Laura Siegemund: Ganz nah dran ist eben nicht drin

Wimbledon-Wahnsinn, Viertelfinale

 

Frauen

 

Mit Abstand das spannendste der 4 Partien war die von Laura Siegemund gegen Aryna Sabalenka. Die 37-jährige Schwäbin hatte die Nummer 1 der Weltrangliste ganz nah an einer Niederlage, führte im 3. und entscheidenden Satz mit 3:1. Doch beim Stand von 15:15 und Aufschlag Sabalenka vergab Siegemunde einen nahezu sicheren Punkte, da ging ein Ruck durch die Weißrussin. Zwar schaffte Siegemund tatsächlich noch mal ein Break zum 4:3, doch dann hatte sie nichts mehr zuzusetzen. Sie war mit den Kräften sichtlich am Ende, und Bälle, die zuvor noch knapp im Feld landeten, segelten jetzt ins Aus
Dennnoch ein tolles Spiel und ein fantastisches Turnier  für die Deutsche, die so anders spielt und so schlau. Ideal auf Rasen ist ihre Schnibbelei, wo die Bälle kaum noch „aufstehen), und die Sabalenka (sowie die Konkurrentinnen zuvor) regelrecht in den Wahninn blieben. So bleibt als Trost ein Scheck von mehr als 400.000 Dollar sowie der Eintritt in den exklusiven Club der „Top 8“, den jede(r) Viertelfinalist(in) erhhält (sowie alle Halbfinalisten im Doppel und Finalisten im Mixed).
Eine Anmerkung zu Sabalenka: Ihr Geschrei nach jedem ihrerSchläge ist unerträglich. Mich wundert, dass die Gegnerinnen nicht viel heftiger protestieren, denn die müssen sich doch gestört fühlen. Meine Lust, ihre Spiele anzuschauen, tendiert mittlerweile gegen Null, dabei spielt sie grandioses Tennis. So viele Regeln gibt es, warum nicht eine Anti-Schrei-Regel

Die anderen Partien waren mehr oder weniger klare Angelegenheiten. Amanda Anisimova krönte ihr Comebackjahr nach Burnout mit dem Halbfinaleinzug. Gegen Pawljuteschnkova machte es die Amerikanerin spanner als nötig, vergab 3 Matchbälle in Folge und musste ins Tiebreak. Dort wehrte sie insgesamt 5 Satzbälle ab und verwertete dann den insgesamt 5. Matchball zum Sieg.
Die (längst nicht mehr geheime) Geiheimfavoritin Iga Siatek setzte den souveränenen Erfolgslauf fort und ließ Ludmilla Samsonowa letztlich keine Chance. Sie wird am Donnerstag im Halbfinale auf die Schweizerin Belinda Bencic treffen. Die Schweizerin zeigt das beste Turnier nach der Geburt ihrer Tochter und eliminierte etwas überraschend die Rusin Mirra Andreewa, die schlicht planlos war gegen das sehr solida, aber keineswegs überragende Spiel von Bencic

 

Ansetzungen Halbfinale

Do. 14:30: Sabalenka – Anisimova
Sabalenka ist Favoritin, aber Anisimova hat mir sehr gut gefallen
danach:     Swiatek – Bencic
Offenbar hat Swiatek ihre Freude am Rasentennis entdeckt. Ich sehe sie recht klar favorisiert gegen Bencic, die eh schon ein tolles Turnier hinter sich hat

 

Männer

 

Nach den vielen mehr oder weniger großen Überraschungen zu Beginn des Turniers lässt sich sagen: Die Besetzung des Halbfinals entspricht fast den Erwartungen. Sprich: Die absoluten Topspieler haben sich durchgesetzt.
Den schwierigsten Run hatte dabei Taylor Swift, der in der 1. Runde gegen Giovanni Mphetsi-Perricard fast schon draußen war, sich dann aber von Runde zu Runde steigerte und jetzt auch den gefählrichen Russen Karim Katschanow in 4 Sätzen besiegte. 4 Durchgange benötigte auch Novak Djokovic gegen den Außenseiter Flavio Cobolli. Nachdem der 7-fache Wimbledon-Triumphator den ersten Durchgang abgegeben hatte, steigerte er sich enorm und gewann die folgenden 3 Sätze gegen den nie aufgebenden Italiener.
Dessen Landsmann Jannik Sinner kam gegen Ben Shelton sogar in 3 Sätzen durch. Und doch: Jeder Durchgang war enorm knapp, und hätte der Amerikaner bei wichtigen Punkten etwas mehr Glück (und Können/Konzentration) auf seiner Seite gehabt, wäre es vielleicht noch knappe zugegangen.
Völlig problemlos löste dagegen Titelverteidiger und Turnierfavorit Carlos Alcáraz das Halbfinal-Ticket. Er erteilte dem britischen Lokalmatadoren Cameron Norrie eine Tennis- Lehr- ja Trainerstunde und brauchte für den Dreisatz-Sieg nur gut 100 Minuten.

