Team Kanada jubelt über Prestige-Erfolg

Blick über den Teich, Allstar-Woche bei NHL und NBA

 

Die All-Star-Zeit in verschiedener Form sind bei NBA und NHL Geschichte. Im sehr prestige-trächtigen 4-Nationen-Turnier setzte sich am Ende Kanada heute Nacht im Endspiel zu Boston mit 3:2 nach Overtime gegen die USA durch. Den entscheidenden Treffer erzielte der beste Spieler der Welt Conor McDavid, ein standesgemäßes Ende.
Das sehr engagiert geführte Turnier hatte nichts mit den Larifari-Allstar-Treffen der vergangenen Jahre zu tun. Gerade das Duell Kanada gegen USA war, auch durch die Bundesstaat-Faseleien (oder steckt sogar mehr dahinter?) des US Präsidenten, hoch emmotional. Während sich beim ersten Treffen der beiden vor einer Woche in Montreal diese Emotionen durch Schlägereien auf dem Eis und Hymne-Ausbuhgen entlud, blieb es in der Nacht zu Freitag weitgehend sportlich, und das obwohl DT vor der Partie noch mal Öl ins Feuer gegossen hatte, unter anderem verhöhnte er Kanadas Noch-Premier Justin Trudeau als Gouverneur Trudeau
Gerade in  Nordamerika war die Angelegenheit bitter ernst, zumindest lässt sich das aus den Reaktionen der Spieler, aber auch der Medien schließen. Inwieweit sich insgesamt vier (respektive drei für Schweden und Finnen) kräfteraubende Partien auf die Fitness der Spieler auswirkt, bleibt abzuwarten. Die Skandinavier werden zudem anführen, dass sie auf hervorragende Spieler außerhalb der NHL nicht zurückgreifen konnten.

Nächstes Jahr wird es kein Allstar-Weekend geben, da die NHL wegen Olympia in Mailand Pause macht und dort die besten Spieler der Welt für ihre Länder antreten, dann sind auch tschechische, deutsche und schweizer Stars dabei.

 

 

NBA

 

Auch das All-Star-Game-Weekend der NBA wurde in einem neuen Format ausgetragen. Das „Game“ wurde in ein Viererturneir gesplittet: nicht mehr Ost gegen West, sondern die auserwählten 24 Profis wurden in. drei Teams (Grundidee: international, Junge, Erfahrene) aufgeteilt, zudem wurde zwei Tage zuvor ein viertes Team in einem weiteren Viererturnier ermittelt. Gespielt wurde jeweils auf 40 Punkte.
Gerade der Sonnta zog sich extrem lange hin. Für knapp 45 Minuten brauchte es sage und schreibe mehr als drei Stunden (Vorstellungen, Werbung, Analysenen, wieder Werbung und das wurde unterbrochen durch ein bisschen Basketball-Zocken, dessen Ergebnis völlig egal war. Gerade in der originalen TNT-Übertragung überboten sich smanche „Experten“ in Hohn und Spott und Häme.

Gedanken muss sich die NBA auch um ihren Samstag machen. Gerade der Dunk-Wettbewerb gerät zur Farce, denn die besten Stars der Liga meiden. Zum dritten Mal in Folge gewann Mac McClung den Wettbewerb mit spektakulären und auch bestens gelungenen Auftritten. Der ist wohl nur noch deshalb überhaupt im erweiterten Kader der Orlando Magic. Vielleicht ist das die Zukunft: Absolute Spezialisten bereiten sich speziell auf den Dunk-Wettbewerb vor. Dann sieht das Publikum zwar keine großen Namen, aber eine tolle und kreative Dunking Show. 105.000 Dollar strich Mr. McClung ein, insgesamt hat er mit seinen drei Erfolgen 310.000 Dollares vedient, mehr als bei den Magic. Dafür, dass ohne ihn der Wettbewerb un terirdisch gewesen wäre, sind die 105.000 Dollar eigentlich viel zu wenig.

