von Münchner Löwe | Apr. 4, 2025 | Fußball
Vielleicht etwas übertrieben: Aber die Cupwettbewerbe sind der einzig verbliebene Ort, wo es noch wirkliche (Titel)überraschungen gibt (geben kann). Letztes Jahr Drittligist 1. FC Saarbrücken im Halbfinale nach Siegen unter anderem gegen Bayern München und Eintracht Frankfurt. Nicht zu toppen? Wohl zu toppen, nämlich dieses Jahr von Drittlgist Arminia Bielefeld, das nach 4 Heimsiegen gegen Erstligisten (und dem Audftakterfolg gegen Hannover 98) gar im Finale steht. Erstmals in der Vereinsgeschichte. Das Sahnehäubchen war der völlig verdiente Triumph am Dienstag gegen Double-Gewinner Bayer Leverkusen, obwohl die Werkself relativ früh in Führung gegangen war.
Doch die Alm hat ihren beonderen Flair. Fast postwendend gelang der Ausgleich, und kurz vor der Pause nach einem eher simplen Freistoßtrick gingen die Arminen in Führung. Diese brachten sie fast kommod über den 2. Durchgang: Bayer enttäuschte auf der ganzen Linie und wurde nur einm,a richtig gefährlich, als Patrik Schick mit seinem Kopfball den Außenpfosten traf.
Mit Arminia Bielefeld habe ich als Löwenfan meine schönsten aber auch schlimmsten Fußball-Erlebnisse. Einerseits die Aufstiegsserie 1977 mit einem desaströsen 0:4 im Hinspiel, dem nie eewarteten 4:0 im Rückspiel (danach war ich eine Woche ohne Stimme) un dem entscheidenden 2:0 im 3. Spiel in Frankfurter Waldstadion (am Radio schreiend). Und die Mutter aller meiner (viel zu vielen) Niederlagen: einem 2:3 in Bielefeld, obwohl es bis zur 90. Minute 2:1 für Sechzig stand. Des Radioreporters bebrüllten „Eilenfeld!“ bei Siegtreffer in der Nachspielzeit dröhnt mir heute noch in den Ohren.
Einmal bin ich auf der Alm gewesen nach einer Parforcefahrt mit einem Freund von München nach Bielefeld (und danach zurück).1997 war das, selige Löwenzeiten (und eben auch der Arminia) in der Bundesliga, als Olaf Bodden in Hochform gleich 3 Tore zum 3:2 erzielte. Long, long away.
Es kommt also ein bisschen Neid auf, denn ein Pokalfinale mit den Löwen war mir nie vergönnt (und ich dürfte es auch nicht mehr erleben …). Aber ich gönne es den Bielefeldern, und warum soll ihnen nicht im Mai gegen den VfB Stuttgart der Coup gelingen, den noch nie ein Drittligist schaffte? Die Schwaben ihrerseits setzten sich zu Hause gegen RB Leipzig mit 3:1 durch. Der Trainerwechsel der Bullen von Marco Rose zu Zsolt Löw brachte also nichts Zählbares, auch wenn die Vereinsführung um Marcel Schäfer eine „spielerische Verbesserung“ sah. Allein die perplexe und am Ende erschütterte Bullen-Dreierbande Klopp, Mintzlaff und Gomez auf der Tribüne zu sehen, war den Abend wert. Stuttgart dagegen kann vom ersten Pokalsieg seit 1997 träumen. Damals ging es auch gegen einen Drittligisten, nämlich den FC Energie Cottbus. Giovane Elber stellte mit einem Doppelpack den schmucklosen 2:0-Erfolg sicher.
Bayer Leverkusen hat dagegen einen furchtbaren März hinter sich, in dem es letztlich alle drei möglichen Titel verspielt hat. Das trostlose, weil insgesamt völlig chancenlose Ausscheiden in der Champions League gegen den FC Bayern. Die Münchner scheinen auch in der Meisterschaft uneinholbar enteilt (6 Punkte plus viel besseres Torverhältnis). Und jetzt das blamable Pokal-Aus. Mehr als ein Zacken in der Krone des bisher unantastbaren Trainers Xabi Alonso, dem ich zumindest am CL-Aus eine Teilschuld mit seinen seltsamen Aufstellungen zuschieben möchte. Andererseits auch eine nicht unerwartete Normalität nach der unwirklichen Saison 23/24 ohne Niederlage in Bundesliga und Pokal.
Ach Atlético
Nicht nur Bayer Leverkusen hat einen schwarzen März hinter sich. Das gilt fast noch schlimmer für Atlético Madrid in Spanien. Am Mittwoch beschloss das 0:2 im Halbfinal-Rückspiel gegen Barca einen furchtbaren Monat, der mit einem spektakulären 4:4 im Hinspiel in Barcelona (noch Ende Februar) so hoffnungsvoll begann. Danach allerdings das unglückliche Ausscheiden in der Champions League nach Elferschießen gegen Real, mehrere grausige/unglückliche Auftritte in der Primera Division (1:2 in Getafe, 1:1 bei Espanyol, 2:4 gegen Barca nach 2:0 bis zur 70. Minute).
Traurige Parallele zu Bayer: Auch hier wurden seit Anfang März 3 mögliche Titel verspielt.