 

Ansetzungen Halbfinale

Fr., 14:30: Alcáraz – Fritz
danach:    Djokovic – Sinner

Ich würde Alcáraz und Djokovic leicht favorisieren, wen. sie denn ihr bestes Tennis auf den Center Court bringen. Fritz hat seine Klasse auf Rasen schon oft gezeigt (2 Siege in Vorbereitungsturnieren), jetzt kriegt er die PS auch auf den Wimbledonrasen. Und zu welchen Taten Sinner fähig ist, bewies er zuletzt beim jetzt schon legendären Finale in Paris gegen Alcáraz, als er 3 Matchbälle vergab und am Ende erst im Tiebreak des 5. Satzes verlor.

 

 

Die ewigen Astros grüßen wieder von oben

Blick über den Teich, MLB

 

Die Hälfte der Saison ist schon weit überschritten (gut 90 von 162 Spielen): Trends sind klar zu ersehen, aber es kann sich noch viel ändern. wer hätte etwa den New Yorker Slump (Yankees und Mets) vor 2 Monaten vorhergesagt?

 

AMERICAN LEAGUE

 

Eastern Division

Mittlerweile führen die Toronto Blue Jays mit 3,5 Spielen vor den Yankees. In einer 4-Spiele-Serie schaften die Kanadier einen Sweep gegen das Team aus New York. Deren Pitcher Max Fried, lange überragend, musste zuletzt einige Runs über dem Durchschnitt schlucken. In Lauerstellung sind noch die Rays (+5,0), die jetzt allerdings sehr viele Auswärtsspiele vor der Brust haben, weil die MLB in weiser Voraussicht für Juli und August im heißen Florida kaum Partien angesetzt hat. Boston Red Socks und Baltimore Orioles helfen jeweils nur noch Superserien. So haben die Red Sox die vergangenen 5 Partien gewonnen, das hilft natürlich.

 

Central Division

Die Detroit Tigers bleiben das heißeste Team der gesamten Liga, und der Divisionssieg ist mit 14 Siegen Vorsprung auf Rang 2 kaum noch zu nehmen. Tarik Skubal brilliert als Pitcher, auch die anderen Werfer lassen wenig zu, und die Offensive produziert. Alle anderen Teams haben schon eine recht klare negetive Bilanz, das dürfte für die Royals, Twins und erst recht für die Guardians sehr schwer werden mit einem Wild-Card-Platz. Ein Fall für sich sind die Chicago White Sox. Immer noch weit unterdurchschnittlich, aber klar verbessert im Vergleich zu 2024.

 

Western Division

Und wieder grüßen die Astros von der Spitze, so wie praktisch das gesamte vergangene Jahrzehnt. Trotz Verletzungspech der Pitcher, sie kriegen immer wieder eine schlagstarke Mannschaft mit guter Defensive zusammen. 6,5 Siege haben sie mittlerweile Vorsprung auf die Seattle Mariners. Die verfügen zwar über tolle Starting Pitcher, leider produziert die Offensive nur sporadisch. Den Texas Rangers, LA Angels und erst recht den Athletics (die tatsächlich zurzeit keinen Stadtnamen tragen dürfen) bleibt nur die sehr vage Hoffnung auf eine Siegesserie.

 

NATIONAL LEAGUE

 

Eastern Division

Vorne die Phillies und Mets gleichauf (wobei der Zweite aus diesem völlig offenen Duell sehr gute Wild-Card-Chancen hat). Die Mets haben sich nach einem furchtbaren Juni wieder einigermaßen gefangen und etwa die Stadtserie gegen die Yankees mit 2:1 für sich entschieden. Mir scheinen dennoch die Phillies ausgeglichener und besser besetzt mit dem alles überragenden Zach Wheeler, der gerade seine eh schon starken Leistungen noch mal übertrifft (Complete Game mit nur einem zugelassenen Hit gegen die Cincinnati Reds). Schon jetzt praktisch chancenlos sind die Braves, die größte Enttäuschung der gesamten Liga, sowie (eher erwartungsgemäß) die Miami Marlins und Washington Nationals.