 

Jetzt hat die Spielpause endlich ein Ende. Sowohl in NHL und NBA sind noch knapp 30 Spiele zu bewältigen. Zumindest eine NBA-Übfersicht folt in den nächsten Tagen.

Drohung mit Atomkrieg – oder doch nur missglückte Satire

Immer wenn ich glaube, das mich nichts mehr überraschen und/oder erschüttern könnte, werde ich eines Besseren, eher eines Schlechteren belehrt. Wie am Mittwochabend.

Ein Wahlspot vor „Maischberger“. Ein Mann namens Dominic Soundso, mit rotem Baseball-Cap auf dem Kopf, mit Krawatte, weißem Hemd und ziemlich hässlichem Jackett sitzt an einem Schreibtisch. Ein Bildschirm, im Hintergrund eine EU-Fahne. Er schwadroniert von der Sicherheit, die jetzt Deutschland in die eigene Hand nehmen mus, weil Nato, die USA und die Schweiz sich nicht um uns kömmern. Wer den ersten Schlag tue, könne besser schlafen. Und dann: Deswegen werde er, respektive seine Partei, einen Atomschlag ausführen. Es folgen Bilder mit der atomaren Zerstörung, dem Atompilz. Und am Ende der eingeblendete Slogan. „Die Partei. Wir sind sehr gut.“

Bei mir und meinem schon nachtschlafendem (nicht Alkohol-vernebelt, wie ich betonen möchte!) Gehirn: Absolute Fassungslosigkeit. Habe ich das richtig gesehen und gehört? Ich spule zurück (nein, ich habe keinen Videorekorder mehr, also bildlich gesehen). Noch mal und tatsächlich. Der Mann im roten Käppi, dem Anzug und der Krawatte (Seriösität!) verspricht einen deutschen Atomschlag. Und endlich dämmert es. Das ist ja Satire. Die „Partei“, ihr wisst schon, Titanic, das Satireblatt, Sonneborn, die Gottschlakschen Buntstifte. Das gerade war ja luschtig (zumindest luschtig gemeint) und nicht bitterer Atom-Ernst. Und dann kommen die Einzelheiten: das rote Trump-Käppi mit dem Schriftzug „make Germany Great agein“, allerdings kaum lesbar, die Schweiz.

All das bleibt ohne Aufklärung, nicht einmal eine Erklärung, was das ganze soll, wird gegeben. Nur danach der unkommentirerte Insert-Hinweis der ARD, dass für den Inhalt des Wahlsports allein die Parteien verantwortlich sind. In diesem Fall, eher unverantwortlich und katastrophal schlecht gemacht. Satire darf zwar alles, muss aber lustig sein.

Andererseits: Sie hat ihr Ziel erreicht, weil ich mich so schön aufrege. Nur warum ich sie wählen soll, erschließt sich aus diesem Spot nicht.

Das war die Woche, die war

Wieder etwas verspätet, aber die für mich wichtigsten Ereignisse, die Ski-WM und den Fall Sinner, habe ich ausführlichst beleuchtet

 

Fantastische Franziska

 

Biathletin Franziska Preuß hat ihre überragende Saison bei der WM in Lenzerheide gekrönt. Drei Rennen, drei Medaillen, lautet die bis dato makellose Bilanz. Ihr Verfolgungs-Gold, als sie bei bei vier Schießübungen und 20 Schüssen fehlerlos blieb, war unfassbar eindrucksvoll. Was es ausmacht, wenn eine Sportlerin endlich mal nicht mit Krankheiten und/oder Verletzungen zu kämpfen hat wie jetzt die sfrüher so erkältungsgefährdete Franziska Preuß, „unsere“ neue „Gold-Franzi“ (ältere Schwimm-Fans werden sich erinnern …).
Höchstwahrscheinlich vier Auftritte hat Franziska Preuß noch in dieser Woche, doch selbst wenn sie keine weitere Medaille gewinnt (was im Biathlon schnell passieren kann, sie kann jetzt schon zufrieden sein mit der Bilanz.
Bei den Männern gibt es mit Johannes Tignes Böe eine noch imposantere Gestalt: 22 WM-Goldmeidaillen hat er nun insgesamt gesammelt, mehr als der große Ole Einar Björndalen, sein norwegischer Landsmann. Auch er hat noch 4 Auftritte, die Sammlung zu erweitern. Zumindest die deutsche Konkurrenz muss er bei all den Unwägbarkeiten dieser Sportart nicht fürchten, traurig was diese bisher in Loipe und am Schießstand fabrizierten.