Im Finale der Copa del Rey kommt es zum Duell Real gegen Barca, also die beiden Top-Favoriten: so viel zum Thema, dass der Pokal eigene Gesetze hat. Noch nicht mal auf Überraschungen kann man sich verlassen.
von Münchner Löwe | Apr. 1, 2025 | Allgemein
Hand? Elfer?? VAR??? Absurd!!!
Der 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga wurde verschattet von einem an Absurdität und ungerechtigkeit a´kaum zu überbietenden Elfmeter. Dabei hätte ich gedacht, schon einigermaßen tolerant gegenüber fragwürdigen Entscheidungen in Sachen Hand zu sein. Mittlerweile gibt es ja kaum noch eine ernstzunehmende Person, die auch nur vorgibt zu verstehen, warum das eine Mal Hand strafbar (im Sportsinn) ist und wann nicht. absicht, vergrößerter Körper und was weiß ich määndern vorm geistigen Aute. Wenn ich würfelte, ob Elfer oder nicht, würde ich keine geringereTrefferquote habe.
Also jetzt Hoffenheim – Augsburg. Der FCA führt mit 1:0 und verteidigt weiter seine gegentorlose Serie auf mehr als 680 <minuten. Kein tolles Spiel vor trauriger Kulisse, da meinte wohl Schiedsrichter Tobias Reichel, das alles aufzupäppeln und pfiff Elfmeter für Hoffenheim, eine Entscheidung, die mich sofort fassungslos machte, die Didi Hamann fassungslos machte (der allerdings gerne zur Fassungslosigkeit neigt). Nicht nur, dass Augsburg Jeffrey Gouweleeuws Arm aus kürzester Entfernung getrofen wurde. Dazu kam, dass der Ball vorher von einem Augsburger Abwehrspieler abgeblockt wurde und Richtung Seitenlinie flog. Das sind zwei klare Parameter, keinen Elfmeter zu geben. Das bestätigte hinterher auch der DFB, der den Strafstoß als inkorrekt bezeichnete. Ich frag mich nur, wie das in Zeiten des VARs, also der Überprüfung am Bildschirm, passieren kann, dass ein gestander Bundesliga-Schiedsrichter nach zig Lehrgängen gemeinsam mit dem Kölner Keller (wo die Video-Assistenten sitzen) zu einer solch abstrusen Entscheidung kommen kann. Herr Reichel schwieg nach dem Spiel im übrigen. Verständlich, aber ich und wahrscheinlich alle Fußballfans würden doch gerne wissen, was da in seinem Kopf durchgegangen ist.
Das leidige Handthema, es wiwrd immer und ewig gären. Einen echten Lösungsansatz gehabe ich leider auch nicht parat. : Jedes Handspiel ist Hand ist auch nicht zielführend, weil dann nur noch von den Stürmern versucht ist, irgendwie die Hand des Gegners zu treffen. Zu besichtigen seit langem im Hockey, wo Fuß im eigenen Strafraum immer eine Strafecke gibt.
Die Bayern übersprangen etwas waidwund (ohne die verletzten Abwehrrecken Dayot Upamecano, Alphonso Davies und Hiroki Ito) mit 3:2 die Hürde St. Pauli und streben dem Meistertitel entgegen. Bayer Leverkusen schaffte einen schmucklosen 3:1-Pflichtsieg über den VfL Bochum. Im Abstiegskampf schaffte der 1. FC Heidenheim einen wichtigen Auswärtsdreier beim VfL Wolfsburg.
Finalsieg übers Idol
Novak Djokovic schien in Miami seinem 100. Turniersieg ganz nahe. Fast locker hatte er sich 5 Siegen ins Finale gespielt, und dort wartete mit Jakub Mensik ein veritabler Außenseiter, trotz des riesigen Talents, das ihm allseits bescheinigt wird. Der 18-jährige Tscheche verehrt Djokovic, als 16-Jähriger durfte er ein paar Bälle mit dem serbischen Ausnahmespieler schlagen. Doch Mensik versank nicht in Ehrfurcht, sondern drosch Djokovic die Bälle nur so um die Ohren. Ohne Furcht, ohne erkennbare Nervosität. Auch als es spannend wurde in 2 Teibreaks, ging er keinen Zentimeter von seinem risikobehafteten Spiel ab und holte sich zweimal das Spiel und den Satz. Und das gegen einen veritablen Spezialisten des Tiebreaks, de in seiner Karriere etwa 70 Prozent dieser Art der Entscheidung für sich entschied.
Von Mensik werden wir noch viel hören, und das Lob des unterlegenen klang echt. Ich mag den Djoker ja nicht besonders, aber hier zeigte er tolle Größe. Novak Djokovic gilt ja als jemand, der sich gerne um talentierte Jungspunde kümmert und ihnen Tipps gibt (dass sie dermaßén gegen ihn verwendet werden gehört dazu).
Noich sehr viel erstaunlicher war der Erfolgslauf der jungen Philippinin Alexandra Eala. Als 140. de Weltrangliste hatte sie das Turnier begonnen (sie erhielt eine Wildcard) und hintereinander weg bezwang sie die weit höter eingeschätzten Jelena Ostapenko, Madison Keys und Iga Swiatek. Erst die Amerikanerin Jessica Pegula stoppte den Erfolgslauf, der sie auf Platz 75 vorspülte. Pegula selbst hatte gegen die in diesem Turnier unfassbar dominante Aryna Sabalenka nicht den Hauch einer Chance.