 

Central Division

Spannender Dreikampf an der Spitze: Die Chicago Cubs, Milwaukee Brewers un d St. Louis Cardinals trennen nur 1,5 Siege. Alle 3 Teams nicht immer überzeugend, aber doch mit eine gewissen Grundsubstanz. Etwas abreißen lassen mussten zuletzt die Cincinnati Reds, während es bei den Pittsburgh Pirates nur noch um Schadensbegrenzung geht. Wie lange macht Star-Pitcher Paul Scenes dieses offensive Elend noch mit?

 

Western Division

Trotz unfassbarer Verletzungssorgen vor allem bei den Pitchern sind die Los Angeles Dodgers relativ weit vorn. 5 respektive Siege haben sie zwischen sich und den Giants und den Padres gelegt, denen einfach keine Siegesserie mehr gelingt, aber noch gut im Wild-Card-Rennen liegen. Noch schlimmer ergeht es „meinen“ Arizona Diamondbacks, deren Felle mehr und mehr davonschwimmen. Bleiben noch die Colorado Rockies, die drauf und dran sind, die schlechteste Sieg/Niederlagen-Bilanz in der Geschichte der MLB zu knacken.

 

STARS UND STATS

 

Batter

Cal Raleigh weiter unglaublich: Er hat mittlerweile 36 Homeruns geschlagen und führt die Liga damit an. Einen Team-Rekord hat er schon aufgestellt, denn noch nie hat ein Spieler der Mariners vor dem All-Star-Break (nächste Woche) so viele Bälle über den Zaun geschlagen. Und das als Catcher, der eher für die Defensive zuständig ist mit seiner anstrengenden kauernden Position hinter der Platte.
Auch Aaron Judge schlägt weiter munter Homeruns und hat immer noch den beeindruckenden Schlagdurchschnitt von 0.360. Um diese Leistung zu würdigen: Der Zweite in dieser Kategorie ist Jacob Wilson von den Athleics mit einem Average von0.335
Shohei Ohtani ist Dritter bei den Homeruns (31), und langsam wird der Japaner auch als Pitcher herangeführt.

 

Pitcher

Aus der Reihe herausragender Werfer will ich Tarik Skubal (Tigers), Hunter Brown (Astros) und Zach Wheeler (Phillies) noch einmal herausheben. Nicht nur haben sie sagenhafte Stats (ERA unter 0.220*, WHIP unter 1.0**), sie spielen auch für absolute Spitzenteams und dürften in den Play-offs eine wichtige Rolle einnehmen. Paul Skenes etwa zeigt ähnlich starke Vorstellungen, nur spielt er für die äußerst schwachen Pirates.

* ERA=Earned Runs Average: Hochgerechnet die Runs, die ein Werfer in 9 Innings zu verantworten hat.
** WHIP= Walks und Hits per Inning: Also die Spieler, die ein Werfer pro Inning auf Base zulässt.

 

Kepler Watch

10 Homeruns und 30 RBIs gehen in Ordnung. Sein Schlagdurchschnitt von 0.212 ist ausbaufähig (vor allem, wenn ich bedenke, dass er gegendie ihm noch weniger liegenden  linkshändigen Pitcher kaum eingesetzt wird), zuletzt traf der den Ball wieder etwas besser (0.278 in den vergangenen 7 Partien), Der Berliner ist allerdings weiter sehr gut in der Defensive (und dafür haben ihn die Phillies auch geholt), spielt im linken Außenfeld fast fehlerlos mit ein paar außergewöhnlichen Catches.