 

Zum Titel gemauert

 

Nein, die Meisterschaft des FC Bayern in der Fußball-Bundesliga steht rechnerisch noch nicht fest, aber wer glaubt ernsthaft daran, dass die Münchner ihren 8-Punkte-Vorsprung auf Bayer Leverkusen (plus dem klar besseren Torverhältnis) noch verspielen? Ein duckmäuserisches 0:0 in de BayArena reichte. Bavarian Catenaccio ohne eigenen Torschuss, in dieser Form wohl noch nie gesehen. Bayer hochüberlegen, aber eher chancen-tödlich als eiskalt vor dem Tor, auch weil Treffsichere wie Schick und Boniface nur zusehen durften.
Leistung mau, Stimmung bestens. Zumal die Bayern während der Woche mit dem 2:1-Sieg bei Celtic Glasgow im stimmungsvollsten Stadion der Welt (da muss ich noch hin!) auch die Tür ins Achtelfinale der Champions League weit aufgestoßen wurde. Das schaffte auch Borussia Dortmund mit ddem 3:0 bei Sporting Lissabon. Dagegen schaut es beim BVB in der Bundesliga nur noch trostlos aus. 0:2 beim VfL Bochum, Trostlose Tristesse

 

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen

 

Der Club ist ein Depp! So lautet eine landläufige, liebevoll-verzweifelte Weisheit über den 1. FC Nürnberg. Der es als bisher einzige Verein geschafft hat als amtierender Meister (1969) abzusteigen und auch noch als amtierender Pokalsieger (2008) abzusteigen. Der komfortabelste Ausgangspositionen verspielt, wie beim legendären Abstieg 1999, als man eigentlich gar nicht absteigen konnte. Leidende Club-Fans wie Radiolegende Günter Koch („Ich melde mich vom Abgrund“) pflastern den Weg der Franken.

Der Club ist ein Depp: Daran musste ich denken, als die Franken letzte Woche die Entlassung von Olaf Rebbe bekannt gaben. Jener brillante Sportdirektor, der es zuvor in dre Transferperiode geschafft hat, Millionen und Abermillionen in die notleidende Vereinskasse zu scheffeln, was in dieser gebeallten Form noch nie ein Zweitligist geschafft hat. Mit dem Husarenstück, nein buchhalterischen Kunststück einen ausgeliehenen Spieler nach England zu verkaufen, dabei 7 Millionen Plus zu machen. Und der ausgeliehene Profi spielt weiter bis Saisonende für Nürnberg.

Anstatt Olaf Rebbe Kränze zu flechten aus Hochachtung und Dankbarkeit über sein Transferkunstwerk, das ganz im Sinne der Vereinsführung war, erfolgte die Trennung wegen Unstimmigkeiten über die Zukunft und Ausrichtung. Persönliche Animositäten zwischen Club-Führung und Sportdirektor, trifft es besser. Veletzte Eitelkeit oder was auch immer ritten Joti Chatzialexiou und die anderen Clubberer zu diesem Irrsinnsschritt, einen der fähigsten Kaderplaner (auch Diamantenauge genannt) zu feuern. Mitr und vielen anderen bleibt absolutes Staunen, totale Ungläubigkeit, die eben nur einen Grund hat: Der Club ist ein Depp.

