeitfahrspezialist Filippo Ganna folgen. Am Poggio versuchte es Pogacar erneut, mit vielen Antritten, doch van der Poel wich nicht vom Hinterrad, verrichtete aber relativ wenig Führungsarbeit. Gann afiel zurück, aber der waghalsige Italiener kam in der halsbrecherischen Abfahrt zurück. Einen Kilometer vor der Ziellinie war das Trio wieder zusammen. Der Ausgang? Völlig ungewiss. Höchstens Spekulatius, wer noch am.meisten Kräfte hätte. Doch als dann der so vielseitige wie eisenharte Tempobolzer van der Poel antrat, da hatte Pogacar nichts mehr entgegenzusetzen und musste sich gar hinter Ganna mit Platz 3 zufriedengeben. Zu wenig für den enttäuschten Slowenen, der tapfer bekannte, dass er es 2026 wieder versuchen wolle bei Mailand – San Remo, dem Rennen, das ihn bis in seine schlaflosen Nächte verfolgt.

 

Die Gold-Franzi

 

Schon vor dem letzten Weltcup-Biathlon-Wochenende der Saison war klar, dass die Entscheidung bei den Frauen eine ganz knappe werden würde. Was dann allerdings Franziska Preuß und Lou Jeanmonnot am Holmenkollen der gebannten Öffentlichkeit an der Strecke und den Fernsehschirmen boten, schlägt fast alles, was an Spannung erträglich ist.
Teil 1, der Sprint. Hier gehen die Athletinnen im Intervallstart auf die Loipe und zu den beiden Schießübungen liegend und stehend. Schnell war klar, dass Preuß und Jeanmonnot die Plätze 1 und 2 unter sich ausmachen würden. Preuß legte vor nach fehlerlosem Schießen mit der Startnummer 42: Klare Bestzeit, und in den Zwischenzeiten war sie immer etwas schneller gewesen als die Französin. Die allerdings mit der 48 den Vorteil hatte, dass sie die zu schlagende Zeit von Preuß kannte. Sie lief um ihr Leben – und blieb letztlich 0,2 Sekunden hinter der Deutschen zurück, die ihren Vorsprung in der Weltcupwertung auf 35 Punkte ausbaute.
Teil 2, die Verfolgung: Da nach den Zeitabständen des Sprints gestartet wurde, gingen Preuß und Jeanmonnot praktisch zeitglech auf die Strecke. Beim ersten Schießen patzte Preuß einmal, beim zweiten Jeanmonnot. Das 3. Schießen brachte die Vorentscheidung: Jeanmonnot 0, Preuß 2, . Den Valso 2 Strafrundenorsprung brachte die Französin letztlich sicher ins Ziel, während Preuß Fünfte wurde. Jetzt führte Jeanmonnot mit 5 Punkten.
Teil 3, der Massenstart: Wie der Name sagt: Alle 30 Athletinnen gehen gleichzeitig in die Spur. Erstes Schießen, Jeanmonnot schießt ungewohnt langsam, ja zittrig und einmal daneben, Strafrunde und 30 Sekunden Rückstand. Doch die Spitze um Preuß bummelt, und Jeanmonnot verkürzt erheblich. Dennoch führt die weiter fehlerlose Preuß auch nach dem zweiten Schießen. 3. Schießen: Preuß patzt, Jeanmonnot fehlerfrei, jetzt ist sie knapp in Führung, aber Preuß holt in der 4. Runde auf, sodass beide praktisch gleichzeitig zum 4. Schießen stehend kommen.
Jetzt treffen beide jeweils alle 5 Scheiben – es ist unglaublich. Gleichauf machen sie sich auf die letzte und entscheidende Runde der gesamten Saison. Klar ist jetzt schon: Wer vor der anderen liegt, wird den Gesamtweltcup gewinnen. Beide taktieren, sodass die Schwedin Hanna Öberg aufholen kann, was die Sache noch komplizierter macht. Öberg geht es allerdings nur um den Einzelsieg am Holmenkollen.
Als alle Zuschauer schon nägelkauend auf den Endspurt warten, das Missgeschick. Jeanmonnot verhakt ihre Ski, kommt zu Sturz, und Preuß nutzt das Missgeschick und setzt sich entscheidend ab. Sichert sich den Rennsieg und auch den Gesamtweltcup. Wunderbar danach die Bilder, wie die Siegerin Preuß und das gesamte französische Team die todunglückliche Jeanmonnot trösten.
Zwar legt Frankreich Protest wegen angeblicher Behinderung ein, doch der war wahrscheinlich eher pflichtschuldig ohne Hoffnung. und wurde schnell abgebügelt. Jeanmonnot ist über den eigenen Stock gestolpert.

Was Preuß und Jeanmonnot, die schon die ganze Saison dominiert haben, trotz der enormen Nervenbelastung am Holmenkollen gezeigt haben, war außergewöhnlich. Keine profitierte von einer Schwäche der anderen, beide waren dem übrigen Feld (aus lauter Weltklasseläuferinnen) hochüberlegen. Preuß belegte in den 3 Oslo-Rennen die Plätze 1, 5 und 1, Jeanmonnot wurde Zweite, Erste und Dritte.