 

Das wird die Woche, die wird

1. Tour-Woche, 2. Wimbledon-Woche, Frauen-EM und (tatsächlich!) die Club-WM

 

Pogacar schon auf der Lauer nach Gelb

 

Die Tour-Woche steht erst mal im Zeichen des Zeitfahrens morgen in Caen. Ein Kurs ohne große Erhebungen, also wie gemacht für die Rolleure im Feld.(Klarer) Favorit auf den Tagessieg ist Remco Evenepoel, der Zeitfahr-Olympiasieger und -Weltmeister. Zumal der vermeintlich härteste Konkurrent im Kampf gegen die Uhr, Fillipo Ganna, bereits in der 2. Etappe aufgegeben hat.
Doch für Evenepoel wird der Sprung ins Gelbe Trikot schwerer als geplant, den er bei Bekantgabe des Tour-Kurses sicher im Blick hatte. Denn auf der 1. Etappe verlor der Belgier 45 Sekunden auf Tadej Pogacar, und diesen Vorsprung aufzuholen, wird auch für den ausgemachten Zeitfahrer schwierig. Pogacar selbst hat als Gesamtzweiter nur 4 Sekunden Rückstand auf Gelb-Träger Matthew van de Poel. Für ihn gilt es, auf seinen wohl härtesten Konkurrenten Jonas Vingegaard nicht allzuviel Zeit zu verlieren, wenn überhaupt.
Doch schon heute steht eine knackige Etappe an, die mit ihrem Profil durchaus mit einem Ardennen-Klassiker ähnelt und mit einem heftigen Anstieg endet. Ansonsten sind in der Woche die Sprinter gefordert und gefragt. Nicht mehr dabei ist allerdings der zurzeit beste Spurter Jasper Philipsen, der gestern schwer stürzte und aufgeben musste.

 

Auch der Tennis-Nachwuchs kämpft um Wimbledon-Krone

 

Zur Frauen- und Männerkonkurrenz habe ich schon geschrieben

https://blickueberdenteich.de/schneckles-erfolgslauf-geht-weiter-auch-gegen-sabalenka/

so schaue ich hier auf die Nachwuchs-Wettbewerbe („Boys and Girls“). Da haben die deutschsprachigen SpiererInnen vor einen Monat toll abgeräumt. Max Schönhaus gewann das deutsche Finale gegen Niels McDonald, bei den Girls triumphierte die Österreicherin Lilli Tagger. Alle Drei sind noch im Wettbewerb, mal sehen, wie weit sie kommen.
Im Doppel ist dagegen das an 3 gesetzte Paar Kevin Krawietz/Tim Pütz überraschend schon gescheitert. Hier haben die Briten noch einige Asse im Ärmel: 2 rein britische Doppel stehen im Viertelfinale, sowie die britisch-finnische Paarung Patten/Helisivuora, die die Australian Open für sich entscheiden haben.

 

Auch ohne Gwinn auf Viertelfinal-Kurs

 

Etwas mühsam sind die deutschen Fußball-Frauen ins EM-Turnier gestartet, heute können sie schon einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale machen. Ab 18 Uhr treffen sie in Basel auf Dänemark, das die erste Patie knapp gegen die Schwedinnen verlor. Ein Sieg der Truppe von Christian Wück, und das Viertelfinale ist (so gut wie) sicher. Und auch wenn die Kapitänin Giulia Gwinn wegen ihrer Verletzung fürs gesamte Turnier ausfällt: Das müsste gegen die Däninnen, die zurzeit längst nicht mehr so stark sind wie vor ein paar Jahren noch, zu machen sein. Die 3. Partie findet dann. am Samstag gegen Schweden statt. Im Idealfall sind dann beide Teams schon für die Runde der besten Acht qualifiziert.
Große Spannung in der Gruppe D. Nachdem  England zum Auftakt gegen Frankreich mit 1:2 verlor, ist der Titelverteidiger unter Zugzwang. Eine Niederlage morgen gegen Holland, und das Viertelfinale wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verspielt. Selbst ein Remis wäre vielleicht zu wenig.

 

Fluminense gegen drei Europäer

 

Tatsächlich, jetzt interessiert mich die Club-WM doch: Im Halbfinale treffen heute Fluninense und der FC Chelsea aufeinander, morgen das vom Papier her namhaftere Duell zwischen den „Deutschen“-Bezwingern Paris St. Germain (FC Bayern) und Real Madrid (Borussia Dortmund). Beide Spiele im Metlife-Stadium in New Jersey ab 21 Uhr, wo dann auch am Samstag das finale stattfindet. Ich sehe beide Partien völlig offen. Bei PSG gegen Real trifft mannschaftliche Geschlossenheit (Paris) auf höchstem Niveau auf individuelle Brillanz einzelner Spieler andererseits (Madrid).