 

Der unfassbare Noriaki Kasai

 

Auf dem ersten Blick ein völlig normales Ergebnis. Bei Heimspringen in Sapporo hat Noriaki Kasai als 47. die Qualifikation geschafft. Aber dann: Der Noriaki Kasai??? Mit 52 (!) Jahren??? Ist tatsächlich bei einem Wettbewerb unter die besten 50 Skispringer dieser Welt gekommen? Staunen und voller Hochachtung schaue ich aufs Ergebnis: Einige Landsleute hat er hinter sich gelassen und auch den Österreicher Michael Müller. So dass ganz Verwegene schon drauf spekulieren, er könnte sogar bei der WM ab nächster Woche in Trondheim mitmachen – in Norwegen also, dem Mutterland des Nordischen Skisports. Was für eine Krönung einer unglaublichen Karriere – ode will Kasai nächstes Jahr noch mal ran? Gar bei Olympia???
1988 (!) hat Noriaki Kasai sein erstes Weltcupspringen in Sapporo absolviert: Also vor 36 Jahren, da waren seine jetzigen Kontrahenten noch nicht mal geboren, und die Mauer stand auch. Sapporo war sein 579. Weltcupspringen – natürlich Rekord! Welch eine Disziplin muss Kasai haben, welch ein unglaubliches Gefühl für die Lüfte, weil der Absprung natürlich kaum mehr vorhanden ist. Es bleibt absolute Hochachtung. Origato Kasaisan!

 

Kanada vs USA – ein Stellvertreter-Kampf auf Eis

 

Die sogenannten Allstar-Weekends sind eigentlich ein Freudenfest. Die besten Spieler der Liga kommen zusammen, messen sich mehr oder weniger ernsthaft. Das führte vergangenes jahr zu einem absurden Basketballspiel in Indianapolis mit fast 400 Punkten.
Jetzt hatte die NHL eine famose Idee. 4 Länder sollten mit ihren besten Eishockey-Teams de Liga die beste küren, also Kanadier, US-Amerikaner, Schweden und Finnen. Und so trafen in Montreal Kanadier und Amis aufeinander. Nach der Trumpschen Forderung, Kanada wäre doch ein toller 51. Bundesstaat der USA, war die Stimmung, nun ja, vergiftet. Die US-Hymne wurde kautstark ausgepfiffen, und auf dem Eis? Gab es in den ersten 9 Sekunden gleich drei zünftige Raufereien. Diese gehören tatsächlich zum Eishockey wie de Puck, sind aber eher folkloristische Unterhaltung, diesmal allerdings mit bitterem Ernst ausgetragen. Und zumindest die US Boys hatten diese Kämpfe schon vorher geplant, minutioös die Kämpfenden ernannt. Das teilten sie nachher unverblümt mit, stolz ihre geschwollenen Gesichter in die Kameras zeigend.
Das Eishockey-Verhältnis Kanada – USA ist ohnehin nicht das Beste, und jetzt ist es total vergiftet. Die Kanadier begreifen sich als das wahre Eishockey-Land. Sie verachten die US-Amerikaner, die diese Sportart gekapert hätten und landestypisch überkapitisiert über-entertainisiert hätten. Unvergessen der Aufschrei der gesamten Nation, als 1988 the „Great One“ Wayne Gretzky dem Gelde folgte und in Los Angeles (!) bei den Kings (sic) anheuerte. Warmes Kalifornien statt (zumindest im langen Kanada-Winter) eiskaltes Edmonton – ein Affront.
Jetzt also Trumps Anneketions-Pläne:  vielleicht erratische Match-Illusion, vielleicht auch völlig Ernst gemeint, wer weiß das schon bei dem Irren im Weißen Haus.
Und weil es so schön war in Montreal, trifft man sich ein zweites Mal im Leben. Bereits in der Nacht zum Donnerstag, diesmal in Boston, wenn Kanadier und Amerikaner das Endspiel bestreiten und die insgesamt vierte Partie innerhalb einer Woche. Von Schonung, wie sonst bei den All-Star-Events, wird da keine Rede sein. Da wird ohne Ende gekämpft, wahrscheinlich bis aufs Blut. Die Teams werden ihre helle Freude haben, wenn ihre müden Stellvertreter-Krieger zurückkehren.