Und sonst?
- 2. Bundesliga: Tatsächlich: Der 1. FC Köln und der HSV streben fast unaufhaltsam Richtung Oberhaus. Die Kölner Minimalisten drehten in Paderborn einen 0:1-Rückstand in ein 2:1, den Hamburgern reichte ein 0:0 in Elversberg, um Platz 2 zu verteidigen. 4 respektive 3 Punkte Vorsprung haben die beiden Großclubs auf Rang 3 – und das bessere Torverhältnis.
- Internationaler Fußball: Im FA-Cup-Viertelfinale haben sich die Hoffnungen von Brightons deutschem Trainer Fabian Hürzeler zerschlagen. Die Südengländer verloren zu Hause nach Elfmeterschießen gegen Nottingham Forest. Ebenfalls in der Runde der besten 4 stehen Chystal Palace (3:0 beim FC Fulham mt Bernd Leno im Tor), Aston Villa (3:0 bei Preston North End) und Manchester City (2:1 in Bornemouth). Die letzte Titelhoffnung der Cityzens, die jetzt im Halbfinale zu Wembley auf Nottingham treffen.
- Basketball: Der FC Bayern hat mit Siegen in Barcelona und gegen Partizan Belgrad einen großen Schritt Richtung Viertelfinale der Euroleague getan. Sie belegen gerade Platz 5 mit einem Spiel Vorsprung auf ein sieggleiches Fünferfeld. Bei gutem Verlauf ist gar Rang 4 drin, daer Heimrecht in der ersten Play-off-Runde bedeuten würde.
- Eishockey: Ausgeschieden ist RB München in der DEL. 2:1 Siege hatten sie schon gegen die Adler Mannheim, danach verloren sie dreimal in engen Partien. Ebenso im Halbfinale: EHC Ingolstadt, die Kölner Haie und Eisbären Berlin.
- Motorrad: Im 3. (klassischen) Rennen) gab es in Austin den ersten Nicht-Marquez-Sieg. Marc stürzte und Alexis wurde hinter Francisco Bagnaia aus Italien Zweiter.
von Münchner Löwe | Apr. 1, 2025 | Formel 1, Fußball, Tennis, Wochenvorschau
DFB-Pokal, Beginn der Sandplatzsaison im Tennis, und die Formel 1 geht nach Japan: Es hat schon prickelndere Wochen gegeben.
Auf Armins Spuren?
Mehr David gegen Goliath geht nicht. Hier der Drittligist Arminia Bielefeld, der höchstwahrscheinlich erfolglos um den Aufstieg kämpft, dort der Titelverteidiger und Meister Bayer Leverkusen, für den der Pokal die letzte realistische Titelchance ist. Doch auf der Bielefelder Alm fanden schon viele Favoriten dieses Jahr ihr Pokal-Ende: erst Hannover 98 danach die Bundesligisten 1. FC Union, SC Freiburg und Werder Bremen. Immer waren in den Partien die Arminen die besserre Mannschaft, benötigten weder Schiri-Hilfi noch Elferlotterie. Im Namen steckt schon der Triumph des Außenseiters, gerade jetzt wird an die Schlacht im nahen Teutoburger Wald erinnert, als Varus mit einer kleinen Schar Ostwestfalen die Römer besiegte. Im Spielertunnel gibt es tatsächlich Graffitis zur Varusschlacht.
So martialisch wird es huete nicht, aber die Arminen wollen die Partie gegen Bayer angehen wie die bisherigen in der Pokalrunde. Und dass Bayer auf den mit Abstand besten Spieler Florian Wirtz, wacht einen Arminen-Freund wie etwa 11-Freunde-Chefredakteur Philipp Köster „nicht gerade traurig“, wie er fremütig bekannte. Dennoch wäre alles andere als ein Bayer-Sieg eine riesige Überraschung.
Völlig offen ist dagegen, wer der Finalgegner wird. Sowohl für den VfB Stuttgart als auch für RB Leipzig verläuft die Saison nicht optimal. Beide scheiterten schon in der Champions-League-Vorrunde, die Stuttgarter eher unglücklich, die Leipziger sang- und klanglos. Auch in der Liga läuft es nicht rund. Das ist für die Stuttgarter weniger problematisch, weil ihre vorige Saison unfassbar erfolgreich war. Deshalb gibt es auch kein Hinterfragen an Trainer Sebastien Hoeneß, das zeigt die Vetragsverlängerung. Anders bei den Bullen: Die wollten um die Meiserschaft mitspielen, zumindest die abermalige Teilnahme an der Champions League ist ein Muss. Und so zogen sie ob der Erfolglosigkeit (und einem eher trostlosen Auftritt (0:1) bei Borussia Mönchengladbach und schickten Trainer Marco Rose in die Wüste. Bis Saisonende sitzt interimsweise der Zsolt Löw auf der Bank, den der Red Bull Kosmos als Leipzig-Statthalter installiert hat.
Zeit der Sandmänner
Nach dem ersten Schwung Hartplatz-Turnieren stehen in den nächsten gut zwei Monaten die großen europäischen Sandplatzturniere an. Die Zeit der ganz großen Spezialisten auf roter Asche ist zwar vorbei, doch für manchen Wühler, der auch die großartigsten Bälle noch aus einem Eck herausgräbt, beginnt jetzt die schöne Zeit. In dieser Woche allerdings pausiert die Weltelite noch bei Frauen und Männern. Am besten bsetzt scheint noch die Veranstaltung in Charleston/USA, wo sich immerhin Australian-Open-Siegerin Madison Keys die Ehre gbt.
