von Münchner Löwe | März 25, 2025 | bundesliga, Fußball, MLB, Motorrad, Wintersport, Wochenvorschau
Liga-Alltag im Fußball, Skifliegen in Planica, Tennis in Miami und der „richtige“ Beginn der MLB, das sind nur einige der Höhepunkte der Woche.
Meisterfernduell gegen Kellerkinder
Nachdem die Bayern etwas überraschend zuletzt Punkte gelassen haben, gibt es im Titelrennen noch so etwas wie Restspannung. 6 Punkte Vorsprung haben die Münchner auf Bayer Leverkusen (und das erheblich bessere Torverhältnis). Am Wochenende haben die Teams lösbare Heimaufgaben, Bayer empfängt schon am Freitag den VfL Bochumn, der FCB tags darauf St. Pauli. Das sogenannte Topspielk findet Samstagabend in Frankfurt statt, wenn die Eintracht den VfB Stuttgart empfängt. Am Sonntag (17:30)dann käömpft Borussia Dortmund gegen Mainz 05 vielleicht wirklich um die „allerletzte“ Chance, noch ins Rennen um die CL-Plätze einzugreifen.
Zverev noch mit Chancen
Ein wenig verbessert, aber doch noch weit von Topform zeigte sich Alexander Zverev beim Masters in Miami mit zwei letztlich sicheren Erfolgen gegen den Briten Fearnley und den Australier Thompson. Jetzt wartet auf ihn mit Fils ein sehr harter Brocken. Der Franzose setzte sich diese Nacht in einem aufsehenerregenden und nervenberaubenden Match gegen Francis Tiafoe aus den USA durch (beide Spieler zertrümmerten aus Frust ihre Schläger).
Immerhin: Das Feld ist schon ziemlich ausgedünnt: Alcáraz, Medwedew und Indian-Wells-Sieger Draper sind schon nicht mehr dabei (wie übrigens alle, die in Kalifornien das Halbfianle erreicht haben). Auch das 18-jährige Top-Talent Joao Fonseca ist nach einem 3-Satz-Triller gegen Alex De Minaur nicht mehr dabei.
Bei den Frauen läuft vieles mal wieder auf ein Finale Aryna Sabalenka – Iga Swiatek hinaus. Ein kleines Tennismärchen schreibt die Philippinin Alexandra Eala. Die Nummer 140 der Weltrangliste, mit einer Wildcard ausgestattet, steht im Viertelfinale, wo sie auf Swiatek trifft und wahrscheinlich überfordert sein dürfte.
Weitenjagd unter Argwohn
Die Konkurrenz auf der mächtigen Flugschanze ist traditionell der Abschluss der Skisprung-Saison. Eine Saison letztlich zum Vergessen wegen des alles überschattenden Anzug-Skandals der Norweger und letztlich meiner Erkenntnis, dass jede einigermaßen wettbewerbsfähige Nation das Reglement bis ins Letzte ausreizt und gerne auch sämtliche Betrügeleien versucht. Die Kontrollen scheinen wenig zu bewirken. Manchmal werden die Aktiven halt erwischt, dann reden sie und ihr Verband sich raus. Erinnert sei an die Farce das olympischen Frauen-Teamspringens, als jede Nation mit einen unstatthaften Anzug erwischt wurde.
Planica ist dennoch sehenswert mit einer großartigen Stimmung der slowenischen Fans (und ihrer Nachbarn vor allem aus Österreich). Slowenien ist Fliegerland: Toll wäre es, wenn die Weltrekordlerin und mit Abstand beste Springerin Nina Prevc außer Konkurrenz starten könnte.
Das „Planica-Lied“, das nach jeder großen Weite (230+ Meter waren es zuletzt) gespielt wird, geht einem allerdings nach dem Wochenende (eigentlich schon nach dem ersten Wettkampftag am Freitag) gepflegt auf die Nerven.
MLB mit Irrsinnsprogramm (wie jedes Jahr)
Nach dem 2-Partien-Auftakt in Tokio (zweimal gewann Titelverteidiger LA Dodgers gegen die Chicago Cubs) startet am Donnerstag die Saison mit vollem Programm. Jedes der 30 Teams, je 15 der National League und American League bestreitet bis Ende September 162 Partien, das sind also insgesamt 2430.
Um diesen mörderischen Spielplan auch nur ansatzweise zu bewältigen und die Fahrten/Flüge im Riesenland zu minimieren, gibt es meist Dreier- oder Vierer Spielserien, diese Woche etwa treffen die New York Yankees und Milwaukee Brewers ab Donnerstag bis Sonntag im Yankee Stadium dreimal aufeinander.
Eine große Vorschau erspare ich mir. Wie ich letzte Woche schon schrieb, werde ich erst nach dem Ende von NHL und NBA mich näher damit beschäftigen. Wers wirklich wissen will, den verweise ich gerne auf den deutschen Podcast
baseball.de (von denen ich auch viele meiner Weisheiten habe). Aber generelle Übersichten und ein bisschen Kepler-Watch (bei den Philadelphia Phillies) werden auch hier schon drin sein.
