von Münchner Löwe | Apr. 1, 2024 | Wochenvorschau
Vorweg in eigener Sache. Ich fliege morgen für eine Woche nach Lanzerote in eine Haus wahrscheinlich ohne Wlan. Deshalb werde ich schauen müssen, ob und wie ich das Geschehen verarbeite.
Pokal der Außenseiter
Wer vor der Saison getippt hatte, dass der 1. FC Saarbrücken, der1. FC Kaiserslautern, Fortuna Düsseldorf und #bayer Leverkusendas Halbfinale des DFB-Pokals erreichen würden, den hätte nicht nur ich für verrückt erklärt. Doch tatsächlich treffen in der Runde der besten 4 morgen Sarbrücken auf Lautern, sofern der Regen nicht ganz so heftig fällt auf den maroden Rasen ohne Drainage des Ludwigparks. Ein Saar-pfälzisches Duell. Ausgang für mich völlig offen. Nominell der leichteste Gegner der Saarbrücker nach den Heimsiegen gegen Bayern, Frankfurt und Gladbach. Außerdem gibt es das Rheinderby in der BayArena zwischen dem designierten Meister Leverkusen und Düsseldorf. Sollte die Fortuna gewinnen, und warum soll das in dieser verückten Pokalsaison nicht passieren, naja?, wäre erstmals kein Erstligist im Finale.
Beginn der Sandplatzsaison
Nach Miami wechseln die Tennisprofis traditionell auf Sand. Es geht gemäßigt los mit Frauen-Turnieren in Bogota und Charleston und Männerturniere in Marrakesch, Estoril und Houston. Maximilian Marterer ist in Estoril schon raus nach einer Dreisatzniederlage gegen Dominic Thiem. Die absoluten Topstars machen noch Pause. Christian Ruud und Hubert Hurcacz sind in Estoril an Nummer 1 und 2 gesetzt.
DEL spielt Halbfinale
Schon heute fanden die ersten Partein der Best-of-7-Serien statt. Es kam zu zweio klaren Heimsiegen der Bremerhaven Pinguinsgegen Red Bull München und der Eisbären Berlin gegen die Straubing Tigers. Im Zweitagesrhythmus geht es mit jeweils wechselnden Gastgebern weiter.
Die Mutter aller Klassiker
Am Sonntag findet Paris-Roubaix statt, immer noch der wohl wichtigste Frühjahrsklassiger der Radprofis, trotz oder gerade wegen des gefürchteten Kopfsteinpflasters. da Wout van aert verletzungsbedingt pausieren muss, ist Flandern-Rundfahrt-Sieger erneut zu favorisieren, zumal Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard nicht genannt habe.
Und sonst?
– die Fuzßballligen mit vollem Programm. In England eine englische Woche unter anderem mit ManCity vs Aston Villa, Arsenal gegen Luton (Mittwoch) sowie Liverpool vs Sheffield United. In Deutschland spielt Bayer Leverkusen beim 1. FC Union und Bayern bei Heidenheim. Im Abstiegskampf sind die letzten 4 unter sich. Köln empfängt Bochum und Mainz Darmstadt. Das Topspiel am Samstagabend zwischen Dortmund und Stuttgart.
– auch die übrigen Sportligen sind voll dabei.In der European League der Handballer können sich Berlin, die Rhein-Neckar Löwen sowie Nannover-Burgdorf fürs Viertelfinale qualifizieren. In der Euroleague treffen die Bayern-Basketballer auf Panathinaikos, haben aber nur noch theoretische Chancen auf Platz 10.
von Münchner Löwe | Apr. 1, 2024 | bundesliga, Fußball, Golf, MLB, NBA, NHL, Radsport, Tennis, Wochenrückschau
Des Jägers Trophäe
Ganz am Ende dieser Sportwoche gab es dann noch eine aus deutscher Sicht erfreuliche Überraschung. Golfprofi Stephan Jäger gewann das Turnier in Houston und landete seinen ersten Turniersieg auf der PGA-Tour. De Triumph wurde nicht nur mit einer Trophäe und gut 1,5 Millionen Dollar Preisgeld versüßt, sondern auch mit einer Last-Minute-Einladung zum Masters diese Woche in Augusta, immer noch der Heilige Gral der Golfer. Dort ist er dann der einzige deutsche Starter, weil Bernahrd Langer auf sein persönliches Startrecht wegen eines Achillssehnenrisses verzichten muss.