Die Männe beginnen ihr Sandplatzglück in Marrakesch, Bukarest sowie Houston (auf grüner Asche).
Jagd auf die McLarens
Zwei Rennen, zwei Siege durch Lando Norris und Oscar Piastri: So lautet die famose Bilanz der Briten. Verstummt sind durch die beiden unterschiedlichen Fahrer auch die zu diesem frühen Zeitpunkt eher sinnlosen Spekulationen über eine eventuelle Stallorder. Auch fürs Wochenende in Japan sind die papays-farbenen Renner das Maß alle Dinge. Die Ferraris knabber noch an der Doppeldisqualifikation von Schanghai. Red Bull dagegen bewies seine Ungeduld und beorderte den zweiten Fahrer Liam Lawson nach zwei „Nullern“ ins zweite Team und zog dafür Yuki Tsunoda von Racing Bull hoch. Der steht bei seinem Heimrennen in Suzuka gleich extrem im Fokus, hoffentlich machen das seine Nerven auch mit.
Und sonst?
- Bundesliga: Tabellenführer Bayern München spielt schon am Freitag beim FC Augsburg. Der FCA ist tatsächlich in der Rückrunde noch unbesiegt und kassierte gerade beim 1:1 in Hoffenheim nach sechs Partien wieder einen Gegentreffer (durch den absurdesten Handelfmeter aller Vorstellungen). Die Bayern ihrerseits schielen wahrscheinlich schon aufs CL-Viertelfinale gegen Iner Mailand die Woche darauf. Mit Upamecano, Alphonso Davies und Hiroki Ito fehlen gleich drei Abwehrkräfte.
Meister Bayer Leverkusen ist beim 1. FC Heidenheim gefordert, das Topspiel des Samstags (18:30) bestreiten Werder Bremen und der Dritte Eintracht Frankfurt.
- Internationaler Fußball: In England gibt es einen Doppelspieltag. An der Meisterschaft des FC Liverpool gibt es bei 12 Pnkten Vorsprung auf Arsenal keinen venünftigen Zweifel mehr. Dennoch is das Stadtderby gegen Everton immer einen Blick wert (Mi., 21:00). Everton ist dann am Samstag Gastgeber für „Verfolger“ Arsenal.
In Spanien hat sich Atlético aus dem Titelrennen verabschiedet. Im Fernduell um Platz 1 haben der FC Barcelona (Betis Sevilla) und Real Madrid (Valencia) machbare Heimgegner.
Auch in Italien gibt es einen Meiserschafts-Zweikampf. Inter (in Parma) und Napoli (Bologna) müssen auswäets ran.
- Eishockey: Heute beginnt das Halbfinale der DEL: In Best-of-7-Serien beharken sich die Eisbären Berlin und Adler Mannheim sowie EHC Ingolstadt gegen die Kölner Haie.
- Handball: Sowohl der SC Magdeburg als auch die Berliner Füchse haben durch klare Auswärtssiege bei Steaua und Kielce das Tor zum Champions-League-Viertelfianle weit aufgestoßen und müssen morgen in den Rückspielen nur noch durchgehen.
Ab Samstag geht dann die Titelhetze in der Bundesliga weiter, aus der sich allerdings die beiden Nordclubs THW Kiel und SG Flensburg-Handewit erst mal verabschiedet haben.
- Basketball: In der Hauptrunde der Euroleague stehen noch 4 Spieltage. Der FC Bayern hat gute Chancen auf einen direkten Viertelfinalplatz, dazu wäre ein Sieg gegen Maccabi Tel Aviv äußerst hilfreich. Gespielt wird in Belgrad, wohin Maccabi wegen der Kriegswirren in Israel auswechen muss.
von Münchner Löwe | März 28, 2025 | Allgemein
Die Weltcupsaison der alpinen Skifahrer ist am Donnerstag mit den beiden Slaloms in Sun Valley zuendegegangen. Es gab tolle Rennen, beängstigende Stürze, großartige Alte und aufstrebende Junge. Ich versuche eine Bilanz ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Odermatt – nicht mehr ganz so groß
Eigentlich eine Unverschämtheit angesichtsd der Tatsache, dass dere Schweizer sehr überlegen den Gesamtweltcup gelang (zum vierten Mal hintereinander) und sich auch die kleinen Kristallkugeln in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom sicherte. Doch die absolute Überlegenheit fehlte. Zum Beispiel im Riesenslalom, wo er in der Vorsaison ungeschlagen blieb, bevor er im letzten Rennen in Saalbach ausschied. Dieses Jahr wurde er auch auf der Piste geschlagen, so zweimal von seinem Landsmann Lou Meillard. Er selbst erklärte das damit, das er nicht mehr das letzte Risiko gehe. Doch immer wieder blitzte die Ausnahmeklasse Odermatts auf, und niemand dürfte ernsthaft bestreiten, dass der Schweizer der beste Skifahrer auf Erden ist.