Höchstspannung in de DEL
Jeweils 4 Partien sind jetzt in den 4 Viertelfinals gespielt, und entschieden ist noch nicht in den Best-of-7-Serien. Wobei die Eisbären Berlin gegen die Straubing Tigers sehr gute Chancen haben, die Serie heute schon zu beenden. Gespielt wird meist im Rhythmus Di. (Mi), Freitag, Sonntag. Und so steht es
Di., 19:00: Eisbären Berlin – Straubing Tigers (3:1).
Die Berliner machten am Sonntag durch einemn Sieg in der 2. Overtime am Straubinger Pulverturm einen Riesenschritt in Richtung Halbfianle
Di., 19:30: Adler Mannheim – Red Bull München (2:2)
Zum Live-Erlebnis am Sonntag im SAP Garden gibt es hoffentlich heute noch einen gesondeten Bericht. Die Abfahrt, seufz.
Mi., 19:00: Fischtown Bremerhaven – Kölner Haie (1:3)
Bremerhaven hat mit einem 5:2 in Köln (nach 0:2-Rückstand) das vorzeitige Ausscheiden abgewendet.
Mi., 19:30: EHC Ingolstadt – Nürnberg Ice Tigers (2:2)
Die bisher elektrisierendste Serie der beiden Nachbarstädte (naja). Nürnberg glich die Serie durch 2 Overtime-Siege in Folge aus, nachdem sie zweimal recht unglücklich verloren hatten.
Und sonst?
- Handball: Der spannende Titelkampf (immer noch haben ein halbes Dutzend Team mehr oder wenige gute Chancen) geht ins letzte Saisondrittel. Am Samstag treffen die MT Melsungen und der THW Kiel aufeinander, die beide zuletzt empfindliche Niederlagen gegen HSV Hamburg und der SG Flensburg-Handewitt erlitten haben.
Spitzenreiter Füchse Berlin (dank des mit Abstand besten Torverhältnissesaller Mannschaften) sollte am Sonntag gegen Hamburg wenig Probleme haben, ist aber sicher gewarnt
- Basketball: Wieder mal einen Doppelspieltag gibt es in der Euroleague, in der es im Kampf um die Play-offs extrem eng zugeht. Zwischen Rang 5 und 12 sind es gerade mal 2 Siege Unterschied bei noch 4 ausstehenden Partien. Der FC Bayern (17:13 Siege) spielt heute beim FC Barcelona (17:13) und empfängt am Donnerstag Partizan Belgrad (15:15). Der deutschen Vollständigkeit halber: Alba Berlin, abgeschlagen Letzter, spielt heute bei Partizan und am Freitag gegen Bologna.
Und damit es Basketball-Profis nicht langweilig wird, gibt es am Wochenende noch Bundesliga. Tabellenführer FC Bayern am Samstag in Würzburg, Alba, nur noch mit kleinen Play-off-Chancen, gnädigerweise erst am Montag in Heidelberg
- Motorsport: Die Motorrad-WM zieht nach Austin/Texas weiter. In der MotoGP vielleicht die Fortsetzung der Marquez-Festspiele. In den 2 Rennen bisher siegte jeweils Marc (der achtmalige Champion) vor seinem jüngegren Bruder Alex.
- Wintersport: Ab heute finden in Bostoner TD Garden die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften statt. Eine Sportart, die ich praktisch nicht mehr verfolge. Doch das deutsche Paar Minerva Hase/Nikita Volodin gehört als Europameister zu den Top-Favoriten.
Letztlich ist die WM wie in den Jahren zuvor ein Muster ohne Wert, weil die klar führende Nation aus bekannten Gründen nicht dabei sein darf. Wer es trotzdem sehen will, die ARD spendiert wenigstens Live Streams, zB die Paarlaufkür am Donnerstag ab 23.15 Uhr).
von Münchner Löwe | März 24, 2025 | Biathlon, Radsport
Zwei ganz großartige Wettkämpfe hatte das Wochenende zu bieten, weswegen ich diese besonders und gesondert außerhalb des Wochenrückblicks würdigen will. Mailand – San Remo, das erste Monument des Radsport im Jahr zum einen, das unglaublich spannende Finale um den Biathlon-Weltcup zwischen Franziska Preuß und Lou Jeanmonnot. Beide Wettbewerbe waren bis zum gücklichen/bitteren Ende absolut nicht vorherzusagen. Sport in seiner spannendsten, schönsten, aber auch grausamsten Form. Um bei einem dieser kostbaren Momente live dabei zu sein, ohne dass ich das Ergebnis kenne, deshalb tue ich mr das überhaupt an.
Tadej Pogacar bleibt unvollendet – vorerst
Auch der missgünstigste Konkurrent, der übellaunigste Radsportreporter und kritischste Fan wird nicht bestreiten, dass Tadej Pogacar der zurzeit mit Abstand beste Radsportler der Welt ist. Im vergangenen Jahr gewann er Giro und Tour hochüberlegen mit je 6 Etappensieger, wurde quasi nebenher Weltmeister und sicherte sich mit zum teil abenteuerlichen Alleinfahrten die Flandern-Rundfahrt und im Herbst die Lombardei-Rundfahrt. So überlegen war er teilweise, als ob er einen Motor im Rad hätte: hatte er nicht, und auch die bei derlei Ausnahmeleistungennicht verstummenden Dopinggerüchte versandeten in stets negativen Proben. Lege ich diesbezüglich meine Hände ins Feue? Gewiss nicht.