 

 

Das wird die Woche, die wird

Dortmund und Bayern im Schongang?

 

Diese Woche stehen die Rückspiele der Zwischenrunde in den europäischen Fußball-Wettbewerben an. Borussia Dortmund (3:0 bei Sporting Lissabon) und Bayern (2:1 bei Celtic) haben für ihre Heimspiele gute Ausgangspositionen. Al sehen, wie sie es angehen.
Auch Real Madrid geht mit dem Bonus eines 3:2-Auswärtssieges ins Rückspiel gegen Manchester City.
Das Programm im einzelnen. In Klammern: Hinspiel

Dienstag

18:45: AC Mailand – Feyenoord     (0:1)
21:00: FC Bayern – Celtic              (2:1)
21:00: Atalanta – FC Brügge          (1:2)
21:00: Benfica – AS Monaco          (1:0)

Mittwoch

18:45: BVB – Sporting                  (3:0)
21:00: PSG -Stade Brest             (3:0)
21:00:  Eindhoven – Juventus      (1:2)
21:00: Real Madrid – ManCity.     (3:2)

 

Am Donnerstag darauf spielen Europa und Conference League. Der 1. FC Heidenheim hat das Hinspiel in Kopenhagen nach 0:1-Rückstand mit 2:1 gewonnen.

 

Franzi Preuß bleibt auf Medaillenjagd

 

Bisher läuft es glänzend für die Deutsche bei der Biathlon WM in Lenzerheide. Nach Bronze in der Mixed-Staffel wurde sie im Sprint Zweite und triumphierte am Sonntag in der Verfolgung, als sie bei 20 Schüssen ohne Fehler blieb und auch in der Loipe gut zrechtkam. Am Dienstag steht das Einzel an, am Donnerstag die Single-Mixed-Staffel und am Wochenende die Staffeln sowie die Massenstarts. So toll es für Preuß läuft, so enttäuschend ist bisher das Abschneiden der deutschen Männer. Johannes Tignes Boe dürfte weiter das Maß aller Dinge sein, den es zu schlagen gilt.

Und sonst?