Am Ende war Preuß, die endlich mal eine ganze Saison über gesund blieb, einfach die etwas Glücklichere;verdient hat sie es allemal, und Jeanmonnot ist auch erheblich jünger und wird ihre nächsten Chancen sicher bekommen und dann wahrscheinlich auch nutzen.

 

 

 

 

Cleveland Cavaliers – Krise oder nur Durchschnaufen?

Blick über den Teich, NBA und NHL

 

In nicht einmal einem Monat beginnen jeweils die Play-offs. Viele Positionen sind weitgehend bezogen, der Kampf um die Plätze mutet mir dieses Jahr seltsam unengagiert an, viele Partien määndern so vor sich hin, wobei ich das in der NHL nicht so sklavisch verfolge wie in der NBA.
Anmerkung: Wenn ich „sicher“ schreibe, so heißt das nicht unbedingt mathematisch fix, sondern eher relativ bis sehr wahrscheinlich.

 

NBA

 

Etwa 70 Spiele sind absolviert, 12 stehen noch an. Im Osten stehen die 6 Teams, die es direkt in die Play-offs schaffen mehr oder weniger fest, im Westen gibt es um die Qualifikation noch ein Hauen und Stechen mit für mich völlig unvorhersehbarem Ausgang

 

Eastern Conference

 

Vielleicht gerade zur rechten Zeit nehmen sich die Cleveland Cavaliers eine Ergebniskrise. Zuletzt verlor das beste Team im Osten vier Partien hintereinander, darunter nicht gerade gegen Spitzenmannschaften wie die Orlando Magic und Sacramento Kings. Trotzdem dürfte ihnen der Nummer-1-Platz und damit das Heimrecht im Osten nicht mehr zu nehmen sein. Die Boston Celtics blasen zwar zur Aufholjagd, doch der Rückstand von 5 Siegen dürfte zu groß sein. Oder steckt hinter den Niederlagen der Cavs mehr dahinter als eine kleine Formdelle?

Überhaupt scheinen im Osten viele Plätze schon bezogen.
1. Cavs
2. Celtics
3. Knicks
4./5./6. Bucks, Pacers, Pistons: Dieser Dreikampf geht um das wichtige (?) Heimrecht in der 1. PO-Runde, die diese Mannschaften sicher  erreichen dürften.

Dahinter machen 4 Teams die Plätze 7 bis 10 unter sich aus, weil das Quintett dahinter keinerlei Ambitionen mehr hat, vorne anzugreifen, sondern viel lieber möglichst vielk verlieren will, um einen Top-Draft-Pick zu erlangen, das regelmäßige Tanking-Ärgernis. Sehr formstark scheinen mir gerade die Atlanta Hawks und Chicago Bulls, während die Orlando Magic und Miami Heat eher schwächeln.

 

Western Conference

 

Vorne allein die Oklahoma City Thunder, dahinter ein wüstes Durcheinander mit Aufs und Abs aller involvierten Teams. Ich könnte zurzeit seriös tippen oder auch würfeln, und meine Erfolgswahrscheinlichkeit, wer wo landet, wäre mehr oder weniger dieselbe. Sehr geprägt sind die Kurven gerade hier von den Verletzungen/Nichtverletzungen der Stars; nicht nur ob ein Steph Curry (Warriors) und LeBron James/ Luka Doncic (LA Lakers) überhaupt spielen können, sondern auch in welchem Zustand. Kaum glaube ich, dass sich die Warriors gefangen haben nach der Verpflichtung von Jimmy Butler, fällt Curry aus. Kaum scheinen die Lakers richtig stark zu sein, sind James und Doncic angeschlagen und erleiden ein Heimdesaster gegen die Chicago Bulls.
Und wie soll ich die aufstrebenden Houston Rockets und Memphis Grizzlies bewerten, wie die mich am meisten überraschenden Los Angeles Clippers? Fragen über Fragen, nur seriöse Antworten vermag ich kaum zu geben.

Für mich den besten Eindruck hinter den Thunder machen also gerade die Rockets, die nach einem Zwischen-Tief zuletzt 9 Siege hintereinander eingefahren haben, vielleicht nicht gegen Kontrahenten der allerersten Güte, aber immerhin etwa bei den Florida-Teams aus Miami und Orlando.

Warum denn nicht die Denver Nuggets? Weil es 2 unterschiedliche Nuggets gibt. Die mit einem Nikola Jokic in Top-Form, die sogar den Thunder gefährlich werden können, und die ohne Jokic, die vielleicht nicht einmal die Play-offs erreichen würden. Nicht nur statistsch sind die unterschiedlichen Zahlen unfassbar, das ganze Denver-Spiel ist derart auf Jokic ausgelegt, dass es ohne ihn ein echter Krampf ist. Mein Tipp: Die Nuggets kommen direkt in die Play-offs, dann wird sich Jokic in der 1. Runde aufreiben, um dann in der 2. relativ kraftlos die Segel streichen lassen. Ich werd doch mal spekulieren dürfen …

Letztlich ist die endgültige Klassifizierung fast egal, weil der Heimvorteil in langen Play-off-Serien gerade im Basketball vielleicht nicht die entscheidende Rolle spielt (außer natürlich im Spiel 7).