Und doch: Auch der stets angriffslustige Slowene hat noch einen Sehnsuchtstitel und der heißt: Mailand – San Remo, die Primavera im März, wenn sie aus de oft grauen und diesmal gar regnerischen Milano zur Mittelmeerküste fahren, wo dann die Sonne scheint. Mit 280 Kilometer die längste Eintagesfahrt, das erste Radmonument des Jahres. Mit dem ganz speziellen Profil, denn stets entscheidte sich das Rennen erst spät, an den steilen, giftigen Anstiegen zur Cipressa und vor allem ganz zum Schluss zum Poggio, wo vom Gipfel es nur noch 9 Kilometer hinab ins Ziel geht.
Pogacar, der als einziger der sogenannten Klassementfahrer auch die Klassiker richtig ernst nimmt, hat schon einige Versuche getan. Vergebens. Auch in de Ausgabe 2025 zählte er zu den Favoriten. An der Cipressa sprengte sein Antritt das Feld, allerdings konnten der bärenstarke Matthew van der Poel, Sieger 2023, und der italienische Zeitfahrspezialist Filippo Ganna folgen. Am Poggio versuchte es Pogacar erneut, mit vielen Antritten, doch van der Poel wich nicht vom Hinterrad, verrichtete aber relativ wenig Führungsarbeit. Gann afiel zurück, aber der waghalsige Italiener kam in der halsbrecherischen Abfahrt zurück. Einen Kilometer vor der Ziellinie war das Trio wieder zusammen. Der Ausgang? Völlig ungewiss. Höchstens Spekulatius, wer noch am.meisten Kräfte hätte. Doch als dann der so vielseitige wie eisenharte Tempobolzer van der Poel antrat, da hatte Pogacar nichts mehr entgegenzusetzen und musste sich gar hinter Ganna mit Platz 3 zufriedengeben. Zu wenig für den enttäuschten Slowenen, der tapfer bekannte, dass er es 2026 wieder versuchen wolle bei Mailand – San Remo, dem Rennen, das ihn bis in seine schlaflosen Nächte verfolgt.
Die Gold-Franzi
Schon vor dem letzten Weltcup-Biathlon-Wochenende der Saison war klar, dass die Entscheidung bei den Frauen eine ganz knappe werden würde. Was dann allerdings Franziska Preuß und Lou Jeanmonnot am Holmenkollen der gebannten Öffentlichkeit an der Strecke und den Fernsehschirmen boten, schlägt fast alles, was an Spannung erträglich ist.
Teil 1, der Sprint. Hier gehen die Athletinnen im Intervallstart auf die Loipe und zu den beiden Schießübungen liegend und stehend. Schnell war klar, dass Preuß und Jeanmonnot die Plätze 1 und 2 unter sich ausmachen würden. Preuß legte vor nach fehlerlosem Schießen mit der Startnummer 42: Klare Bestzeit, und in den Zwischenzeiten war sie immer etwas schneller gewesen als die Französin. Die allerdings mit der 48 den Vorteil hatte, dass sie die zu schlagende Zeit von Preuß kannte. Sie lief um ihr Leben – und blieb letztlich 0,2 Sekunden hinter der Deutschen zurück, die ihren Vorsprung in der Weltcupwertung auf 35 Punkte ausbaute.
Teil 2, die Verfolgung: Da nach den Zeitabständen des Sprints gestartet wurde, gingen Preuß und Jeanmonnot praktisch zeitglech auf die Strecke. Beim ersten Schießen patzte Preuß einmal, beim zweiten Jeanmonnot. Das 3. Schießen brachte die Vorentscheidung: Jeanmonnot 0, Preuß 2, . Den Valso 2 Strafrundenorsprung brachte die Französin letztlich sicher ins Ziel, während Preuß Fünfte wurde. Jetzt führte Jeanmonnot mit 5 Punkten.
Teil 3, der Massenstart: Wie der Name sagt: Alle 30 Athletinnen gehen gleichzeitig in die Spur. Erstes Schießen, Jeanmonnot schießt ungewohnt langsam, ja zittrig und einmal daneben, Strafrunde und 30 Sekunden Rückstand. Doch die Spitze um Preuß bummelt, und Jeanmonnot verkürzt erheblich. Dennoch führt die weiter fehlerlose Preuß auch nach dem zweiten Schießen. 3. Schießen: Preuß patzt, Jeanmonnot fehlerfrei, jetzt ist sie knapp in Führung, aber Preuß holt in der 4. Runde auf, sodass beide praktisch gleichzeitig zum 4. Schießen stehend kommen.
Jetzt treffen beide jeweils alle 5 Scheiben – es ist unglaublich. Gleichauf machen sie sich auf die letzte und entscheidende Runde der gesamten Saison. Klar ist jetzt schon: Wer vor der anderen liegt, wird den Gesamtweltcup gewinnen. Beide taktieren, sodass die Schwedin Hanna Öberg aufholen kann, was die Sache noch komplizierter macht. Öberg geht es allerdings nur um den Einzelsieg am Holmenkollen.