Der Sieg war hochdramatisch. Nachdem er selbst auf dem letzten Loch den Siegputt knapp verfehlt hatte, hatte Scottie Sheffler seinerseits die Chance aufs Stechen. Doch er schob einen 1,5-Meter-Putt – für ihn eigentlich nur eine lästige Pflichtübung – daneben und verpasste somit die Chance auf seinen dritten Turnier-Erfolg in Serie, was es seit sieben Jahren nicht mehr gegeben hat. Dennoch muss er mit seiner Glanzform als Favorit für das Masters gelten. Jäger darf mindestens zwei Runden genießen ohne jeden Druck.
Sinners Demonstration
der Italiener gewann das Masters-Turnier in Miami und zeigte dabei grandioses Tennis. Vor allem im Halbfinale und Finale, als der Daniiel Medwedew und den dato sostarken Grigor Dmitrow dominierte. Bisher ist Sinner in diesem Jahr das Maß, hat 3 Turniererfolge auf dem Konot, davor Melbourne und Rotterdam, und überhaupt nur eine Niederlage in Indian Wells gegen Carlos Alcaraz kassiert. Mein Spieler des Turniers ist dennoch Dmitrow, der im Viertelfinale gegen Alcaraz nahe der Perfektion spielte (ein sehr großes Wort, ich weiß, und auch im Halbfinale gegen Sascha Zverev Herr auf dem Court ist. Die einhändige rückhand ist einfach eine Augenweide, wenn sie so funktioniert.
Jetzt beginnt die Sandplatzsaison. da werden die Karten neu gemischt, aber Sinner muss erst mal geschlagen werden. Und die echten Sandplatzwühler gibt es in dieser Form eh nicht mehr. Mal schauen, was noch von Novakl Djokovic kommt, nominell noch die Nummer 1, aber von seiner Bestform laut eigener Auskunft weit entfernt. Und der große Sandplatzspezialist war er auch nicht.
Eine Geschichte fürs Herz
schrieb das Turnier bei den Frauen. Es siegte Danielle Collins bei ihrem Heimturnier in Florida. Die Amerikanerin hat ihren Rücktritt zum Saisonende angekündigt. Sie hat eine große Leidenszeit hinter sich. Ein tennisball-großer Tumor musste vor knapp zwei Jahren aus ihrer Gebärmutter entfernt werden, muss Medikamente nehmen. Da verschieben sich die Perspektiven. Sie will noch eigene Kinder bekommen, doch die ohnehin nicht sehr große wahrscheinlichkeit sinkt von Jahr zu Jahr. Befreit von Druck, umso mehr angefeuert zeigte sie eine tolle Turnierleistung, in dem sie in 7 Partien nur einen Satz abgab
Bayers Meisterstück
Kurz durften die Bayern am Samstagnachmittag auf einen Ausrutscher der Leverkusener hoffen und damit vielleicht wieder so eine Art Meisterschaftskampf. 0:1 lag die Werkself gegen Hoffenheim zurück. Doch niemand geriet in Panik. Unermüdlich lanciewrte die Mannshaft einen Angriff nach dem anderen. Keine Heiktik, keine verzweifelt hohen Bälle mit der Hoffnung auf den Lucky Punch. Und so verwunderte weder der späte Ausgleich noch das noch spätere Führungstor von Patrik Schick. Offenbar ein großer Schlag für die Münchner, die danach ihr Heimspiel gegen Borussia Dortmund letztlich sang- und klanglos verloren. Ohne Esprit, aber auch ohne den letzten Willen; man sehe sich jeweils die Schlussphase der beiden Partien an und derkenne den Unterschied. Die Dortmunder selbst können die Punkte im Kampf um den 4. Champions-League-Platz bestens gebrauchen, zumal RB Leipzig überraschend über ein 0:0 gegen Mainz nicht hinauskam. Mats Hiummels zeigte eine großartige Verteidigerleistung, doch ihm kam halt auch zupass, dass er hinten auf die Angriffe warten konnte, sodass sein Schnelligkeits-Defizit nicht zum Tragen kam. Allerdings: Wenn er in den letzten Spielen, vor allem auch in der Champions League gegen Atlético, so gute Leistungen zeigt, ist er für die Nationalmannschaft veilleicht doch noch ein Thema.