Zuletzt blicke ich noch auf den Dreikampf um die Plätze 9 und 10, der noch fürs Play-In-Turnier berechtigt. Den tragen die Sacramento Kings, Phoenix Suns und Dallas Mavericks untereinander aus. Wer es dann letztlich schafft und sich dann tatsächlich für die Play-offs qualifiziert, den erwartet dann als zweifelhafte Belohnung die übermächtig scheinenden Thunder und das praktisch sichere Aus. Angesichts dieses traurigen Ausblicks: Wäre es nicht fast schlauer, die Play-Ins Play-Ins sein zu lassen, und als 11. der Conference auf einen tollen Draft-Pick eines vielversprechenden 25er-Jahrgangs zu hoffen? Ich könnte mir vorstellen, dass gerade in Dallas derlei Gedanken kursieren angesichts der Verletztenwelle (unter anderem: Saisonaus Irving, langer Ausfall Davis etc.).

 

NHL

 

Die von mir eher vernachlässigte Liga, zumindest vor den Play-offs. Auch hier ist die Spannung im Kampf um die Plätze eher eine Scheinspannung. Heimvorteil ist zwar gut und schön, aber deshalb alle Kräfte zu verpulvern, das macht kein Team. So schonen zurzeit die Edmonton Oilers den angeschlagenen deutschen Top-Scorer Leon Draisaitl, damit er in den Play-offs wieder topfit ist.
Ich halte ja immer zu einem kanadischen Team (welches, ist mir fast egal), ein Titel nach 1993 (!) wäre gerade in dieser politisch heiklen Phase ein echtes Zeichen. Also: Go, Canada, go!

 

Eastern Conference

 

Die Washington Capitals haben Platz 1 sicher.
Dahinter gibt es einen Vierkampf um Ränge 2 bis 5 (Carolina, Titelverteidiger Florida, Toronto, Tampa). Fast sicher in den Play-offs sind New Jersey und die mich sehr überraschenen Ottawa Senators mit Tim Stützle. Um den letzten freien Platz 8 rittern die Montreal Canadiens sowie die beiden Teams aus New York (Rangers und Islanders). 2 Teams dahinter t (Columbus und Detroit/Moritz Seider) müssen auf Aussetzer hoffen, der Rest darf für die nächste Saison planen..
Im Gegensatz zur NBA würde ich dem Achten gegen den Ersten Washington durchaus Play-off-Chancen einräumen, das gilt auch für den Westen.

 

Western Conference

 

Ein ähnliches Bild: Vorne auf Platz 1 souverän die Winnipeg Jets, dahinter ein wüstes Gerangel umd die Plätze, in dem gerade die Dallas Stars die besten Chancen auf Rang 2 haben.
Sicher in den Play-offs dabei sind dahinter (in der jetzigen Reihenfolge, die sich noch sehr ändern kann) die Las Vegas Knights, Colorado Avalanche, Edmonton Oilers, LA Kings und Minnesota Twins.
Auch hier gibt es noch ein Hauen und Stechen um Platz 8, in den die St. Louis Blues, Calgary Flames, Vancouver Canucks und sogar Utah Hockey Club verwickelt sind. Go, Calgary oder Vancouver

 

Owetschkins Torejagd, die Statistikler ist Nathas McKinnon von den Colorado Avalanche (10

 

Mindestens so spannend wie das Play-off-Rennen ist die Frage, ob Alexander Owetschkin von den Washington Capitals schon diese Saison den Allzeit-Torrekord von Wayne Gretzky (894) einstellen oder gar überbieten kann. Derzeit hält der Russe bei 888 Treffern: Er hat noch 12 Partien, um die 6 respektive 7 Tore zu erzielen. Statistich haut das zurzeit gerade so hin, denn Owetschkin war zuletzt in jedem zweiten Spiel erfolgreich.
Ich persönlich brauche das jetzt übrigens nicht unbedingt, dass der Putin-Freund Owetschkin den Rekord knackt, so sehr ich die unfassbare sportliche Leistung anerkenne. Spätestens in der neuen Saison wird es allerdings so oder so der Fall sein.

Weil wir schon bei den Stats sind: Leon Draisaitl führt mit 49 Treffern klar die Rangliste an. Ihm dürfte die Trophäe als bester Torjäger bei 11 Toren Vorsprung auf den Zweiten Nylander kaum noch zu nehmen sein. Und mit 101 Scorerpunkten hat er erneut einen dreistelligen Wert. Er kann jetzt also beruhigt seine Verletzung auskurieren und sich auf die Play-offs konzentrieren.
Bester Punktesammler ist Nathan McKinnon von den Colorado Avalanche, der auch mit Abstand die meisten Assists gab (77).