Überhaupt die starken SchweizerInnen
Ein schier unendliches Reservoir an Superfahrern kommt da jedes Jahr nach. Erste Weltcupsiege feierte Franjo von Allmen, Alexis Monney, Stefan Rogentin und Thomas Tumler (mit 35) die ersten Weltcupsiege. Bei den Frauen avancierte plötzlich Camilla Rast im Slalom zur Siegläuferin, und eine Marjorie Blanc triumphierte in St. Moritz..
Be3i den Männern verhinderten nur Henrik Kristoffersen (Slalom) einen Schweizer Durchmarsch auf die Kristallkugeln. Die Überlegenheit vor allem in den schnellen Disziplinen war frappant: Dreifacherfolg im Abfahrstweltcup, drei unter den ersten 4 im Super-G.
Die Schweizerinnen waren nict ganz so dominant: Nur Lara Gut-Behrami sicherte sich im Super-G eine Weltcupkugel, und nur noch Camille Rast kam im Slalom als Dritte aufs Stockerl.
Dagegen schwache ÖstereircherInnen
Knapp 60 Jahre gibt es jetzt den Weltcup, und nur knapp verfehlten Austrias Skihelden diese Saison mehrere Negativ-Rekorde. Gerade mal 5 Siege feierte Rot-Weiß-Rot, und erst im drittletzten Männerrennen verhinderte ein Super-G-Parforceritt von Lucas Feurstein eine völlig sieglose Männer-Saison, die es noch nie gegeben hat.
Schmachvoll genug bleibt es: Kein Podestplatz überhaupt in den 8 Abfahrtsrennen (so wenige wie allerdings noch nie). Der beste Österreicher in Gesamtweltcup auf Rang 12 (Vincent Kriechmayr). Selbsternannte Skination, halt.
Etwas besser die Frauen, wo Conni Hütter, Katharina Liensberger und Katharina Truppe Siege einfuhren.
Um die Demütigung der Skination Österreich zu illustrieren, eine letzte Zahl: Im Nationencup, wo alle Punkte aller FahrerInnen addiert werden, hatte am Ende die Schweiz mehr als 3000 (!) Punkte Vorsprung
Die (lange) Abwesenden
Schon vor dem ersten Rennen die erste Hiobsbotschaft: Alexander Aamodt JJKilde würde verletzungsbedingt (immer noch wegen seines Horrorsturzes Sturzes 2024 in Wengen) die gesamte Saison fehlen, ebenso wie die neben Mikaela Shiffrin überragende Slalomartistin Petra Vlhova. Shiffrin selbst stürzte dann schwer im November in Killington und fiel 2 Monate aus. Schwer eerwischte es auch Cyprien Sarrazin, dem Shootingstar 2024. Der Franzose stürzte auf der extrem schwierigen Stelvio in Bormio. Offenbar wird er wieder ganz gesund, doch dass er auf die Piste zurückkehrt, möchte ich bezweifeln.
Die Comebacker
Nach 5 Jahren Pause vm Skisport kamen Lindsey Vonn und Marcel Hirscher zurück in den Weltcup. Gerade Vonns Comeback mit 40 und künstlichem Kniegelenk wurde extrem kritisch gesehen. Doch schnell strafte die Amerikanerin alle Lügen, die das als reine Werbetour abtaten. Sie glänzte schnell mit Top-10-Platzierungen. Nicht alle Ziele der ehrgeizigen Vonn gingen auf, doch in einem sehr schwierigen Abschluss-Super-G zeigte sie ihr einmaliges Gefühl für Tempo auf Schnee. Sie kommt wieder, und sie dürfte auch wieder gewinnen!
Hirscher dagegen enttäuschte letztlich die Erwartungen. In den ersten Rennen fuhr er weit hinterher, und ein Trainingssturz, bei dem er sich einen Kreuzbandriss zuzog, beendete früh die Saison.Ob er wiederkommt?
Sogar einen dritten Comebacker gab es: Lucas Braathen. Der gebürtige Norweger hatte 2023 sein Karriere-Ende bekanntgegeben wegen unlösbarer Differenzen mit dem nationalen Verband. Ein Jahr ohne Skirennsport hielt er aus, dann entschloss er sich, für Brasilien, dem Heimatland seiner Mutter zu starten, als Pinheiro Braathen.
Obwohl er anfangs mit sehr hohen Nummern arg ramponierte Pisten vorfand, hatte er einige exzellente Ergebnisse im Slalom und Riesenslalom. Nur den ersehnten Sieg (es wäre der erste für Brasilien im Wintersport gewesen) schaffte er nicht. Der dürfte dann im nächsten Winter kommen.
Die alte Garde
Wirklich nicht despektierlich gemeint: Gerade die erfahreren Frauen um Federica Brignone (34), Lara Gut-Behrami (33) und Sofia Goggia (32) waren mit ihren tollen Fahrten eine Bereicherung. Und erfolgreich, denn in dieser Reihenfolge endete der Gesamtweltcup. Brignone holte sich auch die Kugeln in der Abfahrt und im Riesenslalom, wo sie zuletzt unschlagbar schien. Gut-Behrami war die Nummer 1 im Super-G. Goggia siegte wiederum bei der vielleicht schwersten Frauen-Abfahrt in Cortina, der Olympiastrecke von 2026.
Die junge Attacke
Zdrinka Ljutic hatte schon in der Vorsaison tolle Ergebnisse, jetzt gelang der Kroatin der Durchbruch. Sie siegte im Dezember/Januar in 3 Slaloms hintereinander und holte sich auch die Weltcupkugel. 21 Jahre ist sie erst alt, da wird noch viel kommen.