  • Bundesliga: Im Titelrennen ist die größte Spannung raus nach dem glücklich ermauerten 0:0 der Bayern bei Bayer Leverkusen. Am Sonntag erwarten die Münchner Eintracht Frankfurt, das Platz 3 festigte (So., 17:30).
    Im Abstiegskampf punktet der VfL Bochum weiter fleißig, jetzt geht es zum VfL Wolfsburg. Etwas für Unfall-Glotzer wird das sogenannte Topspiel am Samstagabend zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Union.
  • 2. Bundesliga: Der HSV bleibt eine besondere Wundertüte und der Wundertüten-Liga. Am Freitag wartet das Heimspiel gegen den erstaunlichen 1. FC Kaiselsautern, der Zweite spielt gegen den  also den Dritten.
  • Internationaler Fußball: In England kommt es zum Schlager zwischen Meister ManCity und dem Tabellenführer FC Liverpool. Bei den Reds ist ein wenig die Leichtigkeit verlorengegangen, aber die Ergebnisse stimmen noch einigermaßen. City geht es in der Meisterschaft nur noch um einen Champions-League-Platz. Sollte das Pep-Team am Mittwoch in der Königsklasse bei scheitern, geht es den Rest der Saison eh nur noch um Schadensbegrenzung.
  • Handball: Die HBL ist eng wie noch selten. Derzeit trennen die ersten 6 gerade mal vier Minuspunkte. Nächster Schlager am Sonntag, wenn die Füchse Belin die SG Flensburg-Handewitt erwarten.
    Während der Woche internationale Spiel in Champions League und EHF-Cup.
  • Basketball: Atempause in Liga und Pokal, denn die nächsten EM-Qualifikationsspiele stehen an. Die deutschen Weltmeister (ohne die NBA-Weltmeister) müssen am Donnerstag in Montenegro und am Sonntag gegen Bulgarien antreten. Zwei Siege – und die Qualifikation wäre perfekt.
  • Eishockey: Acht Spiele sind es in der DEL noch im Grunddurchgang. Zurzeit am besten drauf ist RB München. Seitdem dort Don Jackson wieder an der Bande steht, eilen die Roten Bullen von Sieg zu Sieg. Der direkte Play-off-Platz ist damit gesichert, den auch Ingolstadt, Berlin und Mannheim (praktisch) fix buchen können.
  • Wintersport: Nicht mal eine Woche nach dem Ende der WM geht es für die Alpinen weiter. Die Frauen bestreiten ab Freitag in Sestriere 2 Riesenslaloms und einen Slalom. Die Männer am Samstag und Sonntag in Crans Montana Abfahrt und Super-G.
    Langläufer und Skispringer pausieren hingegen im Hinblick auf die Nordische Ski-WM ab nächster Woche in Trondheim.
  • US Sport: Nach der Unterbrechung für All-Star-Wettbewerbe geht es in NBA und NHL ab der Wochenmitte weiter. Knapp zwei Monate sind es noch jeweils bis zu den Play-offs, da kann noch einiges passieren.
  • Tennis: Die Südamerika-Serie bei den Männern wird in Rio fortgesetzt. Besonderes Augenmerk gilt natürlich dem brasilianischen Jungstar Joao Fonseca, der gerade in Buenos Aires sein erstes ATP-Turnier gewonnen hat. Alexander Zverev ist an Nummer 1 gesetzt. Außerdem spielen die Männer in Doha (u. a. mit Alcáraz, De Minaur, Djokovic) und die Frauen in Dubai, wo praktisch die gesamte Weltelite am Start ist.

Bronzener Slalom-Löwe

Alpine Ski-WM in Saalbach, XI

 

Zum Abschluss das erste Slalom-Gold der Männer für die Schweiz seit 75 (!) Jahren, und Linus Straßer vom TSV 1860 München holt doch noch eine Medaille für Deutschland.

 

Slalom der Männer

 

1. Durchgang

 

Cer vierfache Saisonsieger Clement Noel zog die im Slalom fast immer günstige Nummer 1 und legte gleich eine Zeit hin, an die niemand mehr herankommen sollte. Ihm am nächsten kam noch der Schweizer Loic Meillard, der Rest hatte schon mehr als eine halgbe Sekunde Rückstand: Das Trio Atle Mc Grath, Timon Haugan(beide Norwegen) und Straßer trennten gerade mal 13 Hundertstel. Der Rest mit Manuel Feller an der Spitze (1,26) hatte schon praktisch keine Medaillenchance mehr.

 

2. Durchgang

 

Wie immer bei Großereignissen: volle Attacke. Der Österreicher Dominic Raschner knallte als 22. Platzierter (also Startnummer 9) eine Gesamt-Bestzeit hin, die lange Bestand halten sollte, und keiner kam ihm zweiten Durchgang auch nur annähernd an seine Laufbestzeit.Sein Landsmann Manuel Feller übernahm dann vor den letzten fünf Startern die Führung, aber seine Zeit war nicht das Top-Top-Ergebnis. Es begann das deutsche zittern. Linus Straßer hatte einen saehr feinen Lauf, ließ aber wie im ersten Durchgang etwas Zeit liegen. Trotzdem Platz 1, und jetzt begann das Zittern um die Medaille. Timon Haugan, zu fehlerhaft. Atle McGrath, sehr feien Klinge und besser als der Skilöwe. Doch klar un terboten von Loic Meillard, zeitweise auf der ramponierten Piste wie auf Schienen unterwegs.
Vor dem letzten Starter Noel führte der Schweizer vor McGrath und Straßer, es war klar, würde der Franzose einigermaßen runterkommen, bliebe Straßer nur Blech. Fast ein schlechtes Zeichen für den Franzosen: Sein Trainer hatte den Kurs ausgeflaggt. Noel begann zittrig, doch sein Vorsprung hielt bis zur 1. Zwischenzeit, dann nur eine kleine Unachtsamkeit – eingefädelt, Aus, das Los des Slalomfahrers. Des einen Pech war der anderen Glück. Meillard bejubelte sein erstes Einzelgold bei einem Großereignis, McGrath und Straßer über ihre ersten Medaillen. Und Deutschland fährt nicht ohne Edelmatall nach Hause. Die Ski-Nation Schweiz feiert dagegen ihr erstes Slalom-WM-Gold der Männer seit 75 Jahren, man will es kaum glauben.