Als alle Zuschauer schon nägelkauend auf den Endspurt warten, das Missgeschick. Jeanmonnot verhakt ihre Ski, kommt zu Sturz, und Preuß nutzt das Missgeschick und setzt sich entscheidend ab. Sichert sich den Rennsieg und auch den Gesamtweltcup. Wunderbar danach die Bilder, wie die Siegerin Preuß und das gesamte französische Team die todunglückliche Jeanmonnot trösten.
Zwar legt Frankreich Protest wegen angeblicher Behinderung ein, doch der war wahrscheinlich eher pflichtschuldig ohne Hoffnung. und wurde schnell abgebügelt. Jeanmonnot ist über den eigenen Stock gestolpert.
Was Preuß und Jeanmonnot, die schon die ganze Saison dominiert haben, trotz der enormen Nervenbelastung am Holmenkollen gezeigt haben, war außergewöhnlich. Keine profitierte von einer Schwäche der anderen, beide waren dem übrigen Feld (aus lauter Weltklasseläuferinnen) hochüberlegen. Preuß belegte in den 3 Oslo-Rennen die Plätze 1, 5 und 1, Jeanmonnot wurde Zweite, Erste und Dritte.
Am Ende war Preuß, die endlich mal eine ganze Saison über gesund blieb, einfach die etwas Glücklichere;verdient hat sie es allemal, und Jeanmonnot ist auch erheblich jünger und wird ihre nächsten Chancen sicher bekommen und dann wahrscheinlich auch nutzen.
von Münchner Löwe | März 23, 2025 | basketball, Eishockey, NBA, NHL
Blick über den Teich, NBA und NHL
In nicht einmal einem Monat beginnen jeweils die Play-offs. Viele Positionen sind weitgehend bezogen, der Kampf um die Plätze mutet mir dieses Jahr seltsam unengagiert an, viele Partien määndern so vor sich hin, wobei ich das in der NHL nicht so sklavisch verfolge wie in der NBA.
Anmerkung: Wenn ich „sicher“ schreibe, so heißt das nicht unbedingt mathematisch fix, sondern eher relativ bis sehr wahrscheinlich.
NBA
Etwa 70 Spiele sind absolviert, 12 stehen noch an. Im Osten stehen die 6 Teams, die es direkt in die Play-offs schaffen mehr oder weniger fest, im Westen gibt es um die Qualifikation noch ein Hauen und Stechen mit für mich völlig unvorhersehbarem Ausgang
Eastern Conference
Vielleicht gerade zur rechten Zeit nehmen sich die Cleveland Cavaliers eine Ergebniskrise. Zuletzt verlor das beste Team im Osten vier Partien hintereinander, darunter nicht gerade gegen Spitzenmannschaften wie die Orlando Magic und Sacramento Kings. Trotzdem dürfte ihnen der Nummer-1-Platz und damit das Heimrecht im Osten nicht mehr zu nehmen sein. Die Boston Celtics blasen zwar zur Aufholjagd, doch der Rückstand von 5 Siegen dürfte zu groß sein. Oder steckt hinter den Niederlagen der Cavs mehr dahinter als eine kleine Formdelle?
Überhaupt scheinen im Osten viele Plätze schon bezogen.
1. Cavs
2. Celtics
3. Knicks
4./5./6. Bucks, Pacers, Pistons: Dieser Dreikampf geht um das wichtige (?) Heimrecht in der 1. PO-Runde, die diese Mannschaften sicher erreichen dürften.
Dahinter machen 4 Teams die Plätze 7 bis 10 unter sich aus, weil das Quintett dahinter keinerlei Ambitionen mehr hat, vorne anzugreifen, sondern viel lieber möglichst vielk verlieren will, um einen Top-Draft-Pick zu erlangen, das regelmäßige Tanking-Ärgernis. Sehr formstark scheinen mir gerade die Atlanta Hawks und Chicago Bulls, während die Orlando Magic und Miami Heat eher schwächeln.
Western Conference
Vorne allein die Oklahoma City Thunder, dahinter ein wüstes Durcheinander mit Aufs und Abs aller involvierten Teams. Ich könnte zurzeit seriös tippen oder auch würfeln, und meine Erfolgswahrscheinlichkeit, wer wo landet, wäre mehr oder weniger dieselbe. Sehr geprägt sind die Kurven gerade hier von den Verletzungen/Nichtverletzungen der Stars; nicht nur ob ein Steph Curry (Warriors) und LeBron James/ Luka Doncic (LA Lakers) überhaupt spielen können, sondern auch in welchem Zustand. Kaum glaube ich, dass sich die Warriors gefangen haben nach der Verpflichtung von Jimmy Butler, fällt Curry aus. Kaum scheinen die Lakers richtig stark zu sein, sind James und Doncic angeschlagen und erleiden ein Heimdesaster gegen die Chicago Bulls.