Das erwarte ich auch von Lauren Macuga. Die Amerikanerin machte den letzten entscheidenden Schritt Richtung Weltspitze. Gerade in der Abfahrt wird die 22-Jährige von immer größerer Erfahrung profitieren.
Das Schweizer Gegenstück ist Franjo von Allmen. Der heizte jetzt schon der Konkurrenz mächtig ein. 3 Weltcupsiege in der Abfahrt und Super-G und die Krönung in Saalbach, als er Weltmeister wurde.
Sehr beachtlich fand nicht nur ich die Albanerin Lara Culturi. Die Tochter der italienischen Ski-Olympiasiegerin Daniela Ceccharelli hatte Traumläufe. Zu einem Weltcupsieg reichte es zwar noch nicht, aber zu mehreren Top-10-Ergebnissen.
Und ohne eine deutsche Brille nutzen zu müssen: Emma Aicher hat die Riesenerwartungen in sie noch übererfüllt. Dass sie schon mit 21 Jahren 2 Weltcup-rennen gewinnen würde, überraschte sie nach eigener Aussage selbst. Noch vermurkst sie sich durch jugendlichen Überschwang so manches Top-Ergebnis. Ein bisschen Enhegen des Draufdrängertums wäre nicht schlecht, aber bitte nicht zu viel. Ich wage eine steile Behauptung: Emma Aicher wird in ein paar Jahren ernsthaft um den Gesamtweltcup mitkämpfen. Warum? Sie selbst wird noch viel besser werden, und die jetzt dominierenden Brignone und Gut-Behrami spätestens in zwei Jahren aufhören oder zumindest ihr Rennpensum drastisch reduzieren.
Wer hier Österreicher vermisst: Ich fahnde noch nach Talenten, sehe sie aber kaum.
Die Deutschen
Ohne Emma Aicher war es dürftig, auch weil das Verletzungspech praktisch das gesamte Männer-Abfahrtsteam au?er gefecht setzte. Linus Straßer war der einzige verlässliche Top-10-Fahrer (im Slalom). Doch auch der Skilöwe blieb hinter den Erwartungen nach seiner Gala-Saison 2024; er blieb ohne Sieg und schaffte auch nur einen Stockerlplatz im Schladminger Nachtslalom. Immerhin dürfte ihn Platz 3 bei der WM trösten, auch wenn das für ihn nur ein dürftiger Trostpreis ist.
Einige Talentproben gab im Slalom und Riesenslalom Anton Grammel ab. Das macht Hoffnung für eine bessere Saison 2025.
Ach ja, Mikaela Shiffrin
Im letzten Rennen der Saison zeigte die Amerikanerin ihre Ausnahmeklasse – zumindest im Slalom Da gewann sie im Heimrennen in Sun Valley hochüberlegen vor den Augen ihrer Mutter und vieler Freunde. es war ihr 101. Triumph in einem Weltcup – natürlich Rekord. Doch der hing an einem seidenen Faden nach einem Sturz im Riesenslalom in Killington, als eine Stange sich in ihren Bauch hineinbohrte. Gott sei Dank wurden keine wichtigen Organe getroffen, wohl aber das Selbstvertrauen. Gerade im Riesenslalom war es für die große Shiffrin-Fangemeinde kaum anzusehen, wie verzagt sie um die Tore kurvte und sogar einmal den 2. Durchgang verfehlte, weil sie zu langsam war.
Im Slalom allerdings lief es gut. In Are feierte sie Weltcupsieg Nummer 100, in Schladming wurde sie gemeinsam mit Abfahrtsweltmeisterin Breezy Johnson Teamweltmeisterin.
Und sonst?
- Clement Noel: Kam der Franzose zwei Slalom-Läufe durch, war er vorne zu finden, gleich viermal sogar auf Platz 1. Das Problem, dass er oft scheiterte. Exemplarisch die WM in Schladming als er als klar Führender des 1. Laufes im 2. relativ früh ausschied
- Norwegens Slalom-Armada: Die Norge-Disziplin, die folgerichtig auch Henrik Kristoffersen für sich entschied. Hart bedrängt von den Atle McGraths, Timon Haugans. Lucas Braathen ist ja auch ein guter Kumpel.
- Wieder nix: Erneut wollte FIS-Präsident Johan Eliasch Abfahrtsrennen vom Matterhorn hinab nach Cervinia durchpeitschen, bloderweise auch noch im November, wo es dort sehr ungemütlich windet. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern lief nichts. Es wird einen neuen nVersuch geben, diesmal im März, wenn das Wetter (vielleicht!) günstiger ist.