Apropos Nationalmannschaft: Das Team bestätigte am Dienstag durch eine weitere gute Leistung die Gala in Frankreich. Wie sie den frühen Rückstand wegsteckte, war schon beeindruckend. ebenso, dass sie am Ende fast schon bedingungslos auf das Siegestor drängte. Dass dieses fiel, es lebe die Torlinientechnik, war der verdiente Lohn. Auf jeden Fall haben die beiden Auftritte bei allen Fans endlich Appetit auf die EM im eigenen Land gemacht. Forderungen eines Lothar Matthäus, jetzt „müsse“ der Titel her, sind allerdings wenig dienlich. Fränkische Folklore hat: deutsche Demut, was ist denn das?
DEL-Halbfinale komplett
Die Straubing Tigers lösten das letzte Halbfinal-Ticket durch einen 3:2-Erfolg gegen die Wild Wings aus Schwenningen. In den 7 Spielen gab es nicht einen einzigen Führungswechsel oder gar nur ein Ausgleichstor. Selten hat der Spruch, wer 1:0 führt verliert, weniger gepasst. Zuvor hatten sich die Bremerhaven Pinguins, Red Bull München und die Eisbären Berlin für die Runde der besten 4 qualifiziert.
Ab heute treffen jeweils in Best-of-7-Serien Bremerhaven auf München und Belin auf Straubing.
Blick über den Teich
- In der NHL haben die Edmonton Oilers Platz 4 in der Western Conference übernommen. Damit hättedie Play-off-Plätze sind im Westen praktisch vergeben, im Osten gibt es einen Dreikampfn sie in der 1. Play-off-Runde Heimrecht. Das war nach dem Katastrophen-Saisonstart wirklich nicht zu erwarten. Im Westen sind die Play-off-Plätze praktisch vergeben, im Osten gibt es einen dreikampf zwischen den Washington Capitals, Philadelphia Flyers und den detroit redwings um die Plätze 7 und 8.
- Die MLB hat ihr Opening Weekend absolviert. Titelverteidiger Houston Astros musste zu Hause gleich 4 Niederlagen gegen die New York Yankees hinnhemen. Außerdem noch ohne Niederlage sind die Detroit Tigers, Pittwsburgh Pirates und Milwaukee Brewers. Der einzige deutsche Profis fehlte zuletzt bei den Twins in der Aufstellung, nachdem er zum Auftakt bei den KC Royals bei 4 At Bats keinen Hit landete. Ihn plagt auch eine Beinverletzung, weswegen er mindestens bis morgen ausfällt.
- Auch in der NBA stehen die P.ay-offs (und davor die Play-Ins) bald an (noch rund 8 Spiele für die Teams). Jeweils die ersten 6 Teams haben sich ein bisschen abgesetzt und wären sicher in den Play-offs. Im Westen haben die Hoston Rockets nach 11 Siegen in Folge gegen die Dallas Mavericks wieder verloren (Mavs Luka Doncic allein im ersten Viertel mit 22 Punkten) und jetzt 2 Siege Rückstand auf den 10. und letzten Platz der Play-Ins, den gerade die GS Warriors innehaben. Bei den Platzierungen kann es aber noch zu vielleicht sogar gravierenden Änderungen kommen.
Und sonst?