 

Ergebnis

 

Gold: Loic Meillard (SUI)          1:54,02
Silber: Atle McGrath (NOR)        +0,26
Bronze: Linus Straßer (GER).      0,56

4. Manuel Feller (AUT) 0,79, 5. Timon Haugan (NOR) 0,89, 6. Dave Ryding (GBR) 1,51, … 13. Henrik Kristoffersen (NOR/TV) 2,08

 

Die Medaillengewinner

 

Loic Meillard: Der Schweizer gehört seit gut fünf Jahren zur Weltspitze in Slalom und Riesenslalom, doch ein echter Siegfahrer ist er nicht. Erst vier Weltcuprennen gewann der 28-Jährige und erst einen einzigen Slalom im März 2024. Er kehrt reich medaillenbeschert aus Saalbach zurück mit zweimal Gold (Slalom, Team-Kombi) und Bronze im Riesenslalom
Atle McGrath: Gehört der relativ jungen norwegischen Garde an wie Haugan, Alexander Steen Olsen und Lucas Braathen (jetzt Brasilien). Drei Weltcupsiege berbuchte der Sohn des ehemaligen amerikanischen Skirennfahrers und einer norwegischen Langläuferin.
Linus Straßer: Bisher war es nicht die Saison des „Ski-Löwen“. Vergangenes Jahr hatte er noch die Slalom-Klassiker in Kitz und Schladming gewonnen, bis dato blieb er 2025 ohne Podestplatz, allerdings zeigte er zuletzt aufsteigende Form (Laufbestzeit in Schladming, ehe sein eigener Trainer den 2. Lauf verhunzte mit einem ihm nicht behagenden Kurs). Sein zweites WM-Brone nach Team 2021), bei Olympia 2022 wurde er sogar Zweiter.
Der 32-Jährige ist reiner Slalom-Spezialist, gewann 5 Rennen und wurde vergangene Saison Zweiter hinter Feller im Slalom-Weltcup.

 

Ski WM – meine Bilanz

 

Die Schweiz – Triumph beim Erzrivalen

 

Mit Abstand erfolgreichste Mannschaft war die Schweiz mit letztlich 12 – so viele wie noch nie und das in der Höhle des Österreichischen Löwen (schiefes Bild). Das kam nach der bisherigen Saison wahrlich nicht überraschend. 4 der 5 Männer-Entscheidungen verbuchten die Eidgenossen für sich, ausgerechnet der vermeintlich größte Favorit in einer Disziplin überhaupt (Marco Odermatt im Riesenslalom) gewann nicht. Der musste sich mit einer Goldmedaille im Super-G zufriedengeben, auch weil er freiwillig auf einen Start in der Team-Kombi verzichtete, weil er sich auf den Riesenslalom, blöd gelaufen.
Auch bei den Schweizer Frauen stach nicht jeder Trumpf. Allein die Slalomspezialistin Camille Rast raste zu Gold. Lara Gut-Behrami passten die Strecken nicht, kam am Ende nur zu Team-Kombi-Silber

 

Österreich – mehr als zufrieden

 