- Ester Ledecka: Nicht genug rühmen kann ich dieses sportliche Ausnahmetalent. Die Tschechin fährt hier eine Abfahrt und dort einen Snowboard-Parallelslalom. Beides erstaunlich erfreulich. Ihre diesjährige Bilanz: Sie wurde Dritte beim WM-Super-G in Saalbach und mit dem Snowboard Weltmeisterin im Parallel-RS und Vize im Parallelslalom, beides im Engadin. Wie man sie stoppen kann? In dem man für Olympia den Zeitplan so legt, dass ihre Lieblingsdisziplinen praktisch gleichzeitig laufen.
von Münchner Löwe | März 25, 2025 | Biathlon, Formel 1, Fußball, Handball, Wochenrückschau
Erst souverän, dann chaotisch
Die deutschen Fußballer haben sich gegen Italien fürs Final Four der Nation League qualifiziert. Nach dem 2:1 in Italien gab es am Sonntag ein spektakuläres 3:3, das ich selbst allerdings nur am Radio live verfolgte. 3:0 führte Deutschland zur Pause, auch dank eines kuriosen Treffers. Ein Balljunge hatte vor einer Ecke den Ball sehr schnell an Jamal Musiala weitergegeben, und der überraschte mit einer schnellen Ausführung die vor sich hindämmenden Italiener und bediente Joshua Kimmich. Ein Bubenstück, cdoch ob am Tag danach die 20-Uhr-Tagesschau wirklich darüber berichten muss, sei mal dahingestellt.
Beobachter der Partie können sich an keine bessere 1. Halbzeit eines deutschen Teams in der jüngsten Vergangeneheit erinnern. Meist blieben sie irgendwann beim unwirklichen 7:1 2014 im WM-Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien hängen, als es zur Pause 5:0 stand.
Doch irgendeetwas geschah in de Paue – hier wie dort. Die Italiener nahmen plätzlich wieder am Spiel teil und brachten die Gastgeber noch ziemlich in Verlegenheit. Moses Kean verkürzte schnell auf 1:3 (49.), und spätestens als er in der 69. Minute zum 2:3 traf, flackerten die Nerven. Ein elfmeterwürdiges Foul von Schlotterbeck nahm der Schiedsrichter nach Konsultation des VAR wieder zurück, da wäre noch eine Viertelstunde zu spielen gewesen und die Nerven noch mehr strapaziert. So schadete der tatsächlich gegebene Elfer für die Azzurri in der Nachspielzeit nicht mehr, den Raspadori (diese namen, seufz) verwandelte. Das 3:3 reichte dem Team, die nun im Halbfinale in München auf Portugal treffen
Ach, die Elfmeterschießen
Hochspannung in den anderen 3 Viertelfinals, die alle zeitgleich ausgetragen wurden. Dreimal gab es Verlängerung, und zweimal gar Elfmeterschießen. Portugal brauchte diese Lotterie nicht mehr: Nachdem sie das 0:1 aus dem Hinspiel mit dem 3:2 in Lissabon kompensiert hatten, schafften die Lusitanier in der Verlängerung zwei weitereTore, das ihnen das Halbfinale gegen Deutschland sicherte. Zu den Torschützen zählte auch Cristiano Ronaldo, der allerdings ausgewechselt wurde.
Absolute Thriller bei den Elferdramen in Paris (Frankreich vs Kroatien) und Valencia (Spanien vs Holland). Jeweils die Gastgeber setzten sich durch und das, obwohl auch die beiden Gewinner nicht fehlerlos blieben. Besondere Erwähnung verdienten der Franzose Desire Doue und der Spanier Alex Baena. Sie veerwandelten ihre Versuche nervenstark, obwohl ein Fehlschuss das Aus bedeutet hätte. Wo es glückliche Helden gibt, sind auch die tragischen Verlierer nicht weit. Die Fehlschüsse von Donyell Malen (Holland) und Josip Stanisic (Kroatien) bedeuteten letztlich das Aus.
Spanien und Frankreich treffen in Stuttgart zum 2. Halbfinale aufeinander: Im Neckarstadion gibt es also vielleicht ein Wiedersehen mit Marc Cucurella, der eben dort das nicht geahndete Handspiel begangen hatte, das einen Bundestrainer Julian Nagelsmann noch heute schäumen lässt. Ich will nur hoffen, dass die geisteskranken und schandbaren Pfiffe, die Cucurella in den folgenden EM-Spieleen erdulden musste, ausbleiben.
Abschied einer Legende
Im Schatten des Weltcup-Thrillers der Biathlon-Frauen Franzi Preuß und Lou Jeanmonnot
https://blickueberdenteich.de/warum-ich-sport-so-liebe-2/
nahm Johannes Tignes Boe Abschied. An einem (nicht nur) für norwegische Wintersportler heiligen Ort. Am Holmenkollen nahe Oslo bestritt also der 23-malige Weltmeister und fünffache Olympiasieger seine letzten Rennen. Dass er ohne Sieg blieb und endgültig auch den Gesamtweltcup an Landsmann Sture Lagreid verlor, war nebensächlich. Die Norweger, gebeutelt von ihrem Skispungskandal, feierten ihn und den ebenfalls Abschied nehmenden älgteren Bruder Tarjej Boe; auch der sehr erfolgreich (11 WM-Titel, 3 Olympiagold), aber halt nicht ganz so wie das Brüderchen.
Die Fuchsjagd ist eröffnet
Aber das ist sehr schön für die Berliner Füchse, denn erstmals erklommen sie nach dem beeindruckendem Auswärtssieg gegen Handballmeister SC Magdeburg die Tabellenspitze der HBL. Jetzt sind sie die Gejagten, und die Meute ist noch nahe dran. Aber das Team um Welthandballer Gisdel hat es jetzt in der eigenen Hand. Sicher gibt es in den letzten 11 Spielen noch die eine oder andere Klippe (insbesondere die beim Rekordmeister THW Kiel am 16. April und zum Saisonabschluss bei den Rhein-Neckar Löwen, aber so nah am Titel waren die Füchse noch nie, zumal die Konkurrenten sich gegenseitig Punkte wegnehmen. Allerdings sind sie auch noch in der Champions League gefordert (wie auch der SCM), die doch wesentlich anspruchsvoller ist als der EHF-Cup.