Und wie soll ich die aufstrebenden Houston Rockets und Memphis Grizzlies bewerten, wie die mich am meisten überraschenden Los Angeles Clippers? Fragen über Fragen, nur seriöse Antworten vermag ich kaum zu geben.
Für mich den besten Eindruck hinter den Thunder machen also gerade die Rockets, die nach einem Zwischen-Tief zuletzt 9 Siege hintereinander eingefahren haben, vielleicht nicht gegen Kontrahenten der allerersten Güte, aber immerhin etwa bei den Florida-Teams aus Miami und Orlando.
Warum denn nicht die Denver Nuggets? Weil es 2 unterschiedliche Nuggets gibt. Die mit einem Nikola Jokic in Top-Form, die sogar den Thunder gefährlich werden können, und die ohne Jokic, die vielleicht nicht einmal die Play-offs erreichen würden. Nicht nur statistsch sind die unterschiedlichen Zahlen unfassbar, das ganze Denver-Spiel ist derart auf Jokic ausgelegt, dass es ohne ihn ein echter Krampf ist. Mein Tipp: Die Nuggets kommen direkt in die Play-offs, dann wird sich Jokic in der 1. Runde aufreiben, um dann in der 2. relativ kraftlos die Segel streichen lassen. Ich werd doch mal spekulieren dürfen …
Letztlich ist die endgültige Klassifizierung fast egal, weil der Heimvorteil in langen Play-off-Serien gerade im Basketball vielleicht nicht die entscheidende Rolle spielt (außer natürlich im Spiel 7).
Zuletzt blicke ich noch auf den Dreikampf um die Plätze 9 und 10, der noch fürs Play-In-Turnier berechtigt. Den tragen die Sacramento Kings, Phoenix Suns und Dallas Mavericks untereinander aus. Wer es dann letztlich schafft und sich dann tatsächlich für die Play-offs qualifiziert, den erwartet dann als zweifelhafte Belohnung die übermächtig scheinenden Thunder und das praktisch sichere Aus. Angesichts dieses traurigen Ausblicks: Wäre es nicht fast schlauer, die Play-Ins Play-Ins sein zu lassen, und als 11. der Conference auf einen tollen Draft-Pick eines vielversprechenden 25er-Jahrgangs zu hoffen? Ich könnte mir vorstellen, dass gerade in Dallas derlei Gedanken kursieren angesichts der Verletztenwelle (unter anderem: Saisonaus Irving, langer Ausfall Davis etc.).
NHL
Die von mir eher vernachlässigte Liga, zumindest vor den Play-offs. Auch hier ist die Spannung im Kampf um die Plätze eher eine Scheinspannung. Heimvorteil ist zwar gut und schön, aber deshalb alle Kräfte zu verpulvern, das macht kein Team. So schonen zurzeit die Edmonton Oilers den angeschlagenen deutschen Top-Scorer Leon Draisaitl, damit er in den Play-offs wieder topfit ist.
Ich halte ja immer zu einem kanadischen Team (welches, ist mir fast egal), ein Titel nach 1993 (!) wäre gerade in dieser politisch heiklen Phase ein echtes Zeichen. Also: Go, Canada, go!
Eastern Conference
Die Washington Capitals haben Platz 1 sicher.
Dahinter gibt es einen Vierkampf um Ränge 2 bis 5 (Carolina, Titelverteidiger Florida, Toronto, Tampa). Fast sicher in den Play-offs sind New Jersey und die mich sehr überraschenen Ottawa Senators mit Tim Stützle. Um den letzten freien Platz 8 rittern die Montreal Canadiens sowie die beiden Teams aus New York (Rangers und Islanders). 2 Teams dahinter t (Columbus und Detroit/Moritz Seider) müssen auf Aussetzer hoffen, der Rest darf für die nächste Saison planen..
Im Gegensatz zur NBA würde ich dem Achten gegen den Ersten Washington durchaus Play-off-Chancen einräumen, das gilt auch für den Westen.
Western Conference
Ein ähnliches Bild: Vorne auf Platz 1 souverän die Winnipeg Jets, dahinter ein wüstes Gerangel umd die Plätze, in dem gerade die Dallas Stars die besten Chancen auf Rang 2 haben.
Sicher in den Play-offs dabei sind dahinter (in der jetzigen Reihenfolge, die sich noch sehr ändern kann) die Las Vegas Knights, Colorado Avalanche, Edmonton Oilers, LA Kings und Minnesota Twins.
Auch hier gibt es noch ein Hauen und Stechen um Platz 8, in den die St. Louis Blues, Calgary Flames, Vancouver Canucks und sogar Utah Hockey Club verwickelt sind. Go, Calgary oder Vancouver
Owetschkins Torejagd, die Statistikler ist Nathas McKinnon von den Colorado Avalanche (10
Mindestens so spannend wie das Play-off-Rennen ist die Frage, ob Alexander Owetschkin von den Washington Capitals schon diese Saison den Allzeit-Torrekord von Wayne Gretzky (894) einstellen oder gar überbieten kann. Derzeit hält der Russe bei 888 Treffern: Er hat noch 12 Partien, um die 6 respektive 7 Tore zu erzielen. Statistich haut das zurzeit gerade so hin, denn Owetschkin war zuletzt in jedem zweiten Spiel erfolgreich.