 

Und sonst

 

  • Motorsport: Zwei große Veranstaltungen in Deutschland. In Berlin gastiert die Formel E auf em Flughafen Tempelhof.
    Zuschauermassen werden auf dem Sachsenring erwartet, wenn die besten Motorradfahrer ihre Läufe austragen. Marc Marquez liebt die Strecke bei Hohenstein Ennstal und dürfte seine Siegesserie in der MotoGP verlängern, zumal der Start seinen Bruders und schärfsten Rivalen Alx Marquez noch ungewiss ist nach dessen handbruch.
  • Leichtathletik: Die Diamond League macht am Freitag Station in Monaco mit einem sicher erlesenen Feld in einem schmucken, aber nicht übermäßig vollen Stadion. Die ARD plant einen Livestream ab 20 Uhr.
  • Golf: Die besten Profis machen sich auf zur britischen Tour, die wie immer in Schottland startet. Gespielt wird auf dem Renaissance Club in North Berwick. Nächste Woche folgt der Höhepunkt (vielleicht des ganzen Golfjahres): The Open, 2025 in Royal Purtrash/Nordirland.

 

 

 

Siegemunds Erfolgslauf geht weiter – auch gegen Sabalenka?

Wimbledon-Wahnsinn, das Achtelfinale

 

Seit ein paar Jahren entfällt der freie erste Sonntag, sodass das Achtelfinale auf 2 Tage verteilt werden kann.
Am Sonntag setzte Laura Siegemund ihren Erfolgslauf fort. Gegen die Argentinierin Solana Sierra war die Deutsche erstmals Favoritin, und kam mit dieser Rolle glänzend zurecht, siegte fast locker in 2 Sätzen. Am heutigen Dienstag wartet eine ungleich schwierigere Aufgabe, denn auf dem Center Court trifft sie auf die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka. Kann Siegemunds ungewöhnliches Spiel mit viel Slice auch auf der Vorhand auch die Weißrussin irritieren und nerven? Siegemund rechnet sich offenbar Chancen aus. Um Kräfte zu schonen, zog sich die Schwäbin aus der Doppel-Konkurrenz zurück, wo sie mit Beatriz Haddad Maia im Achtelfinale stand.Alle Tennisfans mögen Ohropax bereithalten, denn Sabalenka schreit lauter als ein Laubbläser, und das bei jedem Schlag.
Natürlich ist Sabalenka Favoritin. Gleiches lässt sich in der unteren Tableau-Hälfte für die auf Rasen stark verbesserte Iga Swiatek, die sich ihrer bisherigen Aufgaben mehr oder weniger souverän entledigte.

 

Sinner mit viel Glück

Von Souveränität kann dagegen bei Jannik Sinner nicht die Rede sein – im Gegenteil. Im Achtelfinale lag der Italiener am Montagabend bereits mit 0:2 Sätzen gegen Grigor Dmitrov zurück, als der Bulgare wegen einer Bauchmuskelzerrung aufgeben musste. Herzzerreißende Bilder, als Sinner den weinenden Dmitrov versuchte zu trösten. Der begeisterte nicht nur gegen Sinner mit seinem wunderbar abwechslungsreichen Rasentennis, mit dieser sagenhaft schönen einhändigen Rückhand, die Sinner von einer Verlegenheit in die nächste stürzte.
Der verletzungsanfällige Dmitrov (35) ist und bleibt der Unglücksrabe bei Grand Slams. Auch in den 4 Turnieren zuvor musste er vorzeitig aufgeben, jeweils sogar in der 1. Runde.
Sinner hat es „überlebt“, jetzt trifft er auf Ben Shelton, der seinerseits gegen den widerspenstigen Italiener Lorenzo Sonego 4 Sätze brauchte. Wie im übrigen auch die Turnier-Favoriten Carlos Alcáraz (gegen einen bärenstarken Andrej Rublew) und Novak Djokovic (nach klar verlorenem 1. Satz gegen Alex de Minaur).