Sieben Medaillen – darauf hofften bestenfalls unverbesserliche Austria-Optimisten. Doch nach dem verpatzten Team-Mixed (Aus im Viertelfinale) lief es prächtig mit dem unerwarteten Titel für Stephanie Venier im Super-G und Medaillen in allen Speed-Disziplinen. Das i-Tüpfelchen setzte dann Raphael haaser mit dem völlig unerwarteten Triumph im Riesenslalom, nachdem er schon im Super-G  geholt hatte – und das nur einen Tag nach dem Kreuzbandriss seiner Schwester Ricarda. Natürlich gab es auch hier Enttäuschte wie Manuel Feller, der ohne Medaille blieb, aber das ist unausweichlich bei einem Großereignis, wo nur die Medaillen zählen, gerade in einer Skination wie Österreich und de Schweiz.

 

Die DominatorInnen

 

Den ganz großen, alles überstrahlenden Superstar gab es nicht. Niemand gewann Titel in zwei Einzelrennen. Eifrigster Medaillensammler war Loic Meillard (2 G, 1 B). Zwei Titel holten auch Breezy Johnson (Teamkombi, Abfahrt), Camille Rast (Team-Kombi, Slalom) und Franjo van Allmen (Team-Kombi, Abfahrt). Zwei Einzelmedaillen sicherten sich Federica Brignone (Silber Super-G, Gold Riesenslalom), Loic Meillard (Gold Slalom, Bronze Riesenslalom), Raphael Haaser (Gold RS, Silber Super-G).

 

🇩🇪 👓

 

Viele Erwartungen gab es nicht für das dezimierte Team. Pech hatte das Mixed-Team, das früh und reichlich unglücklich an der Schweiz scheiterte. Einen glänzenden Eindruch hinterließ die 21-jährige Emma Aicher mit drei prächtigen Fahrten in Abfahrt, Super-G und Team-Kombi-Abfahrt. Von den zwei Slolom-Trümpfen stach nur Linus Straßer, während Lena Dürr zu zaghaft blieb, Hoffnung macht die noch junge Riesenslalom-Garde der Männer, während es dort im Speed zappenduster aussieht.

 

Allgemeine Anmerkungen

 

Es war ein Skifest, das wahrscheinlich nur Österreich so feiern kann. Bestens besuchte Wettbewerbe, gute Stimmung auch genährt durch Austria-Erfolge, die vielleicht ein bisschen zu nationalistisch angehaucht gefeiert wurden.
Die Strecken waren selektiv, aber gerade im Speed nicht wirklich angsteinflößend und kaum Überwindung kostend. Es gab auch nicht die erinnerungswürdige Stelle. Auch spielte die Startnummer eine nicht unerhebliche Rolle.
Auffallend lang waren die Riesenslalom- und Slalomkurse. Auch deshalb waren die Abstände erstaunlich hoch, gerade auch in der Breite. So hatte die Zehnte im Riesenslalom schon 3,89 Sekunden Rückstand auf die Siegerin.

 

Und sonst?

 

Mikaela Shiffrin kam nach ihrer Stichverletzung im Bauch rechtzeitig zurück, war aber trotz Team-Kombi-Gold nicht auf der Höhe ihrer Kunst
Für sie in die US-Bresche sprangen Breezy Johnson, deren Abfahrts-Gold bei den Frauen am überraschendsten kam, und die junge Lauren Macuga mit Bronze im Super-G.
Die italienischen Männer blieben ohne Medaille, doch mit Gold für Federica Brignone und das Mixed-Team plus Silber für Brignone im RS werden die Azzurri leben können.
Die so starke Fraktion der norwegischen Techniker erreichten mit Bronze für McGrath das Minimalziel. Dafür sprangen im Super-G die überraschenden Bronze-Gewinner Kasja Eckhoff-Lie und AS Sejersted ein.
Die Grande Nation Frankreich blieb ohne jede Medaile – quelle desastre.
Auch Sara Hector