Ich persönlich brauche das jetzt übrigens nicht unbedingt, dass der Putin-Freund Owetschkin den Rekord knackt, so sehr ich die unfassbare sportliche Leistung anerkenne. Spätestens in der neuen Saison wird es allerdings so oder so der Fall sein.
Weil wir schon bei den Stats sind: Leon Draisaitl führt mit 49 Treffern klar die Rangliste an. Ihm dürfte die Trophäe als bester Torjäger bei 11 Toren Vorsprung auf den Zweiten Nylander kaum noch zu nehmen sein. Und mit 101 Scorerpunkten hat er erneut einen dreistelligen Wert. Er kann jetzt also beruhigt seine Verletzung auskurieren und sich auf die Play-offs konzentrieren.
Bester Punktesammler ist Nathan McKinnon von den Colorado Avalanche, der auch mit Abstand die meisten Assists gab (77).
von Münchner Löwe | März 22, 2025 | Allgemein
Natürlich: Der Rumble in the Jungle fällt mir als erstes ein. Im Oktober haben wir wegen des 50. Jahrestages alle noch einmal an jenen legendären Boxkampf vor den Toren Kinshasas gedacht, als Muhammed Ali in einem epischen Fight den klaren Favoriten in der 7. Runde George Foreman auf die Bretter schickte. Eines der größten singulären Sportereignisse der Geschichte, dem der große Autor Norman Mailer „The Fight“ widmete, vielleicht die beste und bestgeschriebene Sportreportage jemals.
Jetzt ist George Foreman im Alter von 76 Jahren gestorben, friedlich im Kreis der Familie, wie diese bekannt gab. Und mit ihm ist auch der letzte der Großen Drei nicht mehr bei uns: Ali, Joe Frazier und eben Foreman, sie prägten das Geschehen; mindestens 3 Generationen waren ihrem Zauber lange vor dem World Wide Web erlegen, wenn sie nur ein ganz kleines bisschen sich dem Sport zuwandten. Überall auf der Welt.
Ich habe George Foreman 1973 erstmals mit Bedacht gesehen, als er den damals von mir verehrten Joe Frazier (ich war neun oder zehn) in einem fürchterlich einseitigen Kampf in den ersten beiden Runden sechsmal zu Boden schlug, ehe der Ringrichter ein Einsehen hatte und das Gemetzel abbrach.
Die Niederlage gegen Ali ein Jahr später war die erste in Foremans Profikarriere, im 40. Kampf (37 (K.o.. ). Doch er rappelte sich auf, auch wenn ganz große Souvärenität verschwunden war. Die Kämpfe wurden mühsamer, und 1977 kassierte er eine demütigende Niederlage gegen einen gewissen Jimmy Young, den er in seiner besten Zeit ohne Federlesens auf die Bretter geschickt hatte, höchstwahrscheinlich schon in der 1. Runde.
Ein Zeichen für Foreman, dem gefährlichen Boxen Good bye zu sagen, zumindest vorerst. Er wurde Laienprediger, zog durchs Land und predigte im Namen Jesus Christus über Liebe und Vergebung. Der gefürchtete Schläger im Ring war jetzt die Sanftmut in Person.
Doch irgendetwas schlummerte noch in ihm, er hatte mit dem Boxsport noch eine Rechnung offen. So startete er in den 90ern ein Comeback. Zunächst bezwang er reines Fallobst, doch 1994 gewann er gegen Michael Moorer noch mal einen WM-Fight. 20 Jahre nach Kinshasa wurde er noch einmal Weltmeister, ein unfassbares Comeback.
Diesen WM-Titel musste er verteidigen, und im April 1995 kam es zum WM-Match gegen Axel Schulz. Axel Schulz aus Frankfurt Oder, aus Deutschland, wo der Boxsport wegen all der Maskes, Michalczewskys, Rocchigianis etc einen unglaublichen Boom erlebte mit unfassbaren Einschaltquoten. Alex Schulz schien der richtige Gegner für Foremans Titelverteidigung; viel Aufsehen und Buhei, aber recht wenig Gefahr, so dachte das Foreman-Lager. Doch der „sanfte Riese“, wie Axel Schulz ob seiner überschaubaren Schlagkraft genannt wurde, liefert den Kampf seines Lebens, hatte Foreman am Rande des Knockouts. Doch Foreman rettete sich bis zum Schlussgong (Schulz´ fehlende Schlagkraft!), und danach retteten ihn die Kampfrichter und erkannten mit 2:1 Stimmen auf den Sieger Foreman, der seinen Titel behalten durfte. Je nach Sichtweise ein glücklicher Sieg oder ein skandalöses Urteil (herrschende Meinung in Deutschland). Für Foreman erneut das Zeichen, dass es nun gut sei mit der Boxerei; zu einem Rematch kam es nie, und der Amerikaner verlor kampflos seinen Titel. Nun konnte er sich voller Elan seinen Geschäften zuwenden, ein von ihm vermarkteter Elektrogrill erzielte Rekordabsatz.