 

Männer, Viertelfinale (gespielt wird jeweils auf Centercourt/14.30 und Court Nummer 1/14.00)

Mi. Sinner – Shelton (N.N)
Mi. Djokovic – Cobolli (N.N)
Di. Fritz – Katschanow (1. Spiel/Nr. 1)
Di. Alcaraz – Norrie (2. Spiel/CC)

Frauen

Di., Sabalenka – Siegemund (1. Spiel/CC)
Di., Anisimova – Pawljutschenkowa (2. Spiel/Nr. 1)
Mi. Andreewa – Bencic (N.N)
Mi. Swiatek – Samsonowa (N.N.)

 

 

 

Das war die Woche, die war

Tennis in Wimbledon, Musiala-Verletzung und Frauen-EM (Gwinn-Verletzung) sowie den schrecklichen Unfalltod von Liverpool-Stürmer Diogo Jota und dessen jüngeren Bruder Andre Silva habe ich schon aufgearbeitet
https://blickueberdenteich.de/schneckle-auf-grosser-erfolgstour/ und

Furchtbarer Unfall reißt Diogo Jota aus dem Leben

 

Ein paar Aktualisierungen der von mir verlinkten Texte:

Musiala hat sich wie befürchtet einen Wadenbeinbruch und Bänderverletzungen zugezogen und wird mindestens bis Jahresende fehlen.
Giulia Gwinn hatte noch Glück im Unglück und zog sich nur eine schwere Bänderdehnung zu. Die deutsche Kapitänin kommt zwar während de EM nicht mehr zum Einsatz, wird aber zum Saisonbeginn im August wieder spielfähig sein.
Auf der Trauerfeier für tödlich verunglückten Diogo Jota und dessen Bruder André Silva war fast das komplette Liverpool-Team  versammelt. Luis Diaz fehlte allerdings, er feierte lieber auf einer Influencer-Paty in seiner kolumbianischen Heimat. Was bei Fans zu einem Shitstorm erster Güte führte. Der FC Bayern ist angeblich an einer Verpflichtung interessiert, große Steine werden sie ihm in Liverpool wohl nicht in den Weg legen, wenn denn der Preis auch nur annähernd stimmt.
Apropos Jota und Silva: Einige Volldeppen (ich kann sie nicht anders bezeichnen) stürmten geradezu das Familiengrab und grinsten dann dümmlich grinsend in Selfie-Kameras. Was mag im Hirn von solchen Menschen nur vorgehen. Zeitweise musste far die Grabstätte abgeriegelt werden.

 

Unruhiger Tour-Auftakt

 

Von wegen lockeres Einfahren auf den ersten eher flachen Etappen. Schon im 1. Teilstück riss eine Windkante einen 49-Sekunden-Vorsprung zwischen der Spitzengruppe und einem prominent besetzten Verfolgerfeld auf. Während die Tour-Favoriten Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard ganz vorne dabei waren, veloren aussichtsreiche Kandidaten wie Remco Evenepoel, Primoz Roglich, Felix Gall und auch die deutsche Hoffnung Florian Lipowitz besagte 49 Sekunden.
Auf der 2. Etappe sprintete Tour-Verteidiger Tadej Pogacar sogar um den Tagessieg, musste sich aber dem starken Hllender Matthew van de Poel geschlagen geben, der auch das Gelbe Trikot übernahm. Gestern tatsächlich eine reine Sprintankunft. Vielleicht zurzeit der Beste in dieser Disziplin war allerdings nicht mehr dabei. Er stürzte bei einem Zwischensprint schwer und musste das Rennen aufgeben.
Schon jetzt scheint klar: Pogacar und Vingegaard sind in sehr starker Form, cih glaube nicht, dass ein Dritter (Evenepoel?, Lipowitz??), Roglic???) in diesen Zweikampf eingreifen kann.

 

Nächster Erfolg des deutschen Basketballs

 

Dass der U-19-Jahrgang der Männer außergewöhnlich gut ist, wussten die Experten, wurden die jungen Kerle vergangenes Jahr U-18-Europameister. Jetzt, bei der WM in Lausanne, stürmten sie mit teilweise beeindruckenden Siegen ins Finale, wo sie dann allerdings gegen die USA nach einem Einbruch im 3. Viertl ohne jede Chance haben. Denoch werden sich einige von ihnen nachhaltig bei Spitzencubs in Europa und auch in der NBA empfohlen haben: allen voran Hannes Steinbach. Der hat schon für die Würzburg Baskets in der BBL gespielt, jetzt wechselt er zur University of Washington, und es wäre sehr verwunderlich, würde ihn nicht ein NBA-Team nächstes oder übernächstes Jahr an niedriger Stelle draften

Jahrelang fristeten die Basketballer ein recht erfolgloses Schattendasein, trotz eines Dirk Nowitzki. Jetzt sind gehen sie selbstbewusst in jedes Turnier und kämpfen tatsächlich jedes Mal um Medaillen. Macht mir, eher dem Baskketball als dem Handball zugeneigt, höllischen Spaß. Dass über eine Nachwuchs-WM berichtet wird auch in Nicht-Fachzeitschriften, tut sein Übiges.