– Eine beeindurckende Leistung zeigte Mathieu van der Pool. Der holländische Radprofi siegte im Alleingang bei der Flndern-Rundfahrt, dem 2. Monument der Klassiker nach Mailand-San Remo. Es war sein dritter Sieg dort bei strömenden Regen, das gehört bei „Flanderns Schönster“ irgendwie dazu, und damit Rekordsieger neben 6 anderen Fahrern.Nils Pollit belegte den hervorragenden dritten Platz
– Ein zweiter Platz für das Beach-Volleyball-Duo Laura Ludwig und Louisa Lippmann in Brasilien. Damit verbesserte Karten im Kampf um ein Olympia-Ticket. Je Land und Geschlecht gibt es nur zwei Startplätze
– Vorentscheidung in Österreich: Die Fußballer von RB Salzburg gewannen das Spitzenspiel bei Zweiten Sturm Graz mit 1:0 und hat jetzt 5 Punkte Vorsprung auf die Steirer
– Torloses Spitzenspiel: Die Partie zwischen ManCity und dem FC Arsenal war zwar temporeich, aber ohne große Höhepunkte und Chancen. In der Premier League tobt weiter der Dreikampf zwischen dem FC Liverpool (2:1 vs Brighton/67 Punkte), Arsenal (65) und City (64). Direkte Vergleiche gibt es jetzt nicht mehr.
von Münchner Löwe | März 30, 2024 | basketball, Fußball, Tagesrückschau, Tennis
Alonso bleibt Bayer und geht nicht zu Bayern
Der spanische Trainer hat sich am Karfreitag über seine Zukunft erklärt und ein Bekenntnis zu Bayer Leverkusen gekräftigt. Zu Ende sind also erst mal die Spekulationen, ob er nach Saisonende vielleicht doch zum FC Liverpool oder gar Bayern München wechselt. Er sei noch nicht am Ende. Eine Champions-League-Saison steht mit der immer noch jungen Truppe bevor, die noch Steigerungspotenzial hat.
Für mich ist das eine absolut nachvollziehbare und letztlich auch von mir erwartete Entscheidung. Mag sein, dass ihn die Bayern und wahrscheinlich auch sehr viel Geld geboten haben und er dort sehr gute Zeiten als Spieler erlebt hat. Doch jetzt ein Wechsel würde nicht zum Naturell des Spaniers passen,, der klare Vorstellungen hat. Erstens wird er in Leverkusen nicht verhungern. Zweitens ist er dort bestens aufgehoben, kann sich weiter entwickeln und dann in zwei, drei Jahren den großen Schritt wagen. Und der führt unweigerlich zu Real Madrid. Sein Herzensclub, seine spanische Heimat, der Heilige Gral des Fußballs.
Bei Real hat Carlo Ancelotti noch einen Zweijahresvertrag, liefe also 2026 aus, der perfekte Zeitpunkt für den dann um mehr Profitrainer-Erfahrung halbende Alonso.
Die Bayern wären also gut beraten, nicht auf Alonso 2025 oder 2026 zu spekulieren. Überhaupt wäre jetzt ein Übergangstrainer nicht zielführend angesichts des munteren Trainerwechselns in den vergangenen Jahren. Die gehandelten Nagelsmann und Rangnick (really?) sind sicher nachdenkenswerte Optionen. Doch bei beiden gibt es den großen Nachteil, dass sie mit Deutschland und Österreich eine EM vor der Brust haben, die sie gerade sehr beschäftigen sollte. Davon abgesehen, dass bei erfolgreichem Turnierverlauf hier wie dort sie erst im Juli, also nach dem Start der Saisonvorbereitung, zur Verfügung stünden und danach erst mal Urlaub brauchen. Das dürfte gerade bei Nagelsmann, der nach der EM vertragslos ist, überhaupt zum Problem werden, einen Verein zu finden. Also doch bleiben beim DFB, wo er ja echte Aufbruchstimmung erzeugt hat.
Dimitrow weiter auf der Wolke
Wie jeder Sportler weiß, sind die Auftritte nach einer außerordentlichen Leistung wie die des Bulgaren gegen Carlos Alcaraz die Schwierigsten. Doch andererseits geben sie auch enormes Selbstvertrauen. So beim Bulgaren, der mit einer weiteren Gala in einem hochklassigen Spiel gegen Alexander Zverev das Finale des Masters-Turniers von Miami erreichte. Zverev leistete erheblich mehr Gegenwehr als Alcaraz, kann sich wenig vorwerfen. Vielleicht war er in der entscheidnen Phase des 3. Satzes ein wenig zu passiv, aber insgesamt lässt sich darauf gut aufbauen für die Sandplatzsaison. Dimitrow ist dagegen weiter auf der Wolke 7, in der Form seines Lebens. Die wird er auch brauchen gegen Jannik Sinner, der Daniil Medwedew im zweiten Halbfinale mit 6:1 und 6:2 förmlich deklassierte. Aber ich traue Dimitrow in dieser Woche alles zu.