Ich bin1997 nach Frankfurt Oder gekommen. Dieser Schulz-Kampf hat die boxbegeisterte Stadt (Wolke, Maske) lange nicht losgelassen. Ich hatte das Vergnügen, Jürgen Losenky, den damaligen Reporter der Märkischen Odezeitung, der live zu diesem Kampf fliegen durfte, kennenzulernen. Wie die gesamte Sportredaktio rollte er nur die Augen über das Urteil, schwärmte aber über das Geschehen in Vegas und auch über George Foreman. Zum 30. Jahrestag des Fights wollte Schulz im April offenbar in die Staaten reisen und George Foreman besuchen, dazu wird es jetzt nicht kommen.
Für alle, die in den 1970ern in Deutschland früh aufgestanden sind, um Muhammed Ali, Joe Frazier und George Foreman live zu verfolgen, ist jetzt eine Ära endgültig zuendegegangen. Die Erinnerung an ganz große Kämpfe wird allerdings bleiben. Und an ganz große Persönlichkeiten.
von Münchner Löwe | März 21, 2025 | Olympia
Das ging schneller als erwartet: Bereits im 1. Durchgang wurde Kirsty Coventry zur neuen IOC-Präsidentin und damit Nachfolgerin von Thomas Bach gewählt. Sie sammelte bei der Session am Peloponnes unweit von Olympia 49 der abgegebenen 97 Stimmen und erreichte damit hauchdünn die erforderliche absolute Mehrheit. Ohne Chance blieben die eigentlichen Favoriten (laut der Auguren, die so herumschwirrten) Juanito Samaranch (28 Stimmen) und Sebastien Coe, für den gar nur 8 Voten abgegeben wurden – was für eine Schmach für den ehemaligen Weltklasseläufer und Präsidenten Leichtathletik-Weltverbandes.
Auf dem ersten Blick könnte die IOC-Wahl von Coventry erstaunlicher und progressiver kaum sein. Erst 41 Jahre alt ist die ehemalige Weltklasseschwimmerin und Doppel-Olympiasiegerin (also ein Küken unter den alten IOC-Lemuren). Sie ist zudem die erste Frau, die dem Gremium in der gut 130-jährigen Geschichte vorsteht und die erste Afrikanerin. Zwar gehört sie der weißen Minderheit des Landes an, ist aber doch aufgewachsen und geprägt von der afrikanischen Kultur, wie sie oft bekannte.
Warum ich und viele andere Zweifel habe? Zum einen war sie Protegée und Wuschkandidatin von Thomas Bach: Jenem Putin-Freund und Anbiederer vieler anderer Autokraten/Diktatoren, der für jeden Dollar mehr jegliche Moral über Bord warf. Der mit seinem autokratischem Stil selbst die meisten Kritiker aus dem IOC gefegt hat, das ihm mehr und mehr zu Füßen liegt. Was sich nicht zuletzt am Donnerstag zeigte, als die IOC-Granden, viele von ihm selbst auserwählt und ge/befördert, ihn einstimmig und mit größter Begeisterung zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit erwählten. Coventry hat sich bisher als braves Ziehkind erwiesen, im Gegensatz zu Coe und Samaranch, die doch ihre eigenen Ideen von der IOC-Zukunft hatten; so revolutionär die Wahl einer junge Fraun aus Zimbabwe klingt, so wenig Revolutionäres lässt sie selbst bisher erwarten.
Seit 2013 ist die Ex-Schwimmerin, die 2004 und 2008 über 200 Meter Rücken bei Olympia triumphierte, im IOC: zunächst als Aktivensprecherin, seit 2018 im Exekutivkomitee. 2018 wurde sie auch Sportministerin von Zimbabwe; es gab eine Anklage wegen Bestechlichkeit aus dem Umfeld von Ex-Diktator Robert Mugawe, von dem sie letztlich freigesprochen wurde. Das Land allerdings ist weit unten im Ranking, was Offenheit betrifft, und Coventry machte sich in diesem System nicht gerade als Aufrührerin einen Namen.
Und doch habe ich Hoffnung, dass ein neuer Wind im IOC weht, dass Kirsty Coventry nicht nur eine Marionette von Thomas Bach ist, der im Stillen weiter die Fäden zieht, sondern sich vom Ziehvater emanzipiert. Ihre Amtszeit beginnt den Statuten nach in 3 Monaten, und es sind gleich herkulische Aufgaben, vor der sie und das gesamte IOC stehen. Meines Erachtens sind es vor allem 3 Problemfelder, an deren Lösung (oder auch nur Löösungsansatz) sie sich messen lassen muss
1. Wiedereingliederung Russlands
Mehr als 3 Jahre tobt der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, und russische Sportler (Funktionäre) werden zumindest als Team noch von Olympia ausgeschlossen; ihr Start ist nur möglich, wenn sie nachweisen können, dass sie nicht dem System angehören oder gar den Krieg gutheißen. Doch die Phalanx bröckelt,d ie Anzeichen mehren sich, dass Russland wieder in die Olympische Familie aufgenomen wird. Viele Sportverbände sind diesen Schritt ja schon gegangen, auch aus Gewinnstreben, weil das Russland trotz allem ein treuer und potenter Finanzier war, dessen Geld und Einfluss übedecken oft moralische Bedenken. Bisher hat sich Coventry zu dieser Problematik nicht geäußert. Thomas Bach hätte die Russen liebend gerne in all ihrer Macht und Pracht wieder aufgenommen.