 

Hülkenbergs späte Krönung

 

Nein, zum Sieg beim Formel-1-Rennen in Silverstone hat es nicht gereicht, dafür waren die McLarens von Lando Norris und Oscar Piastri zu stark, die dem Papaya-Rennstall den nächsten Doppelerfolg bescherten und dem Engländer Norris den heiß ersehnten Heimsieg. Aber gleich dahinter tatsächlich Nico Hülkenberg im vermeintlich so unterlegenem Sauber, der in seinem 239. Rennen erstmals aufs Podest fuhr. Nicht aufgrund glücklichster Umstände und zig Ausfällen, sondern weil er schlicht ein brillantes und fehlerloses und bestens gemanagtes Rennen fuhr. Und das von Platz 19! Sicher half der Regen und die damit verbundenen Unwägbarkeiten, aber wie Hülkenberg sich durch kluge Taktik und tolles Fahren nach vorne arbeitete und in der letzten Phase auf Platz 3 liegend die vermeintlich viel stärkere Konkurrenz der Ferraris und Mercedesse und Red Bulls souverän auf Distanz hielt, war schlicht ein Meisterstück des 37-Jährigen.

Und niemand im Fahrerlager missgönnte Hülkenberg diesen Erfolg. Da Sauber keinen Champagner dabei hatte, um diesen standesgemäß zu feiern, spendierten erst Austin Martin, später  McLaren ein paar Flaschen. Sogar der Teamkamerad, normalerweise der ärgste „Feind“, spendete ganz ehrlich größte Anerkennung: „„Nico, hier ist Gabi. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie happy ich für Dich bin. Du bist eine Legende!“, funkte Gabriel Bortolotto auf Hülkenbergs Auslaufrunde, der selbst in der 4. Runde ausschied, auf Hülkenbergs Auslaufrunde.

Für Sauber könnte dieser Podestplatz nicht günstiger kommen. Nächstes Jahr wird Audi diesen übernehmen und in die Formel 1 einsteigen. bessere Werbung und mehr Motivation könnte es nicht  geben.

 

Und sonst?

 

  • WNBA: Indiana Fever hat den Commisioner Cup gewonnen. Im Finale besiegte das Team die favorisierten Minnesota Lynx. Und das, obwohl die Caitlin Clark, die so gehypte Spielerin im 2. WNBA-Jahr, wegen einer Verletzung passen musste.
  • Leichtathletik: Zwei Weltrekorde durch kenianische Läuferinnen beim Diamond-League-Meeting in Eugene. Zunächst blieb Beatrice Chebet über 5000 Meter als erste Frau unter der 14-Minuten-Marke (13:58,06), zum Abschluss der Veranstaltung im US-Staat Oregon an der Westküste) verbesserte Faith Kigkegon über 1500 Meter ihren eigenen Weltrekord auf 3:48,68 Minuten. Aus deuter Sicht erfreulich: Tokio-Olympiasiegerin Malaika Mihambo übertraf mit 7,01 Metern erstmals in diesem Jahr die 7-Meter-Marke. Da spielte es keine Rolle, dass Paris-Olympiasiegerin Tara Davis-Woodhall  die Deutsche im letzten Durchgang mit 7,07 noch überflügelte.
  • MLB: Ein Glanzstück lieferte Pitcher Zach Wheeler von den Philadelphia Phillies ab. Am Sonntag gelang dem Werfer bei den Cincinnati Redsein sogenanntes Complete Game über 9 Innings, in denen er nur einen einzigen Hit und keinen Walk zuließ. 27 der 28 gegnerischen Schlagmänner machte er also aus, 12 von denen per Strikeout. Dieser eine Hit führte zwar gleich zu einem Homerun, dennoch siegten die Phillies, das Team von Max Kepler, mit 3:1. Mehr über die MLB wahrscheinlich morgen.