Bereits heute bestreiten Lena Rybakina und die erstaunliche Danielle Collins das Finale der Frauen. Collins steht für das Auf und Ab, das viele der jeungen Spielerinnen auf der Tour durchstehen müssen.
Die Show von Wemby und Brunson
Die NBA-Partie zwischen den San Antonio Spurs und New York Knicks stand jetzt wirklich nicht auf meiner To-Do-Liste. Die Spurs sind längst aus dem Play-off-Rennen, die Knicks im Osten ziemlich sicher unter den besten 6. Doch dann wurde die Partie zu Show des Vicor Wembanyama und Jalen Brunson. Zumindest die Zahlen wirken ziemlich unwirklich. Das Supertalent Wemby legte 40 Punkte (NBA-Bestwert) und 20 Rebounds auf. Brunson war Alleinunterhalter der Knicks und kam bei der 126:130-Niederlage auf 61 Punkte, ebenfalls Karriere-Bestwert und bereits das fünfte 60+-Punktespiel eines Profis in dieser Saison. Allerdings nahm er dafür auch sage und schreibe 47 Würfevon insgesamt 110 des New Yorker Teams. Davon traf er 25. Allerdings war auf beiden Seiten das harte vertidigung nicht das Motto des Abends.
Und sonst Die Minnesota Timberwolves gewannen bei den Denver Nuggets klar, was wirklich nicht zu erwarten war. Und die Dallas Mavericks siegten in einem Krimi bei den Sacramento Kings und festigten damit Platz 6, zumal auch die Phoenix Suns gegen die Oklahoma Thunder deutlich verloren, obwohl bei denen der beste Spieler Shay Gilgeous-Alexander fehlte. Immer mehr zeichnet sich ab, dass im Westen die Suns, die Kings, die Lakers und Warriors/Rockets das In-Tournament bestreiten. Könnte auch ein Halbfinale sein.
von Münchner Löwe | März 29, 2024 | Tennis
Eine Hommage an Grigor Dimitrow
Es war eine Tennis-Demonstration an Klasse und gleichzeitig Ästhetik, wie ich sie lange nicht mehr gesehen habe. Im Viertelfinale von Miami bezwang Grigor Dimitrow Wimbledonsieger Carlos Alcaraz nicht nur, er zerlegte ihn geradezu nach allen Regeln der Tennis-Kunst. Traumschläge en masse begeisterten das Publikum, obwohl dieses auf Seiten des Spaniers stand. Geradezu unglaubliche Bälle gelangen ihm wie dieserÜberkopf-Volley-Rückhand-Stop, der in der Ausführung mindestens so kompliziert ist, wie er klingt und unerreichbar für den nicht gerade langsamen Alcaraz in dessen Feld tropfte. Beispiele gefällig
https://www.youtube.com/watch?v=ttRduKEL580
Und eines zeigte sich: Wenn die einhändige Rückhand so funktioniert wie dese Nacht in Miami, dann ist sie nicht nur eine extrem wirksame Waffe, sondern der am schönsten anzuschauende Schlag im Tennis. Schade, dass immer weniger Spieler, von Spielerinnen ganz zu schweigen, auf sie vertrauen. Sie hätten so tolle Vorbilder wie Stefan Edberg, Roger Federer, Stefanie Graf und Justine Henin.
Nun hat Tennis die ärgerliche Pointe, dass man bis zuletzt konzentriert bleiben muss, um eine Partie auch nach Hause zu bringen. Sprich: Die Zählweise erlaubt wie wenige andere Sportarten dramatische Comebacks; die Tennisbücher sind voll von derlei epischen Dramen. Auch die Partie heute Nacht hätte durchaus kippen können, als Dimitrow im 2. Satz Breakbälle zum 5:1 vergab, danach sein Aufschlag zu Null verlor, und es plötzlich 4:4 stand. Doch Dimitrow riss sich zusammen, spielte umgehend wieder auf dem vorigen Niveau und nutzte den ersten Matchball. Alcaraz blieb nur ungläubiges, aber sehr anererkennendes Staunen („was zum Teufel hast Du da für ein Tennis gespielt“) und gratulierte ohne Ärger. Es gibt Tage, da bleibt nur anzuerkennen, dass der andere schlicht besser gespielt hat., also wenig Grund zum Ärgern und Hadern.