2. Trumps USA
In 3 Jahren finden die Olympischen Sommerspiele in den USA statt, voraussichtlich also noch in der Ägide von Donald Trump. Kirsty Coventry muss also Verhältnis, eine Kommukationsbasis zum erratischen Präsidenten (oder wenigstens seines inner circle) aufbauen. Zumal die USA weiterhin den (finanz)mächtigste nationalen Verband im IOC stellen, gegen die niemand einen Kampf siegreich bestehen kann ohne große Blessuren davonzutragen. Trump ist ja schon auf Konfrontationskurs gegangen, als er in einem seiner unzähligen Dekrete verfügte, dass der US Sport nur noch zwei Geschlechter haben darf; sämtliche Diversitäts-Programme sind eingestampft.
Das ohnehin extrem schwierige und komplizierte Behandeln von Trans-Frauen im Leistungssport, ich erinnere an die olympischen Box-Wettbewerbe, als 2 Frauen mit Y-Chromosomen die Konkurrent vermöbelten.
Normalerweise ächtet und verbietet das IOC jegliche Einmischung eines Staates in sportliche Belange, bisher versucht es, dieses Problem eher auszusitzen, aber das wird auf Dauer nicht möglich sein.
Praktische Fragen zu Olympia in LA selbst (wer darf unter welchen Umständen wie einreisen etc.) sind zwar noch nicht aktuell, sie gehören aber früher oder später auf eine Agenda. Da ist halt die Frage, ob eine Kirsty Coventry auch nur ansatzweise eine ebenbürtige Partnerin bei der Zusammenarbeit IOC-USA sein kann.
3. Der Wintersport
Vielleicht kommt es sogar noch viel früher als bisher gedacht zu Olympia in den USA. Dann nämlich, wenn die Bob-Bahn in Cortina für die Winterspiele 2026 nicht rechtzeitig feritg werden sollte, was derzeit wohl niemand mit Sicherheit vorhersagen kann. Als erster Ersatzort gilt nämlich die Bahn von Lake Placid, wo dann alle Bob-, Rodel- und Skeleton-Wettbewerbe abgehalten werden sollen. Mit Kirsty Coventry an der Spitze wird das IOC zum einen entscheiden müssen, ob es bei diesem unsinnigen Ersatzort bleibt (warum nicht eine europäische Bahn wie die recht nahen in Innsbruck-Igls und St. Moritz?) und wie das dann im Konkreten ablaufen soll. Das steht alles noch in den Sternen, doch ein Total-Ausfall dieser Wettbewerbe (den ich persönlich Stand heute nicht ausschließen kann), wäre ein denkbar schlechter Start der Amtszeit (vielleicht aber auch ein Zeichen).
Denn der gesamte Wintersport steht auf der Kippe wegen des Klimawandels. Die Orte, die einerseits schneesicher (selbst für künstlichen Schnee) sind und andererseits groß genug für das Giganten-Olympia, werden weniger und weniger. Die vergangenen 3 Winterspiele in Sotschi, Pyeongchang und Peking waren stimmungsmäßig eine Katastrophe. Muss das Programm geändert werden (Ski alpin ohne Abfahrt, keine neuen Bobbahnen, die niemand außerhalb Olympias mehr braucht). Darüber gibt es bisher noch keinerlei belastbare Aussagen, doch die Problematik wird nicht verschwinden.
4. Die Transparenz
Mittlerweile ist das IOC ein ähnlicher Geheimbund wie die Konklave, in der ein neuer Papst gewählt wird (die Unterschiede beider Gremien sehe ich natürlich …). Unter Thomas Bach ist auch das letzte Bisschen Offenheit verschwunden, wie etwa das Ausbaldowern der Olympiastädte 2030 (Annecy) und 2032 (Brisbane) zeigt, das vielleicht eine Handvoll Menschen ausgekungelt haben. Die Leute wieder mitnehmen, den Gigantismus eindämmen, sodass auch demokratische Länder ihre Bevölkerung mit einer Bewerbung nicht vor den Kopf stoßen, sondern Aufbruchsstimmung erzeugen – das wäre fantastisch. Und dann würde ich mich wirklich freuen, wenn auch eine deutsche Stadt voller Sportbegeisterung Olympia-Ort werden könnte. Ich bin 61 Jahre alt, ob ich solches noch erlebe? (nein, ich werde mich nicht einfrieren lassen, um im nächsten Jahrhundert wieder aufzuwachen?
Wenn Kirsty Coventry auch nur ansatzweise der Tournaround gelingt, dann könnte ihre Ägide eine Erfolgsgeschichte werden. Wenn nicht, droht im schlimmsten Fall das Aus vom IOC, wie wir es kennen und damit von Olympia (meine Erinnerungen werden aber bleiben!). Wie gesagt: Frau Coventry steht vor herkulischen Aufgaben, und ihr ist alles Glück dieser Welt dafür zu wünschen.
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