Piastri macht McLaren froh
Nachdem im 1. Rennen Lando Norris in Melbourne für McLaren erfolgreich war, schlug im Großen Preis von Schanghai die Stunde des Teamkollegen. Erstmals hatte er sich die Poleposition geschnappt, und diesen Vorteil. nutzte er souverän zum Rennsieg. Der die bereits aufkommenden Gerüchte einer etwaigen Teamorder verstummen ließ. Eine solche wäre zu diesem frühen Stadium auch absolut lächerlich und demotivierend. Die McLaren-Teamleitung dachte also nicht mal daran, am Ende unsportlich einzugreifen. Mag sein, dass sich Piastri und Norris gegenseitig Punkte wegnehmen, aber das ist immer noch sehr viel besser, als nur ein Eisen im Feuer zu haben, wie es bei Red Bull mit Weltmeister Max Verstappen (er rettete Platz 4) der Fall ist. Dort zahlt Neuling Liam Lawson viel Lehrgeld; immerhin kam der Neuseeländer dieses Mal ins Ziel, verpasste allerdings als Zwölfter die Punkteränge (wichtig für die Konstrukteurswertung).
Ein Desaster erlebten am Sonntag die Ferraris. Nachdem Lewis Hamilton tags zuvor mit dem Sprintsieg aufgezeigt hatte, zockelten die Charles LeClerc und Hamilton recht chancenlos hinterher und wurden zu allem Überfluss später wegen Unregelmäßigkeiten am Auto disqualifziert. Schon jetzt ist der Abstand zur Spitze bedenklich.
Und sonst?
- Internationaler Fußball: Erfolgreich, aber nicht sonderlich berauschend verliefen die beiden ersten England-Länderspiele unter Teamchef Thomas Tuchel. Die Three Lions gewannen zwar gegen Albanien 2:0 und am Montag gegen Lettland 3:0, aber daswar zum Teil recht bieder, was die Mannschaft zeigte. Immerhin: Harry Kane ist auch unter Nationalteam-Tuchel treffsicher und erzielte in beiden Begegnungen jeweils das 2:0.
Im Schatten der A-Gruppe der Nations League gab es auch diverse Relegationsspiele. Dort scheiterte Österreich an Serbien, obwohl sie in den beiden Spielen insgesamt das bessere Team waren und verbleiben in der B-Gruppe (mit weniger attraktiven Gegnern). Auch Belgien (vs Ukraine), die Türkei (Ungarn) und Griechenland (Schottland) setzten sich in der Relegation durch.
Japan und Weltmeister Argentinien sind die ersten Teams, sich sich neben den Gastgebernfür die WM in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert hat. Somit hat der Südamerika-Schlager Argentinien gegen Brasilien heute Nacht einiges an Brisanz verloren, denn auch die Selecao wird früher oder später mit Sicherheit das Ticket lösen.
- Wintersport: Österreich atmet spät auf. Beim Weltcup-Finale in Sun Valley schaffte Lukas Feurstein mit einem wildem Ritt auf einem extrem anspruchsvollen und zum Teil sehr steilen Kurs seinen ersten Sieg und damit den ersten Triumph bei den Männern in dieser Saison. Die Abfahrtsschmach bleibt jedoch für Austria: Weil das letzte Rennen dem Wetter zum Opfer blieb, gab es in der Königsdisziplin nicht einen einzigen Stockerlplatz, das hätte der größte Pessimist nicht für möglich gehalten.
Lindsey Vonn schaffte in ihrem letzten Saisonrennen das mit Abstand beste Resultat seit ihrem Comeback. Als Zweite im Super-G (ganz ähnlich gesteckt wie der der Männer) musste sie sich nur der Schweizerin Lara Gut-Behrami geschlagen geben, der ein absoluter Traumlauf gelang. Mit ihrer Zeit wäre sie bei den Männern Zehnte geworden. Die 50-jährige Vonn aber hat damit ihren Kritikern (Wasmeier!) ein weiteres Mal das Maul gestopft, und sie wird voller Elan in die Olympaisaison gehen, wo auf ihrer Lieblingsstrecke Tofana Abfahrt und Super-G entschieden werden.
Heute und morgen stehen noch bei Frauen und Männern ein Riesenslalom an, bevor am Donnerstag je ein Slalom die Saison endgültig beendet.
- Motorsport: Die Rallye Safari ist mit ihren tollen Wüstenbildern beeindruckend, doch bei den Fahrern berüchtigt, weil gefährlich. Denn auf der freien Strecke kann schon mal ein Zebra oder eine Antilope unverhofft im Weg stehen, vielleicht sogar ein Löwe ode Elefant? was dem ohnehin anstrengenden WM-Lauf einen zusätzlichen Kick gibt. Offenbar haben es alle Fahrer gut überstanden (über Tierunfälle wurde nichts berichtet). Der Brite Elfy Ellis im Toyota hatte die Nase vorn und siegte vor den beiden Hyundais von Ott Tanak (Estland) Weltmeister Thierry Neuville aus Belgien.
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