Grigor Dimitrow entzückt seit seinen jungen Jahren. Der Bulgare sei der designierte Nachfolger von Roger Federer, bescheinigten ihn viele Experten. Nahe dran kam er an die schier nicht nachzuahmende Tennis-Leichtigkeit des Schweizers, und immerhin gewann er 2008 das Junioren-Turnier in Wimbledon und New York. Doch die ganz große Karriere sollte nicht gelingen. Der eine Grund war, dass er seine beste Zeit ausgerechnet da hatte, wo die Großen Drei Federer, Nadal und Djokovic die Tennis-Welt beherrschten, erst recht die Grand Slams.Das hat er mit Größen wie Tsonga, Berdych und Tommy Haas und vielen anderen gemein, die ohne Grand-Slam-Sieg blieben Immerhin gelangen ihm 9 Turniersiege, der wichtigste war das ATP Final 2017 in London und der Sieg beim Masters ebenfalls 2017 in Cincinatti. Das war eh sein bestes Jahr mit insgesamt 4 Turniersiegen; er beendete es als Weltranglisten-Dritter. Danach fiel er durch Verletzungen und auch eine gewisse Unlust weit zurück, doch seit gut zwei Jahren geht es wieder steil aufwärts. Im November 23 wurde er beim Hallen-Masters in Paris erst im Finale von Djokovic gestoppt,diesen Januar gewann er zum zweiten Mal in Brisbane.
In der Weltrangliste ist er zurzeit Elfter, mit einem Sieg heute Abend gegen Sascha Zverev würde er in die Top Ten zurückkehren. Im Race zum ATP Final, also die Jahreswertung, ist er Sechster und würde mit einem Turniersieg auf Platz 4 vorstoßen und immerhin einen Alcaraz hinter sich lassen.
von Münchner Löwe | März 28, 2024 | NBA, NHL
Blick über den Teich
Während die MLB heute ihren offiziellen opening Day hat, geht es in der NBA und NHL in letzten zehn Spiele (+/-)
NBA 🏀
Anmerkung zu meinen Begrifflichkeiten. Post Season bedeutet, dass für die Teams nach der regular season noch nicht Schluss ist. Play-off: Platz unter den ersten 6 und sicher in den Play-offs. Play-Ins: Plätze 7 bis 10, wo zwei weitere Play-off-Plätze ausgespielt werden. Conference Sieger: Heimrecht für die gesamten Play-offs bis zum NBA-Final gegen den anderen Conference-Sieger. In beiden Conferences haben jeweils 4 Teams auch theoretisch keine Chance mehr auf die Post Season.
Eastern Conference
Die Boston Celtics stehen bereits als Conference Sieger fest und sind auch das einzige Team der gesamten NBA, das auch sicher in den fixen Play-offs (also nicht nur Play-Ins). Dahinter dürften die Milwaukee, Bucks, NY Knicks, Cleveland Cavaliers sowie die Orlando Magic einen Platz in den Top 6 sicher haben und nur noch die Reihenfolge unter sich ausmachen mit Vorteilen der Bucks. Sehr stark schätze ich weiter die Knicks ein. Dahinter kämpfen die Indiana Pacers, Miami Heat und Philadelphia 76ers um den 6. Platz.
Die Brookyn Nets haben nur noch theoretische Chancen auf Platz 10, weil die Chicago Bulls und Atlanta Hawks zu weit weg sind.
Western Conference
Klar die bessere Conference. Und für die letzten gut zweieinhalb Wochen ist allenthalben Hochspannung angesagt.
Dreikampf um Platz 1: Die Denver Nuggets, Oklahoma City Thunder und Minnesota Timberwolves trennt gerade mal ein halbes Spiel. Ausgang mE völlig offen. Persönlich gefallen mir die Thunder am besten. Entscheidend wird sein, wer mit den unvermeidlichen Verletzungs-Ausfällen am besten zurechtkommt. Wobei weder ein Murray (Nuggets) noch ein Towns (Timberwolves eins zu eins zu ersetzen sind. Diese 3 Teams sind sicher in der Post Season und fast sicher in den Play-offs
Dahinter wird es echt spannend Platz 4 bis 11 matchen sich um 3 Play-off-Plätze und 4 Play-Ins. Ein Team schaut in die Rühre. Das sind zurzeit die Houston Rockets, die erst ein 10:0-Siegesrun wieder in Schlagdistanz gebracht hat. Allerdings meist gegen eher schwächere Gegner.
Meine Tipps: Die LA Clippers stehen auf Platz 4 und haben 2,5 Siege Vorsprung auf Platz 7 (Phoenix Suns). Das sollte für die Top 6 reichen. Dort sehe ich auch die New Oreans Pelicans und Dallas Mavericks. Vor allem die Texaner gefallen mir gerade ausnehmend gut (objektiv gesehen), denn der Blowout-Sieg gegen meinen subjektiven Favoriten Sacramento Kings war schon heftig. Apropos Kings. Sie können zwar an guten Tagen gegen jedes Team gewinnen, hauen aber immer wieder Tage rein, an denen gar nichts geht. Ich fürchte, für die direkten Play-offs wird es nicht reichen. Die Play-Ins dürften sicher sein, aber da wird es halt vedammt schwer. Die große Unbekannte in all meinen Rechnungen sind die Phoenix Suns. Sie haben ein sehr heftiges Schlussprogramm u. a. mit je zweimal Pelicans, Clippers und Timberwolves sowie Kings und Cavaliers. Da ist fast jede Partie Spitz auf Knopf und eine Siegesserie unwahrscheinlich, bei deren Klasse aber nicht unmöglich.
Die Lakers sind klar auf Kurs, haben zuletzt 5 Spiele gewonnen. Und die Warriors? Erinnern mich sehr an die Kansas City Chiefs in der NFL. Irgendwie durch die regular season wurschteln und dann in der Post Season mit all ihrer Erfahrung aufwarten. Zuletzt 2 Siege in Florida, weiter weg geht es nicht von San Francisco bei den Magic und den Heat. Am Ende wird es also für die Rockets doch nicht reichen.
NHL🏒
Hier gibt es keine Play-offs. Die ersten 8 sind in den Play-offs. Besonderheit: Die beiden Divisionssieger bekommen die ersten 2 Plätze und auf jeden Fall in der 1. gegebenfalls auch 2. Runde Heimrecht. Je Division qualifizieren sich zwei weitere Teams. Dann die zwei besten insgesamt.
Division15 der 16 Plätze scheinen mir fix (bei all den Unwägbarkeiten, die der Sport so mit sich bringt). Nur um die Plätze 7 und 8 in der Eastern Conference gibt es noch Gerangel zwischen den Philadelphia Flyers, Washington Capitals und den Detroit Red Wings mit Moritz Seider.
Dafür ist der jeweilige Kampf um die Plätze umso spannender, wobei die Erfahrung zeigt, dass das Heimrecht in der NHL bei einer Bei der Best-of-7-Serie nicht eine sehr wichtige Rolle spielt. Nun denn:
Eastern Conference
Die NY Rangers haben die besten Chancen. Boston Bruins, Florida Panthers und Carolina Hurricanes sind ebenfalls sicher unter den besten 4. Dahinter halten die Toronto Maple Leafs die kanadische Flagge für dien Osten hoch. Gegen die Tampa Bay Lightning geht es um Platz 3 in der Atlantic Division, also Platz 5 oder 7 in der Endabrechnung.
Western Conference
Ein hübscher Dreikampf um Platz 1 zwischen den Dallas Stars, Vancouver Canucks und Colorado Avalanche. Die Stars gerade mit dem besten Run (5 Siege en suite). Dahinter die Winnipeg Jets auf Platz 4, die allerdings zwar 4 Punkte Vorsprung auf die Edmonton Oilers haben, aber auch 2 Spiele mehr. Die beiden Teams dürften in der 1. Play-off-Runde aufeinandertreffen. Hübsches kanadisches Derby. Das Play-off-Feld komplettieren ziemlich wahrscheinlich die Nashville Predators, LA Kings und Titelverteidiger Las Vegas Knights.
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